Unterricht №1, in Moskau, 14.01.2011
Frage: Was bedeutet „die Leiden und die Freuden des Freundes zu teilen“? Und wie sollen wir dazu kommen?
Meine Antwort: Die Freuden mit den Freunden zu teilen bedeutet, sich auf die gemeinsame Erreichung der spirituellen Ziele, auf unserem gemeinsamen Weg zu freuen, wenn ich im meinen Inneren ihr Streben zum Ziel empfinde, wenn ich mich und mein Streben zum Ziel gar nicht empfinde, sondern spüre, wie ich mit ihnen gemeinsam nach einem gemeinsamen Ziel trachte.
Denn mein „Ich“ verschwindet, es löst sich in anderen auf. Dadurch erreiche ich unter anderem auch die Unestreblichkeit.
Das „Ich“ eines Menschen existiert nicht. Es existiert nur als Lichtführer des Schöpfers für allen anderen. Deswegen verschwinden unsere „Ichs“. Stattdessen entsteht ein Ganzes, multipliziert mit der Anzahl der „Ichs“, welche es früher gab.
Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar, „Das Vorwort“, 14.01.2011
Frage: Was bedeutet es, dem Schöpfer zu danken?
Meine Antwort: Nach allen Anstrengungen, die von mir in der Verbreitung, im Studium und in der Gruppe verlangt werden, gerate ich in Verzweiflung und beginne, mein egoistisches Verlangen getrennt von mir zu spüren. Genauso fühlt der kranke Mensch seine Krankheit und ihre Ursache, eine Schmerzzone, die er herausfindet und isolieren möchte.
Dann beginnt die Arbeit an dem Auszug aus Ägypten, nach der Trennung von seinem egoistischen Verlagen. Der Mensch versucht sich davon zu trennen und schafft es nicht. So vergehen die erste und die zweite ägyptische Plage.
Danach beginnt der Mensch zu empfinden, dass die Veränderungen seines Bösen Triebes vom Schöpfer hervorgerufen werden. Wie die Tora erzählt, benachrichtigt der Schöpfer Moses, dass er die Kräfte des Pharaos erhöht, damit Er Sich über ihn erheben und Sich zeigen kann.
Der Mensch beginnt zu sehen und zu verstehen, dass die gesamte Arbeit vom Schöpfer ausgeübt wird. Er führt ihn aus der egoistischen Berechnung, dann lässt er ihn los und der Mensch fällt zurück. Danach holt der Schöpfer ihn wieder, und lässt ihn wieder fallen. Von Mal zu Mal erlangt der Mensch das Wissen und die Empfindung, dass, wenn der Schöpfer nicht so an ihm handeln würde, er für immer in Ägypten bzw. in seinem egoistischen Verlagen bleiben würde.
Diese Eindrücke sammeln sich, werden immer klarer und stärker, bis der Mensch zu schreien anfängt, bereit für alles, nur um von seinem Ego loszukommen. Genau das ist „ die ägyptische Dunkelheit”, die Nacht des Auszuges aus Ägypten.
Es gibt im Menschen keine größere Dunkelheit als diese, doch wenn er weiß, dass er dem Schöpfer folgt, dann wählt er sie aus. Er wählt sie, nicht aus seinem Verlangen zu genießen heraus, sondern, weil vor ihm der Schöpfer schreitet.
Das erlangen wir durch ständiges Arbeiten.
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was heißt der Verbot den Menschen zu begrüßen bevor man den Schöpfer begrüßt hat in der spirituelen Arbeit“, 23.01.2011
Frage: Die Kabbala besagt, dass sich die ganze Welt innerhalb von mir befindet. Und was beinhaltet die äußerliche Kraft des Schöpfers, die zu mir kommt?
Meine Antwort: Diese äußerliche Kraft ist mir nicht bekannt. Ich weiß nur, dass in mir plötzlich etwas geschieht und irgendeine neue Eigenschaft offenbart wird.
Wie unterscheiden sich diese Gedanken und Wünsche der anderen, welche vorher in mir entstanden? Sie schienen mir doch auch neu zu sein?
Aber es ist mir ganz klar, dass diese neue Eigenschaft, die in mir jetzt aufkommt, als die Kraft des Gebens – als etwas ganz Neues und meiner Natur nichts Eigenes bezeichnet wird. Sie ist meiner Natur absolut entgegengesetzt, und wird in solcher besonderen Form offenbart, dass sie sich von meiner ganzen vorherigen Erfahrung dramatisch unterscheidet.
Um mich mit dieser Eigenschaft zu verbinden, muss ich über mein Ego hinaufsteigen, indem ich mich sehr anstrenge. Ich soll mich von meinem Egoismus trennen und die ganze Zeit gegen mich kämpfen, um nicht in die egoistischen Berechnungen zurückzufallen.
Und wenn ich mich auf solche Weise von den egoistischen Berechnungen löse, dann erst beginne ich unter dieser Bedingung zu erkennen, dass die Kraft, die mich jetzt anzieht, die innerhalb von mir gilt und mich einlädt, mich ihr anzuschließen und nicht innerhalb meines Egoismus zu bleiben, die Kraft des Gebens ist.
Diese Kraft, die sich in mir offenbart, unterscheidet sich sehr stark von all meinen vorherigen Kräften, Gedanken und Bestrebungen, meiner ganzen Natur. Ich fühle das, denn sie verpflichtet mich, mich von allem zu trennen, was früher geschah!
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Freiheit“, 21.01.2011
Frage: Die Bitte um die Korrektur meiner Abtrennung von den Freunden scheint mir sehr mechanisch zu sein. Ich sollte doch das Bedürfnis zur Korrektur entwickeln?
Meine Antwort: Wenn du auf das Bedürfnis zur Korrektur warten wirst, dann wirst du sie niemals erreichen. Nicht das Bedürfnis geht unserer Arbeit voran, sondern die Arbeit dem Bedürfnis. Erst dann entsteht das Bedürfnis.
Wenn ich nach dem Bedürfnis arbeite, dann bin ich ein Tier. Wenn ich über dem Wunsch arbeite, dann bin ich ein Mensch.
Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 23.01.2011
Frage: Wenn unsere ganze Realität, unsere ganze Welt, eine imaginäre Welt genannt wird, dann ist das Lesen des Buches Sohar auch eine Illusion?
Meine Antwort: Natürlich! Der Sohar ist kein Buch. Der Sohar ist das Höhere Leuchten, das Licht, das zu uns aus dem System der Seelen kommt; das Licht, das die Seelen ausfüllt.
Und genauso – wer ist eigentlich Rabbi Amnona Saba, über den wir im Sohar lesen? Es ist ein großes, besonderes Licht, eine sehr hohe Stufe. Wie erkenne ich ihn?
Wenn ich ein bestimmtes Maß an Verbindung zwischen den Seelen erreiche, dann wird das Maß dieser Verbindung, das gegenseitige Geben zwischen ihnen, in Form des Lichtes offenbart, das als „Rabbi Amnona Saba“ oder auf der kleineren Stufe – als sein Sohn bezeichnet wird. Somit ist das Licht ein Maß des Gebens zwischen den Seelen.
Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 23.01.2011
Frage: Wie kann im Verlagen zu Genießen solche Eigenschaft zum Vorschein kommen, die ihm total gegenteilig ist, und sie tötet es quasi?
Meine Antwort: Wenn es zwei Arten der Material wären: Die Materie und die Antimaterie, dann wäre es unmöglich sie zusammenzufügen.
Doch wenn es ein Material und die ihm gegensätzliche Verlangen gibt, dann ist es möglich. Außerdem wird es mit unter der Voraussetzung enthüllt, dass ich sie in der mittleren Linie vereinen kann.
Deswegen handeln mein natürliches Verlagen zu Genießen und die Absicht zu Geben auf zwei verschiedenen Ebenen: Das Eine im Verlangen und das Andere in der Absicht. Alle meine Berechnungen, der ganze Kampf ist auf ihre Verbindung ausgerichtet.
Angenommen, ich habe ein Verlangen zu Genießen, in dem ich lebe. Außerdem, bekomme ich die Absicht zu Geben, welches kann
1) unter dem Verlangen zu Genießen
2) auf der gleichen Ebene mit ihm
3) über ihn sein.
Jetzt muss ich sie irgendwie miteinander verbinden. Die Absicht erlange ich nur mit der Hilfe „des Lichtes, das mich zur Quelle zurückbringt“, des Umgebenden Lichtes. Ich ziehe es heran, wenn ich in meinem Inneren das Streben zu Geben habe, „der Punkt im Herzen“, welchen ich durch die Gruppe entwickle.
Das alles befindet sich innerhalb meines Verlangens und vereint sich: ich, die Gruppe und mein Verlangen zu genießen. Wenn mein Verlagen auf der Prioritätsgerade unten bleibt und die Gruppe und der Punkt im Herzen oben, und ich das Verlangen zu Geben habe, dann erhebe ich diese Bitte (MAN). Und als Antwort kommt das umgebende Licht, der mir die gebende Absicht bringt.
Jetzt, nachdem ich die Absicht bekommen habe, stehe ich vor der Wahl:
1) sie unter meinem Verlangen zu stellen, d. h. sie für das Verlangen zu Genießen, für eigenen Gewinn zu verwenden – wird es als die Unreinheit bzw. Klipa bezeichnet.
2) die Absicht auf die gleiche Ebene mit dem Verlangen zu stellen und sie beide zu vereinen, das ist ein ungeklärter Zustand.
3) oder die Absicht über dem Verlangen zu stellen – das ist „die Heiligkeit“ bzw. das Geben.
Darin besteht meine Arbeit, in welcher von dieser drei Zuständen ich bereit bin, mich aufzuhalten.
Wenn der Mensch seine Aufmerksamkeit und die Empfindung, auf das Geschehene mit ihm richtet, dann wird er verstehen, dass er die ganze Zeit vor der Wahl steht, wie auf den Waagenschalen. Auf der einer Seite steht das Empfangen, auf der anderer das Geben und dazwischen stehe ich mit der Frage: Was soll ich auswählen?!
Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Freiheit“, 21.01.2011
Liebe Freunde! Ich bitte Euch die Fragen zu den Zitaten großer Kabbalisten zu stellen.
Meine Anmerkungen stehen in Klammern.
Was ist ein Gebet?
Es ist notwendig zu verstehen, was die Weisen sagten: „ Der Mensch hält sich nie für schuldig“.(Schabbat 119)
Doch wie könnte er seine Handlungen korrigieren, wenn er sie niemals als unrichtig wahrnimmt, die Korrektur notwendig zu haben? Wird der Mensch deshalb nicht korrigiert bleiben?
Wie bekannt, besteht die Natur des Menschen im Genuss für sich selbst. Deswegen sucht er in allem die Möglichkeit zu genießen.
Da der Mensch genießen möchte, nimmt er natürlicherweise gar nicht wahr, was sein Herz nicht begehrt.
Deswegen einer, der sich dem Schöpfer nähern möchten, d.h. lernen dem Schöpfer zu geben, muss den Schöpfer darum bitten, ihm ein anders Herz zu geben. Wie es geschrieben steht: „Ein reines Herz hat mir der Schöpfer erschaffen“.
Nachdem er ein neues Herz bekommen hat, d.h. das Verlangen zu Geben, wird er im Studium die Möglichkeiten erkennen, dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Doch wenn er das Herz nicht austauscht, wird er dies niemals erkennen können. Darüber steht geschrieben: „Und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein lebendes Herz geben“. (Hes. 36:26)
Aus den Artikel von Rabasch Nr. 268 „Der Mensch lernt nur dort, wo sein Herz liegt“
Frage: Ist die Freude ein Kriterium des Fortschritts?
Meine Antwort: Wenn ich mich mit dem Schöpfer verbinde, mich unter Seine Handlungen stelle, dann fühle ich, dass ich Ihm dadurch Freude bereite.
Frage: Handeln wir dabei nicht aus Verzweiflung? Soll ich mich auch freuen, oder reicht es zu wissen, dass Er sich freut?
Meine Antwort: Ja, manchmal verzweifelt der Mensch, aber es führt ihn nicht zum Aufstieg. Nein. Ich kann mich dem Schöpfer in solch einem Zustand nicht nähern. Es wäre wünschenswert, alles Mögliche zu tun, um sich nicht in die Verzweiflung zu vertiefen. Es steht geschrieben: „Der Dumme legt die Hände in den Schoß und isst sich selbst auf“. Zu denken, dass wir infolge der Verzweiflung vorankommen, ist eine Klipa.
Wenn ich mich kummervoll an meinem Übel, in der Hoffnung auf den Aufstieg festhalte, dann verbirgt die Klipa vor mir die Wahrheit. Ich sehe weder das Licht, noch den Schöpfer, die Welt, die vollständige Korrektur, die Freude und die Füllung. Ich befinde mich im Übel, wie der Wurm im Rettich, und von hier aus bewege ich mich nirgendwo hin.
Wir kommen niemals aus dem Übel heraus. Stell Dir ein Kind vor, das vom Bösen durchdrungen ist. Wie wird es wachsen? Kaum oder überhaupt nicht.
Wir wachsen nur wenn wir Freude erfahren, und in einer guten Umgebung sind. Und deshalb muss man mit allen Kräften den Zustand der Verzweiflung überwinden. Jede Sekunde in der Dunkelheit ist schlecht und überflüssig. Besser ist es zu schlafen, anstatt sich an die Verzweiflung zu gewöhnen.
Frage: Was bedeutet es, erst den Schöpfer und dann den Menschen zu begrüßen?
Meine Antwort: Es bedeutet, dass ich mich entscheide, in allen Gedanken den Kontakt mit dem Schöpfer des Lebens zu halten, mit dem Ziel, den Schöpfer in mir zu offenbaren. Es bedeutet, dass ich Ihn begrüßt habe. Und dann wende ich mich an den Menschen in mir und begrüße ihn, um ihn bis zum Niveau des Schöpfers hinauf zu führen.
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet der Verbot den Menschen zu begrüßen bevor man den Schöpfer begrßüt hat in der spirituellen Arbeit“, 23.01.2011