Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die mittlere Linie ist die Seele

Der Sohar, Abschnitt „WaJechi“, Punkt 119: „Nur eure Väter hat der Herr begehrt“. „Eure Väter“, wahrlich drei – Abraham, Isaak und Jakob.

Es steht geschrieben „nur“, wirklich nur, da es nicht mehr gibt als diese drei, und von ihnen zweigen sich alle anderen ab und finden Halt, das heißt alle Stufen von BYA. Sie erheben MaN zu SoN, um den Namen zu krönen, d.h. neue Mochin an Nukwa heranzuziehen, welche „Name“ genannt wird.

Der Sohar bringt uns immer zur mittleren Linie, in jedem Zustand. Es ist seine Mission, uns ständig zu zeigen, wie wir diese zwei Linien, die wir von oben, von dem Schöpfer, erhalten – die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens – in die gehörige Lage bringen und aus ihnen unsere Realität aufbauen können, wie wir uns über der Kraft des Gebens und über der Kraft des Empfangens befinden, uns über sie beide erheben und sie in dem Maße, in dem wir sie ineinander einzuschließen im Stande sind, empfangen können. Ihre gegenseitige Verflechtung baut in uns die mittlere Linie auf.

Die mittlere Linie wird aus der Summe von zwei Linien aufgebaut, indem das Beste aus ihnen beiden verwendet wird. Die mittlere Linie wird folgendermaßen gebildet: die linke Linie schließt sich in die rechte mit ein und die rechte in die linke, anschließend nimmst du das Gemeinsame zwischen ihnen – ihre gemeinsamen Verflechtungen von beiden Seiten (Malchut in Bina und Bina in Malchut) – und machst daraus die mittlere Linie.

Das ist das grundlegende Prinzip. Das Gleiche geschieht mit der Seele. Die Seele existiert nicht, wenn wir sie nicht aufbauen. Und obwohl sie als ein „Teil des Schöpfers von oben“ bezeichnet wird, kommt dieser Teil nicht vom Schöpfer, wenn ich ihn nicht in der Verbindung zwischen uns aufbaue. Dieses spirituelle Gefäß (Kli) existiert nicht, wir bauen es in Form eines Verbindungsnetzes zwischen uns auf.

Das Gleiche geschieht mit der mittleren Linie, weil genau das auch die Seele ist. Es kommen zu uns die rechte und die linke Linie, das Geben und das Empfangen. Alle beide sind Naturkräfte. Wenn ich sie auf die richtige Art und Weise kombiniere, entsteht aus ihnen beiden die mittlere Linie – die Seele.

In den Beziehungen zwischen uns haben wir es mit den Kräften des Empfangens und des Gebens zu tun. Auf der Grundlage unseres Empfangens bauen wir die Form des Gebens auf und erreichen somit die Seele, indem wir zwischen uns die mittlere Linie erschaffen. Es gibt keine Realität außer der, die wir selbst zwischen uns aufbauen. Und dort, in dieser Realität, enthüllt sich alles.

Der Sohar bringt uns die mittlere Linie von oben. Und wir müssen beim Lesen des Sohar versuchen, uns in sie einzuordnen. Dann sind wir auf die gleiche Welle eingestellt, durch die das Licht kommt und uns zur Quelle, zum Schöpfer, zurückführt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 30.08.2010
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Ein Hilfeschrei

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kommt man zum inneren Schrei? Gibt es ein Vorankommen ohne den Schrei?

Meine Antwort: Natürlich gibt es kein Vorankommen ohne den Schrei. Und zum Schrei kann man nur mit Hilfe der Umgebung gelangen. Der Mensch ist nicht in der Lage, ein solches Verlangen allein zu erreichen.

Denn der Schrei soll auf das Geben gerichtet sein, ich muss mich über meinen Egoismus erheben, und dieses Sich-Erheben ist nur möglich, wenn ich meine Freunde beneide.

Worüber soll ich mich sonst erheben? Wie und wohin soll ich aus meinem Ego herausspringen? Es ist unmöglich, sich selbst aus dem Sumpf an den Haaren herauszuziehen, oder wie die Kabbalisten sagten: „Ein Gefangener kann sich nicht selbst aus dem Gefängnis befreien“.

Nur wenn ich an der Vereinigung arbeite, führe ich meinen Punkt im Herzen aus dem Egoismus heraus, indem ich mich mit den anderen verbinden will. Ich verstärke ständig die Anstrengungen, lasse mich immer mehr von der Gruppe begeistern und bekomme durch sie das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Das Licht dringt durch das spirituelle System von Arich Anpin (A“A) über Aba we Ima (Aw“I) und Seir Anpin (S“A) zu Malchut (M) durch. Malchut bedeutet die Shechina, die Gesamtheit aller Seelen.

Da die Seelen sich unter Parssa in einem zerbrochenen Zustand befinden, gibt es dort keine Möglichkeit, das Licht zu empfangen. Aus diesem Grund steigen wir zu Shechina auf, zur Versammlung der Seelen, die nach der Einheit und dem Geben streben, und bekommen dort die Einwirkung des höheren Lichts. Dort ist unser Treffpunkt.

Eine Frage, die ich erhielt: Ist der Schrei ebenfalls eine Gruppenhandlung?

Meine Antwort: Der Schrei ist ein Ergebnis der Ansammlung von gemeinsamen Anstrengungen der Gruppe. Der Mensch bedarf einer äußeren Einwirkung, um zum persönlichen Schrei zu kommen. Es ist eine Kombination von beidem nötig.

Dabei spürt der Mensch, dass er aus der Gemeinschaft heraus schreit. Denn er verlangt nicht nach irgendetwas, sondern nach der Vereinigung, er betet nicht um die Errettung vor dem Unglück, sondern um die Eigenschaft des Gebens.

Sein Schrei ist individuell, jedoch auf die Einheit, auf die Verbindung mit den anderen und dem Schöpfer gerichtet. So sind die Gesetze der spirituellen Welt, des Ortes der Verbindung über dem Egoismus.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 01.10.2010

Kabbala Akademie

Das Hauptprinzip des Vorankommens

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Hauptprinzip des Vorankommens?

Meine Antwort: Um die spirituelle Arbeit besser zu verstehen, muss man am Schluss beginnen. Der letzte Punkt, das Ziel – die „Verschmelzung“ – wird durch die Einwirkung des Höheren Lichtes auf den Menschen erreicht.

Im Laufe des gesamten spirituellen Aufstieges, der Korrektur des Egoismus von seinem Ausgangspunkt bis zur Endkorrektur, ja noch ganz am Anfang des Weges, am Anfang der Korrektur des Egoismus, muss es zur Erkenntnis dessen kommen, dass nur das Höhere Licht mich korrigieren kann.

Das heißt, die Erkenntnis des Bösen ist der Ausgangspunkt, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den Egoismus und gab die Tora zu dessen Korrektur“.

Und dieser Punkt ist der wichtigste, weil darin der Unterschied zwischen den Gläubigen und den Kabbalisten besteht. Die Gläubigen sehen kein Übel in sich, deshalb korrigieren sie sich nicht, sondern führen Handlungen aus, um nach dem Tod ins Paradies zu kommen.

Und ein Kabbalist weiß, dass die Möglichkeit, die höhere Welt zu enthüllen, ihm nur jetzt gegeben wird und der Tod seines Körpers ihm nichts bringt. Es gibt weder ein Paradies noch eine Hölle nach dem Tod.

Wenn der Mensch vollkommen auf alle Möglichkeiten verzichtet, das Ziel mit Hilfe von irgendwelchen Ausflüchten, Wegen und Mitteln zu erreichen, und sich nur dem Höheren Licht hingibt und nur darauf vertraut, dann bedeutet das, dass er am Anfang der Leiter zum Schöpfer angelangt ist.

Später muss er noch viele Anstrengungen unternehmen, um durch alle Tore zu gehen und sich zu vergewissern, dass sie nicht zur höheren Welt führen, um dann das letzte ewig offene Tor – das Tor der Tränen – zu erreichen und durch dieses zu gehen.

Bis dahin gibt es viele egoistische Ausflüchte vor der Erkenntnis des Bösen: das Studium, die egoistischen Weisheiten, die Verbreitung – alles Mögliche, nur um sich nicht vor dem Licht beugen und zugeben zu müssen, dass man selbst nicht in der Lage ist und dass nur das Höhere Licht korrigieren und zur Eigenschaft des Gebens erheben kann.

Diese Erkenntnis des Bösen kann nur mit Hilfe der Gruppe beschleunigt werden. Und zwar nicht einfach die Erkenntnis des Bösen des Egoismus als Verlangen „für sich selbst“, sondern die Erkenntnis dessen, dass dieser gegen den Schöpfer ist und das Ziel nicht erreichen lässt.

Man muss die „Gruppe“, das „Studium“ und die „Verbreitung“ miteinander verbinden, nur um schnell zu erkennen, dass allein die Einwirkung des Höheren Lichts uns retten kann.

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Die Formel für das grenzenlose Glück

Der Mensch muss danach streben, sich dadurch zu erfüllen, dass er die anderen erfüllt, und nicht dadurch, dass sie ihn erfüllen.

Ich erfülle dich, spüre dein Verlangen und die Erfüllung in dessen Innerem – und empfange dadurch Genuss.

Meine Erfüllung ist die Empfindung deiner Erfüllung, darum will ich dich möglichst viel erfüllen (wie eine Mutter sich dadurch erfüllt fühlt, dass sie ihr Kind gefüttert hat).

Ich will mich nicht direkt erfüllen, sondern nur, indem ich den Nächsten erfülle. Und hier geht es nicht darum, wie viel Nahrung mein tierischer Körper dabei aufgenommen hat, – hier geht es um die Erfüllung der Seele.

Die Seele erfüllt sich dadurch, dass ich spüre, wie ich die anderen, den Schöpfer erfülle. Dann bin ich Ihm ähnlich, denn Er genießt dadurch, dass Er uns Genuss schenkt. Und wenn wir den Genuss von Ihm nicht annehmen können, dann leidet Er mit den Leiden der Shechina.

Der Schöpfer genießt durch unsere Erfüllung, wir können Ihm nur die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen. Auch ich muss einen solchen Zustand erreichen, damit es zum Einzigen wird, was ich mir wünsche.

Doch das scheint ein Paradoxon zu sein – wie kann man sich „durch das Geben erfüllen“? Deshalb brauchen wir auch die Liebe, die uns alle verbindet.

Wenn zwischen uns keine Liebe besteht, ist es unmöglich, durch das Geben erfüllt zu werden. Ich muss das Verlangen eines Anderen für wichtiger als mein eigenes halten!

Es ist wie bei einer Mutter, für die wichtiger ist, was ihr Kind fühlt, als ihre eigenen Empfindungen. Wenn es Schmerzen hat, dann fühlt sie es in ihrem Inneren. Das ist eine natürliche Liebe.

Eine solche Liebe müssen wir mit Hilfe des Lichts erreichen – soll das Licht uns korrigieren. Infolgedessen erlangen wir die gleichen Verlangen wie der Schöpfer und erreichen die spirituelle Welt.

Stell dir vor, du hast Milliarden von Kindern und du verfügst über etwas, womit du sie erfüllen kannst, denn dir eröffnet sich ein Kanal des grenzenlosen Lichts.

Was für einen Genuss wirst du empfangen, wenn du all ihre Verlangen wie deine eigenen sowie ihre Erfüllung spüren wirst! Dadurch wirst du dich selbst erfüllen, und jedes Mal „620fach“ stärker, denn du hast diese Liebe über dem Hass aufgebaut.

Darum, wenn du sie jetzt erfüllst, spürst du nicht dieses eine Gramm Genuss, das sie empfangen, sondern 620 Gramm. Ich schließe diese Teile der Seele an mich an und spüre sie wie mich selbst.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 27.09.2010

Über die Liebe und den Hass

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, „seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben“?  Was muss man dafür tatsächlich tun?

Meine Antwort: Die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst bedeutet, dass unsere gesamte Welt (die unbelebte, pflanzliche, tierische Natur, die Menschheit), die gesamte Schöpfung, sich in mich wie ein integraler Teil, „wie ein Mensch mit einem Herzen“, einfügen muss!

Ich schließe alles in mich ein und spüre es wie mein eigenes Ich – sonst gibt es mich nicht! Über dem uns trennenden Egoismus müssen wir die Kraft von oben, das Verlangen, die Fähigkeit erlangen, jeden wie sich selbst und sogar noch mehr zu spüren, d.h. zu spüren, dass das alles Ich bin.

Doch dieses Ich ist kein egoistisches Gefühl, weil der Hass zwischen uns bleibt und sogar wächst! Und genau über diesem Hass werde ich mich mit den anderen verbinden – nur dann werden sie für mich „die Nächsten“ heißen.

„Der Nächste“ ist derjenige, den ich hasse und dabei liebe „wie mich selbst“… „Alle Verbrechen werden von der Liebe bedeckt“ – der frühere Hass bleibt, doch über ihm kommt die Liebe hinzu.

In unserer Welt wird alles nur von einem egoistischen Verlangen bewegt – entweder im Empfangen oder im Geben. In der spirituellen Welt befinden wir uns zwischen zwei entgegengesetzten Kräften – dem Empfangen und dem Geben.

Der Egoismus wächst, und parallel dazu entsteht die Eigenschaft des Gebens – diese zwei Eigenschaften erlauben mir, zur Erkenntnis zu gelangen, dass ich vor dem Berg des Hasses (Sinai, von „Sina“ – Hass) stehe.

Doch davor muss ich „Ägypten“ durchlaufen – unter der Knechtschaft des Egoismus, des Pharaos, Hass gegen ihn fassen und vor ihm fliehen, auf der Suche nach der Kraft zu dessen Korrektur.

Am Berg des Hasses gegenüber dem Nächsten muss ich darauf antworten, ob ich wirklich bereit bin, mich mit den anderen durch die Liebe über meinem Hass zu verbinden, wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden.

Wenn ich alle Schläge und Plagen des Egoismus/des Pharaos durchlaufen und gespürt habe, dass ich bereits genug gelitten habe, stimme ich zu! Denn ich hasse sehr meinen Egoismus – mehr als ich den Nächsten hasse.

Ich stimme zu, weil ich glaube, dass es mir die Möglichkeit gibt, den Schöpfer zu enthüllen. Letztendlich begreife ich, dass die Liebe und das Geben an den Nächsten selbst meine Erfüllung ist.

Ich verlange nichts mehr außer diesem – diese Handlung an sich erfüllt mich. Und dadurch werde ich dem Schöpfer ähnlich.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 03.10.2010

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Alle Welten vereinen

Eine Frage, die ich erhielt: Zählt die Ehefrau zu jenen „Nächsten“, die man „wie sich selbst lieben“ muss?

Meine Antwort: Unser Leben in dieser Welt ist so organisiert, dass man auch innerhalb der Familie um des spirituellen Ziels willen verbunden sein muss. Das ist eine Folge der höchsten und lichtvollsten spirituellen Wurzel und betrifft jeden Menschen.

Infolge des Zerbrechens haben sich unsere Seelen voneinander entfernt und sind einander entgegengesetzt geworden. Das bezieht sich nicht nur auf die Kombination „Mensch – Schöpfer“, „Gruppe – Schöpfer“, sondern auch „Mann – Frau“.

Wir sind an der Phase des Familienzerfalls angelangt, und die Eheleute werden gezwungen sein, das Prinzip „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ umzusetzen.

Und genauso wie es in den Beziehungen zwischen fremden Menschen funktioniert, funktioniert es auch zwischen den Ehepartnern. Und wenn ein Mann und eine Frau einer solchen Verbindung würdig werden, wird zwischen ihnen die Shechina, der Schöpfer, herrschen.

Das bedeutet, dass sie in allen ihren Handlungen, von den materiellsten bis hin zu den spirituellsten, bestrebt sein werden, in einer Absicht zu bleiben – allein durch das gegenseitige Geben, den Schöpfer, verbunden zu sein.

Das kann von jedem enthüllt werden, und genau dafür hat der Schöpfer den ersten Menschen in zwei Teile geteilt: Adam und Eva. Diese Möglichkeit ist bereits in jedem Ehepaar auf der Welt enthalten.

Ich bin überzeugt, dass auf diesem Gebiet die Korrektur vollzogen werden muss. Denn solange wir nicht alle Korrekturen bis zu ihrem Abschluss auf der niedrigsten Stufe, der Stufe dieser Welt, gebracht haben, werden sie auch oben nicht existieren können.

Es reicht nicht, wenn wir in uns drinnen spüren, dass wir miteinander verbunden sind – wir sind verpflichtet, uns in allen unseren materiellen Angelegenheiten in dieser Welt auf ideale Art und Weise wie in der Welt der Unendlichkeit zu verbinden.

Dann werden sich diese zwei Pole – unsere Welt und die Welt der Unendlichkeit – miteinander verbinden, und alles wird zum vollkommenen Zustand zurückkehren. Wir müssen diese zwei Welten – die höchste und die niedrigste – miteinander verbinden.

Darum muss alles sowohl im Familienleben als auch in der Beziehung zu Kindern und Erwachsenen entsprechend den spirituellen Gesetzen stattfinden.

Und natürlich, wenn ein Mann und eine Frau Kabbala studieren und zu einer solchen Beziehung und zu solchen Absichten in Bezug aufeinander gelangen können, eröffnet das Möglichkeiten für eine einzigartige Arbeit, die mit keinem anderen möglich ist.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 29.09.2010

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Der Schatten für die Verhüllung des Egoismus

Eine Frage, die ich erhielt: In der Nacht von Hoschana Rabba ist es üblich, seinen „Schatten“, d.h. den Schirm, durch den man später das Licht empfangen kann, zu überprüfen. Wie entsteht er?

Meine Antwort: Jeder von uns ist ein egoistisches Verlangen. Wenn wir Spiritualität erreichen wollen, vereinen wir uns zu einer Gruppe.

Natürlich möchte niemand das „Geben“ üben, doch jeder von uns hat über seinen egoistischen Verlangen einen „Funken“, der ihn ins Unbekannte zieht.

Die Kabbalisten erklären, dass wir uns in einem „Lichtfeld“ befinden. Dieses Feld umfasst die gesamte Realität und wirkt so auf uns ein, dass die „Funken“ in jedem erwachen.

In dem Ausmaß ihrer Erweckung interagieren sie mit dem Lichtfeld, welches sie ausrichtet – und die Menschen kommen an einem physischen und/oder virtuellen Ort zusammen und wollen sich letztendlich verbinden.

Das nennt sich Gruppe, die Verbindung von Menschen durch ihre spirituellen Verlangen: der Egoismus bleibt hinter jedem von ihnen zurück, und sie verbinden sich mit Hilfe ihrer Bestrebungen nach Spiritualität.

Wenn wir anfangen, nach dem gegenseitigen Geben zu streben, rufen wir durch gemeinsame Anstrengungen die Einwirkung des Lichts hervor und fangen an, uns zu verändern.

Nach und nach spüren wir immer größere egoistische Verlangen, doch zugleich fällt ihr Wert in unseren Augen. Und das spirituelle Verlangen steigt in der Werteskala.

Die Errichtung einer Sukka (Laubhütte) bedeutet die Erhebung der Eigenschaft des Gebens (das Dach) über das Verlangen zu empfangen. Wir wollen das Geben vom Empfangen trennen, damit das Licht durch die Abdeckung der Sukka nicht in das egoistische Verlangen gelangt.

Das Licht korrigiert uns so, dass unsere ganzen spirituellen Verlangen sich über dem Dach der Sukka und das egoistische in ihrem Inneren befindet. Das heißt, wir haben es im Schatten versteckt.

Wir haben eine Abdeckung für jedes Verlangen gebaut – wir wollen diese Verlangen nicht egoistisch nutzen.

Durch die Erschaffung eines „Schattens“ erlangen wir die spirituelle Empfindung, in der wir die spirituelle Realität – die Welt, die sich in der Eigenschaft des Gebens wahrnehmen lässt – erkennen.

Aus dem Unterricht nach dem Shamati-Artikel 8 vom 06.09.2010

Du alleine bist für die gesamte Schöpfung verantwortlich

Die erste Korrektur des Wunsches ist „das Geben um des Gebens willen“. Es bedeutet, dass ich die Nutzung des Wunsches verringere, weil es egoistisch ist, ich möchte nicht den Anderen keine Leiden hinzufügen, wie gesagt ist: „Was du nicht willst, dass man dir tut, dass füg‘ auch keinem Anderen zu“! Aber sogar in dieser Einschränkung der Nutzung des egoistischen Wunsches ist die Korrektur eingeschlossen, denn ich halte mich nicht einfach von den bösen Taten fern. Und wenn ich bspw. eine Möglichkeit hätte, zu stehlen, ohne dass es jemand sieht, was würde mich dann davon abhalten?

Ich soll meine Wünsche nicht verdrängen, als würde es sie einfach nicht geben. Die Korrektur geht nämlich noch weiter – ich muß tief in meinem Inneren empfinden, welchen Schaden ich dem Anderen hinzufüge, wie er darunter leidet!

Gerade die Empfindung dieses Leidens soll mir folglich verbitten, zu stehlen, wie es gesagt ist: „Was du nicht willst, dass man dir tut, dass füg‘ auch keinem Anderen zu“!

Folglich dringe ich in die Wünsche meines Nächsten ein. Einerseits werden meine Hände durch das Begreifen des Übels gebunden, damit ich nichts stehlen kann, andererseits werde ich befreit und mir wird ermöglicht, alles bis ins Unendliche stehlen zu können, was dem Anderen und sogar dem Schöpfer gehört! Es ist alles erlaubt, und man wird nicht dafür bestraft!

Somit beginne ich „die Leiden der Schchina“, die fremden Leiden zu empfinden, als ob ich gestohlen oder getötet hätte, oder ich selbst bestohlen oder getötet wurde. Ich fühle in mir den fremden Schmerz, als ob ich dafür verantwortlich wäre! Ich bin wie der Schöpfer in Bezug auf die Anderen, der den bösen Anfang erschuf, und auf diese Weise entsteht unsere Verbindung.

Ich werde wie Bina, wie die Mutter, die alle Wünsche ihrer Kinder fühlt. Sie empfindet sowohl das Böse, das sie ihnen hinzufügt, wenn sie sich um ihre Kinder nicht kümmert, als auch das Gute, das sie ihnen gibt, wenn sie für sie sorgt.

Und dann wird uns die zweite Etappe der Korrektur geöffnet: wie man dem Nächsten geben kann. Hier wird der Mensch zum Übertragungskanal zwischen der Welt und dem Schöpfer.

Er fühlt, dass nur er die Wünsche der anderen Menschen erfüllen kann, und das Verbrechen liegt folglich nicht mehr im Stehlen, sondern in der Unerfüllung ihrer Wünsche. Es heißt eben „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“.

Somit ist der Mensch verpflichtet, beide Stadien der Korrektur in seinem Inneren zu empfinden: „Tue dem anderen nichts, was dir verhasst ist“ und “ die Nächstenliebe“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Liebe zum Schöpfer und den Geschöpfen“, 28.09.2010

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Die Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Prinzip der Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis?

Meine Antwort: Die Erkenntnis des Lichts erfolgt aus der entstehenden Finsternis heraus. Das Licht ist die Eigenschaft des Gebens und die Finsternis ist die Erkenntnis unserer egoistischen Natur (Itron or mit toch choshech – das Licht wird im Vergleich zur Finsternis bewertet).

Es ist wie in einem Witz über einen neureichen Russen, der seinem Kumpel ein Feuerzeug zeigt, das er für drei Tausend Dollar in einem Laden gekauft hat. Der Kumpel ruft aber: „Und ich habe das gleiche Feuerzeug um die Ecke für sechs Tausend Dollar gekauft!“

Der Genuss wird nicht durch den Gegenstand selbst bewertet, sondern dadurch, wie wir ihn bewerten. Wenn man etwas in einem besonderen Laden kauft oder sich mit viel Mühe beschafft, bekommt man einen größeren Genuss davon!

Je mehr die Eltern in ihr Kind investieren, desto mehr lieben sie es. Es ist allgemein bekannt, dass je mehr Mühe etwas in der Vergangenheit jemanden gekostet hat, desto angenehmer ist die Erinnerung daran, desto wertvoller ist es für ihn. Weil wir nicht das Licht, sondern das Verlangen (Kli, Gefäß) wahrnehmen und daran den Genuss bemessen. Je größer das Verlangen und das Leiden sind, desto stärker wird die Erfüllung empfunden.

Darum müssen wir verstehen, dass wir, wenn wir durch unsere Anstrengungen genug Leiden angesammelt haben, dessen würdig werden, die Befreiung des Körpers vom Bösen wahrzunehmen.

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Nur der Schöpfer gibt die Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich mich zu meiner Frau verhalten, um zwischen uns den Schöpfer empfinden zu können? 

Meine Antwort: Bemüht euch, dass alle eure Beziehungen nur auf die Enthüllung des Schöpfers zwischen euch gerichtet sind. Es garantiert den absoluten Frieden zu hause, und nützt jedem, sogar aus den rein egoistischen Interessen. 

Dies ist ein sehr wirksames Mittel, das den Menschen während des ganzen Lebens hilfsreich ausrichtet. Denn die Gruppe und die Freunden sind für ihn eher künstlich geschaffen, die ganze Menschheit – empfindet er noch entfernter, und das Universum – ist überhaupt fern von ihm. Seine Frau steht ihm am nächsten, wie es gesagt ist: „Die Frau des Menschen – ist wie sein Körper“. 

Und andererseits öffnest du plötzlich, dass du einen Partner hast! Dank dem Schöpfer empfindest du, dass es auf jede deine Bewegung – ihre Bewegung gibt. 

Unabhängig von der Handlung: sei sie im Verstand, im Herzen oder physisch – geschieht eine synchrone Bewegung, als ob der Schöpfer zwei abgesonderte Hälften, in allen ihren Details und Formen zusammenklebt. 

Wir müssen nur versuchen, zwischen uns den Schöpfer – die Kraft zu öffnen, die uns verbindet, und die wir als Folgerung des Zusammenlebens begreifen wollen. Und andernfalls wird dieses Leben zur tierischen Existenz. 

Wir wollen also zwischen uns die Kraft der Vereinigung – eine dritte Komponente offenbaren, die uns zu einem Ganzen ergänzen wird! 

Wenn Er uns verbinden wird, dann werden wir Ihn einschließen, und werden ein Ganzes sein, gerade deshalb, weil Er sich in unserem Inneren befindet und uns ausfüllt. 

Es heißt eben: „Der Mann und die Frau – und der Schöpfer zwischen ihnen“ – Er ist in allem anwesend, was zwischen uns existiert. Und es gibt nichts anderes – nur den Wunsch jeden Einzelnen, der auf den Anderen (auf den Partner) gerichtet ist. Es gleicht sich der Beziehung von Seir Anpin und Malchut: er ist komplett auf sie, und sie – auf ihn gerichtet. 

Der Schöpfer hat alle einzelnen Sfirot Malchut abgetrennt und hat daraus Chawa geschaffen – deshalb existiert auf der ganzen Höhe des geistigen Parzufs eine genaue Übereinstimmung zwischen S“A und Malchut, auf dem gleichen Niveau in der ewigen, konstanten Verschmelzung. 

Es gibt in einem keine solchen Eigenschaften, die es in anderem nicht gäbe. Man kann sie nur mithilfe des Lichtes AB-Sag miteinander verbinden, das den Einen auf das größere Geben und den Anderen auf das größere Erhalten ausrichtet.

Um sich zu verbinden, steigen die beiden in Bina hinauf, welche als Elokim, der Schöpfer bezeichnet wird, und Er gibt ihnen die Kraft für die Vereinigung und füllt sie dann aus.

Folglich füllen sie nicht einander aus, sondern ihre gemeinsamen Wünsche – und daraus wird „das Kind“ geboren, als die Folgerung der Vereinigung, als folgender geistige Parzuf, der neue Zustand.

Darüber ist es gesagt: „Der Vater (Aba) gibt das Weiße, die Mutter (Ima) gibt das Rote, und der Schöpfer – gibt die Seele“. Er befindet sich zwischen ihnen und füllt sie aus, gibt der Seele eine neue Stufe. 

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 28.09.2010 

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