Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaften'

Schicksal und die Wurzel der Seele


Frage: Sie sagen, dass alles, was man in jeder Reinkarnation erlebt, aus der Wurzel unserer Seele stammt. Mein ganzes Leben lang, und besonders in meiner Kindheit, habe ich mich gefragt: „Warum nehme ich wohl die Welt durch meinen Körper und nicht durch den eines anderen wahr?“ Die Antwort darauf ist – weil ich meine Seelenwurzel besitze. Wieso habe ich aber die Wurzel der Seele, die mir gegeben wurde? Wenn ich eine andere Seelenwurzel hätte, dann würde ich die Wirklichkeit anders wahrnehmen. Ich verstehe, dass der Schöpfer nichts zufällig geschehen lässt. Daher denke ich, dass meine Frage gerechtfertigt ist und auch eine Antwort hat.

Meine Antwort: Die Urseele von Adam zersplitterte in viele Teile, die Bnei Adam (die Söhne Adams, das hebräische Wort für „Menschen“) genannt werden. Jeder Teil dieser zersplitterten Seele steigt herab, wobei sich seine Eigenschaften verschlimmern, bis hinunter zum niedrigsten Grad, unserer Welt, wo er sich als physischer Körper mit einer Welt um sich herum wahrnimmt. Diese Wahrnehmung ist die am weitesten abgewandte vom Schöpfer und sie ist fix (dauerhaft) – sie kann nicht korrigiert werden.

Es gibt jedoch einen „Punkt im Herzen“ – ein Verlangen, das aus allen heraustrat, das korrigiert und hinauf bis zu seiner Wurzel in Adam erhoben werden kann. „Der Körper“ ist das niedrigste Verlangen und er durchläuft Lebenszyklen, um den Zustand zu erreichen, in dem es einem Menschen möglich wird, mit der Entwicklung dieses „Punktes im Herzen“ zu beginnen. Jeder „Punkt“ von Adam entspricht einem bestimmten „Körper“ mit seinem eigenen Schicksal.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Seele ist der Teil unseres Verlangens, der dem Schöpfer ähnlich ist
 

Wir bilden unsere Seele, indem wir die zu uns kommenden Reshimot korrigieren (fortgeschritten)


Fragen, die ich über Reshimot erhielt

Frage: Ich möchte etwas über Reshimot fragen: Der Punkt im Herzen ist ein Reshimo und auch Klipot sind Reshimot, allerdings zerbrochene. Welche anderen Reshimot-Arten sind in der Kabbala „registriert“? Es gibt wohl mehr von ihnen als es Elemente im Periodensystem gibt!

Meine Antwort: Die Reshimot haben sich angesammelt, während die gemeinsame Seele von ihrer spirituellen Stufe „Liebe und Schenken“ zur Stufe „Empfangen und Selbstliebe“ abgestiegen ist. Insgesamt gibt es Reshimot von 125 Abstiegsstufen und wir müssen sie in umgekehrter Reihenfolge korrigieren. Indem wir diese Reshimot in dieser Reihenfolge erfassen, steigen wir entlang ihrer Stufen auf und enthüllen unsere spirituellen Sinne, die das Höhere Licht, den Schöpfer, verspüren.

Frage: Wie kann ein Mensch erkennen, von welcher Stufe – den besonderen Eigenschaften seiner individuellen Seele entsprechend – die Reshimot stammen? Kommen die Reshimot immer, um uns in unserem Wachstum und unserer Entwicklung zu helfen? Und was ist mit den Reshimot der Klipot – warum kommen sie zu einem Menschen?

Meine Antwort: Die Reshimot treten eine nach der anderen in uns in Erscheinung, von unten nach oben, und sie stellen sich immer in Form von zerbrochenen Stufen dar (Klipot, das Ego). Indem wir sie korrigieren, bilden wir unsere Seele – das Gefäß, in dem wir uns selbst wahrnehmen, unser spirituelles Leben.

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Amalek ist Arroganz, Hochmut und Stolz

Aus dem Buch „Licht und Sonne“: In Midrasch heißt es: „Erinnere dich, was Amalek dir angetan hat, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid. Wie er dir auf dem Weg begegnete“. „Er begegnete dir“ (karecha) – aus dem Wort „Abkühlung“ (krirut), das bedeutet, Amalek löschte das Feuer der Liebe aus und kühlte es in denen, die sich zuvor heiß und inspirierend geliebt hatten.

Woher kam die Abkühlung? Aus Arroganz und Stolz, denn Amalek bedeutet Arroganz, Hochmut und Stolz. Das Wichtigste, das zur Freundesliebe führt, ist, wenn jeder sich selbst für verachtenswert und niederträchtig hält und immer Fehler in seinen Taten findet, während er die Rechtschaffenheit seines Freundes und seine großen Taten sieht. Deshalb liebt er seinen Freund und haftet sich ihm an. Wenn er sich jedoch in seiner Arroganz für groß hält, sieht er die Mängel seines Freundes und hasst ihn deshalb. So kühlte Amalek die Wärme und den Enthusiasmus ab, mit der sich das Volk Israel zuvor geliebt hatte. 

Das charakteristische, herausragende Merkmal des Verlangens zu genießen, das ihn sofort entlarvt, ist der Stolz. Hinzu kommt auch Wut, Arroganz. Aber Stolz zeichnet sich dadurch aus, dass er sich auch in negativer Form manifestieren kann, wenn ein Mensch stolz darauf ist, herabgesetzt zu werden. Daher ist Stolz das wichtigste Zeichen für das Verlangen zu genießen. 

Stolz ist nicht, dass ich mich überlegen und stärker fühle. Es ist Stolz, in auch nur einer von allen Situationen, die in meinem Leben passieren können, daran zu denken, dass sich jemand anderes ändern muss und nicht ich. Das heißt, dass sich etwas außerhalb von mir ändern soll und nicht ich selbst. Es stellt sich heraus, dass ich, wenn ich etwas Negatives sehe, diesen Mangel dem Schöpfer zuschreibe, weil es außer mir nur Ihn gibt.

Wenn ein Mensch ein gewisses Verlangen hat, etwas außerhalb seiner selbst zu verändern, nennt man das Stolz und ist ein Zeichen des egoistischen Verlangens. Man kann eine Menge daraus lernen, denn auf jeder Stufe kann man etwas herausfiltern, klären.

Es gibt eine Bifurkation (Gabelung)  der Wahrnehmung: so wie die Situation von mir und von anderen gesehen wird, als gäbe es mich und sie, und um mich herum ist eine große Welt voller Menschen. Aber in Wirklichkeit spreche ich mit meinen eigenen Eigenschaften, nicht mit anderen Menschen. Von diesem Punkt aus öffnet sich der Zugang zu einer anderen Wahrnehmungsebene. 

Deshalb ist die endgültige Auslöschung des Amaleks, der egoistischen Absicht, die sich am deutlichsten auf ihrer letzten Stufe als Haman offenbart ein großes Fest für die Juden ist. Das heißt, dass dies ein Fest für diejenigen ist, die die Einheit (jechud) erreichen wollen, das gesamte Volk zu vereinen, denn es ist das letzte Hindernis bevor alle zerbrochenen Teilchen der Seele sich vereinen.

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Methode der Korrektur, Teil 5

Warum hat uns der Schöpfer nicht vollkommen geschaffen?

 Frage: In seinem Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“ schreibt Baal HaSulam, dass ein Mensch nur eine einzige Handlung vollbringen muss – seine Korrektur in Bezug auf die Umgebung, die zur Verschmelzung mit dem Schöpfer führen wird. Gleich stellt sich die Frage: Warum hat der Schöpfer/die Natur uns nicht von Anfang an vollkommen geschaffen, ohne uns mit all diesen Schwierigkeiten zu belasten?

Antwort: Dann könnten wir nicht spüren, wo wir uns befinden. Wir können uns als Geschöpfe nur durch zwei Gegensätzen empfinden: Dunkelheit – Licht, gut – schlecht, süß – sauer, usw. Wir können nicht nur Eines davon spüren, das gibt es in der Natur nicht.

Daher sind wir verpflichtet, alle negativen Eigenschaften, sowie alle positiven Eigenschaften zu absorbieren und diese Aufgabe systematisch zu lösen.

Frage: Heißt das, dass der Schöpfer nicht in der Lage war, uns von Anfang an vollkommen zu erschaffen? Bedeutet dies, dass es etwas gibt, was Er nicht kann?

Antwort: Lasst es uns zunächst so akzeptieren, um später zu verstehen, warum es notwendig war. Es ist wahrscheinlich noch nicht klar, dass Er uns nicht anders erschaffen konnte, nicht weil Er dazu unfähig wäre, sondern weil wir sonst gefühllos wären.

Nur einen Zustand zu fühlen bedeutet, nichts zu fühlen. Alles wird nur aus dem Kontrast, dem Vergleich wahrgenommen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 07.02.2019

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Wir geben unseren Kindern nicht die richtige Erziehung, da wir sie auch nicht erhielten


Ich nahm an einem Gespräch für die TV Serie „Der Schmetterlingseffekt“ teil.
Mit mir sprachen:

Ram Shmueli – Reserve-Brigade-General, ehemaliger Leiter des Geheimdienst -Geschwaders und Kommandant eines Luftwaffenstützpunktes. Vorsitzender eines staatlichen Kommitees, das das Ministerium für Erziehung( rechts) beaufsichtigt (rechts).

Avihu Sofer – der Manager unserer Abteilung für Publikationen in der Presse und dem Internet (Mitte).

Als Vorsitzender eines staatlichen Kommitees, dass das Ministerium für Erziehung beaufsichtigt, versteht Ram die Probleme, die heranwachsenden und erwachsenen Generationen auf lokaler und globaler Ebene zu erziehen. Jedoch sind alle Erziehungsministerien machtlos, irgendetwas zu unternehmen. Wir sind hilflos, wenn es um das geht, was uns lieb und teuer ist – unsere Kinder. Wir sind unfähig, sie in richtiger Weise zu formen, und wir überlassen diese Aufgabe stattdessen dem Egoismus, der in ihnen wütet. Wir lassen ihren Egoismus sie dazu bringen, dass sie aneinander geraten, und er sie zu seinen jämmerlichen Gefangenen zu machten – ohne auch nur einen Augenblick der Ruhe.

Und all dies geschieht, weil wir ebenfalls nicht die richtige Erziehung bekommen haben. Wir wurden nicht zu „menschlichen Wesen“ erzogen; wir bekamen keine Erklärung darüber, unseren Aufbau, wie wir gemacht sind, über unsere Verlangen und Eigenschaften, über das, was uns regiert, worin unsere Freiheit der Wahl besteht, welche Gesetze uns als Individuum und als Gesellschaft regieren und welches die Gesetze unserer Entwicklung sind. In Wirklichkeit wissen wir überhaupt nichts über uns oder von dem, was um uns herum ist. Deshalb ist unser Leben so wie es ist – es findet im Dunkeln statt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Notwendigkeit, die richtige Wahrnehmung in unseren Kindern zu fördern
Blog-post: So hilft man Lehrkräften und Eltern!
 
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Jeder von uns kann die Welt mit seinen Gedanken verändern

Frage: Sie sagen, wenn wir nicht die Korrektur erreichen, wird es eine Hungersnot geben. Auf globaler Ebene ist das offensichtlich. Was aber kann ein normaler Mensch tun? Was kann er in die Praxis umsetzen, wenn er keine besonderen Gelegenheiten hat, die Welt zu beeinflussen?

Antwort: Am allermeisten beeinflusst er die Welt mit seinen Gedanken, denn „alles klärt sich im Gedanken“. Unsere Verbindung geschieht nicht durch die Elektrokabel des Internet, den Schallwellen unserer Stimmen, den Bildern auf dem Computer Bildschirm oder gar dem direkten Kontakt miteinander. Die gesamte Verbindung zwischen uns findet in unseren Verlangen statt.

Der Schöpfer erschuf nichts außer dem Verlangen. Wir nehmen unterschiedliche Entwicklungsstufen des Verlangens als Materie dieser Welt wahr – die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe in Form von Gasen, Flüssigkeiten, festen Körper und Plasma. Doch all dies befindet sich nur in unserer Vorstellung. Wir stellen uns vor, dass wir in Zeit, Bewegung und Raum existieren.

Diese Dinge sind jedoch nicht real – es ist nur die Art, wie sich die Realität in unseren unkorrigierten Eigenschaften darstellt. Außerhalb des sichtbaren Bildes der Realität ist die treibende Kraft das Verlangen. Daher existiert jeder Mensch, egal wie entfernt er von anderen ist, in diesem System und beeinflusst jeden darin durch sein Verlangen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Wirklichkeit, die wir spüren, ist wie ein Traum
 

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Der Schöpfer ist unsere innerste Verwirklichung

Der Schöpfer ist unsere korrigierte Eigenschaft. Der Schöpfer wird innerhalb des Geschöpfs enthüllt, deshalb wird er im Hebräischen „Bo-re“ genannt („komm und sieh“).

Man muss einen korrigierten Zustand, das eigene korrigierte Selbst erreichen und kann dann die korrigierten Eigenschaften sehen und diese „den Schöpfer“ nennen. Den Schöpfer enthüllt man nur in sich selbst, innerhalb der eigenen korrigierten Gefäße der Wahrnehmung. Außerhalb von einem selbst fühlt man nichts.

Die gesamte Wirklichkeit, alles, was existiert nehmen wir in uns selbst wahr, in unseren Wahrnehmungen. Deshalb steht im Buch des Sohar, dass alle Welten und alles was diese ausmacht, den Schöpfer eingeschlossen, im Menschen existieren. Das liegt daran, dass sie im Inneren eines Menschen gefühlt werden. Alles scheint außerhalb von uns zu existieren. Diese Illusion wird uns mit Absicht gegeben, damit wir durch den Gegensatz des „Außen“ und „Innen“ die Fähigkeit erlangen, die Welt, uns selbst und den Schöpfer sowohl von Außen als auch von Innen zu sehen. Wir werden dann in der Lage sein, die Schöpfung so zu fühlen, wie er es tut: vor der Schöpfung, im Prozess des geschaffen Werdens und in den zukünftigen „höheren Zuständen“.

Die spirituelle Wahrnehmung basiert darauf, dass man in sich die Wünsche der Anderen fühlt, die man sich dadurch zu eigen macht, dass man ihnen geben und sie lieben möchte. Auf diese Weise wächst das eigene Verlangen und in dem Maße, wie man sich mit den anderen Verlangen verbindet, enthüllt man eine größere und ausgedehntere Wirklichkeit.

In unserer Welt enthüllen wir die Welt der Assiya, wo jeder Mensch in seinem eigenen egoistischen Wunsch von den anderen abgetrennt ist. Wenn man jedoch beginnt sich mit der Gruppe zu verbinden, die dem eigenen Wunsch nach dem Schöpfer ähnlich ist, dann wird man im selben Maße, wie man sich mit ihrem Wunsch verbindet die Welt von Yetzira enthüllen.

Indem man sich mit dem Umfeld zu einem einzigen Verlangen verbindet, entdeckt man die Eigenschaft des Gebens, die man erlangt hat und diese wird der Schöpfer genannt. Die Erscheinungen, die man in den eigenen korrigierten Wünschen aufdeckt, werden das innere Licht und ihre innerste Quelle wird der Schöpfer genannt.

Danach wird ein noch größerer egoistischer Wille in einem selbst aufgedeckt und indem man versucht sich über diesen egoistischen Wunsch hinweg mit der Gruppe zu verbinden, erreicht man die Welt von Bria.

So entdecken wir alle fünf Welten. Baal HaSulam schreibt in der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, dass alle Welten im Inneren einer Person existieren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Enthüllung des Schöpfers an die Geschöpfe und zwar innerhalb des Geschöpfes, innerhalb seiner korrigierten Wünsche (Sinne). Durch die Aufdeckung der Eigenschaft des Gebens erreichen wir auch ihre Quelle, ihren Erschaffer. Diese innerste Verwirklichung wird der Schöpfer genannt.

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Die Wissenschaft der neuen Welt

Die wahre Wirklichkeit kann nur durch die Eigenschaft des Gebens gesehen werden, die unserem egoistischen Wissen widerspricht. Unsere egoistischen Eigenschaften zeigen uns ein falsches Bild von der Welt, geben uns falsche Ziele und Fakten, die sich im Gegensatz zur Wahrheit befinden. Die Menschen sind dabei zu erkennen, wie sehr sich die irdischen Wissenschaften irren. Am Ende werden sie ohne Fundament „in der Luft hängen“.

Jetzt denken die Menschen, dass die Wissenschaft die unbestrittene Wahrheit ist, worauf sie sich verlassen können. Doch das ist nur solange der Fall, wie sie innerhalb der egoistischen Eigenschaft der Welt existieren.

Doch sobald man anfängt, sich über diese Welt zu erheben, aufzusteigen, erkennt man, dass alle vorherigen Gesetze nicht mehr gelten. Das ist deshalb so, weil alle Gesetze, die der menschliche Verstand bis heute erkannt hat, die Gesetze des egoistischen Verlangens sind. Wenn jemand sein Verlangen zu empfangen, in ein Verlangen zu geben ändert, dann werden sich die Gesetze, sowie die Wissenschaft, ebenfalls ändern. Man wird plötzlich erkennen, dass die Gesetze nicht mehr länger funktionieren: Zu seiner Überraschung wird Essig anfangen zu brennen, genau wie Alkohol. (Das ist eine Anspielung auf das, was im Talmud geschrieben steht: „Der dem Öl sagte, dass es brennen soll, wird dem Essig sagen, dass er brennen soll.“)

Natürlich werden diese Veränderungen nicht entscheidend sein, weil unsere Welt bis zum Abschluss der Korrektur existieren wird. Es ist nur so, dass wir zusätzlich zu dieser Welt neue spirituelle Verlangen enthüllen werden und in ihnen werden wir dann neue Phänomene erkennen.

Wie haben die Menschen die Wissenschaft erschaffen? Das machten sie innerhalb ihres Verlangens, innerhalb ihrer selbst. Die Menschen bemerkten, dass ein egoistisches Verlangen von einem Phänomen begleitet ist und ein anderes Verlangen – von einem anderen. Und das ist auf jeder Stufe unserer Welt gleich, ob es nun die unbelebte, pflanzliche, belebte oder die menschliche ist.

Die gesamte Wissenschaft gründet sich auf solche Beobachtungen. Zum Beispiel nehme ich in der Mechanik ein egoistisches Verlangen der unbelebten Stufe und messe, welche Abläufe bestimmten Verlangen entsprechen. Im Wesentlichen ist das dennoch das Licht und das Kli, die miteinander interagieren.

Wir verrichten die gleiche Art der Forschung auf den unbelebten, pflanzlichen, belebten Stufen der Natur. Auf diese Weise kam die gesamte Wissenschaft auf – denn der Mensch ist derjenige, der alles erforscht!

Solange wir also in einer egoistischen Natur existieren, welche die unbelebte (niedrigste) Stufe des Verlangens ist, werden wir weiterhin alles innerhalb davon erforschen. Doch wenn wir höhere Schichten hinzunehmen, jene, die zum Verlangen des Gebens gehören, dann wird sich unsere Wahrnehmung der Naturgesetze verändern.

Wir werden in der Natur neue Phänomene enthüllen und es wird uns erscheinen, als ob sich die Natur verändert hat. Doch in Wirklichkeit ist das einzige, was sich jemals verändert, unser Verlangen. Und wenn es das tut, empfinden wir in seinem Innern andere Fakten.

(Aus dem 1. Teil des täglichen Unterrichts)

 

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Blitz Antworten eines Kabbalisten

Frage: Sie sind seit so vielen Jahren auf dem Weg der Korrektur. Können Sie von sich behaupten, dass Sie ein freier Mensch sind?

Antwort: So wie sie diese Frage stellen, weiß ich nicht, ob es in unserer Welt freie Menschen in diesem Kontext gibt. Freiheit, wie wir sie verstehen, ist nicht wirklich Freiheit. Freiheit ist dann möglich, wenn man weiß, was Wahrheit ist und man danach handeln kann.

Frage: Wenn ich mich dem Schöpfer angleiche, werde ich dann auf diese Weise frei sein?

Antwort: Zweifellos, denn der Einfluss des Schöpfers auf uns ist eine Eigenschaft des Gebens. Wenn wir uns dieselbe Eigenschaft aneignen, dann verstehen wir den Schöpfer und der Schöpfer versteht uns. Insofern werden wir frei von unserem Egoismus als auch von den Auswirkungen unserer Umgebung sein.

Frage: Gibt es eine Stufe von Freiheit, die es ermöglicht, sich mit dem eigenen Willen, gegen Gewalt und Unterdrückung zu stellen?

Antwort: Nein. Wir stehen fast immer unter dem Einfluss anderer Menschen. Die Frage ist, in welcher Gesellschaft wir uns befinden. Wenn ich mich in eine Gesellschaft hineinversetze, die das richtige Ziel verfolgt und ich mich ihr unterordne, dann erreiche ich auf solch eine Weise das Ziel. Auf diese Weise müssen wir unsere Freiheit verwirklichen.

Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen Freiheit der Wahl und Freiheit des Willens?

Antwort: Bei der Freiheit des Willens geht es darum, zu entscheiden, was zu tun ist. Die Freiheit der Wahl ist die eigentliche Freiheit.

Frage: Wie adäquat ist aus Sicht der Kabbala, die Formulierung der Freiheit, von Hegel: „Freiheit ist eine bewusste Notwendigkeit“?

Antwort: Dies ist ein materialistischer, kleiner Irrtum.

Frage: Ruft der Schöpfer in mir alle Gedanken, Wünsche und Handlungen hervor, die ich ausführe?

Antwort: Im Moment ja. Wenn wir anfangen, den Schirm aufzubauen, dann wird nicht der Schöpfer mit uns tun, was Er möchte, sondern wir werden mit dem Schöpfer tun, was wir wollen.

Frage: Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit. Worum geht es dabei?

Antwort: Individualität ist kein Hindernis. Die egoistischen Forderungen werden so oder so realisiert. Aus diesem Grund spielt es keine Rolle, wie die Individualität ist. Einer isst gerne, der andere tanzt, der dritte schläft. Welchen Unterschied macht das? Jeder erfüllt sowieso seine Wünsche.

 

Aus dem Unterricht vom 12.05.2019

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Blitzantworten eines Kabbalisten, 21.04.2019

Frage: Wie können wir die Freunde beeinflussen, um unsere Verbindung zu verbessern?

Antwort: Wir müssen ihnen ein Beispiel für eine gute Verbindung zeigen, das wird sie beeinflussen.

Frage: Wenn ich einen Wunsch habe, der nicht vom Lehrer erfüllt wird, wie kann er dann erfüllt werden? Muss ich dazu den Lehrer verstehen?

Antwort: Ihr könnt euch jedes Ziel setzen, alles mögliche verstehen, aber dieses Verständnis sollte im Zehner sein, dann werdet ihr durch nichts eingeschränkt und werdet keine Fehler machen. Erfasst den Lehrer, erfasst den Schöpfer – alles, was ihr möchtet – aber unbedingt im Zehner.

Frage: Woher weiß ich, ob mein aktueller Wissensstand, mit dem Stand meiner Seele übereinstimmt?

Antwort: Nein. Dein heutiger Wissensstand entspricht noch nicht der Wurzel deiner Seele. Die Wurzel aller Seelen befindet sich in der Welt von Azilut. Heute befinden wir uns nicht einmal in der Welt von BYA (Brija, Yezira, Asija). Ich hoffe das ihr noch im Laufe des Jahres fühlen werdet wie wir uns der Welt von Azilut nähern. 

Frage: Sind wir eine schlechte Kopie des Schöpfers oder sind wir Seine umgekehrte Form?

Antwort: Nein, wir sind keine schlechte Kopie, sondern eine völlig entgegengesetzte, in jeder Hinsicht verdorbene Kopie von Ihm.

Frage: Wenn ein Kabbalist diese Welt und das, was in ihr passiert betrachtet, sieht er dann darin den Kraftfluss, den Intellekt, den Gedanken des Schöpfers?

Antwort: Sicher. Er fühlt den Plan des Schöpfers, der sich allmählich in unserem Bewusstsein verwirklicht. Er erkennt, dass wir Sein Gedanke sind.

Frage: Befinden wir uns in dieser Welt „inmitten einer klaffenden Leere“?

Antwort: Je nachdem, wie man das wahrnimmt, im Prinzip ja.

Frage: Mit welchen Werkzeugen und Grundsätzen lenkt der handelnde, höhere Verstand die Welt?

Antwort: Das Werkzeug ist sehr einfach: Licht und Verlangen. Sie sind sich einander entgegengesetzt, aber das Verlangen hat die Möglichkeit, die Absicht vom Licht zu bekommen und sich dadurch dem Licht anzugleichen. Das Verlangen kann sich dann, bis zu einer vollständigen Verschmelzung, dem Licht annähern.

Frage: Wird es zu unserer Zeit das Ende der Tage geben? Wird das ein Ereignis werden?

Antwort: Das Ende der Tage wird es dann geben, wenn ihr euch über unsere Welt erhebt. Dann werdet ihr diese Welt im spirituellen Kli ohne Zeit wahrnehmen. Dies wird als „Ende der Tage“ bezeichnet.

Frage: Warum ist das Ziel der Schöpfung verborgen, nicht greifbar und von mir nicht erwünscht? Andere irdische Ziele sind nicht verborgen.

Antwort: Das Ziel der Schöpfung ist nicht vor euch verborgen. Ihr seid es selbst, die es durch eure Eigenschaften verhüllt.

Das spirituelle Ziel ist höher als das irdische Ziel. Ihr habt dafür keine entsprechenden Sinnesorgane. Aus diesem Grund wird gesagt, dass es verborgen ist. Findet die entsprechenden, ähnlichen, gleichwertigen Eigenschaften und ihr werdet das Spirituelle wahrnehmen.

Frage: Wenn es unsere Welt nicht gibt, was bedeutet dann „Ewigkeit“ im Munde eines Kabbalisten?

Antwort: Die Ewigkeit ist die Welt der Unendlichkeit, in die wir gehen, wenn wir die Stufen aller Welten hinaufsteigen. Unsere Welt existiert nicht einmal. Dies ist der scheinbare Mittelpunkt aller Welten.

Aus dem Unterricht vom 21.04.2019

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