Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die harten Lehrstunden des Schöpfers

Frage: Menschen, die sich auf die Integralmethodik einlassen, stoßen auf ziemlich komplizierte Zustände, in denen ihr Ego geschlagen wird. Wenn diese Zustände notwendig sind, warum denn gerade in einer solchen Form?

Meine Antwort: Du wirst nicht aus dem Egoismus heraustreten, du wirst nicht vorm Pharao fortlaufen, wenn du die Schläge nicht spüren wirst. Es heißt doch, dass „der Pharao die Söhne Israels dem Ausgang aus Ägypten annähert“. Sie spüren die Schläge des Egoismus und verstehen, dass sie weder darin bleiben, noch aus ihm heraustreten können und sich deshalb so frustriert fühlen: „Was sollen wir tun?!“. Dann kommt noch ein Schlag, und noch einer, und später wird es klar sein: „Hier ist der Schöpfer notwendig. Er kann mich mit Seiner Hand herausziehen“.

Dann wird der Kontakt mit dem Schöpfer bei ihnen spürbar und sie werden vorwärts gehen, wenn sie die Integralerziehung nicht lassen werden und verstehen werden, dass sie in erster Linie für sie existiert und nicht, damit sie jemanden unterrichten.

Wenn sich die Schläge verlagern, wenn es mich von innen einfach schüttelt und ich weiß nicht, was ich machen soll, dann kann mir nur die Gruppe helfen. Wenn sie mich warm hält, habe ich keine Angst vor den Schlägen. Ich beginne sofort zu verstehen: für mich ist die Vereinigung mit der Gruppe notwendig, für mich ist die gegenseitige Bürgschaft notwendig, für mich ist der Schöpfer notwendig – ich eröffne alles automatisch. Ich brauche nur „Oh“ – einen kleinen Stich und ich habe schon alles verstanden. Aber es passiert nur unter der Bedingung, dass die Freunde, einschließlich die Frauen, um dich herum sind.

Die Männer beginnen zu verstehen, dass sie auch die weibliche Unterstützung und dabei hauptsächlich ihre Stabilisierung brauchen. Die Frauen geben ihnen Mäßigung.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 07.04.2013

Ohne Verbreitung gibt es keinen Fortschritt

Erst jetzt, wo wir begonnen haben  mit der integralen Bildung und Erziehung in die Welt hinauszugehen, leisten wir tatsächlich unsere spirituelle Arbeit, nicht nur äußerlich, sondern auch unsere innere Arbeit. Alles, was früher war, war eine Periode der primären Vorbereitung.

Und jetzt haben wir zur Praxis gewechselt. Das ist hauptsächlich für uns, für die Lehrer und für die Gruppen notwendig und erst danach für die, die wir aufklären möchten. Diejenigen von uns, die unterrichten, bringen dann die neuen Bedürfnisse der Menschen in die Gruppe.

Bei den Spießbürgern werden diese Bedürfnisse auf dem irdischen Niveau geäußert: wie können wir uns vereinigen, wenn wir nicht wissen, wie und warum wir uns in diesem Zustand befinden? Und in dir steigt dieses Bedürfnis auf eine höhere Stufe, zu dem höheren Parzuf hinauf. Du beginnst, diese Bedürfnisse schon auf deinem Niveau zu verarbeiten, sie rufen in dir fürchterliche Leiden und Veränderungen hervor: wie ist diese Kraft zu erreichen, damit sie ihnen weiter gegeben werden kann. Das heißt, ohne ein Bedürfnis/Chissaron von außen, ohne die Verbreitung der Integralmethodik bleibt ihr einfach auf demselben Niveau, hängt  in der Luft und entwickelt euch nicht.

Frage: Was ist mit jenen Freunden, die bis jetzt in diesen Prozess nicht integriert sind, wir aber bereits als ein Team handeln müssen. Wie ist damit umzugehen? Sie überzeugen oder mit ihnen verhandeln?

Meine Antwort: Ihr müsst sie verpflichten und nicht weniger. Wenn sie nicht mitmachen, dann sollen sie gehen, denn so können sie nicht mit uns zusammen zur Korrektur fortschreiten. Wenn wir nicht verbreiten, bedeutet das, dass wir nicht aufsteigen. Derjenige, der nicht verbreiten will, will auch nicht aufsteigen.

Sogar ein Taubstummer kann behilflich sein, er kann demjenigen helfen, der unterrichtet – zum Beispiel kann er die Stühle aufstellen oder etwas anderes tun. Er muss daran teilnehmen! Im extremsten Fall soll er am Computer sitzen und sich mit der Verbreitung im Internet beschäftigen. Aber wenn er sich an der Verbreitung gar nicht beteiligt, warum soll die Gruppe überhaupt solchen Ballast beibehalten? Ihr werdet für ihn arbeiten. Er wird euch aufhalten und ihr werdet nicht aufsteigen können.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 07.04.2013

Wenn du dich ärgerst, dann bist du nicht im Recht

Frage: Wie ist der Zustand zu erkennen, wo du selbst handelst und die Lenkung des Schöpfers verneinst?

Meine Antwort: Dieser Zustand lässt sich sehr einfach erklären: wenn du dich ärgerst und mit der höheren Lenkung nicht einverstanden bist, wenn du von der Gruppe und dem Schöpfer getrennt wirst und alleine deine eigenen Programme verwirklichst. Dazu kommen alle Zustände, in denen du keine Verschmelzung mit dem Schöpfer empfindest.

Wenn du bemerkst, dass du in bestimmten Zuständen und Situationen die Macht des Schöpfers nicht empfindest, obwohl du dich mit der höheren Lenkung verbinden wolltest, um mit Ihr gemeinsam zu handeln, dann bedeutet dieser Zustand, dass das gegebene Verlangen zerbrochen ist und die Korrektur braucht. Solange du es nicht korrigieren wirst, wird sich auch deine Empfindung nicht verändern. Du kannst im voraus nicht sagen, dass alles in Ordnung ist, weil das Ziel die Erreichung der Einheit mit dem Schöpfer, die Verschmelzung ist.

Deshalb gibt es keine Wahl: du bist verpflichtet, in diesen Situationen, Verlangen und Absichten zu arbeiten, um durch sie die Verschmelzung zu erreichen, bei der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden, bei der du und der Schöpfer zu einem Ganzen, zu allen Zeiten, allen Handlungen, Gedanken und Absichten vereinigt werdet.

Wenn sich irgendein Problem findet, dann muss man es so lösen, als ob es keinen Schöpfer gäbe. Obwohl du weißt, dass es Niemanden außer Ihm gibt, sollst du dich dennoch am entgegengesetzten Pol befinden. Du ärgerst dich und der Zorn ist ein Merkmal der Selbstsucht.

Scheinbar gibt es keinen Grund, um sich zu ärgern, weil alles nach dem Willen der höheren Lenkung geschah? Aber der Mensch hat immer die Freiheit des Willens. Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass man die Korrektur machen könnte und die Leiden, die unangenehmen Situationen vermeiden könnte, um dem Schöpfer dadurch Genuss zu bereiten, und es doch nicht tut.

Hier geschieht der Zusammenstoß zwischen dem Prinzip „Es gibt Niemanden außer Ihm“, der direkten und indirekten Lenkung des Schöpfers, der Macht einer Kraft – und der Freiheit der Wahl des Menschen, „der Macht vieler Kräfte“.

Man kann das so lange nicht verstehen, bis man die erste Enthüllung – die mittlere Linie, wo sich die zwei entgegengesetzten Pole treffen, nicht erreicht. Dann verstehen wir, was der Glaube über dem Verstand bedeutet, wo sich Plus und Minus, die entgegengesetzten Zustände, treffen: „Es gibt Niemanden außer dem Schöpfer“ und „Wer wird mir helfen, wenn ich es nicht selbst tue?“, und zwar in Bezug auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die sich im Menschen einander ergänzen.

Ohne ein solches Gefäß des Gebens können wir diese zwei Pole nicht  miteinander verbinden und die Einheit der höheren Lenkung nicht verstehen. Deshalb raten uns die Kabbalisten, wie man handeln muss ohne auf ausführliche Erklärungen einzugehen, denn um diese Erklärungen verstehen zu können, muss man schon über die korrigierten Eigenschaften verfügen.

Alles klärt sich mit unseren Instrumenten der Wahrnehmung. Wenn der Mensch richtig handelt, dann offenbaren sie sich ihm allmählich und er ist fähig etwas zu fühlen und der Lenkung zuzustimmen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 14.04.2013

Die Freude der Rückkehr ins Elternhaus

Es gibt drei Zustände: den Anfangszustand nach Vollendung der Schöpfung, den Zustand im Laufe der Korrektur und die endgültige Korrektur. Diese Zustände existieren nur bezüglich der sie begreifenden Menschen, aber in Wirklichkeit befinden wir uns in Malchut, der Welt der Unendlichkeit – innerhalb des Verlangens der Schöpfung, die ihren Schöpfer begreift.

Das Begreifen erfolgt infolge der allmählichen Veränderung seitens der Schöpfung und der Erreichung der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. Im Maße der erreichten Ähnlichkeit, begreift das Geschöpf jedesmal tiefer den Schöpfer, bis es in allen seinen Eigenschaften, allen Handlungen dem Schöpfer gleich wird. Dadurch realisiert das Geschöpf das Vorhaben der Schöpfung, “den Geschöpfen einen Genuss zu bereiten”.

Kaum hat sich das Verlangen zu genießen bis zu dem Zustand, in dem es schon seine Existenz begreift und empfindet und sich die Frage stellt: „Wer mich erchaffen hat und warum ich existiere?“ entwickelt, ist es notwendig, alle Gedanken und Handlungen nur auf die Erreichung der Ähnlichkeit und die Offenbarung des Schöpfers zu richten. Und so kommen wir dem Schöpfungsziel näher.

Das Wichtigste ist es, in jedem Augenblick daran zu denken, wie man diese Handlungen ausführen kann, die der Schöpfer an mir ausführt. Alles anzunehmen, weil es von der Höheren Kraft kommt, außer Der es nichts gibt, und zu verstehen, dass die ganze Macht in den Händen des Himmels liegt, sowie zu entscheiden, dass „nur ich mir selbst helfen kann“, um das Einverständnis und die Verschmelzung mit der einzigen Wurzel zu erreichen, die alles lenkt.

Und Zeichen einer solchen Einstellung ist die Freude. Und ihre Realisation liegt nur in der Vereinigung, im Streben, das ganze Geschöpf zu seiner einen allgemeinen Wurzel zu bringen.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 14.04.2013

Zusammen lösen wir alle Probleme

Frage: In der weiblichen Gemeinschaft herrscht nicht immer eine nette, freundliche Atmosphäre oder eine gegenseitige Unterstützung, deshalb entstehen oft zwischen den Frauen nicht besonders gute Beziehungen. Was ist damit zu tun?

Meine Antwort: Erstens betrifft das natürlich die Frauen. Zwischen ihnen entsteht eine natürliche Konkurrenz und nicht so eine künstlich kultivierte wie bei den Männern. Damit zwischen den Männern irgendwelche Konkurrenz entsteht, soll ein bestimmter Grund vorliegen. Und bei den Frauen ist der Kampf zwischen ihnen, von der Natur aus gegeben. Deshalb muss man sie ständig beruhigen.

Die Frauen wirken auf uns beruhigend bei den Problemen, die mit dem Aufstieg verbunden sind. Und wir sollen sie bei den Problemen, die mit dem Abstieg verbunden sind, beruhigen, denn wenn zwischen ihnen jegliche Art von Streitigkeiten anfangen, bedeutet dies einen Rückschritt in der Entwicklung. Bei den Männern entstehen die Konflikte hauptsächlich durch die Enthüllung und Verhüllung des Lichtes und nicht weil sie gegeneinander sind. Die Konflikte entstehen  durch die Empfindung des spirituellen Aufstiegs, wenn die höhere Kraft mit unserer Selbstsucht zusammenstößt. Und zwischen den Frauen geschieht das durch die Interaktion auf dem irdischen Niveau. Deshalb müssen wir uns gegenseitig unterstützen: die Männer auf die eine Weise und die Frauen auf die andere Art und Weise.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 07.04.2013

Die Frau folgt dem Mann

Frage: Jetzt kann man in unserer Gemeinschaft folgende Organisation der Frauen beobachten: Es gibt Frauen, die ruhig und still sind, sehr viel leisten, dennoch sehr unbemerkbar sind. Und es gibt Frauen-Feministinnen, die ihre Meinung aktiv vertreten und im Großen und Ganzen keine Männer brauchen. Aber wir sprechen darüber, dass unsere Methodik auf einer gegenseitigen Unterstützung beruht.

Meine Antwort: Wir ermöglichen den Frauen, sich zu entwickeln, klären sie auf, schaffen allerlei Voraussetzungen – das alles nur unter unserem „Dach“, keinesfalls – abgesondert.

Von ihrer Seite fordern wir aber, dass es eine deutliche Unterstützung gibt, sie reißen nichts an sich, sie drängen sich nicht in den Vordergrund, sie unterstützen und helfen. Das ist nicht die zweite Rolle. Das ist einfach jene Stelle der Frau, dank der sie auch wirklich hilft und selbst aktiv am spirituellen Prozess teilnimmt, eben nur ein Schritt hinter dem Mann.

So war es immer in jedem natürlichen Haushalt, so soll es auch entsprechend dem Bau von Seir Anpin und Malchut sein. Denn Malchut reicht bis zur “Brust” des Seir Anpins. Das ist ihr maximaler Zustand. Und in der Zukunft, am Ende der Korrektur, wird Malchut in gleicher Höhe mit Seir Anpin sein, was als  „zwei große Leuchten“ bezeichnet wird.

Deshalb ist es von der Frau erforderlich, dass sie entsprechend dem höheren System handelt. Wenn das höhere System anders wäre, gäbe es dementsprechend keine Probleme mit der Stellung der Frauen in der Gruppe. Wir müssen alles tun, was uns von Natur aus vorwärts bringt.

Frage: Aber wie ist es tatsächlich zu realisieren?

Meine Antwort: Die Frauen sollen unterstützen, helfen und die Männergruppe betreuen. Sie sollen so handeln, wie eine Mutter dies tut, sie sollen Ecken und Kanten mildern. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass auch sie nicht  weniger Erschütterungen und Probleme wie die Männer haben, sie tragen sie nur anders aus – ruhiger, weil sie der Natur näher sind und genau innerhalb ihrer Möglichkeiten diese „Gefühlsschaukel“ bei den Männern mildern.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 07.04.2013

Das Herz, die Vernunft und das Netz zwischen uns

Frage: Worin besteht Ihrer Meinung nach der grundlegende Unterschied zwischen dem Individuum und der Gruppe bezüglich Herz und Vernunft?

Meine Antwort: Gerade darin, wie Sie die Frage eben formuliert haben: bei der Vereinigung in das einheitliche, geschlossene System geht das persönliche „Ich“ vollständig verloren, d.h. das individuelle Herz (die Gefühle) und die persönliche Vernunft (das Gehirn) verschwinden, und die vereinigten Herzen und die vereinigte Vernunft beginnen an ihrer Stelle zu “arbeiten”, sodass das Netz der Verbindung zwischen uns sichtbar wird.

Wobei das nicht einfach nur das Netz der Verbindung zwischen uns ist, denn wir annullieren uns freiwillig und gerade das Netz, das infolge unserer Annullierung entsteht, funktioniert und arbeitet weiter. Das, was innerhalb dieses Netzes geschieht, heißt “Die Enthüllung des Schöpfers in der Seele”. Der Schöpfer offenbart sich im Netz unserer Beziehungen, in unserer Seele.

Erwachsene Einstellung zu Problemen

Eine erwachsene Einstellung zu Problemen ist eine solche, wenn du weißt, dass du nur dann ans Ziel kommst, wenn du Probleme meisterst, sie überwindest. Du überwindest unangenehme Empfindungen in deinem Egoismus, die Dunkelheit, und bittest trotz dieser Finsternis um Kontakt mit der Gruppe, mit dem Schöpfer. Womöglich ist deine Bitte verlogen, insgeheim wartest du nur darauf, dass dein Problem verschwindet, dass die Finsternis nur ein bischen verfliegt, um eine kurze Verschnaufpause, Erleichterung oder Selbstsicherheit zu empfinden. Aber du hältst dich zurück, suchst die Verbindung zur Gruppe, zu den Artikeln, zum Lehrer.

Du bist wie ein Baby, das auf die Arme genommen werden möchte. Du suchst jegliche Unterstützung, welche dir erlaubt, nicht darum zu bitten, die Dunkelheit zu zerstreuen, sondern du verlangst, dich darüber zu erheben und an den Schöpfer zu denken, nicht an deine eigenen Empfindungen. Du kümmerst dich um seinen Genuss, nicht um Deinen! Wenn es dir gelingt auf diese Weise zu denken, dann  wirst du demgemäß Freude empfinden können.

Wenn du fähig bist noch mehr danach zu streben, dem Schöpfer Genuss zu bereiten und zwar in der Gruppe und anhand aller weiteren Mittel, dann freust du dich umso mehr. Wenn nicht, dann bitte darum, damit du das Leben in fremden, äußeren Verlangen empfinden kannst, das heißt nicht am eigenen Leib, sondern dort, wo sich deine Seele befindet. Die Krankheitssymptome verschwinden, wenn du aufhörst darüber nachzudenken: du schließt dich dem Schöpfer an.

Du gehst aus deiner Haut heraus, als ob du sterben würdest  und bindest dich an den Schöpfer, an die Seele an, dabei vernachlässigst du deinen Körper. Das nennt man “das Leben im Glauben über dem Verstand”, das “Heraustreten aus sich selbst”, den “Übergang über die Grenze zwischen dem Leben und dem Tod”, wenigstens in geringem Maße.

Später kommst diesem Übergang näher und näher, so dass du folglich den Tod besiegen kannst. Wir müssen wenigstens dieses Modell des Übergangs verinnerlichen und danach wird bereits alles nach diesem Prinzip, im selben Stil verlaufen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 04.04.2013

Das virtuelle Geben

Frage: Was zwingt den Menschen dazu, den Zustand von Bina, „Chafez Chessed“ zu verlassen?

Meine Antwort: Wir gehen niemals aus dem Zustand von Bina, „Chafez  Chessed“ heraus – wir  ergänzen diesen Zustand lediglich. In der spirituellen Welt gehen keine Zustände verloren, vielmehr steigen wir auf den Stufen höher und höher hinauf. Wenn ich den Zustand „Chafez Chessed“, das Geben für das Geben ignoriere, dann kehre ich in die egoistische Absicht zurück. Das Geben für das Geben ist die minimalste Stufe, auf der ich mich aufhalten soll.

Darüber baue ich den höheren Zustand „Chafez Chessed“ auf, und zwar mit einer immer größeren Tiefe des Verlangens (Awiut) bis zum unendlichen Geben für das Geben. Und in diesem Zustand „Chafez Chessed“ (nur die Gnade wünschend), in welchem ich  sogar glücklich und unbesorgt im Wald leben kann, da ich nichts, noch nicht mal ein Hemd brauche, beginne ich das zusätzliche Geben “anzuwenden”.

Im Zustand „Chafez Chessed“ gebe ich nichts. Es ist zwar das Geben für das Geben, aber ich habe nichts, was ich geben könnte. Ich gebe zum Schein, weil ich gegen die eigene Selbstsucht vorgehe. Diese Handlung macht mich zum Gebenden. Als ob die Mutter dem Kind sagen würde: „Tue mir ein Gefallen, höre auf, alles schmutzig zu machen“. Und das Kind tut nichts Nützliches, gibt den anderen nichts, hört nur auf, Unfug zu treiben. Das heißt, das Kind tut etwas für die Mutter.

So ist der Zustand „Chafez Chessed“, was bedeutet, dass ich aufhöre mit der Selbstsucht zu spielen. Ich will sie nicht empfinden, ich will ganz „nackt“ werden und vollständig der Mutter anvertraut werden, in allem auf sie hören. Dabei verrichte ich noch keine guten Taten, was sie von mir erwartet, aber ich habe bereits aufgehört, Böses zu verursachen, worum sie mich gebeten hat. Das heißt Geben zum Zweck des Gebens.

Eigentlich gebe ich nichts außer „dem virtuellen“ Genuss. Ich habe aufgehört mich schlecht zu benehmen, zu schreien, zu wüten. Das bedeutet, dass ich den Zustand „Chafez Chessed“ erreicht habe, der sich von der minimalsten Stufe des Verlangens (Awiut) bis in die Unendlichkeit erstreckt.

Aber darüber hinaus beginne ich bereits für das Geben zu empfangen, etwas auf Wunsch der Mutter zu tun: ihr bei irgendwelchen Hausarbeiten zu helfen. Das liegt oberhalb des Gebens für das Geben, und ist deshalb das reale Geben.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 08.04.2013

Unabhängig davon, wohin dich das Schicksal geführt hat…

Frage: Wie kann ein Student, der weit weg, in einem anderem Land lebt, dieselbe besondere Kraft empfangen, welche in der Ihnen physisch nahen Hauptgruppe empfunden wird?

Meine Antwort: Ich will diese Zweifeln ein für alle Male klären! Wenn sich ein Student in der Entfernung von 10000 Kilometer, irgendwo in Chile befindet, und für „1 Gramm“ vom Unterricht beeindruckt wird, dann ist seine Begeisterung dem Zustand äquivalent, in welchem der Student sich in der Entfernung von 0 km befindet, das heißt direkt neben mir im Unterrichtsraum, und er für „100 Gramm“ beeindruckt ist.

Es ist genau dasselbe. Du berücksichtigst einfach nicht den Einfluss, der hier auf dich einwirkt. In der Ferne ist er hundert Mal schwächer, als gerade vor Ort und an der Stelle. Und wenn du zu uns kommst, so scheint es dir so zu sein, als ob du dich nur für 1 Gramm bemühen würdest, und alle anderen sich hier für 100 Gramm bemühen. Du siehst, dass hier eine um hundertmal größere Anstrengung spürbar wird und bist deshalb unsicher, was deine Handlungen betrifft.

Aber du rechnest nicht damit, dass die Kraft des energetischen Feldes auf dich sogar von der Entfernung, nur mit abgeschwächten Intensität, einwirkt. Und dabei strengst du dich noch mehr an, im Vergleich zu denen, die sich im Zentrum befinden. Obwohl es dir vorkommt, als würdest du verlieren , verlierst du dabei absolut nichts.

Der Schöpfer nimmt die Bemühungen des Menschen in Anbetracht des Zustandes an, in dem sich jener befindet. Die Frage besteht nur darin, ob du die richtige Umgebung vor Ort aufbaust, an dem du gerade bist? Ob du den maximalen Nutzen aus der Gruppe herausziehen kannst, indem du Dich vor ihr und vor dem Schöpfer annullierst. Ob du die Offenbarung der Kraft des Gebens erreichen kannst, um dadurch dem Schöpfer einen Genuss zu bereiten? Wenn du das alles in der Situation, an dem Ort tust, an dem du lebst – dann wird von dir nicht mehr erforderlich sein.

Wenn du daran denkst, ins Zentrum zu kommen, wo der stärkere Einfluss empfunden wird, so bin ich davon nicht überzeugt, ob das tatsächlich notwendig ist. Denn sich wo anders und entsprechend der dortigen Bedingungen anzustrengen, entspricht der großen Anstrengungen hier in der Hauptgruppe, der ich meine Kraft widme. Deshalb ist es absolut möglich, dass du trotz der Entfernung mehr als hier erreichen wirst.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 09.04.2013