Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Anstrengungen'

Dann wurden noch nicht genug Anstrengungen unternommen

Frage: Was soll man tun, wenn man „sich angestrengt und nichts gefunden“ hat?

Meine Antwort: So etwas gibt es nicht, dass jemand „sich angestrengt und nichts gefunden“ hat. Wenn du dich angestrengt und immer noch nichts gefunden hast, dann bedeutet es, dass du noch nicht genug Anstrengungen unternommen hast. Anders geht es nicht.

Denn alles befindet sich vor dir! Es ist so, als ob du mit verbundenen Augen in einem Zimmer stehen würdest, in dem es einen Tisch mit verschiedenen Köstlichkeiten gibt. Und du hast Hunger und musst ihn finden!

Diesen Tisch gibt es aber hier! Du kannst durch dieses Zimmer laufen, wie du willst, niemand stört dich und niemand nimmt dir den Tisch mit dem Essen weg – also hängt alles von deinen Anstrengungen ab!

Deshalb kann es auch nicht sein, dass man „sich angestrengt und nichts gefunden“ hat! Das bedeutet, dass es noch Stellen im Zimmer gibt, die du noch nicht erreicht hast. Es kann sein, dass du dich im Kreis drehst, bis du zur Vernunft kommst und begreifst, dass du mit System und in alle Richtungen suchen musst.

Dann versuchst du es auf diese und jene Weise und findest die Lösung für dieses Problem. Doch es steht außer Zweifel, dass dir bereits alles gegeben ist!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 12.07.2011

Jeden Augenblick über den vorangegangenen setzen

In jedem Zustand des Aufstiegs muss man sich unverzüglich den Zustand des Abstiegs vorstellen. Denn wenn du das kannst, bedeutet es, dass du dich im Aufstieg bereits länger als einen Augenblick befindest. Länger braucht man aber nicht!

Du hast diesen Eindruck bereits bekommen, hast die „Aufzeichnung“ (Reshimo) gemacht, und wenn du sie fortsetzt, beginnst du diesen Zustand egoistisch zu genießen. Du steuerst ihn also nicht mehr, fasst ihn nicht zusammen, richtest ihn nicht korrekt aus, wie es der Fall war, als du ihn angetreten bist – du beginnst ihn einfach zu genießen und ihn in Richtung deines Egoismus zu lenken.

Wenn der Zustand des Aufstiegs länger als einen Augenblick dauert und du es verstanden hast und nicht vorhast, etwas hinzuzufügen, dann muss er als Abstieg verbucht werden. In der Spiritualität ist es so, dass, wenn du nichts hinzufügst, sondern in der gleichen Zeit, im gleichen Augenblick, auf der gleichen Höhe bleibst, du dich in eine Null verwandelst. In der Spiritualität zählt nur die Beschleunigung und nicht die Geschwindigkeit.

Und die Spiritualität befindet sich in der Gruppe – dort, wo die Einheit erreicht wird, denn innerhalb unserer Einheit enthüllen wir den Schöpfer. Wir müssen uns also ständig in Bezug auf diese Einheit prüfen. Wenn ich in die Gruppe den Eindruck von ihrer Wichtigkeit neben der eigenen Nichtigkeit in Bezug auf sie, auf die Wichtigkeit des Ziels, der spirituellen Arbeit, des Schöpfers, der sich in unserer Einheit enthüllt, hineinbringe, dann bewege ich mich in die richtige Richtung.

Nehmen wir an, ich habe Anstrengungen in diese Richtung unternommen und konnte eine gewisse Erkenntnis in Bezug auf die Spiritualität, die Eigenschaft des Gebens, erlangen, habe etwas empfunden und in meinem momentanen Zustand verstanden. Ich kann aber nicht länger als einen Augenblick in diesem Zustand verweilen, nachdem ich ihn in der Empfindung und im Verstand erfasst habe. Denn im nächsten Augenblick werde ich bereits damit beginnen, für mich selbst zu genießen – dadurch, dass ich verstanden und empfunden, dass ich etwas erreicht habe! Das alles wird bereits auf egoistische Art und Weise geschehen.

Aus diesem Grund muss man gleich im nächsten Augenblick das Verlangen seinerseits hinzufügen – nach etwas größerem suchen! Doch wo soll man ein solches Verlangen hernehmen, ständig nach mehr zu streben, um nicht entsprechend seinem Verlangen zu genießen abzusteigen, indem man sich Verzögerung und Erholung gönnt und Genuss aus dem Erreichten zieht?

Rabash schreibt, dass, wenn der Mensch sich im Zustand des Aufstiegs sieht, er unverzüglich damit beginnen soll, nach dessen Erklärung in den Büchern und Artikeln zu suchen, mit diesem neuen, von ihm gerade erreichten Verlangen dort hineindringen und diesen Zustand immer tiefer ergründen. Er macht es, um das zusätzliche Verlangen von dort zu erhalten, welches ihm erlauben würde, weiter aufzusteigen.

Denn wenn wir nicht aufsteigen, fallen wir! Es ist nicht möglich, einen „ebenen Weg“ entlang zu kriechen, in der Spiritualität gibt es so etwas nicht. Wie geschrieben steht: „Kein Augenblick ähnelt einem anderen!“ Ich muss es auf diese Weise tun, damit der nächste Augenblick höher als der vorangegangene liegt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.05.2011

Spirituelle Informatik

Wenn wir wollen, dass der Sohar uns hilft, müssen wir das Verlangen, den Mangel, vorbereiten, damit das im Sohar verborgene Licht auf uns einwirkt, denn es muss etwas geben, worauf es einwirken kann.

Es kann nur ein „zerbrochenes“ Verlangen geben, es muss also als egoistisches Böses, als Unfähigkeit, uns miteinander zu verbinden, von uns wahrgenommen werden. Wir wollen uns verbinden, unternehmen Anstrengungen, und nur, wenn wir versuchen, uns zu verbinden, dazu aber nicht in der Lage sind, enthüllen wir das Verlangen, das Bedürfnis nach der Verbindung – genau dieses Verlangen müssen wir der Einwirkung des Lichts aussetzen.

Unsere Vorbereitungsarbeit besteht also darin, jedes Mal zu versuchen, uns immer tiefer in unseren Herzen zu verbinden, damit es keinen Unterschied zwischen uns gibt und alle auf ein gemeinsames Verlangen gerichtet sind, wo jeder spürt, dass er sein eigenes Ich, seine Identität verliert und in ein gemeinsames Wir eingebettet wird.

Wenn wir einen solchen Zustand erreichen, in dem wir uns danach sehnen, uns zu einem Ganzen zu vereinen, dazu aber nicht in der Lage sind, erwecken wir ein Reshimo (Informationsgen). Jene Kraft des Verlangens, mit der wir uns jedes Mal verbinden wollten, es aber nicht konnten, wird als Reshimo de Awiut (Information über das Verlangen) bezeichnet. Und der Zustand, den wir uns in unseren Träumen vorstellen – wie gut es sein wird, wenn wir uns im gegenseitigen Geben vereinen, und genau das wollen wir erreichen – wird als Reshimo de Hitlabshut (Information über das Licht) bezeichnet.

Dann kommen wir bereits mit diesen Reshimot zum Licht, damit es uns korrigiert und auf das zerbrochene Reshimo, welches wir nicht realisieren können, einwirkt, und es vollzieht diese Handlung.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 10.05.2011

Die Fernsteuerung für alle Seelen

Frage: Seit wir angefangen haben, den Artikel „Es gibt niemand außer Ihm“ zu studieren, bin ich bezüglich der Absicht vollkommen verwirrt. Wenn das Höhere Licht beständig mit 100% arbeitet, was ist dann „das Licht, das umwandelt“? Und wen muss ich darum bitten? Von wem muss ich es für andere fordern? Was arbeitet hier, wenn sich alles in meinem Innern befindet?

Meine Antwort: Angenommen, ich habe eine Fernsteuerung. Ich drücke einen Knopf und aktiviere eine Art Mechanismus. Heute gibt es viele Geräte, die auf diese Weise funktionieren. Doch wenn du dabei bist und es einem Menschen zeigst, der vor 100 Jahren lebte, würde er denken, dass du einfach ein Engel bist, der Wunder vollbringt: Du drückst einen Knopf und plötzlich verwandelt sich das Glas in ein Bild…

Das heißt, indem man eine Fernsteuerung benutzt, kann man verschiedene Systeme aktivieren. Wenn ich zum Beispiel einen Knopf drücke, beginnst du, allerlei Eindrücke zu empfangen, wenn du auf ein Stück Glas (Bildschirm) schaust. Du fängst an zu weinen und dann lachst du, erlebst Sorgen und Freude. Es zeigt sich, dass ich einen solch gewaltigen Eindruck auf dich ausübe, indem ich einfach einen Knopf drücke. Ich habe einen Freund beeindruckt.

Die Kabbalisten sagen, dass das Lesen des Buches Sohar so ist, als ob man eine Fernbedienung zu allen Seelen hält und sie sind von dir abhängig. Denke darüber nach, wie man sie erwecken kann! Das bedeutet, einen „Knopf drücken“. Wenn du darüber nachdenkst, dann „drückst“ du „den Knopf“ und aktivierst einen Einfluss, der dazu führt, dass sie beginnen aufzuwachen.

Alles hängt davon ab, wie sehr du danach verlangst, dass das geschieht und wieviele andere Menschen ebenfalls danach streben, andere zu erwecken. Es müssen sehr viele Anstengungen in hoher Qualität sein.

Auf diese Weise erwecken wir einander. Niemand kann sich selbst erwecken. Jeder Mensch kann nur zu dieser spirituellen Gemeinschaft, die „die Gruppe“ heißt, gelangen, um andere zu erwecken. Andernfalls wird er mit der Gruppe nicht einmal in Kontakt kommen, weil die Gruppe wie Malchut von der Welt von Azilut ist.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 28.04.2011, Der Sohar

Zur Einheit durch die Wüste

Frage: Wie kann der Mensch erkennen, dass er begonnen hat, an der Vereinigung mit den Freunden zu arbeiten? Woran kann das gemessen werden?

Meine Antwort: Die Arbeit an der Vereinigung kann an der Enttäuschung gemessen werden, wenn der Mensch spürt, dass er jedes Mal scheinbar im Kreis läuft oder sogar noch tiefer sinkt.

Ich habe meine Abstoßung den anderen gegenüber überwunden, habe mir gewünscht, mich mit ihnen zu verbinden, habe begonnen zu planen, wie ich das umsetzen kann, wie ich mich ihnen nähern kann, wie ich mich gemeinsam mit ihnen beteiligen kann. Dann habe ich begriffen, dass unsere Einheit nicht äußerlich, sondern innerlich sein muss, dass ich mich mit ihnen mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele verbinden und sie nicht einfach an der Hand halten oder sie an die Schultern fassen muss.

Ich habe so viele Anstrengungen unternommen – und habe unsere Einheit vergessen. Und wieder habe ich mir Mühe gegeben – und habe wieder vergessen. Während ich über die Spiritualität, über das Ziel, welches ich erreichen muss, nachdenke, denke ich nicht an meine Freunde. Vor allem entstehen in mir andere Vorstellungen von der Spiritualität – als von den Enthüllungen, Lichtern, Erfüllungen. Ich glaube, dass die Spiritualität alle meine Verlangen wie in der Materialität erfüllen wird, als wäre es eine gewöhnliche Erfüllung mit dem Genuss innerhalb des Verlangens. Das heißt, ich versuche die Spiritualität auf egoistische Art und Weise zu erreichen. Dadurch erkenne ich, dass ich mich noch im Exil befinde.

Ich strebe die ganze Zeit nach der Spiritualität, nach der Einheit, ich richte mich jedes Mal korrekt aus – auf die Vereinigung mit den Freunden, auf die Festigung in der Gruppe, in der Verbreitung, auf die Einheit und die Bürgschaft. Ich verstehe, dass ich von ihnen abhänge und sie von mir abhängen, und strenge mich jedes Mal an, um mich an den Gedanken festzuhalten, dass die Spiritualität unsere gegenseitige Verbindung über dem Verlangen jedes Einzelnen ist.

Und nach allen meinen Anstrengungen und richtigen Gedanken werde ich wie von einem Schlag auf den Kopf betäubt – und ich kehre wieder zu den früheren Gedanken an das Materielle zurück: „Und wo ist mein Nutzen?! Wo ist die Spiritualität?! Was habe ich bekommen? Es hat sich nichts in mir enthüllt…“

Das bedeutet, dass der Pharao alle meine Anstrengungen verschlingt. Und so ist es jedes Mal. Ich versuche, mich über mein Ego zu erheben, mich mit allen zu verbinden, soweit ich nur dazu im Stande bin, ich baue die Gruppe auf, um eine richtige Umgebung für mich zu erschaffen, die in der Lage wäre, mich zu unterstützen, – und plötzlich denke ich wieder: „Und wo ist mein Gewinn – in mir? Was habe ich verdient? Was habe ich gefunden? Was habe ich erreicht? Wo ist die Erfüllung?“ Das heißt, ich warte auf die Erfüllung meiner egoistischen Verlangen und nicht auf die Enthüllung des Gebens zwischen uns.

So verschlingt der Pharao jedes Mal alle meine Anstrengungen – bis er sie alle endlich ausspeit, wie geschrieben steht: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ [Hiob 20:15]. Wenn meine Anstrengungen das volle Maß erreicht haben, bekomme ich alles, was der Pharao in sich gehortet hat, wieder – jedoch nicht auf einmal, sondern nach und nach. Als erstes erhebe ich mich über alle diese Verlangen, das heißt, ich „fliehe aus Ägypten“, dann enthülle ich sie allmählich in Form des „goldenen Kalbes“, der „Späher“ und anderer egoistischen Verlangen, doch das ist bereits auf der Ebene der „Wüste“.

Wenn ich in der Eigenschaft „Chafez Chessed“ (der nichts für sich will) arbeite – im „Geben um des Gebens willen“, dann enthüllen sich die gleichen Verlangen mit den Erfüllungen des Pharaos, und genau diese helfen mir, das Böse zu enthüllen. Denn in der „Wüste“ habe ich nichts, „Chafez Chessed“ hat kein Verlangen. Doch in dem Maße, in dem ich dieses egoistische Verlangen aus dem Pharao herausziehe, kann ich es korrigieren, indem ich es in eine immer größere Eigenschaft des „Gebens um des Gebens willen“ verwandle – bis ich diese ganze Stufe abgeschlossen und meine „40 Jahre Wanderung durch die Wüste“ beendet habe. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 21.04.2011

Gemeinsame Anstrengungen mit dem Höheren

Alle Zustände, die wir nach dem Auszug aus Ägypten zu sehen erwarten, müssen wir versuchen, bereits in Ägypten, jetzt, während wir in der Gruppe arbeiten, zu sehen. Trotz der Herrschaft des Egoismus wollen wir hier und jetzt die spirituelle Welt enthüllen. Nur wenn wir Anstrengungen unternehmen, werden wir jene Kraft, die das vollbringt, hervorrufen können.

Wir müssen einen Ort finden, an dem wir uns verbinden wollen, wir müssen begreifen, wie wir uns anstrengen, wie wir nach der Einheit verlangen sollen. Wir tun alles Mögliche durch unsere eigenen Anstrengungen und durch die Anstrengungen des Höheren. Wir bitten, wir verlangen von ihm, wir ziehen ihn an, damit er uns hilft – wir vergessen jedoch nicht unseren eigenen Beitrag.

Nur wenn wir es schaffen, den Ort, die Anstrengungen und den Charakter der Handlungen richtig zu bestimmen, werden wir eine Lösung finden können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 18.04.2011

Das Geheimnis eines integralen Systems

Unser Verlangen muss gemeinschaftlich sein. In jedem von uns gibt es zwei Teile: einen männlichen und einen weiblichen. Ich übe einen Einfluss auf dich aus, du auf mich, die anderen wiederum auf mich usw. Es kann nicht sein, dass ich mich um mich selbst kümmere. Ich erfülle mich niemals selbst.

In einem gemeinsamen Körper kann ich nur die anderen erfüllen, indem ich mein Verlangen oder meine Erfüllung an sie weitergebe. Es wird mir nicht gelingen, etwas direkt an mich selbst zu richten.

Genau das ist ein integrales System. Sein Wesen besteht darin, dass niemand etwas für sich selbst durch seine eigenen Kräfte beschaffen kann – nur durch die Umgebung. Und zwar nur unter der Bedingung, dass er nicht an sich, sondern allein an die Freunde denkt.

Und dann kehren seine Anstrengungen zu ihm zurück – natürlich wenn er nicht daran denkt, dass sie zurückkehren.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus der Pessach-Broschüre, 14.04.2011

Nur jetzt! Spiritueller Vorschuss zu günstigen Konditionen!

Mit Hoffnung und Zuversicht kann ich sagen, dass wir an der Schwelle zu realen spirituellen Handlungen stehen. Wenn wir es schaffen, uns selbst zu überzeugen, dass sie sich in der gegenseitigen Beziehung zwischen uns enthüllen und dass sich der Schöpfer ebenfalls dort enthüllt, wenn wir das wollen, dann stehen uns alle Möglichkeiten offen.

Von oben wurde uns der Eintritt gewährt, und nun sind wir an der Reihe, ein paar Schritte hineinzugehen. Wobei diese Schritte relativ leicht sind, weil sie durch die Vereinigung gewährleistet werden. Jeder geht nicht für sich allein vorwärts, sondern in die Tiefe, zu unserem gemeinsamen Zentrum, wo wir durch die gemeinsame Druckausübung in Liebe, Teilnahme und gegenseitigem Geben den Schöpfer enthüllen werden.

Die Zeit ist tatsächlich gekommen. Ich vergleiche mich nicht mit Abraham oder Moses, doch die Zustände, die sich enthüllen, sehen genauso wie damals aus. Lasst uns Anstrengungen unternehmen, und ihr werdet es in der Tat sehen.

Wir treten an die gemeinsamen spirituellen Handlungen heran, die die Enthüllung der Tora mit sich bringen, sprich die Enthüllung des Lichts, das den bösen Trieb korrigiert und den Schöpfer in uns enthüllt.

Ich spreche darüber in vollem Ernst. Noch vor 9-12 Monaten schien das gar nicht real oder praktisch realisierbar zu sein, doch heute sehe ich, dass wir zweifelsohne dazu in der Lage sind. Wir haben die Erlaubnis von oben bekommen, und jetzt hängt es von uns ab, ob wir das auf uns nehmen oder nicht. Die Nichtachtung wäre ein sehr bitterer Fehler und würde ein großes Unheil anrichten.

Ich hoffe sehr, dass das Pessachfest, meine Besuche bei den Gruppen im Ausland, der Moskauer Kongress und andere Ereignisse eine gute Vorbereitung darauf sein werden. Das ist möglich. Vor uns steht alles offen, und die ganze Welt hilft uns dabei. Alles, was in der Welt geschieht, ist nur Hilfe, die uns nach vorne treibt.

Wir sollten uns jedoch vorsehen. In einem der Briefe schreibt Baal HaSulam an einen seiner Schüler: „Vor einem Jahr war dein Zustand wesentlich besser, und heute befindest du dich in einem Abstieg. Verzweifle jedoch nicht an der Barmherzigkeit. Vielleicht wird es dir wieder gelingen“.

Heute ist die Zeit der Erweckung von oben gekommen, und uns wird die Gelegenheit geboten. Daran muss jedoch auch die Erweckung von unten angeschlossen werden – dabei gibt es keine Nachsicht.

Die Erweckung von oben ist eine sehr große Hilfe. Denn du musst den Schöpfer nicht von deinem guten Willen überzeugen – Er bietet dir selbst die Gelegenheit dazu: „Wende dich an Mich, und Ich werde dich belohnen“. Du kannst die Ware haben, der Ladenherr schreibt deine Schulden ins Buch ein, und bezahlen kannst du später. Zuerst gehe in die Spiritualität hinaus, und danach kannst du deine Schulden begleichen.

Auf diese Weise kommen wir voran. Ohne die spirituelle Kraft kommen wir nicht aus – doch wenn sie da ist, können wir spirituelle Handlungen vollziehen, und die Schulden können wir später begleichen. Jetzt haben wir die Chance, einen Vorschuss zu bekommen und die spirituelle Welt zu erlangen. Und später bezahlen wir, kein Problem.

Dann lasst uns hoffen, dass wir begreifen, welche Gelegenheit sich uns bietet. Es wäre unverzeihlich, sie zu verpassen, ohne es zu schaffen, uns zu verbinden, wie es sein sollte.

Es hängt in vielerlei Hinsicht davon ab, wie wir die Zeit nutzen. Der laufende Moment ist sehr wichtig. Und wir dürfen nicht auf die Außenwelt zurückblicken in Erwartung, dass sie sich wenn nicht heute, dann morgen vorwärts bewegt. Das haben nicht wir zu entscheiden.

Aus dem Gespräch während des Mahls, 08.04.2011

Wie ein Samen, der in die Erde gepflanzt wird

Frage: Wie kann mich die Gruppe zwingen, nicht mit meinen inneren Anstrengungen aufzuhören?

Meine Antwort: Du musst völlig in die Gruppe eintauchen und dort das innere Netz der Verbindung zwischen allen enthüllen.

Stell dir vor, es gäbe ein gewisses System, welches als deine Umgebung bezeichnet wird und in welches du als dessen untrennbarer, integraler Teil eingebettet bist. Du bist von allen abhängig, und alle steuern dich voll und ganz: deine Gedanken, Verlangen, Absichten und Handlungen.

Doch du sehnst dich danach, in dieser absoluten, totalen Unterordnung den Anderen gegenüber zu sein, dich vollkommen in diesem inneren System zu verlieren und mit allen wie ein Mensch mit einem Herzen zu verschmelzen. Du bist dazu bereit, dich unter ihre Hypnose zu begeben.

Genauso begibt sich der Samen, der in die Erde gepflanzt wird, unter deren Einfluss und bekommt Kraft für sein Wachstum und seine Entwicklung, indem er sich von dieser Umgebung ernährt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 11.03.2011

In der Spiritualität gibt es keine Pausen

Frage: Wie können wir die Geschwindigkeit unseres Vorankommens beschleunigen? Wovon hängt das ab?

Meine Antwort: Das Erste, was die richtige Geschwindigkeit meines Vorankommens bestimmt, ist meine Fähigkeit, ständig jenes innere System vor mir wahrnehmen zu können, in dem alle meine Freunde zu einem Ganzen vereint sind. Nur ich allein befinde mich außerhalb dieser Verbindung und muss entscheiden, dass ich mich mit ihnen verbinden und dort die Kraft der Korrektur finden muss.

Und dann muss ich alle meine Verlangen und Gedanken überprüfen, um zu verstehen, ob ich uns alle wie eine Spinne mit tausend Spinnweben umspinnen kann, um mich möglichst stark mit den Freunden verbinden zu können.

Frage: Und wer gibt die Geschwindigkeit an?

Meine Antwort: Deine Anstrengungen geben die Geschwindigkeit an. Denn derselbe Augenblick, in dem eine spirituelle Handlung endet, wird zum Beginn der nächsten Handlung. In der Spiritualität gibt es keine Pausen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 11.03.2011