Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Freiheit der Wahl auf dem Weg zum spirituellen Aufstieg

Das Kapitel „Ekew“ (Nachkommenschaft) erzählt, wie man das Land Israel betritt und was geschieht, wenn die Gesetze der Tora, die dem Volk Israel vom Schöpfer gegeben wurden, eingehalten werden.

Schließlich bildet das System eine Einheit: Du kannst entweder die Gesetze befolgen und dadurch das Höhere, korrigierende Licht empfangen, Überfluss, Erfüllung und Enthüllung, oder, wenn du sie fälschlicherweise auf dich beziehst, erzeugst du eine Finsternis in dir, alle negativen Gefühle, die dich aber trotzdem zum selben Ort führen; allerdings auf einem etwas anderen Entwicklungsweg. Aber in diesem Fall läufst du im Kreis, und dieser Kreis ist sehr unangenehm.

Frage: Ist das eine lange Vorbereitungszeit?

Meine Antwort: Ja. Aber an jedem Punkt des spirituellen Weges vom Egoismus (Ägypten) weg – hin zum vollständigen System von „Geben“ und „Liebe“ (Land Israel), gibt es die Möglichkeit, auf dem direkten Weg weiterzugehen oder im Kreis zu laufen und zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Im Grunde machst du das nur, um festzustellen, dass du den falschen Weg gegangen bist, dass du dich von deinem Egoismus hast treiben lassen, und nicht von dem Wunsch nach einem spirituellen Aufstieg. Und dann machst du schließlich diesen Aufstieg.

Kommentar: Wie auch immer, „Es gibt nichts außer Ihm“. Einerseits läufst du im Kreis, andererseits bist du nicht derjenige, der das entscheidet…

Meine Antwort: Nein, der freie Wille wurde uns von Oben gegeben. Die ganze Schöpfung wäre ansonsten verloren. Ohne den freien Willen wären wir kleine Insekten, die vollkommen von Oben kontrolliert würden, und es gäbe keine Absicht und keinen Sinn in der Schöpfung, in den Geschöpfen, im Menschen, und nicht mal im Schöpfer selbst, da der Schöpfer nur in Beziehung zu den Geschöpfen enthüllt wird.

Der ganze Weg, den wir durchlaufen, ist so konstruiert, dass das Zusammenführen unserer Anstrengungen des freien Willens zu einer Einheit wird. Und wenn wir das Endresultat erreichen – jeder durch seine eigene Anstrengung, dadurch, dass wir analysieren, wählen, sortieren und ausprobieren – erschaffen wir selbst ein System, das „Mensch“ genannt wird.

Wenn andererseits alles vom Schöpfer festgelegt wäre und es überhaupt keinen freien Willen gäbe, dann gäbe es auch kein Schöpfungsziel. Die Tatsache, dass wir die Endkorrektur erreichen werden, annulliert nicht unsere ständige Freiheit der Wahl.

Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 4/27/16

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Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts

Frage: Wenn es notwendig ist, das ganze Leben der spirituellen Entwicklung zu widmen und „andere Dinge“ auszuklammern, wann hat man dann noch Zeit zu leben? Warum hat der Schöpfer alles so kompliziert gemacht?

Meine Antwort: Und wofür lebt eine Person? Wenn wir beginnen, die Methode der Weisheit der Kabbala zu studieren, fangen wir an sie zu leben. Wir fühlen, über welche Kräfte sie spricht, wie es möglich ist, sie zu entdecken und zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

Die Weisheit der Kabbala ist die Grundlage der menschlichen Kultur, aller Religionen und alles Wissens, weil sie über das Höhere Leitsystem spricht. Alles, was in unserer Welt existiert, ist ein Resultat dieses Systems. Durch das Studium der Weisheit der Kabbala ist es möglich, sich in dieses System zu integrieren.

Es gibt in der Weisheit der Kabbala keine Verbote von irdischen Vergnügungen. Es ist möglich, in Ruhe fischen zu gehen, ein Fußballspiel anzuschauen, Sport zu treiben, sich um die Familie zu kümmern usw. Es ist nicht notwendig, irdische Interessen aufzugeben. Eine Ausnahme ist der Gebrauch harter Drogen, weil sie den Menschen von der Realität trennen, und davon, das Höhere System zu verstehen.

Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts. Sie hat nichts zu tun mit Klosterleben, Askese oder Selbsteinschränkung. Sie spricht nur darüber, wie man dem Leben besondere höhere Genüsse hinzufügen kann.

Dennoch wissen wir, dass wir für jedes Vergnügen, für jeden erfüllten Wunsch und für das ganze Wissen mit unserer Kraft und Zeit bezahlen müssen. Genauso ist es hiermit.

Aus der russischen Kabbalalektion vom  4/17/16

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Es gibt nichts besseres, als das, was für uns bestimmt ist

Tora, „Deuteronomium“, 8:5, 8:10: Du sollst in deinem Herzen wissen, dass gerade ein Mensch seinen Sohn züchtigt, so wie der Herr, dein Gott dich züchtigt. Und du sollst die Gebote des Herrn, deinen Gott einhalten, auf seinen Wegen gehen und Ihn fürchten.

Denn der Herr, dein Gott bringt dich zum Guten, in ein Land mit Bächen voll Wasser, Quellen und Fülle, die in den Tälern und Bergen entstehen, ein Land mit Weizen und Gerste, Wein und Feigen und Granatäpfel, ein Land der Öl produzierenden Oliven und Honig. Du wirst essen und satt werden und du sollst den Herrn, deinen Gott für das gute Land, dass er dir gegeben hat, preisen.

Dies ist definitiv ein erstaunliches Bild. Ich dachte, es handelt sich um eine Beschreibung der Mittelmeerküste in Frankreich oder auf den griechischen Inseln. Es ist schwierig, dies über das Land Israel zu sagen. Wir sehen dabei etwas ganz anderes. Es ist unmöglich, Worte zu finden, die das spirituelle und nicht das geographische Land Israel beschreiben. Das sind die Eigenschaften eines Menschen, der sich in der höchsten Erfüllung befindet. Es ist nicht nur eine schöne literarische Beschreibung von einigen Bildern. Es ist eine klare, auf der Hand liegende, harte, wissenschaftliche und technische Beschreibung eines Menschen, der so funktioniert, oder ich würde sagen, seine Abdrücke hinterlässt.

Hier werden alle zehn Sefirot der Seele eines Menschen beschrieben, die sich ständig im Geben und in der Nächstenliebe befinden. Zur gleichen Zeit wird der Mensch mit dem Zustand der Ewigkeit erfüllt, da er seine gesamte Aufmerksamkeit auf das richtet, was sich außerhalb von ihm befindet, anstatt auf sich selbst.

Frage: Ist das das Gefühl eines bestimmten Menschen?

Antwort: Was auch immer im Verlangen geschieht, ist ein Gefühl und es gibt nichts anderes abseits des Verlangens.

Frage: Werden wir auf jeden Fall zu diesem Gefühl kommen?

Antwort: Es ist für die ganze Welt bestimmt, es ist niedergeschrieben, festgesetzt und wartet. Wir müssen versuchen dies so bald wie möglich durch unsere Bemühungen zu erreichen. Es gibt nichts Schlimmeres als diesen Zustand, in dem wir uns jetzt befinden und es gibt nichts Besseres als das, was für uns vorgesehen ist.

Frage: Jetzt scheint uns der Schöpfer zu helfen. Er zeigt uns, was mit der Welt los ist, war das früher anders?

Antwort: Vorher war es nicht so, wir waren noch nicht so entwickelt, aber nicht weil Er es uns nicht gezeigt hat. Wir entwickeln uns auf einen konstanten evolutionären Weg bis zu einem Punkt an dem wir deutlich erkennen, was mit unserem Egoismus geschieht. Wir spüren die Krise und entwickeln uns weiter. Es gibt noch viele Probleme.

Wenn wir das, was für uns bestimmt ist verstehen, dabei unsere Bemühungen und Absichten in der Bestrebung zu Ihm hin anwenden, uns gegenseitig helfen, dann können wir den letzten und schwersten Teil des Weges  übergehen, da hier der freie Wille ins Spiel kommt. Wir müssen uns selbst durch unseren freien Willen überwinden. Wenn wir das nicht tun, werden wir wie ein sturer Esel dastehen und Schläge erhalten, bis wir klüger und verständig werden und unseren freien Willen gebrauchen. Lass uns hoffen, dass wir bald aufwachen und uns nach vorne bewegen.

Aus Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 27/4/16

(191980)

Der Weg zum Garten Eden

Tora, „Deuteronomium“, 8:7 – 8:8, 8:10: Denn der Herr, dein Gott bringt dich zum Guten, in ein Land mit Bächen voll Wasser, Quellen und Fülle, die in den Tälern und Bergen entstehen, ein Land mit Weizen und Gerste, Wein und Feigen und Granatäpfel, ein Land der Öl produzierenden Oliven und Honig. Du wirst essen und satt werden und du sollst den Herrn, deinen Gott für das gute Land, dass er dir gegeben hat, preisen.

Frage: Die Tora gibt uns ein Ziel und sagt, dass du es nicht bereuen wirst, wenn du es erreichst.

Meine Antwort: Es hängt davon ab, ob du es bekommst. Wenn du solch einen korrigierten Zustand erreichst, welcher tatsächlich mit dem höheren Licht gefüllt ist, dann bekommst du Wein, Oliven, Sonne und Honig, kurz gesagt, ist dies das Paradies.

Immerhin wurde alles schon in vorangegangenen Handlungen korrigiert.

Ägypten verwandelt sich in eine Wüste, da du all deine ägyptischen, egoistischen Wünsche jetzt ablehnst. Du möchtest nichts mehr für dich empfangen. Du bist in Übereinstimmung mit der Wüste. Du isst nur so viel Manna und trinkst Wasser, um dich selbst ein wenig zu unterstützen.

Dann bereitest du dich auf eine neue Stufe vor, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe außerhalb von dir.

Dies bedeutet, dass die gleichen großen Verlangen, die sich in deinem inneren spirituellen Zustand enthüllen und Ägypten genannt werden, sich allmählich zu der Stufe Wüste hin bewegen. Du steigst darüber auf, da dies der Weg ist, wie er sein soll. Von diesem Verlangen baust du die Qualität des Gebens und der Liebe auf. Wenn du über dich hinauswächst, um anderen zu geben, wirst du es genießen, dass du jeden mit Güte füllst.

Aus Kab TV, „Die Geheimnisse des ewigen Buches“

27/4/16

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Das spirituelle Gen, Teil 3

Frage: Was ist der Unterschied in der spirituellen DNA zwischen verschiedenen Menschen?

Meine Antwort: Die spirituelle DNA wird definiert nach dem Platz, wo eine Person sich im generellen System befindet. Die gesamte DNA setzt sich zusammen aus einem Wunsch, einer Form und einem Netzwerk, das Adam – ein Mensch genannt wird.

Frage: Was bestimmt, in welche Familie ein Mensch hinein geboren wird?

Meine Antwort: Die spirituelle DNA bestimmt, welche Eltern welches Kind in die Welt setzen, mit dem Ziel, es mit den optimalen Bedingungen für seine Selbstverwirklichung zu unterstützen. Sie sollten dabei helfen, sicherzustellen, dass sich seine spirituelle DNA entwickeln und sich mit anderer  DNA in ihrer vorgesehenen Form verbinden kann.

Frage: Gibt es so etwas wie eine spirituelle Genetik? Was lehrt sie?

Meine Antwort: Die spirituelle Genetik ist die Weisheit der Kabbala. Die spirituelle Genetik studiert genauso wie die wissenschaftliche Genetik die Wege der Entwicklung der DNA. Aber in der Praxis bestehen 99% davon in der korrekten, optimalen, praktischen und rationalen Nutzung der individuellen DNA und dem gemeinsamen Erbgut, das in Gruppen und Systemen miteinander verbunden ist.

Frage: Die materielle DNA ist erforderlich, um einen menschlichen Körper zu erschaffen. Wofür wird die spirituelle DNA gebraucht?

Meine Antwort: Die materielle DNA und die gesamte materielle Welt sind eine Illusion und existieren nur in unserer Fantasie. Sie bestehen solange, bis wir unsere spirituelle DNA in die Tat umsetzen. Das spirituelle Gen ist die tatsächlich existierende Grundlage der Schöpfung, das wir in Kraft setzen müssen.

Unsere Welt ist ein Traum, der derart gestaltet ist, dass wir die richtige Umsetzung der spirituellen DNA erreichen. Alles, was uns als materielle Welt erscheint, existiert in Wirklichkeit nicht. Selbst moderne Physiker stimmen dem zu. Die Physiker erkannten aus ihrem Studium der Materie, dass sie aus Photonen zusammengesetzt ist, die Wellen und Teilchen zugleich und absolut formlos sind. Und die Kombination dieser Partikel in der einen oder anderen Form hängt vom Betrachter ab. Diese Welt hat keine eigene Form, sie existiert einfach nicht.

Aus KabTV’s “Neues Leben” 7/12/16

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Erloschene Liebe

Frage: In Israel ist die Hauptursache für Scheidung die erloschene Liebe (36%), der zweite Grund sind finanzielle Probleme (32,5%) und die dritte Ursache ist Untreue (11,2%). Wie beziehen Sie das auf die verlorene Liebe?

Antwort: Ich verstehe nicht was das bedeutet! Als ich meine Frau zum ersten Mal sah, fragte ich mich, obwohl ich nicht religiös oder ein Kabbalist war: Ist sie der Mensch, der für eine sehr lange Zeit an meiner Seite stehen wird? Ich erkannte, dass sie es war und es für mich auch möglich wäre. Sie ist nachsichtig, fleißig, sie studiert gerne und war bereit, mich in den Jahren, in den mir die Einwanderung nach Israel verweigert wurde, zu begleiten. In diesen Tagen war es sogar gefährlich, darüber zu sprechen, nach Israel zu gehen. Ich erzählte ihr bei unserem ersten Treffen: „Ich gehe nach Israel, wirst du mitkommen? Es hätte ansonsten keinen Sinn gehabt, sich wiederzusehen, doch sie willigte ein.

Frage: Sie haben noch nichts über Liebe gesagt…

Antwort: Liebe ist eine Gefühl, das sich durch eine lange Verbindung zwischen den Menschen ergibt. Es entsteht, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und sich umeinander kümmern. Wie in der Tierwelt sind es zunächst nur die Hormone, die Menschen zusammenbringen. Sie können so etwas in Naturfilmen sehen. Wenn es um Tiere geht, besteht die Verbindung nur eine gewisse Zeit lang. Wenn es sich um Menschen handelt, geht es für immer.

Ich glaube, dass Dichter und Schriftsteller den Begriff „Liebe“ erfunden haben, um den Mensch zu verwirren. Ich bin sicher, dass es vor ein paar Jahrhunderten keine Liebe gab, die Menschen waren einfach verbunden. Sie dachten „sie ist die Richtige oder er ist der Richtige für mich“. Sie waren aufeinander eingestimmt, fühlten sich einander nahe, verstanden sich und unterstützten sich, das ist alles.

Frage: Was meinen die Menschen, wenn sie sagen, dass die Liebe vergangen ist?

Antwort: Welche Liebe? Hormone können nicht für vierzig, fünfzig oder sechzig Jahre funktionieren, vor allem nicht bei Männern.

Frage: Warum funktionieren sie überhaupt? Warum leben Menschen Jahrzehnte lang zusammen?

Antwort: Menschen leben zusammen, weil sie zum Beispiel Kinder haben oder sich Eigentum miteinander teilen etc. Wir können nichts dagegen tun, da uns Gewohnheit von Oben gegeben wurde. Mit Liebe hat das nichts zu tun.

Frage: Also was ist Liebe?

Antwort: Liebe ist ein Gefühl von gegenseitigem Verständnis, Verbindung Verpflichtung und Treue. Es ist ein Gefühl der Partnerschaft, eine Verantwortung einem anderen Menschen gegenüber. Du wirst nicht dazu gezwungen, sondern du spürst einfach, dass du dich verpflichtest hast. Was noch mehr zählt, ist das Gefühl, dass dein Partner dich genauso behandelt. Das wird Liebe genannt. Wir haben diese Definition aus der Weisheit der Kabbala, in der Liebe als das Verlangen zu Geben für einen anderen verstanden wird und nicht umgekehrt. In unserer Welt besteht jedoch vielfach der Wunsch, etwas Materielles vom anderen zu bekommen, so viel und schnell wie möglich. Dies ist eine völlig egoistische Interpretation des Begriffs „Liebe“, die dem eigentlichen Sinn entgegengesetzt ist.

Frage: Es stellt sich also heraus, dass sich wahre Liebe entwickeln muss.

Antwort: Ja, aber nur auf der Grundlage des gegenseitigen Verständnisses, durch harte Arbeit zwischen uns.

Aus Kab TV „Neues von Michael Laitman“, 28/7/16

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Die Mauern des Tempels

Frage: Warum wurde gerade am 17. Tammuz der Tempel belagert und seine Wände zerstört?

Meine Antwort: An diesem Tag geschah tatsächlich die physische Zerstörung des Tempels. Alles was in unserer Welt geschieht, kommt aus der höheren Welt zu uns. Dies wird zunächst als „Energiefeld“ bemerkt und schließlich auch in unserer materiellen Welt wahrgenommen.

Der Tempel wird als die Welt von Azilut bezeichnet; es ist der Wohnort des Schöpfers. Rund um die Welt von Azilut existiert das, was Parsa (Sperre, Wand) genannt wird. Außerhalb von dieser Wand, unter der Welt von Azilut, werden die Reste der Eigenschaften unserer Welt gefunden. Die Funktion der Mauer der Welt Azilut (die Eigenschaft des Schöpfers) und unserer Welt (unsere Wünsche und Eigenschaften) ist es, denjenigen, die dieser Stufe würdig sind, zu ermöglichen, über die Welt Azilut in den Tempel zu gelangen. Offenbar werden dort die Eigenschaften gefiltert. Auf diese Weise hält es diejenigen zurück, die nicht würdig sind.

Die Zerstörung der Tempelmauern symbolisiert die Welt von Azilut. Sie besitzt die gleichen Eigenschaften, die auch in unserer Welt außerhalb dieser Mauern existieren. Als Folge der Zerstörung entsteht eine Mischung aller Eigenschaften der Welt von Azilut und unserer unteren Welt. Schrittweise  entsteht die Erkenntnis, dass die Eigenschaften der Welt Azilut trotz aller Klärung unterschiedlich sind. Die Welt Azilut entsteht aus der allgemeinen Menge der vermischten Eigenschaften.

Es liegt an uns, uns durch diesen Zustand zu bewegen und den „Dritten Tempel“ durch die richtigen Eigenschaften zu bauen. Dann wird keine Mauer mehr benötigt, da jeder im Tempel wohnen wird. Es steht geschrieben „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden“ ( Jesaja 56:7).

„Azilut“ (abgeleitet von dem Wort Etzlo“ – Ihm nahekommen) ist die Eigenschaft des Schöpfers, zu der jeder ohne Ausnahme aufsteigen wird. Die ganze Welt wird diese Eigenschaften erwerben und es wird keine Beschränkungen mehr geben.

Wenn wir uns den zerstörten Tempel als Eisenspäne und die Welt Azilut als Magnet vorstellen, dann werden sich diese Eigenschaften gegenseitig anziehen und vom Schwächsten bis zum Stärksten aufsteigen. Es steht geschrieben „Alle sollen mich kennen – vom Kleinsten bis zum Größten“ (Jeremiah 31:33).

Von Kab TV „Neues von Michael Laitman“ 11/7/16

(190292)

Literatur und die Weisheit der Kabbala

Frage: Ich glaube, dass ich ohne die Literatur, die ich vor meinem Kabbalastudium las, nichts von der Kabbala verstehen würde. Selbst Baal HaSulam las Novellen und befasste sich mit Geschichte. Was ist also überflüssig und was könnte bei der Entwicklung hilfreich sein?

Meine Antwort: Ich sage nicht, dass man sich während des Kabbalastudiums mit nichts anderem beschäftigen bzw. nichts anderes lesen sollte. Ich warne nur davor, dass das Studium der Kabbala die Interessen des Menschen im Allgemeinen reduziert und ihn auf einen klar umrissenen Weg führt. Er geht diesen Weg, von welchem er schwer wieder ablassen kann, da sich seine Gedanken und seine Sehnsucht vollkommen auf den Schöpfer konzentrieren.

Dadurch wird er alles andere zu verstehen in der Lage sein. Die Harmonie breitet sich vor ihm auch bezogen auf Musik, Literatur und Kunst aus. Der Mensch erkennt dann den inneren Zusammenhang zwischen allen Dingen. Er erkennt den inneren Antrieb großer Gelehrter, Schriftsteller, Künstler und Komponisten, einzigartige Werke zu erschaffen. Alles fügt sich in ihm zu einem Ganzen zusammen und sein Interesse für neue Themen der materiellen Welt sinkt.

Die Weisheit der Kabbala beschränkt den Menschen also nicht, sondern ermöglicht ihm, den korrekten Ansatz für sein Leben zu finden.

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Einführung in die Kabbala

Frage: Macht das Kabbala Studium den Menschen zu einem faulen Superegoisten, der sich nur mehr um seine spirituelle Entwicklung kümmert und keinerlei Verlangen mehr nach Arbeit in der physischen Welt hat?

Meine Antwort: Wenn die Weisheit der Kabbala den Menschen findet, fasziniert sie ihn und hascht nach seinem Herzen, sodass er sich mit nichts anderem mehr befassen kann. Ich entdeckte die Kabbala, als ich die Leitung einer Zahnklinik über hatte, an welcher über 11 Zahnärzte und anderes Personal beschäftigt waren. Dieses Geschäft weiter zu führen war dann sehr schwer für mich, denn ich tauchte durch die Kabbala in eine völlig neue Welt ein. Obwohl ich noch nichts genaues wusste, war ich vollkommen fasziniert und gefangen.

Der Mensch entdeckt, wie diese Welt erschaffen wurde, woher die herrschenden Gesetze stammen, was die Ergebnisse sind und was mit ihm selbst passiert. Alles, was die Weisheit der Kabbala enthüllt, ist erstaunlich. Darüber hinaus enthüllen sich die Dinge auf eine konkrete und klare Weise.

Der Mensch entwickelt eine präzise Sicht auf die Welt, die keine andere Wissenschaft bietet. Darüber hinaus verliert alles andere an Wichtigkeit. Im Allgemeinen fühlen sich die ersten Monate, wenn man sich der Kabbala annähert, vernebelt und verworren an. Danach bessert sich die Verwirrung und Klarheit stellt sich ein. Der Mensch findet allmählich seinen Weg.

Das bedeutet, dass der Mensch, wenn er die Kabbala kennen lernt, fasziniert und verwirrt ist, da sich ihm die erste neue Stufe in Bezug auf diese Welt offenbart. Doch dann wird er vertraut damit, auch wenn diese Phase unter Umständen eine längere Zeit beansprucht. Die Höhere Welt kennen zu lernen verwirrt den Menschen genauso wie der erste Kontakt mit der Weisheit der Kabbala.

Aus dem Kabbalunterricht vom 10.4.16

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Das Leben zwischen Leben und Tod

Frage: Wie kann man den Verlust einen nahstehenden Menschen überstehen? Wie geht man mit dem Schmerz um?

Meine Antwort: Ich verstehe, dass der Schmerz über einen solchen Verlustes groß ist, vor allem, wenn es um Kinder geht. Wenn die Eltern sterben, ist es etwas leichter, weil wir wissen, dass niemand ewig lebt. Aber wenn Kinder vor ihren Eltern sterben ist es eine große Tragödie.

Aber wenn man andererseits die Realität von einer höheren Stufe zu sehen beginnt – ewig und vollkommen, versteht man, dass alle unsere Handlungen, die in der Welt geschehen, sehr wichtig sind, und keiner verschwindet einfach so. Jeder Mensch hat eine Bestimmung.

Selbst wenn man in diesem Leben nicht den vollkommenen  Zustand erreicht, den man als Paradies bezeichnet, hat man die Möglichkeit, die Arbeit im nächsten Zyklus fortzusetzen. Offenbar absolvierte der Mensch seine ihm in diesem Leben gegebene Aufgabe, und damit endete sein Leben in dieser Welt. Und nun wird seine Seele erneut in diese Welt zurückkehren, um ihre Bestimmung zu erfüllen und den spirituellen Aufstieg zu erreichen.

Die spirituelle Welt kann man nur mit Hilfe unseres Ego erreichen, solange wir uns in dieser Welt befinden. Unsere Realität sehen wir durch das Prisma des Ego, durch das Verlangen, alles zu erobern, alles nur für sich selbst zu haben, sich beschützen zu müssen. Wir wurden von vornerein mit eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten erschaffen, damit wir darüber eine entgegengesetzte Wahrnehmung erbauen: Statt für sich selbst zu empfangen, sollen wir die ganze Kraft dafür aufwenden, dem anderen Menschen zu geben.

Daher kann die materielle Welt ohne die spirituelle nicht existieren. Unsere Welt bietet uns eine großartige Möglichkeit, mit Hilfe unseres Ego die Höhere Welt zu erklimmen, genannt „Hilfe gegen dich“. Mit Hilfe der Kraft des Ego müssen wir die gute Kraft aufbauen.

Wir löschen unser Ego nicht aus, sondern bauen das Gute darauf auf, damit die Kraft der Liebe alle Sünden bedeckt. Diese Möglichkeit hat jeder und wenn man nicht in der Lage war, dies zu realisieren, wird man wieder auf die Erde zurückkehren. Darum sehen wir, wie Generationen um Generationen wiedergeboten werden; die Menschheit wächst und entwickelt sich weiter.

Die Besonderheit an unserer Generation ist, dass wir versuchen, die Weisheit der Kabbala in die Tat umzusetzen und das Gefühl für die neue Welt zu entwickeln. Wenn man, statt zu trauern, den anderen helfen würde, zu einer neuen Wahrnehmung der Wirklichkeit zu gelangen, würde man damit auch den nahstehenden Seelen helfen. Wenn sie wieder auf die Erde zurückkehren, um ihren Zweck zu erfüllen, werden sie bereits auf der anderen Stufe sein.

Wir fühlen es nicht, aber wir sind alle miteinander verbunden und hängen voneinander ab: diejenigen, die leben und die, die diese Welt verlassen haben. Mit unseren guten Taten wirken wir auf die Seelen, die ihre Körper verloren und nur in Form von Kräften existieren.

„Neues Leben“, Folge Nr.: 726

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