Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Geben'

Wann kommt die langersehnte Morgendämmerung?

Die Wissenschaft der Kabbala ist dem menschlichen Egoismus verhasst, denn sie spricht von der Nächstenliebe.

Doch um den Menschen diesem ihm entgegengesetzten Ideal dennoch näherzubringen, wurden Religionen erfunden, d.h., die Möglichkeiten, die (scheinbare) „Wissenschaft der Kabbala“ in allen möglichen falschen Formen zu benutzen und sich dennoch auf diese Weise egoistisch zu entwickeln.

Eine Religion erhebt den Menschen über das tierische Dasein, indem sie ihm erzählt, dass es einen Schöpfer, Bestrafung und Belohnung in dieser und der kommenden Welt und die Ewigkeit seiner Seele gibt.

Sie vermittelt eine gewisse, wenn auch falsche Vorstellung von dem Höheren, und die Menschen beginnen, ganze Theorien, Philosophien, Methoden um dieses Thema herum aufzubauen, die Malerei und Kultur dadurch zu entwickeln, sie versuchen, größer zu werden.

Auf diese Weise entwickelt sich der Mensch durch Religionen in seinem Ego, um letztendlich in der heutigen Zeit wahrzunehmen, dass er sich im spirituellen Exil befindet.

Denn als wir vor 2000 Jahren von der spirituellen Stufe abgestiegen, sprich von der Nächstenliebe in den unbegründeten Hass allen gegenüber gefallen sind, wurde dieser Abstieg nicht als solcher empfunden, weil die Menschen die Anwesenheit des Schöpfers in ihrem Dasein gewohnt waren.

Der Mensch muss aber die ganze Tiefe seines Falls und die völlige Trennung von der Spiritualität fühlen!

Dafür muss für ihn das Licht, das seinen Zustand als Finsternis ausleuchtet, scheinen.

Deshalb wird uns die Tora nicht als Licht, das zur Quelle (zur Eigenschaft des Gebens und der Liebe) zurückführt, sondern als Religion dieser Welt gegeben, wenn wir die Tora mit einer egoistischen Absicht und nicht, um die Nächstenliebe zu erreichen, benutzen.

Während der Mensch die Tora mit einer egoistischen Absicht studiert, taucht er immer tiefer in die Finsternis des Egoismus ein, bis er den Zustand erreicht, in dem er diese Finsternis dadurch erkennt, dass er hochmütig ist und alle hasst, anstatt sie zu lieben.

Diesen Prozess müssen wir durchlaufen, um das Böse des Egoismus zu erkennen. Denn der Schöpfer sagt: „Ich erschuf den bösen Trieb“ – und wir unsererseits müssen ihn in uns enthüllen.

Dann werde ich die Tora als Mittel zu seiner Korrektur brauchen und aufschreien. Und das wird keine einfache Religion sein, sondern das Licht, das zur Quelle, zur Eigenschaft des Gebens und der Liebe, zurückführt.

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Sich aus der Macht der Täuschung befreien

Eine Frage, die ich erhielt: Was für ein Spiel ist das, die Freunde als  herausragende Persönlichkeiten zu spüren?

Meine Antwort: Das ist kein Spiel, sondern eine Überwältigung der Verhüllung. Mein Egoismus versteckt vor mir die anderen, und mich vor den anderen, und lässt mich die Welt der Unendlichkeit nicht sehen.
Ich befinde mich auch jetzt in der Unendlichkeit, aber ich sehe vor mir  ein relativ freudloses Bild…

So malt mir mein Egoismus die andere Menschen: einer ist hässlich, der andere dumm, der dritte faul, der vierte ein Lügner. Aber in der Tat ist alles anders. Das hier ist das Bild in mir, in meinem Egoismus.

Wenn vor mir meine Kinder, die ich liebe, wären, wie würde ich sie sehen? Sie würden mir als vollkommen erscheinen, denn „Liebe deckt alle Übertretungen zu.“ (Sprüche 10:12). Ich würde sie mit allen ihren Mängeln lieben.

Deshalb ist mein Ego an allem schuld, ich sehe nichts außer ihm! In dem hinteren Bereich des Gehirnes habe ich einen Schirm.

Es ist, als würde ich die Welt mit meinen Augen sehen, aber sie kommt durch die Prismen meines Egoismus hindurch und wird auf diesen Schirm im Gehirn projiziert.

Alles hängt nur von meiner Einstellung ab, von dem, wie ich mich einstelle, um die Welt zu sehen.

Also ich muss mich auf die Gruppe so ausrichten, dass ich alle Freunde wie große, herausragende Persönlichkeiten unserer Generation sehe, die vollkommen korrigiert sind.

Ist das ein Spiel? Das ist einfach eine Abschaffung der egoistischen Täuschung! Das ist eine rationale Handlung. Außerhalb von mir befindet sich die Welt der Unendlichkeit, und ich befinde mich schon jetzt in ihr.

Ziehe die ganze Schale (Klipa), die dir die Welt der Unendlichkeit in so einem ärmlichen, entgegengesetzten Zustand verzerrt zeigt ab, und du wirst die Unendlichkeit spüren!

Versuche erst einmal zu spielen, gib dir Mühe. Versuche zu sehen, als ob wir schon korrigiert, groß und miteinander verbunden  wären.

So können wir ein sehr starkes umgebendes Licht anziehen, und es korrigiert unsere Natur. Anstelle des Egoismus kommen wir zum Geben.

Das ist ein sehr einfaches Prinzip, es ist ganz reell, verwirklichbar, umsetzbar, ganz ohne Mystik.

Wir versuchen mit allen unseren Kräften, uns in einem korrigierten Zustand zu sehen und dementsprechend bekommen wir die innere Kraft, die in diesem korrigiertem Zustand enthalten ist.

Wir regen das System durch unser Verlangen zum Handeln an. Das sind die praktischen Maßnahmen der Korrektur.

Aus einem Unterricht über Artikel von Rabash, „Wichtigkeit der Freunde I“, 10.06.2010

Kabbala Akademie

Alles wird vom höheren Licht korrigiert

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Wichtigste die Einwirkung des höheren Lichtes auf uns ist! Das ist die Hauptkomponente, die wir immer wieder vergessen. Wenn das Licht auf uns einwirkt, lässt es uns ein wenig die andere Seite, die Natur des Gebens, spüren. Und jener kleine Funke von ihr, der in uns existiert, beginnt zu wachsen.Ich befinde mich ganz und gar innerhalb meines großen Egoismus, und mir ist lediglich dieser eine Funke des Gebens, der Punkt im Herzen, gegeben. Und wenn ich die kabbalistischen Bücher studiere und mit Freunden arbeite und mich mit ihnen verbinden will, ziehe ich damit das umgebende Licht an, das mich zur Quelle zurückführt.

Mein Punkt im Herzen weitet sich aus und wird größer, und in diesem zusätzlichen Umfang beginne ich wahrzunehmen, was das Geben im Gegensatz zum Empfangen, zu egoistischen Eigenschaften, bedeutet. Auf diese Weise lerne ich das eine im Kontrast zum anderen kennen und kann diese Eigenschaften – plus gegen minus – überprüfen.

Wie in der Physik oder Chemie brauche ich für eine Einschätzung immer einen Vergleich zweier Gegensätze, sonst kann ich nichts erkennen. Das Licht muss in einem Gegensatz zu der Finsternis stehen, erst dann beginne ich etwas zu verstehen.

Aus diesem Grund studiere ich geduldig, und selbst wenn ich nichts verstehe, ziehe ich nach und nach das umgebende Licht an, und zwar dadurch, dass ich mich in der Gruppe und in der Nähe von den authentischen Quellen befinde.

Aus dem Unterricht über einem Shamati-Artikel vom 25.06.2010

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Dann wird alles in Ordnung sein

Eine Frage, die ich erhielt: Kann man von der Gruppe das Begreifen der Notwendigkeit der Nächstenliebe ohne Gebet, ohne inneren Bruch bekommen?

Meine Antwort: In der Gruppe sollst du arbeiten – die Gruppe  verpflichten, dich zu beeinflussen. Wie kannst du sie verpflichten? Du kannst sie kaufen! Wie auch gesagt wird: „Kaufe dir einen Freund“.

Du sollst dich in die Gruppe einbringen, um die Freunde zu zwingen, auf dich den Einfluss zu üben. Du sollst dein Ego in Bezug auf sie erniedrigen, weil nur der Kleinere vom Größeren bekommen kann.

Die Arbeit in der Gruppe:

1. Auf die Freunde den Einfluss dort zu üben, wo ich größer bin als sie, ihnen alles geben, was sie wollen, als ob ich der Größere bin, ich gebe ihnen, wie der Größere dem Kleineren gibt.

2. In jenem Maß, in dem ich kleiner als sie bin, soll ich von ihnen das Begreifen der Wichtigkeit des Schöpfungsziels bekommen – ich erniedrige mich vor ihnen und bekomme es dann.

Als ob ich ihnen sagen würde: „Wie viel und was genau wollt ihr von mir bekommen, ich gebe euch alles zurück, um von euch das Begreifen der Wichtigkeit des Gebens und der Liebe zu bekommen!

Ich will von Еuch nur das bekommen. Alles andere habe ich schon, aber dieses Verlangen kann ich nirgends, nur von der Gruppe, bekommen.

Dabei bekomme ich nicht die Liebe und das Geben selbst – sondern die Empfindung des Mangels, den Wunsch dazu. Und später kommt das Licht und bringt mir die Liebe und die Eigenschaft des Gebens mit.

Den Wunsch zu dieser Eigenschaft bekomme ich von der Gruppe. Und dann bringt das Licht, das zur Quelle zurückführt, die Korrektur anstelle der Empfindung des Mangels.

Аusschnitt aus dem Unterricht über den Artikel „Die Einführung zu TES“, 23.06.2010

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Wer spielt hier die Hauptfigur?

Eine Frage, die ich erhielt: In den Büchern gibt es immer eine Hauptfigur, um sie dreht sich die ganze Geschichte.

Wenn ich das kabbalistische Buch lese und versuche, mir diese Kräfte in meinem Inneren vorzustellen, dann gibt es dort sicherlich auch eine zentrale Kraft?

Meine Antwort: Während du ein kabbalistisches Buch liest, ist nicht wichtig, inwiefern du es verstehst, sondern deine Bemühung.

In der Enthüllung der Spiritualität gibt es einen Widerspruch: einerseits geschieht die Offenbarung intim und persönlich, andererseits ist es notwendig, die Kräfte von den Anderen, durch meine Vereinigung mit den anderen Seelen zu bekommen.

Es scheint so zu sein, dass das eine dem anderen widerspricht. Ich wollte alleine mit dem Schöpfer, mit meinem Wunsch zur Spiritualität, zum Licht, das zur Quelle zurückführt, bleiben.

Wenn ich aber das Höhere enthüllen will, dann kann ich es nur angesichts des Gebens empfinden, wobei das Licht des Gebens nur in der Gruppe leuchten kann.

Somit lese ich das Buch mit dem Punkt im Herzen, mit dem Wunsch zur Spiritualität, und will in meinem Inneren das Bild aufzeichnen, das das Buch beschreibt. Aber aufgrund welchen Materials kann ich die Veränderungen erzeugen?

Für diese praktische Arbeit ist die Umgebung, die Gruppe gegeben. Nur infolge einer gegenseitigen Wechselbeziehung, aus unserer Vereinigung, erheben wir eine Bitte, MaN.

Und zur Antwort bekomme ich von oben das Licht, das zur Quelle zurückführt – die richtige Einstellung, die mir das Verständnis darüber bringt, was im Buch geschrieben ist.

Dann beginne ich die persönliche Korrektur durchzuführen und baue die wahrhafte Verbindung zu den anderen. Folglich habe ich kein Problem, mich zu verbinden.

Sie sind meine Welt, in der ich alles realisiere, worüber ich früher las – in der Verbindung mit den anderen empfinde ich die Eigenschaften des Gebens, die Wechselbeziehung, worüber das Buch erzählt.

Bis dahin empfinde ich den Konflikt, den ich nicht lösen kann. Ich bin nur mit solchen Beziehungen einverstanden: ich und der Schöpfer, ich und das Buch, ich und das Licht, ich und ich, ich und die Welt, ich und die Gruppe. Aber immer soll alles mit „Ich“ anfangen!

Und hierfür ist die Vereinigung notwendig, damit ich mich nur für ihr Wohl einsetze. Es ist etwas ganz Unverständliches für mich!

Wie kann ich mich auf die anderen konzentrieren, den Unterschied zwischen uns nicht fühlen, ihnen mein ganzes Herz geben?

Zunächst wende ich mich egoistisch an das Buch, aber danach verstehe ich, dass ich die Kraft des Gebens brauche – und wende mich an die Gruppe, um von ihr die Empfindung des Gebens zu bekommen.

Folglich begreife ich, dass ich diese Eigenschaft nicht besitze, und verstehe, dass ich das Licht, das zur Quelle zurückführt, benötige, um mich nach dem Buch umzuordnen.

Deshalb erheben wir MaN aus unserem gemeinsamen Wunsch in der Gruppe, und als Antwort bekomme ich das Licht der Korrektur, wonach ich mich auf neue Weise zum Buch verhalte. Ich kann mich nach seinen Hinweisen aufbauen – das heißt, ich sammle eigenes „LEGO“

Aus dem Sohar-Unterricht vom 24.06.2010

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Wozu brauche ich diese Welt?

In der Natur gibt es zwei Kräfte – die Kraft des Erhaltens und die Kraft des Gebens. Diese zwei Kräfte zeichnen die Bilder auf unserem Wunsch zu genießen, wie am Bildschirm des Computers, so sehe ich das Weltbild, mich und meine Umgebung.

Laut Baal HaSulam gibt es im hinteren Teil unseres Gehirns den Bildschirm, auf dem wir das Weltbild wahrnehmen.

Dieses Bild entsteht mit Hilfe zweier Kräfte – mit Hilfe der erhaltenden (linken) Kraft und der gebenden (rechten) Kraft. Die Kombination dieser zwei Kräfte auf meinem egoistischen Material zeichnet mir das ganze Bild der Realität.

Ich empfinde dieses Bild – und mir scheint es so zu sein, dass diese Realität eine äußere ist.

Dabei projiziere ich selbst mein inneres Bild – und „sehe so die Welt“. Als ob ich dieses Bild nach außen herausziehen würde.

Warum funktioniere ich auf diese Weise? Warum sehe ich meine Innenwelt in der äußerlichen Form? – Um sich dazu egoistisch, missachtend und feindlich zu verhalten. Also habe ich die Möglichkeit, sie zu erforschen und mich zu korrigieren.

Wäre diese Empfindung nicht außerhalb von mir, sondern innerhalb, könnte ich mich niemals korrigieren, weil ich alles mögen würde, was aber außerordentlich egoistisch wäre.

Weil aber mein Ego nach draußen erscheint und als fremd empfunden wird, verhalte ich mich zu meinem Äußerlichen negativ und egoistisch, wie zu einem Fremden, während ich mich zu meinem inneren Teil positiv verhalten würde – somit habe ich die Möglichkeit, zwischen dem „Äußeren“ und „Inneren“ zu unterscheiden.

Die Welt wurde in zwei Teile geteilt: ich und die Anderen! Und ich verstehe nicht, dass alles Äußere sich in meinem Inneren befindet!

Es wurde mir ermöglicht, mein inneres Wesen im äußerlichen Bild zu sehen: Schaue an, wer du eigentlich bist und wie du dich gegenüber deiner Umgebung verhältst! So bist du auch in deinem Inneren.

Du sagst: „Seht mal, was für ein Idiot er ist! Der da ist ein Faulenzer, und der hier – ein Dummkopf! Wie hasse ich sie alle!“ – und dies alles sind deine inneren Eigenschaften, und nicht die fremden Eigenschaften!

Diese Offenbarungen helfen mir gerade. Andernfalls könnte ich niemals „den bösen Anfang“ – den egoistischen Wunsch – bis zum Ende enthüllen, erst alle zu hassen – um dann zu verstehen, dass es meine inneren Eigenschaften sind, die nach draußen projiziert werden.

Dann beginnst du zu verstehen, welche Hilfe der Schöpfer geleistet hat, als dir solche Wahrnehmung der Realität gegeben wurde – dein Inneres draußen zu sehen.

Du beginnst zu verstehen, inwiefern es dir hilft, weil du sonst innerhalb deines Ich vollständig geschlossen wärst. Und hier gibt es „etwas in mir, dass ich nicht für meines“ halte.

Deshalb wird unsere ganze Arbeit auf die Harmonisierung meines inneren Ich – mit der Außenwelt und besonders mit der Gruppe gerichtet. Man praktiziert eben in der Gruppe.

Wenn ich mich bemühe, mit der Gruppe zu arbeiten und verhalte mich zu den Freunden wie zu mir selbst – dann stelle ich die Unmöglichkeit der Vereinigung fest, da hilft leider keine Selbstüberzeugung.

Ich kann mich sogar zum kleinen Teil der Menschheit, der das gleiche Ziel verfolgt, zur Gruppe, nicht wie zu mir selbst verhalten – das heißt über die egoistische Vernunft hinweg.

Dann beginnst du, diese Selbstsucht, die vom Schöpfer künstlich geschaffen wurde, gerade zwecks ihrer Annullierung zu benutzen.

Alleine kannst du es nicht machen, du musst es nur wünschen und den Schöpfer bitten, die Selbstsucht zu korrigieren. Warum muss man bitten? Um die Verbindung mit dem Schöpfer aufzubauen!

„Wie denn?!… Verstehe, dass du es bist! Verhalte dich zu den anderen mit Liebe, denn sie sind die Teile deiner Seele!“ – „Ich kann es … nicht“

„Aber es sind doch deine Freunde, deine Nächsten, sie verfolgen das gleiche Ziel! Schließlich, was trennt euch voneinander?!“ – Die Kraft des Zerbrechens, die der Schöpfer als eine Art Hindernis stellte – und ich kann es nicht überwinden.

Dann bittest du gerade darum, dich zu korrigieren – du bittest um die Korrektur – und bringst die ganze äußere Welt in die innere Harmonie.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 24.06.2010

Was hinter jedem Wort des Sohar steht

Der Sohar, Abschnitt „WaJeze“, Paragraph 133: …Und weil eben diese NeHJ sich während des Zustands des Kleinseins (Katnut) mit dem Unteren verbinden, wird sich später, während des Zustands des Erwachsenseins (Gadlut), wenn der Höhere seine NeHJ vom Ort des Unteren wieder zurück auf seine Stufe bringt, auch der Untere, der an sie angeheftet ist, zusammen mit ihnen zum Ort des Höheren erheben. Auf diese Art erhält der Untere die Lichter des Höheren.

Nehmen wir an, wir haben einen Abschnitt aus dem Sohar gelesen. Worum ging es hier? Um die Verbindung der Seelen zwischen den Teilen der Realität – und um nichts anderes.

Was macht es für einen Unterschied, welche Wörter dafür benutzt werden – ChaGaT, der Höhere, Lea… So oder so verstehe ich nichts von dem, was hier geschieht. Die Kabbalisten benutzen die Worte unserer Welt, um das Verhältnis der Kräfte in der Spiritualität – in einer vollkommen anderen Realität – zu erklären.

Doch ich, während ich jedes Wort lese, muss zu mir selbst sagen: „Das ist die Verbindung zwischen den Seelen. Das ist die Eigenschaft des Gebens, welche zwischen uns herrscht. Und das höhere Licht, das die Seelen, d.h. unsere Verlangen, füllt und sie zu einem gemeinsamen spirituellen Gefäß vereint. Und das ist der Schöpfer, der sich in der Schöpfung enthüllt. Und das ist die Schöpfung, die den Schöpfer wahrnimmt“.

Hinter all diesen Worten muss ich immer nur eine einzige Realität sehen. Dann ist es mir nicht mehr wichtig, was für Worte ich lese. Doch ich lese, um mir nach jedem Wort zu sagen, dass es um die Einheit, um die Eigenschaft des Gebens, die das gesamte Verlangen, zu genießen füllt, geht.

Doch der richtigere, der innerere Weg ist, ständig gefühlsmäßig wahrzunehmen, dass es um die Einheit, die Verbindung, die Liebe, die Verschmelzung, die vereinte Realität, die Bürgschaft geht.

Und alle Worte erklären mir nur detaillierter in Gedanken und im Verstand jene Wahrnehmungen, in denen ich mich befinde. So wird es viel leichter und richtiger sein, alles, wovon wir im Sohar lesen, wahrzunehmen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.06.2010

 

Kabbala Akademie

Wofür läuft mein Auto?

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet Geben um zu geben?

Meine Antwort: Geben um zu geben bedeutet, dass ich den Genuss nicht als Erfüllung von meinen eigenen Verlangen empfinde, sondern ihn nur als Kraftstoff benutze und nur zum Vollziehen von Handlungen des Gebens. Wie unterscheidet sich dann der Kraftstoff von dem Genuss, denn das Einzige, was existiert, ist das Verlangen zu genießen (das Kli) und seine Erfüllung (das Licht)?

Wenn ich die Erfüllung lediglich dafür benutze, die Arbeit auszuführen und den anderen zu erfüllen, dann ist die Erfüllung für mich nur Kraftstoff. Wenn ich die Erfüllung jedoch zu meinem eigenen Vergnügen benutze, dann gilt es als Genuss.

Beantwortet mir die Frage: Wofür läuft euer Auto, was ist der Sinn eurer Handlungen, wer ist der Empfänger eurer Anstrengungen?

Ausschnitt aus dem Unterricht nach Artikel von RaBaSCH „Was heißt „der Wunsch zu geben“ (1984), 24.06.2010

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Welche Bitte wird erhört sein?

Der Höhere hält sich immer in der Vollkommenheit auf, Er braucht nichts, außer dem Geben.

Er empfindet nichts und wechselt nicht Seine Stimmung – Er ist das System, das vorgegebene, unveränderliche Gesetz.

Wenn du dich in die Übereinstimmung mit diesem Gesetz bringst, dann übt es auf dich eine positive Einwirkung.

Und wenn du dieses Gesetz ignorierst oder ihm nicht ähnlich bist, dann wirkt es auf dich negativ ein.

Denn unsere Anfangs- und Endzustände der Schöpfung sind schon vorgegeben, und sie sollen – vollständig realisiert werden, unabhängig davon, ob du dazu beiträgst oder Widerstand leistest, ob du es verstehst oder nicht.

Bei dem Unteren (das heißt bei dir) gibt es nur eine gute Möglichkeit – an diesem Prozess bewusst teilzunehmen und dem Höheren deinen Wunsch weiterzugeben.

Wir müssen genau diesen Wunsch erreichen – du brauchst nichts außer diesem Wunsch! Folglich muss man diesen Wunsch richtig erheben können, um ihn an den Höheren weiter zu geben.

Und der Höhere befindet sich in der Vollkommenheit und ist ständig bereit, dem Unteren alles Notwendige zu geben.

Der Untere ist eine Versammlung aller Seelen, und der Höhere ist – Eins: ein Licht, ein Vorhaben, eine Kraft.

Wenn der Untere dem Höheren ähnlich werden möchte – das heißt, vereinigt werden möchte, um die Einheit zu bilden – dann schafft er, seinen Wunsch richtig zu erheben. Der Höhere erhört sonst keine anderen Bitten.

Auschnitt aus dem Unterricht über den Artikel „Einführung zu dem Sulam Kommentar“

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Wenn das Herz versteht…

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra“, Punkt 147-149: Das Yud des Heiligen Namens schließt an drei Verbindungsglieder an.
Aus diesem Grund gibt es eine Spitze in ihm oben, eine Spitze unten, und eine Spitze in der Mitte, da drei Verbindungsstücke von ihm herunterhängen.
Die Spitze oben ist das obere Keter, über allen oberen, der Kopf aller Köpfe, und steht über allen von ihnen…
Die untere Spitze ist Bina, der Kopf, um den Garten, Malchut, zu bewässern. Dies ist der Brunnen des Wassers, von welchem alle Anpflanzungen bewässert werden, da alle Mochin von SoN und BYA sich von Bina ausbreiten.

Der Buchstabe Yud ist Chochma der Welt Azilut, sein „verborgener Verstand“. Durch die obere Spitze dieses Buchstaben dringt in ihn das Licht der Unendlichkeit hinein, und durch seine untere Spitze kommt das Licht von Bina heraus, fließt durch Seir Anpin und bewässert den Garten, Malchut. So könnte man das gesamte System detailliert beschreiben, doch wir studieren den Sohar, um das Licht der Korrektur zu erwecken, und nicht, um die trockene Theorie zu lernen.
Wir studieren den Sohar nicht, um die Spiritualität theoretisch zu beherrschen, sondern um sie klar wahrzunehmen! Wenn wir beginnen, wahrzunehmen, wovon der Sohar erzählt, dem Geben und Empfangen, dem Unterschied zwischen ihnen beiden in uns spüren, dann können wir beim Lesen das ganze Bild und  Schema, in den entstehenden Empfindungen enthüllen.
Wir studieren den Sohar um zu verstehen, was wir spüren! Dann fange ich an, Kabbala als Wissenschaft zu studieren,  und ich füge zu meiner Wahrnehmung den Verstand hinzu. Doch zuerst muss ich diese Wahrnehmung  erlangen! Anschließend kommt dann der Verstand. Sonst artet es in theoretische Überlegungen ohne praktische Erkenntnis aus, und wir begraben uns weiterhin in diesen Schemata und stellen in dieser Welt kluge Überlegungen an, als ob wir wüssten, was „dort“, in der spirituellen Welt, geschieht.
Doch müssen wir nicht wissen, was dort geschieht, sondern wir müssen uns dort befinden! Darin besteht ein sehr großer Unterschied,  zwischen denjenigen, die die Spiritualität erkennen, und solchen Besserwissern, die nur so den Sohar studieren, wie sie Baal haSulam in Jerusalem getroffen hat, als er nach Israel kam. Sie studierten den Sohar und konnten alle Bücher über den Sohar und Werke von Ari auswendig. Doch als sie über die Erkenntnis gefragt wurden, haben sie geantwortet: „Hier gibt es keine Erkenntnis! Wir lernen den Text einfach auswendig“.
Für uns ist es jedoch vor allem wichtig, die Wahrnehmung der Spiritualität zu erreichen – der Sohar muss in uns eindringen, und wir müssen anfangen, in ihm zu leben. Und erst später werden wir erforschen, was wir spüren und wie wir diese Wahrnehmung verändern können – wie wir uns in der Spiritualität bewegen müssen… Wir können nicht das erforschen, was wir nicht wahrnehmen. Denn wir sind das Material des Verlangens zu genießen und darin müssen wir die Realität wahrnehmen. Erst später können wir lernen, woraus unsere Wahrnehmung besteht.
Bina stammt von „Awana“, Verständnis, wie geschrieben steht: „das Herz versteht“. Darum studieren wir den Sohar, um das Geben zu erlangen und den Schöpfer wahrzunehmen. Und später erst werden wir mit euch jede Seite des Sohar durchgehen und sehen, wie viel in ihm enthalten ist – eine ganze Symphonie der Gefühle.
Aus einem Unterricht „zum Buch Sohar“, von 21.05.2010

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