Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaften'

Wie ist das Licht der Korrektur einzufangen?

Frage: Was ist das Licht der Korrektur, wo befindet es sich, wie zieht man es heran?

Antwort: Wir befinden uns in der vollkommenen Realität, die vom Schöpfer geschaffen ist, welche sich uns aber anders darstellt.

In der wahrhaften Realität gibt es alles, was wir wollen: die Unendlichkeit, das Licht, die Vollkommenheit, die Ewigkeit, den Schöpfer. Und hier, in dieser Welt sehen wir eine ganz andere Realität – die Dunkelheit, das Böse, die Selbstsucht.

Eine Treppe mit 125 Stufen trennt eine Realität von der anderen ab, sie hilft mir meine Natur zu verändern.

Der Unterschied besteht eben darin, dass wir hier nur diese Welt empfinden und uns in der Finsternis, in den Leiden und in der Selbstsucht aufhalten – und für die wahrhafte Realität muss ich die Absicht „des Gebens“, die Liebe erreichen.

Solange ich mich in der Natur dieser Welt befinde, habe ich keine Chance, die Spiritualität zu erreichen, weil sie eine völlig andere Dimension darstellt, in die ich nicht eintreten kann. Es gibt jedoch eine „wunderbare Kraft“ (Sgula), die mir helfen kann.

In der Geisteswelt sind alle verbunden – und im Gegensatz dazu sind in unserer Welt alle voneinander getrennt. Dort herrscht die Liebe – hier der Hass. Dort ist das Geben – hier die Selbstsucht, das Licht – die Dunkelheit, das Gute – das Böse. Das heißt alles ist einander entgegengesetzt, wie es geschrieben steht: „Ich sah die Kehrseite der Welt!“

Und wir wären somit ganz hoffnungslos, wenn da nicht ein Detail da sein würde, das zum Glück nicht entgegengesetzt ist! Es ist das Ende des Rettungsseils, womit ich mich in die Spiritualität bringen kann.

Jedem von uns ist in dieser Welt der geistige Funke gegeben, „der Punkt im Herzen“, er steht symbolisch für das Ende des Seils, das zu uns aus der Geisteswelt heruntersteigt. Er ist jedem von uns aus dem vollkommenen Zustand gegeben, wo ich mich in der Harmonie und dem absoluten Komfort befinde.

Aber es ist nur ein Punkt, und ich weiß nicht, was ich damit machen muss, ich fühle nur die schwache Zugehörigkeit zum Höheren. Und außerdem ist mir das Buch gegeben, das „Sohar“ heißt.

Das materielle Buch befindet sich in dieser Welt, aber im spirituellen Raum gibt es „das Buch“, das das Öffnen, das Licht bedeutet. Und der Titel, „Sohar“ bedeutet den höheren Glanz.

Somit befindest du dich in der irdischen Welt, zusammen mit dem Buch, das in irgendeiner chinesischen Druckerei gedruckt ist, aber du willst in die höhere Welt hinauf, zur Wurzel zurückkehren! Dieser Punkt zieht dich nach vorne!

Und jetzt sollst du dich bemühen, mit anderen vereinigt zu werden, um zusammen das Buch „Sohar“ zu lesen, das Licht anzustreben, damit es dich beeinflusst.

Das ist alles! Alles andere hängt nicht von dir ab, weil es die gegebenen Eigenschaften sind: das Böse, und der Hass. Du kannst mit ihnen selbst nichts machen. Bezüglich der Höheren Welt hast du nur zwei Mittel: die Gruppe und das Buch.

Und wenn du sie verwendest, dann ziehst du das riesige Licht an dich heran, das auf dich einwirkt. Es heißt „Sohar“ (der Glanz) oder das umgebende Licht, das zur Quelle zurückführt. Es ist das, was dich verändert. Das Licht arbeitet an dir und bringt dich zu deiner Wurzel zurück.

Kabbala Akademie

Stellt euch auf die Feinfühligkeit der Seele ein

Frage: Ich komme zum Kongress wie auch sehr viele andere Menschen. Ich möchte mich darauf konzentrieren, in das innere Netz der Verbindung zwischen ihnen einzudringen.

Gibt es irgendwelche Regeln, die ich ständig in den Gedanken und in der inneren Einstellung befolgen muss, um in dieses Netz eindringen zu können?

Antwort: Das Wichtigste ist, zu versuchen, den inneren Zustand wahrzunehmen, der zwischen allen herrscht. Versuchen! Das hängt von dem Einfühlungsvermögen der Seele ab.

In dem Buch „Glaube und Zuversicht“ (Verfasser – Chazon Ish, A. Karelitz) steht geschrieben: „Der Glaube ist die zarte Neigung einer feinfühligen Seele“. Das sind alles dermaßen schwer fassbare Begriffe, dass kein einziges Wort eine haltbare irdische Auslegung zulässt. In unserem Fall kann es jedoch geklärt werden.

Alles hängt davon ab, inwieweit ich versuche, nach Möglichkeit, ohne mich mit meinen eigenen Eigenschaften einzumischen, in die gemeinsame Wahrnehmung der Menschen, die sich verbinden, einzusteigen, mit dem Verlangen, ihre innere Einheit, den Zustand zwischen ihnen wahrzunehmen.

Der Schöpfer sagte: „In meinem Volk wohne Ich“. In unserer Vereinigung will ich die Shechina – denn, dort in der Verhüllung herrschenden Schöpfer – enthüllen, denn Er befindet sich in der guten Verbindung zwischen uns, in der Gruppe, die sich vereinen will.

Und obwohl meine Freunde das noch nicht deutlich spüren können und noch nicht ganz begreifen, wofür und warum sie es tun, sondern sie befolgen einfach die Ratschläge der Kabbalisten, so kann jeder durch seine Anstrengung, aus der Feinfühligkeit seiner Seele heraus, in dem Maße, in dem er diese Feinfühligkeit in seinen Anstrengungen zur Vereinigung erfasst hat, einsteigen und anfangen, den Schöpfer wahrzunehmen, der „in seinem Volk“ herrscht.

Dort, im Inneren, verbirgt sich der Zustand (der spirituelle Ort), der den Namen „Shechina“ trägt, unseren Bestrebungen einander entgegen – der Ort, den der Schöpfer ausfüllt – „haKadosh Baruch Hu“ (die Heiligkeit ist die Eigenschaft von Bina, des vollkommenen Gebens).

Shechina bedeutet alle Verlangen, die einander entgegen streben, die sich im Netz der Verbindung zwischen ihnen befinden. Und der Schöpfer ist das höhere Licht, welches sie erfüllt. Dieses Netz will geben und in seinem Geben, im Licht von Chassadim, enthüllt es das Licht von Chochma – das höhere Licht, den Schöpfer.

Wenn der Mensch danach strebt, diesen Zustand wahrzunehmen, ihn zu ergründen, in ihm zu leben, kann er ihn enthüllen, unabhängig von niemandem auf der Welt. Das ist die Arbeit, die wir versuchen müssen, auszuführen. Besonders während der Kongresse, denn das ist die Zeit, um uns mit dem inneren Zustand der hohen Einheit zwischen uns zu verbinden.

Kabbala Akademie

 

Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben


Frage: Betrachtet die Kabbala die jüdische Nation als das auserwählte Volk Gottes?

Antwort: Das auserwählte Volk ist eine Gruppe von Menschen, die irgendwelche irdischen Charakterzüge oder Eigenschaften haben mögen. Das Wichtige ist, das sie „Punkte im Herzen“ haben – ein Streben zum Schöpfungsziel: Anheftung an den Schöpfer durch Gleichheit der Form. Diese Gruppe muss ebenfalls eine Empfindung von ihrer Mission haben: die Methode der Korrektur zu meistern und sie der ganzen Welt zu lehren.

Diese Gruppe wird Israel (von den Worten Isra – „direkt“ und El – der Schöpfer) genannt, weil sie „direkt zum Schöpfer“ ausgerichtet ist – auf Schenken und Liebe für den Nächsten. Jeder, der diese Bedingung erfüllt, wird Israel genannt und ist „auserwählt“.

Wir stammen alle von der alten Zivilisation in Babylon ab – eine einzige Nation. Einige der Menschen im alten Babylon akzeptierten die Methode der Korrektur, die Abraham jedem anbot und aufgrund ihrer Absicht wurde diese Gruppe Israel genannt.

Heute wird sich die gesamte Menschheit bewusst, dass wir mit unserer egoistischen Entwicklung, die seit dem alten Babylon 4.500 Jahre gedauert hat, in einer Sackgasse angelangt sind. Diese Bewusstwerdung wird uns zwingen, uns über unseren Egoismus zu erheben und zusammen die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dies ist der Plan der Natur.

Diejenigen, die diesen Ruf spüren und erkennen, haben die Aufgabe, die gesamte Menschheit zu leiten, das gesamte Babylon. Das ist es, was sie zu Auserwählten macht. Dies schreibt Baal HaSulam in Punkt 19 seines Artikels Die Bürgschaft (Arwut):

Rabbi Elazar, Sohn von Rabbi Shimon, Autor des Buches Sohar, verdeutlicht dieses Konzept von Arwut (Bürgschaft) noch weiter, indem er erklärt, dass es nicht genügt, dass ganz Israel füreinander verantwortlich ist, sondern dass stattdessen die ganze Welt in diese Bürgschaft mit eingeschlossen werden muss… Doch das Ende der Korrektur der Welt wird erfolgen, wenn sich alle Völker dieser Welt dieser – seiner [des Schöpfers] Arbeit stellen. Wie geschrieben steht: „Und der Ewige wird König sein über alle Lande: An diesem Tag wird der Ewige der einzige sein und sein Name der einzige. (Sacharja 14, 9). Und es heißt: „an diesem Tag“ und nicht eher. Und es heißt auch weiter: „denn das Land wird voll der Erkenntnis des Ewigen sein… (Jesaja 11, 9) …und alle Völker werden zu Ihm strömen (Jesaja 2, 2)“.

Die Rolle Israels gegenüber der Welt ist, dass sie dazu verpflichtet sind, spirituell aufzusteigen und die gesamte Menschheit vorzubereiten, das erhabene Werk der „Liebe für den Nächsten“ zu akzeptieren, das ein Hilfsmittel ist, eine Leiter, die zum Ziel der Schöpfung führt – der Anheftung an den Schöpfer.

Verwandtes Material:
Blog-post: Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele
Blog-post: Warum hasst ein jeder Israel?
 
 
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Das Wunder von Chanukka

Ein Wunder ist eine Verbindung zwischen einer Handlung und einem Ergebnis, das ich nicht verstehe, wenn mein Handeln plötzlich Ursache eines ganz unwahrscheinlichen, aber großartigen Ergebnisses wird. Dies ist der Sinn des Verses: „Ich habe mit angestrengt und ich habe gefunden“. Wir müssen die Anstrengungen während des Studiums machen, also versuchen, alles was dort diskutiert wird, in uns selbst zu finden. Aber was wir finden werden, wird völlig unerwartet sein, auch wenn wir zuvor darüber reden und warten bis es passiert. Wenn wir es dann erhalten, werden wir darüber erschrocken sein, wie unfähig wir zuvor waren, uns korrekt vorzustellen was wir gefunden haben. Dies bezeichnen wir als Wunder.

Was ist das Gefäß mit Öl welches ich anzünden muss? Dies bezieht sich auf die Eigenschaften, die ich in mir selbst finden muss. Das Öl ist mein Wille zu Empfangen. Ich muss verstehen, wie ich dieses Entzünden kann, wie ich darin einen neuen Docht erschaffe, dieser sich dann durch meine Anstrengungen nach außen richten kann. Der Docht ist mein Gegensatz dazu, mein Verlangen direkt zu benutzen, nur für mich selbst zu empfangen. Ich will dieses Verlangen aber in gleichwertiger Weise wie das Licht benutzen. Darum bringe ich einen Docht aus dem Verlangen heraus, das ein kleines Stück meines Verlangens zu Empfangen enthält, aber nur so viel, wie ich fähig bin mich dem Licht anzugleichen und meinen Egoismus zu annullieren. Ich bin bereit diesen für den Nächsten zu nutzen.

Vorerst bin ich nur bereit, einem kleinen Docht zu geben. Und ich muss mich kontinuierlich überprüfen, um sicher zu sein, dass sich dies nicht doch aus Eigeninteresse tue.

Ich denke ständig, dass ich dies erreicht habe, doch es stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Dies geschieht immer und immer wieder, da ich ständig in mir neues egoistisches Verlangen enthülle. So erkenne ich sie nach und nach alle, bis ich schließlich einen kleinen Docht in mir erschaffe, eine dünne Linie (Kav Dak) meiner Verlangen, welche sich von mir bis zum Schöpfer zieht.

Der höchste Punkt oder die Eigenschaft dieses Dochtes ist dem Licht gleich und das ist es, was es zum Erleuchten bringt. Dann scheint die Dunkelheit als Licht.

Wenn ich mir diesen Zustand in mit vorstellen kann, innerhalb meiner Verlangen und Eigenschaften, so bedeutet dies, dass ich mich bereits darin befinde. Dies kennzeichnet die Ankunft von Chanukka, dem Lichterfest. Eine kleine entzündete Kerze in mir, innerhalb meines riesigen egoistischen Verlangens, ist ein kleiner Teil, wo das Geben aufleuchtet.

Dieser Teil des Verlangens sehnt sich danach, gemeinsam mit dem Licht zu genießen, das fähig ist, darin zu scheinen und dies wird meine Seele genannt.

Vorläufig ist sie sehr klein, doch während ich mit der Korrektur meines riesigen Verlangens weitermache, verwandle ich allmählich das gesamte Verlangen in Licht.
Die ganze spirituelle Arbeit liegt darin, all diese Eigenschaften in uns selbst zu finden.

 

Der Lohn für den Stau des Lichtes

Frage: Beeinflusst der Zustand einer Gruppe ihre Arbeit auf dem Gebiet der Verbreitung?

Meine Antwort: Ich mische mich nicht in die Angelegenheiten unserer Gruppen. Der Mensch formiert sich selbst, ich kann es nicht für ihn tun. Er trifft auf Verwirrung, Schwierigkeiten, seinen Stolz, sowie andere Eigenschaften, die vergrößert werden. Entweder versteht er den Weg richtig und überwindet die Hindernisse, oder eben nicht.

Im Notfall wird er sich nicht jetzt, sondern, sagen wir mal, in 50 Jahren korrigieren. Ich verhalte mich mit einer großen Geduld gegenüber dieser Entwicklung. Jede Gruppe bekommt das, was sie verdient, und für den Menschen gilt das Gleiche. Ich säe, aber die Sprossen hängen nicht von mir ab.

Selbstverständlich, der Zustand der Gruppe hat einen Einfluss auf die Arbeit in der Verbreitung. Alles nicht-Realisierte, das auf der gegebenen Ebene hätte realisiert werden können, kehrt wie ein Bumerang zurück, um das vielfache verstärkt. Weil die Gruppe die Möglichkeit bekommen, aber nicht realisiert hat.

Jeder von uns ist für die anderen verantwortlich. Ich nehme meinen Platz in dem gesamten Baum des Lebens ein, und ich bin verpflichtet, das Licht die Kette entlang nach unten weiter zu leiten. Von mir zweigen Läufe ab, über jene es fließen soll. Aber wenn es in mir zu einer Stauung kommt – trocknen die Läufe aus. Mir ist eine bestimmte Zeit (t) zur Weiterleitung des Lichts gegeben, aber ich habe die Aufgabe nicht erfüllt, und jetzt steht das ganze Licht, das für die von mir abgehende Kanäle bestimmt ist, im „Stau“, ohne dabei weiter nach unten zu gelangen.

Dadurch empfinde ich ihn als eine negative Kraft und muss den Preis dafür zahlen. Denn laut Programm, war ich verpflichtet mein Ventil zu öffnen, damit andere Leute mit der Vereinigung und Korrektur beginnen. Aber stattdessen habe ich damit begonnen persönliche Überlegungen aufzustellen, wurde stolz, und begann meiner Lust nach Macht nachzugeben….

Als Ergebnis wird diese Kraft des Stolzes und der Machtlust, durch jenes Licht zerschlagen, das sich an meiner Stelle gestaut hat und nicht in der Lage ist weiter zu gehen. Sein Druck (P) wird tätig, und bringt mich letzten Endes zur Explosion.

Der Preis für die Stauung ist sehr groß. Denn ich habe dem Licht den Weg zu vielen Menschen versperrt und habe ihnen die Verbindung mit ihm geraubt. Und in der Zwischenzeit, hätten sie es ebenfalls weiterleiten können. Vielleicht, habe ich Tausende und Millionen ohne Licht gelassen….

Und so geschieht es, dass wenn der Mensch es nicht auf eine gute Weise lernt, dann lernt er es auf eine schlechte Weise.

Auszug aus der 5 Lektion in Toronto, 17.09.2011

Um den Krieg zu vermeiden!

Frage: Was können wir jetzt machen, um den Krieg in der Welt zu vermeiden?

Meine Antwort: Wir können uns nur vereinigen! In unserer Welt kann man nichts mehr für die Offenbarung des höheren Lichtes tun, als nur nach mehr zu Vereinigung streben. Die Veränderungen in der Welt geschehen nur unter der Einwirkung des höheren Lichtes. Seine Offenbarung in dieser Welt kann nur aufgrund der Ähnlichkeit der Eigenschaften hervorgerufen werden.

Es ist bedeutsam, ob ihr euch in der allgemeinen Vereinigung untereinander und mit den anderen Gruppen befindet: sei es in der ständigen Verbindung, in der Ähnlichkeit der Eigenschaften, der Ziele, der Gedanken und der Wünsche.

Ich meine nicht die alltäglichen, materiellen Wünsche, sondern unsere Bestrebungen nach oben, um voranzukommen: ob sie vereinigt werden, ob wir uns tatsächlich wünschen, dass das Licht und der Schöpfer sich offenbaren?

Wenn wir verstehen werden, dass die Offenbarung des Lichtes nur dann möglich ist, wenn wir nach immer größerer Vereinigung streben, welche der Offenbarung des höheren Lichtes vorangeht – dann werden zuerst zwischen uns und schließlich in der ganzen Welt die guten Ereignisse geschehen.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 30.10.2011

Was ist der Verstand?

Frage: Was bedeutet der höhere Verstand, den jeder Mensch am Ende der Korrektur begreifen soll?

Meine Antwort: Der Verstand ist das Licht Chochma, das ich mit Hilfe meines Verlangens (Malchut) begreife, und in die Übereinstimmung mit den neun ersten Sefirot bringen soll.

Мalchut ist ein empfangendes Gefäß, das Verlangen zu genießen. Und wenn ich sie auf das Geben (auf die neun ersten Sefirot) ausrichte, dann wird sie zum Gefäß für das Licht Chochma (das Licht der Weisheit). Ein solches Gefäß wird eben als der Verstand bezeichnet: das Licht der Weisheit (Chochma), das sich in den Wunsch der Schöpfung einkleidet.

Wir können diesen höheren Verstand nicht mit unserer irdischen Vernunft begreifen. Der höhere, schaffende Verstand ist der Verstand des Schöpfers, der die Geschöpfe mit dem Licht der Weisheit (Chochma) geschaffen hat. Wir können es nur durch die Gleichheit der Eigenschaften, im Maß der eigenen Korrektur begreifen.

Wenn ich mein Verlangen zu genießen auf das Geben korrigiere und mit dem Licht Chassadim (mit dem Licht der Barmherzigkeit) ausfülle, dann entwickele ich den antiegoistischen Schirm, mit dem ich die Verschmelzung mit dem Licht ausführe (Siwug de-Akaa), infolge dessen das widergespiegelte Licht entsteht. Folglich kleidet sich das höhere Licht in mich ein, und ich begreife den Verstand des Schöpfers.

Deshalb trägt die Wissenschaft der Kabbala solchen Namen (Chochmat Kabbala), denn sie lehrt uns, wie man dieses Licht der Weisheit (Chochma), das Licht der Vernunft empfangen kann, um damit den Schöpfer zu begreifen. Aber wir begreifen diesen Verstand langsam, nach dem Maß unserer Gleichheit mit Ihm im Geben.

Es ist nicht diese irdische, tierische Vernunft, mit der wir geboren werden. Wir müssen die höhere Vernunft mittels der Korrektur offenbaren. Je mehr sich der Mensch korrigiert, desto mehr spirituellen Verstand eignet er sich an.

Und sein Vorankommen hängt keinesfalls von seinen intellektuellen irdischen Eigenschaften ab. Er kann sogar ein Einstein sein, aber es wird ihm beim spirituellen Aufstieg überhaupt nicht helfen.

Der irdische Verstand, hilft dem Menschen seinen Egoismus richtig zu benutzen und hat nichts mit der Vernunft zu tun, die er infolge der Arbeit in der Gruppe und mit Hilfe solcher Handlungen entwickelt, welche einem Fremden als ganz unvernünftig, irrational und von allen verachtet, vorkommen mögen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Schaffende Vernunft“, 21.10.2011

Die lebendige Matrix

Die Reihenfolge der Stufen ändert sich niemals, weil sie aus der ersten HaWaYaH, aus vier Stadien des direkten Lichtes folgt. Und wenn ich das Licht empfange, dann geht es durch alle Stufen (Parzufim), die sich zwischen mir und der Unendlichkeit befinden.

Deshalb ist dieses Netz, in welchem wir uns befinden, unveränderlich (konstant), wie ein Kristallgitter. Es können darin niemals irgendwelche andere Beziehungen entstehen, die mich mit jemandem auf eine andere Weise verbinden würden. Jedoch geschehen in diesem System ständig die Veränderungen der Formen: wenn ich aus einem beliebigen Punkt (dieses Netzes) empfangen möchte, dann soll ich mich verändern, um diesem Punkt gleich zu werden, um folglich die Verbindung zu offenbaren.

Somit verändern sich die Beziehungen immer dank den Veränderungen im Empfangenden, so dass ich die ganze Zeit verschiedene Vereinigungen erschaffe. Aber sie basieren auf meinen Eigenschaften, die jedes Mal erneuert werden, um demjenigen zu entsprechen, mit dem ich mich verbinden möchte: dem einen, dem anderen usw.. Das heißt ich bestimme nicht, wie die Veränderungen sein werden, und soll mich nur um meinen Anstieg kümmern.

Und wenn ich mich in meinen Eigenschaften erhebe (ich habe 613 Verlangen, in denen allerlei Veränderungen geschehen), verändere ich dadurch automatisch die Verbindung, meine Beziehung zu den anderen spirituellen Objekten, zu den verschiedenen Menschen, Gruppen und Teilen der allgemeinen Seele. Deshalb wird mir jedes Mal die neue Welt offenbart.

Im Vergleich zum ständig existierenden und unveränderlichen System, das sich vor mir in der endgültigen, vollkommenen Form befindet, hängt diese neue Welt von mir ab.

Deshalb erzählen uns die Kabbalisten über ihre Enthüllungen, weil jeder Mensch, der einen solchen Prozess der Korrektur erlebt, sich mit diesem System in der neuen Form verbindet. Als ob es eine verbundene Matrix, ein Kristallgitter gäbe, in dem du jedes Mal neue Beziehungen erproben würdest. Aber jeder Mensch, der entlang der Stufen hinaufsteigt und seine Zustände verändert, offenbart die immer mehr breiteren, tieferen, reicheren Beziehungen – sowohl quantitativ, als auch qualitativ.

Und dank dem Begreifen dieses Systems der Beziehungen, begreift er seinen Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ (Pticha), 18.10.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – In Verborgenheit weine meine Seele

In der Zeiten der Verhüllung muss man weinen. Warum befinde ich mich in der Verhüllung? Weil meine Wünsche nicht korrigiert sind. Wie kann ich die Enthüllung erreichen?

Durch die Korrektur der Wünsche. Wie korrigiere ich sie? Ich bitte nicht darum, dass die Verhüllung vergeht, im Gegenteil sie soll bleiben, denn ich will doch nicht, dass mein Verlangen zu genießen vollständig erfüllt wird. Und über die Verhüllung hinauf werde ich beginnen, die Eigenschaften des Gebens zu offenbaren, um mich darin zu erfüllen. Das genau heißt es, sich mit dem höheren Licht zu erfüllen.

Wir müssen verstehen, dass unser Ego, unser egoistisches Verlangen zu genießen sich niemals durch das Licht erfüllen können. Darin lag der Sinn der Kontraktion und des endgültigen Verbots.

Nur wenn ich über meinem Ego den Wunsch des Gebens entwickle, dann werde ich im Maß meines Wunsches, an die selbe Quelle zu geben, erfüllt. Nur auf diesem Wege!

Und in meinem Ego, in welchem die Kontraktion geschah, werde ich niemals eine Erfüllung empfinden, denn es kann sich nicht direkt erfüllen.

Aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

„Kapital“: Rückkehr zum noch nicht Gesagten

Baal HaSulam, Zeitung „Das Volk“: Das Gesetz der schrittweisen Entwicklung … gilt für das gesamte Universum, und darauf sind alle natürlichen Systeme aufgebaut, sowohl anorganische und organische, bis zum Menschengeschlecht mit all seinen Eigenschaften, sowohl geistigen als auch materiellen.

Die Rede ist über das Fundament, auf dem sich die Lehre von Karl Marx stützt. In der Tat studierte er die wirkenden Kräfte in der Natur. Denn die Wirtschaft – es ist ein Abdruck unserer Selbstsucht.

Uns verbinden vielerlei an Beziehungen, und wir wollen diese abwägen, abschätzen und regeln. Es ist in der Tora geschrieben: „Geht und verdient von einander.“ Um sich zu versorgen, erschaffen wir zwischen uns verschiedene Verbindungsarten – und diese werden, von der Wissenschaft, Namens „Ökonomie“ gemessen. Ihr Kriterium: Wie viel gibst du mir, und ich dir.

Mit Geld kann man nicht alles kaufen“, sagen wir so abfällig. Doch einen anderen Maßstab haben wir nicht. Wie können wir überprüfen, bis zum welchen Grad wir uns gegenseitig lieben oder hassen? Wenn wir unsere Beziehung in Gold, Silber oder der nationalen Währung, in Ampere oder Kilogramm messen könnten, wäre es wunderbar. Dann würden wir wissen, wie eine Gesellschaft aufzubauen ist, so dass der richtige Charakter der persönlichen und globalen Beziehungen in der Gesellschaft gegeben wäre. Aber das Problem liegt darin, dass solche Berechnungen nicht möglich sind – und erst heute stellt man das fest.

Die Menschheit hat immer wieder nach Kriterien gesucht, nach denen Gefühle und Gedanken, Liebe und Hass, Beziehungen zu Kindern, Nachbarn, Fremden zu beurteilen sind … Wir befinden uns im Netz der Kräfte, und das ist das Verlangen, welches ständig zwischen uns in Tausende von Vektoren und Richtungen gebrochen wird . Damit beschäftigen sich verschiedene Studienfächer, zum Beispiel Psychologie, Soziologie, und obwohl sie auf etwas basieren, haben wir trotzdem keine klaren Kriterien. Und deswegen leiden wir im Leben.

In der Tat, nicht alles wird in Geld gemessen, aber wenn man etwas messen kann, ist es gut und nützlich, hilft die Stärke und die Fähigkeiten des Menschen zu beurteilen. Ungeachtet der egoistischen Verzerrungen liegt darin ein gesunder Kern. Zum Beispiel, die Amerikaner sagen so: „Dieser Mann ist drei Millionen Dollar wert.“ Das Geld soll ein Maßstab sein, aber es ist bereits die Messung, und missachten sollte man das nicht. In der menschlichen Gesellschaft ist es sehr wichtig, alles zu bewerten.

Und deswegen verbirgt sich hinter den Werken von Marx eine tiefe Philosophie. Er schrieb nicht einfach so über das „Kapital“. Als die industrielle Entwicklung die Menschen aus Dörfern in die Städte nach sich zog, als die Beziehungen intensiver wurden, als die Hersteller damit begannen, die industrielle Technologie zu entwickeln, als breites Handeln aufkam – war es irgendwie möglich, die neuen Beziehungen zu messen. Marx hat eine erste Arbeit in diese Richtung geleistet. Wo er falsch gelegen hat – ist ein anderes Thema, aber sein Ansatz ist sehr tiefgreifend und umfangreich.

Wie können wir die Beziehungen zwischen uns messen – dieser Ansatz ist das Fundament der Wirtschaftwissenschaften. Man muss verstehen, wie wir uns selbst und andere mit Mitteln für den Lebensunterhalt versorgen, wie wir uns verbinden, um uns gegenseitig im eigenen Interesse zu füllen, wie verflochten das Netz unserer Beziehungen ist.

Wenn die Beziehungen zu wachsen beginnen, bedeutet das, dass in ihnen bald ein großer egoistischer Defekt aufgezeigt wird, welchen wir korrigieren müssen.

Und so geschah alles. Tausende von Jahren hat sich jeder um sich selbst und seine unmittelbare Umgebung gekümmert, ohne besondere Verbindung mit anderen. Aber dann begann die gegenseitige Beziehung stärker zu werden, vor allem durch das jüdische Volk, das aus der Vertreibung kam. In verschiedenen Ecken der Erde verstreut, behielt es seine Sprache und hielt den Kontakt zwischen den verschiedenen Gemeinden, und spannte neue Pfade durch die ganze Welt. Und schließlich, vor drei Jahrhunderten, begann die industrielle Revolution, begleitet von einem großen Handelsaufkommen auf internationaler Ebene.

Dieser Prozess ist auf die Korrektur gerichtet – auf die Tatsache, damit wir zu einem Ganzen werden und die geistige Welt sich in der richtigen Wechselbeziehung zwischen uns enthüllt. Allerdings müssen wir zunächst seine Verdorbenheit in der derzeitigen Phase an den Tag bringen. Wir entdecken zwischen uns den barbarischen Zustand des zerbrochenen Parzufs Adam Rishon – globale verhängnisvolle Beziehung, welche uns zum Untergang führt.

Auch im Altertum hat Adam dies zuerst enthüllt, und zwanzig Generationen später in Babylon erkannte die Menschheit zum ersten Mal die schrecklichen Fesseln, welche sie umwickelten.

Und so wollte Marx uns das Ausmaß unserer Beziehung aufzeigen und sie bemessen. Er stand gerade am Ursprung der modernen Industrie und des Handels, zu Beginn des Prozesses der Globalisierung, der uns zu einem einzigen globalen „Dorf“ verwandelt hat. Es ist kein Zufall, dass „Kapital“ heutzutage wieder so beliebt ist – wir kehren zur Pointe zurück und bewerten die Rolle von Marx aufs Neue. Seine Berechnungen baute er in den Manufakturen des 19. Jahrhunderts auf, die für ihn eine Art „Labor“ gewesen waren, und dennoch hat er eine richtige Tendenz aufgefangen, welche heute sehr schlimme Formen annimmt.