Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Tora verheimlicht nichts

Frage: Warum hat die Tora Geheimnisse, die wir so sehr für die Orientierung in dieser komplexen Welt brauchen?

Meine Antwort: Die Tora verheimlicht nichts. Man braucht nicht mehr zu wissen als das, was gerade notwendig ist, sonst ist man verwirrt und macht viel Unsinn. Wenn man mehr verstehen möchte, müsste man sich regelmäßig damit beschäftigen.

Es gibt keine Verbote für die Lehre, es gibt eher innere, natürliche, psychologische Verbote. In unserem Kopf und Herz haben wir Blockaden, die uns nicht zu sehen und zu erkennen erlauben, was in Wirklichkeit in dieser Welt vor sich geht.

Wir  sehen nur die äußere Hülle. Und die innere, tiefere Stufe dürfen wir noch nicht sehen, damit wir sie nicht mit „schmutzigen Händen“ berühren. Also zuerst müsste man mit dem Studium anfangen und der Welt und sich selbst zeigen, dass man für vernünftige und gute Taten bereit ist. Gemäß dessen werden wir weitergeleitet.

Aus der Lektion in Russisch, 04.09.2016

[#202100]

Malchut und Bina symbolisieren Salz- und Süßwasser

Frage: Was ist die spirituelle Wurzel vom Süßwasser? Wie unterscheidet sie sich von der Wurzel der Salzseen?

Antwort: Das Salz stellt Malchut dar, das Wasser entspricht Bina. Die Verbindung zwischen Malchut und Bina, das heißt der Aufstieg von Malchut zu Bina oder der Abstieg von Bina zu Malchut, gebiert das Leben. Dies ist die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Leben.

Salzwasser ist Bina, die besondere Eigenschaften von Malchut erhalten hat. Auf der Erde herrscht Salzwasser vor und es gibt sehr wenig Süßwasser. Grundsätzlich wird Salzwasser über Filter entsalzt oder Salz fällt durch Verdampfung aus und so weiter. Im Allgemeinen gibt es viele Arten von Systemen, die Eigenschaften von Bina und Malchut ausgleichen.

Frage: Wenn wir die Geographie Israels ansehen, stellen wir fest, dass es auf seinem Gebiet Süßwasser gibt, den See Genezareth und Salzwasser, das Tote Meer …

Antwort: Ja, sie sind einander völlig entgegengesetzt. Der See Genezareth speist sich aus den Quellen, die von dem Berg Hermon kommen, von den Gletschern, von Tauwasser und Regenwasser.

Das Tote Meer ist der tiefste Punkt in der Welt, das in einer mit Salz bedeckten Bodenvertiefung liegt. Der Salzgehalt des Meeres ergibt sich aus dem Wasser, das das Salz aus der Erde ausschwemmt. Selbst das Süßwasser aus dem Genezareth, das in es reinfließt, wird salzig.

Somit hat das Salzwasser des Toten Meeres einen anderen Ursprung und Zusammensetzung als das Salzwasser der Ozeane.

Dies ist eine ganz besondere Physik in dieser besonderen geographischen Lage.

Aus der Lektion in Russisch, 14.08.2016.

[#200287]

Purim ist nicht das jüdische Halloween

Purim ist ein großartiges Fest: erst die große Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erlösung, die zum Schluß erfolgt. Dieses Fest wird außergewöhnlich groß gefeiert, vor allem auch weil die Vorschriften des Feiertags uneingeschränkten Alkoholkonsum vorschreiben, damit man „nicht mehr zwischen dem bösen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden“ kann.

Purim ist ein Fest der Symbole. Seine Hauptbotschaft liegt darin, dass selbst der Inbegriff des Guten, Mordechai, dem schlimmen Übel, dargestellt von Haman, hilflos gegenübersteht. Einzig und allein die Einheit kann das Böse überwinden. Als Mordechai Esther anfleht, den König um Gnade zu bitten, sagt selbst sie, dass sie sie nicht retten kann, es sei denn, Mordechai versammelt alle Juden und sie fasten und beten für sie. Dann, wenn sie wieder vereint sind, bemüht sie sich nach Kräften und hat Erfolg.

Bemerkenswert sind auch die Kostüme, ein weiteres Symbol. Purim ist nicht die jüdische Version von Halloween. Die Verkleidungen deuten auf das Verbergen der Kräfte hin, die dieses Szenario innerhalb eines jeden von uns ausspielen.

In seinem Buch Shamati, Ich hörte, erklärt Rav Jehuda Ashlag, der Autor des Sulam (Leiter) Kommentars zum Buch Sohar, dass der König Gott darstellt; Esther, die jüdische Königin, stellt den korrigierten Wunsch, uns mit Gott zu vereinen, dar. Darum erscheint sie, nachdem Königin Waschti vom rechten Weg abkommt und der König sich von ihr scheiden lässt.

Sie wird Esther (Ester, Hebr.) genannt, vom hebräischen Wort Hastarah her, Verhüllung, weil ihre jüdische Identität noch verborgen ist. Sie wird erst enthüllt, wenn sie die Juden retten muss. Daher auch das Wort Megilla (Schriftrolle, Buch) vom hebräischen Wort Gilui (enthüllen). Darum wird der Handlungsablauf im Buch Esther als „verborgenes Wunder“ bezeichnet, um sprachlich darauf hinzuweisen, was für ein Wunder diese Offenbarung von Gottes Macht im Verborgenen ist.

Mordechai steht für die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er ist reine Güte und will nichts für sich selbst. Wenn zwei Diener den Mord des Königs planen und Mordechai ihn durch Esther warnt, belohnt der König ihn nicht sofort, und Mordechai will auch keine Belohnung oder Anerkennung dafür.

Gottes Plan, die Eigenschaft der Barmherzigkeit – Mordechai – als Herrscher des Königreichs (sprich, der Welt) einzusetzen, ist ein weiteres wichtiges Element, das in der Geschichte verborgen ist. Würde die Welt von der Barmherzigkeit, dargestellt von Mordechai, regiert, würden Menschen glücklicher sein, als wenn sie von der Boshaftigkeit, dargestellt durch Haman, regiert werden würden. Doch Mordechai hat nicht den Wunsch, zu regieren, da er nichts für sich selbst will, und ist ganz froh darüber, anonym zu bleiben.

Um Mordechai nun endlich zur Aufgabe des Herrschers zu zwingen, muss der König eine Bedrohung ins Spiel bringen, die groß genug wäre, um Mordechai zum Handeln zu bewegen: die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk betreffen würde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherzigkeit darstellt, nämlich den rücksichtslosen Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen, und ohne Rücksicht auf Andere zu genießen. Kurz gesagt, Haman ist reiner Egoismus.

Hamans Vorwand dafür, die Juden umzubringen, besteht darin, dass diese nicht vereint sind: „Es gibt ein gewisses Volk, verstreut und abgesondert“. Die Juden wurden zu einem Volk, als sie versprachen, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ vereint zu sein. Haman beschuldigt sie, sich „nicht an die Gesetze des Königs zu halten“, was vollkommen Sinn macht, weil das Gesetz ihrer Gründung als Nation von ihnen Einheit verlangt. Wenn sie verstreut sind, dann halten sie sich nicht an dieses Gesetz. Wenn dieser Zustand eintrifft, werden sie überflüssig, und Haman sagt dem König, dass dieser sie loswerden soll.

Die Juden waren in Schrecken versetzt. Weder hatten sie eine Vorstellung, wie sie sich retten sollten, noch wussten sie, was sie verkehrt gemacht hatten, um den Tod zu verdienen. Dann kommt Mordechai und versammelt sie im Gebet um Esthers Erfolg, und sie folgen ihm. Dadurch vereinen sie sich wieder und werden erneut zu einer Nation, genau wie damals am Fuß von Berg Sinai.

Das macht den Vorwand von Haman ungültig, da sie nicht länger „verstreut“ sind, und somit auch nicht mehr gegen das Gesetz des Königs verstoßen. Auf selbstverständliche Weise wird an dieser Stelle das Urteil widerrufen.

Die Charaktere in diesem Stück erzählen uns über die verborgenen Kräfte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und tragen unsere spirituelle Entwicklung. So wie sie damals Haman ins Leben riefen, so bringen sie immer wieder neue Hamans zutage. Heutzutage gibt es etliche von ihnen in jedem Land und heute wie damals besteht das Gegenmittel in der Vereinigung. Wenn wir uns vereinen, sind wir gerettet; vergessen wird dies, werden wir bedroht und sogar vernichtet.

Dies führt uns nun zu der großen Freude an Purim, wo uns befohlen wird, Alkohol zu trinken, bis wir nicht mehr in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wenn wir uns vereinen, verbreiten wir diese Einigkeit im gesamten Königreich, womit die gesamte Schöpfung gemeint ist. Indem wir uns vereinen, werden wir zum Licht für die Völker, und verbreiten das Licht der Vereinigung.

Wenn alle Menschen sich vereinen, dann muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen Eins sind. In diesem Zustand wird es sogar überflüssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden, und die Betrunkenheit ist das Symbol dafür.

Die Hamantaschen oder Hamentaschen (Jiddisch für Hamans Taschen) stellen die Korrektur der egoistischen Wünsche da, die stattfindet, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind sie auch süß gefüllt: das symbolisiert die Freude der Einheit in nicht selbst bezogenen Wünschen.

Zum Schluss: Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unserer Uneinigkeit kommt. Wenn wir uns nicht vereinen, werden wir verfolgt, so wie im Exil von Babylon, während all der Verfolgungen, die wir in der gesamten Geschichte erlitten, und die wir auch heutzutage wieder fühlen. Mit Einigkeit sind wir jedoch heil und gesund und beschwipst. Also: Wenn alles schief geht, vereinigt euch!

 

Kabbala Akademie

 

Huffington Post, 2015

Megilat Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung”:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben”, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester” (die Rolle der Esther) erzählt wird.

Der hinterlistige Feind Amalek

Amalek ist der schlimmste Feind des die Spiritualität anstrebenden Menschen. Wenn dieser Amalek uns überwältigt, dann empfinden wir Mangel in der Wichtigkeit der Spiritualität, den Nebel, die Müdigkeit.

Er nimmt uns das Verlangen, uns zu bemühen, die Natur des Schöpfers zu enthüllen, um Ihm gleich zu werden. Wir finden eine Menge von Gründen, warum wir die Spiritualität nicht brauchen. Und dieser Zustand heißt „Macht des Amalek“.

Er steht uns nicht wie ein offener, bekannter Feind gegenüber, sondern schleicht sich unmerklich an und flößt uns die Müdigkeit, die Faulheit ein, und entzieht dem Spirituellen jede Wichtigkeit.

Wir beschäftigen uns dann lieber mit tausend verschiedenen Arbeiten, statt eine konkrete, wichtige Handlung zu setzen, die uns zum Ziel führt. Man ist mit allem einverstanden, nur nicht mit der Anstrengung! Genau das wird als Amalek bezeichnet.

Er wird uns nicht als Feind offenbart, der uns angreift, weil er uns hasst und gegen den wir uns verteidigen müssen. 

Auszug aus der Stunde nach dem Artikel von Rabasch, 02.09.2011

Wie man auf das Böse reagieren soll

Frage: Wie soll derjenige, der Kabbala studiert, sich gegenüber einem boshaften Mitmenschen verhalten? Müsste man sich einmischen, um es zu stoppen?

Meine Antwort: All dies dient zum Zweck, den Menschen zu zeigen, wie verbreitet das Böse in unserer Welt ist und dass man es mit Güte ausbalancieren kann.  In der Regel funktioniert es auf dem direkten Weg nicht.

Wenn man tatsächlich die Korrektur vornehmen möchte, müsste man sich an die Gruppe anhaften, die an der Verbindung unter einander arbeitet und dementsprechend das umgebene Licht anzieht. Dieses Licht erzeugt den richtige Widerstand gegenüber den bösen Kräften.

Frage: Wie soll ein Kabbalist reagieren, wenn er ein Zeuge von Gewalt und Betrug wird?

Meine Antwort: Als erstes muss er verstehen, dass alles für seine Korrektur gegeben wird. Nur, wenn er es schafft, die richtige Absicht aufzubauen, wird er in der Lage sein, an der Situation etwas zu ändern.

Dies ist möglich, wenn man bewusst versteht, dass alles vom Schöpfer kommt. Er zeigt es auf dem inneren Schirm des Menschen. Und man sollte nicht auf den visuellen Impuls reagieren, sondern auf die Tatsache, dass all dies von der Höheren Kraft ausgeht.

Was Betrügereien betrifft, ist es besser, nichts zu tun. Man sollte versuchen, dies auf der inneren Eben zu korrigieren. Es ist notwendig, der bösen egoistischen Kraft mit der guten altruistischen Kraft entgegenzutreten.

Wenn man sie hat, wird man helfen und die Situation ändern können, und wenn nicht, dann wird nichts klappen.

Aus dem russ. Unterricht, 199959

Die Kabbala über Depression

Frage: Viele Menschen, darunter Jugendliche und Ältere, leiden heute unter Depressionen. Dies wird als eine psychische Erkrankung betrachtet. Gibt es gemäß der Kabbala eine Lösung dagegen?

Antwort: Es gibt eine Lösung. Depression ist das Resultat unserer unbefriedigten Wünsche. Ein Mensch hat nichts, außer Wünsche; wenn sich diese Wünsche erfüllen, empfinden wir Freude. Wenn sie sich teilweise erfüllen, sind wir teilweise unzufrieden, ein Zustand den wir ständig spüren und an den wir uns gewöhnt haben. Wir versuchen diese Unzufriedenheit auf unterschiedliche Weise zu neutralisieren: indem wir uns Filme ansehen, Fußball spielen, Pillen einnehmen, Medikamente verwenden, so halten wir uns irgendwie flott.

Es gibt Arten der Depression, bei der wir eine tiefschwarze, klaffende Leere in uns fühlen. Wir spüren keine Erfüllung in der Gegenwart und glauben nicht, dass es irgendwann in der Zukunft eine gibt. Das ist in der Tat eine schwierige Situation. In der Regel lebt ein Mensch mit einer Hoffnung für die Zukunft. Er plant, in den Urlaub zu fahren, fischen zu gehen, mit Freunden Fußball zu spielen, etc.. Ein Mensch beschäftigt sich normalerweise mit Gedanken über Nahrung, Sex, Familie, Vermögen, Respekt, Wissen und Freizeit. Dies alles haben wir in unserer Welt zu unserer Ablenkung erfunden, damit wir in diesem Leben existieren können. Wenn das alles von der Dunkelheit verschluckt wird, befindet sich ein Mensch in einem ernsten Zustand der Depression und ist bereit zu sterben. In diesem Zusammenhang steht geschrieben: „mein Tod ist besser als mein Leben.

In dem Moment, in dem ein Mensch solche Depressionen spürt, fragt er sich nach dem Sinn des Lebens: „ gibt es in diesem Leben keinen Sinn?“ Solche Zustände führen ihn zur Weisheit der Kabbala. Es ist daher praktisch unmöglich, die Weisheit der Kabbala zu finden, ohne deprimiert zu sein, da es eine Frage nach dem Sinn des Daseins ist. Wenn ein Mensch einen Sinn und Zufriedenheit in Handlungen wie Schlafen, Essen, Reisen und den allgemeinen Dingen findet, taucht in ihm die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht auf. Es scheint, dass es ihm gut geht, aber dieser Lebensinhalt bezieht sich auf die tierische Stufe. Wenn ein Mensch durch solche Handlungen keine Zufriedenheit erlangt, kommt er zur Weisheit der Kabbala. Daher ist die erste Frage, die ein Mensch stellt, wenn er zur Kabbala kommt: „Was ist der Sinn des Lebens? Wie kann dieses Leben gefüllt werden? Was ist der Punkt in diesem Leben?“ Eigentlich ist es die Sinnlosigkeit, die ein Mensch ausbildet, da unsere gesamte Entwicklung unter dem Druck und den Leiden, dem Verlangen etwas zu entdecken und zu erreichen besteht. Der Mensch spürt, dass ihm etwas fehlt, in Wahrheit fehlt ihm der Sinn des Lebens.

Die Frage nach all den Enthüllungen in der gesamten Menschheitsgeschichte lautet: „Wofür? Warum? Was soll das alles bedeuten?“ Es sollte uns irgendwann zur Offenbarung der wahren Bedeutung des Lebens bringen. Wir sollten verstehen, dass unsere Welt nur ein Sprungbrett ist, aus dem wir uns selbst herausstoßen und zur nächsten Dimension, die hier in dieser Welt ist, aufsteigen müssen. Während wir in unserem Körper leben, mit einer Familie, einem Job und allem anderen, gehen wir in die nächste Dimension über. Gleichzeitig erreichen wir die nächste Welt. Das ist die wahre Bedeutung.

Das System drängt uns nach dieser Bedeutung zu suchen. Unser Ego wird Hilfe dagegen genannt, da es tatsächlich das leere Ego ist, welches den Menschen in die richtige Richtung schiebt.

(199954)

Aus der russischen Kabbala-Lektion 2/10/16

Furcht ist ein Mangel an Erfüllung

Frage: Furcht ist ein sehr starkes Gefühl. Wie kann ich damit fertig werden?

Antwort: Indem man das Or Makif nutzt (Umgebendes Licht). All unsere Gefühle sind positive oder negative Erfüllungen unserer Wünsche, und Furcht ist ein Mangel an Erfüllung.

Sie ist der fundamentale Bestandteil unseres Lebenssinnes, der Welt, und sie kommt aus leeren Wünschen. Wenn wir erfüllt sind, verschwindet die Furcht, und wenn wir leer sind, erscheint das Gefühl von Sorge und Unsicherheit. Es gibt annähernd 800 Arten der Furcht auf der Welt. Sie ist ein sehr ernstzunehmendes Gefühl von leeren Wünschen, ein Kli (Gefäß) genannt.

Es ist möglich, die Furcht mithilfe der Weisheit der Kabbala zu kurieren, aber um das zu tun, müssen wir sie systematisch und vor allem in einer Gruppe studieren! Die leeren Wünsche werden dann schnell erfüllt, und negative Gefühle werden durch positive ersetzt.

Deshalb ist es am hilfreichsten, wenn man darauf hoffen kann, möglichst in einer Gruppe zu arbeiten, da es für eine einzelne Person sehr schwierig ist, einen solchen Zustand zu erreichen. Es ist sehr leicht, das Or Makif in einer Gruppe anzuziehen. Ohne eine Gruppe ist das sehr schwierig.

Aus der russischen Kabbalalektion 8/21/16

[200836]

Das Verlangen nach Genuss ist nicht gleichzusetzen mit dem Ego

Frage: Wenn uns der Schöpfer als ein Verlangen zu empfangen schuf und uns Zufriedenheit geben möchte, sind wir dann nicht grundsätzlich gegensätzlich zu Seinem Verlangen, indem wir uns wünschen Ihm ähnlich zu werden und zum Geben kommen?

Antwort: Da wir nicht auf den Wunsch verzichten, begegnen wir nicht Seinem Verlangen. Wir ändern nur dessen Absicht. Alle unsere Verlangen bleiben erhalten und arbeiten, um noch mehr zu empfangen. Ich ändere nur meinetwegen die Absicht für mein Ego, zu einer Absicht um der anderen willen. Insofern geht meine Absicht nach außen, da ein Wunsch selbst nicht das Ego ist.

Ein egoistisches Verlangen ist ein Wunsch mit einer Absicht, die auf den eigenen Vorteil ausgerichtet ist. Ein altruistisches Verlangen ist der gleiche Wunsch, jedoch mit der Absicht um der anderen willen. Wenn ich alle meine Verlangen verwende und aus mir heraustrete, dann verwirkliche ich sie auf die richtige Weise.

Ein Mensch kann die Absicht nicht ändern, die Veränderung geschieht nur in einer Gruppe unter dem Einfluss des Or Makif (umgebendes Licht). Nur die richtige Methode fördert und ruft das Or Makif herbei, welches die Absicht um meinetwillen zu einer Absicht um der anderen willen ändert. Auf dieser Stufe beginnen wir die Welt, die sich außerhalb von uns befindet, wahrzunehmen.

Aus der Kabbala-Lektion auf russisch

18/8/16

(198628)

Erbitte mehr vom Schöpfer!

Frage: Was bedeutet es praktisch, sich gegenüber dem Freund oder dem Lehrer genauso wie gegenüber dem Schöpfer zu verhalten? Sie bedingungslos zu rechtfertigen genauso wie den unergründlichen Schöpfer?

Meine Antwort: Der Schüler muss versuchen, das, was der Lehrer spricht und lehrt, in sich aufzunehmen und sich so gegenüber den Freunden zu verhalten, dass schlussendlich eine Verbindung untereinander geschaffen wird, in der sich der Schöpfer offenbart. Alles hängt von der Art der Beziehung zwischen den Freunden ab.

Denn um die erste spirituelle Eigenschaft (Stufe Nefesh – das kleinste Licht) untereinander zu erreichen und hier den Schöpfer zu entdecken, muss man mit den Freunden verschmelzen und zu einem Embryo werden (Ubar). Wie ein Tropfen Samen in der Gebärmutter der Mutter. Jeder gegenüber dem anderen. Dann erfüllt diese Gruppe (Zehner) die notwendige Bedingung für die Enthüllung des Schöpfers.  

Doch es ist unmöglich, dass man es alleine schafft, und man soll erst gar nicht danach streben, denn es wäre wie wenn man ohne Flügel fliegen wollte. Das ist nicht die Arbeit, die wir tun sollten, und das Problem liegt darin, dass die Menschen versuchen, die Enthüllung durch immer mehr physische Handlungen zu erreichen. Man soll keinen Druck aufeinander ausüben und auf noch mehr physischen Handlungen bestehen: wie sich umarmen, miteinander lesen etc.

Alles, was wir tun müssen, ist immer mehr vom Schöpfer zu erbitten, damit Er es für uns macht, weil alle unsere andere Bitten und Erwartungen egoistisch sind. Wenn man sich an den Schöpfer wendet, wird der altruistische Teil gezwungenermaßen in Kraft treten.

Aus der Lektion in russischer Sprache, 07.08.2016

[#199518]