Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Der Zusammenstoß ist ein Merkmal des Verlangens zur Vereinigung

„Vorwort zum Sulam Kommentar“, Punkt 78: Und es entsteht eine Unstimmigkeit zwischen der rechten und der linken Linie. Denn die Linke Linie, die die Erleuchtung von Chochma trägt, möchte die Rechte Linie, die das Licht von Chassadim innehat, auslöschen. Aufgrund dieser Unstimmigkeit erfolgt der Zusammenstoß…

Der Zusammenstoß geschieht, wenn sich zwei entgegengesetzte Seiten verbinden wollen. Doch wenn es nichts gäbe, was sie gegenseitig verbinden und heranziehen würde, hätte es den Zusammenstoß nicht gegeben!

Für den Zusammenstoß ist es notwendig, dass die Objekte einander in ihrer Natur entgegengesetzt sind, aber dennoch danach strebten, sich laut ihrem Wunsch zu verbinden.

Das heißt, es sollen zwei entgegengesetzte Tendenzen vorhanden sein: einerseits gibt es das Linke und das Rechte und andererseits muss man sie miteinander verbinden.

Aber wie können sie sich verbinden? Wenn es einen höheren Wunsch, ein höheres Ziel gäbe, dann könnten sie auf ihre Natur verzichten und darüber hinaus sich verbinden.

Hier erfolgt die Arbeit der linken Seite bezüglich der rechten Seite und umgekehrt, die bereit sind, auf ihre Grundlagen zu verzichten, um die Vereinigung zu erreichen, die höher als ihre Natur ist.

Deshalb geschieht ihr Zusammenstoß, der Konflikt zwischen ihrer Natur und ihrer Absicht, die sich außerhalb ihrer Natur befindet.

Der Zusammenstoß findet nur 1. zwischen den Gegenteilen statt, die 2. etwas Gemeinsames aufweisen, was außerhalb ihrer eigentlichen Natur liegt. Und gerade diese Gemeinsamkeit führt sie zum Zusammenstoß.

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Die Geheimnisse aller Stufen erkennen

Sohar, Abschnitt „Wajikra“, P.324: Gesegnet sind die Gerechten, denn der Schöpfer bringt ihnen die tiefen Geheimnisse der oberen und unteren Stufen bei. Alles um der Tora willen, denn jeder, der Tora lehrt, wird durch  einen Kranz von Seinem heiligen Namen gekrönt.

Denn die Tora ist der heilige Name und wer sich mit ihr beschäftigt , wird mit dem heiligen Namen gekrönt und aufgenommen, und kennt dann die verborgenen Wege und tiefen Geheimnisse der oberen und unteren Stufen und fürchtet sich nie.

Denn wir haben keine andere Verbindung mit dem Schöpfer, der wahren höheren Realität, um sie aufzuschließen, in sie einzutreten und in ihr zu leben; nur mit Hilfe des höheren Lichtes, das uns leuchten wird, wenn wir ein Verlangen danach entwickeln.

Und das Verlangen kann sich nur mit Hilfe der Gruppe entwickeln, denn jeder Mensch hat nur einen Punkt im Herzen. Um das Licht, das zur Quelle zurückbringt, anziehen zu können, braucht er zusätzliche Kräfte, die er nur von der Umgebung bekommen kann.

Dann wird der Mensch eine Verbindung mit dem höheren Licht haben, da das Verlangen, das er von der Umgebung bekommt, schon die Absicht um des Gebens willen hat.

Denn um eine Verbindung mit der Umgebung herzustellen, muss sich der Mensch vor der Umgebung herabsetzen und die Wichtigkeit des Zieles hochspielen, das heißt gegen sein Verlangen zu genießen arbeiten, gegen sein Ego.

Wenn der Mensch also mit der Gruppe arbeitet, hat er einen Anlass, sich an das Licht, das zur Quelle zurückbringt, zu wenden, damit es uns die Verbindung mit den Eigenschaften des Gebens, mit der spirituellen Welt, gibt.

Aus einem Soharunterricht, 27.05.2010

Die zukünftige Welt im nächsten Augenblick

Wir befinden uns in einem System der Seelen, die miteinander verbunden sind und in einem korrigierten Zustand existieren, welcher von vornherein vom Schöpfer erschaffen wurde.

Es steht geschrieben: „Das Ende der Handlung befindet sich in dem ursprünglichen Gedanken“. Der Schöpfer erledigt alles mit Seinem Gedanken. Er denkt etwas und es wird wahr.

Wir müssen durch unsere eigene Arbeit den gleichen Zustand erreichen. Wozu? – Damit wir in diesem Zustand alle Abstufungen von Eigenschaften, alle Komponenten erkennen und uns bestimmend und diesen Zustand empfindend und erkennend fühlen können.

Deshalb befinden wir uns bereits in diesem Zustand, nur in einer völligen Bewusstlosigkeit. Was müssen wir tun? – Um die Erlangung des Bewusstseins bitten. Ich will sehen, erfahren, spüren, wo ich mich befinde!

Welcher Zustand in der von mir wahrgenommenen Welt ist jenem spirituellen, von dem Schöpfer erschaffenen Zustand ähnlich? – Das ist die Verbindung zwischen uns, die wir anstreben.

Im Moment lässt mich die falsche Verbindung zwischen uns „diese Welt“ wahrnehmen. Ich nehme sie so wahr, weil ich nur mich wahrnehme, ich bin ganz und gar in mich selbst vertieft.

Wenn aber meine Organe anfangen, andersherum, von innen nach außen zu arbeiten, werde ich die wahre Realität, in der ich mich befinde, wahrnehmen.

Diese Wahrnehmungsveränderung „von innen nach außen“ geschieht schrittweise, im Laufe der 125 Stufen, durch unsere Arbeit, unsere Anstrengungen, unsere Bitte darum, dass es passiert.

Wo wird dieser ganze Prozess realisiert, damit ich mich keinen Illusionen hingebe, nicht durcheinander komme und keine Fehler mache? – In der Gruppe, in meinem jetzigen Zustand muss das von mir praktisch realisiert werden.

Genau darum bitte ich. Es ist alles sehr greifbar und einfach: Es gibt eine Gruppe, in der alle danach streben, eine Verbindung untereinander herzustellen. Darum bitten wir, während wir das Buch Sohar lesen.

Warum? Weil wir während des Lesens dieses Buches unsere wahre Verbindung erwecken, in der die Kraft, die zwischen uns herrscht und „Schöpfer“ genannt wird, anwesend ist.

Dann haben unsere Erwartungen auch eine Chance, in Erfüllung zu gehen, selbst wenn sie nicht echt, sondern künstlich sind. Darüber steht geschrieben: „Wir werden tun und wir werden hören“.

Diese Haltung unserem Zustand, dem Studium und dem gegenüber, was passieren soll, nennt sich Absicht und unsere Arbeit nennt sich innere Arbeit des Menschen bzw. Arbeit des Schöpfers.

Die Anwendung dieses Systems durch das Buch und die Kraft, die in uns herrscht, nennt sich Wissenschaft der Kabbala.

Das sind alles Etappen, in denen sich der Schöpfer der Schöpfung enthüllt. Was bedeutet „Enthüllung des Schöpfers“? – Die Enthüllung der Kraft des Gebens in uns.

Aus diesem Grund nennt sich der Schöpfer Bore (Bo – komme und Re – siehe). Letztendlich machen wir die Arbeit des Schöpfers, darin besteht die ganze Wissenschaft der Kabbala.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 04.07.10

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Was bedeutet Exil?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe nicht, wann der Mensch sich in Galut, im Exil, befindet.

Meine Antwort: Galut bedeutet übersetzt Exil, Verbannung. Gemeint ist Verbannung aus der spirituellen Welt, von der Eigenschaft des Gebens und der Liebe.

Das bedeutet, dass man diese Eigenschaft wollen muss. Dann, in dem Maße ihres Fehlens, empfindet man Galut, die Verbannung von ihr.

Siehe z.B. den Artikel von Rabash „Das wahre Gebet“: Sich in Galut befinden bedeutet, dass man keine Möglichkeit hat, in der Absicht, ohne Belohnung zu handeln, zu sein, weil das gegen die Natur des Menschen ist.

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Die Unendlichkeit ist eine grenzenlose Vereinigung

Für eine richtige Realitätswahrnehmung muss man alle Formen, die uns offenbart werden, mit einander verbinden. Es existiert nur die Innere Welt eines Menschen. Dabei ist die Unendlichkeit keine unendliche Entfernung, sondern eine grenzenlose Vereinigung! Und später entsteht in dieser Welt der Unendlichkeit eine Grenze, welche bestimmt, wie nah du zu mir sein kannst. Innerhalb dieser Unendlichkeit wird der egoistische Wunsch offenbart, er schafft die Entfernung zwischen verschiedenen Teilen. Diese Entfernung ist irreal, eine Distanz zwischen den Wünschen, zwischen den Egos.

Folglich beginnen sich die Welten, von der Unendlichkeit aus nach unten zu erstrecken, das heißt es entsteht das Gefühl der Distanz zwischen verschiedenen Teilen. Man spricht in diesem Zusammenhang über den Abstieg der Welten oder über die Verstärkung der Verhüllung zwischen uns, denn es ist keine physische Entfernung – sondern nur eine sinnliche. Wir müssen uns mehr an der inneren Wahrnehmung ausrichten. Ich kann irgendwelchen Menschen physisch nah oder fern sein, und sie als nachstehend oder entfernt empfinden – eins hängt nicht vom anderen ab. In der Spiritualität existiert diese vorgestellte Welt der Entfernungen nicht – es gibt nur das Gefühl. Die sinnliche Empfindung wird in Sefirot, Parzufim, Welten gemessen – laut der Ähnlichkeit der Eigenschaften zwischen den geistigen Objekten, zwischen den Wünschen.

Einerseits, gibt es zwischen den Wünschen einen Unterschied – denn die Wünsche sind verschieden! Aber andererseits sind sie auch einander ähnlich, weil sie zusammen sein wollen, ungeachtet ihres natürlichen, konstanten Unterschiedes. Allein diese „Entfernung“ wird in der Spiritualität gemessen, und wir wollen solche Nähe erreichen.

Auch wenn sich unsere ursprünglichen Wünsche voneinander unterscheiden, weil sie unendlich stark voneinander entfernt sind, können wir dennoch mittels des Bildschirmes und des widergespiegelten Lichtes (des gegenseitigen Gebens), das heißt mittels des allgemeinen Strebens, die gegenseitige Nähe und die sinnliche Vereinigung erreichen, die keine Grenzen hat. In den Wünschen werden wir eine Art unendlicher physischen Distanz empfinden – und in unserem sinnlichen Streben, zusammenzusein, werden wir diese Grenze überschreiten und die unendliche, grenzenlose Vereinigung fühlen, als ob wir uns an einem Punkt befänden.

Und zwei diese Arten der Messungen: die unendliche Distanz, die unsere Wünsche eingrenzt, welche einander entgegengesetzt sind, und die Vereinigung ohne Ende und Grenzen, alle an einem Punkt, in der allgemeinen Absicht, in der Bestrebung – sie sollen zusammen existieren und die Macht unserer Vereinigung und der Verschmelzung gewährleisten.

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Zwischen zwei großen Lichtern

Wir sind noch nicht in der Lage, die Arbeit von Rabash, der zum ersten Mal in der Geschichte die gesamte Methode der spirituellen Arbeit des Menschen auf konsequente und konkrete Weise beschrieben hat, richtig zu bewerten.

Es gibt kein anderes Hilfsmittel zur inneren Arbeit an der Erreichung des Schöpfers, welches mit seinem Werk vergleichbar wäre.

Es existieren verschiedene Bücher, die das leicht ansprechen, doch keins davon beschreibt den gesamten Weg der inneren Veränderung des Menschen auf eine systematische Weise.

Doch Rabash gibt klare und exakte Erläuterungen mit deutlichen Beispielen.

Er hat der Methode von Baal haSulam alles hinzugefügt, was für die praktische Umsetzung der Korrektur der gesamten Menschheit gefehlt hat.

Wir nehmen die Werke von Baal haSulam und die Artikel von Rabash und passen sie an den modernen Menschen an, indem wir alles weglassen, was ihn verwirren könnte.

Diese großen Kabbalisten haben zwei Teile der Korrekturmethode erschaffen, die heutzutage jeder Mensch braucht, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen.

Baal haSulam verbindet uns mit der Quelle des Lichtes Or Makif, und Rabash lehrt uns, wie wir uns vorbereiten müssen, um uns mit dieser Quelle zu verbinden.

Er erzählt, wie ich mich Schritt für Schritt organisieren und meine Gedanken, meine Absichten konzentrieren muss.

Und wenn ich bereit bin, dann öffne ich ein Buch von Baal haSulam.

Baal haSulam kommt zu mir, wie Licht, von oben nach unten, und Rabash bereitet mich durch die Arbeit von unten nach oben, in Richtung Quelle, vor.

Und wenn ich diese beiden Kräfte nutze, ist mir der Erfolg garantiert.

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Wann kommt die langersehnte Morgendämmerung?

Die Wissenschaft der Kabbala ist dem menschlichen Egoismus verhasst, denn sie spricht von der Nächstenliebe.

Doch um den Menschen diesem ihm entgegengesetzten Ideal dennoch näherzubringen, wurden Religionen erfunden, d.h., die Möglichkeiten, die (scheinbare) „Wissenschaft der Kabbala“ in allen möglichen falschen Formen zu benutzen und sich dennoch auf diese Weise egoistisch zu entwickeln.

Eine Religion erhebt den Menschen über das tierische Dasein, indem sie ihm erzählt, dass es einen Schöpfer, Bestrafung und Belohnung in dieser und der kommenden Welt und die Ewigkeit seiner Seele gibt.

Sie vermittelt eine gewisse, wenn auch falsche Vorstellung von dem Höheren, und die Menschen beginnen, ganze Theorien, Philosophien, Methoden um dieses Thema herum aufzubauen, die Malerei und Kultur dadurch zu entwickeln, sie versuchen, größer zu werden.

Auf diese Weise entwickelt sich der Mensch durch Religionen in seinem Ego, um letztendlich in der heutigen Zeit wahrzunehmen, dass er sich im spirituellen Exil befindet.

Denn als wir vor 2000 Jahren von der spirituellen Stufe abgestiegen, sprich von der Nächstenliebe in den unbegründeten Hass allen gegenüber gefallen sind, wurde dieser Abstieg nicht als solcher empfunden, weil die Menschen die Anwesenheit des Schöpfers in ihrem Dasein gewohnt waren.

Der Mensch muss aber die ganze Tiefe seines Falls und die völlige Trennung von der Spiritualität fühlen!

Dafür muss für ihn das Licht, das seinen Zustand als Finsternis ausleuchtet, scheinen.

Deshalb wird uns die Tora nicht als Licht, das zur Quelle (zur Eigenschaft des Gebens und der Liebe) zurückführt, sondern als Religion dieser Welt gegeben, wenn wir die Tora mit einer egoistischen Absicht und nicht, um die Nächstenliebe zu erreichen, benutzen.

Während der Mensch die Tora mit einer egoistischen Absicht studiert, taucht er immer tiefer in die Finsternis des Egoismus ein, bis er den Zustand erreicht, in dem er diese Finsternis dadurch erkennt, dass er hochmütig ist und alle hasst, anstatt sie zu lieben.

Diesen Prozess müssen wir durchlaufen, um das Böse des Egoismus zu erkennen. Denn der Schöpfer sagt: „Ich erschuf den bösen Trieb“ – und wir unsererseits müssen ihn in uns enthüllen.

Dann werde ich die Tora als Mittel zu seiner Korrektur brauchen und aufschreien. Und das wird keine einfache Religion sein, sondern das Licht, das zur Quelle, zur Eigenschaft des Gebens und der Liebe, zurückführt.

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Und die Erde wird sich mit dem Himmel vereinen…

Sohar, Abschnitt „Wajetze“, P.60: …In der Tat ist es so in Merkawa – Abraham und Isaak sind die Rechte und Linke, und Jakob ist in der Mitte. Es steht geschrieben, „Das Land,“ Nukwa, „Auf dem du liegst.“ Daher sind sie alle zusammen eine heilige Merkawa, die drei Linien mit Nukwa.
Und hier sah Jakob, dass er der Ranghöchste/Älteste unter den Patriarchen sein würde.

Im Sohar wird viel über Linien erzählt, insbesondere über die von Abraham und Isaak, die sich in einem Gegensatz zu einander befinden. Denn wir fühlen noch nicht, wie schwer es für einen Menschen ist, mit Absichten, die gegensätzlich sind, zu arbeiten. In unserer Welt arbeitet alles in eine Richtung. Wenn ich jemandem etwas mit einer Absicht gebe, dass es mir gut tut, bedeutet das eigentlich nicht, dass ich gebe oder dass ich in zwei Richtungen arbeite. Das ist eine Handlung, die nur in eine Richtung ausgerichtet ist: Für mich selbst. Wenn wir beginnen, außerhalb des Verlangens zu empfangen zu arbeiten, schließt sich jedes Element in zwei gegenteilige Aspekte ein, in die Absicht oder in die Handlung.

Deshalb gibt es hier immer solche Berechnungen, auf die der Sohar nicht umsonst die ganze Zeit hinweist, als ob er immer wieder sagen müsste, wo Abraham, Isaak oder Jakob sind, wo sich die rechte Linie oder die linke Linie befinden. Denn auf jeder Stufe ist die Arbeit in den drei Linien sehr schwierig. Das ist das Vereinen des Verlangens zu genießen, das keinen Bezug zum Spirituellen hat, mit der Absicht des Gebens, und das Verlangen, dass dieser Wunsch zu einer aktiven, grundlegenden spirituellen Handlung wird.

Aus einem Soharunterricht , 14.06.2010

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Die Muse eines Kabbalisten ist das Licht

Wir müssen an den Artikeln von Rabash arbeiten, indem wir sie unterteilen und erforschen. Jeder Artikel folgt einem bestimmten Aufbau, wie ein Film oder ein Roman: es gibt die  Exposition (die Aufgabe wird gestellt), steigende Handlung, Höhepunkt und schließlich die Lösung.

Unterwegs treffen wir für gewöhnlich auf einige Hindernisse, die uns helfen, die ursprüngliche Frage besser zu klären und zum Ergebnis zu kommen. Der gesamte Strom des Artikels entspricht dem inneren psychologischen und spirituellen Aufbau des Menschen, damit er ihn besser verstehen und verinnerlichen kann.

Jeden Tag sollte ein Artikel studiert werden (oder auch zwei, wenn sie kurz sind), morgens und abends. Es ist unwichtig, wenn ihr verwirrt seid. Wichtig ist nur, dass ihr euch ständig in diesem Material befindet.

Die Anstrengung selbst wird das korrigierende, zur Quelle zurückführende Licht anziehen. Das gleiche Licht wird alle Fragen klären: Die richtige Reihenfolge und das richtige System, die notwendigen Schritte. All das wird verständlich sein, und sollte es unverständlich bleiben, dann wird es klar, warum es unverständlich ist. Aber alles, was wir zu klären wünschen, muss mit Hilfe des Lichts geklärt werden.

Ich führe keine theoretischen Untersuchungen durch – ich warte auf das Licht, das mir leuchtet, sobald ich mich über den Text mit dem Artikelverfasser verbinde. Was will er an dieser Stelle sagen, was ist seine Absicht? Ein einziger Gedanke! Woran hat Rabash in diesem Moment gedacht? Der gesamte Artikel ist ein einziger Gedanke, ihn will ich verstehen. Und das ist nur durch die Hilfe von Oben möglich, wenn ich von der „Muse“ geküsst werde.

Für Kabbalisten bedeutet die Muse „Licht“.

Aus einem Gespräch, „Wie man mit Artikel von Rabash arbeiten soll“ , 15.06.2010

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Wenn der alle Geheimnisse Kennende bezeugen wird

Eine Frage, die ich erhielt: Warum steht im „Vorwort zum Talmud Esser HaSefirot“ Folgendes geschrieben, Punkt 55: Ein Mensch, der diese Lenkung (die Offenbarung des Schöpfers) klar erkennt, ist überzeugt, dass er nicht mehr sündigen wird?

Meine Antwort: Der Mensch ist deswegen überzeugt, dass er nicht mehr sündigen wird, weil er mittels des Schirms und des widergespiegelten Lichtes alle erhaltenden Wünsche korrigiert hat, indem er sich über sie hinweggehoben hat und folglich vorankommt.

Um seine Korrekturarbeit bestätigt zu sehen, braucht er „das Zeugnis des Schöpfers“, und kann dann gebinnen, mit den erhaltenden Wünschen zu arbeiten und diese mit der Absicht „Erhalten um zu Geben“ zu verwenden.

Ich brauche also eine zusätzliche, allgemeine Kraft, die als Zeugnis des Schöpfers bezeichnet wird.

Jetzt sollte ich meine eigene „Pandoras Büchse “ mit allen Wünschen öffnen, um herauszufinden, in welchen von ihnen ich die Absicht „dem Schöpfer Genuss  bereiten“ ‚giessen‘ könnte.  Diese neue Tendenz gab es früher nicht.

Noch nie habe ich so gehandelt oder etwas so getan! Und jetzt muß ich die Geschmäcker der Genüsse probieren, um Ihm dadurch  Genuss zu bereiten – wie der Gast, der die Bewirtung um der  Freude  des Wirtes willens genießt.

Ich muss hier die speziellen, neue Kräfte sammeln, welche mir ein Zeugnis des Schöpfers gewährleisten, um mich diesbezüglich nicht mehr zu irren. Andernfalls darf ich die erhaltenden Wünsche nicht einmal anfassen! Als Hilfe ist die zusätzliche Kraft nötig.

Und wenn „Der Wissende alle Geheimnisse des Universums bezeugen wird“ dann kann ich beginnen, die eigenen Verbrechen zu korrigieren. Auf dieser Etappe, verwandeln sich die Verbrechen in die Versehen, welche für mich die Arbeit erleichtern. Denn ich habe schon eine Hälfte des Wunsches korrigiert, und er ist vollständig mit Licht von Chassadim ausgefüllt. Jetzt soll ich beginnen, mit diesem Wunsch in drei Linien zu arbeiten um ihn mit Licht von Chochma zu füllen. Dies bedeutet, dass sich meine Verbrechen in Versehen verwandelt haben. Ich bin im Begriff, für das Geben zu bekommen, denn ich habe schon die Absicht um des Gebens willen. Jetzt muss ich nur anfangen,  mein Verlangen zu empfangen mit der  Absicht um des Gebens willen vorsichtig aufzufüllen.

Wenn wir solche hohe Stufe erreichen, werden wir herausfinden, was es für eine Arbeit ist…

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