Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Empfänger für den Bereich des Gebens

Alles, wovon die Kabbalisten uns erzählen, hat in ihren Empfindungen stattgefunden. Doch auch in mir, in meiner Materie, findet es gerade statt, nur empfinde ich es nicht! Ich muss die Eigenschaften jener Prozesse, die ich wahrnehmen möchte, erlangen, dann werde ich sie empfinden. Alle Handlungen, die in der Lehre von den zehn Sefirot beschrieben sind, finden in uns statt – eine unendlich große Anzahl von Handlungen pro Sekunde. Doch wir nehmen sie nicht wahr, weil wir „(spirituell) bewusstlos“ sind.
Auch in der materiellen Welt ist es genauso: ich werde gerade von Tausenden von Wellen durchdrungen, Wellen von all den Geräten dieser großen Stadt gehen in diesem Moment durch mich hindurch – Millionen von Telefongesprächen sowie alle Radio- und Fernsehkanäle! Mithilfe von Geräten können wir diese Wellen wahrnehmen.

Genauso befinden auch wir uns gerade inmitten der spirituellen Natur, wo die von den Kabbalisten beschriebenen Handlungen stattfinden, und wir müssen lernen, sie zu erkennen.

Wir müssen empfindsam dem Geben gegenüber werden: was ist Geben, wem soll ich geben und wozu, welche Belohnung gibt es dafür, lohn es sich, das zu tun, oder nicht? Wenn ich beginne, mir das klar zu machen, dann werde ich ein Sinnesorgan in mir entwickeln, welches die Eigenschaften des Gebens wahrnimmt. Dann werde ich plötzlich anfangen, die Wellen des Gebens wie Radiowellen zu hören. In mir wird ein Empfänger entstehen, der verschiedene Arten von Wellen des Gebens, welche Lichter genannt werden, auffängt.

Und durch die Wellen werde ich anfangen, die Quellen, von denen sie kommen, zu enthüllen sowie wohin, zu wem, zu welchem Zweck und warum sie gehen. Und das Wichtigste – was ist das für eine Sendestation, die diese ganzen Wellen erzeugt?  Der Schöpfer!

Doch all das geschieht nur unter der Bedingung, dass ich in meinem Inneren einen Empfänger aufbaue, der auf ihre Eigenschaften reagiert. Denn nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, dem Gesetz der Resonanz, muss ich, um diese Wellen, die von außen kommen, aufzufangen, die gleiche Welle in mir erzeugen.

In diesen äußeren und inneren Wellen gibt es eine gemeinsame Komponente, „die tragende Welle“. Doch in der äußeren Welle gibt es noch eine zusätzliche Welle, die sich mit der Hauptwelle überlagert – und sie leitet die Informationen an mich weiter.

Du musst in deinem Empfänger (deiner Seele) eine Welle mit der gleichen Frequenz (93 MHz, zum Beispiel) erzeugen, dann wirst du das äußere Signal (den Schöpfer) empfangen und das Nutzsignal – die überlagerte Welle (die Stimme, das Lied oder die Botschaft des Schöpfers) – zuordnen können.

Der spirituelle Empfänger funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der irdische, denn die Natur ist die gleiche! Wir brauchen eine mit dem Schöpfer gemeinsame Basis – diese Welle (93 MHz), die Kraft (die Absicht) des Gebens, und sie wird von einem kleinen Signal für dein Empfangen, das in dich hineingeht und von dir empfangen wird, überlagert. Wenn du dich an die kommende Welle in ihren Eigenschaften angeglichen hast, gibt sie einen kleinen Zusatz für das Empfangen – das Licht von Chochma, die Erfüllung – von dem Schöpfer an dich weiter.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 08.07.2010

 

Vorsicht: Die richtige Absicht halten!

Das Licht wirkt nur dann auf unseren Wunsch, wenn der Wunsch ihm ähnlich ist. Dieses Ausmaß der Ähnlichkeit zwischen dem Wunsch und dem Licht bezeichnet man als Glauben. Wenn ich die kabbalistischen Quellen nur mit rein egoistischem Wunsch und Ziel lese, dann werden sie nicht auf mich einwirken. Der Punkt im Herzen ist ein zerbrochener Punkt, der den Menschen in die Spiritualität hochzieht, jedoch immer noch aus egoistischen Gründen, weil es ihm schlecht geht. Er erschafft das „Gute“ nicht und strebt noch kein Geben und keine Liebe an.
Das einfache irdische Leben bringt ihm keine Zufriedenheit, die Zukunft ist dunkel, es gibt keinen Sinn im Leben – das alles zwingt den Menschen, auch „in der Spiritualität“ eine egoistische Erfüllung zu suchen. Aber das Licht kann auf solchen Wunsch nicht einwirken. Es wirkt auf den Wunsch nur im Ausmaß des Glaubens ein, das heißt des Strebens zum Geben. Der Glaube wird durch die Treue des Menschen, seinem Weg und seinem Ziel geprüft, indem er seine Absicht auf die Erreichung der Eigenschaft des Gebens ausrichtet.
Den Glauben bzw. die Eigenschaft des Gebens empfängt der Mensch von oben, in Form der Belohnung für seine Bemühungen – dann geht die „Nacht“ zu Ende und er wird des „Tageslichts“ würdig.

Wenn der Mensch die Tora jedoch für die egoistische Füllung verwendet, dann wird sie eine tödliche Droge für ihn. Das heißt, er ist nicht einfach nur „geistig tot“, sondern er steht unter der Droge des Todes, weil er denkt, dass es das Geistesleben ist! Er lässt seine Selbstsucht noch größer werden und er erkennt nicht, dass er sich selbst belügt. Wie findet man die Wahrheit: wenn wir alles gemeinsam machen würden, so würde jeder von allen anderen solche Kräfte bekommen, dass er einfach die Einwirkung des Lichtes „Or Makif“ fordern könnte – damit der Weg für ihn ein hinreißendes Abenteuer werden würde. Man muss nur zusammenhalten!

Wenn du alleine bleibst, dann wächst vor dir sofort eine Wand! Wenn du dich hingegen mit den anderen verbindest, um gemeinsam zu gehen, dann verschwindet die Wand sofort und wird zu einem breiten Weg. Es gibt entweder die Wand oder den Weg, und die Auswahl besteht darin – jederzeit unter den Freunden zu sein oder nicht. Das Höhere Licht wird alles erledigen, wir müssen lediglich diese einzige Bedingung erfüllen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum TES“, 27.05.2010

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Vernachlässigen Sie den Schöpfer nicht!

Eine Frage, die ich erhielt: Es wurde im Buch Sohar (Kapitel Wajeze, Punkt 370) geschrieben: „Kein Mensch soll jemals einen anderen Menschen in dieser Welt kränken (missachten).“ Was bedeutet „die Missachtung“ in meiner spirituellen Arbeit?
Meine Antwort: Die Missachtung ist ein Mangel der Sensibilität für die mögliche Vereinigung.

Das heißt, ich kann zwar eine richtige Verbindung zwischen der Rechten und Linken Linie finden, zwischen dem Wunsch zu genießen und der Absicht zu geben finden, aber ich strenge mich diesbezüglich nicht an. Dies ist die Missachtung. Du missachtest die Möglichkeiten zur Verbindung, welche dir jede Minute gegeben wird, du vernachlässigst sie einfach. Du fühlst nichts und du verstehst nichts. Du denkst, dass die Vereinigung nicht von dir abhängt. Und genau diese Einstellung bezeichnet man als die Missachtung. Denn eigentlich befinden wir uns in der Welt der Unendlichkeit. Alle Stufen, alle Welten, alle höheren und vollkommenen Zustände befinden sich in uns.

Jeden Moment wachen die Reshimot in uns auf. Der Schöpfer ermöglicht jede Sekunde dem Menschen voranzukommen und auf die neue Stufe hinaufzusteigen. Dies heißt, dass Er uns belebt.Aber leider berücksichtigen wir von all diesen Möglichkeiten bestenfalls nur ihren tausendsten Bruchteil. Und dies nennt man die Missachtung – wir vernachlässigen Seine Einstellung zu uns. Seine Einstellung ist, uns zu erziehen und uns weiterzubringen, jedoch wir wollen es nicht. Und so vergeht die Zeit …

Darüber wurde gesagt, dass der Schöpfer einen Engel (lenkende Kraft) durch einen anderen ersetzt, wenn der Mensch keine richtige Verbindung zum Höheren aufbauen kann. Das ist eben das Problem. Wir können unsere gewöhnlichen, laufenden Zustände nicht richtig deuten. Alles hängt von meiner Sensibilität ab. Es kann auch sein, dass ich meinen derzeitigen Zustand als riesige Tragödie empfinde.
Es wurde gesagt: „Der böse Anfang eines Menschen erscheint den Rechtschaffenen so groß und stark wie ein Berg, und den Sündern wie ein feiner Faden“.

Alles hängt von deiner Sensibilität ab und inwiefern du Kleinigkeiten bemerkst, um sie zu berücksichtigen. Darin liegt eben unsere Arbeit – aufmerksamer zu werden, sich zu beleben, hauptsächlich mit Hilfe der Gruppe, welche mir erklären kann, dass ich jederzeit die Möglichkeit habe voranzukommen. Es bedeutet nicht, dass sie mir Moral predigen. Aber wenn die Gruppe sich in der ständigen Anstrengung befindet, dann bekomme ich von ihr diese Vibrationen und Besorgnis ergreift mich, dass ich vorhandene Möglichkeiten verpassen könnte, genau in diesem Augenblick werde ich wachsamer und kann vorankommen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 08.07.2010

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Wie man die höhere Fülle empfängt

Der Sohar, Abschnitt „Lech Lecha„, Punkt 6: Das ist der Bote, der um Mitternacht am Anfang des Leuchtens der Linken Linie vom Punkt von Shuruk für die Rechtschaffenen erscheint, um MaN für die Erweiterung der Mittleren Linie zu erheben.

Der Bote kommt heraus und ruft laut, da er in der Verhüllung der Dinim des Punkts von Shuruk ist. Deshalb wird erkannt, dass er mit großer Kraft herauskommt und die Rechtschaffenen ruft, damit sie ihn korrigieren.

Vor uns liegt die Ordnung der Erweiterung der drei Linien von Bina zu SA, von SA zu Nukwa, und von Nukwa zu den Seelen der Rechtschaffenen.

In dem gleichen Maße, wie der Untere den Höheren in der mittleren Linie durch die Erhebung von MaN erwecken kann, kann auch der Höhere sein Verlangen füllen.

Du musst nur dein Verlangen an den Höheren herantragen – ein Verlangen, das seinem ähnlich ist, das Verlangen, mit seiner Fülle erfüllt zu werden – dann wirst du diese Fülle auch empfangen.

Seitens des Höheren gibt es keine besonderen Bedingungen. Er erwartet nur, dass dein Verlangen sich nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften für seine Erfüllung eignet.

Und deshalb sind alle unsere Gebete, alle unsere Bitten, nicht darauf gerichtet, dass der Höhere uns füllen soll, sondern auf die Hilfe zur Erschaffung eines richtigen Verlangens in uns, eines Mangels, einer Absicht, die sich für die Erfüllung eignet, die im Höheren existiert.

Ich bitte den Höheren nicht darum, mich zu füllen, denn es gilt ohnehin: „mehr als ein Kalb saugen will, will die Kuh säugen“. Meine ganze Bitte besteht darin, dass ich bereit sein will, von dem Höheren zu empfangen, mich ihm angleichen will.

Zwischen uns muss es eine Übereinstimmung, eine Ähnlichkeit der Eigenschaften geben. Sobald sie entsteht, fließt die Fülle von selbst aus ihr in mich hinein.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 13.07.2010 010

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Auch im Spirituellen darf man den Kopf nicht verlieren

Die Schöpfung heißt: ein leeres Verlangen; der Schöpfer heißt: das Licht. Wie verbindet man die Leere mit dem Licht, diese zwei Gegensätze?

Denn sonst wird die Schöpfung, deren Wesen das leere Verlangen ist, für immer leer bleiben.

Wie kann man die zwei Gegensätze zusammenführen? Denn – entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, welches in der Natur wirkt, können sie sich einander nicht annähern und verbinden wie zwei entgegengesetzte Pole!

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Verlangen zu empfangen mit dem Verlangen zu geben zu vermischen.

Im Kopf (Rosch) entsteht die Absicht, zu empfangen um des Gebens willen, im Körper (Guf) erwacht die egoistische Kraft, auch zu empfangen, aber nicht um des Gebens willen, sondern für sich. Es kommt zu einer Unstimmigkeit zwischen dem Kopf und dem Körper, somit zum Verlust der Verbindung zwischen ihnen und der Möglichkeit, im Einklang zu denken und zu handeln.

Der Kopf hat einen Gedanken, der Körper aber ein ganz anderes Verlangen. Das Herz und die Vernunft befinden sich nicht im Einklang.

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Schritt für Schritt zur Enthüllung des Schöpfers

Der Sohar, Abschnitt „Wajeze“, Punkt 381: All die Ermahnungen Jakobs an Laban brachten diesen zur Reue und zum Dank an den Schöpfer, wie geschrieben steht: „Siehe, Gott ist Zeuge zwischen dir und mir“, dass er den Namen „Gott“ erwähnte.

Es steht geschrieben: „Der Gott Abrahams und der Gott Nachors… Richter zwischen uns“, mit der Bedeutung, dass der Frevler auf seine schlechten Wege zurückkehrte.

Als er sagte: „Der Gott Abrahams“, der heilig ist, erwähnte er wieder den Gott Nachors, der Götzenverehrung ist.

Wir glauben, dass es hier um Ereignisse geht, die in der materiellen Welt stattfinden. Doch später werden wir feststellen, dass nur von der Verbindung zwischen den Seelen, von den Arten dieser Verbindung die Rede ist.

Die Tora spricht ausschließlich davon, wie wir die Verbindung zwischen den Seelen stärken können. Darüber hinaus gibt es nichts, was man einem Menschen erzählen oder zeigen könnte, es gibt nichts anderes, was man ihm beibringen müsste.

Denn das Zerbrechen hat zwischen den Seelen stattgefunden, um sie voneinander zu entfernen. Indem wir sie miteinander verbinden, sie wie Lego zusammensetzen, lernen wir, was dieses ganze System von Seelen und die Handlungen des Schöpfers darstellen, wir enthüllen den Gedanken und das Ziel der Schöpfung.

Deshalb handelt es sich in dem Buch Sohar nur von den Arten der Verbindung zwischen den Seelen, davon, wie man sie von Mal zu Mal immer mehr stärken kann. Das heißt, alle Ereignisse, die in der Tora erzählt werden, handeln nur davon, wie diese vollkommene Verbindung erreicht werden kann.

Aus diesem Grund geht unsere Absicht, uns miteinander zu verbinden, und das, was wir über immer größere Verbindung der Seelen in der spirituellen Welt lesen, in eine Richtung.

Nur versuchen wir, diese Verbindung zwischen uns hier, in dieser Welt, in dem Maße unseres Verständnisses, zu verwirklichen, und der Sohar erzählt uns von den bereits höheren Stufen.

An diese wollen wir uns anheften, von diesen wollen wir die Kraft bekommen, damit sie auf uns einwirkt und uns verbindet.

Sobald wir die erste, die kleinste Verbindung untereinander – die erste spirituelle Stufe – erreicht haben, fangen wir an, die spirituelle Welt wahrzunehmen.

Die gleiche Bedingung gab es vor dem Berg Sinai: „Vereinigt euch wie ein Mensch mit einem Herzen und ihr werdet die Tora, das Licht, erhalten und die Spiritualität, den Schöpfer enthüllen“.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 09.07.2010

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„Wenn du mich für einen Tag verlässt…“

Wir werden ganz und gar von der Natur beherrscht und sind in allen unseren Handlungen – sowohl des Körpers als auch der Seele – steuerbar.
Doch die Kabbalisten sagen, dass wir einen freien Willen haben, sonst hätte es keinen Sinn gehabt, diese ganze Schöpfung zu erschaffen, wenn die höhere Kraft im voraus eindeutig alles, was mit ihr geschieht, bestimmen würde.
Doch der freie Wille befindet sich höher als unser heutiges Leben – nur dort, wohin wir uns über unsere egoistische Natur erheben wollen, in einer höheren Dimension, in der Eigenschaft des Gebens.

Nur während dieses Aufstieges von einer Stufe zur anderen können wir wählen, ob wir unter den Schlägen der Natur aufsteigen, wenn wir es ablehnen, unseren freien Willen umzusetzen und eigene Anstrengungen zu unternehmen, oder aber selbst danach streben, uns in die selbe Richtung zu entwickeln, sprich das erwünschte Ziel darin zu sehen. Wenn wir nach den Kräften suchen, die uns helfen, diesen Aufstieg zu machen, dann finden wir genau dort unseren freien Willen.

Die Kabbalisten erklären, dass der freie Wille nur im Aufbau einer richtigen Umgebung besteht. Ich komme in jedem Fall unter Einfluss der Umgebung voran, nur wähle ich sie nicht.
Doch ich kann selbst meine Umgebung wählen und dadurch mein Vorankommen beschleunigen, sowie den Charakter dieses Aufstieges verändern. Anstatt mich wie ein geschlagenes Tier unter den Schicksalsschlägen hin- und herzuzuwerfen, kann ich einen wunderbaren Weg hochsteigen, nach meinem eigenen Willen, voller Gefühl, Verständnis und eigenen Kräften, wie es sich für einen Menschen gehört.

Wenn ich das Ziel erforsche, mich ihm nähern möchte und begreife, dass ich zur Beschleunigung meiner Entwicklung mehr Licht, als ich es auf natürlichem Wege bekomme, anziehen muss, dann bedeutet das, dass ich das mir gegebene Mittel – Tora, höheres Licht genannt, das mich herauszieht und zur Quelle zurückführt – benutze.
Und in Bezug auf diese Arbeit steht geschrieben, dass, wenn wir sie auch nur für einen Tag verlassen und unseren freien Willen nicht umsetzen, wir für zwei Tage in unserer Entwicklung gestoppt und an unserem selbständigen Vorankommen gehindert werden. Die höheren Naturkräfte beginnen, auf uns einzuwirken.

Denn es genügt nicht, nur im Maße der nicht unternommenen Anstrengung zu verlieren, das kann uns keine Lehre sein. Aus diesem Grund bedarf es einer etwas größeren Bestrafung, als das, was wir verbrochen haben, damit wir uns beim nächsten Mal, wenn sich noch größere Hindernisse in den Weg stellen, trotzdem vorsehen, einen Fehler zu begehen.
Deshalb lautet ein spirituelles Gesetz: „Wenn du mich für einen Tag verlässt, werde ich dich für zwei verlassen“.

Aus dem Unterricht nach einem Shamatiartikel vom 09.07.2010

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Was muss man tun, damit das Heilmittel auch wirkt?

Eine Frage, die ich erhielt: wenn ich ein Medikament einnehme, brauche ich dabei keine besondere Absicht zu haben.

Warum, wenn ich Kabbala studiere, die als Heilmittel gegen unseren Egoismus dienen soll, muss ich so viele verschiedene Bedingungen einhalten, damit es endlich auch wirkt?

Meine Antwort: Wenn man Medikamente einnimmt, gibt es auch eine Menge von Beschränkungen und Bedingungen: vor dem Essen, morgens oder abends, mit einem Glas Wasser schlucken usw.

Ein Heilmittel ist nicht nur die Tablette, die du schluckst. Der ganze Komplex der Bedingungen gehört auch zum Heilmittel. Denn wenn du diese Bedingungen nicht einhältst, wird das Medikament nicht wirken.

Wenn du das Medikament einnimmst, wirkst du auf deinen Körper, um ihn gesund zu machen, um die volle Funktion von allen seinen Systemen in einer richtigen Verbindung zueinander herzustellen.

Genauso korrigieren wir unsere Seele. Wir müssen ihr ein „Heilmittel“ geben, das Licht , das zur Quelle, zum Guten (zum richtigen und guten Funktionieren) zurückfuehrt.

Und der gute Zustand für die Gesundheit der Seele bedeutet ihre völlige Verbindung mit anderen Seelen, damit in ihrer Vereinigung, alle wie eine, dem Schöpfer ähnlich werden.

Genauso wie im Körper eine Kranheit besteht, wenn eines seiner Systeme aus der richtigen Verbindung mit den anderen ausfaellt. Und die Heilung nennt man dann, wenn die richtige Verbindung wiederhergestellt wird.

So kehren auch unsere Seelen dazu zurueck, gemeinsam zu sein. Und es ist klar, dass , so wie man bei der Einnahme eines chemischen Mittels, bestimmte Bedingungen einhalten muss, dies auch hier gilt: wir brauchen die richtigen Bücher, den Lehrer und alle inneren Bedingungen ( Absichten), von denen Kabbalisten schreiben.

Sonst kann das Heilmittel für die Korrektur meiner Seele nicht wirken.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Einführung zu Panim Meirot Umasbirot“, 05.07.2010

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Wenn die Zeit verschwindet

„Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 12: Das ist die geheime Bedeutung der Existenz von Zeit in unserer Welt.

Zunächst teilten sich die zwei oben genannten Gegensätze in zwei voneinander getrennte Wesen auf, also in ein System von reinen Welten und Sitra Achra, was der verborgene Sinn des Gesagten ist: „Eines gegenüber dem Anderen erschuf der Schöpfer“, in denen sich immer noch keine Korrektur verwirklichen kann, da sie sich in einem Träger befinden müssen – dem Menschen.

Somit brauchen wir die Existenz von Zeit, damit diese zwei Gegensätze im Menschen einer nach dem Anderen entstehen.

Es ist unmöglich, die zwei Gegensätze – die Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung – sofort direkt miteinander zu verbinden.

Aus diesem Grund müssen wir uns schrittweise fortbewegen, indem wir zuerst in ein leeres Verlangen eintauchen und dann die Korrektur vornehmen und uns mit dem Licht erfüllen, und darauf folgen wieder die Leere, die Korrektur und das Licht.

Während wir auf diese Weise ab- und aufsteigen, kommen wir von unten nach oben voran, indem wir unser Verlangen vergrößern und es durch die Absicht zum Geben korrigieren.

Nur diese Veränderungen geben uns das Zeitempfinden. Und wenn sich das Verlangen und die Absicht in uns nicht verändern würden, hätten wir die Zeit nicht wahrgenommen und würden in einem unveränderlichen Zustand bleiben. Deshalb gibt es in der Welt der Unendlichkeit, wenn alles bereits korrigiert ist, keine Zeit.

Sich in dem spirituellen Raum zu befinden bedeutet, sich an einen Zustand, an ein Prinzip, das über allen Dimensionen liegt, anzuheften. Deshalb empfinden wir dort keine Zeit.

Dieser Zustand ist uns sogar aus dem alltäglichen Leben bekannt: wenn wir mit Spielen oder Arbeiten beschäftigt sind, merken wir nicht, wie die Zeit vergeht.

Wahrscheinlich durchlaufen wir eine Menge Zustände, doch darüber hinaus sind wir auf einen einzigen Punkt fixiert – dann nehmen wir die Zeit nicht wahr.

Das heißt, die Zeit hängt nicht davon ab, wie wir uns durch Auf- und Abstiege, durch Zustände des Klein- und Großseins bewegen, sondern inwieweit wir dieser einen Richtung, dem einzigen Punkt der Verschmelzung, trotz aller Schwankungen ergeben sind. Dann empfinden wir die Zeit nicht.

Deshalb erheben wir uns in der spirituellen Welt über die Zeit. Denn den Machsom zu durchqueren bedeutet, sich an dieses Prinzip zu halten. Dann fängst du an, wahrzunehmen, was es bedeutet, über der Zeit zu sein.

Hier gibt es nichts Mystisches – wir erheben uns in unseren Empfindungen über die Dimensionen, und aus diesem Grund verschwindet die Zeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 07.07.2010

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Der Sohar – unsere mächtigste Waffe

Es wurde gesagt, dass es verboten ist, die Tora ohne Absicht zu studieren. Denn du ziehst dadurch kein Licht heran, das zur Quelle zurückführt, sondern wandelst sofort „das Elixier des Lebens“ „in tödliches Gift“ um. Dieser Punkt ist deine einzige Auswahl im Leben. Da wir aber mit der einzigen Waffe gegen das Übel, gegen den Egoismus mit dem Buch Der Sohar zu tun haben, so sollen wir uns bemühen, es richtig zu verwenden. Es ist klar, dass wir nicht auf „den roten Knopf“ drücken können, um die Welt an die schädlichen, unvermeidlichen Folgen zu führen, aber dennoch gibt es die Möglichkeit, auf die Zustände der Leiden einzugehen, was schon in der Vergangenheit geschah (siehe „die Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 70,71).Und deshalb soll der Mensch, vor dem Lesen des Sohars, einzelne „Metapher“ vorbereiten, die ihn beeindrucken, und mit deren Hilfe er von der tierischen Stufe (dem Wunsch für sich selbst) – zur Stufe des Menschen hinaufsteigen kann (zum Streben nach der Einheit, dem Geben und der Liebe). Die Stufe des Menschen ist der Wunsch, sich mit anderen zu verbinden. Denn das korrigierte System der Seelen heißt auch „Adam“ (der Mensch).

Sowie dieses System abstürzt und sich in eine große Menge Scherben verstreut, so verwandelt sich jeder einzelne ausschließlich in den tierischen Teil. Das menschliche Niveau (die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, Adam – „dem Schöpfer ähnlich“) erscheint in uns dann, wenn die zerbrochenen Teile (die Seelen) sich gemeinsam zu einem einheitlichen Wunsch verbinden.

Folglich existieren die Seelen nur in der gegenseitigen Verbindung. Es heißt: das Leben „über dem Verstand“ – in den Beziehungen zwischen den Seelen, im gegenseitigen Geben. Die Gesamtheit dieser Beziehungen ist der Schöpfer, der uns untereinander verbindet, und die Kraft, die uns zum Leben erweckt,, heißt „das umgebende Licht“. Das heißt, der Schöpfer ist eine Kraft, die uns wirklich untereinander verbindet, und das umgebende Licht ist Seine höhere Erscheinungsform. Es gibt hier nichts anderes, außer dem Licht und dem Wunsch (Kli). Auch wenn wir ihnen eine Menge anderer Namen geben, gibt es letztendlich nur sie beide.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 06.07.2010

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