Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ist Stolz eine Form des Egoismus?


Eine Frage, die ich erhielt: Ist Stolz eine Form des Egoismus? Ich wurde an eine Situation erinnert, in der ein Mann, der hungrig war, eine Mahlzeit ablehnte, die der Geber zubereitet hatte, weil er sich schämte. Der Geber, der seine Scham bemerkte, fragte ihn „Warum benimmst du dich so stolz und willst nicht essen? Erniedrige dich und iss!“

Meine Antwort: In dieser Situation ist der Geber ein noch größerer Egoist und hat mehr Stolz als der Empfänger. Daher kann der Empfänger das Essen ohne Scham annehmen, weil er damit dem Geber ermöglicht, seine Macht über das widerwillige Verlangen des Empfängers zu genießen.

In der Kabbala ist die Situation eine andere. Wenn ein Mensch danach verlangt, seinem Egoismus zu entfliehen, spürt er, wie er sich vom Schöpfer unterscheidet und schämt sich dafür. Andernfalls würde der Schöpfer ihm nicht enthüllt. In unserer Welt jedoch befinden sich sowohl der Geber als auch der Empfänger auf der Ebene unserer Welt, im Innern ihres zwanghaften Egoismus. Darum rät (hilft) der Eine dem Anderen, sich mit seiner Scham abzufinden und erfüllt zu werden.

Verwandtes Material:
Die größte Macht stammt daher, sich vor anderen zu ergeben
Die Speisetafel
Leben aus der Kabbala, Kapitel 30, Seite 348: Die Furcht vor dem Schöpfer

Wie vermeiden wir, dass uns auf dem Weg die Kraft ausgeht?


Eine Frage, die ich erhielt: Die erstmalige Enthüllung des Bösen (Egoismus) und die darauf folgende Wahrnehmung der Eigenschaften des Schöpfers sind sehr kraftvoll. Wenn man dies zum ersten Mal erfährt, beginnt man seinem Geliebten nonstop hinterher zu rennen. Aber mit der Zeit und dem Aufbringen der notwendigen (und sogar Über-) Anstrengungen verschwindet diese Eigenschaft stufenweise wieder. Man lässt nach und zweifelt daran, dass dies jemals passiert ist.

Wie enthüllt man das Böse auf den nachfolgenden Stufen? Wie vermeidet man, nachlässig zu werden? Wie behält man den Wunsch des Schöpfers im Auge und schreitet unablässig voran? Wenn man jene Welt erfahren hat und „erweckt“ wurde, kann dies doch nicht umsonst geschehen sein. Niemand kann dann sein Leben einfach weiterführen wie bisher. Wie also „klettert“ man wieder aus dieser Welt heraus? Ich möchte wirklich gern eine Antwort auf diese Frage erhalten, auch wenn Sie schon oft gesagt haben, dass man eine wirkliche Antwort nur in sich selbst finden kann.

Meine Antwort: Sie haben alles korrekt und lebhaft beschrieben. Sie konnten früher durch Ihre eigenen Anstrengungen keine Fortschritte machen, sondern erst durch das Verlangen, welches Sie von oben erhielten – dem Punkt im Herzen. Aber jetzt müssen Sie diesen Punkt zu den Zehn Sefirot hinentwickeln, um das Höhere Licht oder die Höhere Welt in den zehn Sefirot empfangen zu können. Es sind Ihre eigenen Anstrengungen. Jetzt müssen Sie durch die mühevolle Periode zunehmender Anstrengung, Wahrnehmung und Selbstanalyse fortschreiten. Die einzigen Dinge, die dabei helfen, sind:

1.Geduld
2.Begeisterung für das Ziel
3.Die Feststellung, dass man die Veränderung alleine nicht schafft.
4.Vertrauen in das Licht der Korrektur

All dies kann nur mit Hilfe der richtigen Umgebung erlangt werden (siehe Baal HaSulams Artikel „Die Freiheit„).

Verwandtes Material:
Blog-Post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (fortgeschritten)
Blog-Post: Sei glücklich über das Anwachsen des Egoismus

Sei glücklich über das Anwachsen des Egoismus!


Eine Frage, die ich erhielt: Bezugnehmend auf Ihren Blog – Beitrag, Interview mit Canadien Television bin ich nicht überrascht, dass der Egoismus der Menschen in erster Linie in Israel und Kanada wächst.Ich sehe diesen Egoismus jeden Tag und bedauerlicherweise stellen ihn nur 0,01% der Menschen tatsächlich Fragen.Dies ist ein erbärmlicher Zustand. Erklärt Kabbala,warum das geschieht und warum die Weltreligionen sich nicht auf diese Frage beziehen?

Meine Antwort: Der Egoismus muss weiter wachsen, bis die Menschen erfassen, dass er böse ist.Also lasst ihn schneller wachsen! Er wächst am schnellsten in Menschen, die beginnen,Kabbala zu studieren. Deren Wachstum des Egoismus nimmt zu und erreicht schnell sein Maximum und dann sehen sie, dass er böse ist und sie sich von ihm befreien müssen.

Darum begrüßt Kabbala das Ansteigen des Egoismus, während Religionen und alle „spirituellen“ Methoden sich anstrengen, ihn zu unterdrücken,da sie nicht die Methode haben, ihn zu korrigieren. Wie auch immer, auf die eine oder andere Weise muss der Egoismus auf ein Höchstmaß anwachsen und daher werden sich alle Methoden als unfähig erweisen.Übrigbleiben wird uns nur der Egoismus am Höchstpunkt und Kabbala als Methode, die ihn korrigiert und ihn richtig verwenden lässt – das heißt,dass man ihn mit dem Schöpfer erfüllt!

Verwandtes Material:
Blog-Post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (fortgeschritten)
Blog-Post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
Blog-Post: Alles stammt von der Kabbala ab!
Blog-Post: Warum können sich die Religionen nicht vereinen?
Artikel von Michael Laitman: Unterschied von der Kabbala von der Religion

Eine Frau kann andere lieben – egoistisch


Zwei Fragen, die ich über Frauen, Liebe und Egoismus erhielt:

Frage: In einem Ihrer Gespräche erwähnten Sie, dass Frauen wissen, wie man liebt oder diese Fähigkeit haben und Männer nicht. Wenn wir alle egoistisch sind, welche Art Liebe können Frauen geben?

Meine Antwort: Egoistische Liebe. Eine Frau kann für andere Menschen sorgen, die sie auf egoistische Weise liebt oder respektiert.

Frage: Lieber Rav, ich studiere die Kabbala seit einiger Zeit. Ich verstehe völlig, dass ich total egozentrisch bin und hoffe, dass mir der Schöpfer in dieser Sache hilft. Aber es scheint, als ob ich mehr denn je die Egozentrik anderer Menschen in meinem täglichen Leben bemerke und ich kann das überhaupt nicht ausstehen. Was kann ich tun, um Vorurteile zu überwinden und ihnen gegenüber wenigstens höflich, wenn nicht sogar mitfühlend zu sein, was mir sehr schwer fällt?

Meine Antwort: Was Sie in anderen sehen, ist Ihr eigenes Spiegelbild, entsprechend der Regel: „Jeder, der andere verdammt, verdammt sich selbst“. Doch wenn Sie sie liebten, würden Sie auch ihren Egoismus lieben – so wie Sie es bei Ihrem eigenen Baby tun würden.

Verwandtes Material:
Artikel von  Michael Laitman: Wer bin ich?
Artikel von Michael Laitman: Wie baut man eine spirituelle Beziehung auf?

Die Moralischen Normen eines Kabbalisten


Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe eine Frage zu den moralischen Normen von Personen, die Kabbala studieren. Sie haben erklärt, dass es in der Spiritualität weder Zeit noch Raum gibt und unsere Handlungen im physischen Bereich unbedeutend sind. Was zählt sind einzig unsere geistige Verbindung miteinander und unsere Gedanken über den Schöpfer. Wollen sie sagen, dass eine Person, die in einer Gruppe Kabbala lernt, in der materiellen Welt alles machen kann, ohne sich an moralische Normen zu halten, sich jedoch als wunderbarer Freund herausstellen kann, sobald er zum Unterricht kommt?

Meine Antwort: Wir befassen uns mit Menschen, die sich im Prozess der Entwicklung und Korrektur befinden. Ihr Egoismus entwickelt sich schnell und erst später folgt die langsame und allmähliche Korrektur. Ich beobachte das schon seit 30 Jahren. Wie viele Jahre muss ein Kind seine Windeln schmutzig machen und Hilfe von anderen bekommen, bis es herangewachsen ist? Mit anderen Worten, wir müssen viele Jahre geduldig bleiben, während das Höhere Licht seine Arbeit verrichtet, und dann verändert sich die Person. Was kann man noch tun, wenn „der Mensch von Geburt an schlecht ist?“ Es ist verboten, ihn zu zwingen, sein Übel zu verbergen. Das würde seine Korrektur stoppen, da er sich seines eigenen Übels nicht bewusst werden würde .

Außerdem wächst, wenn man Kabbala studiert, das eigene Übel bis zum Erreichen eines Zustands, in dem man es nicht mehr dulden kann. Das ist ein wunderbarer Moment, weil der Mensch dann bereit ist, den Schöpfer zu bitten, ihm zu helfen, das Übel loszuwerden.

Das Einhalten moralischer Normen sieht von außen gut aus, aber es ist schädlich, wenn es einen davon abhält, seine Mängel zu sehen. Die einzige Lösung ist, den Menschen die Methode der Korrektur zu geben und die Umgebung, um diese Methode zu verwirklichen.


Einsamkeit – im Inneren und Außen

Die Selbstgefälligkeit des modernen Lebens, die unzähligen Veränderungen und Trips und reichlich vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten lösen nicht das Problem der Vereinsamung. Es wird immer schwieriger, neue Bekanntschaften zu schließen, vor allem in Hinblick auf die Gründung einer Familie. Über die Hälfte der in Städten wohnenden Menschen leben alleine, eine Tendenz die nur ansteigend ist.

In der Epoche der völligen Freiheit ist es schwieriger geworden, neue Bekanntschaften zu schließen. Globalisierung und Individualisierung führen zu einem Zerfall des sozialen Netzes. Handys und das Internet vergrößern die Distanz zwischen den Menschen. Die Menschen kommunizieren zunehmend anonym und virtuell, anstatt sich persönlich zu treffen.

Dies ist nur der Beginn des Ausdrucks des Egoismus – ein krebsartiger Tumor, der uns Stück für Stück aufzehrt. Er schaufelt sein eigenes Grab, so wie geschrieben steht: „Egoismus ist eine Hilfe gegen dich“ und „Der Pharao wird uns näher zum Schöpfer bringen.“

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Im Spirituellen zählt nur die Anstrengung

Eine Frage, die ich erhielt: Lieber Rav, der Weg der Kabbala ist zu meiner Lösung geworden, es ist etwas, wofür sich zu Leben lohnt. Ich versenke mich täglich tiefer in die Kabbala und das macht mich glücklich. Ich erhalte Anworten auf all die Fragen, die mich mein ganzes Leben hindurch nicht zur Ruhe kommen lassen würden. Ich sehe das Licht und den Weg, mich selbst von meinem Egoismus zu befreien. Ich habe gerade über Menschen gelesen, die die Sachen nicht hören, die „einschlafen“. Welche Einstellung sollte ich demnach zu der Tatsache haben, dass wir während des Web-Unterrichts einschlafen?

Meine Antwort: Manchmal schlief ich während Rabash’s Unterrichtsstunde ein. Es geschah einfach und es gab viele Gründe dafür. Jedoch muss man weiter studieren und alles tun, was in seiner Kraft liegt. Eben zur Unterrichtsstunde gehen, selbst wenn man weiß, dass es letztendlich zum Einschlafen kommen könnte. Das liegt daran, da wir nicht das Wissen wollen, sondern den Zugang zur Spiritualität. Der Mensch wird mit Spiritualität entsprechend seiner Anstrengung ausgezeichnet und nicht entsprechend seinem Wissen über das Material.

 

Scham bringt uns dem Schöpfer näher

Eine Frage, die ich erhalten habe: In welchem Zusammenhang steht das Leiden, die Verlegenheit und das Schamgefühl, das jemand gegenüber der Gesellschaft empfindet, mit seinem Hass auf die Gesellschaft?

Meine Antwort: Wir lernen, dass Scham die Basis der Korrektur ist. Das Gefühl der Scham durch Malchut in der Welt der Unendlichkeit führte zu Tzimtzum Aleph – der Zurückweisung, für sich selbst zu empfangen. Danach drängte dasselbe Schamgefühl Malchut dazu, einen Weg des Gebens zu finden -zu empfangen, um des Schöpfers willen.

Als sich dieses Schamgefühl weiter entwickelte, zeigte es nach und nach dem Geschöpf, der Seele von Adam, wie es dem Schöpfer ähnlich werden kann. Dieselbe Scham veranlasste Adam zu sündigen: Adam wollte ein für allemal die Scham überwinden und als Ergebnis offenbarte er nicht nur seine ganze egoistische Natur (für sein eigenes Wohl zu empfangen), sondern auch die Möglichkeit, diese Scham zu korrigieren (empfangen um des Schöpfers willen). Das muss jedoch schrittweise geschehen, im Laufe von Tausenden von Jahren, in vielen individuellen Seelen (während ihrer Lebenszyklen), indem sie die gegenseitige Ablehnung überwinden.

Wenn jemand beginnt Kabbala zu studieren, enthüllt er nach einer gewissen Zeit seinen Egoismus, der größer und größer wird. Wenn er weiter studiert, lernt er ständig, dass dieser Egoismus böse ist, aber er fühlt dies auf keine Weise. Er lernt, was Spiritualität bedeutet: Geben, Liebe zu seinem Freund – und dass er den Schöpfer nur durch diese Eigenschaft fühlen kann. Oder um es genauer zu sagen, dass der Schöpfer diese Eigenschaft ist.

Mit der Zeit beginnt er, den Egoismus als böse zu empfinden, weil er nach und nach entdeckt, wie der Egoismus mit der Spiritualität zusammenhängt, wie gegensätzlich die beiden sind und dass es unmöglich ist, samt Egoismus Spiritualität zu erreichen.

Nachdem noch mehr Zeit vergangen ist, wird er von Oben auf solch eine Weise „ausgerüstet“, dass er sich fühlt, als ob er vor „Scham brennen würde“ und dass er sich nur an den Schöpfer anheften kann, wenn er seine ursprünglichen Eigenschaften ablegt. Dann beginnt seine Korrektur. Er ist bereit, ein Gefühl brennender Scham zu empfinden, um die Eigenschaft von Liebe und Geben anzunehmen!

Eine Frage, die ich erhalten habe: Auf der einen Seite wächst der Egoismus während der Vorbereitungsphase, bevor man aus Ägypten auszieht (den Machsom überschreitet). Aber auf der anderen Seite, muss man vollkommen rein sein, um den Machsom zu überschreiten! Man muss von grundlosem Hass zur Liebe kommen. Wie kann dies gleichzeitig geschehen? Führt der Prozess der Korrektur während der Vorbereitungsphase zu der Erkenntnis, dass man unfähig ist, zu lieben? Aber in diesem Fall wäre man in einer verzweifelten Lage. Wie sollte man aus dieser herauskommen? Wie kann jemand durch den Prozess der Reinigung gehen, der Trennung vom Egoismus?

Meine Antwort: Wenn die „ganze Welt“ die schlimmsten Taten einer Person offenbart, wird sein ganzer Egoismus zur Schau gestellt. Das beinhaltet auch den kollektiven Egoismus der Welt. Eine Person fühlt dann die ursprüngliche Sünde von Adam und enthüllt, wie sie davon loskommen kann – indem sie sich an den Schöpfer heftet.

Antidepressiva und Kabbala

Eine Frage, die ich erhalten habe:
In Großbritannien stieg innerhalb von zehn Jahren bis zum Jahr 2002 der Konsum von Antidepressiva um 234%. Der „U.S. Independent Report“ von 2005 berichtete, dass 11% der Frauen und 5% der Männer , die sich keiner offiziellen Behandlung unterziehen (im Jahre 2002) Antidepressiva nehmen würden. Welchen Effekt haben Antidepressiva auf die spirituelle Entwicklung einer Person? Kann ein Student Fortschritte in der Kabbala machen, wenn er Antidepressiva nimmt?

Meine Antwort: Antidepressiva sind heutzutage definitiv die am weitest verbreiteten Drogen. Wir verschreiben sie nicht nur an Kinder, sondern sogar an Tiere. Der Egoismus kann in unserer Welt unmöglich gestillt werden, und zur selben Zeit hat er seine Befriedigung in der höheren Welt noch nicht erreicht. Als Ergebnis befindet sich der Egoismus in einer Art Zwischenzustand zwischen den beiden Welten. Das Anwachsen des Egoismus wird die Menschheit zur Kabbala als Methode der Befriedigung bringen. Aber bis es soweit ist – Leiden!


Business und Kabbala


Ich erhielt folgende Frage von P.T. Thompkins im Bereich: Eine Frage stellen
Wie funktioniert man im Geschäftsleben, wenn man gewinnorientierte Ziele zu setzen hat? Gewinn ist sicherlich eine egoistische Funktion, doch bin ich mittlerweile dermaßen perplex, weil ich möchte, dass meine Verlangen altruistisch sind. Ich bin verwirrt, denn ich möchte meine Wege verändern, um den Schöpfer zu erfreuen, aber wie tue ich das, während ich immer noch tun muß, was für mein Geschäft getan werden muss?

Meine Antwort: Sie müssen ein ehrlicher Geschäftsmann sein – in Übereinstimmung mit den gesellschaftlichen Gesetzen.

MS