Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Immer mit mir – Teil 95

So ging er

Am nächsten Tag, aus irgendeinem Grund, blieb ich länger beim Unterricht. Dann ging ich nach Hause, nahm die Haferflocken, die Olga für ihn kochte, (er fragte mit Milch, ohne Zucker)… Bis ich ankam, bis ich zu ihm kam, war es schon halb sieben. Ich erinnere mich deutlich, ich sah die Uhrzeiger an, als wären sie gefroren.

Er lag am Fenster, wie ein Kind zusammengerollt, und ich wusste alles auf einmal, bin zu ihm gelaufen, hörte seinen Atem… Er erstickte. Und niemand kümmerte sich darum! Niemand hat den Alarm ausgelöst, niemand hat die Ärzte gerufen! Es lagen nur alte Leute herum, sie hörten nicht, dass Rebbe erstickte. Er lag ruhig da, er stöhnte nicht. Ich rief ihn: „Rabbi! Rabbi!”

Er antwortete nicht. Ich rannte den Ärzten hinterher.

Der Arzt sah ihn an, und verstand die Lage. Man hat einen Defibrillator mitgebracht. Sie versuchten, das Herz zu starten. Die Ärzte arbeiteten wahrscheinlich zwei Stunden lang daran. Ich wollte im Zimmer bleiben, aber sie brachten mich in den Flur hinaus.

Ich stand im Flur und konnte den Raum durch das Fenster sehen. Ich habe sie arbeiten sehen. Sie haben sich wirklich so sehr bemüht, wie sie konnten… Sie haben ihm die intravenöse Spritzen gegeben… Und ich stand da und erkannte, dass der nahe stehende Mensch der Welt vor meinen Augen sterben würde, es gab keinen anderen und wird es nicht  mehr geben.

Aber ich war nicht in Panik. Er hat mich auf seinen Tod vorbereitet…

So starb er, ohne aufzuwachen.

Der Arzt kam heraus, er war verschwitzt, so ein stark gebauter junger Mann, und sagte mir: „Das war’s.“ Ich nickte. Ich erinnere mich vage an meine weiteren Handlungen.

Ich rief Olga an, danach Feiga, Miller. Sie kamen schnell, auch die Söhne von RABASH kamen. Viele unserer Leute versammelten sich, der ganze Korridor war voll von Studenten und Verwandten. Ich rauchte eine Zigarette nach der anderen.

RABASH wurde in die Leichenhalle gebracht. Der Arzt gab mir seine Uhr. Das ist alles.

 

[# 247183]

Fortsetzung folgt…

Die Welt wartet auf die amerikanische Dämmerung

In Facebook  am 10.07.2020 veröffentlicht. 

Wenige Tage nach den Unruhen in Manhattan, die während der Proteste gegen die Ermordung von George Floyd ausbrachen, schickte ein Freund ein sieben-minütiges Video von sich, wie er durch die Stadt fährt. Während des gesamten Clips wurden nur an zwei Veranstaltungsorten die Fenster zur Straße nicht zerbrochen oder mit Brettern zugenagelt: in einem Geschäft am Fuße des Trump Towers, wo FBI-Kräfte den Eingang bewachten, und in einer Kirche, die keine Fenster auf Straßenniveau hat, sondern nur schwere Türen. 

Während des gesamten Clips hört man den Mann sagen: „Alles zugenagelt; alle luxuriösen Geschäfte, alles zugenagelt…“. Er stand unter Schock. Vor seinen Augen wurden die Embleme des amerikanischen Traums zertrümmert und mit Brettern zugenagelt, und die ganze Idee des Kapitalismus zerfiel mit ihm.

Ich bin der letzte Mensch, der über den Untergang des Kapitalismus trauert, aber es ist immer noch erstaunlich zu sehen, wie es vor den eigenen Augen geschieht. Es ist nicht so, als wenn seine Schriftzüge nicht schon seit Jahrzehnten an der Wand hängen würden, aber wie es scheint, hat  COVID-19 den Kapitalismus KO geschlagen. Er wird sich nicht erholen, und die Welt wird der amerikanischen Vorreiterrolle folgen.

Aber die Welt geht nicht unter. Tatsächlich bricht ein neuer Morgen an. Wir treten in eine Ära gegenseitiger Anteilnahme und Fürsorge füreinander ein. Es ist eine schmerzhafte Geburt, aber welche Geburt ist das nicht? Die Welt, die aus den Trümmern des Kapitalismus aufersteht, ist eine Welt, in der die Menschen sich umeinander kümmern – zunächst, weil sie es müssen, aber letztendlich, weil sie es wollen!

Die gegenwärtige Krise, die durch das Virus beschleunigt wurde, hat die zerbrochenen Bindungen der Gesellschaft offenbart und gezeigt, dass niemand für uns sorgen wird, wenn wir nicht für uns selbst sorgen. Gleichzeitig ist es erst jetzt, wo der Zerbruch offensichtlich ist, möglich, mit dem Prozess der Korrektur zu beginnen.

Und im Falle Amerikas bedeutet Korrektur Verbindung. Die Verbindung von Herz zu Herz muss der höchste Wert sein, der Zenit. Man wird alle Parteien und alle Gruppen der Gesellschaft brauchen, um dies zu erreichen, aber es ist der einzige Weg aus der Abwärtsspirale.

Und das wird genau beobachtet werden, um zu sehen, was aus Amerika wird, weil es so für den Rest der Welt sein wird. Dieses riesige Land mit seinen unzähligen Kulturen ist ein Beispiel für die gesamte Menschheit. Wenn Amerika in erster Linie die Unterschiede unter seinen Bewohnern vereint, dann werden das auch alle Nationen tun. Die Welt wartet auf die amerikanische Morgenröte.

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 2

Die Verschmelzung von männlichen und weiblichen Elementen.

Rabash, Dargot HaSulam, Punkt 274, „Insbesondere durch einen Mann und eine Frau“: Ein Neugeborenes entsteht ausschließlich durch einen Mann und eine Frau. Weder von einem Mann noch von einer Frau allein kann es Nachkommen geben. In der Ethik gilt der männliche Teil als „die Kraft des Gebens“ und der weibliche Teil als „die Kraft des Empfangens“. Sprösslinge sind Wohltaten, in denen der Atem des Lebens steckt.

Das männliche Prinzip ist die Absicht zu Geben, und der weibliche Teil ist das Verlangen zu Empfangen. Wenn sie miteinander verbunden sind, erfolgt ihre richtige Vereinigung. Dabei stellt sich heraus, dass, wenn das Verlangen zu Empfangen und über ihm die Absicht zu Geben zusammenwirken, sie den Schöpfer in sich selbst offenbaren können, d.h. die beste, höchste Handlung in unserer Welt hervorbringen können, die der Schöpfung unterliegt.

Kein Mann und keine Frau können dies getrennt voneinander tun. Nur in der richtigen Kombination von männlichem Geben und weiblichem Empfangen können sie das Empfangen um zu Geben verwirklichen, d.h. sich dem Schöpfer angleichen. Ansonsten ist keiner von ihnen vollkommen.

Frage: Nach welchen Grundsätzen erfolgt die richtige Kombination der weiblichen und männlichen Elemente?

Meine Antwort: Im Verständnis der Kabbala befinden sich beide Teile in jedem von uns. Demnach muss jeder so vorgehen, dass das Verlangen zu empfangen vollständig unter der Absicht des Gebens (zum Nutzen des Gebens) steht. Genau dann erhält man die richtige Wechselbeziehung.

Wir müssen verstehen, dass es hier nicht um eine Frau und einen Mann, sondern um das richtige Zusammenspiel dieser Prinzipien in einem Menschen geht.

Wenn wir auf der anderen Seite von der Familie sprechen, von der richtigen Beziehung zwischen Mann und Frau, dann geht es um ihr klares Verständnis ihrer Eigenschaften.

Werden die Eigenschaften einer Frau und die Eigenschaften eines Mannes so kombiniert, bringen sie wirklich spirituelle Früchte hervor. Jedes Mal gebären sie den nächsten Zustand, und dies wird die Geburt ihres Kindes genannt.

 

[263058]

Immer mit mir – Teil 94

“Ich bin in meinem Volk”

Ich verließ ihn seit zwei Tagen nicht mehr. Ich badete ihn, zog ihm den Pyjama an, wickelte ihn in eine Decke und saß die ganze Zeit daneben. Es waren 6-8 Leute im Gemeinschaftsraum, alte Leute wie er. Einer von ihnen stöhnte ständig, also beschloss ich, darauf zu bestehen, dass RABASH in einen separaten Raum verlegt wird. Und Rebbe sagt mir: „Nicht, Michael, be toch ami anochi öshevet.[1]

Geh ruhig, ich werde jetzt schlafen, ich fühle mich, als würde ich jetzt einschlafen, geh. Komm morgen früh zu mir, ich will rechtzeitig Tefillin anlegen.“

Er nimmt meine Hand und sagt: „Und das ist für dich, das Notizbuch „Shamati“, – und gibt mir sein blaues Notizbuch, von dem er sich nie getrennt hat, legt es einfach in meine Hand – nimm es für dich und arbeite daran…. Jetzt geh schon.“

Und ich ging.

Ich sah mich um, bevor ich den Raum verließ, und er hob die Hand, um sich zu verabschieden.

Also ging ich aus. Ich dachte auch: „Warum hat er mir sein Notizbuch gegeben? Warum hat er es mir gerade jetzt gegeben? Was meint er damit?!“

Ich dachte darüber nach, aber ich wusste nicht, dass er sich so von mir verabschiedet hat. Er gab mir das Kostbarste, was er je in seinem Leben getragen hatte: Notizen von seinem Vater, von denen er sich nie getrennt hatte.

Jetzt, da ich darüber nachdenke, wundere ich mich und frage mich, warum ich nicht geblieben bin, warum ich mit ihm einverstanden war, wie er es geschafft hat, mich „einschläfern zu lassen“. Aber immer wieder verstehe ich, dass ich nichts tun konnte, dass alles in den Händen des Höchsten war, und alles, was getan wurde, wurde von Ihm getan, und wir sind Nichts vor Ihm, Nichts!

 

[1] „Ich bleibe in meinem Volk“ – in denen, die sich zu einem Ganzen vereinen, um in dieser Einheit des Schöpfers – das Licht, die Liebe und Hingabe zu offenbaren.

 

[# 247174]

Fortsetzung folgt…

 

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 1

Für die Korrektur des weiblichen Teils

In einem seiner Artikel schreibt Rabash: „Wer ist eine geeignete Ehefrau? Jene, die die Verlangen ihres Mannes erfüllt“.

„Im allgemeinen wird ein Individuum als Frau, Nukwa, bezeichnet, wenn es Licht vom Meister erhält. Der Schöpfer schenkt Seinen Geschöpfen Genuss. Wann wird jemand als eine beglückende Ehefrau bezeichnet? Wenn sie Verlangen erfüllt, d.h. wenn sie für alles, was sie erfreut, eine Absicht zur Erfüllung der Verlangen des Meisters entwickelt, ohne irgendein Verlangen für sich selbst zu haben.

Wenn ein gewöhnlicher Mensch diese Passage liest, könnte er die Kabbalisten mit mittelalterlichen Sklavenhaltern verwechseln. Wenn man jedoch die Kabbala studiert, beginnt man zu verstehen, dass sich dies auf unser Verlangen bezieht, das als „Frau“ bezeichnet wird. In der Kabbala wird das Verlangen zu Empfangen als weibliches Verlangen und das Verlangen zu Geben als männliches Verlangen bezeichnet.

Das hat nichts mit dem Geschlecht oder den geschlechtsspezifischen Definitionen in unserer Welt zu tun. Damit meinen wir keineswegs Frauen oder Männer, wir wollen lediglich sagen, dass sich die weiblichen spirituellen Wurzeln nicht nur von den männlichen unterscheiden, sondern sogar wichtiger sind. Denn alles, was in der Welt im Zusammenhang mit der Korrektur getan wird, geschieht im Interesse der Korrektur des weiblichen Teils.

[263004]

Es ist an der Zeit unser Schubladendenken zu reflektieren

Eine der ersten Fragen bei jeder ersten Begegnung mit Anderen lautet: „Was machen Sie beruflich? Es gibt zwei Dinge, die wir normalerweise wissen wollen, wenn wir diese Frage stellen: 1) Wie viel verdienen Sie? und 2) Welchen gesellschaftlichen Rang haben Sie? Wenn Sie Ihrem neuen Bekannten sofort sagen würden, wie viel Sie verdienen, würde er nicht nach der Art Ihrer Arbeit oder Ihrem sozialen Status fragen. Allein Ihr Verdienst würde genügen, um Sie entsprechend einzuordnen.

Aber was geschieht, wenn Geld bedeutungslos wird? Wir steuern auf eine Realität der unverschuldeten Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit zu, in der Arbeitsplätze zur Mangelware werden. Dies ist kein futuristisches Szenario. COVID-19 hat diese Realität hervorgebracht. Wurde man anfangs beurlaubt, so droht jetzt die Entlassung, da sich immer mehr Unternehmen auf eine Realität mit dauerhaft niedriger Nachfrage einstellen müssen.

Ich habe bereits unzählige Male in Essays und Büchern über die Verpflichtung der Regierungen geschrieben, Arbeitslosen ein Grundeinkommen zu gewähren. Der Bezug von Grundeinkommen müsste jedoch an die Teilnahme an einer Schulung geknüpft werden, die die Zusammenhänge lehrt, die zum Jobverlust geführt haben. Aber auch um die Ursachen für die massenhaften Entlassungen auf der ganzen Welt zu begreifen. Den Menschen muss Selbstwertgefühl und das Wissen um seine Einzigartigkeit vermittelt werden und dass die Menschen weltweit völlig voneinander abhängig sind. Um zu überleben, müssen wir füreinander Verantwortung übernehmen.

Es gibt drei Dinge, die ein Mensch benötigt, um ein zufriedenes Leben führen zu können: 1) physische Versorgung (Grundnahrungsmittel), 2) das Verständnis für die Welt, in der er lebt, und 3) ein Gefühl der Würde oder Selbstachtung. Ohne diese Dinge verzweifelt der Mensch. Viele könnten zu Gewalt neigen und so die Gesellschaft weiter spalten.

Da Personen des öffentlichen Lebens um die Anerkennung der Öffentlichkeit buhlen, müsste die Gesellschaft selbst zeigen, wie sehr sie Menschen respektiert, die der Gesellschaft etwas geben und zur Einheit der Menschen beitragen. Es steht außer Frage, dass eine Gesellschaft, in der die Menschen einander unterstützen, widerstandsfähig ist. Menschen sind glücklicher, wenn sie in einer Umgebung leben, von der sie Unterstützung erfahren. Neue Werte wie Hilfsbereitschaft, Respekt, Anerkennung dem anderen gegenüber und das Streben nach Einheit müssen gewürdigt und honoriert werden. Wenn wir dies mit Überzeugung tun und entschlossen zeigen, dass wir von den alten egoistischen Systemen, die andere ausbeuten, nichts halten, werden selbst die Reichen und Mächtigen ihre Machtansprüche aufgeben, wenn sie im Gegenzug dafür Respekt erhalten, da Reichtum und Vermögen an sich, keinen Respekt verschaffen. 

Ändern sich die gesellschaftlichen Werte, ändern sich auch die Wünsche der Menschen. Die Meinung anderer ist ein machtvolles Instrument. Wenn wir zeigen, welche Werte wir wollen, welche Menschen für uns Vorbildcharakter haben, werden wir eine Gesellschaft schaffen, die aus solchen Menschen besteht.

Der Vater meines Lehrers, der zukunftsweisende Denker und Kabbalist Baal HaSulam, formulierte dieses Konzept in einem kurzen Absatz: „In der Tat weiß jeder erfahrene Mensch, dass das größte aller vorstellbaren Vergnügen der Welt darin besteht, die Gunst der Menschen zu gewinnen. Um diese begehrte Sache zu erhalten, lohnt es sich, jede Anstrengung und jedes weltliche Zugeständnis zu machen. Das ist der Magnet, zu dem sich die Besten jeder Generation hingezogen fühlen und für den sie ihr gesamtes weltliches Leben opfern. Wenn wir diejenigen respektieren, die zum Gemeinwohl beitragen, dann wird dieser Beitrag die neue Währung sein. Je größer ihr Beitrag, desto „wohlhabender“ werden sie in den Augen der Gesellschaft und damit auch in ihren eigenen Augen sein. So wird Respekt zur neuen Währung. Mit dieser Methode werden wir unseren Gemeinschaften und Ländern eine gute Zukunft sichern.

Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay

Immer mit mir – Teil 93

Die letzten Tage

Eines Tages, während des Unterrichts, kam Miller zu mir und flüsterte: „Hast du es gesehen?“ Und er zeigte auf Rav. Rebbe saß am Tisch und zitterte.

„Weißt du, es ist nicht das erste Mal“, sagte er. Ich antwortete: „Ich habe es nicht gesehen! Wie das?!“ Jetzt hatte ich Angst, ich dachte sofort: Es sollte etwas damit gemacht werden! Es waren bereits Herzattacken. Ich denke, dass es ein Herzinfarkt war! Er hatte schon einen Herzinfarkt erlitten und sagte niemandem etwas. Er hat das absichtlich nicht gesagt.

Ich habe sofort einen Arzt angerufen, den ich kenne. Er brachte einen Kardiographen mit und wir machten ein Kardiogramm. Der Arzt sagte mir: „Ich denke, wir sollten sofort ins Krankenhaus. Mit ihm passiert etwas Schlimmes. Ich werde sogar mit euch fahren.“

So fuhren wir  ins Beylinson Hospital. Ich wusste, dass RABASH ein starkes Herz hatte, dass er aber sich so in Minuten, in einer Stunde erholen konnte, wusste ich nicht. Ich wusste nicht, dass es möglich ist!

Rabbi bekam noch mal die Kardiogramm, bereits im Krankenhaus… Alles ist in Ordnung. Das Kardiogramm zeigt: ein vollkommen gesundes Herz, einen gleichmäßigen Puls, Füllung – alles wie bei einem Kind. Sie wollten uns nach Hause schicken, aber ich bestand darauf, und wir wurden zuerst auf die Herz Station verlegt.Später auf die allgemeine Station. Man dachte, es wäre ein gewöhnlicher Fall, nichts Dringendes.

Die Ärzte behandelten es einfach. Für sie war es kein großer Kabbalist, der letzte Kabbalist seiner Generation. Für sie war es ein 85 Jahre alter Mann, geboren 1906, der bereits schon so lange gelebt hatte…

 

[# 247013]

Fortsetzung folgt…

Kämpfe nicht gegen Rassismus, sondern liebe die Einzigartigkeit

Im Facebook am 26.06.2020 veröffentlicht.

Hass zwischen Menschen gibt es schon immer, Rassismus ist eine besonders zerstörerische Form davon. Um etwas dagegen tun zu können und weitaus schlimmere als die bereits heute erkennbaren Auswirkungen zu verhindern, müssen wir verstehen, woher Rassismus kommt. Ziehen wir die richtige Erkenntnis daraus, werden wir nicht nur den Hass lindern können, sondern sogar eine besondere, ganzheitliche Verbindung aller Menschen erreichen.

Vier primäre Arten

Um Rassismus zu verstehen, müssen wir alle Auswirkungen in unserer Welt als Folgen von einer Ursache betrachten. Die Ursache aller Folgen ist das Verlangen des Menschen. Aus Sicht der Weisheit der Kabbala gibt es vier grundlegende Arten von Verlangen, sowie deren Ursprung oder Wurzel. Diese vier Arten des Verlangens lassen sich auf alles in unserer Welt anwenden, die menschliche Spezies mit eingeschlossen. 

Aus diesem Grund entstanden vier unterschiedliche Rassen, die Schwarze (afrikanische), die Rote (amerikanische) die Gelbe (asiatische) und die Weiße (europäische). Diese vier Rassen entstanden getrennt voneinander auf vier verschiedenen Kontinenten, bis sich diese verbanden und sie von Kontinent zu Kontinent wandern und sich vermischen konnten. 

Die vier Arten entwickeln sich weiter und deshalb werden ihre einzigartigen Eigenschaften immer deutlicher. Zusammen bilden sie eigentlich ein perfektes Ganzes, doch wenn diese Einzigartigkeiten ignoriert werden und wir so tun, als wären wir alle gleich, arbeiten wir unbeabsichtigt gegen diese positive spezifische Entwicklung. Und genau das nehmen wir heute als gegenseitige Feindschaft , als „Rassismus“ war. 

Da die vier Rassen aus den unterschiedlichen Grundtypen des Verlangens entstanden sind, können die Konflikte zwischen ihnen nicht mit den heutigen Massnahmen gelöst werden. 

Um Rassismus aufzulösen, müssen wir wieder jeder Rasse die Möglichkeit geben, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Die vier Arten sollen nicht gleich gemacht werden, sondern gleich behandelt werden und sich ergänzen.

Nur wenn sie als eine Einheit funktioniert, die aus vier sich ergänzenden Teilen besteht, ist es möglich, die Vorzüge aller Teile zu erkennen und zu sehen, wie wichtig sie für das Wohlergehen des gesamten Organismus “Mensch” sind.

Was für Rassen gilt, gilt auch für den Menschen

Alles in der Natur ist einzigartig. Nicht nur die Rassen sondern auch jeder Mensch. Um die Menschen dauerhaft glücklich und zufrieden zu machen, müssen wir die Bedingungen dafür schaffen, dass jeder Mensch das Gefühl hat, dass er sein Potenzial ausschöpfen und damit zum Glück der Menschheit beitragen kann. Wird das Beitragen zum Wohlergehen Anderer als höchstes Statussymbol angesehen, wird jeder Mensch sich bemühen diesen Beitrag zu leisten. Dafür wird er das Beste aus sich herausholen, sein volles Potenzial ausschöpfen und jeder, der sein volles Potenzial ausschöpfen kann, wird ein glücklicher Mensch sein.

Kurz gesagt: nicht gleich müssen wir sein, sondern das gleiche Ziel müssen wir haben. So das jedes Individuum mit seinem einzigartigen Potenzial zum Glück und zum Wohlergehen der Menschheit beitragen kann.

“Was ist ein gutes Beispiel für zwei Arten von Menschen?“

Veröffentlicht in Quora

 

Grundsätzlich gibt es in unserer Welt zwei Arten von Menschen: Egoisten und Altruisten.

Egoisten tun alles aus Berechnung zum persönlichen Nutzen und müssen eine Entschädigung, wie mehr Geld oder einen verbesserten sozialen Status, für jede Handlung sehen, dann sind sie bereit anderen zu dienen.

Altruisten geben bereitwillig sich selbst und die persönliche Entschädigung dazu, um anderen zu helfen.

Egoismus ist die menschliche Natur. Es existiert in jeder einzelnen Person. Der Altruismus dagegen läuft der menschlichen Natur zuwider.

Altruisten stellen eine Minderheit dar. In der Welt machen sie bis zu zehn Prozent der menschlichen Gesellschaft aus. Die Mehrheit sind Egoisten.

Letztendlich entwickeln wir uns jedoch zu einem Zustand, in dem wir erkennen, dass die altruistischer Art zu handeln, in der gesamten Gesellschaft die zunehmenden Probleme, die wir in unserer egoistisch konsumorientierten Gesellschaft sehen, lindert.

Das Problem ist es, Altruismus zu einer sozialen Norm zu machen. Es besteht darin, dass die Mehrheit der Egoisten Mangel an Belohnung für das Altruistisch sein, empfindet. Vergleichbar mit dem Einschalten eines Motors ohne Kraftstoff.

Unser gegenwärtiger Treibstoff für die Arbeit in unserer egoistisch orientierten konsumorientierten Gesellschaft, ist Belohnung und Bestrafung. In so einem Umfeld bedeutet es: mehr arbeiten, mehr Belohnung erhalten, was zu mehr Wohlstand, Respekt, Macht und Wissen führt. Weniger arbeiten bedeutet, die „Bestrafung“ zu erhalten und alle Wünsche bleiben leer.

Je mehr wir uns jedoch in einer egoistisch, konsumorientierten Gesellschaft entwickeln, desto schwieriger wird es, uns selbst zu erfüllen. Verschiedene Krisen werden uns schließlich zu einem Gefühl der Hilflosigkeit bringen, in der wir keine Befriedigung mehr finden, da wir den eigenen Nutzen dem Nutzen anderer vorziehen. 

Wir werden dann bereit sein, unsere Lebensweise zu ändern und altruistischer zu werden.

Treibstoff benötigen wir jedoch weiterhin, damit unsere altruistische Gesellschaft funktioniert.

Was ist altruistischer Treibstoff?

Bei diesem Treibstoff geht es darum zu geben, das Leben anderer zu verbessern und positive Handlungen für andere zu leisten, sie werden zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft.

Die Entwicklung der altruistischen Gesellschaft beginnt damit, positive soziale Beiträge zu belohnen und zu würdigen. Nach einer gewissen Zeit werden wir allmählich beginnen, altruistische Werte an und für sich wert zu schätzen.

 

 

Das Coronavirus – keine Strafe, sondern eine Lektion für gegenseitige Verantwortung

Veröffentlicht im Facebook am 29.06.2020

Jeden Tag erhalte ich E-Mails und Anrufe von Menschen, die mir erzählen, dass ihr Leben vor sechs Monaten, vor Corona, eigentlich wunderbar war und aber jetzt sind sie ratlos. Ihre Welt ist zusammengebrochen und sie sehen keine Zukunft mehr. Das macht mich sehr betroffen. Mit jedem Tag der vergeht, sehe ich, wie die Menschen hilfloser, orientierungsloser und unruhiger werden. Sie haben Angst, dass sie ihre Kinder nicht mehr ernähren können.

Das was jetzt geschieht, ist aber nicht so etwas wie eine „Strafe von oben“. Nein, es ist ein Aufruf, sich zu vereinen anstatt nur an sich selbst zu denken. Nur wenn wir zusammenarbeiten werden wir in der Lage sein, eine sichere Zukunft zu gestalten. Sich weiterhin nur um sein eigen Fleisch und Blut zu sorgen und nicht mit anderen Menschen gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, wird die Situation nur verschlimmern. Je länger wir warten, umso mehr Menschen werden in solch existenzbedrohende Situationen kommen. 

COVID-19 ist daher ein Katalysator um die gegenseitige Verantwortung anzutreiben. 

Wenn wir entscheiden keine Masken zu tragen und nur auf Abstand zu bleiben, riskieren wir nicht nur uns selbst mit dem Virus anzustecken, sondern wir nehmen damit auch in Kauf, dass wir es auf andere übertragen können.

Genauso wie uns nun das Virus zwingt darüber nachzudenken, wie wir nicht zum Überträger an alle anderen werden, müssen wir auch anfangen unter Einbezug aller Aspekte des Lebens, wie Nahrung, Wasser, Unterkunft und Stromversorgung an alle anderen zu denken. Wir müssen uns unsere gegenseitige Abhängigkeit bewusst machen. Wir sind eng miteinander verbunden und voneinander abhängig, gerade auch von Menschen, die wir aus diesem oder jenem Grund sogar hassen. Wir alle sitzen in einem Boot, die ganzen Welt.

Auch müssen wir bedenken, dass wenn zu viele Menschen wegen COVID-19 krank werden, die Nahrungsmittelproduktion und die Versorgungsketten beeinträchtigt oder sogar bis zum Erliegen gebracht werden. Hunger wird die Menschen in eine weitaus schlimmere Notlage bringen und in eine Verzweiflung treiben, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben. Wenn alle, jede Stadt, jedes Bundesland und das ganze Land an einem Strang ziehen kann dafür gesorgt werden, dass die Grundbedürfnisse jedes Bürgers gedeckt sind. Wenn wir verstehen und begreifen, dass wir alle im selben Boot sitzen, reicht das aus, um ein ganzes Land in eine neue, gute Zukunft zu führen. Dann werden wir auch erkennen, dass das ganze uns durch den Coronavirus zugefügt Leid keine Strafe ist, sondern eine Lektion um uns für unsere gegenseitige Verantwortung zu sensibilisieren.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay