Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Erloschene Liebe

Frage: In Israel ist die Hauptursache für Scheidung die erloschene Liebe (36%), der zweite Grund sind finanzielle Probleme (32,5%) und die dritte Ursache ist Untreue (11,2%). Wie beziehen Sie das auf die verlorene Liebe?

Antwort: Ich verstehe nicht was das bedeutet! Als ich meine Frau zum ersten Mal sah, fragte ich mich, obwohl ich nicht religiös oder ein Kabbalist war: Ist sie der Mensch, der für eine sehr lange Zeit an meiner Seite stehen wird? Ich erkannte, dass sie es war und es für mich auch möglich wäre. Sie ist nachsichtig, fleißig, sie studiert gerne und war bereit, mich in den Jahren, in den mir die Einwanderung nach Israel verweigert wurde, zu begleiten. In diesen Tagen war es sogar gefährlich, darüber zu sprechen, nach Israel zu gehen. Ich erzählte ihr bei unserem ersten Treffen: „Ich gehe nach Israel, wirst du mitkommen? Es hätte ansonsten keinen Sinn gehabt, sich wiederzusehen, doch sie willigte ein.

Frage: Sie haben noch nichts über Liebe gesagt…

Antwort: Liebe ist eine Gefühl, das sich durch eine lange Verbindung zwischen den Menschen ergibt. Es entsteht, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und sich umeinander kümmern. Wie in der Tierwelt sind es zunächst nur die Hormone, die Menschen zusammenbringen. Sie können so etwas in Naturfilmen sehen. Wenn es um Tiere geht, besteht die Verbindung nur eine gewisse Zeit lang. Wenn es sich um Menschen handelt, geht es für immer.

Ich glaube, dass Dichter und Schriftsteller den Begriff „Liebe“ erfunden haben, um den Mensch zu verwirren. Ich bin sicher, dass es vor ein paar Jahrhunderten keine Liebe gab, die Menschen waren einfach verbunden. Sie dachten „sie ist die Richtige oder er ist der Richtige für mich“. Sie waren aufeinander eingestimmt, fühlten sich einander nahe, verstanden sich und unterstützten sich, das ist alles.

Frage: Was meinen die Menschen, wenn sie sagen, dass die Liebe vergangen ist?

Antwort: Welche Liebe? Hormone können nicht für vierzig, fünfzig oder sechzig Jahre funktionieren, vor allem nicht bei Männern.

Frage: Warum funktionieren sie überhaupt? Warum leben Menschen Jahrzehnte lang zusammen?

Antwort: Menschen leben zusammen, weil sie zum Beispiel Kinder haben oder sich Eigentum miteinander teilen etc. Wir können nichts dagegen tun, da uns Gewohnheit von Oben gegeben wurde. Mit Liebe hat das nichts zu tun.

Frage: Also was ist Liebe?

Antwort: Liebe ist ein Gefühl von gegenseitigem Verständnis, Verbindung Verpflichtung und Treue. Es ist ein Gefühl der Partnerschaft, eine Verantwortung einem anderen Menschen gegenüber. Du wirst nicht dazu gezwungen, sondern du spürst einfach, dass du dich verpflichtest hast. Was noch mehr zählt, ist das Gefühl, dass dein Partner dich genauso behandelt. Das wird Liebe genannt. Wir haben diese Definition aus der Weisheit der Kabbala, in der Liebe als das Verlangen zu Geben für einen anderen verstanden wird und nicht umgekehrt. In unserer Welt besteht jedoch vielfach der Wunsch, etwas Materielles vom anderen zu bekommen, so viel und schnell wie möglich. Dies ist eine völlig egoistische Interpretation des Begriffs „Liebe“, die dem eigentlichen Sinn entgegengesetzt ist.

Frage: Es stellt sich also heraus, dass sich wahre Liebe entwickeln muss.

Antwort: Ja, aber nur auf der Grundlage des gegenseitigen Verständnisses, durch harte Arbeit zwischen uns.

Aus Kab TV „Neues von Michael Laitman“, 28/7/16

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Die Mauern des Tempels

Frage: Warum wurde gerade am 17. Tammuz der Tempel belagert und seine Wände zerstört?

Meine Antwort: An diesem Tag geschah tatsächlich die physische Zerstörung des Tempels. Alles was in unserer Welt geschieht, kommt aus der höheren Welt zu uns. Dies wird zunächst als „Energiefeld“ bemerkt und schließlich auch in unserer materiellen Welt wahrgenommen.

Der Tempel wird als die Welt von Azilut bezeichnet; es ist der Wohnort des Schöpfers. Rund um die Welt von Azilut existiert das, was Parsa (Sperre, Wand) genannt wird. Außerhalb von dieser Wand, unter der Welt von Azilut, werden die Reste der Eigenschaften unserer Welt gefunden. Die Funktion der Mauer der Welt Azilut (die Eigenschaft des Schöpfers) und unserer Welt (unsere Wünsche und Eigenschaften) ist es, denjenigen, die dieser Stufe würdig sind, zu ermöglichen, über die Welt Azilut in den Tempel zu gelangen. Offenbar werden dort die Eigenschaften gefiltert. Auf diese Weise hält es diejenigen zurück, die nicht würdig sind.

Die Zerstörung der Tempelmauern symbolisiert die Welt von Azilut. Sie besitzt die gleichen Eigenschaften, die auch in unserer Welt außerhalb dieser Mauern existieren. Als Folge der Zerstörung entsteht eine Mischung aller Eigenschaften der Welt von Azilut und unserer unteren Welt. Schrittweise  entsteht die Erkenntnis, dass die Eigenschaften der Welt Azilut trotz aller Klärung unterschiedlich sind. Die Welt Azilut entsteht aus der allgemeinen Menge der vermischten Eigenschaften.

Es liegt an uns, uns durch diesen Zustand zu bewegen und den „Dritten Tempel“ durch die richtigen Eigenschaften zu bauen. Dann wird keine Mauer mehr benötigt, da jeder im Tempel wohnen wird. Es steht geschrieben „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden“ ( Jesaja 56:7).

„Azilut“ (abgeleitet von dem Wort Etzlo“ – Ihm nahekommen) ist die Eigenschaft des Schöpfers, zu der jeder ohne Ausnahme aufsteigen wird. Die ganze Welt wird diese Eigenschaften erwerben und es wird keine Beschränkungen mehr geben.

Wenn wir uns den zerstörten Tempel als Eisenspäne und die Welt Azilut als Magnet vorstellen, dann werden sich diese Eigenschaften gegenseitig anziehen und vom Schwächsten bis zum Stärksten aufsteigen. Es steht geschrieben „Alle sollen mich kennen – vom Kleinsten bis zum Größten“ (Jeremiah 31:33).

Von Kab TV „Neues von Michael Laitman“ 11/7/16

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Literatur und die Weisheit der Kabbala

Frage: Ich glaube, dass ich ohne die Literatur, die ich vor meinem Kabbalastudium las, nichts von der Kabbala verstehen würde. Selbst Baal HaSulam las Novellen und befasste sich mit Geschichte. Was ist also überflüssig und was könnte bei der Entwicklung hilfreich sein?

Meine Antwort: Ich sage nicht, dass man sich während des Kabbalastudiums mit nichts anderem beschäftigen bzw. nichts anderes lesen sollte. Ich warne nur davor, dass das Studium der Kabbala die Interessen des Menschen im Allgemeinen reduziert und ihn auf einen klar umrissenen Weg führt. Er geht diesen Weg, von welchem er schwer wieder ablassen kann, da sich seine Gedanken und seine Sehnsucht vollkommen auf den Schöpfer konzentrieren.

Dadurch wird er alles andere zu verstehen in der Lage sein. Die Harmonie breitet sich vor ihm auch bezogen auf Musik, Literatur und Kunst aus. Der Mensch erkennt dann den inneren Zusammenhang zwischen allen Dingen. Er erkennt den inneren Antrieb großer Gelehrter, Schriftsteller, Künstler und Komponisten, einzigartige Werke zu erschaffen. Alles fügt sich in ihm zu einem Ganzen zusammen und sein Interesse für neue Themen der materiellen Welt sinkt.

Die Weisheit der Kabbala beschränkt den Menschen also nicht, sondern ermöglicht ihm, den korrekten Ansatz für sein Leben zu finden.

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Einführung in die Kabbala

Frage: Macht das Kabbala Studium den Menschen zu einem faulen Superegoisten, der sich nur mehr um seine spirituelle Entwicklung kümmert und keinerlei Verlangen mehr nach Arbeit in der physischen Welt hat?

Meine Antwort: Wenn die Weisheit der Kabbala den Menschen findet, fasziniert sie ihn und hascht nach seinem Herzen, sodass er sich mit nichts anderem mehr befassen kann. Ich entdeckte die Kabbala, als ich die Leitung einer Zahnklinik über hatte, an welcher über 11 Zahnärzte und anderes Personal beschäftigt waren. Dieses Geschäft weiter zu führen war dann sehr schwer für mich, denn ich tauchte durch die Kabbala in eine völlig neue Welt ein. Obwohl ich noch nichts genaues wusste, war ich vollkommen fasziniert und gefangen.

Der Mensch entdeckt, wie diese Welt erschaffen wurde, woher die herrschenden Gesetze stammen, was die Ergebnisse sind und was mit ihm selbst passiert. Alles, was die Weisheit der Kabbala enthüllt, ist erstaunlich. Darüber hinaus enthüllen sich die Dinge auf eine konkrete und klare Weise.

Der Mensch entwickelt eine präzise Sicht auf die Welt, die keine andere Wissenschaft bietet. Darüber hinaus verliert alles andere an Wichtigkeit. Im Allgemeinen fühlen sich die ersten Monate, wenn man sich der Kabbala annähert, vernebelt und verworren an. Danach bessert sich die Verwirrung und Klarheit stellt sich ein. Der Mensch findet allmählich seinen Weg.

Das bedeutet, dass der Mensch, wenn er die Kabbala kennen lernt, fasziniert und verwirrt ist, da sich ihm die erste neue Stufe in Bezug auf diese Welt offenbart. Doch dann wird er vertraut damit, auch wenn diese Phase unter Umständen eine längere Zeit beansprucht. Die Höhere Welt kennen zu lernen verwirrt den Menschen genauso wie der erste Kontakt mit der Weisheit der Kabbala.

Aus dem Kabbalunterricht vom 10.4.16

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Das Leben zwischen Leben und Tod

Frage: Wie kann man den Verlust einen nahstehenden Menschen überstehen? Wie geht man mit dem Schmerz um?

Meine Antwort: Ich verstehe, dass der Schmerz über einen solchen Verlustes groß ist, vor allem, wenn es um Kinder geht. Wenn die Eltern sterben, ist es etwas leichter, weil wir wissen, dass niemand ewig lebt. Aber wenn Kinder vor ihren Eltern sterben ist es eine große Tragödie.

Aber wenn man andererseits die Realität von einer höheren Stufe zu sehen beginnt – ewig und vollkommen, versteht man, dass alle unsere Handlungen, die in der Welt geschehen, sehr wichtig sind, und keiner verschwindet einfach so. Jeder Mensch hat eine Bestimmung.

Selbst wenn man in diesem Leben nicht den vollkommenen  Zustand erreicht, den man als Paradies bezeichnet, hat man die Möglichkeit, die Arbeit im nächsten Zyklus fortzusetzen. Offenbar absolvierte der Mensch seine ihm in diesem Leben gegebene Aufgabe, und damit endete sein Leben in dieser Welt. Und nun wird seine Seele erneut in diese Welt zurückkehren, um ihre Bestimmung zu erfüllen und den spirituellen Aufstieg zu erreichen.

Die spirituelle Welt kann man nur mit Hilfe unseres Ego erreichen, solange wir uns in dieser Welt befinden. Unsere Realität sehen wir durch das Prisma des Ego, durch das Verlangen, alles zu erobern, alles nur für sich selbst zu haben, sich beschützen zu müssen. Wir wurden von vornerein mit eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten erschaffen, damit wir darüber eine entgegengesetzte Wahrnehmung erbauen: Statt für sich selbst zu empfangen, sollen wir die ganze Kraft dafür aufwenden, dem anderen Menschen zu geben.

Daher kann die materielle Welt ohne die spirituelle nicht existieren. Unsere Welt bietet uns eine großartige Möglichkeit, mit Hilfe unseres Ego die Höhere Welt zu erklimmen, genannt „Hilfe gegen dich“. Mit Hilfe der Kraft des Ego müssen wir die gute Kraft aufbauen.

Wir löschen unser Ego nicht aus, sondern bauen das Gute darauf auf, damit die Kraft der Liebe alle Sünden bedeckt. Diese Möglichkeit hat jeder und wenn man nicht in der Lage war, dies zu realisieren, wird man wieder auf die Erde zurückkehren. Darum sehen wir, wie Generationen um Generationen wiedergeboten werden; die Menschheit wächst und entwickelt sich weiter.

Die Besonderheit an unserer Generation ist, dass wir versuchen, die Weisheit der Kabbala in die Tat umzusetzen und das Gefühl für die neue Welt zu entwickeln. Wenn man, statt zu trauern, den anderen helfen würde, zu einer neuen Wahrnehmung der Wirklichkeit zu gelangen, würde man damit auch den nahstehenden Seelen helfen. Wenn sie wieder auf die Erde zurückkehren, um ihren Zweck zu erfüllen, werden sie bereits auf der anderen Stufe sein.

Wir fühlen es nicht, aber wir sind alle miteinander verbunden und hängen voneinander ab: diejenigen, die leben und die, die diese Welt verlassen haben. Mit unseren guten Taten wirken wir auf die Seelen, die ihre Körper verloren und nur in Form von Kräften existieren.

„Neues Leben“, Folge Nr.: 726

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Warum wurde der Mensch unvollkommen geschaffen?

Frage: Warum und zu welchem Zweck hat der Schöpfer den Menschen unvollkommen geschaffen?

Antwort: Der Schöpfer hat das gemacht, damit der Mensch Perfektion durch seine Unvollkommenheit erreicht. Mit dieser Perfektion kann er die Gleichheit zum Schöpfer erlangen. Dieser Zustand wird erreicht werden, wenn der Mensch alle negativen Eigenschaften, die der Schöpfer in ihm erschaffen hat, mit den positiven Eigenschaften, die er dank seiner Arbeit und der Hilfe des Schöpfers erzielt hat, verbinden kann.

Hätte der Schöpfer den Menschen perfekt erschaffen, dann wäre er nicht Adam (Mensch), sondern würde unverändert auf der Stufe „Tier“ verbleiben. In der Kabbala wird diese Stufe „Engel“, spirituell leblos genannt, d.h. ohne freien Willen oder unabhängiger Existenz.

Aus der russischen Kabbala Lektion vom 13/3/16

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Die Muse des Kabbalisten – ist das „Licht“

Wir müssen die Rabash Texte teilen und erforschen. Jeder Artikel ist nach einem bestimmten Schema aufgebaut – wie ein Film oder ein Roman. Es gibt eine Einleitung mit Problemstellung, die Entwicklung des Geschehens, die Aufklärung verschiedener Konflikte und Unstimmigkeiten und am Ende die Lösung.

Im Rahmen des Studiums treffen wir grundsätzlich auf einige Hindernisse, die uns dabei helfen, die am Anfang gestellte Frage besser zu klären und zu Ergebnissen zu kommen. Der gesamte Verlauf des Artikels entspricht dem inneren (psychischen und spirituellen) Aufbau des Menschen, damit er den Inhalt aufnehmen und verstehen kann.

Jeden Tag sollte man zumindest einen Artikel lesen. Es ist nicht wichtig, dass man alles versteht. Aber es ist essentiell, sich ständig gedanklich in diesem Material zu befinden. Die Anstrengung selbst zieht das korrigierende, zur Quelle führende Licht an. Dieses Licht klärt alle Fragen: Das Einhalten des richtigen Ablaufs, das korrekte System und die Etappen, die man durchlaufen muss.

All das wird verständlich. Und sollte es unverständlich bleiben, versteht man zumindest, warum es unverständlich ist. Aber alle Klärungen müssen mit Hilfe des Lichtes geschehen.

Ich mache keine theoretische Untersuchung. Ich warte auf das Licht, das für mich den Verstand des Autors erleuchtet.

Was will er uns sagen, was ist seine Idee? Nur ein einziger Gedanke! Woran hat Rabash beim Verfassen gedacht? Der gesamte Artikel beschreibt seinen Gedanken, und ich will ihn verstehen. Das ist nur möglich mithilfe der Höheren Kraft, wenn mich die „Muse küsst“. Bei den Kabbalisten heißt die Muse „Licht“.

(Aus dem Gespräch „Wie arbeitet man mit den Texten von Rabash“, 15 Juni 2010)

 

Wenn die Wissenschaft schweigt, spricht die Kabbala

Aus den News: „Wieso existiert das Weltall? Unser Erscheinen im Weltall ist ein kurioses Ereignis. Das Gehetze in unserem Alltag zwingt uns, unsere Existenz als etwas Selbstverständliches anzunehmen. Die Philosophen sind zu dem Anthropischen Prinzip (AP) gekommen. Dementsprechend erscheint unser Universum in dieser Form, weil wir als Beobachter in ihm existieren.“

Antwort: Die Ursache der ganzen Existenz ist der Gedanke. Der ist primär und erschafft die Materie bzw. das Verlangen, sich zu füllen. Der Gedanke übergibt diesem Verlangen (der Materie) seine Eigenschaften. Infolgedessen strebt die Materie (das Verlangen) danach, dem Gedanken und damit seinem Schöpfer gleich zu sein.

Frage: Ist unser Universum real? Woher sollen wir wissen, dass wir um uns herum die Realität sehen und nicht die größte Illusion, die eine unsichtbare Kraft erschuf? Könnte es sein, dass wir ein Produkt der absichtlichen Simulation sind und unsere Zivilisation eine Illusion ist? Was nehmen wir als „Realität“ an?

Antwort: Was wahrgenommen wird, manifestiert sich in unseren Empfindungen und es gibt keine andere Möglichkeit, etwas außer uns aufzudecken. Die Kabbala entwickelt in einem Menschen die Möglichkeit, etwas außerhalb von sich zu fühlen – „Glaube über dem Verstand“. Damit gibt sie die Möglichkeit, auf diese Fragen zu antworten.

Frage: Haben wir einen freien Willen? Werden unsere Handlungen gelenkt oder realisieren wir die Lösungen selber? Forschungen in der Neurobiologie zeigen uns, dass das Gehirn schon Lösungen vornimmt bevor sie überhaupt in unser Bewusstsein gelangen. Die Quantenmechanik nimmt an, dass wir in dem Wahrscheinlichkeits-Weltall existieren und jeglicher Determinismus von Vornherein unmöglich ist.

Antwort: Es gibt den freien Willen, unseren Weg der Entwicklung zu erforschen und ihm zu folgen. Entweder erzwungenermaßen durch Leiden oder bewusst mit Freude.

Frage: Existiert Gott?

Antwort: Wir können nicht erfahren, ob Gott existiert oder nicht. Wir kennen die innere Arbeit des Universums nicht. Deswegen können wir keine grandiosen Vorträge über die Natur der Realität halten, ob sich eine höhere Kraft hinter den Kulissen verbirgt oder nicht. Man muss den Schöpfer offenbaren. Nur so löst sich das Problem! Die Methode der Offenbarung des Schöpfers heißt Kabbala.

Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Antwort: Wir können die Verstorbenen nicht befragen, uns bleibt nur die Spekulation. Die Materialisten vermuten, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, aber auf wissenschaftlicher Basis kann man das nicht bestätigen. Das biologische Leben wird geboren, lebt und stirbt. Das „Ewige“ ist das „Verlangen“, das während es mit dem „biologischem Körper“ verbunden ist, die Etappen des Wachstums durchlaufen muss. Das Wachstum des Verlangens erfolgt durch die Einbeziehung der es erschaffenden Kraft des Schöpfers. Das Leben ist uns gegeben, um den höheren Zustand in uns zu offenbaren. Das ist die Erlangung der „Stufe des Schöpfers“.

Frage: Kann man irgendetwas objektiv annehmen?

Antwort: Die Umgebung kann nur durch den Filter unserer Gefühle und Überlegungen in unserem Verstand beobachtet werden. Alles, was wir empfinden, gelangt durch einen mehrschichtigen Filter  der physiologischen und kognitiven Prozesse. Die Auffassung der Welt ist subjektiv. Die einzige Möglichkeit das zu überprüfen ist, die Welt durch das Bewusstsein eines anderen Menschen zu betrachten. Das Weltall kann man nur mit dem Gehirn beobachten und nur subjektiv interpretieren. Die Kabbala entwickelt in uns außerkörperliche Empfindungsorgane, mit deren Hilfe wir die wirklich existierende Realität erfassen können: Die Höhere Welt und ihre Ursache – den Schöpfer. Die Anstrengungen in der Verbindung mit einer Gruppe zieht das Licht der Korrektur an (Or Makif). Es entwickelt im Menschen ein Sinnesorgan außerhalb seiner egoistischen, subjektiven Filter. Das heißt die „Offenbarung des Schöpfers und der höheren Welt im Menschen“.

Frage: Welches Wertesystem ist das beste?

Antwort: Wir schaffen es nie, die richtige Grenze zwischen „guten“ und „schlechten“ Taten zu ziehen. Das Leben ist komplizierter als es sich das universelle System der moralischen und absoluten Werte vorstellen könnte. Unsere Betrachtung des Schlechten und des Guten wechseln sich ab. Wir haben keine wahre Normen, sondern nur die Offenbarung der Wahrheit außerhalb von uns in der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, wird uns die Möglichkeit gegeben, uns bezüglich der Wahrheit zu messen und uns zu korrigieren. Unseren Egoismus in die Liebe zu den Geschöpfen zu verändern.

Frage: Warum gibt es die Ziffern? Sind die Ziffern reale Objekte oder beschreiben sie lediglich die Beziehungen, die alle Strukturen vereinen?

Antwort: Die Ziffern helfen uns, das Universum zu erklären. Die Ziffern sind die Sprache der Beziehungen zwischen zwei Eigenschaften: Die Eigenschaft des Gebens (Schöpfer) und die des Nehmens (Geschöpf). Sie entstehen aus der Verbindung und werden durch deren Beziehung gemessen. Sie beschreiben die Beziehung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen.

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Gibt es eine Verbindung zwischen Spiritualität und Materie?

Frage: Gibt es eine Verbindung zwischen Spiritualität und Materie, zwischen Körper und Seele?

Meine Antwort: Es gibt keine Verbindung, es sei denn, wenn wir etwa besorgt sind oder uns verfolgt fühlen. Dann finden unter Druck und Spannung gewisse Veränderungen statt, aber nicht mehr als das. Unser Körper ist ein Tier, da gibt es nichts Spirituelles. Wir sind heute in der Lage, alle Organe zu ersetzen. Und was die Seele betrifft, sofern es eine Seele gibt, bleibt sie bestehen, und wenn es keine Seele gibt, ändert sich nichts.

Frage: Was ist die Funktion des Verstandes? Gehört er uns oder gehören wir ihm?

Meine Antwort: Der Verstand ist wie ein Modem, das uns mit dem Oberen Verstand auf der ersten Stufe verbindet, was bedeutet, mit einer minimalen Verbindung. Tatsächlich besteht das Gehirn nur aus grauer Masse.

Frage: Aber wir sagen doch, ein weiser Mensch, die Krone der Schöpfung…

Meine Antwort: Für gewöhnlich wurde das in der Vergangenheit gesagt, aber heute glauben wir nicht mehr daran. Wir schämen uns über uns selber. Vor 50 Jahren glaubten wir noch, dass wir weise werden würden und große Erfolge erreichten, aber jetzt scheint alles zusammengebrochen.
Aus der russischen Kabbalalektion 2/21/16

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Die Macht eines netten Wortes

Neues Leben 577

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Zusammenfassung

Wir wissen alle, dass Worte Macht haben, darum sollten wir eine ausgewogene, mittlere Linie zwischen kritischen und freundlichen Worten in unserer Alltagssprache wählen.

Die Kompliment-Aufgabe: Ein Mensch, der gelobt wird, spürt enorme Zufriedenheit, seine Seele wird direkt gefüllt. Er fühlt sich wie ein Baby, das von seiner Mutter in den Arm genommen wird und dabei alle Kommunikationskanäle öffnet. Wenn ein Mensch eine Anstrengung unternimmt,jemandem ein Kompliment zu machen oder etwas Nettes zu sagen, auch wenn es gekünstelt ist, baut eine Wertschätzung für den anderen auf. Die Person, der ein Kompliment gemacht wird, auch wenn es nicht wahr und unecht ist, wird durch das Kompliment emotionell berührt sein.

Heute beklagen viele den Verfall der Sprache. Man macht sich über die anderen lustig und bringt sich gegenseitig in Verlegenheit. Das Phänomen der Beleidigungen im Internet wächst und wächst. Um dies zu ändern, benötigen wir eine Revolution in der Wahrnehmung. Wir müssen lernen, was unsere Welt vorantreibt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, dass wir mit einer egoistischen Natur geschaffen wurden. Wir müssen daher eine gute und liebevolle Natur in uns selbst entwickeln. Wenn wir ein gutes Leben haben möchten, müssen wir gute Verbindungen und Beziehungen zwischen uns aufbauen. Wir müssen den ersten Schritt machen.

Bei der Entwicklung guter Beziehungen mit anderen gibt es drei Stufen: Denken, Sprechen und Handeln. Selbst wenn Sie nicht gut über mich denken, aber versuchen, Gutes über mich zu sagen, wird sich Ihre Haltung zu mir verändern.

Eine Arbeit/Übung für zu Hause oder wo auch immer: Wählen Sie jemanden aus, und schmeicheln Sie ihm. Er wird Ihnen sympathischer. Selbst wenn Sie jemanden hassen, wird sich ihre Haltung ihm gegenüber ändern, wenn Sie freundlich zu ihm sprechen. Durch Ihre Haltung beeinflussen Sie die Haltung des anderen Menschen Ihnen gegenüber und sie wird sich zum Besseren verändern. Stärker als die Kraft der Worte ist die Kraft der Gedanken. Gute Gedanken sind die stärkste Kraft in der Welt. Versuchen Sie, über die Menschen positiv zu denken. Was Ihnen als schlecht erscheint, kommt aus Ihrem eigenen Ego. Ein Gedanke wie dieser verursacht eine Verbesserung für beide, für den anderen und für Sie, da wir alle in einem inneren Netzwerk verbunden sind.

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