Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Genuss'

Wie kann man dem Schöpfer Genuss bereiten?

Indem wir kabbalistisches Wissen verbreiten, vereinen wir unsere Seelen zu einem Gefäß und erschaffen einen „Ort für die Enthüllung des Schöpfers“ für alle Geschöpfe!

Dadurch erfüllen wir Seinen Wunsch und bereiten Ihm den größten Genuss.

Wenn wir alle unsere Leiden addieren und mit „Pi tarach“ (620) multiplizieren würden, würde sich ein Wert ergeben, der vergleichbar wäre mit dem Leiden des Schöpfers aufgrund der Verhüllung, in der zu sein Er gezwungen ist, um uns die Möglichkeit zu geben zu wachsen.

Durch jede unserer Handlung, die auf die Einheit gerichtet ist, fügen wir der Einheit zusätzliche Kraft hinzu(Massach und Or Choser), eine zusätzliche Seele zu der Gesamtheit der Seelen, die wir zur Enthüllung des Schöpfers brauchen.

Dadurch lösen wir solche Veränderungen zwischen allen Seelen aus, dass letztendlich alle in der Welt plötzlich in ihrem Inneren spüren werden, dass es eine höhere Kraft gibt, die auf die gesamte Welt einwirkt und sie bewegt und jeden ihrer Zustände bestimmt.

Nicht zufällig gibt es Erdbeben in Neuseeland, Feuer in Russland, Taifune in Amerika – das sind alles Teile des Gesamtzustandes, der vom Schöpfer erschaffen wird, damit wir aus diesem Zustand heraus anfangen, zu Ihm aufzusteigen.

Und wenn wir anfangen, in den spirituellen Raum aufzusteigen und dieses materielle Leben nur als eine notwendige Komponente wahrzunehmen, werden wir eines wunderbaren Lebens in dieser Welt würdig. Dazu fehlt uns nur, wenigstens ein wenig den Schöpfer zu enthüllen.

Sonst hilft unserer Welt nichts, außer wahrzunehmen, dass es im Universum, in der Natur, zwischen uns eine Kraft gibt, die alles lenkt.

Und wir nähern uns dem Verständnis dessen dank der Verbreitung der Kabbala an.

Aus dem Unterricht nach einem Rabash-Artikel vom 08.09.2010
Zum Kabbalalernzentrum–>

Verdammnis der Schlange oder Segen?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum verschwinden alle Genüsse sofort? Ich freue mich so, wenn ich ein neues Auto gekauft habe, doch es vergeht eine Woche, ich gewöhne mich daran, und es interessiert mich nicht mehr.

Wie kann die Gewohnheit den Genuss auslöschen? Es gibt nur das Licht und das Gefäß. Wenn es den Genuss gibt, dann muss er ewig andauern! Warum verschwindet er?

Meine Antwort: Es ist so, dass das Kli, das Gefäß, sich verändert. Das Auto verschwindet nicht, mein Verlangen wird aber größer, und der empfangene Genuss erfüllt es nicht mehr.

Dieses Wachstum des Verlangens ist nicht quantitativ, sondern qualitativ. In der Spiritualität findet allgemein kein quantitatives, sondern qualitatives Wachstum statt.

Das Auto steht neben dem Haus geparkt, immer noch schön und neu. Doch es ist nur eine Woche vergangen, und es versetzt mich nicht mehr in Begeisterung wie vorher.

Weil an der Stelle, an der in dir ein zusätzliches Verlangen (der Giftzahn der Urschlange, ihr Gift) entstanden ist, in dir die Frage erwacht: „Was hat mir diese Anschaffung gebracht?“

Dir ist diese Frage noch nicht einmal bewusst, doch sie erwacht in dir und vergiftet deine ganze Freude.

Nach dem Zerbrechen, dem Sündenfall mit dem Baum der Erkenntnis, erwacht in jedem Genuss der Punkt der Verbindung mit dem Schöpfer und fragt durch seine Leere, ob du die ewige Erfüllung erlangt hast.

Und das zwingt dich sofort, nach der Erfüllung zu suchen. So bewegen wir uns im Laufe unserer ganzen Geschichte vorwärts, und wenn das nicht wäre, würden wir uns nicht entwickeln. Gerade durch dieses Entstehen von neuen Verlangen unterscheidet sich der Mensch von dem Tier.

Das, was uns seit dem Verlassen der Höhlen bis heute vorangetrieben hat, ist das von uns nicht wahrgenommene Bedürfnis, dem Schöpfer ähnlich zu werden. In uns wächst ständig der Mensch!

Das ist die Folge des Sündenfalls, sonst wären diese Verlangen (Adam und Eva) tierisch geblieben. Doch in uns erwacht die in uns durchgedrungene Scham in Bezug auf den Gastgeber, wie sehr ich mich von Ihm unterscheide!

Die Scham ist genau diese Frage: „Und was hast du von all dem?“ Ich führe quasi unterbewusst einen Vergleich bezüglich des Gastgebers durch und denke: „Was nützt mir dieses Auto, wenn ich den Schöpfer erreichen muss!“

Ich weiß selber nicht, dass das eine Frage über den Schöpfer ist! Doch diese nagende Leere kommt zu mir von Ihm.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 02.09.2010

Zur Kabbala Akademie

 

Wovor schützt uns Klipa?

Eine Frage, die ich erhielt: Wovor schützt uns Klipa (die Schale, eine dunkle Kraft)?

Meine Antwort: Klipa schützt uns vor dem Schöpfer! Wir können uns nicht mit dem Schöpfer verbinden und entwickeln uns folglich mit Hilfe zweier Kräfte: eine Kraft entwickelt mich von innen mit Hilfe des Lichtes, und die andere hält mich zurück, damit ich ständig innerhalb des Wunsches „Genuss zu erfahren“ bleibe – denn das ist Klipa.

Aber wenn wir den folgenden Zustand erreichen, dann muss Klipa abgenommen und weggeworfen werden, damit man die reife Frucht – als die Nahrung des Menschen verwendet. Deshalb ist es üblich, die Fruchtschale abzuschälen, bevor man die Frucht aufisst…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu „Panim Meirot „“, 14.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Durch die Lüge zur Wahrheit

Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben die Kabbalisten uns absichtlich verwirrt, als sie die Bücher mit solchen Worten geschrieben haben, als handelte es sich darin um die materielle Welt?

Meine Antwort: Es wurde absichtlich gemacht, damit du aus dieser Verwirrung beginnst, die Wahrheit zu verstehen. Und ohne verwirrt zu werden, wirst du auch nichts verstehen.

Deshalb haben die Kabbalisten so viele Bücher geschrieben, denn wir sollen mit deren Hilfe zur Offenbarung kommen: aus dem Wunsch zu genießen – zum Wunsch des Gebens.

Und zwischen ihnen liegt ein riesiger Abgrund. Wir denken: man braucht nur das Plus gegen das Minus zu tauschen, aber es ist nicht einfach! Alle Gedanken und Wünsche sind miteinander verbunden, und wir müssen durch diese Verwirrung gehen. Jede Verworrenheit ist eine Frage, die ich beantworten muss. Und die Frage selbst ist schon die Hälfte der Offenbarung, wenn sogar nicht mehr.

Deshalb sind alle Zustände, durch die ich in der Finsternis und in der Kraftlosigkeit gehe, absolut obligatorisch. Ich weiß nicht, wie man die Wahrheit erreichen kann, ohne die Fehler und trügerischen Vorstellungen zu vermeiden, ohne die unangenehmen Gefühle und Missverständnisse, dank derer wir wachsen.

Nur so kann man das Plus und das Minus, den Wunsch des Gebens (des Schöpfers) und den Wunsch, Genuss zu erfahren (des Geschöpfs) verbinden, durch das gesamte System, worin wir durch die Vertreibungen, Verhüllungen und durch das volle Chaos gehen.

Und wenn ich auf den zurückgelegten Weg schaue, dann sehe ich, dass es unmöglich war, einen Augenblick aufzuheben. Du entfernst einen Augenblick aus dem ganzen Weg, und schon ist nichts mehr klar! Es wird keine Vollkommenheit am Ende sichtbar, wir werden sie weder verstehen, noch offenbaren.

Deshalb sind alle Handlungen notwendig. Es war unmöglich, den Sohar anders zu schreiben. Der Mensch kann nicht lernen, ohne die Fehler zu begehen. Er soll das Gegenteil zur Wahrheit enthüllen. Auf diese Weise lehren wir die Kinder – wir verwirren sie, damit sie aus den Fehlern lernen – dann werden sie sich im richtigen Leben nicht irren.

Darin liegt der Unterschied in der Entwicklung aufgrund der Leiden oder mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.09.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Punkt, aus dem die Rettung kommt

Es wird die ganze Zeit ein und dieselbe Frage wiederholt: warum konnte das Licht von Anfang an kein fertiges Geschöpf erschaffen, das dem Schöpfer ähnlich wäre?
Dies ist jedoch unmöglich! Es ist unmöglich die Eigenschaft des Gebens direkt vom Schöpfer an die Schöpfung zu übertragen. Deshalb müssen wir durch das Zerbrechen der Welten (in der Welt Nekudim) und der Seele (der Sündenfall mit dem Baum der Erkenntnis) gehen.
Andersfalls kann man nicht die Eigenschaft des Gebens mit der Eigenschaft des Erhaltens, Bina mit Malchut verbinden – nur mit Hilfe des Zerbrechens, mithilfe der Sünde von Adam oder dem Zerbrechens des Tempels.
Aber was hat den Menschen dazu gezwungen, die Frucht (den Apfel) vom Baum der Erkenntnis zu schmecken?
Es ist genauso mit dem Genuss, den man sieht und versteht, dass er schädlich ist, folglich empfindet man die Scham, aber man dennoch bereit, den Genuss zu erfahren, weil die Versuchung viel zu groß ist, es ist unmöglich, sogar unter Todesdrohung darauf zu verzichten.
Und der Genuss löscht die Scham nicht aus, sondern zwingt dich sogar, weiterzumachen!
Hier muss man eben die Schlussfolgerungen machen und, lernen, weil gerade in diesem Punkt die Versündigung Adams am allgemeinen Egoismus (am Baum der Erkenntnis) offenbart wird, über die es gesagt ist: „Aß und wird noch essen!“ – er ist nicht in der Lage, aufgehalten zu werden, da dieser Genuss viel zu groß ist, obwohl er weiß, dass er verboten ist. Hier ist gerade der Punkt, wo sich der Unterschied zwischen dem Licht und dem Wunsch offenbart. Und wenn du empfinden und wollen wirst, ihn zu korrigieren, dann wirst du fühlen, das hierfür das Licht notwendig ist, das zur Quelle zurückführt!
Es gibt keine andere Wahl, als zu fühlen, dass man alleine nicht in der Lage ist, sich zu helfen, so dass nur das Wunder von oben einen retten kann! Folglich fordert man das Licht und bekommt die Rettung.
Die Rettung kommt nur aus diesem Punkt des Menschen. Und der Schöpfer ruft „die Tiere nicht“ auf, aus Ägypten hinauszugehen, denn es ist „der Mensch“ bereits, der beim Auszug „das Vieh“ hinter sich führt…
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 29.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Neue Erfolgsformel

Eine Frage, die ich erhielt: Die Entwicklungsmechanik des Verlangens in unserer Welt ist sehr einfach, darin haben wir bereits Tausende von Jahren an Erfahrung gesammelt. Was ist neu an dem, was uns die Wissenschaft der Kabbala für die Nutzung des Verlangens bietet?
Meine Antwort: Die Kabbala gibt uns die Absicht, mehr brauchen wir auch nicht! Der Schöpfer hat das Verlangen zu genießen erschaffen und erweckt es zur Entwicklung.
Dieses Verlangen ist egoistisch und befindet sich ständig auf der Jagd, um sich mit dem Erwünschten zu erfüllen. Auf diese Weise verhalten sich die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufen.
Doch heute, als wir im Lauf der Jahrtausende die „menschliche“ Stufe in unserer Entwicklung erreicht haben, stellt Adam eine vollkommen andere Ebene dar. Der Mensch hängt nicht vom Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen ab.
Für ihn ist die Absicht das Wichtigste: „Wozu“ habe ich das Unbelebte, Pflanzliche und Tierische? Wozu lebe ich?! Deshalb entsteht in ihm die Frage nach dem Sinn des Lebens, die zur Kabbala führt.
Das ist eine vollkommen neue Tendenz. Ich hänge bereits nicht mehr von der bisherigen Entwicklung meines Verlangens ab – ich habe mich entwickelt, und was nun, was kommt weiter? Weiter befindet sich etwas vollkommen Neues vor mir – etwas Unverständliches und Unbekanntes.
Die Krise, in der sich die Menschheit heute befindet, ist die Krise unserer bisherigen Entwicklungsformel, die nicht mehr funktioniert!
Die Zeit, in der nur das Licht und das Verlangen, der Genuss und der Hunger, existiert haben, ist zu Ende gegangen. Diese Lebensweise ist ausgeschöpft, doch niemand weiß, was weiter zu tun ist.
Ich sehe, dass es Erfüllung und Verlangen danach gibt, verstehe jedoch die Verbindung zwischen ihnen nicht. Früher einmal hat es sehr einfach funktioniert: je größer mein Verlangen war, desto größer war auch die Erfüllung und der Genuss.
Und heute will ich den Genuss empfangen – schnappe danach, genieße einen kurzen Augenblick – und alles verschwindet. Ich will den Genüssen noch nicht einmal mehr hinterherlaufen. Doch ich muss mich mit irgendetwas füllen! Begreift ihr, was das für eine Katastrophe ist?
Und die Menschheit weiß nicht, was sie damit machen soll. Letztendlich führt das zu Kriegen, Verbrechen, Gewalttätigkeit, Terror – denn wenn der Mensch eine solche innere Leere und Sehnsucht empfindet, ist er zu allem bereit, nur um selbst die kleinste Erfüllung, selbst für einen Augenblick zu spüren!
In einer solchen Übergangszeit befinden wir uns im Moment. Das egoistische Verlangen hat seine Entwicklung auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe abgeschlossen.
Nun muss es als „Mensch“ wachsen, was „dem Schöpfer ähnlich“ bedeutet, d.h. in einer vollkommen neuen Form, im Geben – im Gegensatz zu allem, was bislang war.
Wir verstehen weder diese Handlung noch woher wir die Kraft dafür nehmen sollen. Wir haben dafür weder den Verstand noch das Verlangen noch die notwendige Umgebung. Es gibt nur die Wissenschaft der Kabbala – für diejenigen, die sie für sich entdeckt haben.
Deshalb unternehmen wir Anstrengungen zu deren Verbreitung, um die Entwicklung zu beschleunigen und ein Heilmittel zur Verfügung zu stellen, noch bevor der Schlag kommt.
Denn ansonsten wird keiner wissen, was wir mit unserem Leben anfangen sollen: weder Politiker noch Soziologen noch Psychologen noch Wissenschaftler.
Alle werden den Mut verlieren und mit jeglichem Leben einverstanden sein, nur um das, was geschieht, zu vertuschen und irgendwie weiterzumachen…

Zum Kabbalalernzentrum–>

In welche Richtung soll man gehen?

Das egoistische Verlangen, das sich ständig auf der Jagd nach Genuss befindet, ist grenzenlos und treibt sich letztendlich selbst in den Tod. Es hat keine andere Möglichkeit, zu existieren.

Selbst bei den vollkommenen Gerechten streben die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe während ihres Daseins dem Tode entgegen und nähern sich ihm an.

So verläuft unser gesamtes Leben – ab dem Augenblick, in dem der Mensch geboren wird, beginnt er seine Annäherung an den Tod. Das egoistische Verlangen ist nicht in der Lage, in einer anderen Form zu existieren, denn es ernährt sich vom Tod und nicht vom Leben.

Wenn wir aber das Verlangen zu geben, das vollkommen von dem egoistischen Empfangen getrennt ist, erlangen, dann ist das die Seele, die getrennt vom Körper existiert, unabhängig davon, ob der Körper lebt oder tot ist, oder ob er wiedergeboren wurde. All das geschieht nur auf der Ebene dieser Welt, die Seele aber lebt in der Spiritualität, in der höheren Welt.

Das heißt, wir gehen heute zu einer ganz neuen Existenzweise über, die nichts mit der bisherigen zu tun hat.

Weder die bisherige Bildung, noch die Kultur oder irgendwelche alten Werte werden erhalten bleiben, wenn sie nicht das Nötigste für den Körper betreffen.

Und alle sogenannten „menschlichen“ Werte hören einfach zu existieren auf, weil wir in ihnen keine Erfüllung mehr finden.

Und auf der tierischen Stufe werden wir so wie alle Tiere existieren, die genau so viel verbrauchen, wie sie zum Überleben benötigen.

Dadurch wird sich das gesamte Leben der Menschheit grundlegend verändern. Und niemand wird uns dazu zwingen! Wir werden einfach kein Leben in all diesen Erfüllungen spüren: weder in der Mode, noch in den Filmen noch in den Zeitungen.

Das Leben wird auf das Nötigste für die Existenz des Körpers hinauslaufen, alles andere wird der Mensch nur auf der wahrhaft menschlichen Stufe suchen. Das ist ein qualitativer Übergang, den es noch nie zuvor gegeben hat.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 30.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Um den Schatz nicht zu vergeuden

Vorwort zum Buch „Panim Meirot„, Punkt 19: Das egoistische Empfangen von Genuss trägt einen Tropfen des tödlichen Giftes in sich, auf diese Weise vergrößert sich unsere Schuld um das Zweifache…

Letztendlich nimmt das Ego dem Menschen den letzten verbliebenen Lebensfunken, so als ob ihm „der Todesengel mit einem Tropfen Gift an der Spitze des Schwertes begegnen würde, und der Mensch gehorsam den Mund öffnen und diesen Tropfen schlucken und sterben würde“.

Wir sind Geschöpfe und müssen den Genuss des Schöpfers in unseren Genuss um des Gebens willen verwandeln, um doppelt zu genießen: sowohl den Genuss an sich als auch die Verschmelzung mit dem Schöpfer, wenn es gleichzeitig sowohl süß als auch Wahrheit ist.

Noch handeln wir aber absolut entgegengesetzt und genießen die doppelte Lüge – wir „kratzen unsere Wunde auf“ und verspüren Genuss dadurch, dass wir uns dem Tod nähern!

Das ist der direkte Gegensatz zum wahren Leben, denn unser inneres System sollte im entgegengesetzten Modus arbeiten – empfangen um zu geben. Bei uns ist aber alles umgekehrt.

Also schafft es der Mensch, seine eigenen Leiden zu genießen, und ist auch noch stolz darauf – das ist die Basis für die Macht aller bösen Kräfte. Doch die Spiritualität beginnt eben über all dem.

Sonst kommt letztendlich der Todesengel und nimmt dem Menschen den letzten Lebenstropfen. Und warum stirbt der Mensch?

Er trennt die Verbindung mit dem Licht, mit dem Geben, die ihm von der Natur als ein kleiner Funken gegeben wurde, den er nach dem Schöpfungsgedanken zu einem großen Geben, zum ewigen Leben, zu einer großen Flamme, zum Licht entwickeln soll.

Doch wir vergeuden diesen Funken für das egoistische Leben – und sterben, anstatt ihn zu entwickeln und das wahre Leben zu erlangen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum->

Kinder, die gealtert sind

Der Mensch wächst so auf, dass er zu Beginn neue Verlangen und Erfüllungen erhält, die für seine Entwicklung notwendig und für ihn gut sind.

Denn das ist die Richtung, die für ihn von der Natur vorherbestimmt wurde, die ihn großziehen und ihm auf die Beine helfen will – so wachsen Kinder in dieser Welt auf.

Dies gilt nicht als verbotener Genuss, denn ich muss dieses natürliche Entwicklungsstadium durchlaufen bis ich „erwachsen“ werde. Wir sehen wie Kinder für gewöhnlich voll von verschiedenen Wünschen sind und dieses Leben genießen.

Doch in dem Augenblick, als ich erwachsen werde und nun bereits bewusst und nicht durch die Kraft der Natur weiter wachse und mich entwickeln soll, dann schaden mir die ganzen Genüsse, die ich empfange, weil ich sie nicht auf das Geben ausrichte.

Zuvor lag die ganze Verantwortung auf der Natur – der Schöpfer bestimmte meinen Weg und führte mich, sagen wir mal, bis zu einem Alter von 15-20 Jahren entlang dieses Weges. Und alles, was ich von diesem Leben bekam, war gut für meine Entwicklung.

Doch sobald diese „kindliche“ Entwicklungsphase abgeschlossen ist und ich die Richtung von nun an selbst bestimmen soll, muss ich meinerseits die Absicht um des Gebens willen hinzufügen, sonst wird jeglicher von mir empfangene Genuss mich nicht größer werden lassen und vorwärtsbringen sondern töten!

Er wird mich auf einem umgekehrten Wege dazu bringen, zu fühlen, dass es so nicht weitergeht und ich mich nicht durch meinen Egoismus und Genüsse, sondern durch die Absicht zu geben entwickeln muss.

Aus diesem Grund schaden dem Menschen alle Genüsse, die er nach der Phase des Großwerdens erfährt, – ähnlich einem Menschen, der seine Wunde aufkratzt.

Doch wie tief müssen wir in dieses Übel eintauchen, um zu begreifen, dass wir so nicht weitermachen können – wie groß gewordene Kinder, die die Natur nicht mehr unbekümmert das Leben genießen lässt, sondern von ihnen zu geben verlangt?

Wie tief wir „unsere Wunde aufkratzen“ müssen, hängt bereits von uns ab – uns sind alle Mittel und Erklärungen gegeben: wir werden zum Studium, zu den Büchern, in die Gruppe geführt – dorthin, wo wir zur Vernunft kommen und darüber nachdenken können, was wir dem Leben hinzufügen müssen, um uns richtig zu entwickeln.

Und das, was wir hinzufügen, ist die Klärung von Wahrheit/Lüge als Ergänzung zu süß/bitter, im Gegensatz zu Kindern, die nur süß/bitter verstehen.

Und damit wir nicht unser Leben lang Kinder bleiben, wie geschrieben steht: „Was soll man mit den Kindern machen, die gealtert sind?“, müssen wir beginnen nach dem Prinzip Wahrheit/Lüge vorzugehen.

Doch wir dürfen süß/bitter nicht auslöschen, sondern darüber eine neue Lebenseinstellung aufbauen. Und das ist nur möglich, wenn man durch das Kabbala-Studium das höhere Licht anzieht.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 18.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Von der Liebe zum Hass und vom Hass zurück zur Liebe

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn das Zerbrechen der allgemeinen Seele ein im Voraus eingeplantre und notwendiger Prozess ist – warum wird er als „Sündenfall“ bezeichnet?

Meine Antwort: Wir bezeichnen jedes Fallen als die Sünde – aber haben wir damals gesündigt?

In unserer Welt gilt es als Sünde, wenn ich daran denke, dass ich fähig bin, diese Handlung nicht zu begehen, weil ich genau weiß, dass sie unzulässig ist – und sie dennoch begehe. Aber dieser Gedanke ist falsch: würde ich genau wissen, dass ich sie nicht machen dürfte – hätte ich nicht gesündigt.

In Wirklichkeit, gilt als eine Sünde der Zustand, worin mich die Kräfte der Teilung ergriffen haben, um über mich zu herrschen. Als Sünde wird also der Zustand selbst und nicht sein Grund bezeichnet. Und der Grund ist immer der Schöpfer, Er hat unseren bösen, egoistischen Anfang geschaffen. Und wie kann man den bösen Anfang erschaffen, wenn nicht mittels des Sündenfalles? Man muss bis zu den hohen Stufen hinaufsteigen, um später zu fallen, um den Eindruck von allen Aufstiegen zu bekommen, um vom heutigen Zustand, den egoistischen Wunsch aufgrund des Zerbrechens hinaufzusteigen. Denn hätte es kein Zerbrechen gegeben, wäre die Selbstsucht einfach „tierisch“ geblieben. Und infolge des Zerbruchs wird er zur „Schöpfung“, zum „bösen Anfang“.

Bis zum Zerbrechen war es der einfache Wunsch zu genießen, – das einfache Tier. Wenn der Löwe den Damhirsch umbringen möchte, dann denken wir nicht, dass dabei der böse Anfang gilt – sondern, dass es seine Natur ist, dass der Wunsch die Füllung bekommt. Wann erscheint dann der böse Anfang? Wenn wir hinaufsteigen, und dort die Kräfte der Liebe und der Vereinigung bekommen, und wenn wir damit später fallen, und sie sich ins Gegenteil- in grundlosen Hass verwandeln! Folglich gibt es den Wunsch zu genießen, zusammen mit den Informationsdaten (Reshimot), die ihn zum grundlosen Hass stoßen – ein solcher Wunsch wird als böser Anfang bezeichnet.

Denn nun will er alle Anderen ausnutzen, weil er selbst davon Genuß erhält. Das heißt, im Menschen erscheint die Empfindung für andere Menschen – was es im Tier nicht gibt, und er genießt, wenn es dem anderen schlecht geht! Es ist schon der echte Egoismus.

Und das Gute beginnt dann zu gelten, wenn ich diesen Hass in Liebe umwandle. Aber ich brauche auf jeden Fall die Beziehung zu meinem Nächsten.

Aus dem Unterricht zur „Lehre der Zehn Sfirot“ „, 15.07.2010