Frage: Wir biegen in die Zielgerade vor dem Kongress ein. Wie können wir die Absicht bis Dienstag aufrechterhalten?
Meine Antwort: Zuallererst trennen wir uns nicht, wir bleiben zusammen. Ab heute müssen wir uns maximal auf die Vereinigung vorbereiten, die Vereinigung hervorbringen, bereits jetzt von ihr leben.
Ein Kongress beginnt im Gegensatz zum Schulunterricht nicht auf das Glockenzeichen hin. Er weht bereits jetzt über uns, und unsere Freunde weltweit atmen ihn bereits ein. Wir müssen uns mehr und mehr vorbereiten, Anstrengungen zur Einheit unternehmen, und jeder Tag soll für uns zur Errungenschaft werden, so wie in der Arava-Wüste.
Natürlich wird es auch Abstiege geben. Noch nie hatten wir auf unseren Kongressen einen erfolgreichen ersten Tag. Selbst nach dem Höhepunkt des Kulturprogramms wollten manche am nächsten Morgen nicht wieder kommen. Und das ist gut so. Anders geht es nicht.
Wollen wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen die nötige Vorbereitung komplett durchlaufen werden, inklusive Verwirrung, Abstoßung und Ablehnung, damit die drei Kongresstage uns mit Begeisterung und Einheit füllen können. Lasst uns die Zeit sparen – wir haben dafür alle Voraussetzungen. Diesmal haben wir eine nie dagewesene, besonders tiefgehende Vorbereitung durchgemacht.
Das Wichtigste ist die Zuversicht. Jeder soll den Freund stützen – anderenfalls wird das gemeinsame Kli auseinanderfallen. Wir müssen einander greifen und nicht loslassen.
Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der Frieden“, 02.12.2011
Frage: Wenn wir versuchen, die Kraft zu realisieren, die von der höheren Stufe zu uns herabsteigt, dann kommen wir zu der Erkenntnis, dass es unmöglich ist…
Meine Antwort: Absolut richtig. Wir versuchen, das Unmögliche zu tun, etwas, das über unsere Kraft geht.
Kann man vom Esel fordern, dass er die Opernarie singt? Er ist dazu nicht fähig, weder nach der Art seiner Entwicklung, noch gemäß seinen physischen Möglichkeiten. Und wir befinden uns in einer noch weit schlechteren Position. Der Esel hat wenigstens ein Gehör und einen Stimmapparat, wir aber haben nichts von der spirituellen Welt. Wir sind von ihr absolut abgeschnitten.
Denn die spirituelle Welt ist die Eigenschaft des Gebens. Wie kann man sie im egoistischen Wunsch empfinden? Kann sich das Geben ins Empfangen einkleiden? Kann sich das Feuer ins Wasser einkleiden? Natürlich nicht.
Und deshalb ist unser großer Wunsch nicht einfach auf die Abstraktion gerichtet, sondern darauf, dass uns das höhere Licht korrigiert. In diesem Wunsch sollen drei Komponenten verknüpft sein: Israel, die Tora und der Schöpfer. Anders gesagt: ich, die Gruppe und das höhere Licht. Nur das wird mich korrigieren, und alleine werde ich nichts erreichen.
Und deshalb müssen wir МaN auf dem Kongress „die Bürgschaft“ erheben – der Wunsch, die Bitte, das Bedürfnis, dass die Höhere Kraft uns korrigiert. Darin liegt das ganze Wesen, die ganze Aufgabe des Kongresses.
Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 01.12.2011
Aus der Wissenschaft der Kabbala ist uns bekannt, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, als einziges Mittel gilt, um etwas zu verändern. Es hält uns am Leben, belebt alles und vollbringt sämtliche Veränderungen. In Anbetracht seiner Eigenschaften, sind in der Natur des Lichtes das Verlangen und der ganze Weg der Schöpfung von Anfang bis zum Ende eingespannt: wie man das Material, das Verlangen zu genießen, verändern kann, um das Gleichgewicht mit dem Licht zu erreichen.
Wir stellen somit das Material in den Händen des Schöpfers, des Lichts dar und können seine Einwirkung auf uns mit noch größerer Kraft erwecken, um auf diese Weise unsere Entwicklung zu beschleunigen. Da wir unsere Entwicklung selbst beschleunigen können, weil wir sie wünschen und unsere Verlangen noch mehr enthüllen, wirkt das Licht mehr ein und ruft eine wesentlichere Handlung im Verlangen hervor. Folglich empfinden wir unsere eigene Entwicklung als gut und wünschenswert.
Schließlich fügen wir zum evolutionären Prozess, der „in seiner Zeit“ („Beito“) stattfindet noch unseren Teil hinzu, eine Ergänzung, die als „Beschleunigung der Zeit“ („Achishena“) bezeichnet wird.
Wir möchten also an jenen Ort, zur gleichen Form gelangen, an welchen uns das Licht bringen will. Woher wissen wir, dass es tatsächlich so ist? – Aufgrund der Tatsache, dass wir versuchen, uns so zu sehen, wie wir miteinander verschmelzen, wie ein Mann mit einem Herzen, dass unsere Wünsche in einen einzigen zusammenfließen. Und inwieweit wir uns ermutigen, unsere Herzen zu verbinden, verschiedene Aktionen auszuführen, damit sie sich in einem Herzen vereinigen, ohne jeglichen Unterschied zwischen ihnen, wahrlich als ein Ganzes – so erwecken wir das Licht, damit es auf diese Verbindung wirkt, auf unsere Bemühungen uns zu vereinen, mit der größeren Kraft, als es normalerweise mit dem Verlangen nach seinem üblichen, evolutionären Programm arbeitet, was man „Beito“ nennt. So beschleunigen wir die Zeit.
Um die Wirkung des Lichts auf das Verlangen zu erwecken, müssen wir uns selbst vorstellen, dass wir uns im Herzen zu vereinen versuchen und die Form des Licht annehmen, die Eigenschaft der gegenseitigen Verantwortung, in dem Maße, dass jeder von uns das Gefühl des persönlichen Daseins verliert und wir alle an Gemeinsamkeit gewinnen, die uns alle, die Gruppe, die Seele, die aus einzelnen Herzen gebildet wird, mit einschließt. Dann wirkt das Licht auf uns ein, verwirklicht und vollendet die Handlung.
Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 14.11.2011
Frage: Wenn im Innern es nicht möglich ist, gegen seinen Willen zu handeln, welche Art
von Maßnahmen können wir dagegen ergreifen – nur physische?
Meine Antwort: Körperliche Aktivität werden ebenfalls berücksichtigt. Denn bis wir in der Lage sind, irgendwelche spirituellen Aktionen auszuführen, können wir nur physisch handeln.
Zu allererst lernt der Mensch, verbreitet das Material, verbindet sich mit seinen Freunden in der physischen Gruppe, in der Arbeit miteinander – auf diese Weise handelt er, auch wenn er noch nicht ganz in der Lage ist, innere Handlungen zu vollziehen. Und es hilft sehr.
Innere Handlungen, auch die von höchster Qualität und Stärke, sind kein Ersatz für physische Handlungen, welche wir in der materiellen Welt und bei großen Massen von Menschen durchführen.
Wir sehen inwieweit die Verbreitung in dieser Welt und vor allem der Kontakt mit Menschen, die bereits Proteste und Demonstrationen in verschiedenen Ländern durchführen, begleitet und die Schüler in ihrem inneren Verständnis weiterbringt.
Ein Mensch geht, um die Materialien zu verteilen, er ist unter den Menschen, die nichts über die innere Struktur des Universums wissen und schreien, weil sie Brot und andere notwendige materielle Dinge fordern. Und dann kehrt er zu seinen Büchern und zu seiner eigenen inneren Entwicklung zurück und plötzlich sieht er, dass er mehr empfindet und mehr versteht und so schreitet er voran.
Alles nur, weil ich von ihnen den Eindruck erhielt – ihre Wünsche eingesaugt habe. Auch wenn das nur materielle Wünsche sind, spielt es keine Rolle, sie bringen mich trotzdem nach vorne. Immerhin lasse ich mich von diesem äußerlichen Wünschen beeindrucken.
In mir steigt das äußere Verlangen auf eine höhere Stufe, auf welcher ich mich gerade befinde. Es wird gesagt, dass „der Schöpfer befindet sich unter seinem Volk“ und es stellt sich heraus, dass ich innerhalb des Volkes die Schechina auf der Höhe enthülle, auf welcher gerade ich in der Lage bin, diese zu enthüllen.
Dies gilt für die größten Kabbalisten: wenn er mit seinen Wünschen kommt, um sich in die Wünsche der Menschen einzuklinken, gerade durch diese Wunsche bekommt er den Eindruck im Innern seiner Wünsche, auf einer Höhe, die ihm zugänglich ist. Es wird gesagt: es ist verboten sich vom Volk zu entfernen.
Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 17.11.2011
Frage: Ich kann meinen Körper zum Kongress kommen lassen, selbst wenn ich keinen Wunsch, keine Absicht habe…
Meine Antwort: Du wirst wenigstens eine Unlust, eine negative Absicht haben. Denn ganz ohne Absichten zu kommen ist schlecht. Selbst wenn deine Absicht: „Ich will nicht, aber ich mache trotzdem“ sein wird. Und weiterhin versuche alles zu tun, was erforderlich ist. Das ist auch ein guter Zustand, sogar wenn du dich anfangs mit den Freunden nicht verbinden kannst.
Wie dem auch sei, muss der Eintritt in den Kongress bewusst erfolgen: ich verbinde mich mit den Freunden in meinen Gedanken und in meinen Wünschen, ich lasse alles andere außer Acht. Ich bringe zum Kongress nur meinen Punkt im Herzen, mehr als ihn habe ich nicht dabei.
Frage: Aber darüber habe ich doch keine Macht?
Meine Antwort: Dafür ist eben die Vorbereitung nötig, welche dir ermöglichen wird, dich von der überflüssigen Last zu befreien. Du kommst, um den Funken im Herzen zu vergrößern, d.h., ihn mit allen anderen Funken zu verbinden. Dein ganzes übriges „Gepäck“ interessiert niemanden. Im Raum des Kongresses sollen nur unsere Funken leuchten, um sich schließlich in einen einzigen gemeinsamen Funken zu vereinigen. Ich schleppe dorthin keine persönlichen Leiden oder Probleme mit.
Frage: Wie kann ich mich unter den Freunden verlieren, mich in ihnen auflösen?
Meine Antwort: Du machst alles, was sie machen und all das, was sie wollen. Du bemühst dich, den eigenen Wunsch an diese Handlungen anzuschließen. Anders gesagt, bist du bemüht, dich in die Gruppe einzukleiden“.
Frage: Und diese physischen Handlungen werden meine Gedanken beeinflussen?
Meine Antwort: Natürlich. Hinter den Handlungen stehen die Herzen.
Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 28.11.2011