Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Immer mit mir – Teil 31

 

“Shamati” – ”Das Gehörte”

Also, ich fuhr RABASH mit dem Auto, ich hielt mich natürlich nicht zurück und stellte ihm oft Fragen. Er antwortete und ich sah, dass er nicht wollte, dass ich schwieg, er mochte Fragen. Und ich stellte akute Fragen: nach der Willensfreiheit, nach der Tatsache, dass, wenn der Schöpfer der Einzige ist, warum bin ich dann aus zwei Kräften zusammengesetzt und so weiter und so fort?…

So half er mir eines Tages, als ich vor Schmerzen fast platzte, weil ich nicht verstand, nicht fühlte und so nicht leben konnte, auf. Wir waren gerade erst nach Hause gekommen, er sagte: „Warte, ich gebe dir etwas.“ Er ging in sein Zimmer. Ich wartete im Auto. Er kam mit einem schäbigen Notizbuch heraus und gab es mir.

„Shamati“ („Gehörte“) stand auf dem Cover geschrieben. Er sagte: „Lies, das ist es, was ich aufgeschrieben habe“.

Ich schaute direkt in das Notizbuch und wusste auf einmal alles. Ich sah gerade die erste Zeile – „Es gibt niemanden außer Ihm“ – und fühlte, wie mein Herz schlug. Ich hatte nur den ersten Absatz gelesen, und es schlug noch schneller.

Ich las nicht mehr. Ich „flog“ in den Laden, liess das ganze Notizbuch abfotografieren, und als ich erkannte, dass ich es in meinen Händen hielt, beruhigte ich mich ein wenig. Als ich nach Hause nach Rehovot kam, schloss mich in mein Zimmer ein, ging nicht zur Arbeit und begann zu lesen: „Es wurde am ersten Tag der Woche, Itro (6. Februar 1944), gehört“ – ich las es und verstand, dass es von RABASH gehört wurde, und von Baal HaSulam gesagt wurde. Ich hielt diese Notizen in meinen Händen. Allein das führte mich zu innerer Erschütterungen. Was geschah, als ich anfing zu lesen: „Es wurde gesagt: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – das bedeutet, dass es keine andere Macht auf der Welt gibt, die etwas gegen den Schöpfer tun kann”. Es war, als ob sich mir die seit Jahrhunderten vor allen verborgenen Geheimnisse offenbarten, dass ich mein ganzes Leben lang genau danach gesucht hatte, dass genau das die Offenbarung des Schöpfers für den Menschen in dieser Welt ist…

Ich las weiter: „Und die Tatsache, dass der Mensch sieht, dass es Dinge und Kräfte in der Welt gibt, die die Existenz der Höheren Mächte leugnen, ist der Grund, dass dies der Wunsch des Schöpfers ist….“. Es verdreht den Verstand. Es ist also der Schöpfer, der einen Menschen verwirrt?! Es ist eine Korrektur Methode namens „Linke Hand stößt ab, und rechte Hand nähert an”. Und was die Linke Hand wegdrückt, liegt im Rahmen der Korrektur. Das bedeutet, dass es Dinge in der Welt gibt, die von Anfang an mit der Absicht kommen, einen Menschen von geradem Weg zu stoßen und ihn von der Heiligkeit zurückwerfen….“.

Für mich war das alles eine Entdeckung. Ein Durchbruch zu einem neuen, völlig unbekannten Zustand. Es war eine Klärung mit mir selbst.  Das hatte ich noch nie von RABASH gehört, geschweige denn von Hillel. Wie konnte Rebbe es vor allen anderen verbergen?!

 

[# 243657]

Fortsetzung folgt…

„Die lebensspendenden Geheimnisse der Natur, die wir aus Tschernobyl lernen können“ (KabNet)

 
Auf KabNet wurde am 30.Januar 2020 mein neuer Artikel veröffentlicht: Die lebensspendenden Geheimnisse der Natur, die wir aus Tschernobyl lernen können.

Am 26. April 1986 ereignete sich eines der schrecklichsten Szenarien. Der Kernreaktor von Tschernobyl explodierte infolge eines fehlgeschlagenen Experiments und setzte zehnmal mehr Strahlung frei als die Menge von Hiroshima. Ein riesiges Gebiet mit 350.000 Einwohnern wurde für sie tödlich. Trotz der Versuche des Sowjetregimes, den schwersten Atomunfall der Geschichte zu verbergen, wurde der Ort innerhalb weniger Tage zu einer Geisterstadt. Hunderttausende Menschen wurden aus ihren Häusern evakuiert und Wissenschaftler schätzten, dass das betroffene Gebiet von Tschernobyl für die nächsten 20.000 Jahre unbewohnbar sein würde.

Entgegen jeder menschlichen Logik begann ein Jahrzehnt später die Vegetation aus den Ruinen zu sprießen. Tschernobyl wurde zu einer Art Evolutionslabor für die Welt, wo ein blühendes Naturschutzgebiet aus der Atomruine hervorging. Die Felder blühten auf, die Bäume der Wälder erholten sich und eine Vielzahl von Tieren tauchte wieder auf: Reptilien, Geflügel und verschiedene Säugetierarten, einige von ihnen lebten schon viele Jahre vor der Katastrophe nicht mehr in der Gegend.

„Wenn wir unsere menschlichen Beziehungen reparieren, Brücken positiver Verbindungen über unsere angeborene Ablehnung, Spaltung und sogar den Hass voneinander bauen, erleben wir eine perfekte Realität.“

Die Regenration in Tschernobyl ist aus der Sicht der Naturgesetze mit planetarischen Zuständen vergleichbar, die sich aus ihren Gegensätzen entwickelt haben. Die Erde hat sich durch Prozesse hindurch entwickelt, als sie größtenteils mit Eis bedeckt war und ihre Oberfläche schmolz, und auch als sie vollständig mit Wasser bedeckt war. Aus jeder Phase ist unser Planet jedoch gestärkt und gesünder als seine Vorgängerversion hervorgegangen.

Was passiert, wenn sich Menschen in die Entwicklung der Natur nicht einmischen?

Das Universum hat endlose Heilungs- und Ausgleichskräfte. Wenn sich der Mensch nicht in die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen der Natur einmischt, herrscht völlige Harmonie.

Wir arbeiten in einem Netzwerk von Kräften, von denen wir wenig verstehen, sodass selbst unsere scheinbar harmlosen Gedanken und Handlungen zu unbeabsichtigtem Schaden führen können. Daraus folgt, dass der selbstsüchtige und zerstörerische menschliche Geist, wenn er ein Terrain verlässt, dieses mit Leben erfüllt wird.

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Immer mit mir – Teil 30

Abstiege

So befreite er sich aus den Abstiegen. Er sah sie im Voraus und bereitete sich auf sie vor. Als der alte Mann im Gleichnis, der nach verlorenem sucht[1].

Er wusste, dass es vor jedem Aufstieg einen Abstieg gab.

Er wusste, dass niemand von oben dir die Wichtigkeit des Ziels gibt, im Gegenteil, du wirst völlig des Lebens Geistes beraubt. Man offenbart dir noch mehr von deiner Natur, über die du aufsteigen musst, um einen „toten“ Körper in einen lebendigen zu verwandeln.

Darüber wurde gesagt: „Mach alles, was in deiner Macht steht.“ Denn je größer der Mann, desto größer die Erschwernis des Herzens.

RABASH wusste, dass das Einzige, was ihm half, seine tägliche Routine war. Ein Aufstehen zur gleichen Zeit, die Lektion, Bücher, ein Spaziergang, die Arbeit, die du erledigen musst, egal was passiert. Es ist zur Gewohnheit geworden. Seine Gewohnheit war in die Natur eingedrungen. Selbst als er sich tot fühlte, wurde er auf der Grundlage des Tagesplanes lebendig.

Diese „Erweckung“ geschah vor meinen Augen. Er hatte es oft nicht vor mir verheimlicht. Er wollte, dass ich weiß, was auf mich wartet, damit ich verstehen lernte, wie man sich festhält, wie man aus solchen Bedingungen herauskommt.

Ich erinnere mich, dass er in der Mitte des Raumes lächelnd tanzte. Er quetschte das Lächeln aus sich raus, als würde er keuchen: „Jetzt müssen wir Spaß haben! – und fing an, wie Kinder, zu hüpfen und „la-la-la-la, la-la-la-la-la-la!“ zu singen… Er wusste, dass er aus diesem Zustand herauskommen musste, denn  zehn Minuten später begann der Unterricht.

Ich erinnere mich wie er mit dem Gesicht zur Wand lag. So etwas passierte auch. Er lag da wie ein Kind, zusammengerollt, und mein Herz blutete, als ich ihn so sah. Aber ich konnte ihm nicht helfen.

So lag er fünf Minuten, zehn Minuten lang und konzentrierte sich sowohl körperlich als auch innerlich, hing zwischen Himmel und Erde. Doch als er nach ein paar Minuten aufstand, stand er als eine andere Person auf. Er öffnete das Buch und versank jetzt bewusst in ihm…

Die Abstiege eines solchen Kabbalisten sind riesig, aber es waren immer die Abstiege vor dem Aufstieg. Er wusste es. Er war immer für sie bereit.

[1] Der babylonische Talmud. Mesechet Shabbat, Teil 23.

 

[# 243651]

Fortsetzung folgt…

„Ist die jüdische Kabbala vergleichbar mit dem Sufismus?“

Michael Laitman, in Quora: „Ist die jüdische Kabbala vergleichbar mit dem Sufismus?“

Sowohl Sufismus als auch Kabbala befassen sich mit der Notwendigkeit, eine Grundhaltung der Liebe zu anderen Menschen als Leitprinzip des Lebens zu entwickeln.  Der Sufismus erklärt jedoch nicht die Struktur des Schöpfungssystems und seine Funktionsweise. Er ist für die Allgemeinheit besser geeignet, weil er über die Lösung menschlicher und spiritueller Probleme auf der Stufe unserer Welt spricht.

Der Sufismus beschreibt die Struktur der Höheren Welt nicht mit jener Präzision, wie es die Weisheit der Kabbala macht: Sefirot, Parzufim, Olamot, Or, NaRaNCHaJ (Nefesh, Ruach, Neshama, Chaja, Jechida), KCHuB SoN (Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Nukwa), Tzimtzum, Massach, Or Choser und all die anderen Konzepte. Nur in der Kabbala werden solch „Himmlische Mechanismen“ beschrieben.

Wozu werden solche Beschreibungen benötigt?  Sie werden gebraucht, wenn man beginnt, die Höhere Welt zu erreichen. Jemand, der in Realisierung des spirituellen Systems ist, kann keine innere Ordnung und Klärung schaffen, wenn er sich ausschließlich auf das Gefühl oder den Lehrer stützt. Für solch einen Menschen verwandelt sich der Lehrer von einer menschlichen Figur in ein inneres Wesensmerkmal und er  nimmt die innere Ebene der Wirklichkeit verstärkt wahr, welche die Kabbalisten „den Schöpfer“ nennen. Gleichzeitig verringert er  die Wichtigkeit für die Realität, die wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen. Das stufenweise Erlangen einer solchen Realität erfordert tiefere Definition und Empfindungen, und man muss mit feineren und angemesseneren  Zuständen arbeiten.

Ich bin zwar kein Sufismus Experte, aber mir scheint, dass er ein Teil der Kabbala ist. Wenn man darüber hinaus tiefer in den authentischen Sufismus eindringt, würde man die Trennlinie entdecken, jenseits derer die Weisheit der Kabbala zwingend erforderlich ist. Seiner Grundlage zufolge ist Sufismus die richtige Methode, den Menschen präzise auf das Ziel auszurichten, jedoch nur bis zu einer bestimmten Stufe.

Der Grundgedanke ist, dass wir uns alle auf unterschiedlichen Stufen des Ego befinden. Der Sufismus endet auf einer tieferen Ebene des Ego und ist somit für Menschen mit einem großen Ego nicht ausreichend. Sie benötigen eine stärkere Waffe im Kampf gegen sich selbst und brauchen daher die Weisheit der Kabbala.

Leider ist die Entfaltung des Sufismus seit einiger Zeit zum Stillstand gekommen. In der muslimischen Welt ist er heutzutage überhaupt nicht mehr erwünscht. Das ist sehr bedauerlich, denn einst gab es zwischen Juden und Muslimen durch den Sufismus eine Verbindung.

Immer mit mir – Teil 29

Strenger Arbeitsplan

RABASH band sich, wie mit den Seilen, an den Schöpfer. Normalerweise, um zwei Uhr morgens, eine Stunde vor dem Unterricht, verließ er sein Haus in der Hason Ish Straße 81. Er ging langsam, in seine Gedanken versunken, zur Rabbi Akiva Straße und wieder zurück. Er sang ein wenig, machte ein paar Atemübungen und dachte und dachte. Um zwei Uhr morgens fühlte er sich wohl und für ihn war es günstig, sich auf den Unterricht vorzubereiten.

Drei Uhr begann der Unterricht. Wie immer, von drei Uhr bis sechs Uhr.

Von 6:00 bis 7:30 Uhr, Gebet. Dann haben wir fünf Minuten lang besprochen, was wir tagsüber zu erledigen war, und machten eine Pause.

Um neun Uhr morgens fuhr ich bereits zu seinem Haus, und wir gingen entweder ans Meer, in den Park, zum Arzt, oder trafen jemanden.

12:30 Uhr kamen wir zurück und ich fuhr nach Hause. Ich aß zu Mittag und arbeitete von 13:00 bis 16:00 Uhr. Fünf Uhr war ich schon wieder bei Rebbe, zu dieser Zeit begannen die Nachmittagsunterrichte.

Von fünf bis acht Uhr gab es den Abendunterricht: Wir studierten die Artikel von Baal HaSulam und die „Lehre der Zehn Sefirot“, von 20:00 bis 20:30 Uhr Sohar, ab 20:30 Uhr begann das Abendgebet, und Viertel vor neun abends gingen wir nach Hause.

Dreimal pro Woche gab es abends eine Lektion namens „Schaul’s Lektion“. Wir studierten den „Lebensbaum“ von ARI. Diese Lektion wurde unter keinen Umständen abgesagt, auch wenn sie nur von einer Person – Schaul (normalerweise waren wir  6 – 7) besucht wurde.

Shaul interessierte sich nur für den “Lebensbaum”. Als wir die letzte Seite erreichten, fragte RABASH ihn traditionell: „Nun, was werden wir als nächstes lernen, Schaul?“. Shaul antwortete: „Lasst uns noch einmal von vorne anfangen“. RABASH blätterte leise die Seiten um und fing in aller Ruhe wieder von vorne an…

20:45 Uhr waren alle Unterrichte vorbei. Fünf Minuten nachdem Rebbe auf dem Weg zu sich nach oben war, schlief er.

Er hatte die große Fähigkeit, keine Minute seines Lebens zu verlieren und die Kräfte zu bewahren. Wenn er todmüde war konnte er für 3 Minuten die Augen schließen und sofort einschlafen. Nach genau drei Minuten weckte ich ihn. Er wachte fröhlich auf, als ob er 8 Stunden geschlafen hätte und sagte: „Oh, wie ich geschlafen habe?!“. Danach konnte er 2-3 weitere Stunden unterrichten.

Er änderte nie seinen Zeitplan. Der änderte sich nur, wenn wir in einem Krankenhaus lagen oder nach Tiberias[1] gingen.

Es war eine ganz anderes Studium und eine andere Beziehung.

Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, warum man alles so streng, jeden Augenblick! alles einhalten musste. Zuerst hatt ich alles auf seinen Charakter zurückgeführt, auf Jerusalemer Abhärtung. Dann wurde mir klar, dass es einen tiefen Sinn darin gibt.

[1] Tiberias ist eine Stadt am Westufer des See Genezareth in Galiläa im Nordosten Israels. Genezareth ist der niedrigste Süßwassersee der Welt.

 

[# 243627]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 28

“Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen”

Ich erinnere mich, wie wir in den Wäldern von Ben Shemen[1] einen Artikel von Baal HaSulam gelesen hatten, er das Buch „Die Früchte der Weisheit“ eröffnet, „vorne und hinten umschließt du mich“. RABASH las langsam, er war noch schwach, aber ich sah, wie seine Kräfte direkt vor meinen Augen zu ihm zurückkehrten.

Er richtete sich auf, seine Augen leuchteten, die ersten Zeilen brachten ihn wieder zum Leben: „Hinten und vorne umschließt du mich…“ Er fühlte es, es war sein ständiges Gebet.

Denn „Sein Reich herrscht über alles“, und alles wird zu ihrer Wurzel zurückkehren, denn „es gibt keinen Ort, der von Ihm frei ist….“. – Es lebte in ihm, es bestimmte alle seine Handlungen und Gedanken.

Deshalb hatten wir immer Davids Psalmen[2] in unserem Auto neben dem „Shamati“[3]. Und als er das Buch aufhob, öffnete es sich auf dem Psalm 139 von selbst. Auf dem Psalm, der die Grundlage für den Artikel „Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen“ wurde. RABASH sah diese alten abgenutzten, abradierten Seiten kaum an, er kannte dieses Gebet von König David auswendig. Es war auch sein Gebet.

Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst mein Trachten 1 von fern. 3 Mein Wandeln und mein Liegen – du prüfst es2. Mit allen meinen Wegen bist du vertraut. 4 Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, HERR, du weißt es genau. 5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen 3, du hast deine Hand auf mich gelegt…7 Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht? 8 Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da…9 Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, 10 auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen 5 und Nacht sei das Licht um mich her: 12 Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht. ..”

(https://www.bibleserver.com/text/ELB/Psalm139)

[1] Von Menschen gepflanzter Wald zwischen den Städten Lod und Modiin.
[2] Psalmen von König David (Teilim) – In ihnen beschreibt König David, der große Kabbalist seiner Zeit, den ganzen spirituellen Weg zur Korrektur der Natur des Menschen.
[3] Shamati (Gehörte) – ein Buch, bestehend aus den Aufzeichnungen von RABASH, die er während des Unterrichts von Baal HaSulam notiert hat.

 

[# 243524]

Fortsetzung folgt…

„Warum Verbindung uns glücklicher macht, obwohl wir mit weniger Sozialkontakt zufrieden sind“ (KabNet)

Sehr intelligente Menschen sind mit weniger Sozialkontakt glücklicher.

Dies geht aus einer Studie der Evolutionspsychologen  Satoshi Kanazawa und Norman P. Li hervor, die die Auswirkungen der Bevölkerungsdichte, der Häufigkeit sozialer Interaktionen und des Intelligenzniveaus auf das Glück der Menschen untersucht haben.

Es ist ein ziemlich klares Phänomen. Wir können sehen, wie Menschen, die sich in  Fachgebieten engagieren, versuchen, sich nur mit dem zu umgeben, was und wer auch immer sich auf die Ziele, die sie sich selbst gesetzt haben, bezieht.

“Das Prinzip ist, dass, wenn sich jemand mit anderen verbinden möchte, um den Sinn des Lebens –  Ausgewogenheit mit den Gesetzen der Natur – zu erreichen, lenkt diese Sehnsucht den Menschen zu ihrem oder seinem perfekten Platz im System.” 

Auch ich würde gerne den ganzen Tag mit meinen Büchern und meinem Computer in einem geschlossenen Raum sitzen und mit niemandem in Kontakt kommen. Seit ich jedoch zur Erkenntnis gelangt bin, dass der Zweck unseres Lebens darin besteht, sich durch positives Verbinden mit anderen zu korrigieren – unsere egoistische Absicht zum Selbstnutzen in ein altruistisches  Streben zum Nutzen anderer umzuwandeln und dadurch Gleichklang mit den Gesetzen der Natur zu erlangen – werde ich aufgrund meines Bekennens zu diesem Lebenszweck alles mir mögliche tun, um aus mir selbst herauszutreten und mich mit anderen zu verbinden.

In meinem Fall bedeutet dies, jeden Morgen und Abend Kabbala Unterricht zu geben. Dies ist der  direkteste Weg, die Kraft der Verbindung in unsere Leben zu bringen. Tausende meiner Schüler auf der ganzen Welt nutzen diese Lektionen, um ihre Verbindung zueinander und zu den Naturgesetzen zu verstärken. Sie schreiten in ihrer Verbindung in Zehnergruppen – eine Struktur, um derartige Verbindung zu realisieren – von einem Tag auf den anderen voran.

Außerhalb der Unterrichte ist mein Terminkalender auch mit Reden in Fernseh-, Radio- und Internetprogrammen, dem Schreiben von Artikeln und Posts, der Arbeit an Büchern und der Teilnahme an verschiedenen Treffen gefüllt, um die Idee der notwendigen Verbindung der Menschheit voranzutreiben.

Jeder hat im System der Schöpfung einen anderen Platz und deshalb ist es nicht für jeden erforderlich, die Weisheit der Kabbala so intensiv zu studieren und zu verbreiten, obwohl natürlich für jeden der dies möchte, die Möglichkeit gegeben ist.

Das Prinzip ist jedenfalls, dass wenn jemand sich mit anderen verbinden möchte, um den Sinn des Lebens  – Gleichgewicht mit den Gesetzen der Natur – zu erreichen, dieses Verlangen zu ihrem oder seinem perfekten Platz im System führt.  In der Weisheit der Kabbala wird dies als das Erreichen der Wurzel unserer Seele bezeichnet, dem ultimativen harmonischen Zustand, den wir alle erreichen können.

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Immer mit mir – Teil 27

 

Was der Vater geschrieben hat…

 

Es war sofort ersichtlich, wie er jedes Wort seines Vaters mit Ehrfurcht behandelte, wie er jede fremde Einmischung fühlte und wie er über jede redaktionelle Arbeit sofort bestimmte.

“Das Wort wurde hier geändert, der Satz wurde hier eingefügt, und das ist nicht die Hand meines Vaters, er konnte nicht so schreiben. ”Da sah ich die unlösbare innere Verbindung zwischen ihnen”.

Das Erstaunlichste war, dass er sich nie getäuscht hat.

Er sagte mir, man darf das, was der Kabbalist geschrieben hat, nicht ändern. Auch wenn es nicht logisch erscheint, dass es sich um einen grammatikalischen Fehler, einen Versprecher handelt – man darf es nicht korrigieren! Wir wissen nicht, was richtig und was falsch ist.

Wir sind so klein, unsere Logik ist aus der Sicht der höchsten Wahrheit so unlogisch, dass es besser ist, sich nicht einzumischen, denn jede Bearbeitung wird ein Fehler sein. Der Kabbalist weiß genau, was er sagen wollte. Alles, was er geschrieben hat, ist austariert und unterliegt keinem Zweifel.

Das war RABASHs Einstellung zu den Texten seines Vaters Baal HaSulam.

So in allen unseren Publikationen, in allem, was von mir und meinen Schülern veröffentlicht wurde, alles, was von RABASH und Baal HaSulam geschrieben wurde, ist in Wahrhaftigkeit erhalten geblieben. Es war und ist ein Gesetz für uns[1].

[1] zum Beispiel: Kitvei Baal HaSulam. ARI. Israel. 2009

 

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 26

 

Es fängt gerade erst an

Meine Ängste waren unbegründet. Nach dem Krankenhaus fing alles erst an. Unsere gemeinsamen Spaziergänge im Park, Ausflüge in den Wald von Ben Shemen, Gespräche, gemeinsames Schweigen – das Leben begann. Er war nach dem Krankenhaus sehr schwach. Er wurde mit so viel Antibiotika vollgepumpt, so dass ich versuchte, ihn nahe an eine Bank zu fahren, wenn wir in den Wald oder Park fuhren.

Er stieg aus dem Auto, machte ein paar Dutzend Schritte und sagte: „Ich lege mich hin.“ Ich hatte schnell eine Schaumstoff Matratze hingelegt, und er, geschwächt, legte sich wie ein Baby hin und schlief anderthalb Stunden.

Ich passte auf seine Träume auf. Ich rauchte in der nähe und las die Texte, die RABASH zur Überprüfung bekommen hat. Dies waren  Artikel von Baal HaSulam, die später in den ersten Band des Buches „Früchte der Weisheit“[1] aufgenommen wurden.

Als RABASH erwachte, gab ich ihm heißen Tee oder Kaffee aus Thermoskanne. Er saß eine Weile da, wir unterhielten uns, doch sehr wenig, ich wollte nicht, dass er ermüdet. Er fing an, die Texte langsam zu überprüfen.

[1] Ein Buch der Baal HaSulam Artikel

 

[# 243427]

Fortsetzung folgt…

„Wie Eltern verhindern können, dass ihre Kinder sie verlassen“ (KabNet)

KabNet veröffentlichte meinen neuen Artikel: „Wie Eltern verhindern können, dass ihre Kinder sie verlassen

 

Als meine verstorbene Mutter alleine in Kanada lebte, tat ich alles um für sie den besten Platz zu finden, an dem sie ihre letzten Jahre verbringen konnte.

Meinem Sohn, der ebenfalls in Kanada lebt, war meine Sorge um sie immer sehr bewusst. Er schickte mir immer Bilder und Videos und informierte mich regelmäßig wie es ihr ging und wie sie sich fühlte. Er tat es bis zum Ende ihres Lebens.

Heute gibt es ein Phänomen, bei dem erwachsene Kinder ihre Eltern verlassen. Manchmal liegt es an körperlicher oder emotionaler Misshandlung, die sie in der Kindheit erlitten, aber oft hat es auch einfach nur mit Geld zu tun. Die erwachsenen Kinder haben das Gefühl, dass ihre Eltern ihnen nicht das geben, das sie wollen oder erwarten. Sie streichen ihre Eltern einfach aus ihrem Leben und trennen sie auch von ihren Enkelkindern. In extremen Fällen erzählen sie ihren Kindern sogar, dass ihre Großeltern tot sind.

Im Laufe der Jahre beobachtete ich sehr genau, wie meine Frau unsere Kinder erzieht. Sie erklärte ihnen, dass sie von uns alles bekommen können, was sie brauchen. Jeder Cent, den wir verdienten, war für sie. So ist es auch noch heute, obwohl sie erwachsen sind und selbst Familien haben. Außerdem legten wir unsere Ersparnisse und unser Vermögen so an, dass wir es ihnen hinterlassen können, wenn wir die Welt verlassen. Sie wissen sehr wohl, dass wir in sie investierten und wie viel wir für sie opfern, und sie sprechen auch untereinander offen darüber.

Gleichzeitig sind sie nie verwöhnt worden. Es wurde ihnen immer klar gemacht, dass sie für alles, was sie auf die eine oder andere Weise erhalten, bezahlen müssen. Wir finanzierten zum Beispiel ihr Universitätsstudium, und sie mussten für dieses Studium mit ihrem vollen Einsatz und Konzentration „bezahlen“. [Rest des Beitrags lesen →]