Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Die Chance nicht verpassen

Frage: Warum verschwindet mit der Zeit auch ein sehr starkes Verlangen? Es tritt ein Zustand allgemeiner Gleichgültigkeit und des Verlustes jeglicher Empfindungen ein?

Meine Antwort: Es ist ein Teil „des Spieles“ und der Verhüllung. Entweder macht der Mensch Zimzum auf seine Wünsche und handelt über seinem Verlangen. Oder der Höhere muss sich verhüllen, weil der Mensch diese Arbeit nicht selber ausführen kann. Das heisst, von Oben wird nur das verborgen, wovor Er sich selber verbergen muss.

Dann verliert der Mensch den Anschlüss an den Höheren und fühlt sich ganz abgetrennt, als ob er gar keine Verbindung zum Spirituellen hat. Manchmal ist es ihm bewußt, dass er alles verloren hat. Aber manchmal verliert er jegliche Vorstellung vom Spirituellen und beginnt zu leben, wie das einfache Tier. Die Trennung von der höchsten Quelle bedeutet eine tierische Existenz.

Wenn der Mensch das Gefühl hat, es existiert etwas Höheres, etwas, was außerhalb seiner Natur und seines Verstandes liegt, das bedeutet, es erwacht ein Mensch in ihm.

Wenn wir beginnen, etwas Spirituelles zu suchen, beginnt in uns der Mensch zu wachsen wie „die Pflanze“. Wenn wir beginnen, in der Gruppe die aktiven Handlungen zu unternehmen, so können wir uns auf „das tierische Niveau“ der menschlichen Stufe erheben. Wenn wir die Form des gegenseitigen Gebens realisieren, bedeutet das, dass wir die echte menschliche Stufe erreicht haben.

Aus der tiefen Dunkelheit entdeckt der Mensch die höchste Quelle. Er erlangt die Kraft, sich selber vor dieser Quelle zu verhüllen. Aus dieser selbsterzeugten Verborgenheit wächst der Mensch.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 25.07.2011

Fehler sind unmöglich

Frage: Wie kann man den Menschen den Unterschied zwischen „dem besonderen Mittel“ (Segula) und der Mystik erklären?

Meine Antwort: Unter „dem besonderen Mittel“ werden die deutlich ausgerichteten, sehr klaren Handlungen gemeint. „Segula“ ist ein System, in dem es ein mir unbekanntes Element gibt, jedoch weiß ich, unter welchen Bedingungen es gilt.

Das Ergebnis setzt sich aus allen möglichen Elementen zusammen, die miteinander verknüpft sind. In diesem System ist mir alles verständlich, außer einem unbekannten Element. Jedoch soll es unbedingt vorhanden sein, und ich rechne damit. Denn ich weiß, dass mein Erfolg damit im Zusammenhang steht.

Ich bin mit diesem Element nicht verbunden, ich fühle es nicht wie alle übrigen. Aber – nachdem ich in diesem System meinen Teil der Arbeit erfülle, wacht es auf und funktioniert. Es ist wie hinter der Schirmwand verborgen, aber ich weiß, wie es aktiviert wird. Mit Hilfe der Gruppe und der Methodik lerne ich und organisiere alle Bedingungen. Wenn ich richtig arbeite, so setze ich dieses Unbekannte in Betrieb.

Es gibt keine Zweifel, es ist der störungsfreie Mechanismus. Wenn ich auf den richtigen Knopf gedrückt habe, wird es funktionieren. Von seiner Seite gibt es keinen Verzug, keine Störungen – er ist in meinen Händen unter der Bedingung, dass ich alle übrigen Elemente auch in die Hand genommen habe.

Dieses Element bestätigt: „Du hast alles richtig gemacht, du hast die richtige Verbindung mit den anderen hergestellt.“ Sein Siegel ist die Garantie, dass die Höhere Kraft sich nur durch deine Verbindung zu den anderen offenbaren kann. So ist dieses unbekannte Element in diesem System eine Art Abschlussprüfung, der Beweis, dass du alle Bedingungen erfüllt und ein richtiges Kli gebildet hast. Das ist Segula, das besondere Mittel.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“, 25.07.2011

Zeit zu handeln – dem Schöpfer zuliebe

Frage: Was bedeutet „die Absicht aufrechterhalten“? Ich habe den Eindruck, dass man sich auf diese Weise nicht bewegen oder entwickeln kann. Wie kann man die Absicht entwickeln?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, spiele ich mit meinen Freunden ein Spiel. Es spielt keine Rolle, wie gut oder wie schlecht wir diese Worte verstehen, ob wir nur Teile eines Satzes, ein viertel davon oder den ganzen Satz hören, alle Worte, und ob wir mehr oder weniger tief graben – jeder tut, was er kann. Das Spiel besteht in der Wechselbeziehung all dieser Worte mit der Verbindung zwischen uns.

Tatsächlich sagt uns das Buch Sohar etwas über die Art, in der wir uns miteinander verbinden sollen. Ich weiß nicht, wie diese Verbindung ist, aber darin wird sie beschrieben. Und aus diesem Grund versuche ich, während ich den Sohar lese, darüber nachzudenken, wie diese Verbindung auf die eine oder andere Weise aussehen mag.

Es steht zum Beispiel geschrieben „‘dem Schöpfer zuliebe handeln“ … denn ‘sie haben gegen die Tora verstoßen'“. Worauf bezieht sich das? Wenn ein Mensch die Absicht zu Geben vergisst, bedeutet das, dass er ‘gegen die Tora verstossen‘ hat. Und dann bedeutet „dem Schöpfer zuliebe handeln“, dass man wiederum zur Absicht, zu derselben starken Verbindung mit seinen Freunden zurückkehren muss – zu gegenseitigem Geben – denn auf diese Weise strebt man danach, einen „Ort“ für die Enthüllung des Schöpfers zu erbauen. Und das machst du, um Ihm die Möglichkeit zu geben, Sich Selbst zu enthüllen. Er empfängt dadurch Genuss, wie ein Gastgeber, der seinen Gästen Leckereien zeigt.

Warum also liest du den Sohar? Wo erkennst du, was du gelesen und enthüllt hast? Es kann nur in der korrigierten Beziehung zwischen uns enthüllt werden. Es gibt keinen anderen „Ort“. Es wird nur enthüllt, wenn wir fähig sind, die richtige Verbindung in gegenseitigem Geben zu erschaffen. Darum will ich die Fäden, das Netz enthüllen, das unsere Verlangen, Gedanken und die Stärke des Bestrebens zwischen uns verbindet. Welche Kräfte treiben diese Verbindung an? Was ist die Formel dieses Netzwerkes? Ich will etwas darüber wissen! Und besonders der Sohar erzählt uns darüber.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 12.07.2011, Der Sohar

Prüfe dich!

Frage: Wie kann ich überprüfen, ob meine Bemühungen in vollem Maße erfolgen?

Meine Antwort: Die Anstrengungen sollen nach dem Prinzip „Glaube über dem Verstand“ unternommen werden: obwohl es dem Menschen scheint, dass alle Anstrengungen ungewöhnlich schwierig und unmöglich sind und er sie alle satt hat; obwohl er den Glauben an den Lehrer, mit allen seinen Hinweisen, sowie an den verhüllten Schöpfer verliert, weil er nicht versteht, was Er von ihm will; obwohl die Gruppe seinen Ansprüchen nicht gerecht wird – jeder Einzelne und alle zusammen. Unabhängig davon soll er weitermachen.

Dabei muss man beachten, dass er dieses Bild sieht, weil er die Welt durch sein Ego wahrnimmt. Und in Wirklichkeit ist man schon in der Welt der Unendlichkeit. Und die Gruppe sind jene Seelen, mit denen er sich in voller Vereinigung befindet! Und der Lehrer ist jener Teil, der sich über uns befindet und uns zur Vereinigung mit anderen, schon korrigierten Seelen, führt, damit wir zusammen den Seelen helfen, die noch nicht korrigiert sind. Und dann wird der Schöpfer offenbart, wobei Er jetzt unseretwegen verborgen ist.

Wenn der Mensch sich diesen Zustand richtig vorstellen könnte, dann würde er verstehen, dass diese Welt nur seine eigene Illusion ist. Durch dieses illusorische Bild soll er in die Tiefe graben, bis es ihm gelingt, zur inneren Form zu gelangen, um die verborgene Verbindung zu entdecken, wie auf der Kehrseite der Stickerei. Erst dann kann er sich eine richtige Vorstellung von dem System machen, in dem er sich befindet und seine Korrektur vervollständigen.

Er wird die Vollkommenheit in der harmonischen Verbindung mit jedem Verlangen, mit der Gruppe und mit dem Schöpfer entdecken. Er wird fühlen, dass er die Vollkommenheit erreicht hat und es außer ihr nichts mehr gibt. Es ist für ihn der vollkommene Zustand!

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 24.07.2011

Getrennt in einem integralen System

Frage: Die Menschen in der Welt wollen Geld, Ruhm, Macht. Wie können wir uns diesen Verlangen in unserer Verbreitungsarbeit anschließen?

Meine Antwort: Wir erklären den Menschen, dass sie alles nur unter der Bedingung bekommen werden, dass sie sich verbinden. Die Natur selbst zeigt uns heute, dass wir voneinander abhängig sind, darum können wir nur im Rahmen der Vereinigung in allem Erfolg haben bei der Lösung jeglicher Probleme, sei es der Mensch selbst, die Familie, die Gesundheit, die Rente, die Wohnungsfrage, die Lebensmittelpreise, die Weltwirtschaft usw.

Es gibt kein einziges Problem mehr, das man lösen könnte, ohne dabei die eigene Einstellung der Umgebung gegenüber zu ändern, ohne ihre Globalität erkannt zu haben. Auch du selbst beginnst ein wenig globaler zu werden, ähnlich der Welt. Deine Wahrnehmung, dein Verstand, deine Denkweise müssen sich verändern; in dir soll ein anderes Programm gestartet werden, das jedes Mal ein Upgrade auf immer integralere Versionen erhält. Du persönlich muss dich ändern, denn ansonsten wirst du keine einzige richtige Berechnung machen können: weder bei den Kindern noch bei dir selbst noch bei der Arbeit – bei gar nichts.

Während wir uns allmählich in diesen Rahmen begeben, verstehen wir noch nicht, wo wir uns befinden. Plötzlich wird die Luft dicker und verbindet uns mit noch festeren Banden. Und wenn du diesem neuen Format nicht entsprichst, dann ähnelst du einem Fremdkörper, der in einen Organismus gelangt ist. Als Reaktion darauf schließt der Körper es in eine Kapsel, isoliert es. Auch du siehst genauso aus: bist etwas, das von der Welt isoliert ist.

Es gibt Milliarden von uns, aber wir befinden uns bereits in einem gemeinsamen Netz, und wir leiden abgestoßen und isoliert in diesem Netz aufgrund unseres Fremdseins. Dies trifft auf alle zu, eingeschlossen Regierungen, Unternehmen und insbesondere Lehrer. Denn sie müssen die globale Menschheit erziehen, ihr die Vereinigung beibringen – aber sie selbst verstehen die Geschehnisse nicht. Die Bildungsministerien werden zu „Krisenministerien“, sie fahren damit fort, den Menschen Programme einzuspielen, deren Gültigkeit bereits abgelaufen ist.

Wir befinden uns in einem neuen Netz, das uns verbindet – und wir leiden, ohne zu wissen, was zu tun ist. Die Wissenschaft der Kabbala erklärt uns, dass die Welt rund ist und dass alle miteinander verbunden sind. Wir beginnen zu prüfen – und tatsächlich, die Welt ist laut den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen ganzheitlich und in sich eins. Aber was soll denn getan werden? Der Mensch soll entsprechend dem System verändert werden, in dem er sich befindet. Im Vergleich zum Stand des Systems liegt die Menschheit spürbar zurück.

Wir wissen das aus Primärquellen, und die Wissenschaftler entdecken gerade diese Tatsachen experimentell, aus der Erforschung und Beobachtung der Natur. Sie haben das Wissen, aber keine Möglichkeit, den Menschen zu korrigieren. Sie ahnen nichts von einer solchen Notwendigkeit aufgrund des Mangels an Empfindungen. Wir dagegen, dank dem Kontakt mit den kabbalistischen Quellen, haben die Möglichkeit, diese für die Korrektur des Menschen zu nutzen.

Wir müssen uns nur miteinander verbinden.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 21.07.2011

Rettungshilfe für den Verletzten

Frage: Was bedeutet, dass man „seine Anstrengungen verstärken“ soll, wenn man am Lehrer und am Schöpfer zweifelt?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich in solchen Zweifeln befindet, dann kann er sich weder auf den Lehrer noch auf den Schöpfer stützen und muss Hilfe bei der Gruppe suchen! Er muss die Unterstützung von ihr erhalten – die Wichtigkeit des Ziels, des Lehrers, des Schöpfers.

Der Mensch befindet sich in Zweifeln, d.h. er kann die Waagschale weder zu einer noch zu anderer Seite neigen. Er muss sich anstrengen, um sie zur richtigen Seite neigen zu können. Doch wo nimmt er die Anstrengung her? Soll er sich in seine Zweifel noch mehr vertiefen? – Er wird sie trotzdem nicht lösen können. Er muss verstehen, dass er in einem solchen Zustand nichts in seinem Inneren hat, worauf er sich stützen könnte, er braucht eine zusätzliche Kraft.

Momentan kann er diese zusätzliche Kraft nicht vom Lehrer oder vom Schöpfer erhalten, weil er an ihnen zweifelt. Das Einzige, was ihm helfen könnte, ist die Umgebung, die ihm das Gefühl der Wichtigkeit der Spiritualität gibt, das Gefühl der Sicherheit, der Bürgschaft dafür, dass der Lehrer und der Schöpfer für das Erreichen des Ziels wichtig sind. Und wenn ich nicht auf ihre Ratschläge und Anweisungen höre, dann komme ich nicht voran; denn ich arbeite mit meinem egoistischen Verstand, der mich nicht weiter lässt.

Deshalb schreibt Rabash, dass in der Gruppe über die Größe des Lehrers und des Schöpfers gesprochen werden soll, damit jeder sich davon beeindrucken lässt, und nur unter dieser Bedingung wird er die Arbeit fortsetzen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 24.07.2011

Verbunden mit der ganzen Welt

Frage: Wir haben im Moment eine Art Zwischenzeit, einen „Schwebezustand“ zwischen den Kongressen. Wie können wir die Bürgschaft verstärken, um vorankommen zu können?

Meine Antwort: Wir müssen ständig arbeiten. Was macht es für einen Unterschied, ob wir gerade einen Kongress veranstalten oder nicht? Der Mensch weiß nicht, wann er das von ihm verlangte Maß an Anstrengungen erreicht. Er muss jedem neuen Tag in Erwartung jenes Augenblicks entgegenstreben, in dem er in der Lage sein wird, den Freunden zu geben und durch sie der ganzen Welt und durch die Welt dem Schöpfer.

Ich muss meine inneren Zustände analysieren: wie sind meine Gedanken und Absichten; inwieweit versuche ich im Laufe des Tages, das Ziel zu definieren; wurde mein Herz von diesem Bestreben durchdrungen; erwacht es von alleine; kann ich mich dazu verpflichten; kann ich diesen Gedanken vor dem Hintergrund aller anderen Beschäftigungen behalten, egal was ich im Moment zu tun habe? Daran sehe ich, wie weit ich vorangekommen bin.

Wir haben nur eine Möglichkeit, die spirituelle Welt zu erreichen – und zwar, indem wir unsere Verlangen ständig bearbeiten und sie immer näher an die Empfindung und das Verständnis dessen, was Geben bedeutet, heranbringen. Die Veränderungen sollen gerade in uns, in unseren Verlangen stattfinden. Deshalb bringt uns jeder Augenblick, der dieser Arbeit gewidmet ist, weiter.

Danach hängt alles vom Menschen selbst ab. Wie soll das Vorankommen aus seiner Sicht sein: persönlich oder global? Wenn er sich dem Schöpfungsziel entgegenbewegen will, dann ist diese Bewegung nur auf globaler Ebene möglich. Alles, was sich unter dieser Meßlatte befindet, funktioniert in der heutigen Zeit nicht.

Einst genügten die Gruppe und der Lehrer; doch heute sind wir mit der ganzen Welt verbunden. Wer Tag für Tag durch seine Handlungen unsere Weltgruppe und die gesamte Welt der Korrektur näherbringt, selbst in kleinen Dingen, der kann sehen, dass es auch sein persönliches Vorankommen zumindest vorantreibt. Im Grunde genommen bedeutet das persönliche Vorankommen eine Investition in die Anderen.

Darüber hinaus musst du versuchen, jeden Tag ein wenig mehr Qualität zu dem, was du für die Anderen tust, hinzuzufügen – im Schriftverkehr, in den Blogs, in der Internetarbeit. Wir können nur dann an den Anderen geben, wenn wir mit ihm verschmolzen sind, wenn wir ihn verstehen und nicht versuchen, ihm das aufzuzwingen, was uns selbst gefällt. In unserer Botschaft an die Menschen verteilen, verbreiten wir das, was ihnen am nächsten ist. Wir müssen uns in sie „kleiden“.

Liebe bedeutet, dass ich das Verlangen des Anderen nehme und es entsprechend dem, was er will, erfülle. Anderenfalls werden wir niemanden erreichen können.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 21.07.2011

Streit um der Versöhnung willen

Frage: Was soll ich tun, wenn ich mich gedanklich annullieren kann, mir es in der Praxis aber sehr schwer fällt?

Meine Antwort: So etwas kann es nicht geben! Wenn ich mich wirklich gedanklich annulliere, annulliere ich mich auch in den Handlungen. Die Handlung spiegelt die Absicht wider.

Wenn ich mich aber noch nicht endgültig entschieden habe, mich zu annullieren, gelingt es mir nicht, diese Handlung auszuführen, und ich belüge mich nur selbst hinsichtlich dessen, dass ich mich in den Gedanken annulliert habe.

Wenn wir sehen, dass die Gruppe nach einem Streit keine Einigung bis zum nächsten Streit erzielt hat, ist das ein Zeichen dafür, dass ihre Mitglieder sich nicht voreinander annullieren und keine Chance haben, die Spiritualität zu erreichen.

Dadurch, dass wir uns mit der inneren Selbstanalyse beschäftigen und unseren Egoismus vor den Freunden zu annullieren versuchen, sowohl äußerlich als auch innerlich, leisten wir bereits spirituelle Arbeit. Die spirituelle Welt kann sich in uns praktisch nur unter der Bedingung enthüllen, dass wir unseren Egoismus entsprechend der Höhe unserer momentanen Stufe vollkommen annulliert haben.

Erreiche jetzt gleich die wahre Selbstannullierung in Bezug auf jeden beliebigen Menschen, und du wirst sehen, dass du dich in der spirituellen Realität, in der Eigenschaft des Gebens und bis zu einem bestimmten Grad mit dem Schöpfer verschmolzen wiederfindest!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 17.07.2011

Mit dem Licht an die Welt

Frage: Wenn ich versuche, die Welt auf das Schöpfungsziel auszurichten, könnte man dann sagen, dass ich für die Menschen bürge? Gibt es die einseitige Bürgschaft?

Meine Antwort: Ja, denn du bringst die Menschen voran. Sie können dir noch nichts entgegenbringen, und doch ist das ein Fortschritt, und das ist sehr wichtig.

Wir müssen verstehen, dass unsere Bestimmung darin besteht, die Welt vorwärts zu bringen, und dass unser Vorankommen von ihren Schritten abhängt. Natürlich nicht im gleichen Maße, jedoch bedarf es hier ernsthafter Bemühungen. Wir tun das nicht durch unsere inneren Anstrengungen, jedoch werden wir uns nicht innerlich entwickeln können, wenn wir nicht unseren Beitrag zu der Entwicklung der Welt leisten.

Alles ist in Form eines integralen Systems erschaffen: ich, die Gruppe, die Welt und der Schöpfer müssen eine Einheit ergeben. Aus diesem Grund müssen wir uns jetzt schon um alle kümmern. Baal HaSulam schreibt, dass die ganze Welt eine Familie ist, und da ist nichts zu machen. Wenn wir uns auf ein schmales Spektrum konzentrieren und nur in einer bestimmten Nische bleiben, werden wir das Erwünschte nicht verwirklichen können.

Andererseits – wenn wir in die Welt hinausgehen, müssen wir uns vorsehen. Denn dabei können wir unsere Prinzipien verlieren und in eine rein psychologische Herangehensweise abgleiten: „Lasst uns einander annähern, lasst uns friedlich miteinander leben…“ Nein, dass klappt nicht. Ähnlich wie in Russland oder in den israelischen Kibbuzim wird es ein Zusammenhalt sein, der über keine innere Kraft verfügt.

Für die Vereinigung bedarf es einer Kraft, die uns verbindet, – des höheren Lichts. Du musst dich an die Welt mit dem Material von Baal HaSulam wenden – es müssen nicht unbedingt die Originaltexte sein, aber die Botschaft, die Prinzipien. Allmählich, nach und nach, musst du den Menschen erklären, dass du von der Wissenschaft der Kabbala ausgehst.

Der Weg ist noch lang, doch es muss dir jetzt schon klar sein. Du selbst musst in die Methode eingetaucht, von ihr durchdrungen sein. Wenn du nicht ständig das kabbalistische Material studierst, es nicht durchkaust, dich nicht immer tiefer damit beschäftigst, dann fütterst du die Menschen nur mit schönen Worten, New Age und Mystik. Du merkst noch nicht einmal selbst, wie du immer tiefer sinkst.

Wenn der Mensch nicht einige Stunden am Tag einem ernsthaften Studium in einer ernsthaften Gruppe widmet, wenn er sich nicht morgens und abends damit beschäftigt, dann geht er vom Weg ab. Daraus entstehen Religionen, Glaubensrichtungen, mystische Lehren u.ä. Alles entstammt der Wissenschaft der Kabbala.

Unser Egoismus, unsere Welt verlangt nach Abstrichen: „Was kostet es dich – füge hier ein bisschen hinzu, ändere dort ein bisschen ab. Auch wenn dir etwas fehlt, wirst du dafür die Menschen erreichen können…“ Nein, wirst du nicht. Du wirst zu ihnen sowohl ohne eigene Kräfte als auch ohne spirituelle Kraft bereits verdorben kommen.

Das ist ein sehr großes Problem. Deshalb, wenn der Lehrer geht, verlieren große, starke, gute Gruppen die Orientierung, sie verlieren ihre Kräfte und gehen ein.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“, 21.07.2011

Der Knopf

Schließlich gibt es nur eine Handlung, in der wir frei sind und mit deren Hilfe wir etwas bewirken können. Alle übrigen Handlungen schlagen nicht an.

Angenommen, ich brenne vor Begierde, etwas zu machen, etwas zu verändern und mein Leben zu verbessern. An der Wand vor mir befinden sich tausend Schalter. Ich drücke die Knöpfe in der Hoffnung, eine Veränderung herbeizuführen. Ich versuche zu verstehen, ob sich dadurch etwas ändern kann, verliere aber dabei die Reihenfolge und werde verwirrt …

Genauso passiert es in unserem Leben, wir sind von der Menge „der Knöpfe“ überfordert. Wir schaffen es kaum, alle diese Knöpfe zum Einsatz zu bringen. „Beruhigen Sie sich, sagen uns die Kabbalisten. Sie werden dadurch nichts erreichen. Es gibt nur einen Knopf, auf den man drücken muss, damit es Ihnen gut geht. Wenn Sie auf andere Knöpfe drücken, wird es Ihnen schlecht gehen“.

Warum sind diese Knöpfe notwendig? Damit wir aus den vergeblichen Versuchen klüger werden und den Weg zum richtigen Knopf suchen. Dieser Weg heißt „der Weg des Leidens (Beito)„. Aber es gibt auch einen anderen Weg – „den Weg der Tora (Achischena)“. Er erklärt uns:

„Berühre alle übrigen Knöpfe an der Wand nicht; davon wird es nur schlechter sein. Du bildest dir ein, dass sie arbeiten, und wartest auf die guten Ergebnisse. Die Zeit vergeht, deine Erwartungen und Hoffnungen erfüllen sich nicht, und du bist nicht auf den Schöpfer gerichtet. Du orientierst dich nicht auf diese einzig wirksame Kraft im Universum. Mit anderen Wörtern, du dienst den anderen Göttern.

Erstarrt in einer falschen Erwartung kannst du keine Fortschritte machen. Das Folgen dem Tempo der Korrektur ist nicht möglich, und du kehrst auf den Weg des Leidens (Beito) zurück. Im Endeffekt führt jeder falsche Knopfdruck und der nachfolgende Stillstand zu den negativen Folgen“.

Welche Lösung gibt es? So schnell wie möglich den richtigen Knopf zu finden. Im Artikel „Freiheit des Willens“ erklärt uns Baal HaSulam, wie wir es machen können. Wenn du jedes Mal zu diesem richtigen Knopf zurückkehrst, wenn du ihn immer wieder in deinen Gedanken festhältst, dann findest du die Quelle des Lebens, die dich korrigiert und mit dem ganzen Wohl ausfüllt.

Nur dieser Knopf setzt das System in Bewegung, und alle übrigen sind trügerisch. Wenn du dich auf diese Knöpfe konzentrierst, störst du deine Entwicklung und verlierst den einzig wirksamen Mechanismus aus den Augen . Diese Verspätung in der Korrektur verursacht negative Ereignisse in deinem Leben. Wenn du deinen Teil der Arbeit im spirituellen System nicht rechtzeitig machst, versetzt diese Verspätung der Korrektur das ganze System in eine negative Balance.

Deshalb muss man den richtigen Knopf unter allen übrigen finden und sich zwingen, nur auf sie  ihn zu drücken. Das ist unsere ganze Arbeit. Wer sucht den Erfolg? Es ist der „Erfolg“ eben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 29.04.2011