Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Geschichte von Jakob und Esau lehrt uns, unser Ego zu überlisten

Eine Frage, die ich erhielt: Warum rechtfertigt die Tora Jakob, wenn er Esau belügt? Esau kommt zu Jakob mit offenen Armen, doch Jakob wendet sich von ihm ab und versucht sich mit Geschenken freizukaufen.

Meine Antwort: Die Tora spricht über die Korrektur einer Person, wodurch diese dem Schöpfer ähnlich wird. Jakob verkörpert die Absicht des Gebens und Esau verkörpert den Willen zu empfangen, unseren Egoismus. Esau versteht nicht, dass er immer leer bleibt, weil seine Absicht „eigennützig“ ist, und dass er nur durch die Veränderung zur Absicht „für andere“ sofort von der höheren, ewigen Erfüllung – dem Licht – gefüllt werden wird. Das ist etwas, was das Ego nicht versteht, und deshalb muss eine Person ihren Egoismus überlisten. Sie muss das Ego verleiten, an der spirituellen Entwicklung zu arbeiten, indem sie ihm sagt, dass dies Leiden vermeiden wird und einen mit spiritueller Erfüllung und Offenbarung füllt.

Auf diese Weise hilft uns der Egoismus, Kabbala zu studieren, weil er Erfüllung davon erwartet. Er studiert lo liShma – für sich selbst. Im Prozess des Studierens und in Verbindung mit Freunden kommt es zum Empfang des Lichtes der Korrektur. Dadurch hört die Person auf, die Absicht „für sich selbst“ zu schätzen, und fängt stattdessen an, die Absicht „zu geben“ zu schätzen – um der anderen und des Schöpfers willen.

Das geschieht auf Grund des Einflusses des Lichtes. Und wenn sich jemandes Absicht ändert, kann er beginnen, seinen Egoismus (Esau) zu verwenden, um zu empfangen, um des Gebens willen. So erreicht man ewige, vollkommene Erfüllung. Dieses Manöver ist ähnlich, wie wir ein Kind überlisten oder verleiten, damit es lernt, und schließlich versteht es, dass es zu seinem eigenen Nutzen getan wurde. Auf diese Weise spielt der Schöpfer mit allen und jedem von uns.

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Warum gibt es so viele Worte in der Tora?


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn jedes Wort in der Tora als „der Wille zu empfangen“ oder „der Wille zu geben“ erklärt werden kann, warum gibt es dann so viele verschiedene Worte in der Tora?

Meine Antwort:

Der Schöpfer – Der Schöpfer ist „der Wille zu geben“ (Gut, Gutes tuend, Liebend, usw.). Deshalb wollte Er das Geschöpf erschaffen – um ihm zu geben.

Das Geschöpf – Der Schöpfer erschuf nur ein Geschöpf – „den Willen sich zu erfreuen“ (den Willen, Genuss zu empfangen). „Der Wille zu empfangen“ wurde im exakten Gegensatz zum „Willen zu geben“ erschaffen. Es ist ein Abdruck des Schöpfers, damit man in der Lage zu ist, alles zu empfangen, was einem der Schöpfer geben möchte.

Der Schöpfungsplan – Genuss kommt direkt (erkennbar) vom Schöpfer zum Geschöpf und erfüllt es. Doch außerdem beeinflusst der Schöpfer das Geschöpf indirekt (verschleiert) dadurch, dass Er in ihm ein „Verlangen Ihm ähnlich zu werden, ein Verlangen zu geben“ anregt. Daher entdeckt das Geschöpf innerhalb seiner Erfüllung ein zusätzliches Verlangen – „dem Schöpfer ähnlich zu werden“ und dann entscheidet es, diesen Zustand zu erlangen, indem es den Prozess der Korrektur wählt. Ein Teil des Korrekturprozesses geschieht für das Geschöpf unbewusst (von oben nach unten) und ein Teil geschieht bewusst (durch den freien Willen, von unten nach oben).

Anleitungen – Alle kabbalistischen Quellen bilden eine Beschreibung beider Teile des Korrekturprozesses und sie sind in vier Sprachen geschrieben: die Thora, Halacha, Haggada und Kabbala. Sie sind Empfehlungen dafür, wie man den bewussten Teil dieses Prozesses auf die bestmögliche Weise ausführen kann (Die Tora stammt von dem Wort Oraa, Anleitungen).

Korrektur– Die Anfangsbedingungen und das endgültige Ziel bilden zusammen eine Abfolge von Handlungen, die dazu bestimmt sind, den anfänglichen „Willen zu empfangen“ zum „Willen zu empfangen mit der Absicht zu geben“ zu bringen. Der Prozess der Korrektur des geschaffenen „Willen zu empfangen“ zerbricht in Teile und Folgen von Handlungen. Das ist es, was alle kabbalistischen Quellen beschreiben.

 
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Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)