Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Immer mit mir – Teil 92

RABASH wird schwächer

Es ist ein weiteres Jahr vergangen. Jeder Tag, den ich mit RABASH verbrachte, war etwas Besonderes. Es war das höchste Glück, mit ihm zusammen zu sein. Natürlich wollte ich, dass es für immer so weitergeht. Aber ich verstand, dass wir uns körperlich trennen werden müssen.

Ich versuchte, nicht an seinen Tod zu denken… aber eines Tages hatte ich große Angst…

RABASH war 85 Jahre alt, und plötzlich wurde bemerkbar, dass der „laufende Rabbi“, wie er in Bnei-Brak genannt wurde, nicht mehr so „läuft“.

Wir waren den ganzen Sommer über am Meer, und er hat den ganzen Sommer über nicht gebadet. Ich habe darauf gewartet, mit ihm zusammen ins Wasser zu gehen, doch er sagte: „Geh, geh, warte nicht auf mich.“ Er war normalerweise der Erste, der ins Wasser ging.

Schwamm seine vierhundert Schlägen.

Jetzt aber schwamm ich allein und blickte die ganze Zeit auf ihn zurück. Er winkte mir aus der Ferne zu und ging am Strand entlang und dachte die ganze Zeit an etwas. Er hat sich schon irgendwie gehen lassen. Er hat es akzeptiert. Ich verstand es nicht. Er schloss sich von allen möglichen Behandlungen aus. Was ihm früher nie passiert ist. Normalerweise ging er zu den Ärzten, folgte allen ihren Anweisungen.

Ich finde plötzlich heraus, dass er Blutausscheidungen hat. Ich machte mir Sorgen, wies ihn darauf hin. Doch er sieht mich so seltsam an und antwortet: „Es ist alles in Ordnung.“ Ich sagte zu ihm: „Aber, Rebbe…“ Und er schnitt es ab: „Schluss! Keine weiteren Gespräche!“ Mit seiner Hand winkte er, wie ich mich jetzt erinnere, als ob er sagte: „Lass es.“

Er hatte genaues Wissen, dass er gehen würde. Er fühlte es, er fühlte es ganz deutlich. Und ich dachte, es wird vorbeigehen.

Er wollte nicht einmal ein Etrog, ein Lulaw[1] für den Sukkot-Feiertag haben, er wollte nichts vorher tun. Rosh Ha-Shana[2] näherte sich, gefolgt von Sukkot, und er sprach nicht mehr von Sukka.

Ich wusste, wie ehrfurchtsvoll er über diesen Feiertag war, wie er verlangte, alle kleinsten Feinheiten beim Bau von Sukka zu beachten, fing an, sich darüber Gedanken zu machen und hat uns schon einen Monat vor dem Feiertag diesbezüglich angesprochen.

Jetzt aber schweigt er. Und die ganze Zeit in Gedanken.

Es ist erstaunlich, wie ich den Alarm nicht geschlagen habe. Ich musste ihn überzeugen, zum Arzt zu gehen, alle Kontrollen durchzuführen, nicht zustimmen, ihn nicht gehen lassen, bis er nicht untersucht wird…

Aber sie ließen mich es nicht tun. Irgendwie, plötzlich, geriet die Warnung in Vergessenheit, die wir lange zuvor erhalten hatten. Mein Kamerad, Josi Gimpel sagte mir, dass er mit einer Frau in Be’er Scheva sprach, und sie sagte ihm plötzlich, dass RABASH bald nicht mehr da sein würde. Und sie fügte einen erstaunlichen Satz hinzu: „Was machst du da Josi, so zu handeln?! Du hast eine Person, an die du dich wenden kannst, und er will, dass du alles von ihm erfährst, und er will, dass du es tust. Und das kannst du nicht.“

Josi sagte dann zu ihr: „Ja, das kann ich nicht. Ich weiß nicht, wie man das macht. Ich weiß nicht, wie ich mich nähern soll, wie ich fragen soll, ich will es wirklich, aber ich weiß es nicht.“ Und sie sagte: „Nun, okay, lass es. Aber denk dran, er hat nur Zeit, bis er 91 ist.“

Das war vier Jahre, bevor RABASH starb. Und irgendwie war alles vergessen. Man dachte: werden wir all diesen Vorhersagen glauben?! Und alles wurde aus dem Gedächtnis gelöscht.

Aber so geschah es.

Heute weiß ich bereits, wie es ist, komplett abgeschaltet zu sein, einfach nur das Gehirn, die Gefühle, die Angst und die Sorge abzuschalten. Wir sind in der Macht des Höheren. Er beherrscht absolut alles. Und RABASH wusste es besser als jeder andere. Er hatte einen internen Dialog mit dem Schöpfer.

 

[1] Lulav, Etrog, Adassim, Aravot – Pflanzen, Attribute des Sukkot-Festes, die die verschiedenen Eigenschaften des Menschen symbolisieren.
[2] Rosh HaShana (Kopf des Jahres) ist ein jüdischer Silvesterabend, ein Feiertag, der den Beginn des spirituellen Erwachen des Menschen darstellt.

 

[# 247009]

Fortsetzung folgt…

“ Die Wahrheit über den Klimawandel „

Mein neuer Artikel auf Linkedin “ Die Wahrheit über den Klimawandel „

Wissenschaftler warnen immer wieder vor dem sich ändernden Klima, sie sagen, dass dieser Prozess durch verschiedene Maßnahmen umzukehren sei. Die globale Erwärmung an sich ist weder schlecht noch gut. Die Natur hat keinen Standard, dem sie folgen muss. Sie ist in ständigem Gleichgewicht. Manchmal wird das Gleichgewicht bei einer wärmeren Temperatur und manchmal bei einer kühleren Temperatur erreicht. Aber zu denken, dass wir es manipulieren können, um unseren Launen zu entsprechen, ist nichts als Hybris.

Genau wie bei der Natur, sollten wir nicht versuchen Menschen zu verändern, sondern nur, wie sie am besten miteinander interagieren.

Wenn wir uns in der umgebenden Natur wohl fühlen wollen, müssen wir uns an sie anpassen und nicht umgekehrt. Die Natur ist ganzheitlich und ausgeglichen. Alle Dinge entwickeln sich entsprechend ihrer Natur und bilden ein ausgewogenes Beziehungssystem untereinander, um zu gedeihen.

Wir sollten uns nicht in die Natur einmischen. Wenn wir versuchen, es gemäß unserer Macken zu kippen, wird es uns durch seine unzähligen Arten von Rückschlägen gegenüber der Menschheit und  unseren Willen, zurückwerfen. Das Einzige an dem wir arbeiten können und sollten, ist immer am Miteinander.

Derzeit nutzen wir unsere Stärken, um andere zu kontrollieren und zu manipulieren. Wir versuchen, unsere Schwächen zu verbergen, damit andere uns nicht ausbeuten. Doch wenn wir stattdessen unsere Energie darauf verwenden, unterstützende und kooperative Verbindungen zwischen uns aufzubauen, würden wir von den Stärken aller profitieren, anstatt sie zu fürchten. Auch sie würden von unseren profitieren, anstatt uns zu fürchten und uns zu entfremden.

Wenn wir unsere Einstellung zueinander ändern, werden wir feststellen, dass auch die Natur ihre Einstellung zu uns geändert hat. Wenn wir untereinander im Gleichgewicht sind, wie alle Elemente der Natur, dann bedroht uns kein Klimawandel, Erdbeben, keine Pest oder Überschwemmung mehr, da Natur und Mensch synchron sind.

 

Immer mit mir – Teil 91

RABASH verblüfft mich wieder

Alle, sieben Tage nach Jocheweds Beerdigung war Rebbe still, in sich versunken, nachdenklich. Shiva-Zeit war vorbei, und er verblüffte mich wieder einmal.

Er hat mir gezeigt, wie es ist, wenn man nur an einem Ziel festhält, nur das sieht, nur zu ihm geht. Und man nur ihm treu ist. Über dem Verstand, über den Gefühlen, über den Einstellungen dieser Welt, über allem.

Er kam auf mich zu und sagte: „Hilf mir, eine Frau zu finden.“ Ich bleibe stehen, bin überrascht, ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich reagiere nicht sofort. Und er fährt fort: „Ich habe keine Wahl. Ich muss eine Chuppa[1] machen.

Ich kannte bereits die spirituelle Wurzel dieser Forderung. Ich wusste, dass der Kabbalist verheiratet sein musste, aber ich hatte nicht erwartet, dass RABASH eine so schnelle Entscheidung trifft. Er und Jochewed waren unzertrennlich in Freude und Trauer. Jochewed ging, und ich dachte, es soll die Zeit vergehen, ein Jahr dauern, zwei… aber nein. Er konnte nicht warten, er hatte kein Recht dazu. Die Forderung, zu heiraten, auch formal, war für ihn höher als alles andere, weil dies eine Forderung des Höchsten war.

Also, fast am Ende des Lebens, macht RABASH einen neuen Umbruch…

Nach langer Suche wird Feiga, die sich um RABASHs Frau kümmerte, seine zweite Frau. Sie war für RABASH seine sehr treue Schülerin. Und jetzt, wie zuvor, zeigt er wieder, dass er für jede Revolution bereit ist, egal was man sagt, was man denken wird, wie man es betrachtet. Wenn es um das Ziel geht, ist er zu allem bereit. Aber darüber ein anderes Mal.

[1] Chuppa: das Hochzeitsbaldachin, das Dach, unter dem die Trauung stattfindet. In der Kabbala „Chuppa“(der Schirm und das reflektierte Licht) symbolisiert die Verschmelzung mit dem Schöpfer.

 

[# 247003]

Fortsetzung folgt…

„Gibt es Satan wirklich?“ Quora

Veröffentlicht in Quora

Satan ist die menschliche egoistische Kraft, d.h. der Wunsch, sich auf Kosten Anderer zu erfreuen, der das Wesen eines jeden Menschen ausmacht.

Die Weisheit der Kabbala spricht sehr viel über diese Kraft, in den Büchern wie der Tora und dem Sohar. Das Wort „Satan“ hat die gleiche Wurzel, wie das hebräische Wort „Soteh“ (Abweichung) und “ Masit “ (Anstiftung). 

Es ist eine Kraft, die einen Menschen vom wahren Weg abbringt, dem Weg der  gegenseitiger Liebe, der Hingabe und der Verbindung mit anderen  Menschen.

Die Kraft, die „Satan“ genannt wird, ist in jedem einzelnen Menschen verwurzelt, und es ist unmöglich, uns von ihr zu befreien. Das menschliche Ego hat viele verschiedene Erscheinungsformen, aber speziell diejenige Kraft, die uns von einer positiven Verbindung untereinander ablenkt, wird „Satan“ genannt.

Um, von seiner Kontrolle über uns befreit zu werden,  müssen wir uns aktiv in unserer Gesellschaft engagieren, indem wir positive Verbindungen aufbauen.

Diese trennende Kraft wird immer existieren und ständig Zwietracht zwischen uns erzeugen. Wenn wir jedoch einen positiven einheitlichen verbundenen Zustand erreichen, werden alle satanischen Formen, die uns von der positiven Verbindung zurückhalten, umgewandelt und unsere Verbindung noch mehr verstärken. 

Das menschliche Ego ist wie ein ständig laufender Motor, der uns in jedem Augenblick manipuliert, voneinander trennt und  immer tiefer in uns selbst versinken lässt. 

Irgendwann, gerade dank dem Ego, werden wir “genug” sagen. In dem Moment erreichen wir einen Zustand, der „die Erkenntnis des Bösen“ genannt wird. Diese Erkenntnis zwingt uns freiwillig einander näher zu kommen.

Zu diesem Zeitpunkt wird Satan zur positiven Kraft. Sie wird uns letztlich helfen, zum Verständnis unseres Bedürfnis, die richtige Form der Verbindung zu erlangen und garantiert sie uns.

 

Immer mit mir – Teil 90

Die Trennung

Rabbanit Jochewed starb vier Jahre später. Sie konnte sich von dem Schlaganfall nicht erholen. Es war um 11 Uhr abends. Mich rief man zu Hause an und sagte mir: „Michael, du musst kommen! Wir wissen nicht, was wir mit Rebbe machen sollen.“

Ich kam sofort. RABASH lag in seinem Zimmer, gegenüber ihrem leeren Bett.

Ich ging hinein, setzte mich neben ihn und fragte: „Wollen Sie den anderen etwas sagen?“ Er sagte: „Nein“.

Lange Zeit wollte ich sein Schweigen nicht brechen. Er saß auch ruhig beiseite. Hinter der Tür hörte man die Frauenstimmen. RABASH sagte: „Michael, was wollen sie?  Geh und frag sie“.

Ich ging zu seinen Töchtern hinaus und sie sagten, sie wollten Busse bestellen, um nach Jerusalem zu fahren, zum Har HaMenuchot[1] (65). Ich ging zurück zu RABASH, erzählte ihm davon, und er war überrascht: „Warum der Berg HaMenuchot? Warum Jerusalem?! Seht ihr den Friedhof hinter dem Fenster? 300 Meter vom Haus entfernt. Lasst sie uns hier begraben“.

 

Es war keine Missachtung für seine Frau, nein, es war seine Einstellung zu all dem Äußerem. Aber natürlich verstanden es seine Töchter nicht. Sie waren empört: „Unsere Mutter wird in der Bnei-Brak sein, nicht in Jerusalem?! Eine geborene Jerusalemin! Das ist unmöglich!“  Rebbe sagte mir: „Ich werde mich nicht einmischen. Lass sie tun, was sie wollen.“

So wurde Jochewed in Jerusalem begraben.

[1] Har HaMenuchot: (ivr. המנוחות הר) der zentrale jüdische Friedhof in Jerusalem.

 

 [# 246999]

Fortsetzung folgt…

Verbindung mit den höheren Kräften 

Veröffentlicht in ML michaellaitman.com

In letzter Zeit ist viel von Kommunikation mit höheren Kräften die Rede,  die in einer Art “Cloud” Zugriff zu ihrem Inhalt gewähren.

Ein Thema, das die Fantasie weckt und zu dem es viele Bücher gibt. Doch was ist da dran? Gibt es Informationsfelder einer höheren Ebene? Ist dieses globale Wissen per Passwort zugänglich?

Isaak Newton verglich sich mit einem Kind, das an einer Küste spielt und  hin und wieder flachere Steine oder buntere Muscheln findet, während der große Ozean der Wahrheit vor ihm ununtersucht bleibe.

So gestaltet sich unsere Kenntniss des Universums. Die gesamte Wissenschaft ist nichts weiter als ein punktueller Versuch der Kommunikation mit dem Ozean der Weisheit.

Wir wissen fast nichts über uns selbst. Wir verstehen nur, dass das Bild, das vor unseren Augen erscheint durch unsere Sinnesorgane stark eingeschränkt ist. So sehr, dass wir uns sogar qualitativ andere Empfindungen nicht vorstellen können. 

Sehkraft, Gehör, Geschmack, Geruchssinn und Tastsinn scheinen uns für die Wahrnehmung der Welt zu genügen. In Wirklichkeit schränken sie uns jedoch ein. Wir sehen nur ein winziges Fragment eines großartigen Bildes, das unzählige Informationen enthält und von mehreren Barrieren verzerrt wird, bevor es in unseren Empfindungen entsteht.

Eigentlich können wir gar nicht über die Objektivität der Wahrnehmung einer äußeren Realität sprechen. Wenn ich einen Baum sehe, nehmen meine Augen in Wirklichkeit nicht ihn wahr, sondern die Wellen, die in mir durch elektrische und chemische Wandler fließen und sich als eine Form abzeichnen, die man „Baum“ nennt. Ich habe keine Ahnung, was sich draußen, außerhalb von mir befindet, ob es dort überhaupt etwas gibt, oder ob „der Baum“ ein Teil von mir ist. Da wir uns nicht außerhalb unserer Sinnesorgane aufhalten können, ist es unmöglich diese Wirklichkeit zu untersuchen.

Die Idee eines Kanals der Verbindung mit einer höheren Realität begeistert die Menschen dennoch. Es gibt viele Formen „übernatürlicher“, teilweise sehr kostspieliger Kommunikationen. 

So mancher Unternehmer wird erst dann tätig, wenn er sein persönliches „Medium“ konsultiert hat. Es erstaunt, dass selbst reiche und mächtige Menschen, eine Verbindung zu höheren Kräften suchen, um verlässliche Informationen über die Zukunft zu bekommen. Wir hegen solche Hoffnungen, weil wir die Welt, in der wir leben, nicht wirklich kennen und verstehen.

Die Wissenschaft Kabbala sagt, dass für die Erkenntnis des verborgenen Teils des Universums, der spirituellen Welt, über die fünf Sinnesorgane hinaus, neue Sinnesorgane gebildet werden müssen. Sie sind qualitativ anders und heißen „Keter“, „Chochma“, „Bina“ „Seir Anpin“ und „Malchut“.

Mit ihrer Hilfe beginnen wir die Wirklichkeit nicht mehr nur körperlich zu empfinden. Diese Empfindungen werden Seele genannt.

Mein Selbst zeichnet das Bild der Welt und meiner Umgebung ausschliesslich mit dem  Wunsch, Genuss zu empfangen. Dieses unausweichliche Streben nach Genuss ist in mir sozusagen vorprogrammiert. Ich kann nicht anders. Alles soll dazu dienen, mir Genuss zu bereiten.

Ein neues Bild der Welt  und somit eine neue Wirklichkeit ist nur dann möglich, wenn sich fünf zusätzliche Sinnesorgane bilden, die nur dem Wunsch Genuss zu schenken, zu lieben und zu geben dienen.

Während ich innerhalb meiner fünf egoistischen Sinnesorgane nur mein materielles, physisches Leben wahrnehme, beginnt sich mit dem Streben nach Geben mein spirituelles Sein, meine Seele, zu entwickeln. 

Durch diese Veränderung, durch meinen Versuch, mich der Ebene der spirituellen Welt anzupassen, beginne ich Information über die Realität zu bekommen, die außerhalb von mir liegt. 

Basiert mein Zugang zu ihr auf der Grundlage des Gebens, erkenne ich, wie begrenzt die materielle Wirklichkeit tatsächlich ist, die lediglich einen winzigen Einblick in das Gesamtbild gewährt, der mit dem Tod endet.

Im Spirituellen hingegen empfinde ich ewiges, unbegrenztes Leben.

Die gesamte Wirklichkeit wird als alles umfassend und integral erfahren, als ein allen gemeinsames Netzwerk unserer Wechselbeziehungen, in dem alle Menschen miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Meine Einstellung zum Leben verändert sich hierdurch vollkommen. Es wird bestimmt von einem Streben nach Einheit, Frieden und Harmonie für alle Menschen. So führt die Erfahrung der spirituellen Welt zum Frieden auf der Welt.

Immer mit mir – Teil 89

Die Liebe

Die Liebe steht über dem menschlichen Egoismus. Wir haben mit RABASH nicht viel darüber gesprochen, aber es ist sein Satz: „Die Liebe ist ein Haustier, das aus gegenseitigen Zugeständnissen wächst…“.

So lebten sie mit Jochewed. Sie haben die Liebe in zwei Ebenen aufgebaut. Es gab Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten auf einer Ebene. Ich wiederhole, sie waren sehr unterschiedlich, eine Jerusalemer Aristokratin, die im orthodoxen Geist aufgewachsen ist, und er, ein Kabbalist. Und die andere Ebene ist die Verbindung, die sie über all den Widersprüchen aufgebaut haben, und das nennt man „alle Sünden wird die Liebe bedecken“. Betrachtet man sie, so war klar, dass nur solche zwei Menschen in einer guten, starken, gesunden, wirklich menschlichen Verbindung miteinander verbunden werden können.

 

[# 246965]

Fortsetzung folgt…

Die moderne Frau und ihre unermessliche Bedeutung in der Männerwelt

In der westlichen Welt verdient eine Frau im gleichen Beruf durchschnittlich immer noch weniger als ein Mann. Traditionell werden Haushalt und Familie allein den Frauen zugesprochen.

In der Tat symbolisiert die Frau das Heim, das Herz der Familie. Ihr wird damit die Sorge um das Wohlergehen der Familie zugeschrieben. Gleichzeitig streben die meisten Frauen immer mehr nach persönlicher Freiheit. Sie fühlen sich von der weiten Welt angezogen und möchten sich selbst verwirklichen. Frauen widmeten in den letzten Jahren immer mehr Zeit ihrer Karriere und weniger Zeit der Familiengründung. Früher wurden sie traditionell mit häuslichen Sorgen überhäuft, doch jetzt sind sie auf der Suche nach anderen Möglichkeiten. Damit verdrängen sie Männer langsam von ihren „gewohnten Positionen“.

Das ist ganz normal, denn die Frauen sind von Natur aus eher verantwortungsbewusster, konsequenter und fleißiger. Diese Eigenschaften bestehen darin, Leben zu schenken, die Nachkommen zu versorgen und diese zur Selbstständigkeit zu erziehen; und sind deshalb unerlässlich für den Erhalt der Menschheit. Gerade diese Eigenschaften tragen auch dazu bei, mehr zu lernen und sich besser in einen Beruf und in ein Team zu integrieren.

[Rest des Beitrags lesen →]

Immer mit mir – Teil 88

Im Krankenhaus

Ich sah, wie Rabash sich um sie gekümmerte.

ADMOR[1], ein angesehener Mann, der größte Kabbalist, ein Lehrer, kümmerte sich um sie mit solcher Zärtlichkeit, Sorgfalt und Vorsicht wie um ein Baby. Ich hätte es mir nicht vorstellen können. Ich saß erstaunt da, als ich es am ersten Tag sah, und auch danach konnte ich mich auch nicht daran gewöhnen.

Mit der Zeit wurde bei ihr die Sprachfunktion wiederhergestellt, einige Körperteile auch, aber nicht ihre Beinen.

Ja, ihre Töchter kamen, meine Frau hat Wache gehalten. Aber Feiga, während all dieser vier Jahre. Vom Abend und die ganze Nacht, mit ihr blieb nur RABASH. Er kümmerte sich um sie, säuberte, fütterte, trank, bewegte sich nicht von ihr weg. Er fühlte, dass sie ihn brauchte. Sie hatten eine erstaunliche innere Verbindung.

Noch einmal sah ich, wie er sich selbst aufheben konnte, bis zu einem unverständlichen, unmöglichen Zustand, wie er sich ganz aufgeben konnte, damit er nicht existierte.

Und du schaust es dir an und verstehst, was für ein Pygmäe du im Vergleich zu ihm bist, wie du dich nicht auf ein Millimeter dem nähern kannst und du staunst wegen seiner Höhe.

Es war die wahre Liebe. Es war nicht unsere, irdische, durch und durch egoistische Liebe. Das war die treue Liebe zwischen den zwei schönen Menschen.

[1] Admor oder ADMOR ([adˈmɔr], hebräisch אדמו“ר, zu Deutsch: Wunderrabbi, außerordentlich hoch geschätzter Rabbiner

 

 [# 246855]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 87

Rabbanit Jochewed

Rebbe liebte seine Frau sehr. Er lebte 64 Jahre lang mit ihr zusammen. Sie war ein oder zwei Jahre älter als er und kam aus einer sehr berühmten Familie aus Jerusalem. Sie waren die Alteingesessene von Jerusalem, die so genannte „edle Aristokratie“. Ihre Familie lebte seit sieben Generationen in dieser Stadt.

Rabbanit Jochewed war groß, schön und statisch. Ich kannte sie sehr gut. Wir hatten eine Art innere Verbindung. Vielleicht lag es daran, dass sie fühlte, wie ich RABASH behandelte, als die am nächsten stehende Person, wie ein Sohn zu seinem Vater. Und sie nahm mich als Sohn wahr. Jeden Shabbat schickte sie uns Fisch, niemand sonst bekam ihn, nur meine Familie.

Sie hatte einen starken Charakter als wahre Eingeborene aus Jerusalem. Der Rabbi liebte sie, respektierte sie und beugte sich ein wenig vor ihr.

Ich wusste, wie sehr sie miteinander verbunden waren, obwohl so unterschiedlich, aber was ich im Krankenhaus sah, war erstaunlich.

 

[# 246821]

Fortsetzung folgt…