Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Opfer des Egoismus

Spirituelle Wurzeln, die in unsere Welt herabsteigen, schlagen hier ins Gegenteil um, und der Egoismus unserer Welt führt das höchste Gebot der Liebe entsprechend seinem Verständnis aus – das bedeutet, er geht töten. Doch du musst dich entscheiden, was du tun willst: entweder in diesen materiellen Zweigen bleiben oder zur spirituellen Wurzel aufsteigen.

Wenn du aufsteigen willst, dann arbeite in der Gruppe und nimm an ihrem Spiel der Bruderliebe zwischen allen teil. Dann wirst du feststellen, dass du zu einer solchen Liebe nicht in der Lage bist und dass das alles eine Lüge ist, und du wirst nach der Korrektur verlangen. Es wird eine Kraft herabsteigen, die dir Verbindung mit allen Anderen und Liebe schenkt.

Diese Verbindung existiert nicht auf der Ebene unserer Welt, sondern nur auf einer höheren Stufe. Schaut euch die Seelen und nicht die Körper an!

Es ist so, als ob ich einen Computerbildschirm vor mir hätte, auf dem ich entweder materielle oder spirituelle Handlungen sehen könnte. Wenn ich alles durch meine spirituellen Augen betrachte, dann sehe ich Liebe, und durch meine materiellen Augen sehe ich Mord.

Doch, wenn mich jemand angreift und töten will, bedeutet es nicht, dass er das aus Liebe macht – er handelt aus seinem Egoismus heraus. Und darum steht es geschrieben, dass du demjenigen, der gekommen ist, um dich zu töten, zuvorkommen und ihn zuerst töten sollst.

Dadurch korrigierst du ihn, denn er ist derjenige, der gekommen ist, um dich zu töten – also ist sein Egoismus größer als deiner. Aus diesem Grund vollziehst du eine Korrektur, wenn du ihn tötest, indem du mit einem kleineren Egoismus als derjenige, der dich angegriffen hat, arbeitest.

Hier ist alles sehr logisch und basiert nicht auf einem blinden Glauben. Denn ich hatte nicht vor, ihn zu töten, er hat mich als erster angegriffen, um mich zu töten. Und wenn es mit aller Deutlichkeit klar wird, denn wird es eine Korrektur sein, einen größeren Egoismus durch einen kleineren zu töten. Das ist deine Pflicht, das oberste Gebot: „Töte den, der dich töten will“.

Es gibt nichts außer den Korrekturen. Entweder ereignen sie sich auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, unbewusst und unverständlich für uns, oder es sind echte Korrekturen durch die Arbeit mit der Gruppe auf der menschlichen Stufe.

An allen Morden in unserer Welt ist unser Egoismus schuld, der nach solchen Opfern für dessen Korrektur verlangt. Wir können jedoch diese Korrekturen auf die spirituelle Ebene verlagern, wenn wir das wollen! Wir können alle diese Handlungen auf eine höhere Ebene heben, dann werden wir kein Übel in der Welt sehen und spüren.

Doch nur unter der Bedingung, dass wir unser gesamtes egoistisches Verlangen, welches diese ganzen Untaten vollbringt, auf eine höhere Stufe heben – und dort werden dann dessen gesamte Taten schön sein, entgegengesetzt denen, die wir heute sehen. Die Menschen um uns herum werden beginnen, sich zu verbinden, einander zu umarmen und sich einander nahe zu fühlen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 09.02.2011

Eine „kompakte“ Welt nach der Korrektur

Von oben nach unten steigen zu uns vier Phasen des direkten Lichts herab: „Welt-Jahr-Seele“ und die Existenz der Realität. Und die ganzen künstlich von uns erschaffenen Zusätze brauchen wir nur, um die höhere Stufe zu erkennen.

Wir bauen diese Ergänzung von uns zum Höheren in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Form. In der unbelebten Ebene erschaffen wir unterschiedliche Gegenstände, auf der pflanzlichen und tierischen Ebene verändern wir die Natur und auf der menschlichen Ebene vollziehen wir Korrekturen in uns selbst. Und alles nur, um uns dann mit der richtigen Absicht zu verbinden und die höhere Stufe zu erreichen.

Und auf dieser Stufe werden wir uns weniger zahlreich als jetzt vorkommen – vereinter und geschlossener. Heute nehmen wir eine Welt wahr, die voller endloser Details ist – ein riesiges Universum, Milliarden von Menschen, immense Anzahl von hergestellten Produkten und Müll.

Doch wenn wir zur nächsten Stufe aufsteigen, beginnen wir zu sehen, dass die Welt sich zusammenzieht, sich in der Anzahl von Detail verkleinert – denn wir alle vereinen uns zu einem Menschen, mit einem Herzen.

Doch auf jeder Stufe müssen wir unsere Anstrengung hinzufügen: auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene. Schaut nur, wie viel wir in unserer Welt erschaffen haben: wie viele Pflanzen wir anbauen mussten, um überleben zu können, wie viele Veränderungen wir in der Tierwelt und auf der menschlichen Ebene vornehmen mussten – die ganzen von uns erbauten Städte und das ganze Lebensmilieu.

Das sind alles Korrekturen, egal wie schlecht oder gut diese Veränderungen uns auch vorkommen mögen. Wir fügen sie auf unserer unteren Stufe hinzu. Wir brauchen dieses ganze Metall und den Müll aufgrund unseres Mangels an der inneren Korrektur! Solange wir innerlich nicht korrigiert sind, müssen wir äußere Korrekturen vornehmen, bis wir zu einem Zustand gelangen, in dem wir sie nicht mehr brauchen.

Von unserer Generation an werden wir beobachten, wie wir im Zuge der Entwicklung immer kleiner werden. Unsere ganze großangelegte Tätigkeit und riesige Fabriken werden schrumpfen, eine „feinere“ Form annehmen und verschwinden. Alles wird einfacher, kompakter, quasi stärker, sprich „spiritueller“ werden, weniger auf dem Material und mehr auf der Energie beruhen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 07.02.3011

Vom Chaos zur Harmonie

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin
Frage: Das Motto des Berliner Kongresses lautet „Harmonie“. Was bedeutet Harmonie für einen Kabbalisten?

Meine Antwort: Wenn ein Kabbalist über die Harmonie spricht, meint er die komplette Ähnlichkeit mit der Höheren Stufe, nämlich, mit der höheren Energie, Information, dem sogenannten Licht, das um uns herum existiert, mit dem wir zum vollständigen Kontakt kommen und in dem wir aufgehen müssen. Unser Ich verschwindet dabei nicht. Im Gegenteil, unser Ich und das Licht verschmelzen zu einem Ganzen. Eben diese Harmonie ist unser Ziel.

Die gesamte Menschheit ist von der Stufe herabgestiegen, in der alles zu einem Ganzen verbunden war, und die als „Welt der Unendlichkeit“ oder „Harmonie“ bezeichnet wird. Indem wir allmählich die Stufen der fünf Welten – Adam Kadmon, Azilut, Brija, Yezira, Assija – herabgestiegen sind, sind wir an unserem gegensätzlichsten Zustand angelangt – in „unserer Welt“. Natürlich gibt es hier keine Harmonie. Das ist die Welt des Chaos und der Finsternis.

Wir sind hier, in diesem Zustand, angekommen und haben uns im Laufe der Jahrtausende, im Laufe unserer gesamten Geschichte, auf der tierischen Ebene entwickelt. Nun beginnen wir mit dem Aufstieg zur ersten Stufe unserer spirituellen Entwicklung.

Und dieses ganze globale Durcheinander, das in der Welt existiert, dieses ganze Chaos, das wir nun beginnen wahrzunehmen, der gegenseitige Hass und die völlige gegenseitige Abhängigkeit zugleich – all das kommt von dieser ersten Stufe in uns zum Vorschein, auf der wir alle bereits zu 1/125 der vollständigen Verbindung vereint werden müssen.

Diese Stufe leuchtet uns bereits von dort; aus diesem Grund erscheint uns unsere Welt so schrecklich, zerrüttet, gegensätzlich, versunken in vollkommenem Hass, in vollkommener Unfähigkeit, zusammen zukommen und sich zu einigen. Wieder versammeln sich die Staats- und Regierungschefs in Davos, danach an irgendeinem anderen Ort – und sie können nichts erreichen. Und sie werden nichts erreichen können! Durch nichts! Keine Abkommen werden helfen! Die Menschheit wird zu einem Zustand gelangen, in dem sie sich entweder vernichtet oder vereint. Aber wie?

Eben diese Frage „Aber wie?“ wird aufkommen. Genau dann werden sie begreifen, dass es keine andere Möglichkeit gibt außer der, sich dieser Methode der Vereinigung zuzuwenden, die genau aus diesem Grund bereits im alten Babylon entstand. Dann werden sie an der Kabbala festhalten.

Doch in ihnen muss diese schreckliche Frage aufkommen. Sie entsteht entweder in den Menschen, die innerlich dazu bereit sind, von selbst zu uns zu kommen, oder in der ganzen Welt, wenn der Zustand der Welt bereits bis zum Äußersten gelangt ist.

Dieses Gefühl von Chaos, Finsternis, fehlender Harmonie wird also als Gegensatz zu jener nächsten Stufe empfunden, die wir erreichen müssen, von der uns im Gegenteil Harmonie, Einheit, Integrität leuchtet.

Diese beiden Zustände empfinden wir im Moment. Und aus diesem Grund befindet sich unsere Welt in diesem Übergangszustand auf dem Weg zur ersten spirituellen Stufe. Das ist die schwierigste Phase – der Durchbruch.

Und wenn wir, unsere weltweite kabbalistische Gruppe, Hunderttausende von Menschen, allmählich, von einem Kongress zum nächsten, eine solche Anspannung, eine solche Verbindung zwischen uns aufbauen, wenn wir die ganzen Zustände der Verzweiflung in uns durchlaufen und dennoch nach einer inneren Vereinigung verlangen, wenn wenigstens wir, ein kleiner Teil der Menschheit, es schaffen, dies umzusetzen, wird das zu einem Rettungsseil für die gesamte Menschheit. Und jene Harmonie, die in uns zu spüren sein wird, wird die ganze Menschheit wie ein Magnet zu uns hinziehen. Das müssen wir erreichen.

Deshalb ist die Harmonie, von der die Kabbala spricht, ein Zustand, in dem alle Menschen zu einem Ganzen, zu einem kollektiven Gebilde, genannt „Adam“, verbunden sind – zu einem gemeinsamen Verlangen, einer gemeinsamen Seele, in deren Innerem die nächste Stufe, unser ewiger, vollkommener Zustand, sich herausbildet. Und das ist durchaus erreichbar. Alles hängt von uns ab.

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin, 28.01.2011

Wer wird zum Menschen?

Auszug aus der Lektion №1, in Moskau, 14.01.2011

Frage: Wer gehört zum menschlichen Niveau der Entwicklung, und wer – zum tierischen? Hängt es von der Region ab, in welche der Mensch eingebunden ist?

Meine Antwort: Es hat mit keinem der irdischen Parameter etwas zu tun. In jedem auf der Erde existierenden Menschen gibt es die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Natur. Und jeder ist im Ergebnis der Entwicklung verpflichtet, den vollkommenen Zustand zu erreichen.

Die ganze Frage betrifft die Bestrebung, welche von uns gar nicht abhängt. Es existiert die vollständige Versammlung aller Seelen in ihrem Ausgangszustand, in der informativen Ausgangsaufzeichnung, die in der Kabbala als ein „Reschimo“ bezeichnet wird. Und jeder von uns hat in dieser Hierarchie der Seelen seine eigene Stelle.

Wenn die Zeit kommt, und irgendwelcher Punkt aus diesem globalen Mechanismus beginnen soll, sich zu entwickeln, dann empfindet der Mensch, welcher in diesem Punkt arbeitet, einen bestimmten Druck der ihn vorwärts treibt.

Folglich hängt alles nur von der Geschwindigkeit, der Realisation und ihrer Art ab: entweder gut und schnell, oder langsam und böse. Mehr nicht.

Somit kann es in einer beliebigen Religion Menschen geben, die sich an der Spiritualität ausrichten und sich auf dem fortgeschrittenen Niveau befindet. Und es hängt nicht davon ab, wo der Mensch lebt.

Am allerwenigsten gibt es solche Menschen gerade in Europa. In Russland, sowie in Südamerika gibt es sie mehr.

Aber im Prinzip, gibt es sie überall. Sowohl in China, als auch in Iran, sowohl in Japan, als auch in Afrika, und in Australien – überall gibt es unsere Freunde, die aus ganz verschiedenen Rassen, Nationen und Bevölkerungsschichten stammen. Und wir können nicht genau sagen: wer von ihnen, wann und wie vorankommt. Es ist ganz unvorhersehbar. Wir wissen nicht, in welcher Reihenfolge sich jeder Teil der allgemeinen Seele entwickelt.

Genauso wie sich der Embryo im Mutterleib in einer bestimmten Reihenfolge entwickelt, so werden auch die Teile einer allgemeinen weltweiten Seele entwickelt. Auf dieselbe Art und Weise, in der Ähnlichkeit zur allgemeinen Seele, entwickelt sich jede einzelne Seele.

Frage: Kann man dann sagen, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens, das heißt die Erscheinung des Punktes im Herzen, den Menschen zum Niveau „der Mensch“ näher bringt?

Meine Antwort: Ja. Wenn im Menschen der Punkt im Herzen erwacht, und er beginnt, über den Sinn des Lebens nachzudenken, dann arbeitet er schon auf dem Niveau „des Menschen“.

Aber auf diesem Niveau kann er sich Jahre lang aufhalten. Wenn er keine Gruppe, keine Originalquellen, oder keinen Lehrer aufsucht, dann kann er tatsächlich nichts machen. Leider, gibt es immer noch solche Menschen. Und sie tun mir leid. Sie waren mit uns, und sind weggegangen – sie sind erstarrt. Ich warte auf ihre schnelle Rückkehr.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Vorwort zum Buch Sohar“, 14.01.2011

Die Offenbarung beantwortet alle Fragen!

Frage: Es steht geschrieben, dass wir jeden Tag auf die Rettung des Schöpfers warten sollen. Aber, wie sollte ich die Schärfe der Empfindung bewahren, damit ich ständig auf der Schwelle der Offenbarung bleiben kann, um dieses nicht zu verlieren?
Meine Antwort: Du solltest die Empfindung der Erwartung für dich sehr angenehm gestalten! Über die angenehme Dinge ist der Mensch immer bereit nach zu denken. Und wenn du müde bist darüber nach zu denken, das heißt ist es dir unangenehm.
Wir sind alle aus dem Verlagen zu Genießen geschaffen, und wenn wir den Genuss verspüren, dann streben wir danach, und wenn nicht, dann möchten wir es loswerden. Aus diesem Grund, sollen wir unsere Gedanken so lenken, dass die Offenbarung des Schöpfers und der spirituellen Welt uns angenehm und süss erscheinen. Dann kann ich es nicht mehr vergessen!
Ich muss mich ständig selbst überzeugen, dass es mich erfüllt und mir alles, notwendige bringt: Es stillt alle meine Verlagen – den Hunger, den Durst, die Müdigkeit! Die spirituelle Offenbarung beantwortet alle Fragen! Deswegen vergesse ich es nicht und werde danach immer verlangen. Dieser Gedanke wird mich immer verfolgen auf dem Hintergrund von allem anderen.

Doch wenn für mich der Gedanke über die Spiritualität eine schwere Verpflichtung ist, dann wird es mich selbstverständlich sehr viel Kraft kosten. Doch das ist keine Arbeit, es sollte ein Genuss sein, wie „der Balsam für meine Seele“.
Du hast doch in Wirklichkeit noch nie die Liebe zu den Kameraden empfunden, wie eine süsse spirituelle Erfüllung. Es war für dich einfach angenehm, mit ihnen die Zeit zu verbringen. Doch stell dir vor, es führt dich zu einer höheren, unbeschreiblichen, angenehmen und erfüllten Empfindung. Du hast so etwas früher noch nie erlebt, es ist ein unbeschreibbares Gefühl der Ruhe, wie in stillen, zärtlichen Wassern, dann beginnst du danach zu streben.
Natürlich ist es noch ein egoistisches Streben, „Lo Lishma“, und du eine angenehme Empfindung suchst – aber es wird dir helfen in diesem Gedanken zu bleiben. Gleichzeitig fängst du an, zwischen der Wahrheit und den Lügen zu unterscheiden, so schreitest du voran.

Auszug aus einem Unerricht über einen Brief von Baal HaSulam, 10.12.2010

Die materialistische Psychologie der Liebe

Die Liebe bezieht sich nicht auf unsere Welt. Wenn du gegenüber den anderen die Liebe empfindest, dann bedeutet es, dass deine Seele in dir zu handeln beginnt.

Und jetzt hast du von dieser Seele nur einen zerbrochenen Punkt. Wenn du aus diesem Punkt heraus, die Beziehungen der Liebe zu anderen Menschen aufbaust und einen „Vektor“ der Absicht, eine Bestrebung, die Liebe heißt, schaffst, dann wird diese Absicht zu deiner Seele.

Denn diese Absicht wird auf deinem Wunsch zu genießen aufgebaut, der mittels der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert wurde. Das heißt die Liebe eben.

Wenn du solche Absicht erreichst, dann wirst du schon zu einer spirituellen Persönlichkeit. In dieser Beziehung zu dem anderen Menschen beginnst du, das Licht NARANCHAJ, die höheren Welten und alles was sich zwischen Dir und Ihm befindet zu empfinden.

Es dauert so lange, bis du ihn, wie dich selbst, wie ein Ganzes empfinden wirst. Das bedeutet, dass du die Welt der Unendlichkeit erreicht hast. Denn es bleiben keine Grenzen, keine Beschränkungen mehr. Das bedeutet nämlich die spirituelle Welt.

Zu allem, was geschieht, soll ich mich mit der Liebe verhalten. Aber wenn mich jemand mit dem Messer angreift, was soll ich dann machen? Ich soll auch ein Messer nehmen und ihn mit der Liebe töten… So ist das Gesetz eben. Und wenn zu mir der Lewy – Kassierer der Steuern kommt und sagt, dass ich bezahlen soll, dann bezahle ich auch. In meinem Herzen kann ich über die leere Tasche weinen, aber meine Seele wird sich freuen.

Man muss verstehen, dass unsere Beziehung zum Nächsten auf unserem Wunsch zu genießen und seiner Korrektur für das Geben aufgebaut ist! Wenn ich alle Bedürfnisse eines anderen Menschen nehme und sie erfülle, unter der Benutzung von meinem eigenen Wunsch, dann bedeutet es, dass ich ihn liebe.

Und wenn ich meinen Wunsch beschränke, um dem anderen nicht zu schaden, dann befinde ich mich im Zustand „Des Gebens um des Gebens willen“ (Chafez Chessed), und nicht in der Liebe. Es steht geschrieben: „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, es ist eine Prüfung, wie ich mich verhalten soll. Wenn du selbst etwas nicht magst, dann tue es anderen nicht an.

Aber vielleicht liebt er etwas anderes? Das weiß ich nicht, ich prüfe es nur mittels eigener Wünsche. Das ist „die materialistische Psychologie“.

Und die Liebe bleibt auch innerhalb der materialistischen Psychologie. Aber ich fühle den anderen bis zu solchem Ausmaß, dass ich seine Wünsche empfinde. Deshalb nehme ich seine Wünsche und erfülle mich damit, womit ich sie mit Hilfe meiner Wünsche-Möglichkeiten tatsächlich erfüllen kann.

Wenn ich den Nächsten liebe und in mich seine Wünsche einsauge, dann kann ich seine Bitte (МАN) bis zur Welt der Unendlichkeit erheben! Er selbst kann das nicht machen, und ich kann es für ihn tun!

In der Spiritualität kann niemand von uns ein Stück direkt nehmen und in den Mund legen. Nur dann, wenn ich es dir gebe, und du es mir gibst. Und nur unter der Bedingung, dass ich genau weiß, was du willst, und du es von mir auch weißt! Dann kannst du mir dieses Stück in den Mund legen, und ich tue das gleiche für dich. So sind wir verbunden, und keiner von uns kann die Füllung alleine bekommen.

Und das alles soll hier, in dieser Welt geschehen! Das Licht der Unendlichkeit muss sich bis zu dieser Welt erstrecken, wie es geschrieben steht: „Und seine Beine werden auf dem Ölberg stehen“. Die spirituellen Beziehungen werden so sein, dass du auch im Materiellen nicht anders handeln können wirst.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala „, 12.01.2011

Die Lenkung ist immer ideal. Und ich?

Frage: In welchem Moment entscheidet der Schöpfer: „Das war’s, es ist genug, Ich habe dich in vollständige Verzweiflung gesenkt“?

Meine Antwort: Du sollst dich darum nicht kümmern. Der Schöpfer ist eine unveränderliche Kraft, das unzerbrechliche Gesetz, die Vollkommenheit, die Ewigkeit, die Beständigkeit. In Ihm gibt es keine Veränderungen, so dass alles nur von mir abhängt. Mit welcher Seite ich mich auch zu Ihm drehe,die entsprechende Antwort bekomme ich , in der idealen Übereinstimmung mit dem Kurs auf das Schöpfungsziel.

Der Schöpfer ist eine Welt der Unendlichkeit (Ejn Sof), wo ein vollkommenes Kli vorhanden ist, das vollkommene Licht, der vollkommene Schirm (Massach), wo die Bemühungen, die Enttäuschungen, die Erfolge und alles Übrige gesammelt ist. Dorthin richten mich meine Reschimot.

Aus diesem vollkommenen Zustand, aus den vollkommenen Strichen des zusammenfassenden Bildes, bekomme ich die aktivierende Einwirkung, gemäß dem eigenen Zustand. Mich richtet man vorwärts anhand der kleinen Dosen der Verzweiflung und der Kräfte, des Begreifens und der Verhüllung – anhand der vielseitigen und filigranen Lenkung.

Ich weiß nicht genau, in welcher Reihenfolge diese Geschehnisse ankommen. Sie sind durch die Struktur der Seele bedingt, die ich allmählich begreife, nachdem ich vorankomme. Gerade in der Seele begreifen wir die Verbindung mit der Unendlichkeit, verstehen, wie das Ganze mit seinem Teil vereint wird, bis eine Einheit entsteht.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Welche Kräfte brauchen wir für die spirituellen Arbeit“, 09.01.2011

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Die verborgenen Verbindungen

Frage: Wenn zwischen uns die Verbindung offenbart wird, geschieht es dann nur in meinem Inneren, oder auch innerhalb der ganzen Gruppe?

Meine Antwort: Es ist die persönliche Offenbarung des Menschen, der sich in der Gruppe befindet. Aber seine Freunde enthüllen nicht dasselbe wie er selbst. Die Enthüllung hängt somit von der individuellen Arbeit jedes Menschen ab.

Angenommen, ein Freund von uns hat die Bereitschaft empfunden, sich in der Seele und im Herzen mit uns, mit allen Funken zu verbinden, die in uns infolge des Zerbrechens existieren. Dann wird er sofort jene gemeinsame Kraft offenbaren, die der Schöpfer heißt und im ganzen Universum gilt.

Aber wenn wir uns nicht auf demselben Niveau der Verbindung befinden, dann werden wir nicht fühlen, dass Er dort anwesend ist.

Genauso passiert es in unserer Welt, wo der Mensch vor anderen verbergen kann, dass er sich auf dem spirituellen Niveau befindet.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011

Das Zerbrechen: ein Quentchen Licht in jedem Bruchstück

Frage: Wodurch unterscheidet sich die Arbeit mit den „Sündern“ von der Arbeit mit den „Gerechten“?

Meine Antwort: Als erstes muss man verstehen, dass es um die Zustände eines Menschen in Bezug auf den Schöpfer geht.

Wie Baal HaSulam in der Einführung zu TES erklärt, müssen wir diese Zustände auf unserem Weg durchlaufen: vollkommener Sünder – nicht vollkommener Sünder – mittlerer – nicht vollkommener Gerechter – vollkommener Gerechter.

Wie kann man also diese Zustände prüfen? Jeder, der gefragt wird, hält sich wenn schon nicht für einen Gerechten, dann zumindest für einen mittleren. In Wirklichkeit ist das einzige Kriterium für die richtige Bewertung die Annullierung seiner selbst in der Gruppe.

In diesem Fall ist die Umgebung unser Messgerät. Das gemeinsame Kli wurde gerade aus dem Grund zerbrochen, damit du, indem du dich vor der Umgebung verneigst, begreifst, wo du dich befindest, und die Kräfte von dem Schöpfer erhältst.

Nach dem Zerbrechen hat sich dein Kli in mehrere Teile geteilt. Der Schöpfer, der sich darin befand, hat sich auch geteilt und befindet sich jetzt in allen diesen Teilen. Sie sind wie Teilchen eines ehemals gemeinsamen Mosaiks, die du nach einem von oben vorgegebenen Programm zusammenfügst. Auf diese Weise vereinigst du die Teile deiner Seele mit den Teilen des Schöpfers, den Teilen des Lichts, die darin enthalten sind, wieder.

In dieser Welt, in deinem Egoismus nimmst du es wie eine materielle Gruppe wahr. Doch in Wirklichkeit ist das keine Gruppe. Mit der Zeit wird die Gruppe für dich zu einem spirituellen Begriff. Es sind nicht die Menschen, die zusammen Lieder singen und sich verbinden wollen, – in jedem von ihnen enthüllst du einen Teil deines Kli mit dem darin enthaltenen Teilchen des Schöpfers.

Hinter den Gesichtern der Freunde verbirgt sich die spirituelle Umgebung. Jetzt verstehst du deutlich, dass das Zerbrechen, unsere jetzige Realität und die Freunde es dir ermöglichen, die spirituelle Arbeit zu vollziehen.

Wenn der Schöpfer nicht wichtig genug in deinen Augen ist, fühlst du dich wie ein Sünder, und um diese Wichtigkeit zu erlangen, wendest du dich an die Umgebung. Darin gibt es Kelim, darin befindet sich der Schöpfer, dort ergießt sich das Licht, welches diesen spirituellen Begriff in dich hineinbringt.

Somit befindet sich alles an einem Ort: der Mensch und alle Teile, die ihm als fremd vorkommen:

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011

Entscheide dich für einen lebendigen Born

Frage: Was soll man mit den Menschen tun, die das Material selbständig studiert haben und mit bereits gefestigten, eingebildeten „Axiomen“ kommen, die die anderen Studierenden nur durcheinander bringen?

Meine Antwort: Die Gruppe muss sich in ihrem kabbalistischen Zentrum wie ein Embryo im Mutterleib isolieren. Die wachsende Seele bedarf des Schutzes! Sie muss wie ein Embryo oder ein Kleinkind mit Fürsorge umgeben werden, um sie herum muss eine geeignete Umgebung erschaffen werden, wie „Arche Noah“.

Solange die Schüler die spirituelle Erkenntnis noch nicht erlangt haben und noch nicht begreifen, was sie tun oder wohin sie gehen, wirft es sie von einer Seite zur anderen, von einem Zustand zum anderen, denn jedes Mal werden unterschiedliche neue Systeme in uns gebildet. Und während wir dabei sind, uns aufzubauen, werden wir immer solche instabilen Zustände durchlaufen, und aus diesem Grund dürfen wir nicht unter dem Einfluss von mehreren Faktoren stehen, sondern nur eines Faktors.

Baal HaSulam schreibt in dem Artikel zum Abschluss des Buches Sohar, dass, wenn der Schüler sich nicht an den Lehrer anheftet, wie ein Embryo im Mutterleib, und sich nicht mit dem Höheren verbindet, er nicht voran kommt. Das ist ein Gesetz, das sowohl in der spirituellen als auch in der materiellen Welt wirkt, solange wir uns im Vorbereitungsstadium befinden und mit unseren egoistischen Eigenschaften arbeiten.

Wenn der Schüler das nicht macht, wird ihm nichts helfen. Er kann sehr schlau sein und über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, doch er wird keine spirituelle Erkenntnis erlangen. Darum steht geschrieben: „Tausende gehen in den Unterrichtsraum hinein und nur einer kommt zum Licht heraus“. Und alles nur aus Nachlässigkeit, aus fehlender Bereitschaft, genau der Idee des Lehrers – jenes Menschen, der die Spiritualität an dich weitergibt – zu folgen.

Ich selbst brauche das überhaupt nicht, ihr wisst, wie mir jegliche Verehrung zuwider ist. Doch für den Schüler ist es notwendig, eine solche Haltung in sich zu entwickeln.

Man muss nur ganz am Anfang des Weges eine Entscheidung treffen, wie geschrieben steht: „Der Mensch lernt nur dort, wohin sein Herz ihn trägt“.

Wie könnt ihr also jemandem erlauben, in euer Zentrum, in euer Haus zu kommen und euch durcheinander zu bringen? Ich hätte so etwas niemals zugelassen.

Wir werden ohnehin nicht klären können, wer recht und wer unrecht hat – alles ist relativ. Und wenn du dich spirituell entwickeln willst, darfst du niemandem glauben – du selbst muss die Quelle, aus der du trinken willst, wählen. Jeder muss für sich selbst den Lehrer aussuchen, der seine Fragen und Erwartungen beantwortet und Mentor für sein Vorankommen sein kann.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in der Arava, 30.12.2010