Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Vorwärts zur Wahrheit!

Frage: Was bedeutet, um die Hilfe des Lichts zu bitten?
Meine Antwort: Wenn der Mensch beginnt, Kabbala zu studieren, glaubt er, dass er ein Verlangen hat. Voller Eifer strebt er danach, etwas zu verstehen, zu erkennen, zu machen. Dieser Drang scheint ihm unaufhörlich und geeignet zum weiteren Vorankommen zu sein.

Erst viel später beginnt der Mensch zu verstehen, dass der Drang nach vorne nicht in ihm selbst erwacht. Dieses zerbrochene Verlangen erlangt er in Zusammenwirkung mit der Umgebung, mit den Freunden. Der Mensch will sich ganz und gar nicht zu einem gemeinsamen Herzen mit ihnen verbinden, er will keine Bürgschaft mit ihnen eingehen. Er sieht deutlich das zerbrochene Verlangen: Übel, Hass statt Liebe, Abstoßung, Unfähigkeit sich zu verbinden.

Dieses Verlangen stoppt den Menschen, damit muss er sich nun an das Licht, das zur Quelle zurückführt, wenden.

Doch wohin muss ich zurückkehren? Zu welcher Quelle? Was ist das für ein Verlangen?
Hier sind zwei sehr unterschiedliche Schritte notwendig, und die Grenze zwischen ihnen ist recht problematisch. Für den Verstand ist es einfacher, doch durch die Empfindung des Menschen scheint ein klarer, deutlicher Schnitt hindurchzugehen: „Mit meinem eigenen Bestreben komme ich also nur bis zum richtigen Ort und nicht weiter. Danach muss ich ein neues Verlangen, welches momentan zwischen mir und meinen Nächsten zerbrochen ist, erlangen“.

Ich muss Hass gegenüber dem Nächsten enthüllen und mit Hilfe des Lichts das Böse darin erkennen. Ich muss enthüllen, dass gerade die Korrektur dieses Hasses die Rückkehr zum Guten bedeutet.
Genau in diesem Moment werde ich das Licht brauchen – keine einfache Erfüllung, sondern die Kraft, die mein Übel korrigiert und mich zur Quelle, zum Guten zurückführt. Und das Gute bedeutet für mich die Vereinigung mit meinem Nächsten.

Diese Dinge muss ich klar erkennen. Ich muss mir darüber klarwerden, dass es so und nicht anders ist. Das Problem besteht darin, dass der Mensch unfähig ist, ohne die Unterstützung der Umgebung an sich selbst zu arbeiten. Er braucht einen äußeren, physischen Beistand, und später, wenn er dem Ziel entgegen strebt, findet er innerhalb der Gruppe Sachen, die sogar von den Freunden selbst unbemerkt bleiben.
Die Arbeit verläuft sowohl äußerlich als auch innerlich, doch sie ist ganz darauf gerichtet, den Ort des Zerbrechens zwischen uns, das Böse, welches in diesem Zerbrechen verborgen ist, und das Gute, welches dessen Korrektur mit sich bringt, zu enthüllen.

In meiner Empfindung muss mir absolut klar sein: das ist die Krankheit, die mich tötet, und nur das Licht, das zur Quelle zurückführt, kann mich retten. Ich selbst bin dazu nicht in der Lage. Die Rettung besteht in der Vereinigung, allein sie ist mein Heilmittel. Alles Andere wird von mir nicht berücksichtigt, ich schreibe das als gegen Null gehenden Einfluss oder als einen negativen, schlechten Einfluss ab.

Durch gemeinsame Anstrengungen müssen wir danach streben, dies auch tatsächlich wahrzunehmen. Und dann können wir nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, verlangen. Ich sehne mich nicht einfach nach etwas Unbestimmtem, ich will nicht einfach irgendetwas erfahren, ich strebe nicht einfach nach der Spiritualität – denn all das ist vom Egoismus durchdrungen. Nein, ich strebe nur nach Vereinigung, ich will ein Bedürfnis nach Verbindung mit den anderen erlangen. Das wird als „Gebet vor dem Gebet“ bezeichnet.

Nur mit solchen Schritten, wenn auch gekünstelt, theatralisch und schweren Herzens, werden wir vorwärts kommen. Vorwärts zur Wahrheit: nicht zur nackten Wahrheit unseres „Leibes“, sondern zur spirituellen, zur richtigen Wahrheit. Darüber steht geschrieben: „Ich wohne unter meinem Volk“.

Wollt ihr den Schöpfer enthüllen? Der „Schöpfer“ ist die Eigenschaft des Gebens. Sie wird nur in unserer richtigen wechselseitigen Beziehung enthüllt. Je mehr wir über sie sprechen, schreiben, diskutieren werden, je konkreter, unmittelbarer, klarer und deutlicher wir es tun werden, ohne zuzulassen, dass es zur Gewohnheit wird, desto näher werden wir an die Umsetzung dieser Eigenschaft herankommen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 08.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Flucht an Ort und Stelle

Frage: Aus Erfahrung wissen wir, dass es auf dem spirituellen Weg Auf- und Abstiege gibt. Was kann mir helfen, nicht vom Schlachtfeld zu fliehen?

Meine Antwort: „Fliehen“ bedeutet nicht nach Hause zu gehen. Nein, du sitzt weiterhin in den Unterrichten, du bist nett und freundlich zu den Freunden, befolgst alle Gesetze der Gruppe, beteiligst dich an den Diensten, bezahlst Maasser – doch im Grunde genommen bist du in deinen Gedanken und Gefühlen schon längst an einen anderen Ort entflohen. Oder vielleicht ist die Gewohnheit, in der Gruppe zu sein, sogar zu deiner zweiten Natur geworden. Genau das ist die Flucht.

Physisch bist du am gleichen Ort geblieben, doch wir bewerten keine Körper, sondern Verlangen und Absichten – und die sind bei dir wahrscheinlich bereits über alle Berge. Und das bedeutet, dass du nicht hier bist. Mit anderen Worten: du benutzt während des Studiums keinen Verstand und keine Gefühle, keine Verlangen und keine Gedanken, um des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, würdig zu werden. Also bist du geflohen.

Jahrelang sitzt du hier die Hosen durch und fragst anschließend: „Und wo ist meine Belohnung?“ Also haben sich deine egoistischen Vorstellungen von der Belohnung nicht im Geringsten verändert.

Der Mensch muss sich also selbst prüfen: flieht er oder flieht er nicht? Und diese Arbeit läuft ununterbrochen, jede Sekunde. Wie Baal HaSulam im Punkt 118 der Einführung zu TES schreibt, ist es wichtig, sich nicht von dem Wesentlichen – von dem in der Tora enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt – ablenken zu lassen.

Und vor allem während des Studiums. Denn selbst wenn der Mensch sich vorbereitet hat, kann er sich während des Unterrichts in den Gedanken vom Ziel entfernen. Wenn du dich fünf Minuten lang an der Absicht festgehalten und sie später verloren hast, sind die ganzen drei Stunden umsonst gewesen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Die Bitte ist nicht ehrlich, die Antwort aber echt

Wenn der Punkt im Herzen uns in die Gruppe geführt hat, beginnen wir, alle möglichen Handlungen auszuführen, noch ohne zu wissen, was, wie und wofür. Wir haben noch keine Absicht zu geben (liShma) und kein Bedürfnis danach.

Das ist die unbelebte Stufe der Umsetzung: wir haben uns bereits einem gewissen Prozess angeschlossen, eilen jedoch noch nicht dem Ziel entgegen, wir sind dazu noch nicht in der Lage. Wir entwickeln uns ähnlich der unbelebten Natur – unter der Einwirkung der Umgebung und ausschließlich in Übereinstimmung mit ihr, ohne unsere eigenen Kräfte einzusetzen.

Diese Phase in der Absicht lo liShma wird in Etappen unterteilt. Während sich der Mensch von der spirituell unbelebten Natur erhebt, beginnt er zu verstehen, dass alles anders sein soll: „Wo ist mein freier Wille? Was wird aus mir?“ Er macht einfache, überlegte, praktische Schritte und erkennt, dass er Teil eines besonderen Prozesses werden kann, der ihm erlauben wird, über das höhere System das Tempo und die Form seiner Entwicklung zu bestimmen.

Wie? Der Mensch glaubt, dass er, indem er Anstrengungen während des Studiums unternimmt, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen wird. Er widmet sein Leben der Erreichung des spirituellen Ziels und arbeitet in der Gruppe, studiert, verbreitet und strebt dabei nach der Erlangung der Eigenschaft des Gebens, der Absicht liShma, der Nächstenliebe.

Selbst wenn es noch ein falsches, künstliches Verlangen sein soll, zieht der Mensch dennoch das Licht dadurch an. Das System der Verbindung ist so aufgebaut, dass selbst unechte Aufrufe und Absichten das Licht dennoch in Bewegung setzen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Was verstehst du?

Frage: In der materiellen Welt lassen sich klare Entwicklungsgesetze erkennen. In der spirituellen Welt gelten ebenfalls klare Gesetze. Warum finden wir in der Vorbereitungsphase kein einziges Gesetz, nichts, woran wir uns festhalten könnten? Selbst der Begriff der Zeit wird zu etwas Unbestimmtem.

Meine Antwort: Es ist klar, dass du noch nicht verstehst, wo du dich befindest – wie ein Neugeborenes, das gerade auf die Welt gekommen ist. Deine Ansprüche bezüglich dieses Unverständnisses sind auch nachvollziehbar. Unklar bleibt nur eins: Warum verstehst du nicht, dass das die Reihenfolge ist, mit der die Stufen durchlaufen werden müssen?

Ein Kind gelangt aus seinem Unverständnis zum Verständnis. Und gerade die Zwischenetappen, die wir nicht einordnen können und in denen wir unklare, neblige Zustände durchleben, zeugen von einer Entwicklung. Etwas verstehen wir nicht und etwas doch, etwas verstehen wir mehr und etwas weniger. Es ist unmöglich, auf eine andere Art und Weise zu wachsen. Selbst die verständlichsten Dinge in unserer Welt sind bei weitem nicht so verständlich. Später ist es auch in der Spiritualität genau so.

Dort geht es jedoch um die Entwicklung. In unserer Welt, auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe, entwickeln wir uns nicht wirklich. Wir kratzen lediglich von der Natur dieser Welt eine Schicht nach der anderen ab und lassen so den Zustand, in dem wir uns befinden, etwas deutlicher werden. Wir begreifen ihn noch nicht einmal, sondern versuchen lediglich, uns ein bisschen zu erfüllen, und entleeren uns nur noch mehr. Das ist keine Entwicklung.

Klarheit und Offensichtlichkeit sind eine Fiktion. Wenn wir wüssten, was zu tun ist, hätten wir nicht so viele Dummheiten bis jetzt begangen. Es ist im Gegenteil dumm, zu glauben, dass wir in einer Welt leben, die wir verstehen. Dem ist nicht so.

Im Gegenteil, genauso wie Neugeborene und Kleinkinder werden wir von der Trübheit der Gefühle beherrscht, wir begreifen genauso wenig das, was mit uns geschieht, und sind verwirrt. Doch nach und nach klären wir die Situation auf, indem wir uns anstrengen und nach dem Verständnis von der höheren Stufe, von der Höheren Kraft verlangen, damit sie kommt, uns erfüllt und uns leuchtet.

Das ist die einzig mögliche Entwicklung, der wahre Wachstumsprozess. Sonst nichts.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 06.02.2011

Eine „kompakte“ Welt nach der Korrektur

Von oben nach unten steigen zu uns vier Phasen des direkten Lichts herab: „Welt-Jahr-Seele“ und die Existenz der Realität. Und die ganzen künstlich von uns erschaffenen Zusätze brauchen wir nur, um die höhere Stufe zu erkennen.

Wir bauen diese Ergänzung von uns zum Höheren in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Form. In der unbelebten Ebene erschaffen wir unterschiedliche Gegenstände, auf der pflanzlichen und tierischen Ebene verändern wir die Natur und auf der menschlichen Ebene vollziehen wir Korrekturen in uns selbst. Und alles nur, um uns dann mit der richtigen Absicht zu verbinden und die höhere Stufe zu erreichen.

Und auf dieser Stufe werden wir uns weniger zahlreich als jetzt vorkommen – vereinter und geschlossener. Heute nehmen wir eine Welt wahr, die voller endloser Details ist – ein riesiges Universum, Milliarden von Menschen, immense Anzahl von hergestellten Produkten und Müll.

Doch wenn wir zur nächsten Stufe aufsteigen, beginnen wir zu sehen, dass die Welt sich zusammenzieht, sich in der Anzahl von Detail verkleinert – denn wir alle vereinen uns zu einem Menschen, mit einem Herzen.

Doch auf jeder Stufe müssen wir unsere Anstrengung hinzufügen: auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene. Schaut nur, wie viel wir in unserer Welt erschaffen haben: wie viele Pflanzen wir anbauen mussten, um überleben zu können, wie viele Veränderungen wir in der Tierwelt und auf der menschlichen Ebene vornehmen mussten – die ganzen von uns erbauten Städte und das ganze Lebensmilieu.

Das sind alles Korrekturen, egal wie schlecht oder gut diese Veränderungen uns auch vorkommen mögen. Wir fügen sie auf unserer unteren Stufe hinzu. Wir brauchen dieses ganze Metall und den Müll aufgrund unseres Mangels an der inneren Korrektur! Solange wir innerlich nicht korrigiert sind, müssen wir äußere Korrekturen vornehmen, bis wir zu einem Zustand gelangen, in dem wir sie nicht mehr brauchen.

Von unserer Generation an werden wir beobachten, wie wir im Zuge der Entwicklung immer kleiner werden. Unsere ganze großangelegte Tätigkeit und riesige Fabriken werden schrumpfen, eine „feinere“ Form annehmen und verschwinden. Alles wird einfacher, kompakter, quasi stärker, sprich „spiritueller“ werden, weniger auf dem Material und mehr auf der Energie beruhen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 07.02.3011

Das ewige Streben der Zukunft entgegen

Frage: Jede wissenschaftliche Untersuchung beinhaltet drei Etappen: 1) die Hypothese, deren Richtigkeit es zu beweisen gilt; 2) Versuchsmaterialien; 3) das Prozedere selbst, die Beweisführung. Wie ist das in der Kabbala anwendbar?

Meine Antwort: Es ist der gleiche wissenschaftliche Versuch. Du kommst mit einer Frage nach dem Sinn des Lebens. Die Kabbalisten erzählen dir: „Koste und siehe, dass der Schöpfer gut ist“. Führe diese Handlung aus und du wirst ein Ergebnis erzielen.

Wir befinden uns im Inneren eines sehr einfachen Systems. Neben mir existiert meine nächste Stufe, die sich „Gruppe“ nennt. Ich muss mich in sie hineinbringen, und wenn ich mich in das Innere der Gruppe eingeordnet habe, beginne ich das Licht in mir wahrzunehmen. Es gibt darin nichts Irreales oder Erdachtes.

Um zu der Stufe der Gruppe aufsteigen zu können, muss ich mein Informationsgen, die Reshimo 0/1 (Shoresh de Awiut / Alef de Hitlabshut) realisieren. Ich selbst bin die Reshimo „0/1“, die ich ins Innere der Gruppe einsetzen will, dann wirkt das Licht aus meinem nächsten, korrigierten Zustand auf mich ein und lässt mich zu diesem aufsteigen.

Alle diese Zustände von mir existieren bereits, bis hin zum letzten, und ich strebe meiner Zukunft entgegen. In dieser Zukunft bin ich mit allen in der Gruppe durch die gegenseitige Bürgschaft zu einem Herzen vereint. Wenn ich diesen Zustand erreichen will, wirkt aus ihm heraus das Licht auf mich ein – denn ich befinde mich bereits dort. Das Licht verändert meine Eigenschaften und zieht mich wie auf einem Gummiband hinein, damit ich mich genau dort einordnen kann, woher das Licht kommt.

Und wenn ich mich in die Gruppe auf meiner nächsten Stufe eingeordnet habe, wird mir plötzlich enthüllt, dass die Gruppe mit mir zusammen mein Ich ist, aber mein neues Ich, mein zweites. Und die Gruppe ist höher, auf der nächsten Stufe, und in ihr befindet sich mein nächster Zustand.

Das heißt, es eröffnet sich mir ein noch größerer Unterschied, eine noch größere Kraft des Verlangens, ein noch größerer Hass zwischen uns – und wieder muss ich auf die gleiche Weise arbeiten, um mich ganz in die Gruppe einzuordnen. Alle zehn Sefirot des Unteren müssen sich in die Malchut des Höheren einordnen – weil es nichts Anderes außer den zehn Sefirot gibt…

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 06.02.2011

Auf der Suche nach dem Wichtigsten

Solange die Einheit nicht dringend notwendig geworden ist, wird sie keine Gestalt annehmen. Entweder erhöhen wir in unserer Mitte die Wichtigkeit der Vereinigung oder alle unsere übrigen Handlungen, außer der Vereinigung, bringen dennoch das Licht, das zur Quelle zurückführt, es wird jedoch eine negative Wirkung auf uns haben – es wird uns zeigen, wie sehr wir von einander getrennt sind. Dann werden wir uns aus der Notwendigkeit heraus, infolge von Schmerz und Leiden, dennoch verbinden.

Zum Beispiel, will ich mich nicht um meine Gesundheit kümmern und zerstöre dadurch allmählich meinen Organismus, bis ich spüre, dass es schlecht um mich steht. Und dieses Gefühl zwingt mich, mit der Heilung meines Körpers zu beginnen.

Genauso kümmern wir uns in der Gruppe nicht um die spirituelle Gesundheit – wir sorgen nicht für die Vereinigung. Und dennoch studieren wir, verbreiten die Kabbala und führen verschiedene andersartige Handlungen aus. Diese Handlungen ziehen das Licht an, das zur Quelle zurückführt, und letztendlich wird es uns zeigen, wo das Problem ist. Würden wir das nicht machen, würden wir nicht spüren, dass etwas nicht stimmt. Also gibt es doch einen gewissen Nutzen: dadurch erkennen wir, dass uns das Wichtigste fehlt.

Wenn du den Schöpfer enthüllen willst, dann musst du an den „Ort“, an das Verlangen denken, in dem Er sich enthüllt. Es gibt kein Licht ohne Kli.

Auszug aus dem Unterricht über einen Brief von Rabash, 24.12.2010

Sich für die Entwicklung entscheiden

Frage: Wie soll ich auf die Empfindungen reagieren, die infolge der Handlungen des Schöpfers entstehen?

Meine Antwort: Man könnte sagen, dass sie das Ergebnis des Treffens mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, sind. Und dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Schöpfer unveränderlich ist, nur ich selbst verändere mich, die Reshimot wechseln sich in mir ab.

Aus diesem Grund kann ich nur eins tun: ich kann mich bei der Abfolge der Reshimot anstrengen. Dadurch beschleunige ich ihre Entwicklung und sehe sie als erwünscht an. Ich bin nicht gegen meine Entwicklung, sondern dafür, obwohl ich verstehe, dass es nicht einfach ist, dass ich dafür Anstrengungen in Kauf nehmen muss, wie bei jeglicher Entwicklung. Ich bin dazu bereit.

Wie entwickle ich mich denn? Durch den Einschluss in die Gruppe. Mit Hilfe der Freunde beginne ich die Wichtigkeit meiner Entwicklung zu erkennen, sie geben mir Kraft, um damit fertig zu werden. Genau das bedeutet die Erkenntnis der Wichtigkeit des Ziels. Denn wenn das Ziel in meinen Augen wichtig ist, bin ich bereit, es zu verfolgen, selbst wenn es für meinen Körper unangenehm ist. Die Wichtigkeit verleiht mir Kraft.

Wenn ich mich wirklich in das Verlangen der Freunde einfüge, werde ich keine Probleme damit haben, die Entwicklung voranzutreiben, anstatt durch Leiden voranzukommen, wenn es infolge der Nichtübereinstimmung mit dem in mir erwachten Reshimo Schmerzen in mir auslöst.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.02.2011

Die Verbindung mit den Freunden ist die Verbindung mit dem Ziel

Frage: Was fehlt mir, um das kabbalistische Wissen im alltäglichen Leben zu realisieren? Ich empfinde eine tiefe Kluft zwischen dem, was ich verstehe, und dem, was ich durchlebe.

Meine Antwort: Es gibt nur eine Lösung – die Entwicklung zu beschleunigen. Dafür sind ein intensiveres Studium und eine größere Verbindung mit den Freunden notwendig. Es bedarf keines Geldes, keiner Verehrung, keiner Macht, keiner sonstigen Anstrengungen – nichts, außer dem Gedanken, damit das nicht vergessen wird.

Das Wichtigste ist die Verbindung zwischen uns. Trotz seiner Abneigung möchte der Mensch sich anstrengen und Verbindung zu den Freunden halten, um die Wichtigkeit des Ziels zu erkennen. Und wenn er diese Wichtigkeit erreicht hat, „gibt er sie weiter“ – er verbreitet sie für die Anderen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.02.2011