Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Stufe'

Jeder von uns kann die Welt mit seinen Gedanken verändern

Frage: Sie sagen, wenn wir nicht die Korrektur erreichen, wird es eine Hungersnot geben. Auf globaler Ebene ist das offensichtlich. Was aber kann ein normaler Mensch tun? Was kann er in die Praxis umsetzen, wenn er keine besonderen Gelegenheiten hat, die Welt zu beeinflussen?

Antwort: Am allermeisten beeinflusst er die Welt mit seinen Gedanken, denn „alles klärt sich im Gedanken“. Unsere Verbindung geschieht nicht durch die Elektrokabel des Internet, den Schallwellen unserer Stimmen, den Bildern auf dem Computer Bildschirm oder gar dem direkten Kontakt miteinander. Die gesamte Verbindung zwischen uns findet in unseren Verlangen statt.

Der Schöpfer erschuf nichts außer dem Verlangen. Wir nehmen unterschiedliche Entwicklungsstufen des Verlangens als Materie dieser Welt wahr – die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe in Form von Gasen, Flüssigkeiten, festen Körper und Plasma. Doch all dies befindet sich nur in unserer Vorstellung. Wir stellen uns vor, dass wir in Zeit, Bewegung und Raum existieren.

Diese Dinge sind jedoch nicht real – es ist nur die Art, wie sich die Realität in unseren unkorrigierten Eigenschaften darstellt. Außerhalb des sichtbaren Bildes der Realität ist die treibende Kraft das Verlangen. Daher existiert jeder Mensch, egal wie entfernt er von anderen ist, in diesem System und beeinflusst jeden darin durch sein Verlangen.

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Blog-post: Die Wirklichkeit, die wir spüren, ist wie ein Traum
 

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Wurzeln und Zweige – Ursachen und Folgen

Die Worte des Lehrers können niemals das höhere Wissen vermitteln. Es befindet sich außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“)

Es handelt sich um die Höhere Welt, die außerhalb von unserer Wahrnehmung liegt, und deshalb können wir keinen geeigneten Gegenwert zu dem finden, was sich darin befindet. Schließlich gibt es in unserer Welt keine entsprechenden Worte, Ausdrücke, Kräfte, Handlungen, Beziehungen wie in der Spiritualität.

Es gibt dann ein Problem: Wie kann man die spirituelle Welt mit unseren Worten einem Menschen erklären, der gerade erst mit seinem Weg beginnt? Deshalb sagt Baal HaSulam, dass wir versuchen sollten, es in der Sprache der Zweige darzustellen. Was bedeutet aber „die Sprache der Zweige“?

Trotz der Tatsache, dass die höhere Welt mit unseren gegenwärtigen Eigenschaften völlig unbegreiflich ist, steigt alles, was sich in ihr befindet, in unsere Welt herab und bildet hier Zweige – die Folgen daraus.

Wenn wir die Sprache der Zweige richtig verwenden, das heißt, wir benennen die Eigenschaften der Höheren Welt mit Wörtern, Bildern und Begriffen unserer Welt, können wir alles, was dort existiert, richtig ausdrücken und unser Wissen vom Lehrer zum Schüler oder zwischen den Menschen übertragen, ohne Verwirrung zu verursachen.

Angenommen es gibt in der Höheren Welt einige Wechselwirkungen zwischen den Punkten „A“ und „B“ (Wurzeln). Und in unserer Welt sehen wir ihre Folge als „a“ und „b“ (Zweige).

Folglich können wir dann sagen, dass von der Höheren Welt in unsere Welt eine Eigenschaft herabgestiegen ist und in ihr eine bestimmte Folge gebildet hat, das heißt, wir können über das Zusammenspiel von Wurzeln und Zweigen sprechen.

Frage: Kann man etwas über ein großes „A“ anhand des kleinen „a“ sagen?

Antwort: Wir können nur eines sagen: das kleine „a“ und das große „A“ stehen zueinander als Ursache und Wirkung. Das große „A“ ist die Ursache, das kleine „a“ ist die Folge. Gleiches gilt für das große und kleine „B“. Deshalb werden sie als „Wurzel“ (Ursache) und „Zweig“ (Folge) bezeichnet.

Auf diese Weise besteht ein Zusammenhang zwischen den Eigenschaften des Höchsten und unserer Welt. Und wenn wir Wahrnehmungen der Höheren Welt haben, dann können wir bereits sagen, dass wir uns von den Zweigen zu den Wurzeln bewegen. Wir verstehen dann unter den Zweigen unserer Welt das Zusammenspiel der Wurzeln.

Aus dem Unterricht von 27.10.2019

[#255242]

“Liebe deinen Nächsten” ist die Bedingung, die uns die Natur stellt


Frage: Es gibt Menschen, Gruppen und Organisationen, die sich selbst als ein Ganzes und der Natur nahe ansehen. Sie sagen, sie würden einander, die Pflanzen und die Tiere lieben. Bedeutet dies „liebe deinen Nächsten“?

Antwort: „Liebe deinen Nächsten“ ist ein Gesetz der Natur, eine Bedingung der uns umgebenden Welt. Diese Bedingung wird uns nun plötzlich enthüllt, weil wir uns zu ihr hin entwickelt haben, ähnlich einem Kind, das zu einem Erwachsenen heranreift, und so fortan die Gesetze der Gesellschaft befolgen muss.

Man stelle sich vor, alle Medien würden plötzlich ankündigen, dass jeder bis Jahresende nach dem Gesetz „liebe Deinen Nächsten“ leben müsste und jeder, der dazu nicht in der Lage sei, würde hingerichtet werden. Das ist überhaupt nicht lustig – das ist die Bedingung, die die Natur uns gestellt hat. Wir sind jedoch unfähig dies zu sehen.

Was sollen wir also tun? Wir müssen lernen, wie wir “ liebe deinen Nächsten“ erreichen können. Wir müssen herausfinden, was dieses Gesetz bedeutet und was die Natur von uns will. Wir können dieses Gesetz nicht umgehen – wir müssen es lernen. Aber wie?

Indem wir lernen. Das ist das einzige Mittel, um die Menschen begreifen zu lassen, dass ein Weglaufen unmöglich ist und die einzige Lösung, die eigene Korrektur mittels einer besonderen Kraft der Natur ist. Diese besondere Kraft nimmt Einfluss auf eine Person, die den Wunsch nach Korrektur hegt, damit sie die Stufe des „liebe deinen Nächsten“ erreichen kann.

Es ist so wie eine Wellenfrequenz unter Millionen von Frequenzen. Du wirst sie nur erfahren, wenn Du den Wunsch nach ihr hast. Die Natur verlangt von dir, dass du dich auf diese Frequenz einstellst, in der du fühlen wirst, dass „liebe deinen Nächsten“ das einzige ist, was du möchtest! Dann wird diese Kraft kommen und dich korrigieren.

Alle anderen Versuche werden uns in Krisen führen, damit wir diesen Weg zum Ziel finden. Andere Wege um uns herum, verschwinden gerade nach und nach. Das wird die „ägyptischen Plagen“ genannt, und sie werden uns schließlich erkennen lassen, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns in völliger Dunkelheit wiederfinden, werden wir mehr als bereit sein wegzulaufen, um nur eines zu erreichen – „liebe deinen Nächsten“. Wo sind die Menschen von Ägypten aus hin gelaufen? Nur zur Liebe, wie die Verbindung bewies, die später auf dem Berge Sinai stattfand.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir werden uns entwickeln, um Macht über die ganze Natur zu erlangen
Blog-post: Der Schöpfer und die Natur sind dasselbe
 
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Kabbalisten über Kabbala heute, T.9

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.
Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

            Möglichkeit der Befreiung

Die Erlösung Israels (Umsetzung des Strebens zum Schöpfer) und seine ganze Größe (Erfüllung mit dem Licht) sind nur vom Studium des Buches Sohar und des inneren Teils der Tora abhängig.

Und umgekehrt geschehen alle Zerstörungen und der Fall der Söhne Israels nur deswegen, weil sie den inneren Teil der Tora verließen, seinen Wert bis zur niedrigsten Stufe herabsetzten, und ihn zu einer Sache machten, an der es – Gott behüte – überhaupt keinen Bedarf gibt (und dа die Völker der Welt unterbewusst gerade diesen Teil von uns erwarten, halten sie uns für überflüssig in dieser Welt, wenn wir ihnen nicht das Mittel das Höhere zu erreichen bieten).

Baal HaSulam. Vorwort zum Buch Sohar. P.69.

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Die Motive des Schöpfers verstehen.

Frage: Sie behaupten, der Weg des Lichts sei ein einfacherer Weg. Es stellt sich jedoch heraus, dass man obwohl man versucht den besten Weg zu gehen, kein gutes Ergebnis erzielt. Man versteht nicht, ob man sich im Abstieg befindet oder ob solche Schwierigkeiten normal sind.

Antwort: Wenn ihr euch bemüht, dann solltet ihr alles, was euch passiert, als Belohnung wahrnehmen.  Diese Art der Reaktion ermöglicht euren Fortschritt, obwohl es manchmal sehr unangenehm ist. Denkt also nicht, dass ihr als Antwort auf eure richtigen und guten Taten, sofort positive Dinge in eurem Leben entdecken werdet. Nein, so könnt ihr nicht aus eurem Egoismus herausrausgezogen werden.

Ihr müsst da rausgezogen werden. Selbst wenn ihr einen Schritt in Richtung der Spiritualität gemacht habt, bleibt ihr immer noch im Ego. Das bedeutet, dass ihr immer wieder angeschoben werden müsst. Anschieben kann man euch mit allen möglichen negativen Einflüssen.

Ihr sollt also nicht sagen: „Ich bemühe mich sehr mit meinen Freunden in der Gruppe, im Studium, in der Verbreitung, und was bringt das? Ich habe nichts.“ Ihr wisst nicht, dass das Ergebnis all eurer Bemühungen, letztendlich „knallen“ und den richtigen Effekt erzielen wird.  

Ihr könnt darüber in vielen Artikeln von Baal HaSulam, RABASH und allen Kabbalisten der Vergangenheit lesen.

Frage: Muss man daher Schläge als Streicheln wahrnehmen?

Antwort: Als Billigung. Es heißt: „Der Schöpfer bestraft diejenigen, die er liebt“. Ihr müsst es als Belohnung betrachten. So werdet ihr euch über den Egoismus erheben. Schließlich ist es für euch wichtig, da rauszukommen. Wie könnt ihr euch sonst darüber erheben?

Wenn ihr euren Egoismus zu hassen beginnt und versucht euch darüber zu erheben, erst dann werdet ihr alle Motive des Schöpfers verstehen.

 

Aus dem Unterricht, 14.07.2019

(252180)

Abstieg? Nicht im Geringsten!

Während der Mensch die spirituellen Stufen hochsteigt, steigt gleichzeitig sein Egoismus herab.

Zum Beispiel: ich habe nur die höchste, sehr dünne Schicht meines Verlangens aufgedeckt und korrigiert. Auf dieser Stufe habe ich mich mit der Gruppe verbunden, die Wichtigkeit des Ziels offenbart und das Licht, das zur Quelle zurückführt, angezogen. Um jedoch die erste spirituelle Ebene (1/125) zu erreichen, muss ich zwei weitere Etappen durchlaufen.

Hier offenbart sich für mich die zweite Schicht des Verlangens, denn ich bin viel schlechter, viel „grober“, hier fluche ich, will nichts hören, stoße ab, verachte.

Im Vergleich dazu war ich früher wie ein kleines Kind, und nun wurde ich viel heftiger weggestoßen. Wozu? Um mir die Möglichkeit zu bieten, eine größere Einheit zu erreichen, ein stärkeres Höheres Licht anzuziehen.

So bewege ich mich allmählich immer weiter und enthülle einen immer gewaltigeren Egoismus. Egal wie hoch der Mensch auch aufsteigt, der böse Trieb erhebt sich über ihn.

Selbstverständlich hat er sich darauf vorbereitet, und dennoch hilft während des Abstiegs gar nichts, und er fällt in die Minus-Unendlichkeit.

In Wirklichkeit ist der Abstieg gar kein Abstieg, sondern der Zustand des Aufstiegs, zu dem du noch nicht bereit bist.

Es ist so, als ob du in die erste Mannschaft aufgestiegen bist, weil dein Trainer weiß, dass du dich bereits den Besten anschließen kannst. Für dich sind alle Bedingungen geschaffen, du musst dich nur anstrengen und mit ihnen mithalten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.09.2010

[#21815]

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Wie arbeitet man richtig mit kabbalistischen Schriften?

Frage: Warum schreiben Kabbalisten ihre Bücher so, dass man nichts versteht?

Meine Antwort: Es ist nicht notwendig, diese Bücher mit dem Verstand zu verstehen. Sie beschreiben spirituelle Bilder, die man natürlich nicht versteht, so wie ein Tier, dass vor ein Gemälde oder ein symphonisches Konzert gestellt wird und unglücklich darüber ist, von der Weide weggeholt worden zu sein. Mit uns ist es das Gleiche, mehr wird nicht von dir verlangt! Wenn du verstehst, wie dein wahrer Zustand im Verhältnis zum spirituellen Zustand ist, und wenn du ein Verlangen nach der Wirkung des Lichts hast, dann werden neue Gefühle in dir erwachen und es entsteht die Möglichkeit für eine neue Wahrnehmung. So entwickelt man sich von der „tierischen“ zur „menschlichen“ Stufe.

Wenn wir eine körperliche Wissenschaft studieren würden, die dafür bestimmt ist, verstanden zu werden, dann hast du Recht, die Unverständlichkeit der kabbalistischen Texte zu reklamieren. Die Wissenschaft der Kabbala ist jedoch nicht mit dem Verstand zu begreifen. Stattdessen entwickelt sie eine neue Wahrnehmung in dir. Du solltest einfach das Verlangen haben, eine Empfindung für das Geschriebene zu entwickeln, statt es zu verstehen. Das ist die Bedeutung des Verses „Ich habe mich abgemüht und gefunden“.

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In eine bessere Zukunft fliegen

Frage: Wie entscheidet das Licht, wer würdig ist, den Machsom zu überqueren?

Antwort: Das Licht wirkt gleichzeitig auf uns und wir streben gemäß unserer Kraft, unserer Transparenz und unserer Ähnlichkeit nach dem Licht, jeder auf seine Weise und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Wenn ihr versucht, dem Licht in euren Eigenschaften so ähnlich wie möglich zu sein, dann werdet ihr buchstäblich durch die Luft in eine schöne Zukunft fliegen.

Frage: Kann ein Kabbalist mit der Kraft seiner Projektion und seiner Gedanken durch die Zeit reisen – vorwärts, rückwärts, wie in einer Zeitmaschine?

Antwort: Bei Zeitreisen geht es darum, eine Projektionsfläche zu haben. Ja, es ist möglich. Aber wofür? Es soll daran nichts Egoistisches geben, es ist nicht wie bei einer irdischen Reise: „Ich will über die Wolken fliegen“.

Ich meine damit, dass es durch die Willenskraft, durch die große innere Spannung, durch die Annäherung an die höheren Eigenschaften des Gebens und der Liebe, möglich ist, zu noch universelleren Verbreitung aufzufliegen. So kann ich fliegen. Das sind alles sehr ernsthafte Bemühungen.

 

Aus dem Unterricht, 28.04.2019

(250729)

Was bedeutet der Tod? Wie kann man den Tod nicht fürchten?


Frage: Was ist der Tod und wie kann man aufhören, davor Angst zu haben?

Antwort: Wenn sich jemand mit der tierischen Stufe (dem Körper) identifiziert, fürchtet er den Tod, da er dies als Ende der Existenz seines „Ich“ ansieht. Sollte er allerdings bereits begonnen haben, sich mit der Seele zu identifizieren, d.h., dass er im Allgemeinen beginnt, sich selbst in seinem inneren Leben wahrzunehmen, er sein ‚Ich‘ als jenseits seiner tierischen Stufe (dem Körper) empfindet, er sich selbst durch den Punkt im Herzen wahrnimmt, sich mit den Punkten anderer verbindet und beginnt in anderen zu leben, dann erlangt er einen Zustand der Zuversicht (selbstverständlich unter dem Einfluss von Or Makif). Er weiß, wenn sein physischer Körper stirbt, hat er bereits einen neuen, spirituellen Körper erworben! Und im Augenblick des Todes nimmt er seinen physischen Körper so wahr, als würde er ihn „ausziehen“ wie ein Hemd und trennt sich von ihm. Allgemein ist dies ein psychologisches Problem. Das kommt daher, weil man das Gefühl hat, in seinem Körper zu leben – in seinen Wünschen. Die Hauptlösung liegt in der Interaktion mit der Gruppe. Denn wenn Sie beginnen, die Verlangen anderer (seiner Nächsten) anstelle der eigenen zu empfinden, erlangen Sie einen ewigen Körper oder Verlangen, die sich außerhalb von Ihnen befinden.

 

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Über Rabash und die spirituelle Bedeutung von Tod und Auferstehung


Während ich an Rabashs Seite war, überraschte es mich immer wieder, wie kurz und formell die Begräbniszeremonien waren. Man musste zum Friedhof kommen, ein paar Worte über das Grab sprechen und wieder gehen. Und er braucht nur einmal im Jahr wieder dorthin zu kommen, nicht mehr.

Im physischen Sinn ist dieses Ritual düster, doch im spirituellen Sinn ist es voller Freude! Wir veranstalten gerade ein Ritual, über das ein Mensch sich freuen sollte. Er sollte darüber jubeln, dass er seinen „Körper“ los wird, über die Tatsache, dass sein egoistisches Verlangen gestorben ist und das Verlangen zu geben und zu lieben – „Seele“ genannt – auf eine neue Stufe aufgestiegen ist. Es ist von der irdischen Stufe, dem Empfangen, in die „Himmel“ aufgestiegen – zum Geben!

Wenn man einmal im Jahr hierher zurückkehrt, zu seinem begrabenen Verlangen, prüft man, ob es etwas mehr gibt, das man davon nehmen kann, um es zu korrigieren und noch höher aufzusteigen. Schließlich kann der Aufstieg nur durch die Korrektur stattfinden, durch die Umwandlung des Egoismus zum Geben.

Danach kommt die „Auferstehung der Toten“, wenn wir alle unseren Verlangen korrigieren und nichts im „Grab“ zurück bleibt. Dann wird der Tod (die Verlangen) wiederbelebt und die Begräbnisrituale werden nicht länger durchgeführt.

Rabash war ein Mensch, der handelte, wie ein Kabbalist nie zuvor gehandelt hatte.
Er nahm säkulare Studenten in seine Gruppe auf, die sich in der Mitte der jüdisch-orthodoxen Bevölkerung befand, der Stadt Bnei Brak. Er lehrte diese Studenten die Wissenschaft der Kabbala. Zu dieser Zeit war das eine echte Revolution. Er stellte sich gegen seine Familie, gegen die Menschen, die ihm nahe waren und gegen die gesellschaftliche Meinung der gesamten orthodoxen Gemeinschaft.

Trotz alledem wagte er das und erreichte einen Durchbruch. Er fing an, Artikel zu schreiben und Unterricht für Anfänger zu geben, einschließlich für säkulare Menschen. Er tat alles, was möglich war, um die Lehre zu verbreiten.

Das Allerwichtigste, was er hinterließ, sind seine Artikel und sein Geist. Alles, was wir heute haben, unsere gesamte Grundlage, wurde von ihm gelegt. Immer spüre ich, dass ich nichts anderes, als seine Arbeit fortführe. Daher spüre ich, dass die inneren Kräfte weitermachen. Die Art, wie wir studieren, erklären und Dinge formulieren, das alles kommt von ihm. Ich hoffe, alles an euch weiterzugeben, was ich habe, einschließlich des Geistes Rabashs, den ich von ihm erhalten habe.

Dieser Mensch ist hauptsächlich eine Brücke, eine Verbindung zwischen allen großen Kabbalisten der Vergangenheit, von Abraham bis Baal HaSulam, zu uns. Durch seinen Geist gab er die Wissenschaft der Kabbala an uns weiter. Wir leben innerhalb seines Kli und er unterstützt uns.

Wir haben dem Schöpfer dafür zu danken, dass Er uns diese Seele gegeben hat, die uns heute weiterhin in sich einschließt und uns entwickelt. Jedwede Spiritualität, die wir erlangen, erlangen wir kraft seiner Hilfe, seiner Kraft, die unter uns wirkt. Deshalb nennen wir uns „Bnei Baruch“ – die Söhne Baruchs. Lasst uns hoffen, dass wir wahrhaftig die Söhne von Baruch Ashlag – dem Rabash – werden.
(Aus der Rede am Grab von Rabash am Morgen des 23. September 2009)

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