Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kabbalisten zur Tora und den Geboten, Teil 24


Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Was ist ein Gebet?

Von oben wird nichts zur Hälfte gegeben. Deshalb muss der Mensch beten, dass der Schöpfer ihm eine komplette Hilfe leistet. Das heißt, dass zur Zeit des Gebetes, wenn er eine Ordnung in seinem Herzen schafft, denn Gebet heißt die Arbeit im Herzen, muss der Mensch selbst entscheiden: Er will, dass der Schöpfer ihm das Verlangen gibt, sich vor Ihm in allem zu annullieren. Das heißt, dass er den Menschen nicht in der Macht irgendeines egoistischen Wunsches lässt, sondern dass alle seine Wünsche nur um des Schöpfers willen sind.

Und wenn er in seinem Herzen, sich völlig zu annullieren entschieden hat, dann bittet er den Schöpfer um die Hilfe und Kraft das Gedachte in die Tat umzusetzen… Und das wird das vollkommene Gebet genannt, wenn der Mensch möchte dass der Schöpfer ihm ein vollkommenes Verlangen gibt, ohne jegliche Kompromisse für sich selbst. Und er bittet den Schöpfer um die Hilfe immer in seiner Gerechtigkeit zu bleiben.

Rabasch. Brief 65

Nahe ist der Ewige denen, die gebrochenen Herzens sind

Psalmen 34:19

Die materialistische Psychologie der Liebe

Die Liebe bezieht sich nicht auf unsere Welt. Wenn du gegenüber den anderen die Liebe empfindest, dann bedeutet es, dass deine Seele in dir zu handeln beginnt.

Und jetzt hast du von dieser Seele nur einen zerbrochenen Punkt. Wenn du aus diesem Punkt heraus, die Beziehungen der Liebe zu anderen Menschen aufbaust und einen „Vektor“ der Absicht, eine Bestrebung, die Liebe heißt, schaffst, dann wird diese Absicht zu deiner Seele.

Denn diese Absicht wird auf deinem Wunsch zu genießen aufgebaut, der mittels der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert wurde. Das heißt die Liebe eben.

Wenn du solche Absicht erreichst, dann wirst du schon zu einer spirituellen Persönlichkeit. In dieser Beziehung zu dem anderen Menschen beginnst du, das Licht NARANCHAJ, die höheren Welten und alles was sich zwischen Dir und Ihm befindet zu empfinden.

Es dauert so lange, bis du ihn, wie dich selbst, wie ein Ganzes empfinden wirst. Das bedeutet, dass du die Welt der Unendlichkeit erreicht hast. Denn es bleiben keine Grenzen, keine Beschränkungen mehr. Das bedeutet nämlich die spirituelle Welt.

Zu allem, was geschieht, soll ich mich mit der Liebe verhalten. Aber wenn mich jemand mit dem Messer angreift, was soll ich dann machen? Ich soll auch ein Messer nehmen und ihn mit der Liebe töten… So ist das Gesetz eben. Und wenn zu mir der Lewy – Kassierer der Steuern kommt und sagt, dass ich bezahlen soll, dann bezahle ich auch. In meinem Herzen kann ich über die leere Tasche weinen, aber meine Seele wird sich freuen.

Man muss verstehen, dass unsere Beziehung zum Nächsten auf unserem Wunsch zu genießen und seiner Korrektur für das Geben aufgebaut ist! Wenn ich alle Bedürfnisse eines anderen Menschen nehme und sie erfülle, unter der Benutzung von meinem eigenen Wunsch, dann bedeutet es, dass ich ihn liebe.

Und wenn ich meinen Wunsch beschränke, um dem anderen nicht zu schaden, dann befinde ich mich im Zustand „Des Gebens um des Gebens willen“ (Chafez Chessed), und nicht in der Liebe. Es steht geschrieben: „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, es ist eine Prüfung, wie ich mich verhalten soll. Wenn du selbst etwas nicht magst, dann tue es anderen nicht an.

Aber vielleicht liebt er etwas anderes? Das weiß ich nicht, ich prüfe es nur mittels eigener Wünsche. Das ist „die materialistische Psychologie“.

Und die Liebe bleibt auch innerhalb der materialistischen Psychologie. Aber ich fühle den anderen bis zu solchem Ausmaß, dass ich seine Wünsche empfinde. Deshalb nehme ich seine Wünsche und erfülle mich damit, womit ich sie mit Hilfe meiner Wünsche-Möglichkeiten tatsächlich erfüllen kann.

Wenn ich den Nächsten liebe und in mich seine Wünsche einsauge, dann kann ich seine Bitte (МАN) bis zur Welt der Unendlichkeit erheben! Er selbst kann das nicht machen, und ich kann es für ihn tun!

In der Spiritualität kann niemand von uns ein Stück direkt nehmen und in den Mund legen. Nur dann, wenn ich es dir gebe, und du es mir gibst. Und nur unter der Bedingung, dass ich genau weiß, was du willst, und du es von mir auch weißt! Dann kannst du mir dieses Stück in den Mund legen, und ich tue das gleiche für dich. So sind wir verbunden, und keiner von uns kann die Füllung alleine bekommen.

Und das alles soll hier, in dieser Welt geschehen! Das Licht der Unendlichkeit muss sich bis zu dieser Welt erstrecken, wie es geschrieben steht: „Und seine Beine werden auf dem Ölberg stehen“. Die spirituellen Beziehungen werden so sein, dass du auch im Materiellen nicht anders handeln können wirst.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala „, 12.01.2011

Die Höheren Vater und Mutter, die uns verstehen

Das Ganze Universum wird in 3 Teile geteilt:

1. Die Wurzel des Lichtes, die alles beinhaltet, von der Welt der Unendlichkeit, mit vier Stufen der Verbreitung des Lichtes und dem Ausgangspunkt der Schöpfung bis zu Atik und Arich Anpin der Welt Azilut. Das alles heißt die Wurzel oder die Quelle des Lichtes Mochin (Chochma).

2. Das Licht Mochin (Chochma) selbst, das für die Schöpfung vorbestimmt ist, das wir so sehr ersehnen befindet sich in Aba we-Ima der Welt Azilut

3. Und SO“N (Seir Anpin und Nukwa) der Welt Azilut, sowie alles, was sich darunter befindet: alle Welten BE“A (Brija, Jezira, Assija) und alle Klipot, die tatsächlich auch die Teile von SO“N sind gehören zu den Geschöpfen, die das Licht Mochin empfangen.

Es ist wichtig den Unterschied zwischen der Quelle des Lichtes, Atik und Arich Anpin, und Aba we-Ima in allen Einzelheiten zu verstehen, um sich mit Aba we-Ima tatsächlich zu verbinden. Denn in ihnen ist die Wurzel der Geschöpfe enthalten, die wir folglich erreichen sollen. Sie heißen die Höheren „Vater“ und „Mutter“, die sich in der ununterbrochener Verschmelzung befinden (Siwug de-lo pasik).

Аtik und Arich Anpin nehmen für ihre Schöpfung nach dem Zerbrechen solche Teile des Wunsches mit, die mit ihnen früher keine Verbindung hatten. Deshalb erscheinen sie für uns so unendlich hoch und dienen als die Quelle des Lichtes Mochin.

Аtik nimmt G“E von Keter der Welt Nekudim. Arich Anpin nimmt den unteren Teil (АCHА“P) Keter der Welt Nekudim und darüber hinaus „stiehlt für sich“ die oberen, besten Teile aller übrigen Parzufim, wo sich das ganze Licht befindet (GA“R de-Aba, DA“R de-Ima, 7 Keter…) Er nimmt sich alles und bleibt davon unabhängig, was dort unten mit uns, mit den Geschöpfen geschieht!

Es erweist sich, dass Aba we-Ima der Welt Azilut nur den unteren Teil (SA“T) von Aba we-Ima der Welt Nekudim bekommen: Die Teile, die dort zum Zerbrechen geführt haben. Es bedeutet, dass sie aufgrund des Zerbrechens beschädigt wurden, und daran schuldig sind! Sie mussten sich annulieren, auch wenn sie selbst nicht zerbrochen sind, haben sie dennoch gelitten.

Jetzt sammeln gerade diese Aba we-Ima neue Parzufim aus den zerbrochenen Gefäßen -Wünschen der Welt Nekudim, und es hilft uns in der Korrektur sehr! Denn sie erreichen „die ununterbrochene Verschmelzung“ (Siwug de-lo pasik) und die „Allerheiligste“ (GA“R des Lichtes Chochma), aber das alles in den Wünschen, die gelitten und zum Zerbrechen geführt haben.

Und jetzt, wenn sie „Allerheiligste“ erreichen, sind sie fähig, für uns zu sorgen, denn sie sind durch alle Mangel selbst gegangen und haben die Korrektur erreicht. Jetzt sind sie bereit, für uns zu sorgen und uns von den Fehlern zu schützen, für uns tatsächlich die Höheren „Vater“ und „Mutter“ zu sein.

Wir hatten „Glück“, dass solche hohen Wünsche an der Spitze unseren gesamten Prozesses der Korrektur stehen.

Auszug aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 10.01.2011

Du willst aufsteigen? – Bitte den Eseltreiber!

Frage: Was müssen wir machen, damit der Sohar in die Tiefe des Herzens eindringt, in die Wünsche und in die Gedanken?

Meine Antwort: Das Herz öffnen. Mehr braucht man nicht. Die Hauptsache ist: Man darf sich weder beruhigen noch verzweifeln, Anstregungen unternehmen, gerade dann wenn es am schwierigsten ist.

Der Artikel „Eseltreiber“ (Das Buch Sohar. Das Vorwort) erklärt eben, dass wenn du gehst und dein „Esel“ (hebr. „Esel“/“Chamor“ – vom Wort „Chomer“/Material, das Verlangen zu genießen) seine Last nicht mehr tragen kann, dir ein „Eseltreiber“ zugeschickt wird, der deinem Esel hilft, wieder aufzustehenen.

Natürlich sticht dieser Eseltreiber den „Esel“ mit einem gespitzten Stock, und das ist unangenehm, aber du schreitest fort. Deshalb, wenn du mit einem solchen Eseltreiber einverstanden bist, wirst du ihn bekommen. Aber du muss diese „Stiche“ erbitten…

Frage: Ich kann vielleicht um etwas angenehmes bitten. Aber wie kann ich um die „Stiche“ des „Eseltreibers“ bitten?

Meine Antwort: Wenn ich mich mit meinem Ego nicht identifiziere und mich von ihm befreien möchte, denke ich gerade das Gegenteil: Je mehr „Stiche“ es bekommt, umso weiter kann ich mich von ihm entfernen, fliehen, mich über ihm erheben.

Diese „Stiche“ verletzen nicht mich, sondern mein Ego. Und wenn ich mich von ihm abtrenne, abspalte, wenn wir durch einen Abstand getrennt sind, spüre ich diesen „Stich“, der ihn trifft nicht an mir. Denn dieser „Stich“ kommt nur, damit ich mich von meinem Ego verabschiede. Dann empfinde ich diese Stöße nicht als etwas, das gegen mich gerichtet ist. Sie kränken meinen Pharao und ich steige inzwischen auf.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 09.01.2011

In sich hineinzuschauen, und sich nicht abzuwenden

Frage: Wie kann ich prüfen, ob meine Absicht tatsächlich auf den Schöpfer gerichtet ist? Welche praktische Prüfung kann uns die Wissenschaft der Kabbala anbieten?

Meine Antwort:
Kabbala bietet eine einfache Hilfe an – die Arbeit in der Gruppe, welche die persönliche Entwicklung beschleunigt und den Trainingsübungsplatz sichert. Innerhalb der Gruppe wird der Mensch es schaffen, den Ort der Offenbarung des Schöpfers, die Kraft des Gebens zu finden.

Somit erreichen wir das Ziel mittels des gemeinsamen Studiums und der Vereinigung mit den Freunden.

Unabhängig davon, was wir machen, ist es wichtig zu prüfen, ob wir den Egoismus in der Flucht von den schlechten Empfindungen unterdrücken. Denn den größten Teil seiner Zeit verbringt der Mensch damit, das eigene Übel zu verbergen.

In uns leben der Hass, der Neid, die Lüsternheit, verschiedene Ambitionen und andere Attribute der Wechselbeziehungen zu den Nächsten. Manchmal sind diese Wünsche so klein, dass der Mensch ihr Übel nicht unterscheidet. Und jedes Mal mache ich unrbewusst eine Berechnung: inwiefern ich besser als der anderen bin, inwiefern ich die anderen nicht leiden kann, inwiefern ich über sie herrsche, inwiefern ich sie ausnutzen kann, usw.

Ich muss mich ständig besser als der Nächste fühlen. Und selbst wenn es mir nicht gelingt, stelle ich mich dennoch über den anderen.

Wenn ich dagegen den Egoismus nicht vertusche, dann öffnet sich mir jede Sekunde die Möglichkeit für die Arbeit. Dabei bezeichnet man meine Empfindungen als den „grundlosen Hass“. Entsprechend der eigenen Natur bin ich gezwungen, ihn zu empfinden. Kann ich aber darüber hinaus eine gute Beziehung, zur Liebe empfinden?

Ich hasse jeden für etwas, und wenn ich meine Einstellung nicht verberge, dann kann ich unaufhörlich arbeiten, bis sich jede Situation für mich ins Mittel der Annäherung an den Schöpfer verwandelt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch “Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”“, 06.01.2011

Eine Diagonale der spirituellen Leiter

Rabasch, „Shlavey HaSulam“, 1988/89, Artikel 10, „Die geneigte Treppe“: Sogar in der materiellen Welt soll eine Treppe unbedingt geneigt sein. Wenn der Kopf des Menschen „den Himmel erreicht“, dann soll er auch mit den Füßen „auf dem Land stehen bleiben“. Obwohl es zwei entgegengesetzte Kräfte sind, sind sie trotzdem voneinander nicht so sehr entfernt. Somit muss man in diesen zwei Linien gehen, was auch als die „Neigung“ bezeichnet wird.

Egal welche Wünsche im Menschen erwachen, soll er keinerlei seiner Mängel verbergen, sondern diese richtig verwenden bzw. korrigieren. Dann wird er den Aufstieg „entlang der Diagonale“ der geneigten Treppe verwirklichen, d.h. sich in der richtigen Verbindung zweier Wünsche üben: über dem bekommenden Wunsch wird er den gebenden aufstellen.

In uns wachen die negativen Wünsche auf: der Hass, der Neid, die Begierde, die Eitelkeit, die Abtrennung. Sie sind die Folgen des Zerbrechens, sie stellen unsere Natur dar. Und sie alle sollen zu den Faktoren des Aufstiegs „der Liebe zu den Geschöpfen“ in unseren Herzen werden. Gerade mit ihrer Hilfe, indem wir sie korrigieren, kommen wir voran.

Natürlich muss der Mensch in sich Bina und Malchut, das Gericht und die Barmherzigkeit richtig kombinieren: alles muss sowohl von der rechten als auch von der linken Seite bilanziert sein, entsprechend dem Niveau der Anderen und seinem eigenen Niveau.

Somit besteht unsere Arbeit darin, zu prüfen, welches Übel gezeigt wird, um es folglich nicht zu vertuschen, um nicht „einzuschlafen“, um entweder die Abtrennung oder die Anziehung zur Umgebung zu offenbaren – anderenfalls befindet man sich nicht in der spirituellen Arbeit, um immer zu versuchen, sich im Geben/ in der Liebe über der Abtrennung/ dem Empfangen zu üben.

Man soll sich also keinesfalls vor dem Kampf der entgegengesetzten Eigenschaften in sich fürchten, sondern sie richtig „nach der Diagonale“ kombinieren. Der Mensch alleine kann es nicht schaffen, deshalb bittet er um die Korrektur und sieht dann, wie der Schöpfer für ihn diese Verbindung aufbaut.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „“Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”„, 6.01.2011

Vom Mittel – zum Grund

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich darin bemüht, zur Liebe und zur Einheit über dem Hass und der Abtrennung zu kommen, dann wird er sehen, dass dies unmöglich ist. Alle gut gemeinten Absichten werden sich jedes Mal ins Gegenteil verwandeln.

Anfangs, wird der Mensch fühlen, dass die erfolglosen Bemühungen seine Schuld sind. Dann werden ihm dieselben Bemühungen zeigen, dass der Grund hierfür eine gewisse äußere Kraft ist.

Infolge der neuen Eindrücke wird der Mensch offenbaren, dass es nicht irgendwelche nebensächliche Kraft, sondern die Höhere Macht ist, die ihn auf diese Weise ausrichtet und seine schlechte Beziehung zur Umgebung mittels verschiedener wichtiger Situationen offenbart.

So beginnt der Mensch, den Schöpfer wie den kausalen Faktor des Negativs und des Positivs wahrzunehmen. Es ergibt sich folglich, dass der Schöpfer eine Macht ist, die für die Verbindung der entgegen gesetzten Wahrnehmungen notwendig ist. Ohne Seine Hilfe kann der Mensch in sich diese zwei Eigenschaften nicht vereinen.

Und später zeigt sich sogar das als ungenügend. Dem Menschen reicht es nicht, dass der Schöpfer ihm hilft die Empfindungen zu verbessern und das Leben einzurichten. Bis jetzt war ihm die schlechte Beziehung zu den Nächsten unangenehm, aber jetzt will er alles für die Verbindung mit dem Schöpfer benutzen. Die Verbindung der Gegenteile soll sich im Schöpfer verwirklichen und gerade darin enden.

So steigt der Mensch allmählich die für ihn bestimmte Treppe hinauf. Am Anfang will er seine Kelim ordnen, und später wendet er sich mit ihrer Hilfe an den Schöpfer und findet die richtige Verbindung mit Ihm. Etappenweise zeigt sich im Menschen eine richtige Beziehung zum Geschöpf: vom Mittel zum Grund, von den Bemühungen zur Korrektur der Wünsche, zum Begreifen, warum er gerade das macht, was er damit erreicht.

Denn das Ziel liegt nicht darin, mit der Füllung des Gefäßes zu liebäugeln, sondern darin, dank der Arbeit, die höhere Wurzel zu erreichen. Dann ändert sich deine Beziehung: hinter der Verbindung von Bina und Malchut offenbarst du Keter, die Spitze des Buchstabens Jud (‚), womit auch der Buchstabe Alef (א) anfängt, der unsere Arbeit und den Aufstieg nach der Diagonale symbolisiert.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit“, 6.01.2011

Die universelle Energie des Lichts

Frage: Was ist das Licht, wenn es jede Person anders enthüllt? Ist es nicht eher eine subjektive Empfindung als eine universelle?

Meine Antwort: Das Licht ist Energie; es ist keine subjektive Empfindung. Es ist wie Elektrizität, die je nach seinem Anschluss zu Beidem führen kann: zu kalt oder zu heiß, es kann ziehen oder schieben.

Alles hängt vom Gefäß ab, welches diese Energie empfängt und wahrnimmt.

Eure Wünsche bestimmen alles. Man weiß nicht, was das Licht ist und man wird es nie wissen.

Alles was man tun kann, ist seine Gefäße (Wünsche) vorzubereiten, um von Ihm in allen möglichen Formen Genuss zu empfangen.

Jedoch hat das Licht per se gar keine Form; Energie ist formlos.

Wenn Elektrizität durch einen Draht mittels bewegter Elektronen fließt, ist sie bereits eine in einem Material eingeschlossene Form; sie ist somit nicht die Kraft selbst.

Alles, was wir fühlen ist nur eine Empfindung in unseren persönlichen Sinnesorganen.

Aus dem 4.Teil des täglichen Kabbalaunterrichtes 30.12.10.“Die Weisheit der Kabbala und Philosophie“

Auf dem Weg zum Glauben

Frage: Wenn ich um ein Gefäß des Gebens bitte, dann sehe ich sofort, dass ich dieses nicht besitze. Wo befindet sich dann der Ort des Glaubens?

Meine Antwort: Es ist sehr schwierig den Glauben zu finden. Denn es würde bedeuten, den Machsom zu überqueren. Der Glaube ist eine Eigenschaft des Gebens (Chafez Chessed), die Eigenschaft Bina, das Licht des Gebens/Chassadim. Und der vollkommene Glaube ist das Licht Chassadim mit dem Leuchten des Lichtes Chochma.

Es handelt sich um eine hohe Stufe. Um sie zu erreichen, muss man sich über die Selbstsucht erheben, Ägypten verlassen, sich innerlich vom Pharao/Egoismus trennen und die Macht/Eigenschaft des Lichtes/Gebens bekommen.

Es ist der Anfang des Glaubens/Gebens. Und dann tritt die Periode „vierzig Jahre in der Wüste“ ein, wenn wir den Glauben, die Eigenschaft des Gebens, über die Selbstsucht hinweg aufbauen. Wenn diese Etappe beendet wird, dann erreiche ich den Glauben, der sich über alle meine Wünsche erheben wird, über ganz Ägypten. Jetzt kann ich den vollkommenen Glauben erreichen, d.h. offenbaren, wie ich ihn innerhalb des Lichtes des Gebens/Chassadim das Licht der Weisheit/Chochma spüre.

Es ist der Eintritt ins Land Israel eben: der Egoismus/Pharao, der die Korrektur mittels des Lichtes bis zur Eigenschaft des Gebens/Chafez Chessed erreichte, bemüht sich jetzt um das Empfangen vom Schöpfer um zu geben. Mit anderen Worten, dein Wunsch arbeitet am Bestreben den Schöpfer zu erreichen (Israel = Jaschar-El).

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet über dem Verstand in der spiritueller Arbeit“, 02.01.2011

Durch die Gruppe nach Oben

Anfangs habe ich einen einfachen materiellen Wunsch „nur für mich“ und den „Punkt im Herzen“, welcher schon zum Höheren gerichtet ist, ein Keim der Eigenschaft des Gebens.

Ich erheben ihn über den Wunsch, indem ich ihm eine Wichtigkeit gebe, im Vergleich zu den irdischen Wünschen, und dann wende ich mich an die Umgebung – an die Gruppe, an die Bücher und an den Lehrer.

Als Antwort bekomme ich von ihnen den vergrösserten und bearbeiteten Wunsch. Dieser Wunsch ist dann bezüglich der Wichtigkeit des Zieles vergrössert und verändert, d.h. bezüglich des Erwerbs von der Eigenschaft des Gebens, die unmöglich allein zu erreichen ist.

Mit diesem Wunsch nun erhebe ich mich zum „Höheren“, ich erhebe das „MAN“, dann kommt das Licht von Oben (Or Makif), das zur Quelle, zur Eigenschaft des Gebens zurückführt.

Die erforderlichen Etappen:

1. sich an die Gruppe wenden
2. von ihr das spirituelle Streben zu bekommen
3. sich an den Schöpfer zu wenden
4. die Korrektur zu bekommen

in Folge ensteht das Kli, das Gefäss für das Geben – die Summe aller Faktoren.

Frage : Woher weiss ich dass ich meine Bestrebung von der Gruppe bekomme ?

Meine Antwort : Du prüfst inwieweit du dich mit den Freunden vereinigen willst, und doch nicht dazu bereit bist. Mit diesem Bedürfnis, worin die grossen qualitativen Bemühungen angelegt sind, erhebst du MAN. Anders gesagt, schafft die Summe deiner Wünsche, die auf die Vereinigung gerichtet ist, diese Bitte um Hilfe.

Frage : An welchen Merkmalen kann ich erkennen, dass ich mich in richtiger Weise an die Gruppe gewendet habe?

Antwort : Wenn ich mich in richtiger Form am sie wende, kann ich erkennen inwiefern die Freunde vereinigt sind, und ich von ihnen abgetrennt bin, inwiefern sie gross sind und ich klein bin, inwiefern das Schöpfungsziel gross ist und ich unfähig bin es zu schätzen.

Die Gruppe gilt für mich als das Ideal, als ein Kriterium bezüglich dessen ich meinen eigenen Mangel empfinde. Und damit kann ich mich nur an den Schöpfer wenden.

Bei der richtigen Bitte an die Gruppe zeigen sich in mir grosse Mängel, Fehlbestände, nicht erfüllte Wünsche, die sofort das Licht hervorrufen welches zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht aus einer anderen Galaxie – nein, es befindet sich in mir, in meinem Herzen. Es ist eben nur der vertiefte Wunsch notwendig, es zu òffnen.

Meine Anmerkung, bei der `Gruppe` werden nicht irdische Personen und deren Eigenschaften gemeint, sondern immer die Verbindung der `Punkte im Herzen` meiner Freunde in einem System.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 30.12.2010