Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahl'

Der Punkt, aus dem die Rettung kommt

Es wird die ganze Zeit ein und dieselbe Frage wiederholt: warum konnte das Licht von Anfang an kein fertiges Geschöpf erschaffen, das dem Schöpfer ähnlich wäre?
Dies ist jedoch unmöglich! Es ist unmöglich die Eigenschaft des Gebens direkt vom Schöpfer an die Schöpfung zu übertragen. Deshalb müssen wir durch das Zerbrechen der Welten (in der Welt Nekudim) und der Seele (der Sündenfall mit dem Baum der Erkenntnis) gehen.
Andersfalls kann man nicht die Eigenschaft des Gebens mit der Eigenschaft des Erhaltens, Bina mit Malchut verbinden – nur mit Hilfe des Zerbrechens, mithilfe der Sünde von Adam oder dem Zerbrechens des Tempels.
Aber was hat den Menschen dazu gezwungen, die Frucht (den Apfel) vom Baum der Erkenntnis zu schmecken?
Es ist genauso mit dem Genuss, den man sieht und versteht, dass er schädlich ist, folglich empfindet man die Scham, aber man dennoch bereit, den Genuss zu erfahren, weil die Versuchung viel zu groß ist, es ist unmöglich, sogar unter Todesdrohung darauf zu verzichten.
Und der Genuss löscht die Scham nicht aus, sondern zwingt dich sogar, weiterzumachen!
Hier muss man eben die Schlussfolgerungen machen und, lernen, weil gerade in diesem Punkt die Versündigung Adams am allgemeinen Egoismus (am Baum der Erkenntnis) offenbart wird, über die es gesagt ist: „Aß und wird noch essen!“ – er ist nicht in der Lage, aufgehalten zu werden, da dieser Genuss viel zu groß ist, obwohl er weiß, dass er verboten ist. Hier ist gerade der Punkt, wo sich der Unterschied zwischen dem Licht und dem Wunsch offenbart. Und wenn du empfinden und wollen wirst, ihn zu korrigieren, dann wirst du fühlen, das hierfür das Licht notwendig ist, das zur Quelle zurückführt!
Es gibt keine andere Wahl, als zu fühlen, dass man alleine nicht in der Lage ist, sich zu helfen, so dass nur das Wunder von oben einen retten kann! Folglich fordert man das Licht und bekommt die Rettung.
Die Rettung kommt nur aus diesem Punkt des Menschen. Und der Schöpfer ruft „die Tiere nicht“ auf, aus Ägypten hinauszugehen, denn es ist „der Mensch“ bereits, der beim Auszug „das Vieh“ hinter sich führt…
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 29.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Hast du etwas in deinem Leben alleine geschafft?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum erlaubt der Schöpfer einigen Menschen die grausamen, verbrecherischen Taten?
Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala erklärt in den Fragen der Wahrnehmung der Realität, der Freiheit des Willens und der Natur des Menschen, dass der Mensch, der sich in dieser Welt befindet, über keine Freiheit der Wahl verfügt. Und deshalb, führt er keine selbständigen Handlungen aus.
Wenn er die Freiheit der Wahl erreicht, die man nur in der kabbalistischen Gruppe bezüglich der Erreichung des geistigen Ziels realisieren kann, dann kann man sagen, dass er eine minimale Handlungsfreiheit bekommt, die man auf seine Rechnung stellen kann. Aber die Menschen, die kein geistiges Begreifen erreichten und die keine zwei Gegenteile verbunden haben: die Absicht und die Handlung – machen auch nichts! Sie beenden dieses Leben, als ob sie niemals lebten. Das heißt sie lebten nie als „Menschen“ – und nur ihr biologischer Körper lebte, wie bei allen anderen Tieren.
Es ist das Leben, nach dem Befehl ihrer Natur – und der Mensch kann über seine Natur nur anhand des Glaubens über dem Verstand hinaufzusteigen, wenn er eine andere Natur finden will. Die Vereinigung dieser zwei Naturen: der höheren und der unteren – wird als die menschliche Stufe im Menschen bezeichnet. Und nur derjenige, der sie erreicht hat – hat auch irgendwelche selbständigen Handlungen gemacht, für die man ihn entweder rechtfertigen oder bestrafen kann. Das heißt, man kann nur den Kabbalisten für die selbständigen Handlungen richten. Und der gewöhnliche Mensch ist unschuldig – weil er seiner Natur gehorcht, und nichts selbständig macht. Natürlich sind in unserer Welt die Strafen notwendig, aber auch diese legen wir unfreiwillig auf, weil uns die höhere Lenkung dazu verpflichtet – sei es durch das Gericht, den Staat oder die Polizei – um die Entwicklung zu beschleunigen!
Auf diese Weise wirkt die höhere Lenkung auf alle Menschen – Marionetten ein, um sie an den Moment der freien Wahl näher zu bringen.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 31.08.20

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wähle die gute Zukunft!

Eine Frage, die ich erhielt: Das System des „spirituellen Stimulators“ arbeitet mit Menschen, die das Prinzip „Glaube über dem Verstand“ umsetzen können.

Der überwiegende Teil der Menschheit kann jedoch nicht nach diesem Prinzip handeln und nur sehr starke Erschütterungen können sie dazu zwingen…

Meine Antwort: Sie werden so oder so damit beginnen, ausgehend davon, dass es keinen Ausweg gibt, muss man sich irgendwie über sich selbst, über sein Leben, über sein Schicksal erheben, über jene Naturkräfte, die uns zwingen, irgendetwas mit uns selbst zu tun, man muss irgendwie handeln, nach irgendeiner äußeren lenkenden Kraft suchen, die gut ist, uns beschützt und sich um uns kümmert.

Ich glaube, dass die Menschen sehr schnell erkennen, buchstäblich mit dem „sechsten Sinn“ spüren werden, dass es hier zumindest einen Zufluchtsort gibt.

In der Kabbala wird sehr deutlich beschrieben, dass wir keine andere Wahl haben. Entweder nutzen wir irgendwelche Mittel, um uns zu einem Ganzen zu verbinden, zu einer gemeinsamen Gesellschaft, zur völligen gegenseitigen Abhängigkeit, gegenseitigen Hilfe und letztendlich um sogar zur gegenseitigen Liebe zu kommen, selbst, auf dem Weg des Lichtes, oder die – uns umgebende und unsere innere – Natur wird uns auf dem Weg der Leiden dazu treiben.

Die Entwicklung eines solchen Systems und dessen Verbreitung, dessen Umsetzung bei der Kindererziehung, bei der Lösung von sozialen, familiären und anderen Problemen wird immer mehr Menschen anziehen, die von dem Ziel der Kabbala weit entfernt sind, doch sowohl das System als auch die Kabbala werden in der Gesellschaft an Bedeutung gewinnen und von ihr als eine gute, für alle gemeinsame Kraft angenommen werden.

Es wird ein paralleles, alternatives Sozialsystem sein, das in keinem Widerspruch zu den bestehenden Gesellschaftssystemen steht.

Doch in dem Maße, in dem die Menschheit zu verstehen beginnt, dass sie hier Hilfe, Unterstützung, Mittel zu einer richtigeren Entwicklung, Gleichgewicht, Sicherheit usw. finden kann, wird sie sich dem zuwenden. Allmählich wird es für sie immer gefragter und notwendiger.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Kabbalisten über Kabbalisten, Teil 13

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Auf den Wegen von Kabbalisten schreiten

Obwohl er eine Seele hat, ist er nicht im Stande, sich aus eigener Kraft zu der Erkenntnis des Schöpfers zu bewegen, bis er Inspiration von Oben bekommt. Dann wird ihn dies (und nur dies) dazu verpflichten, innezuhalten, den Anweisungen der Weisen (wie man sich vom eigenen Egoismus lossagen kann) zu folgen und auf diese (ihre Anweisungen) völlig zu vertrauen (indem man sich annulliert)

Baal HaSulam, Brief 19

Und da in jeder Generation zweifellos das Individuum weiter entwickelt ist, bedeutet das, wenn (die Zeit kommt und) gewöhnliche Menschen sich (gezwungenermaßen) von ihrer Qual und ihrem Leid befreien wollen, müssen sie sich der bewussten Weiterentwicklung (in der Spiritualität, im Geben und in der Liebe) zuwenden – dem Weg der Tora. Sie (die Massen) haben keine andere Wahl, als sich und ihre körperliche Freiheit beiseite zu stellen und dem Individuum Gehorsam zu leisten, den Anordnungen (des spirituellen Anführers) zu folgen und die Mittel der Heilung (die Methode der Korrektur des Egoismus), die dieses Individuum ihnen anbietet, anzunehmen.

Baal haSulam „Die Freiheit“

Zum Kabbalalernzentrum–>

Was ist der Schöpfer?

Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagten, dass das Materielle – der Wunsch „zu genießen“, und das Geistige – eine Verbindung zwischen den Wünschen ist. Was ist dann der Schöpfer?

Meine Antwort: Der Schöpfer ist all das, was du innerhalb deiner Handlungen offenbarst. Du enthüllst die allgemeine Kraft – das Geben und die Liebe, indem du selbst diese Handlungen des Gebens und der Liebe begehst. Danach wird in deinen Handlungen die innere Kraft empfunden – die „der Schöpfer“ (Bore) heißt – „Komm- und sieh“ (Bo – komm, Re – sieh). Wir können nur nach dem Prinzip „Aus Deinen Handlungen erkenne ich Dich“ begreifen. Wenn ich aus allen Handlungen die Kraft, die mich ausfüllt – das Geben und die Liebe begreife – dann erkenne ich daraus den Schöpfer.

Wie beginnt eigentlich das kleine Kind, seine Mutter zu erkennen? Es bekommt einen Eindruck von ihren Handlungen. Aus diesem Eindruck begreift das Kind nichts, sondern fühlt nur, wie sich jemand um es kümmert. Das Kind beginnt seine Mutter erst dann richtig kennenlernen, wenn es auf sie, bzw. auf ihre Wünsche richtig reagiert und ihre Handlungen wiederholt. Im Grunde genommen besteht darin die ganze Erziehung. Auf diese Weise erkennen wir das Höhere – den Schöpfer. Ich begehe die Handlungen aufgrund eigener Reshimot, es heißt folglich „aus Deinen Handlungen“- und dadurch „erkenne ich Dich“.

Warum sind es „Deine Handlungen“?! Sie sind doch meine! Nein. Der Schöpfer gab mir diese Reshimot, Er gibt mir den Wunsch, die Gruppe, die Umgebung, sowie die Kraft, diese Handlungen zu begehen. Deshalb sage ich nach jeder Handlung: „Es sind Deine Handlungen!“ Aber aus diesen Handlungen, die durch mich gingen, habe ich Dich erkannt, weil ich es selbst wollte und tat.

Wer hat Dich erkannt? Es gibt hier den gewissen Punkt meiner freien Wahl, der als mein eigenes „ich“ genannt wird. Ich habe diese Handlungen hervorgerufen – und habe Dich deshalb erkannt.

Aus Deinen Handlungen habe ich Dich erkannt. Es gibt in mir „mich“, das Dich erkannt hat. Die Handlungen – sind Seine, und das Begreifen – ist meins.

Aus dem Unterricht zur „Lehre der Zehn Sfirot“ „, 02.07.2010

Wie schafft man es, die Verbindung mit den Kindern aufrecht zu erhalten?

Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe einen Sohn, und wir können gemeinsam den geistigen Weg beschreiten. Mein Nachbar studiert die Kabbala nicht. Kürzlich kam sein Sohn zur Welt. Mein Nachbar sieht, dass die Kinder von den Eltern getrennt werden, und fürchtet, dass er auch später keine Verbindung zu seinem Sohn haben wird. Was kann man ihm sagen? Er hat nicht vor, die Wissenschaft der Kabbala zu studieren, und möchte nur den Rat hören, wie die Verbindung zu den Kindern zu erhalten ist.

Meine Antwort: Früher verband eine egoistische Form der Existenz die Menschen miteinander. Das Haus, die Familie, die Ernährung, die Gesundheit verbanden die Menschen innerhalb der Familie, innerhalb des Volkes oder des Staates. Heute werden diese Rahmen gesprengt, und niemand weiß, wie man diesen Tatsachen widerstehen kann und was die Zukunft mit sich bringt.

Warum? – Weil das Materielle die Menschen nicht mehr miteinander verbindet. Jeder Mensch beginnt zu wachsen, er hebt den Kopf über die tierische, materielle Stufe der Existenz, kommt an die Wasseroberfläche, – und du bist verpflichtet, diesem Menschen die Antwort auf der geistigen Stufe zu geben. Es gibt keine andere Wahl – dein Nachbar wird gezwungen sein, die Verbindung mit seinem Sohn auf dem geistigen Niveau zu erreichen. Denn andernfalls wird sie nichts mehr verbinden.

Deshalb steht über den Schöpfer geschrieben (die Vereinigung aller Menschen in der Eigenschaft des Gebens): „Derjenige, der die Herzen der Söhne den Vätern zurückgibt und die Herzen der Väter an die Söhne zurückführt“.

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Aktualität im Licht der Kabbala“, 10.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Das alles ist doch kein Zufall!

Eine Frage, die ich erhielt: Die Kabbala sagt, dass die Ursache aller Probleme in der Welt das egoistische Verlangen des Menschen ist. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem, dass ich ein Egoist und dem Schöpfer entgegengesetzt bin, und der Hitze in Moskau oder der Umweltkrise?

Meine Antwort: Wir alle befinden uns innerhalb eines geschlossenen Systems (einer Sphäre) namens „Schöpfer“, dessen Eigenschaft die vollkommene Verbindung aller Teile im gegenseitigen Geben ist. So ist das Gesetz für die Existenz des gesamten Systems und jedes seiner Teile.

Das können wir am Beispiel unseres Körpers, des Ökosystems u.a. beobachten. Ich existiere innerhalb dieses Systems wie ein Embryo in einer Mutter, und in dem Maße der Verbindung, d.h. der Eigenschaftsähnlichkeit mit dem System, wenn ich mich diesem ähnlich im Geben befinde, fühle ich mich gut. Und umgekehrt, in dem Maße der Entfernung von seinen Eigenschaften geht es mir schlecht.

Die Nähe oder die Entfernung wird nicht nach dem Abstand, sondern nach der Ähnlichkeit der Eigenschaften gemessen. Wenn ich über ein kleines egoistisches Verlangen verfüge, dann empfinde ich, selbst wenn ich mich von dem System unterscheide, nur geringe Probleme. Doch wenn mein Verlangen wächst, wächst auch das Unbehaglichkeitsgefühl.

Da der Mensch sich ständig in seinen egoistischen Verlangen entwickelt, wächst auch seine Gegensätzlichkeit zum Natursystem, zum Schöpfer, und er wird sich unvermeidbar immer schlechter fühlen! Bis er zu begreifen beginnt, was genau der Grund für seine Leiden (Probleme) ist.

Ich werde Schicksalsschläge von allen Seiten erleiden, bis ich begreife, dass das Systemcharakter hat und kein Zufall ist! Die Umweltprobleme sind nicht zufällig! Ich kann sie nicht mehr übersehen.

Ähnliche Probleme wird es überall auf der Erde in unterschiedlichen Formen geben, und sie werden die Menschen wachrütteln, um sie zum Nachdenken anzuregen: „Wahrscheinlich gibt es einen Grund dafür“.

Das Verlangen, wenn es gewachsen ist, empfindet Leiden und erschafft in seiner Nähe den Verstand, um sie zu vermeiden – der Mensch wird klüger, schlauer, und lernt Ursachen und Folgen miteinander zu verbinden.

Er beginnt unweigerlich zu fragen: warum geschieht es und woher kommt all das Unheil?! Wie man zu fragen pflegt: „Womit habe ich das alles verdient?!“ Und das ist bereits eine unterbewusste Frage nach der Quelle der Geschehnisse (nach der Natur, dem Schöpfer).

Die Menschen werden erkennen, dass es ein allgemeines Gesetz für das gesamte Universum gibt. Ihr müsst es nicht „Schöpfer“ nennen, nennt es „Natur“.

Doch es verlangt von uns ständig, bewusst das Gleichgewicht mit der Natur zu halten, sprich in der gleichen Eigenschaft des Gebens wie das gesamte Universum, welches in der allseitigen Verbindung und der integralen Einheit aller Teile existiert, zu sein.

Deshalb gibt es keine Wahl, die Menschheit ist ein Krebsgeschwür innerhalb der gesamten Natur und muss sich selbst heilen!

Letztendlich werden wir unter dem Druck aller Probleme zu dieser Erkenntnis kommen, es ist bereits sehr nah.

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Aktualität im Licht der Kabbala“ vom 10.08.2010

 

Wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll ich mir selbst antworten, wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben?

Meine Antwort: Ein religiöser Mensch wird von diesen Fragen nicht gequält, er gibt sich damit zufrieden, dass er beim Studium der Tora Wissen erwirbt.

Derjenige aber, der Kabbala studiert, überprüft ständig: Wozu mache ich das, wo befinde ich mich, wann erreiche ich das Schöpfungsziel? – Das heißt, er befindet sich ständig in einer inneren Analyse.

Auch die Umgebung, die neben ihm existiert, befindet sich in den gleichen Klärungen und beeinflusst ihn.

Und zwar nicht nur Menschen, die ihn unmittelbar umgeben, sondern die gesamte Weltgemeinschaft, Tausende von Menschen, die weltweit Kabbala studieren und in eine Richtung denken.

Sie bewegen sich alle synchron, als ob sie von einem starken Wind oder von Tsunami-Wellen, die eine nach der anderen kommen, getragen würden.

Deshalb entstehen in jedem diese Fragen: „Wer?“ – „Wer ist der Schöpfer, auf dessen Stimme ich hören soll?“ Für wen tue ich das alles?

Und „Was?“ – „Was bringt mir diese Arbeit?“ – d.h., wozu tue ich das alles? Um das Geben zu erlangen? Doch was bringt mir das?

Das sind Fragen des Pharao, unseres Egos, und sie sind sehr richtig und berechtigt. Im Buch Sohar steht geschrieben, dass der Pharao der Klügste unter allen war, dass in Ägypten die größte Weisheit konzentriert war.

Der Pharao verkörpert das ganze spirituelle Gefäß, das ganze vom Schöpfer erschaffene Verlangen. Deshalb, wenn der Schöpfer den Menschen (Moshe und das Volk Israel) Sich näherbringen will, sagt Er: „Lass uns zum Pharao gehen!“

Woher sonst erhältst du Verlangen, wie enthüllst du, wer du bist? – Nur wenn du zum Pharao kommst! Der Schöpfer sagt: „Ich selbst gehe mit dir“.

Als ob du keine Wahl hättest, mußt du dich an den Pharao wenden und von ihm die Kräfte des egoistischen Verlangens erhalten, ohne welches es unmöglich ist, voranzukommen.

Woher sonst erhält man die Weisheit? – Nur von dem Pharao, dem Licht der Weisheit, dem Licht Chochma, welches in diesen Verlangen enthalten ist.

Deshalb ist es gut, wenn in uns die Fragen des Pharao aufkommen, wir müssen nur mit ihnen arbeiten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Sich selbst von der Seite aufmerksam studieren

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet Freiheit? Freiheit wovon? Und wodurch wird sie erreicht, wenn alles durch strenge Gesetze bestimmt wird, sowohl in dieser Welt als auch in der spirituellen?

Meine Antwort: Freiheit kann nur Freiheit vom eigenen Egoismus bedeuten. Ich will, dass das höhere Licht kommt und anstelle des Egoismus Macht über mich ausübt. Ich empfinde entweder die Macht des Egoismus oder die Macht des Altruismus als unabdingbar – eins von beiden.

Es gibt zwei Arten der Natur: die Natur des Unteren, das Empfangen, und die Natur des Höheren, das Geben, und beide sind sie vorbestimmt und wirken nach unabänderlichen Gesetzen.

Die einzige freie Handlung besteht darin, sich von einer Natur, der egoistischen, in die andere, die altruistische, zu erheben! Das heißt, sich der Macht der Gesetze des Egoismus, des Empfangens, zu entledigen und die Macht der Gesetze des Gebens anzunehmen.

Wir werden noch nicht einmal unsere ursprüngliche Natur begreifen können, solange wir keine zweite, altruistische, Natur bekommen haben.

Denn im Moment sind wir wie in einer Ebene gefangen, und wenn wir innerhalb dieser Ebene bleiben, werden wir sie niemals verstehen.

Ihr seht, wie viele Fehler wir machen. Jahrtausendelang entwickelten wir uns in unserer einzigen egoistischen Natur, und noch nicht einmal sie können wir erfassen.

Denn wir befinden uns innerhalb von ihr, um jedoch etwas zu verstehen, braucht man etwas Anderes, Entgegengesetztes, zum Vergleich.

Wenn wir über eine zweite Natur, die Natur des Gebens, verfügen würden, könnten wir beim Vergleich zwischen ihr und dem Egoismus begreifen, was Empfangen und Geben bedeuten.

Doch in unserer Welt existiert nichts anderes außer dem Empfangen. Was wir auch tun, tun wir nur zu unserem Vorteil, für uns selbst. Deshalb sind wir noch nicht einmal in der Lage, zu verstehen, wie wir funktionieren und wie diese Welt funktioniert.

Ihr seht, die Menschheit macht ständig Fehler und weiß nicht, wie sie sich weiterentwickeln soll. Besonders jetzt, da wir die maximale Höhe unseres Egoismus erreicht haben, eröffnet sich uns unsere absolute Unfähigkeit, diese Welt zu begreifen. Und das treibt uns alle dazu, dass es keine Wahl gibt und wir uns über diese egoistische Natur erheben müssen.

Selbst um innerhalb unseres Egoismus klar zu kommen, müssen wir aus ihm herausgehen und ihn von oben studieren.

Es ist unmöglich, etwas zu erfassen, wenn man darin bleibt – man muss höher als das zu erforschende und zu klärende Objekt sein.

Und erst wenn du dich über dich selbst erhebst, wirst du verstehen, wer du bist, und lernen, richtig zu leben, wenn auch nur in dieser Welt. Dazu treibt uns die moderne weltweite Krise.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 25.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Arbeit nach dem Kongress

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn man aus drei Zeitabschnitten wählen dürfte: vor dem Kongress, während des Kongresses und nach dem Kongress – welchen würden Sie als den effektivsten empfehlen?
Meine Antwort: Der eine Zeitabschnitt ist ohne den anderen nicht möglich! Wenn ich während des Kongresses keine große Begeisterung verspürt habe und wenn ich danach nicht abgestiegen bin, dann werde ich nichts haben, worüber ich mich erheben kann, sowie keine Kraft für den Aufstieg haben. Und es handelt sich dabei um den Aufstieg zur nächsten Stufe.
Jeder Aufstieg basiert auf:
1. dem Erhalten der Kräfte von der Umgebung (der Wichtigkeit des Ziels, des Schöpfers – während des Kongresses),
2. der Enthüllung neuer egoistischer Verlangen (dem Abstieg – gleich nach dem Kongress) und
3. den Anstrengungen, sich über die erhaltenen Verlangen mit Hilfe der erhaltenen Kräfte zu erheben (sich möglichst schnell möglichst intensiv einander anzunähern, in die Arbeitsroutine einzugliedern, auf den nächsten Kongress vorzubereiten).

Vor dem Kongress bereiten wir uns die ganze Zeit auf das bevorstehende Treffen vor, darauf, uns zu verbinden und uns von einer so großen Menschenmenge um uns herum begeistern zu lassen, damit jeder von uns möglichst stark von ihr beeinflusst und vor Begeisterung erregt werden kann.
Denn die einzige freie Wahl besteht in dem Erhalten der Kräfte von der Umgebung. Die Einwirkung der Umgebung ist das einzige Mittel für den spirituellen Aufstieg.
Je mehr Begeisterung ich während des Kongresses von den anderen bekommen habe, desto höher ist die Stufe, die ich danach erreichen kann, indem ich diese Begeisterung realisiere. Sie muss zu meiner eigenen ständigen
Wahrnehmung der Dazugehörigkeit zum gemeinsamen Verlangen (Kli) werden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“