Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wunsch'

Von mir hängt die Welt ab

Eine Frage, die ich erhielt: Wie viele Menschen sollen sich gleichzeitig in der Absicht befinden, damit sich die spirituelle Verbindung eröffnet?
Meine Antwort: Ich alleine. Wenn ich den eigenen Wunsch, sich mit den anderen zu verbinden aufdecke, dann stelle ich fest, dass sie schon alle verbunden sind. Aber es scheint mir, dass sie sich nicht in der Einheit befinden, damit ich an ihnen arbeiten kann, und sie – an mir. Aber das ist alles – nur verhältnismäßig zu mir.

Solange ich nicht korrigiert bin, decke ich in ihnen meine Verdorbenheit auf, – und arbeite an ihnen, damit sie mich beeinflussen und mich stärken. Aufgrund ihrer Unterstützung, korrigiere ich mich – und dann sehe ich, dass sie sich auch mehr korrigieren. Denn „jeder urteilt die anderen mit der Menge seiner Fehler“.

Es kommt heraus, dass ich mich nur über meine Korrektur sorgen sollte. Und was ist mit den anderen? Wenn ich sehe, das die Welt zerbrochen ist, – muss ich sie korrigieren. Es bedeutet, das ich mich selber korrigiere.

In dem Fall, wenn ich mich zu den anderen mit der Absicht des Gebens verhalte, sehe ich sie nicht im zerbrochenen Zustand, ich sehe die Shechina in ihnen, die Eröffnung des Schöpfers, der die ganze Welt füllt.

Aus dem Unterricht über das Buch Sohar, 21.11.2010

Der tiefe Start

Eine Frage, die ich erhielt: Ich befinde mich im Fallen seit dem Ende des Kongresses. Ich befürchte, ich habe das Streben zum Geben verloren.

Ich arbeite in der Gruppe, aber fühle, dass sie mir nicht hilft, sie stört mich sogar. Ich denke über eine Pause nach, um den Wunsch wieder zu enthüllen. Sind meine Überlegungen richtig?

Meine Antwort: Welchen Wunsch wirst du öffnen, wenn du weggehst? Den Wunsch, in die Bar zu gehen oder den Fußball anzuschauen? Wir bekommen das spirituelle Bedürfnis nur von der Umgebung. Wenn du die Gruppe verlässt, dann wirst du dich in die genau entgegen gesetzte Richtung begeben.
Es ist über die Offenbarung des Egoismus gesagt: dort, wo die Gerechten gehen werden, fallen die Sünder. Es ist dein Dilemma eben: zum Gerechten oder zum Sünder zu werden.

Die Verhüllung, die nach dem Kongress erfolgte, hat in dir einen neuen, starken egoistischen Wunsch gezeigt, der für die Korrekturarbeit vorbestimmt ist.

Und du willst dieser Arbeit entlaufen, anstatt neu zu starten, wobei genau das notwendig ist.

Wir kommen immer nur dann voran, wenn wir die neuen, beschädigten Teile des Wunsches der Genüsse offenbaren. An dieser Stelle muss man nur die Verbindung zum Ziel bemerken.

Dieser beschädigte Teil entfernt mich in Wirklichkeit nicht vom Ziel, sondern ermöglicht mir hingegen, vorwärts zu gehen, wenn ich ihn zur Korrektur mit schleppen werde.

Folglich erprobe ich die schlechten Empfindungen, die Finsternis und die Hilflosigkeit. Ich fühle die Schwere und die Gleichgültigkeit, alle flammenden Reden trüben sich. Was ist zu machen? Wie kann man jetzt nicht weglaufen?

Hier wird die Gewohnheit, die Verpflichtung, die geführte Ordnung helfen. Meine Bemühungen sammeln sich in den großen Besitz an. Somit darf man niemals vom Weg abgehen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010

Über die kulturellen Unterschiede

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin ein Musleme und studiere Kabbala einige Monate lang. Kann ich weiterhin die Gesetze meiner Religion beachten und die Seele korrigieren?

Meine Antwort: Die Kabbala entstand vor dem Judaismus, Christentum und Islam. Die Tora erzählt uns, wie Abraham „die Geschenke“ an die Söhne der Konkubinen gegeben hat und sie in Richtung Osten schickte, womit der Anfang von den östlichen Lehren gelegt wurde. Alles stammt aus einer Quelle.
Der allgemeine Wunsch teilt sich in eine Menge der Einzelteile, wobei jeder Teil seinen eigenen Weg der Korrektur geht. Einige können ihn sofort beschreiten – sie haben die Gruppe gebildet, die Abraham aus Babel herausgeführt hat.

Alle übrigen Teile wurden in der Welt zerstreut, und jeder kommt auf eigene Art voran, den eigenen Eigenschaften entsprechend.

Die Mittel ihres Aufstiegs sind verschiedene Religionen, Glauben und Kulturen. Dabei bereitet es keine Probleme, gleichzeitig in der eigenen Konfession zu bleiben und den spirituellen Weg zu gehen. Baal HaSulam schreibt in seinen Werken über die letzte Generation:

„Die religiöse Form des Lebens aller Völker soll ihre Vertreter zum Geben verpflichten, nach dem Prinzip „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Dies ist die allgemeingültige Religion für alle Völker.
Somit kann jedes Volk seiner Religion und Tradition folgen, und es ist nicht nötig, sich in die Religion des anderen Volkes einzumischen“.

Mit anderen Worten, man muss sich nicht in die Beschaffenheit der Völker und deren Kulturen einmischen. Lass sie in Ruhe, denn die Menschen brauchen das. Dieser „Territorium“ hat nichts mit der Spiritualität zu tun. Je nach dem Aufstieg verwandelt er sich für den Menschen in die kulturelle Plattform, in die Tradition, die ihn weiterhin nicht stört.

Wenn ich über meine Natur aufsteigen will, um mit allem vereinigt zu werden, dann erscheinen sogar die Wechselbeziehungen der Religionen in einem anderen Licht. Als Mosleme verstehe ich plötzlich, dass ich zum Ziel sogar mit dem Christen zusammen gehen kann.
Denn was kann uns daran hindern? Jeder hat sich an die häusliche Küche gewöhnt, die niemand wegimmt. Wie Baal HaSulam schreibt, kann jeder in der eigenen Religion bleiben, und hier hat niemand das Recht, sich darin einzumischen, weil das nichts mit dem spirituellen Weg zu tun hat.

Im Endeffekt stellen die Religionen die Kultur in unserer Welt dar, die Tradition, die von vornherein der Natur verschiedener Teile, die Malchut entspricht, sowie mit der Wurzel der Seele übereinstimmt.

…Vor kurzem, lasen wir den Wochenabschnitt der Bibel über Abraham, der nach der Verordnung des Schöpfers, seinen einzigen Sohn Izchak aufopfern sollte, aber im letzten Moment, auch nach der Verordnung des Schöpfers, das Zicklein geopfert hat.
Das Opfer – hebräisch „Kurban“, kommt vom Wort „Karov“ – die Annäherung (die rechte Linie Abraham opfert seine Selbstsucht, Kurban, seine linke Linie Izchak auf, und nähert sich dem Schöpfer an – Karov).

Und wir hören, wie die Moslems den Feiertag Kurban feiern, weil Ibrahim, nach dem Willen Allahs, anstelle Ismael den Bock aufgeopfert hat. Allah kommt vom Wort Alla, Elion, der Höhere.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010

Vorbereitungen für die Arbeit von David

Frage : Wie zeigt sich die Geschichte von David und Bat – Sheva in der Gruppenarbeit.

Antwort : Eine berechtigte Frage. Wir arbeiten ja nicht an einem privaten Wunsch des Menschen, sondern an dem Wunsch,der in uns allen besteht. Gerade wurde er zerbrochen und nun müssen wir ihn korrigieren.

Jeder befindet sich im gemeinsamen Wunsch der Genüsse, in privater Selbstsucht, die überhaupt nicht berechnet wird.

In mir existieren Wünsche des tierischen, des pflanzlichen und des leblosen Niveaus, die der direkten Korrektur nicht nachgeben.
Sie werden, je nach dem Grad meiner Arbeit, auf der menschlichen Stufe korrigiert.

Wir müssen unsere Beziehungen korrigieren, die roten Fäden innerhalb unserer Verbindung. Unser gemeinsame Wunsch bringt jedoch auch die Darstellung des Bösen mit sich – unsere Absicht zu empfangen.

Alles andere lass in Ruhe – beschäftige dich nur mit dem Menschen in dir, mit Adam, der dem Schöpfer ähnlich (dome) sein soll.
Und alle übrigen Wünsche werden ihm automatisch folgen.

Aus diesem Grund liegt unsere ganze Arbeit in der Gruppe.
Malchut, Bat – Sheva sind ein gemeinsames, zerbrochenes Kli, das wir korrigieren und vereinen sollen.

Es kommt das Licht von AB – SAG und nimmt uns einen Teil des Lichtes weg – so geht Urija weg – d.h. das Licht Jud – Kej,
und es bleibt nur Waw – Kej, mit welchem man arbeiten kann.

Dann nimmt David den Teil des Seir Anpin, der für die Korrektur von Malchut vorbestimmt ist, und arbeitet damit.

Er stellt den Massach mit der Absicht zu geben dar, und korrigiert Bat – Sheva. Dadurch kommt er zum richtigen Sivug,
zur Einheit mit ihr, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, Vorwort, 18.11.2010

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Jeder, der mit der Gesellschaft trauert

Baal HaSulam. „Die Früchte der Weisheit. Die Gespräche.“ Artikel „Jeder, der mit der Gesellschaft trauert“ (gekürzt):

Jeder, der mit der Gesellschaft trauert, wird folglich auch den Trost der Gesellschaft erhalten. Denn je nach Größe des Wunsches kann er sich erfüllen. Derjenige, der nicht mit der Gesellschaft leidet, empfindet nur den eigenen Wunsch, weshalb seine Füllung auch nicht groß ist.

Aber derjenige, der mit der Gesellschaft trauert und die allgemeinen Leiden als seine persönlichen empfindet, wird mit der großen Füllung – mit der Eröffnung des Schöpfers – mit dem Trost der Gesellschaft ausgezeichnet. Weil sein Wunsch der gemeinsame Wunsch ist. Deshalb ist seine Füllung auch das Gemeinsame.

Es ist gesagt, dass „die Gerechten keine Ruhe finden„. Denn die Füllung wird nach Maß des Wunsches gezeigt, und die Gerechten streben ständig danach, ihren Wunsch zu vertiefen und auszudehnen, weil es keine Beschränkung in der Füllung gibt, und alles nur vom fertigen Wunsch abhängt.

In diesem Fall, ist das Ziel ihres Lebens, danach zu streben, den Wunsch auszudehnen, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, der sie erfüllen will.

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Die Arbeit von Uri und die Arbeit von David

Das Buch Sohar erzählt uns über die Korrektur von Malchut.Malchut ist das Allgemeine Kli, der Wunsch zu genießen, den der Schöpfer geschaffen hat.

Er hat ihn jedoch eine Reihe bestimmter Handlungen geschaffen, um diesem Wunsch eine besondere Form zu geben, die ihm im Nachhinein gestatten wird, sich auf das Empfangen des gesamten Lichtes der Unendlichkeit vorzubereiten. Deshalb sprechen wir nur über die Korrektur von Malchut, bzw. die Korrektur des Wunsches. Der Prozess wird in folgende Etappen unterteilt: die Entstehung (Ibur), die Ernährung (Jenika) und der erwachsene Zustand (Mochin).

Alle diese Zustände werden mittels der Vereinigung von Malchut und Bina korrigiert. Ihre richtige Kombination heißt „Malchut David“. Das richtige Herangehen besteht darin, dass wir Malchut nur in jenem Maß korrigieren, in welchem wir fähig sind, sie in Bina aufzunehmen.

Im Artikel „Die Nacht der Braut“ erzählt der Sohar metaphorisch, wie sich König David in Batschewa verliebte. Sie war die Frau seines Feldherren Uri und David hat absichtlich seinen Tod auf dem Gefechtsfeld vorbereitet, und er nahm Batschewa ohne auf die Nachricht über ihren Mann zu warten. Diese Geschichte, die vom Propheten Schmuel beschrieben wurde, wird zur großen Verwunderung als unmoralisch dargestellt, obwohl heut ähnliche Geschichten mit Leichtigkeit geschehen. Wie konnte also so etwas geschehen? Natürlich, handelt es sich um die allegorische Erzählung. „David“ ist die „männliche“ Malchut, die sich mittels des Schirmes und des widergespiegelten Lichtes, d.h. mittels der Absicht korrigieren kann. „Batschewa“ ist jener Teil der allgemeinen Malchut, der momentan zur Korrektur brauchbar ist. Wenn sie vom Licht Chasadim korrigiert wird, dann kann sie David gehören. Die Reihenfolge der Handlungen ist folgende: das Licht AB-SaG zeigt den vorliegenden Teil Malchut, und das Licht Chassadim füllt ihn aus. Die vorläufigen Etappen der Analyse und der Füllung durch das Licht Chassadim sind „die Arbeit von Uri“. Seinen Name kann man auf das Licht des ersten Teils von HaWaYaH und auf die empfangenden Kelim Davids aufteilen.

Danach kann man ihn zum Empfangen um zu Geben korrigieren, was schon „die Arbeit von David“ ist.

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar, 18.11 

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Ersetze die Brille, und du wirst sehen…

Was bedeutet es eigentlich, die Unendlichkeit zu erreichen? Wenn ich die Unendlichkeit erreiche, dann verwandle ich mich in Malchut der Welt der Unendlichkeit – ich schließe somit alles ein.
Denn „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ bedeutet, dass alles, was ich sehe und außen empfinde, zur unzertrennlichen Komponente meiner Seele wird.
Meine Seele bekommt all jene Teile zurück, die von ihr entfernt waren, so dass sie zur ganzen, vollkommenen Seele wird.

Und alles, dass mir außen zu existieren scheint: die unbelebten Objekte, (stelle dir vor, du würdest alle Sterne verschlucken!) – sind Bestandteile des unbelebten Niveaus deines egoistischen Wunsches, alle Pflanzen – des Pflanzenniveaus, die Tiere – des tierischen Niveaus.

Als ob der Abdruck deines egoistischen Wunsches dir gezeigt hätte, dass sich all die Objekte außen befinden würden.
Aber kaum beginnst du, das Organ des Gebens, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen, so wirst du alles in deinem Inneren empfinden. Sie sind – deine Bestandteile!
Und du wirst sie gerade auf diese Weise fühlen! Solange du aber innerhalb deines Egos lebst, ist es schwierig, das Gesagte zu verstehen!

Physiker behaupten, dass sogar infolge der Anschauung irgendwelchen Objektes, wird ihm ein gewisser Defekt zugetragen.

Und deshalb siehst du nicht das wahrhafte Bild, sondern den Mittelwert aus deinen Eigenschaften und dem wirklichen Wesen des Objekts.

Denn alles, was du siehst, wird von dir, entsprechend deinen Eigenschaften wahrgenommen. Alles hängt von deinen Sinnesorganen ab, von dem, wie du „das Gesehene“ entzifferst.
Aber irgendwann Einmal, infolge der langen Überlegungen, Fragen und Klärungen, wirst du plötzlich fühlen, dass die wahre Realität anders ist. Du wirst sie unter einem anderen Winkel betrachten und verstehen, dass nur diese Vision real ist. Du wirst eben die Brille ersetzen…
Aus der 6. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

Der Anfang einer neuen Stufe

Der Sohar, Kapitel „Beschalach“, Punkt 441: … Darüber steht geschrieben: „Du sollst nicht mit einem Ochsen und einem Esel zusammen pflügen“, das heißt, man sollte den bösen Arten keinen (Frei)raum geben, da die Handlungen des Menschen erwecken, was nicht so sein muss. Wenn sie sich zusammen paaren, ist es unmöglich, ihnen standzuhalten.

Eine Klipa, die „Hund“ genannt wird, erscheint auf ihrer Seite, und diese ist die verbittertste von allen.

Der Sohar spricht auch darüber, dass mit jeder unserer Bemühungen und der Handlung sofort Klipa geöffnet wird und der Mensch den Misserfolg erlangt, in Klipa eintaucht, und dann die Korrektur begeht. So löst er sie auf, um sich darin nicht mehr befinden zu müssen.

Das heißt, der Aufstieg nach zu den Stufen fängt mit der Verwirrung, mit der Vermischung des Guten und des Übels an.
Jeder beliebige Zustand ist mir zuerst unklar. Aber gewiss gibt es darin das Gute und das Böse.

Ich soll in diesem Zustand das Licht heranziehen, das zur Quelle zurückführt. Das Licht, das in diesem Zustand gezeigt wird, lässt das Übel hinabsteigen, wobei ich mit dem Guten nach oben hinaufsteige.

Deshalb empfinde ich in einem beliebigen Zustand zunächst die Unklarheit, die dann infolge des Lichtes geklärt wird.

Vor allem öffne ich mit Hilfe des Lichtes das Übel, wie es gesagt ist: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen“, – und werfe es nach unten (1). Und dann – „… Er hat die Tora für seine Korrektur geschaffen, weil das Licht (O“M), das darin eingeschlossen ist, zur Quelle zurückführt „. Dann steige ich nach oben mit dem guten Wunsch (2) hinauf.

Deshalb „gibt es keinen Gerechten auf der Erde, der das Gute getan hat, bevor er sündigte.“ Zuerst sollen wir das Übel öffnen und es von uns (1) wegwerfen, das heißt, sich darin aufzuhalten, zu verstehen, was dieses Böse ist, um dann das Gute zu erreichen (2).
So geschieht jede Klärung jedes winzigen Details
Deshalb sollen wir uns nicht erschrecken, dass es uns jede Minute passiert
Gerade im Gegenteil – je öfter, desto besser.

Aus dem Unterricht über den Buch Sohar, 14.11.2010

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Der tanzende Orientierungspunkt

Das Buch Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“:

„Die Söhne am Tempel der Braut sollen sich mit ihr über jene große Korrektur freuen, die dank ihnen geschah.“

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist ein Kriterium unseres Aufstiegs? Der Hass, der zwischen uns geöffnet wird, oder die Freude?

Meine Antwort: Vor allem, komme ich dann voran, wenn ich den gedanklichen Blick aus der Stelle nicht verliere, die ich offenbaren will. Sie heißt „die Braut“, und gerade dorthin wird sich „der Bräutigam“ herablassen, d.h. das Licht, das sie ausfüllen wird, unsere Vereinigung ausfüllen wird. (Der Bräutigam, hebräisch „Chatan“ kommt vom Wort „Nochet“ – der Absteigende).

Wenn in mir eine ewige Bitte existiert, diese Stelle zu enthüllen, dann bin ich über die Bemühung froh, welche ich unterstützen kann. Dabei ist es unwichtig, wie häufig ich vergesse, oder auf die Analyse im Verstand abgelenkt werde.

Es ist darüber gesagt: „Die Tora wird aus Zion hinausgehen“. Mit anderen Wörtern, der Aufstieg bildet sich aus diesen Ausgängen (Yeziot), aus den Bemühungen, die Stelle unserer Vereinigung erneut zu bestimmen.

Jedes Mal soll ich die Konzentration verlieren. Denn jeder beliebiger Zustand beinhaltet zehn Sfirot. In der Spiritualität geschieht die Handlung nur beim Vorhandensein von allen 10 Sfirot (Ejn Mikzat be ruchanijut).

Wenn ich etwas korrigiere, dann soll das volle Maß korrigiert werden. Jeder Teil des Wunsches erfordert die Loslösung vom vorigen Zustand, sowie eine neue Ausrichtung auf die Einheit – zu den neuen zehn Sfirot.

Deshalb werden wir wieder und wieder vom Ziel abgeschaltet. Wir verlieren aus dem Blickfeld den Orientierungspunkt und fangen ihn wieder auf.

Dank diesen nächtlichen Bemühungen „schmücken wir die Braut“ (wir kleiden sie ins Licht Chasadim ein) – wir bauen das Kli auf, bis es vollständig geöffnet wird – und bereit ist, den Bräutigam – das Licht Chochma, den Schöpfer anzunehmen.

Aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 14.11.2010

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Der Lügner, der sich selbst belügt

Die Wahrnehmung der Realität, welche wir in der Wissenschaft der Kabbala studieren ist sehr subjektiv: sie wird nur bezüglich uns, bezüglich unserer Sinnesorgane wahrgenommen.

Und außer ihnen gibt es keine Realität, die existiert. Wir nehmen sie in Form der Fotografie am Bildschirm wahr, der sich im „hinteren“ Teil des Gehirns befindet, als ob etwas außer uns, draußen existiert.

Laut dem Buch Sohar, sehe ich die Teile meines Wunsches, das Maß ihres Unterschiedes vom Licht: inwiefern mein Wunsch des Erhaltens sich von der Eigenschaft des Lichtes (des Gebens) unterscheidet.

Unser allgemeiner Wunsch, das einzige Geschöpf, war anfangs im Zustand „der Unendlichkeit“, und stieg folglich aus dieser Eigenschaft „der Unendlichkeit“ in die Eigenschaft „Diese Welt“ herunter und ging durch das so genannte „Zerbrechen“ hindurch – die Veränderung seiner Eigenschaft vom Empfangen zum Geben.

Infolge des Zerbrechens wurde die große Seele in 600 000 einzelne Seelen geteilt, und später auf noch eine größere Menge der Einzelteile, die in „Unsere Welt“ – in die egoistische Eigenschaft geraten sind. Deshalb scheint es uns so zu sein, dass es uns vielfach gibt, aber in Wirklichkeit sieht jeder von uns nur die Teile seiner Seele.

Wir lernen, dass die Seele zehn Sefirot einschließt. Sie werden in G“E und АCHAP geteilt. Dabei besteht G“E aus den Sefirot Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, Tiferet – aus den Wünschen des Gebens, und АCHAP – aus Nezach, Hod, Jessod, Malchut – aus den Wünschen des Empfangens.

Somit nehme ich die Wirklichkeit mittels dieser zehn Wünsche, Gefäße wahr. Das, was ich innerhalb G“E wahrnehme, bin ich. Und das, was ich innerhalb ACHAP wahrnehme, ist die scheinbare, äußere Welt.

Eigentlich geschah in meinem Inneren nur der Bruch zwischen den Gefäßen G“E und АCHAP. Infolge dieses Bruches, empfinde ich die größten Wünsche, die mir die größten Genüsse bringen sollten, als die fremden, zum Beispiel als andere.

Sie alle sind die Wünsche meines ACHAP, und mich selbst fühle ich in G“E meiner Seele. Und in meinem Ego sorge ich mich ständig um diesen Teil, d.h. alle meine Berechnungen sind auf den eigenen Vorteil gerichtet.

Und den Teil, der sich zu АCHAP bezieht, fühle ich als den fremden Teil, ich bin sogar bereit mit ihm alles Mögliche zu machen, nur um daraus einen Vorteil für mich selbst zu ziehen.

Somit belüge und bestehle ich ständig nur mich selbst, aber ich begreife und fühle es nicht.

Wenn der Mensch beginnt diese Tatsache zu begreifen, dann erlangt er eine große Enttäuschung.

Deshalb ist die Methodik der Kabbala darauf gegründet, dass wir uns vereinigen müssen, wobei diese Vereinigung nicht gerade auf dem materiellen Niveau (zwischen mir und ihnen) geschehen soll.

Die ganze Methodik ist darauf gerichtet, die Seele zu verbinden und zu korrigieren, d.h. diese zwei Teile in meiner Wahrnehmung zusammen zu führen.

Somit sollen diese zwei Teile, der äußere und der innere – ein Ganzes werden. Folglich wird dem Menschen klar, dass es außer ihm nichts mehr gibt, und dass das was ich außen und innen sehe, mein „ich“, mein Wunsch ist.

Aus der 2. Lektion des Kongresses, 09.11.2010

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