Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wovon hängt die Absicht ab?

Rabash, Artikel 1989/40 „Was bedeutet, jeden Tag werden sie wie neu in deinen Augen sein‘ in der Arbeit“

In Bezug auf den Vers „An diesem Tag gebietet dir der Schöpfer, dein Gott, diese Gesetze und Vorschriften zu befolgen und du sollst sie mit ganzem Herzen und ganzer Seele erfüllen und achten“ erklärten unsere Weisen aus (Rashi, dritter Abschnitt zu Tawo, in Jitro 13,10): „An jedem Tag werden sie für dich wie neu in deinen Augen sein, als hättest du sie heute am Berg Sinai empfangen, als ob dir gerade heute geboten worden wäre, sie zu befolgen.“

Was bedeutet „jeden Tag werden sie für dich wie neu sein“? Das Verlangen, zu empfangen, ist nicht neu. In derselben Form existiert es seit Anbeginn der Schöpfung und wird immer bestehen. „Sie werden in deinen Augen wie neu sein“ bedeutet, dass sich die Erneuerung nur auf die Absicht bezieht, zu geben.

In seiner Absicht befindet sich der Mensch immer mal im Aufstieg, mal im Abstieg und durchläuft fortwährend verschiedene Klärungen. Gerade anhand der Absicht beurteilen wir den Menschen.

Ursprünglich hat der Mensch überhaupt keine Absicht. Er hat sich einfach daran gewöhnt, Handlungen auszuführen, zu denen er durch seine Erziehung angehalten wurde, sei es eine religiöse oder eine weltliche Erziehung. Das nennt man die Ausführung erlernter Handlungen oder das Verhalten eines entsprechend erzogenen Menschen.

Natürlich gibt es hier keine Absicht, sondern die Gewohnheit wird zur zweiten Natur, sowohl für diejenigen, die eine religiöse Erziehung erhalten haben, als auch für diejenigen, die eine weltliche Erziehung erhalten haben. Das hat nichts mit dem zu tun, was wir “Absicht” nennen, da darin noch nichts von dem enthalten ist, was wir “Mensch” nennen.

Man kann einen Menschen auf jede beliebige Weise erziehen und genau so wird er bleiben. Hier gibt es noch keinen Menschen. Als Mensch wird derjenige bezeichnet, der aus freier Wahl in sich das Bild des Adam formt, der dem Schöpfer ähnlich ist.

In diesem Prozess besteht zunächst die Absicht „um seiner selbst willen“ (Lo Lishma) und anschließend „um des Schöpfers willen“ (Lishma).

Zu „Lo Lishma“ gehören alle Anstrengungen des Menschen ab dem Moment, in dem er beginnt, an dem Punkt im Herzen zu arbeiten und eine gewisse Erweckung zur Annäherung an den Schöpfer erhält. Obwohl dies viele Jahre dauern kann – zehn oder fünfzehn Jahre, abhängig von der Anzahl und vor allem von der Qualität seiner Anstrengungen gilt: Wenn er nach all diesen Jahren, in denen er Aufstiege und Abstiege erlebt hat, sich einmal entfernt und sich ein anderes Mal annähert und verschiedene Zustände durchläuft, schließlich die richtige Absicht um des Schöpfers willen erlangt, dann werden all seine Anstrengungen während seiner Inkarnationen (er schafft es möglicherweise nicht, alles innerhalb einer einzigen Inkarnation zu vollenden) in die erworbene Absicht um des Gebens willen aufgenommen und für immer in seine Arbeit eingehen.

Alles andere, was er durch seine Erziehung erhalten hat, gehört nicht zur Stufe des Menschen und wird nicht berücksichtigt. 

So schreitet er in Bezug auf die Absicht voran, indem er ständig etwas hinzufügt, während er Abstiege und Aufstiege durchläuft.

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Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash, 08.09.2026

 

Die einzige freie Wahl

Kommentar: Wenn sich uns der Schöpfer offenbart, befinden wir uns sozusagen im Guten und sind in der Lage, Ihn zu rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, befinden wir uns in einem Zustand des Bösen und verfluchen den Schöpfer.  Was bedeutet „verfluchen“? Wir verfluchen den Zustand, in dem wir uns befinden.

Was hängt dann von uns ab? – Das Tempo unseres Voranschreitens. Auch die Richtung unseres Weges hängt von uns ab; letztlich zeigt sie sich darin, wie schnell wir voranschreiten. Es heißt: Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal und sagt: „Wähle es für dich.“ 

Nehmen wir an, einem Menschen wird die Möglichkeit gegeben, zum Studium der Weisheit der Kabbala zu kommen, doch er nimmt diese Möglichkeit nicht ernst. Er ist noch jung, vielleicht noch nicht verheiratet, und sagt sich: „Ich werde mich damit beschäftigen, wenn ich mindestens dreißig bin.“

Das heißt, der Mensch hat sich nicht in der Wahl gefestigt, die ihm der Schöpfer gegeben hat. So können mehrere Jahre vergehen. Das bedeutet, dass der Mensch das Tempo seines spirituellen Voranschreitens selbst bestimmt: Entweder stärkt er sich in der ihm eröffneten Richtung, oder er wählt eine andere.

Man könnte fragen: „Liegt das denn in seiner Macht, wo doch alles unter der Herrschaft des Schöpfers steht?“ Aber das kann man über alles sagen. Hier geht es jedoch darum, ob der Mensch die ihm gebotene Möglichkeit genutzt hat oder nicht.

Die Kabbalisten erklären – und das ist uns verborgen –, dass man sich in seinem Leben in einem Zustand scheinbarer Freiheit befindet. In Wahrheit gibt es nur einen Bereich, in dem eine freie Wahl besteht: Im Hinblick auf das Ziel der Schöpfung und die Verbindung mit dem Schöpfer. Die freie Wahl besteht nur darin, die Möglichkeit zu nutzen, sich mit dem Schöpfer zu verbinden. Der Schöpfer ruft den Menschen gewissermaßen zu: „Komm näher zu Mir.“ Wenn der Mensch darauf nicht antwortet, wenn er diese Möglichkeit nicht ergreift, dann ist auch das seine Wahl.

Alles andere – ob wir ein Eis essen oder Kaugummi kauen, Fußball schauen oder schlafen gehen – ist nicht der Ort unserer freien Wahl. Es spielt keine Rolle, wer wir sind: ein Verbrecher, ein Dieb oder ein angesehener und rechtschaffener Mensch. In all diesen Dingen bestimmen wir unser Leben nicht wirklich aus eigenem freien Willen.

Es gibt nur eine einzige freie Wahl: die Verbindung mit dem Schöpfer zu wollen oder sie nicht zu wollen.

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Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash, 21.7.26

 

Die einzige freie Wahl

Wenn meine Gedanken, mein Zustand und meine Handlungen vom Schöpfer ausgehen und auch das, was ich jemals wollen und denken werde, sowie das, was ich in der Vergangenheit gedacht und gewollt habe, ebenfalls von Ihm ausgeht – dann stellt sich erneut die Frage: Wer und was bin ich?

Darüber wird im Artikel „Freiheit des Willens“ gesprochen, in dem Baal Sulam erklärt, dass der Mensch in Wirklichkeit eine Maschine ist. Auf physiologischer, biologischer Ebene können wir das nachvollziehen.

Aber wenn sowohl die Gedanken als auch die Wünsche des Menschen nicht seine eigenen sind und der Mensch selbst das Ergebnis der Gesellschaft und des Einflusses von oben ist, was bleibt dann noch übrig? Baal Sulam sagt in diesem Artikel, dass der Mensch in unserer Welt nur in einer Sache die freie Wahl hat: von der Gruppe den Eindruck von der Größe des Ziels zu erhalten, um zu diesem zu gelangen.

Ich habe bereits erklärt, dass oben alles miteinander verbunden ist und man von dort aus durch die Freunde die notwendige Kraft erlangen kann. Nur das hängt vom Menschen ab. Alles andere in dieser Welt hängt nicht von ihm ab.

Wir verstehen nicht, inwieweit die Entscheidung über jede Handlung, über alles was wir zu jedem Zeitpunkt tun möchten – ob wir uns hinsetzen oder aufstehen, etwas trinken oder essen, schlafen oder irgendwo hinfahren, in den Bus steigen oder nicht, und so weiter – wir können nicht den kleinsten fremden Wunsch, keinen einzigen äußeren Grund einbringen, der nicht in unserem Inneren vorhanden wäre.

Und nur aus dem Grund, dass mir der Verlauf dieses inneren Prozesses unbekannt und unverständlich ist, scheint es mir, als würde ich selbst entscheiden, suchen, nachdenken, etwas berechnen und abwägen.

All das liegt lediglich an der Ungewissheit; nur wegen ihr ist mir nicht klar, wie das alles tatsächlich abläuft.

Das ähnelt der Situation, wenn wir ein Baby betrachten und wissen, was es im nächsten Augenblick tun wird. Genauso ist es auch mit uns. Nur wird dies um ein Vielfaches klarer werden, wenn wir eine Stufe höher steigen. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht mit Unsinn zu beschäftigen, sondern diesen kleinen Punkt zu nutzen, diese ganz kleine Öffnung, durch die wir die äußere Kraft in uns, in unser Kli, hereinlassen können, um voranzukommen. Diese Kraft ist die Größe des Schöpfers, die wir von unseren Freunden erhalten. Wenn ein Mensch sich um diesen Punkt kümmert und stets danach strebt, durch ihn immer mehr anzuziehen, dann wird es ihm gelingen. Ich möchte hinzufügen, dass als „Freund“ nicht nur Gleichgesinnte aus der Gruppe bezeichnet werden, sondern auch die Urquellen und deren Autoren. Ein Mensch kann einfach dasitzen und kabbalistische Musik hören oder eine Aufnahme von dem, was Kabbalisten sagen, ohne die Sprache zu verstehen, in der sie sprechen. Das nennt man äußere Kraft. Und das ist das Einzige, was von uns abhängt. Alles andere ist nichts weiter als Einbildung und Fantasie.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2026

 

Das Endziel nicht vergessen

Frage: Wir sagen, dass wir zuerst auf den Schöpfer ausgerichtet sind und dann mit unseren Freunden arbeiten, um Ihn zu erfassen. Bei der Arbeit hingegen ist es gemäß der Methode umgekehrt: Erst kommen die Gebote über die Beziehung zum Freund und dann zum Schöpfer.

Antwort: Die endgültige Handlung liegt in der ursprünglichen Absicht. Man ist verpflichtet, das Endziel ständig im Auge zu behalten und alles, was man unterwegs macht, ist nur ein Mittel zum Zweck. Wenn man also nicht an das Endziel denkt, können die Zwischenschritte in die entgegengesetzte Richtung gelenkt werden und das Gegenteil bewirken.

Baal HaSulam schreibt darüber und erwähnt den Kommunismus, die Kibbuzim – all die Dinge, die die Menschheit zum Wohle aller aufbauen wollte, indem sie die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, die Zehn Gebote usw. befolgte. Das Ergebnis war nur Böses und Zerstörung. Der Grund dafür ist, dass das Endziel nicht genau das war, wofür diese Gebote aufgestellt wurden und wofür die Welt im Allgemeinen erschaffen wurde.

Wenn man alles, was über die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe hinausgeht, nicht zu dem Zweck benutzt, die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen, dann zerstört man mit jeder noch so unbedeutenden Handlung die umgebende Wirklichkeit.

Je größer und bedeutender diese Handlung ist, desto grösser ist das Böse das sie mit sich bringt. Denn die ganze Welt wurde nur erschaffen, damit man eine freie Wahl mit dem Platz verbindet, den man als Mensch bezeichnet und so die ganze Realität wieder an den Schöpfer anhaftet.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Bürgschaft“.

 

Die schwer fassbare Stelle der Freiheit

Es scheint so einfach zu sein – möge die Kraft des Lichts uns zur Liebe zum Nächsten korrigieren!

Warum ist der Korrekturprozess so kompliziert? – Die Schwierigkeit liegt darin, dass dieser ganze Prozess verborgen ist. Und verborgen ist er, um uns die Freiheit des Willens zu geben.

Freier Wille bedeutet, gegen mein Verlangen und meinen Verstand, wenn ich es nicht direkt will! 

Mein tierisches Körper strebt nicht danach, mein Egoismus hilft mir dabei nicht. Ich muss eine neue Motivation für meinen Fortschritt finden – eine, die nicht aus meinen eigenen Eigenschaften entspringt. Andernfalls würde ich nur meinen tierischen Egoismus vergrößern.

Die Ursache für das Vorankommen muss außerhalb von mir liegen – in meiner Umgebung. Ich muss etwas für den Fortschritt nutzen, das nicht meinem egoistischen Verlangen gehört – und genau das ist die Schwierigkeit.

Wenn es diese Hürde nicht gäbe, würde jeder nach Korrektur streben. Wer will nicht Vollkommenheit und Ewigkeit erlangen, den Schöpfer, sein eigenes Schicksal von Anfang bis Ende sehen und es lenken?

Jeder wäre bereit, diese vergängliche Welt gegen eine ewige einzutauschen. Doch der Mensch empfindet, dass es zu hoch, zu schwierig und unerreichbar ist.

Und all das geschieht, weil wir genau hier den Punkt unserer freien Wahl offenbaren müssen – den Punkt, der „das mittlere Drittel von Tiferet“ genannt wird.

Wir verstehen, was Liebe ist, wir verstehen, was Hass ist – aber was ist dieser neutrale Zustand, das „mittlere Drittel von Tiferet“? Das bleibt unklar.

Auf jeder Stufe müssen wir die Wahl aus diesem Zustand heraus treffen – sonst wären wir nicht unabhängig vom Schöpfer.

Was wäre der Sinn darin, ein unglückliches Geschöpf zu erschaffen, das in dieser Welt leidet, ihm die Erkenntnis eines vollkommenen Zustands zu geben und ihm einfach nur ein Mittel (die Tora) zur Verfügung zu stellen, um von einem schlechten Zustand in einen guten zu wechseln?

Jede Maschine würde dasselbe tun, wenn es Gut und Böse gibt und ein Mittel, um von Schlechtem zu Gutem zu gelangen – aber das wäre kein freier Wille.

Nach diesem Zwei-Linien-Prinzip funktionieren Religionen. Der Unterschied zwischen der Kabbala und der Religion liegt im freien Willen, in der dritten Linie.

Dazu muss der Mensch einen Punkt finden, von dem aus er seine Handlungen ausführt, der nicht von ihm abhängt, nicht von seiner irdischen Wahl, und in dem er keinen eigenen Vorteil sucht.

Wenn wir diesen Punkt finden und aus ihm heraus handeln, dann bauen wir uns frei auf – unabhängig von unserer früheren Natur. Wir „schneiden“ uns von ihr ab und „gebären“ uns selbst, anstatt vom Schöpfer geformt zu werden.

Und genau in diesem unabhängigen Punkt liegt die größte Schwierigkeit. Er verwirrt uns ständig, löscht immer wieder alles aus, was wir gerade verstanden und gefühlt haben, und taucht uns erneut in einen „Nebel“.

Denn man will uns in eine völlig andere Dimension des Lebens führen, uns die wahre Realität enthüllen – anstelle des unbewussten Zustands, in dem wir uns heute befinden.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“

Freiheit ist die Fähigkeit, dir deinen Meister zu wählen

Frage: Sie sagen immer, dass der Mensch nicht frei und seinen Genen, Instinkten und dem Einfluss der Gesellschaft unterworfen ist. Im Alter von 20 Jahren ist er im vollen Umfang ausgebildet, wie eine frisch geprägte Münze, und all seine Handlungen sind im Voraus festgelegt. Ist es denn überhaupt möglich, ein freier Mensch zu sein, und was bedeutet es, frei zu sein?

Antwort: Frei zu sein bedeutet, zu fühlen, dass du zu hundert Prozent vom Schöpfer abhängig bist, aber durch „deinen eigenen freien Willen“, was bedeutet, durch deine eigene Entscheidung so zu sein.

Der Mensch fühlt sich frei, wenn er aus eigenem Willen beschließt, unter dem Einfluss und der Autorität des Schöpfers zu bleiben, und nicht Sklave seines Egoismus zu sein.

Wir können uns nicht vorstellen, was Freiheit bedeutet, da wir denken, dass sie sich als Abwesenheit jeglichen Einflusses definiert. Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit, da es so etwas wie einen leeren Raum frei von jeglichem Einfluss nicht gibt.

Die Freiheit ist ein Gleichgewicht der Kräfte, die durch eigene bewusste Wahl und Anstrengung zustande kommt.

Wir können nur frei werden, wenn wir uns über unser egoistisches Verlangen erheben. Dies bedeutet nicht, dass wir unfreiwillig und vollständig unter die Herrschaft des Schöpfers und des Verlangens zu geben fallen. Stattdessen ist es eine Wahl, die wir treffen, um durch das Verlangen des Gebens gelenkt zu werden, anstatt durch das Ego. Dadurch können wir eine Balance zwischen den Eigenschaften des Empfangens und des Gebens schaffen. Solch ein Zustand wird Freiheit genannt (Klipat Noga).

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Verwandtes Material:
Blog-post: Freiheit kommt von der Bereitschaft zu geben
Blog-post: Der einzige Punkt, an dem Freiheit möglich ist, ist Ihre Reaktion gegenüber dem Schöpfer
Blog-post: Wählen ist schlecht für die Gesundheit
 

 

Die Menschheit ist wie Fische, die im Netz der Natur gefangen sind

Frage: Angenommen, dass die gesamte Menschheit als eine Familie zusammenkommt und beschließt, alle Ressourcen unter allen sieben Milliarden Menschen gerecht zu verteilen. Was aber wird geschehen, wenn die Menschen in ihren Egos bleiben, die noch weiter anwachsen?

Antwort: Es ist unmöglich ohne Korrektur zu tun, was Sie beschreiben. Daher sollte der Weg zu alledem durch Erziehung gepflastert sein. Wenn ich sage „Erziehung“, meine ich, über unsere Freiheit der Wahl, das Ziel der Schöpfung, das Wesen des Menschen, wie wir die Wirklichkeit wahrnehmen und die Entwicklung der Menschheit durch die egoistische Entwicklung zu lehren. Denn wir müssen lernen, wie wir in einem neuen, vereinten, miteinander verbundenen System leben sollen. Wir können diesem System nicht davonlaufen und deshalb haben wir keine Wahl.

Wir sind wie Fische, die in einem Netz gefangen sind, und um zu überleben, müssen wir das Gesetz dieses Netzes lernen. Wir müssen nun die Gesetze der neuen globalen Welt lernen und sie an die gesamte Menschheit weitergeben. Die Menschen müssen diese Gesetze und die Tatsache, dass sie keine Wahl haben, verstehen. Andernfalls werden sie durch Leiden dahin gebracht, bis sie endlich anfangen, das allgemeine Gesetz der Natur gegen ihren Willen zu befolgen.

Auf diese Weise werden die Gesetze der Natur enthüllt. Die Kabbala und Bnei Baruch versuchen nicht, den Menschen Befehle zu erteilen, was sie tun sollten. Sondern sie müssen diese Dinge verstehen und ihnen zumindest teilweise zustimmen. Jedoch um dorthin zu gelangen, muss es eine permanente Medienkampagne geben, die den Menschen Beispiele von richtigem Verhalten zeigt. All das sollte von der Gesellschaft gefördert werden und das kann nur geschehen, wenn die Menschen erkennen, dass dieses die einzige mögliche Wahl ist.

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 18

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Und damit die Geschöpfe den ganzen Genuss und das ganze Wohl, ohne Scham dafür zu empfinden, empfangen können, wurde diese Korrektur (der von Anfang an absichtlich verdorbenen egoistischen Natur) gemacht.

Und das Wesen dieser Korrekturweise liegt in der Einschränkung und Verhüllung des höheren Lichtes (vor dem Menschen). Das bedeudet, solange der Mensch sein Verlangen zu Empfangen nicht zum Geben korrigiert hat (solange der Mensch dem Schöpfer nicht ähnlich geworden ist), ist jegliche Enthüllung des höheren Lichtes nicht möglich.

(Da wir jegliche Naturerscheinung nur im Maße unserer Ähnlichkeit mit den Eigenschaften dieser Erscheinung wahrnehmen können, so auch das höhere Licht bzw. den Schöpfer, können wir nur im Maße unserer Ähnlichkeit mir der genannten Erscheinung empfinden).

Und in den von uns ausgeführten Geboten (Handlungen der Korrektur des Willens zu Empfangen zum Willen zu Geben, um den Schöpfer ähnlich zu werden), wo wir das Gute und den Genuss (vom Geben, vom Schöpfer) schmecken sollen, können wir keinen solchen Geschmack empfinden, damit wir die Scham während des Genusses nicht fühlen.

Und gerade deswegen wurde diese Korrektur (Die Verhüllung des Lichtes, des Genuss vom Geben und von der Liebe) gemacht, entsprechend welcher wir im Moment des Genusses verpflichtet sind um des Gebens willen zu handeln, sonst stehen unsere Handlungen unter eine Verhüllung.

RaBaSCH. Schalavej Sulam. „Heiligkeit und Reinheit in der Arbeit“. 1991. Art. 28.

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 5

Anmerkungen in Klammern sind von mir.

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Das Wesen der Seelen der Söhne Israels (die zum Schöpfer streben, unabhängig von der irdischen Abstammung) ist das Geheimnis (das Wesen) des Göttlichen Teils (der Eigenschaft des Gebens) von oben, wobei die Seele Stufe um Stufe, nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung, abstieg (ihre Eigenschaften des Gebens verringerte), bis sie sich eignete, in diese Welt zu kommen und sich in den unreinen (egoistischen), materiellen (das Verlangen alles zu empfangen) Körper einzukleiden.

Doch mittels der Einhaltung der Tora (des Studiums zur Anziehung des Lichtes der Korrektur) und der Erfüllung der Gebote (des Aufbaus der Gruppe nach der Bedingung des Empfangens der Tora  – Arvut, gegenseitige Bürgschaft) steigt sie von einer Stufe zur anderen (in der Erlangung der Eigenschaft des Gebens) wieder auf, bis sich ihr Umfang auffüllt (alle ihre 613 egoistischen Verlangen korrigiert werden), und sie sich als würdig erweist, ihre Belohnung vom Vollkommenen (dem absolut liebenden und gebenden Schöpfer) zu erhalten, die für sie von vornherein (noch beim Schöpfungsgedanken) vorbereitet wurde. Das heißt, die Erkenntnis der heiligen (Heiligkeit = Geben und Liebe außerhalb des eigenen Interesses) Tora in Form der Namen des Schöpfers (Seiner Eigenschaften, d.h. Ihm ähnlich) ist das Geheimnis (das Wesen) der 613 Gebote des Empfangens der Lichter.

Baal haSulam, Vorwort zum Buch „Der Mund des Weisen“

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Die Welt zum Guten führen

Der Höhere erwartet von uns nur eine Reaktion. Vom Höheren zum Unteren (zu jedem von uns) kommen die Portionen des Lichtes, die von uns eine richtige Gegenreaktion fordern.

Dabei weiß der Höhere genau, was mit dem Unteren geschieht, in welchem Zustand er sich befindet, weil er ihm diesen Zustand selbst bereitet.

Natürlich weiß der Höhere auch, wozu der Untere bereit ist. Er organisiert alle äußerlichen und inneren Bedingungen für die freie Wahl und lässt ihm nur einen unverständlichen und unbekannten Teil – den mittleren Dritten, Tiferet (Klipat Noga). Gerade in diesem Zustand soll der Untere die mittlere Linie selbst aufbauen.

Wenn der Untere, als Antwort auf die Einwirkung des Höheren, die mittlere Linie richtig aufbaut, dann bedeutet das, dass er darin ausgezeichnet wurde. Dann hat er sich und die ganze Welt (die ganze Umgebung, die der Höhere für ihn vorbereitet hat) zum Guten geführt.

Deshalb wird es vom Unteren gefordert, wenn er den Mangel (Chisaron) empfindet, sich an den Höheren zu wenden, um von ihm jene Komponente zu bekommen, an der es ihm mangelt, um die ganze Welt zum Guten zu führen.

Denn dem Unteren fehlen das Wissen, die Empfindung, und die Fähigkeit, eine richtige Entscheidung zu treffen. Er soll das alles vom Höheren bekommen.

Der Höhere lässt ihm Klipat Noga, damit der Untere sich an ihn wendet und das Fehlende bekommt. Wenn der Untere bereit ist, diese Auffüllung für Klipat Noga zu bekommen, dann bekommt er die zusätzliche Kraft des Gebens, die er sich auf der jetzigen Stufe aneignet, und mit der er auf die nächste Stufe hinaufsteigt.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 10.12.2010

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