Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Liebe als Belohnung

Wir glauben, dass wir um die Erfüllung beten müssen: „Erfülle mich doch, erfülle!“ Doch die spirituelle Welt ist eine umgekehrte Anti-Welt, denn dort bedeutet Erfüllung die Arbeit selbst, die Anstrengung, die Bestrebung nach dem Ziel, das Verlangen zu lieben!

Eben dieses Verlangen an sich erfüllt auch den Menschen. Er wird bereits durch das Verlangen zu geben und noch nicht einmal durch die eigentliche Handlung erfüllt.

Der Mensch wird mit dem Schöpfer erfüllt, und der Schöpfer ist die Kraft des Gebens. Wenn wir die Kraft des Gebens erreichen und uns dadurch erfüllen, dass wir geben wollen, selbst wenn wir noch nicht die Handlung selbst ausgeführt haben, dann wird das als die Stufe von Bina bezeichnet. Und wenn wir die Handlung des Gebens realisieren, dann ist es bereits die Stufe von Keter, die Stufe der Liebe. Genau das ist die Erfüllung.

In unserer Welt ist es anders: ich führe irgendeine Handlung aus und warte, dass ich dafür bezahlt werde – die Bezahlung wird meine Erfüllung sein. Doch in der spirituellen Welt ist es nicht so. Dort dient die Handlung selbst als Erfüllung. Wie es geschrieben steht: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist das Gebot selbst“.

Es gibt jedoch noch eine Ergänzung: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist Denjenigen, der das Gebot erlassen hat, zu erkennen“. Das heißt, dort, im Inneren, enthüllt sich jemand, der mit dir verschmolzen ist…

Es kann nicht sein, dass die Handlung des Gebens nach einer Belohnung verlangt – anderenfalls ist es kein Geben! Aus diesem Grund befindet sich unsere Erfüllung in unseren Anstrengungen, in der Arbeit, in der eigentlichen Bestrebung nach der Spiritualität. Es ist mit einer Mutter zu vergleichen, die ihr Neugeborenes liebt und nach keiner Gegenliebe von ihm verlangt – sie erfüllt sich allein durch ihre Liebe zu ihm und durch das Geben.

Deshalb beten wir nur um das Verlangen zu geben, wir brauchen nichts anderes. Wenn ich ein solches Verlangen nach dem Schöpfer, der Liebe, dem Geben habe, dann muss ich um nichts mehr bitten! Das reicht aus, um mich als vollkommen erfüllt zu fühlen.

Ich werde in meinen Verlangen zu geben erfüllt – und die egoistischen Verlangen zu genießen werden niemals erfüllt werden. Sie können nur durch einen schwachen Funken erfüllt werden, der als „dünnes Leuchten“ – ein sehr begrenztes Leben in dieser Welt – bezeichnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Wieviel kostet Liebe?

Frage: Im Laufe der gesamten Geschichte kam es wegen Geld zu Kriegen zwischen Regierungen und in Familien. Wie kann es dann genutzt werden, um Menschen miteinander zu verbinden?

Antwort: Es hängt alles davon ab, wie Geld gebraucht wird. Wenn ich meinen Egoismus befriedigen will, dann brauche ich Geld. Doch wenn ich meinen Egoismus dazu nutze, um andere zu erfüllen, brauche ich einen anti-egoistischen Schirm, eine “Verhüllung” für den Egoismus, wie beispielsweise Geld.

Geld ist ein Hinweis auf meine Stärke, die Kraft des Schirms. Folglich werden Kriege nicht um Geld geführt, sondern wegen des Egoismus.

Zudem kann man nicht alles mit Geld kaufen, wenn auch fast alles. Sogar in unserer Welt gibt es Eigenschaften, die zur Wurzel der Seele gehören und die man nicht kaufen kann, so wie eine besondere Verbindung zwischen Menschen oder eine besondere Begabung (wie ein Talent in Musik, der Kunst oder der Literatur), die von der Wurzel der Seele kommen.

Eigenschaften, die wir von der Natur bekommen, können mit Geld nicht gekauft werden. Dinge, die wir mit unseren Anstrengungen hinzufügen, einschließlich Beziehungen zwischen Menschen, und Liebe, sind ebenfalls nur sehr schwer zu kaufen.

Manchmal verwechseln wir Geld mit Anstrengungen. Doch es ist unmöglich, einfach zu zahlen und eine bestimmte Einstellung zu kaufen. Dinge, die zur Natur gehören, die wir vom Schöpfer erhalten und an Ihn zurückgeben müssen, kann man unmöglich auf egoistische Weise erobern, und unser Papiergeld kann hier auch nicht helfen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.03.2011, Unterricht über Geld

Zwei Pfade

Es gibt keinen Zweifel, dass unser Zustand die unbedeutendste Beschaffenheit ist und es gibt nichts Schlimmeres als das. Hier gibt es nichts zu diskutieren. Das ist die Wirklichkeit, die uns von Oben gegeben wurde und egal was du sagst, diese Tatsache kannst du nicht verneinen.

Der Schöpfer sagt: „Ja, ich habe den Egoismus geschaffen und diese gesamte Welt. All das ist wahr, jedoch ist dies erst der Anfang. Höre auf, dort herumzusitzen und zu weinen. Beginne zu handeln, es wird endlich Zeit! Ich habe dazu alle Mittel für dich bereitgestellt, also setze sie ein!“

Jedoch will niemand etwas über irgendeine Art von Korrektur, Arbeit, Anstrengungen und Veränderungen hören. Für gewöhnlich wissen wir nur, wie man sich hinsetzt und wie man sich über die Tatsache beklagt, dass man sich mies fühlt.

Es gibt zwei Pfade aus jedem Zustand heraus zu kommen, in dem wir uns befinden. Und in Wirklichkeit ist unser Zustand nicht so schlecht, wie er uns erscheint. Im Gegenteil, es ist wirklich entsetzlich, dass wir nicht erkennen, was wir verlieren, im Vergleich zur Welt der Unendlichkeit, in der wir die Gelegenheit zu Sein haben.

Uns wird dieser unendliche Zustand nicht gezeigt, da wir uns dort sofort egoistischerweise hin bewegen würden. Dieser erleuchtete Zustand ist uns verhüllt, um uns davon abzuhalten. Dies ermöglicht uns zu arbeiten und uns normal zu entwickeln, die Stärke der Gruppe zu verwenden und auf diese Weise zum Schenken hin fortzuschreiten, anstatt uns zu egoistischen Parasiten (Klipa) zu entwickeln und nur Vergnügen nachzujagen und nicht die Kraft besitzen, sie abzulehnen.

Es gibt zwei Wege, um aus diesem niedrigsten und schlechtesten Zustand herauszukommen. Zu versuchen, aus eigener Kraft fortzuschreiten, die eigene Entwicklung einleitend, oder wenn wir das nicht wollen, gibt es da eine Maschine, oder ein Programm der Natur, das uns vorantreibt, uns zu entwickeln, gemäss der Abfolge von Zuständen, die dort aufgezeichnet sind: die Beziehungen zwischen dem Licht und dem Verlangen, welche sich gegenüber stehen.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 28/02/2011, „Einführung in das Buch Panim Meirot uMasbirot“

Ich wohne unter Meinem Volk

Während ich mich auf den Unterricht vorbereite, muss ich mir vorstellen, dass ich zu einem Treffen mit dem Schöpfer gehe, um mich Ihm anzunähern, in Sein Blickfeld zu gelangen. Denn ich komme in die Gruppe – gerade dorthin, wo sich der Schöpfer offenbart. Er wird sich nicht außerhalb der Gruppe enthüllen. Darüber steht in den Schriften geschrieben: „Ich wohne unter Meinem Volk“.

In dem Ausmaß der Höhe und der Stärke der Gruppe, sprich der Qualität und der Quantität ihrer Anstrengungen, kann ich das Licht, welches ich über sie empfange, genießen.

Die Gruppe ist die Shechina, die Gruppe ist Malchut der Welt der Unendlichkeit, die Gruppe ist meine Arche, mein Mutterleib, und im wahren Sinne ist sie meine Seele. Denn in ihr sind alle Verlangen versammelt, an denen es mir mangelt, um sie zu korrigieren und die Korrektur zu erreichen.

Aus diesem Grund muss ich mir vorstellen, dass Israel, die Tora und der Schöpfer eins sind, dass wir mit der Gruppe ein Ganzes, ein vereintes Kli bilden, wie ein Mensch mit einem Herzen, in dem die Bürgschaft herrscht. Und dieses Kli erlangt ein einziges Licht.

Ein Licht oder mehrere Lichter hängt davon ab, wie eng wir miteinander verschmolzen sind. Wenn wir verschmolzen sind, wirkt auf uns das Licht ein, dessen Stärke entsprechend unserer wachsenden Einheit zunimmt. Und dann kommen wir zur Korrektur.

Worin besteht sie? In eben jener Einheit. Sobald wir die Einheit erreichen, kommt das Licht, welches uns korrigiert und erfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 01.03.2011

Die ersten Versuche

Frage: Je mehr Anstrengungen für den Erfolg der Gruppe wir unternehmen, desto mehr fühlen wir, dass wir für unseren Egoismus arbeiten…

Meine Antwort: Wir sollten uns darüber freuen, denn das ist die Enthüllung des Bösen. Ohne dass wir das Böse enthüllt haben, werden wir das Gute nicht erreichen können.

Ich sehe also, dass ich aus meinen Handlungen für die Gruppe letztendlich nur den eigenen Nutzen ziehen will. Was soll ich denn weiter tun?

Es ist so, dass allein dieser „Punkt der Offenbarung“ nicht ausreicht, damit kann ich nichts anfangen. Meine Handlung muss eine Richtung, einen Vektor haben. Anderenfalls bleibt meine innere Kraft bloß ein Potential, ähnlich einem abgedrosselten Motor, selbst wenn es ein guter Motor von 200 Pferdekräften ist – doch wie geht es weiter?

Ich muss mein Verlangen „starten“, es auf eine bestimmte Handlung ausrichten. Das bedeutet, dass ich zwei Punkte habe, aus denen der Vektor eben erstellt wird. Diese Ausrichtung wird meiner Kraft durch den Verstand gegeben. Das ist der Grund, warum Kraft und Verstand gut „zusammen arbeiten“ können. Das ist eine Gesetzmäßigkeit.

Obwohl ich also an meiner Einstellung gegenüber der Gruppe verzweifelt bin, erschafft es noch keine Möglichkeit zum Handeln. Nun muss ich meinen Zustand mit dem Ziel verbinden.

Gerade habe ich gespürt, dass ich mir selbst zuwider bin. In meinen Handlungen bzw. in einer meiner Handlungen ist der Egoismus zum Vorschein gekommen: das habe ich für mich selbst getan, ich konnte es nicht auf die Freunde richten.

Als erstes sollte man daran denken, dass es niemanden außer Ihm gibt. Es liegt nicht daran, dass es mir nicht gelungen ist, sondern daran, dass der Schöpfer diese Situation und deren Analyse für mich erschaffen hat. Es stellt sich heraus, dass ich wegen meines Egoismus nichts tun konnte, weil der Schöpfer mir etwas beibringen, mir zeigen wollte, dass ich mich in der Gewalt des Egos befinde.

Was soll ich nun tun? Wozu wollte Er, dass ich das spüre? Damit ich dadurch die Wichtigkeit des Ziels erkenne – der Eigenschaft des Gebens, die dem, was mir gerade enthüllt wurde, entgegengesetzt ist.

Woher nehme ich denn diese Wichtigkeit? Eben aus diesem Zustand heraus. Denn es gibt kein Licht ohne Kli. Im Vergleich zu was nehme ich mich als böse wahr? Im Vergleich dazu, wie ich das Geben verstehe, indem ich mir vorstelle, dass ich besser vorgehen und mich gegenüber den Freunden anders verhalten könnte.

Das sind bereits zwei Punkte!

Wie kann ich mich nun von dem Punkt der eigenen Erbärmlichkeit und Widerwärtigkeit zum Punkt des Gebens bewegen? Was fehlt mir? Mir fehlt die Kraft. Eben danach muss ich verlangen.

Doch auch das ist noch nicht alles. Wozu soll ich danach verlangen? Um mich selbst zu umschmeicheln? Um keine Abstoßung mehr mir selbst gegenüber zu empfinden? Denn mein Egoismus leidet aufgrund der jüngsten „Offenbarung“. Dann bin ich also nach wie vor ein Egoist, nur nach einer weiteren Windung, auf der nächsten Stufe der Selbstverliebtheit.

Nein, ich will nicht, dass meine Arbeit oder deren Ergebnisse den eigenen Nutzen verfolgen. Ich will eine solche Handlung vollziehen, in der ich den Genuss für den Schöpfer enthülle. Er korrigiert mich, und ich will, dass es Ihm Genuss bereitet.

Dadurch versuche ich, noch ein Stück vorwärts zu kommen, und noch ein bisschen, so weit es geht. So sehen meine ersten Versuche aus, die ich buchstäblich „durchkauen“, auf der Zunge „zergehen lassen“, und um es noch genauer zu sagen – mit den Zähnen „zermahlen“ muss.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 28.02.2011

Wir entscheiden alles!

Frage: Wie sollen wir uns richtig auf den Morgenunterricht vorbereiten? Wie sollen wir die richtige Forderung aufbauen?

Meine Antwort: Wir vergessen, dass wir die Korrekturmethode der Welt bringen müssen und dass wir in diesem Prozess sehr hinterherhinken. Denn solange wir sie nicht an uns selbst anwenden, wird sie nicht in der Welt umgesetzt.

Wir müssen diese Methode an uns selbst realisieren, in der Hoffnung und mit der Absicht, dass sie sich durch die inneren Kanäle, durch die wir alle miteinander verbunden sind, so schnell wie möglich von uns zu den Völkern der Welt ausbreitet. Wir müssen unsere Verbindung mit dem Höheren Licht an sie weitergeben.

Zugleich müssen sie jedoch auch auf der äußeren Ebene vorbereitet werden, indem wir unser Material in einer ihnen möglichst naheliegenden und passenden Form an sie weitergeben – dann werden sie uns wahrnehmen können.

Alle unsere Gruppen sind eine Art Adapter, ein Bindeglied zwischen der Spiritualität und den Völkern der Welt, die wir dem Schöpfer näher bringen müssen.

Wir sind die zentrale Macht auf der Welt, Vertreter des Schöpfers, und müssen uns selbst korrigieren, um die Welt korrigieren zu können, damit wir alle zusammen zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer kommen und Ihm Genuss bereiten können.

Baal HaSulam schreibt, dass das Höhere Licht sich gerade über uns in die Welt ergießen muss. Und wenn wir in unserem Inneren uns so organisieren können, dass das Innere für uns über das Äußere dominiert, wird die Welt ebenfalls plötzlich eine größere Beachtung dem Inneren schenken – denn gerade wir bestimmen ihr Verhalten. Wir stellen die Werteskala für sie fest, wir entscheiden für sie, was wichtig und was nebensächlich ist.

Wenn wir die Welt auf der äußeren und auf der inneren Ebene uns näher bringen, werden wir zu einem vereinten Verlangen/Kli. Aus der Sicht des Schöpfers sind wir bereits ein Kli, doch nun wird es durch unsere Anstrengungen vereint.

Wenn wir dieses Ziel über alle Dinge erheben und uns richtig organisieren, wird eine besondere Kraft zur Korrektur für uns von oben kommen. Und wenn wir die Völker der Welt nicht an uns anschließen, werden wir diese Kraft nicht erhalten, denn unsere Bestimmung ist es, sie – ACHaP, die Welt – zu korrigieren!

Aus diesem Grund müssen wir während der Vorbereitung auf den Morgenunterricht daran denken, wie wir die Völker der Welt dem Schöpfer näher bringen können, denn Er will gerade sie. Und du bist das „Königreich von Kohanim“ (Priester), und sie dienen lediglich den Anderen.

Genau so musst du dich fühlen, dann wirst du sehen, welche Kraft, welche Erkenntnis du erlangen wirst!

Am Ende der Einführung in das Buch Sohar schreibt Baal HaSulam:

„Und wenn jeder von uns auf sich nimmt, die Wichtigkeit der Kabbala zu verstärken, dann wird jeder die Eigenschaft des Gebens hinsichtlich der Eigenschaft des Empfangens in sich verstärken. Und diese Kraft wird ebenfalls in der ganzen Welt zum Vorschein kommen.“

Somit besteht die richtige Vorbereitung auf den Unterricht darin, daran zu denken, wie alle diese Verlangen („die Völker der Welt“ in uns) zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht werden können.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Wissen bedeutet Geben

Frage: Wenn ein beachtlicher Teil der Menschheit anfängt, sich zu verbinden, wie wir das auf den Kongressen tun, wird sich in der Welt weniger Unglück ereignen, nicht wahr?

Meine Antwort: Zweifelsohne bringen unsere Handlungen Nutzen. Es steht ebenfalls außer Zweifel, dass die Leiden in der Welt sich heutzutage in einer leichteren und milderen Form äußern, als wenn es ohne unsere äußeren und inneren Anstrengungen der Fall wäre. Doch inwiefern sie wirklich leichter sind, wissen wir nicht, weil wir den Zusammenhang zwischen unseren Handlungen und verschiedenen Ereignissen nicht erkennen.

Deshalb können wir nicht sagen, inwieweit sich die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen oder Feuern dank dem Kongress verringert hat, aber es hat sicherlich stattgefunden. Das Bild von der Einwirkung können wir erst dann erkennen, wenn wir über dasselbe kollektive Sehen wie eine integrale Umgebung/Gemeinschaft verfügen, d.h. wenn wir wenigstens die erste spirituelle Stufe – den ersten Grad der Verbindung – erreicht haben.

Frage: Also werden wir niemals mit Hilfe der egoistischen Wahrnehmungsorgane erkennen können, wie wir durch unsere Verbindung einen Terroranschlag oder eine Naturkatastrophe verhindert haben?

Meine Antwort: Das kannst du unter der Bedingung sehen, dass du über einen Schirm verfügst, um nicht der Neugier oder des inneren Friedens wegen an Informationen zu kommen, sondern um dadurch an den Nächsten geben zu können. Du brauchst Wissen, um dich darüber erheben zu können: zuerst entsteht die Notwendigkeit, über das Wissen steigen zu müssen, und dementsprechend wird anschließend das höhere (globale, integrale, spirituelle) Wissen enthüllt.

Frage: Ich sollte mir also keine Selbstvorwürfe machen, dass ich nicht genug Anstrengung bei der Vereinigung unternommen habe und dass es deswegen zu so etwas gekommen ist? Es bringt keinen Nutzen für die Korrektur?

Meine Antwort: Das ist ein System der Natur: wenn du über diese Informationen verfügen müsstest, würden sie sich dir enthüllen, alles funktioniert entsprechend einem einzigen Programm und treibt die Welt zur Endkorrektur voran.

Im Moment kannst du es noch nicht sehen, doch später erreichst du den Zustand, in dem es möglich sein wird. Doch wenn das Wissen nicht zum Geben notwendig sein wird, wirst du selbst nicht wollen, dass es enthüllt wird. Wenn es nicht des Gebens willen ist, wozu muss ich es dann enthüllen und wissen?! Später wird dir die Welt von einem Ende bis zum anderen enthüllt – du wirst alles sehen und wissen können! – Und du wirst sagen: „Ich will aber nichts! Ich nehme so viel Wissen, wie viel ich zum Geben brauche, um über das Wissen zum Geben aufsteigen zu können“.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 09.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Die Bitte ist nicht ehrlich, die Antwort aber echt

Wenn der Punkt im Herzen uns in die Gruppe geführt hat, beginnen wir, alle möglichen Handlungen auszuführen, noch ohne zu wissen, was, wie und wofür. Wir haben noch keine Absicht zu geben (liShma) und kein Bedürfnis danach.

Das ist die unbelebte Stufe der Umsetzung: wir haben uns bereits einem gewissen Prozess angeschlossen, eilen jedoch noch nicht dem Ziel entgegen, wir sind dazu noch nicht in der Lage. Wir entwickeln uns ähnlich der unbelebten Natur – unter der Einwirkung der Umgebung und ausschließlich in Übereinstimmung mit ihr, ohne unsere eigenen Kräfte einzusetzen.

Diese Phase in der Absicht lo liShma wird in Etappen unterteilt. Während sich der Mensch von der spirituell unbelebten Natur erhebt, beginnt er zu verstehen, dass alles anders sein soll: „Wo ist mein freier Wille? Was wird aus mir?“ Er macht einfache, überlegte, praktische Schritte und erkennt, dass er Teil eines besonderen Prozesses werden kann, der ihm erlauben wird, über das höhere System das Tempo und die Form seiner Entwicklung zu bestimmen.

Wie? Der Mensch glaubt, dass er, indem er Anstrengungen während des Studiums unternimmt, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen wird. Er widmet sein Leben der Erreichung des spirituellen Ziels und arbeitet in der Gruppe, studiert, verbreitet und strebt dabei nach der Erlangung der Eigenschaft des Gebens, der Absicht liShma, der Nächstenliebe.

Selbst wenn es noch ein falsches, künstliches Verlangen sein soll, zieht der Mensch dennoch das Licht dadurch an. Das System der Verbindung ist so aufgebaut, dass selbst unechte Aufrufe und Absichten das Licht dennoch in Bewegung setzen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011