Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Michael Laitman – Immer mit mir – Teil 1

Die wichtigste Frage des Lebens

Als ich zu RABASH[1] kam, war ich bereits von der jahrelangen vergeblichen Suche nach der Wahrheit erschöpft. Ich hungerte nach Erkenntnis.

„Was ist der Sinn meines Lebens?“ Diese Frage hatte mich gequält, mich buchstäblich ausgelaugt, solange ich denken konnte. Als Kind lag ich oft im hohen Gras des Stadtparks und blickte voller Hoffnung und Sehnsucht zu den Sternen hinauf und fragte mich: „Vielleicht haben die Sterne die Antwort? Wozu bin ich hier? Was ist das alles?“ Obwohl mein Leben gerade erst begonnen hatte, verzehrte mich diese Sehnsucht bereits. Die Sehnsucht nach einem unbekannten, erhabenen, echten Ziel.

Die Jahre vergingen und ich versuchte, die Antwort in der Wissenschaft zu finden, und sie mit Hilfe von Büchern logisch herzuleiten. Nichts funktionierte – ich fühlte mich nur noch schlechter, und jede Anstrengung machte die Leere und Vergeblichkeit des Unterfangens noch deutlicher. Es kam ein Punkt, an dem ich dachte, ich würde sterben, weil ich mein Ziel nie erreichen würde.

Nach meiner Übersiedlung nach Israel war ich vier Jahre lang in der Armee und reparierte elektronische Geräte für Flugzeuge.

Danach machte ich mich selbstständig, und das ziemlich erfolgreich. Ich kaufte mir ein Penthouse, um das Leben der Reichen und Berühmten mitzumachen, in der Hoffnung, dass ich mich in einem solchen Leben wiederfinden könnte.

Doch dies war auch ein Trugschluss. Ich wachte nachts auf, ging in den Hof und kämpfte mit den Tränen. „Was hat das alles zu bedeuten?“ dachte ich und appellierte an die Ungewissheit. „Zeige mir wenigstens, wo ich suchen soll! Gib mir eine Richtung!“

Ich dachte, dass ich vielleicht in der Religion die Antwort fände. Die Art und Weise, wie religiöse Menschen mit sich selbst umgingen – so gefasst, so selbstbewusst -, machte mich meinen, dass sie den Sinn des Lebens gefunden hatten. Ich fuhr zu einem berühmten russischsprachigen Rabbi in Jerusalem, der mir erzählte, dass die Schlange aus der Bibel zwei Beine habe. Und er meinte das völlig ernst. „Du zweifelst an den Heiligen Schriften?“

„Soll ich das etwa glauben?“ fragte ich ihn.

„Natürlich! Es steht da, schwarz auf weiß“, antwortete er.

Ein derartig unwissenschaftlicher Ansatz schreckte mich ab.

Ich traf mich mit Herman Branover, einem Physiker, der zur Religion gefunden hatte. „Ein Mann der Wissenschaft sollte eine Antwort für mich haben“, dachte ich. Aber er hatte keine.

Ich studierte drei Monate lang in Kfar Chabad[2], lernte mit Jugendlichen den Talmud[3] und las TANJA[4]. Danach ging ich wieder.

Auf meinen Reisen traf ich eine andere Seele, die wie ich auf der Suche war. Sein Name war Chaim Malka, und wir wurden Freunde und trafen uns jeden Abend, um methodisch alle Bücher durchzuarbeiten. Chaim las laut vor und ich machte mir Notizen wie bei einer Vorlesung. Wir durchforsteten die Bücher von RAMAK[5] und RAMCHAL[6].

Doch die Bücher waren nicht hilfreich. Schlimmer noch, sie wollten nicht helfen. Mir wurde klar, dass wir den Durchbruch nicht aus eigener Kraft schaffen würden. Wir mussten einen Lehrer finden, jemanden, der diesen Weg bereits beschritten hatte. Und so begannen wir die Suche.

Wir trafen uns mit Baba Sali[7]. Alle sagten, er sei ein Kabbalist und er entpuppte sich als ein einfacher, sehr angenehmer Mann. Er erzählte uns, was er gesehen hatte, aber er konnte es nicht erklären.

Danach stieß ich auf das Kabbalah Center von Berg. Ich kaufte alle dort verfügbaren Bücher und traf mich mit Berg selbst, nahm sogar ein paar Stunden bei ihm. Aber als er anfing, in seinen Erklärungen den Kosmos zu verwenden, wurde mir klar, dass auch das nichts für mich war. Ich konnte jede Art von Mystizismus einfach nicht ausstehen.

Ich traf mich mit Yitzhak Zilberman in Jerusalem. Er war ein bekannter Kabbalist, der die Kabbala nach dem Vilna Gaon (GRA[8]) lehrte. Er war ein religiöser Mann, der von allen respektiert wurde, im Gegensatz zu Berg, dem Mystiker, der von allen verabscheut wurde. Er sagte zu mir: „Du und ich leben unter den Religiösen, also müssen wir den Talmud studieren. Es wird uns einen Schutz bieten, um die Kabbala zu studieren, denn niemand mag die Kabbala.

Ich fing an, bei ihm zu lernen. Er lehrte ein wenig über die Grundlagen der Kabbala aus dem Buch des Vilnaer Gaon, Safra de-Znijuta. Doch auch er konnte nichts erklären! Er las einfach aus dem Buch vor, und das war’s. Das brachte mein Blut in Wallung. „Was ist hier los? Was bedeutet das alles?“ fragte ich. „Eines Tages werden wir die Antwort kennen“, antwortete er.

Aber mit „eines Tages“ wollte ich mich nicht zufrieden gegeben. Ich wollte Antworten und keine Versprechungen. Eines Tages besuchte Zilberman mich zu Hause und sah die Bücher von Baal HaSulam[9] in meinen Regalen. Er wurde blass, zeigte auf sie und sagte: „Die solltest du besser im Keller verstecken, außer Sichtweite.“ Das reichte mir, ich hatte genug.

Das war meine erste Verteidigung von Baal HaSulam – da wusste ich noch nicht, dass ich mein ganzes Leben an seinen Namen und sein Vermächtnis binden würde.


[1] RABASH: Rav Baruch Shalom HaLevi Ashlag (1907-1991) ist der erstgeborene Sohn und spirituelle Nachfolger von Baal HaSulam, dem größten Kabbalisten des 20.Jahrhunderts.

[2] Kfar Chabad: eine religiöse Siedlung der Chassidim von CHABAD in Israel. CHABAD, auch bekannt als Chabad-Lubawitsch, ist eine der größten und bekanntesten chassidischen Bewegungen.

[3] Der Babylonische Talmud, eine zentrale Schrift des Judentums

[4] TANJA, ein chassidischer Text aus dem 18. Jahrhundert

[5]  RAMAK, Moses ben Jacob Cordovero, ein bekannter Kabbalist des 16.Jahrhunderts

[6]  RAMCHAL, Moshe Chaim Luzzatto, ein bekannter Kabbalist des 18.Jahrhunderts

[7] Wiki Baba Sali, Israel Abuhatzeira, ein führender marokkanischer sephardischer Rabbiner und Kabbalist des 20. Jahrhunderts

[8] GRA (Vilna Gaon), Elijah ben Solomon Zalman, Talmudist und Kabbalist aus dem 18. Jahrhundert und der bedeutendste Führer des misnagdischen (gegen den Chassidismus gerichteten) Judentums der letzten Jahrhunderte.

[9] Baal HaSulam, Yehuda Leib Ha-Levi Ashlag, bekannt als Baal HaSulam [Autor des Sulam (Leiter)] für seinen umfangreichen Sulam-Kommentar zum Buch Sohar. Baal HaSulam verfasste auch Das Studium der Zehn Sefirot, einen ausführlichen Kommentar zu den Schriften von Isaac Luria (ARI), sowie zahllose Essays und einführende Texte. Er wird von vielen als der größte Kabbalist des 20.Jahrhunderts und möglicherweise als der größte seit der ARI angesehen. Baal HaSulam war auch der Vater meines Lehrers, RABASH.

[# 241691]

Fortsetzung folgt…


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„Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“ (Times of Israel)

 
Die Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel „Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“.

 

Die Welt beginnt ein neues Jahr und trägt eine schwere Last auf ihren Schultern. Eine niemals zuvor gekannte Anzahl von Menschen weltweit, rund 168 Millionen, wird im Jahr 2020 aufgrund globaler Krisen und Konflikte dringend humanitäre Hilfe und Schutz benötigen, so der UNO Überblick für dieses Jahr und die Zukunft.

Warum sollten wir weiterhin denselben Teufelskreis wiederholen? Können wir als Menschheit es nicht besser machen? Sicher können und sollten wir das. Wir müssen nur wissen, wie.

Die Anzahl und Intensität höchst gefährlicher Konflikte hat nach Angaben von UN-Vertretern zum ersten Mal seit vier Jahren zugenommen. Man rechnet damit, dass jeder 45. Mensch aufgrund der Instabilität der Welt sogar für grundlegendste Bedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung humanitäre Hilfe benötigt.

Nach jedem Krieg wird recherchiert, werden Bücher und Theaterstücke über das Streben und Begehren nach Frieden geschrieben, doch scheint dies nur ein Wunschtraum zu sein. Doch was bedeutet letztendlich Frieden? Ist er das Gegenteil von Krieg oder etwas anderes? Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Begriff „Frieden“ aus der Perspektive der Weisheit der Kabbala wirft neues Licht auf dieses wichtige Ziel und wie es zu erreichen ist.

Nach schweren Konflikten, Kriegen und viel Leid bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als Waffenstillstände, Aufrüstungen und Friedensverträge abzuschließen. Und jedesmal steht die Frage im Raum, wie lange sie bis zum nächsten Ausbruch andauern werden. [Rest des Beitrags lesen →]

Wurzeln und Zweige – Ursachen und Folgen

Die Worte des Lehrers können niemals das höhere Wissen vermitteln. Es befindet sich außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“)

Es handelt sich um die Höhere Welt, die außerhalb von unserer Wahrnehmung liegt, und deshalb können wir keinen geeigneten Gegenwert zu dem finden, was sich darin befindet. Schließlich gibt es in unserer Welt keine entsprechenden Worte, Ausdrücke, Kräfte, Handlungen, Beziehungen wie in der Spiritualität.

Es gibt dann ein Problem: Wie kann man die spirituelle Welt mit unseren Worten einem Menschen erklären, der gerade erst mit seinem Weg beginnt? Deshalb sagt Baal HaSulam, dass wir versuchen sollten, es in der Sprache der Zweige darzustellen. Was bedeutet aber „die Sprache der Zweige“?

Trotz der Tatsache, dass die höhere Welt mit unseren gegenwärtigen Eigenschaften völlig unbegreiflich ist, steigt alles, was sich in ihr befindet, in unsere Welt herab und bildet hier Zweige – die Folgen daraus.

Wenn wir die Sprache der Zweige richtig verwenden, das heißt, wir benennen die Eigenschaften der Höheren Welt mit Wörtern, Bildern und Begriffen unserer Welt, können wir alles, was dort existiert, richtig ausdrücken und unser Wissen vom Lehrer zum Schüler oder zwischen den Menschen übertragen, ohne Verwirrung zu verursachen.

Angenommen es gibt in der Höheren Welt einige Wechselwirkungen zwischen den Punkten „A“ und „B“ (Wurzeln). Und in unserer Welt sehen wir ihre Folge als „a“ und „b“ (Zweige).

Folglich können wir dann sagen, dass von der Höheren Welt in unsere Welt eine Eigenschaft herabgestiegen ist und in ihr eine bestimmte Folge gebildet hat, das heißt, wir können über das Zusammenspiel von Wurzeln und Zweigen sprechen.

Frage: Kann man etwas über ein großes „A“ anhand des kleinen „a“ sagen?

Antwort: Wir können nur eines sagen: das kleine „a“ und das große „A“ stehen zueinander als Ursache und Wirkung. Das große „A“ ist die Ursache, das kleine „a“ ist die Folge. Gleiches gilt für das große und kleine „B“. Deshalb werden sie als „Wurzel“ (Ursache) und „Zweig“ (Folge) bezeichnet.

Auf diese Weise besteht ein Zusammenhang zwischen den Eigenschaften des Höchsten und unserer Welt. Und wenn wir Wahrnehmungen der Höheren Welt haben, dann können wir bereits sagen, dass wir uns von den Zweigen zu den Wurzeln bewegen. Wir verstehen dann unter den Zweigen unserer Welt das Zusammenspiel der Wurzeln.

Aus dem Unterricht von 27.10.2019

[#255242]

Fortschritt durch Fragen und Antworten

Frage: Ist die Frage ein wesentliches Element der praktischen Arbeit beim Studium der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Ja. Die Frage ist das Bedeutendste in unserem spirituellen Fortschritt. Es ist nicht notwendig, eine Frage zu stellen und auf eine Antwort zu warten. Du beschäftigst dich damit, du willst sie beantworten, du bittest den Schöpfer durch die Gruppe und bekommst eine Antwort. Unser ganzer Fortschritt besteht aus Fragen und Antworten. Darüber wird in Pessach Geschichten über die vier Söhne gesagt: Selbst, wenn man einen Zustand durchläuft, wo man keine Frage stellen kannst, muss man nach Möglichkeiten suchen, eine zu haben. Ohne dies gibt es keinen Fortschritt.

Frage: Wird die Frage als spirituelle Handlung betrachtet?

Antwort: Ja, natürlich. Das ist die linke Linie, die für die Handlung notwendig ist.

Frage: Kann die gestellte Frage ein echtes Geschenk an einen Lehrer oder Freund sein, als Vorbild der Hingabe an die Gruppe?

Antwort: Im Allgemeinen ja.

Frage: Lohnt es sich, eine Frage zu stellen, wenn die Methodik uns lehrt, dass die Fragen, die in uns auftauchen, während unserer Arbeit in der Gruppe auf natürliche Weise aufgedeckt und geklärt werden?

Antwort: Wenn du die Frage stellst oder etwas tust, musst du darüber nachdenken, wie du damit den anderen helfen kannst.

Aus dem 4. Unterricht des Kongresses in Moldawien, 07.09.2019

[#254544]

„Wir werden gezwungen uns zu korrigieren“

Frage: Kritiker sagen, dass die Kabbala die Apokalypse als Mittel benutzt, um Menschen einzuschüchtern.
Meine Antwort: Ich mache niemandem Angst, ich sage nur: „Lasst uns ein Auge auf das werfen, was in der Welt vor sich geht. Ich möchte meinen Schülern die Dialektik, die Beobachtung beibringen, wie sich die Welt entwickelt.

Schaut bitte meine Lektionen von vor einem Jahr an, vor fünf Jahren, vor zehn Jahren, und ihr werdet sehen, dass ich immer wieder darüber spreche, was in der Welt geschehen soll, denn die Welt ist die allmähliche materialistische Entwicklung des menschlichen Egoismus.

Deshalb erkläre ich, dass die Entwicklung des Egos uns dazu führt, so egoistisch zu werden, dass wir zu Spaltungen kommen, zur Entdeckung schrecklicher Zustände unter uns, und so weiter.
Ich beängstige und bedrohe niemanden, sondern sage einfach, dass wir verpflichtet werden, uns zu korrigieren. Lasst uns herausfinden, warum, wieso, wie! Lasst uns darauf im Voraus vorbereitet sein.

Bemerkung: Die Sache ist die, dass, wenn man es durch das Prisma des eigenen Egoismus betrachtet, man den Eindruck bekommt, dass Sie uns Gruselgeschichten erzählen und sagen: „Die Lösung, die Medizin gibt es nur bei mir, komm zu mir, ich werde euch heilen“.

Meine Antwort: Aber dies sind keine Gruselgeschichten. Ich kann es offen sagen. Ich bin der Einzige, der eine Lösung hat. Oder besser gesagt, nur in der Kabbala ist die Lösung. Wenn ihr es annehmt, werdet ihr in der Lage sein, mit jedem Übel entsprechend umzugehen und den Frieden, Wohlstand und alles Gute zu erreichen.

(256394)

Unsere Welt ist ein Abdruck der Welt von Assija.

Frage: Unsere Welt ist Teil der Welt von Assija und somit gehört sie quasi zu den spirituellen Welten. Aber sie unterscheiden sich im Maß des Gebens, und das ist in unserer Welt nicht der Fall. Vielleicht erschien unsere Welt getrennt, nicht als Teil der spirituellen Welten? Schließlich ist dies eine andere Existenzqualität. Warum gehört sie denn diesem System an?  

Antwort: Zuerst einmal wird von Baal HaSulam darüber geschrieben. Das ist die allererste und einfachste Antwort. Ich beziehe mich immer auf die Primärquellen.

Zweitens befindet sich unsere Welt unter allen spirituellen Welten und ist der Abdruck der Welt von Assija, wo es die gleichen Elemente wie in den spirituellen Welten gibt. Der Unterschied besteht darin, dass diese Elemente in den spirituellen Welten durch das Gesetz des Gebens, der Liebe, der gegenseitigen Vereinigung und in unserer Welt dagegen durch das Gesetz des Empfangens und der Ablehnung  verbunden sind.

Im Detail sind unsere Welt und die spirituelle Welt absolut identisch. Aber man darf nicht behaupten, dass unsere Welt separat geschaffen wurde. Man kann sich alles mögliche einbilden, aber wir gehen von dem aus, was die Kabbala sagt. Das ist alles, was ich sagen kann.

Lest die Primärquellen. Es ist dort alles ein wenig mehr beschrieben und erklärt, als wir es in unseren Unterrichten durchsprechen können. Ich denke, ihr müsst das alles einfach sehr gut durchkauen, runterschlucken und verdauen. 

Somit bekommt ihr nicht nur ein Verständnis, sondern auch ein Gefühl dafür, wie sehr unsere materielle Welt mit der spirituellen Welt verbunden ist: in welchen Aspekten sind sie ähnlich, was unterscheidet sie, inwiefern kann unsere Welt von der spirituellen Welt beeinflusst werden und so weiter.

Wenn wir über die Ähnlichkeit unserer Welt mit der höheren Welt sprechen, meinen wir nur ihre Struktur, aber nicht die Eigenschaften und ihre Steuerung. Obwohl unsere Welt ein Abdruck der höheren Welt ist, besteht sie aus einem völlig anderen Material. Die spirituelle Welt ist ein Material der Hingabe, der Liebe, der Einheit, und unsere Welt ist ihr absolut entgegengesetzt, sie ist egoistisch.

(254294)

Aus dem russischen Unterricht, 06.10.2019

Familie und Ehe, Teil 2

Ist Familie die Vereinigung der Gegensätze?

 Frage: Wenn Familie eine Vereinigung von zwei Gegensätzen ist, dann muss man, um eine gute Familie zu bilden, einen Partner finden, der einem entgegengesetzt ist, und dadurch eine bessere Vereinigung erreichen?

 Antwort: Nein, nicht unbedingt. Es hängt davon ab, über welche Ebene wir sprechen. Wenn wir über die menschliche, d.h. tierische, körperliche Ebene sprechen, dann brauchen wir keine Improvisationen. Im Gegenteil, hier muss es eine Ähnlichkeit geben, und je näher wir ihr kommen, umso besser.

Und wenn wir über die Entwicklung sprechen, die nicht auf tierischem (körperlichem) Niveau erfolgen kann, dann ist dort natürlich eine Gegensätzlichkeit erforderlich.

Aus Sicht der Kabbala sollten sich die Menschen, wenn sie sich in einer Familie zusammenschließen wollen, so ähnlich wie möglich sein in ihrer Lebensweise, Sprache und so weiter.

Frage: Und wenn wir über die Familie als Volk oder die ganze Menschheit sprechen, dann sollten wir doch unterschiedlich sein?

Antwort: Ja, wenn es darum geht, alle in eine Familie zu bringen, dann ist es schon das System von Adam HaRishon.

In dem Maße, in dem es den Pluralismus und die gegenseitige Distanz in diesem System gibt, aber andererseits Einstimmigkeit darüber besteht, dass wir uns über alle Probleme und Widersprüche einigen müssen, so erlangt die Gesellschaft einen spirituellen Fortschritt.

 Die Fortsetzung folgt…

[# 253852]

Aus der Fernsehsendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

Was ist Religion?


Folgender Kommentar erreichte mich zu meinem Post „Religionen sind Ausdrücke der Kultur, jedoch nicht absolutes höheres Wissen“: Alle Religionen, die in unserer Welt existieren, sind nicht real. Sie sind nichts mehr als kulturelle Traditionen. Baal HaSulam schreibt in seinem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ über wahre Religion. Dort beantwortet er drei Fragen: Worin besteht das Wesen der Religion? Wird das Ziel der Religion in dieser Welt oder in der zukünftigen Welt erreicht? Ist das Ziel der Religion das Wohl des Schöpfers oder das Wohl der Geschöpfe?“ Weiterhin erklärt er, was wahre Religion ist und es ist eindeutig, dass er mit dem Wort „Religion“ die Kabbala meint. Wo soll diese Religion hinführen? Sie sollte zur Korrektur des Menschen führen. Und wie wird diese Korrektur realisiert? Sie wird durch das Licht realisiert, das uns zur Quelle zurück bringt, genannt „Tora“.

Meine Antwort:
Aber dennoch bleibt die Frage:
Welche Religion ist allen gemeinsam?
Was ist Ihre Meinung?

 

„Verbindung“  >  Kabbala Akademie

 

 

Wir werden alle Juden sein.

Aussage: Albert Einstein verblüffte das Publikum einst als er ausrief: „Leider wurde ich als Jude geboren!“ Die Leute waren schockiert. Wie konnte ein so großer Mann eine so wilde Aussage machen?

Dann fuhr Einstein mit einem Lächeln fort: „Weil diese Tatsache mir das Privileg genommen hat, Jude zu werden“. 

Antwort: Es gibt zwei Stufen, um als Jude bezeichnet werden zu können: entweder wird man als Jude geboren oder man wird Jude. Und jeder kann es werden: Franzose, Italiener, egal wer, denn ein Jude weist im Prinzip nicht auf die Herkunft hin.

Es bedeutet, die Denkweise, die Einstellung zum Leben, den Sinn des Lebens zu akzeptieren, wenn ich verstehe, was es wirklich heißt, Jude zu sein – die Methode der Korrektur in die Welt zu bringen, der Welt zu helfen, ein Ganzes zu werden.

Frage: Stammt das Wort „Jude“ vom Wort „Übergang“?

Antwort: Es ist der Übergang von der egoistischen Einstellung zu der Welt zur altruistischen Umgebung. 

Frage: Dadurch wird der Mensch zum Juden?

Antwort: Ja.

Frage: Im Prinzip sagen Sie jetzt vorsichtig, dass die ganze Welt jüdisch werden kann? 

Antwort: Nicht vorsichtig, es ist tatsächlich so.

Dies ist ein ernsthafter Übergang vom Egoismus zum Altruismus, der nur durch den Klick in jedem von uns geschehen kann, wenn wir diese Veränderung von der höheren Macht verlangen.

Frage: Sie meinen auch, dass diejenigen, die geborene Juden sind, es quasi nicht sind?  

Antwort: Nein. Das sind nicht die Juden, von denen die Tora spricht. Denn Jude ist ein Geist. Man lässt sich also nur von der Herzensneigung leiten.

Frage: Besteht das ultimative Ziel des menschlichen Lebens darin, Jude zu werden?

Antwort: Jude zu werden bedeutet, alle Menschen zu vereinigen, um sie zur Eigenschaft des Gebens, der gegenseitigen Liebe, der Vereinigung zu erheben, damit ein solches Maß an Kommunikation zwischen allen Menschen der Welt entsteht, dass sie wie Eins werden. 

Und es geht keineswegs darum, dass jemand nach dem Herkunftsprinzip als Jude betrachtet wird.

Frage: Werden Menschen verschiedener Nationalitäten plötzlich erkennen, dass die Aufgabe eines jeglichen Menschen darin besteht, ohnehin Jude zu werden?

Antwort: Ja.

Frage: Und Sie behaupten ruhig, dass es so ist?

Antwort: Natürlich. Das heißt, von einer egoistischen Einstellung zur Welt zu einer altruistischen überzugehen – das ist das, was man „laavor“ nennt, einen Übergang durch eine egoistische Barriere.

Also lass sie rüber.

(252405)

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 30.07.2019

RAV BARUCH SHALOM HALEVI ASHLAG (RABASH), 1906-1991

 

Rav Baruch Ashlag ist der älteste Sohn von Baal HaSulam. Er stellt das letzte Glied in der Kette großer Kabbalisten dar. Noch als Jugendlicher emigrierte er gemeinsam mit seinem Vater aus Polen nach Jerusalem und studierte sein Leben lang bei ihm.

Nach dem Tod von Baal HaSulam setzte Rabash sein Lebenswerk fort: Er gab den vollständigen Kommentar Sulam sowie andere Schriften des Vaters heraus und begann anschließend, Artikel zu verfassen. Darin legte er die exakte Methodik der spirituellen Arbeit eines Menschen dar, der danach strebt, die innere Realität zu erkennen – etwas, was noch kein Kabbalist vor ihm tat. 

In seinen Artikeln liefert er eine exakte Beschreibung aller Etappen des spirituellen Weges eines Menschen – von dessen Anfang bis zum Ende. Aus den Artikeln entstand ein fünfbändiger Sammelband – Shlavei HaSulam (Etappen der Leiter). Zusätzlich hinterließ uns Rabash seine einzigartigen Mitschriften der Erklärungen spiritueller Zustände eines Menschen, die er von seinem Vater erhielt und die er mit einem entsprechenden Titel versah – Shamati  (Hebräisch: „Ich hörte“).

Rabash starb 1991. Seine Bücher stellen neben den Werken von Baal HaSulam die wichtigste Literatur zur Wissenschaft der Kabbala dar, deren Studium dem Menschen das wahre Bild der ihn umgebenden Wirklichkeit enthüllt. Das Studium der Kabbala vermag den Menschen auf eine bewusstere Stufe einer vernünftigen Existenz zu führen – in Harmonie mit der Natur und bei voller Verwirklichung der höchsten Bestimmung des Menschen – der Erkenntnis des Planes der Schöpfung.

Die wichtigste Botschaft, die Rabash an seine Schüler zu übermitteln suchte, war die Notwendigkeit des Studiums und der Arbeit in der Gruppe. Schon immer lernten Kabbalisten in Gruppen. Die Gruppe erlaubt den Mitgliedern, durch das Geben an den Schöpfer im Spirituellen fortzuschreiten, indem sie ihre Wünsche vereinen und auf dasselbe Ziel ausrichten.

 

Zu den Artikeln von Rabash…