Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Rabash'

Die Wahrheit befindet sich zwischen zwei Welten

Der Mensch handelt entsprechend seinen Gewohnheiten und nimmt nur das wahr und an, woran er gewohnt ist. Alles Ungewohnte geht aber an uns vorbei und bleibt unbemerkt. Unbewusst verschmähen wir alles Neue, bereits bevor wir beginnen, es wahrzunehmen, es zu erkennen. Aus diesem Grund fällt es uns so schwer, auf die Spiritualität zu treffen!

Wir leben in einer Welt, die wir aus der uns umgebenden Welt der Unendlichkeit wählen, indem wir das uns Gewohnte, Vertraute aussuchen. Um unsere Welt durch die Welt des Gebens auszudehnen, müssen wir die Zustände des Gebens, die Eigenschaften, die Verlangen, die Gedanken und die Handlungen der „Anti-Welt“ nicht wegstoßen, sondern sie in dem „Glauben über den Verstand“ annehmen.

Dafür müssen wir zwei entgegengesetzte Stufen in uns vereinen: unseren momentanen egoistischen Zustand, die niedere Stufe aus der Eigenschaft des Gebens, der höheren Stufe, heraus erkennen. Und uns zwischen diesen Stufen aufhalten, uns auf das Gefühl der Leere der niederen Stufe und die Möglichkeit freuen, Kraft zu finden, um uns darüber zu erheben.

Diese Kräfte gelangen von dem höheren Licht durch die Gruppe zu mir und halten mich wie ein Magnet über der Erde. Die Wahrheit und der Glaube (das Geben) müssen mich stärker nach oben ziehen, als wie die Wahrnehmung des tierischen Egoismus mich nach unten, zur „Erde“, zieht.

Doch die Wahrheit befindet sich in der gleichzeitigen Wahrnehmung der beiden Stufen, und jede für sich alleine bedeutet Lüge. Der wahre Zustand befindet sich immer zwischen zwei Stufen, die gleichzeitig sowohl das Empfinden der Vollkommenheit als auch des Mangels, sowohl das Gefühl der Dankbarkeit als auch des Gebets mit sich bringen.

Ich muss mich freuen, dass ich diese beiden Empfindungen gleichzeitig wahrnehme und mich ständig in einem Übergangszustand befinde, indem ich Hindernisse erkenne und mich mit Gewalt über diesen aufhalte, vergleichbar mit einem Menschen, der einen Berg hinaufsteigt und spürt, dass er, wenn er nur die Spannung lockert, sofort hinunterfällt. Nur dieser Zustand ist wirklich wahr, und wir müssen lernen, uns ständig darin zu befinden und uns darauf zu freuen. Auf diese Weise können wir uns selbst überprüfen, ob wir in der Lage sind, uns trotz unserer ganzen Unzufriedenheit und des ewigen Kampfes, ständig schwankend zwischen der Begeisterung und der völligen Verzweiflung, gerade bei so etwas an der Freude festzuhalten!

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.08.2010

Opferung ist eine Annäherung an den Schöpfer

Aus dem Artikel von Rabasch „Vom Zweig und der spirituellen Wurzel“: Wir müssen das Innere und das Äußere trennen. Der äußere Zweig muss seiner spirituellen Wurzel entsprechen, aber der innere wird nicht unbedingt von der äußeren Wurzel begleitet.

Um im Herzen des Menschens „das Land Israel“, das aus der spirituellen Wurzel Malchut, der Macht des Schöpfers, entspringt, herrschen zu lassen, muss man sich nicht unbedingt physisch im Land Israel befinden.

In seinem Inneren kann der Mensch mit der Anwesenheit des Schöpfers (Schechina) und großen Erkenntnissen gewürdigt werden, auch wenn er sich außerhalb von Israel befindet, so wie alle großen Kabbalisten, die einst im Ausland  gelebt hatten.

Das Innere ist die Arbeit im Herzen des Menschen, die keine Verbindung zu dem Äußeren hat. Gleichzeitig ist das Äußere aber auch wichtig.

Zum Beispiel existiert ein Gesetz , dass man in einem Minjan (Gruppe die aus zehn Männern besteht) beten soll. Man überprüft nicht, wie hoch ihre spirituelle Stufe sein mag, sondern es koennen beliebige zehn Männer sein,die das Buch der Tora lesen.

Aber wenn sich neun vollkommenen Gerechte versammelt haben, ist es ihnen verboten, das Gebet zu verrichten.

Verwechselt nicht die irdischen Handlungen, „Zweige“, mit den ihnen entsprechenden spirituellen Handlungen, „Wurzeln“. Irdische Handlungen, jüdische „Bräuche“ in unserem Leben, stehen in keinerlei  Verbindung mit der spirituellen Stufe eines Menschen und bestimmen sie nicht.

Jeder Mensch kann ein Opfer in den Tempel bringen, aber „spirituelle Opferung“ ausführen können nur wenige, das ist die Korrektur eigener egoistischer Wünsche durch das höhere Licht.

Der Mensch sortiert in sich die Wünsche aus, die er um des Gebens willen oder „heilig“ (kadosh) machen kann und erhebt sie auf die Stufe des Gebens, des „Tempels“, erhebt sie aus Malchut, „das Haus“, in Bina, „die Heiligkeit“.  Malchut erhebt sich in Bina und baut in Bina das „Haus der Heiligkeit“, denTempel.

Und alle Handlungen, die der Mensch „innen“, in der Eigenschaft Bina, ausfuehrt, nennt man „Opferungen“. Aus seinen Wünschen der Stufe „unbelebt“, „pflanzlich“, „tierisch“,  schafft er durch  Korrektur mit dem Licht altruistische Wünsche der Stufe „Mensch“.

Die Korrektur eines jeden Wunsches wird konsequent durch drei Auswirkungen des Lichtes „Kohen“, „Levi“, „Israel“ ausgeführt ,und so wird der Wunsch zur Ähnlichkeit und Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht.

Das nennt man, eine Opferung (Korban) bringen, also näher zum Schöpfer zu gelangen. Solche Korrekturen bestimmen die spirituelle Stufe eines Menschens.

Das physische Ausführen von solchen, in unserer Welt, irrationalen Handlungen, die man Gebote nennt, sind eine Tradition. Ein Brauch, der nicht davon abhängt, ob sich der Mensch in der spirituellen Welt befindet und ob er vor hat, irgendwelche Korrekturen in den spirituellen Wurzeln durchzuführen.

In unserer Welt können wir Handlungen, die die spirituelle Welt wiederspiegeln, ausführen, aber das ist nicht viel mehr, als volkstümliche Bräuche. Sie korrigieren uns und unsere Wünsche nicht, was wir auch anhand der Ausführenden sehen können.

Um den Wunsch zu korrigieren, muss man sich mit dem höheren Licht verbinden, das ihn mit der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 01.08.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Der Mensch, der den Schöpfer adoptierte

Um zur Liebe zu gelangen, muss man zuerst die Ehrfurcht erreichen. Und die erste Etappe, die durchlaufen werden muss, vollzieht sich auf der Ebene einer einfachen Handlung, wie geschrieben steht: „Wir werden tun und wir werden hören!“ („naase ve nishma“).

In unserer Welt machen wir uns Sorgen um unsere Verwandten, von ihnen hängt unser Wohlergehen ab. Doch in Bezug auf die Gesellschaft und den Schöpfer verspüren wir eine solche natürliche Sorge nicht und müssen uns ganz schön anstrengen, um eine solche Furcht in uns zu erzeugen.

In der Gruppe unternehmen wir viele Anstrengungen, um uns zu verbinden, wir hören und lesen viel über das zerbrochene System der Verbindungen zwischen uns. Dieses System wurde absichtlich von dem Schöpfer zerstört, damit wir danach streben, es wiederherzustellen.

Wir versuchen uns so zu verhalten, als ob wir uns lieben, als ob wir uns brauchen würden… Eben diese „als ob“-s sind praktische Handlungen, obwohl das alles ein Spiel, ein künstliches Verhalten ist.

Doch zuerst muss man „tun“ und danach „hören“! „Hören“ ist der zweite Teil, der von dem Höheren Licht, dem Schöpfer, abhängt.

Haben wir genug Anstrengungen unternommen, eröffnet uns das Licht diese Möglichkeit – es öffnet den Eingang zu unserem Herzen, der sich „Eingang für die an Schöpfers Tür Klopfenden“ nennt (Petach le dofkim be tshuva).

Und dann mfangen wir an, das Verlangen zu geben wahrzunehmen – eine Öffnung im Herzen, durch die wir Sorge um andere verspüren, wie eine Mutter um ihre Kinder.

Zu einer solchen Mutter Bina werden wir in Bezug auf das gesamte System der Seelen, mit denen wir uns verbinden müssen, um ihnen zu geben.

Den Schöpfer schließe ich auch in mich mit ein, um Ihm zu geben. Ich gebe und werde deshalb quasi höher als Er.

Nur diese Ehrfurcht fehlt uns, ab da und weiter verstehen wir bereits, wie diese Beziehung sich zu Liebe entwickeln wird…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wer darf sich Mensch nennen?

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich mich vor der Umgebung annullieren, wenn ich nicht das geringste Verlangen danach habe?

Meine Antwort: Versteh doch, es gibt keine Wahl, du stehst vor einer Wand. Es gibt die Gruppe – annulliere dich vor ihr und du bekommst von ihr die Wichtigkeit des Ziels.

Das ist einer Tankstelle ähnlich – du hast von der Umgebung getankt, also kannst du noch einige Kilometer weiterfahren. Noch ein wenig getankt – noch ein wenig weitergefahren. Und so immer weiter.

Und du sagst: Ich will nicht tanken, es ist schwer für mich, bei der Tankstelle vorbeizufahren, was soll ich tun?! Doch es gibt keine Wahl, hier gelten strenge Bewegungsgesetze.

Bitte die Freunde darum, dir zu helfen, wie geschrieben steht: „Der Mensch helfe seinem Freund“. Nachdem alle Bedingungen geklärt sind, gibt es keine Fragen mehr, es kommt die Zeit zu handeln. Glaubt nicht eine Hintertür zur Spiritualität zu finden – die gibt es nicht!

Es gibt ein Prinzip: „Wir sind von der Umgebung abhängig, die wir wählen“. So ist es von dem Schöpfer erschaffen worden, weil wir Teile einer Seele sind, jeder hängt von jedem ab.

Selbst nach dem Zerbrechen bleibt diese Abhängigkeit in Form von guter oder schlechter Einwirkung, der Mensch hängt in jedem Fall bei allem von der Umgebung ab.

Du hast die Möglichkeit bekommen, dich einer Gesellschaft anzuschließen, die nach der Spiritualität strebt. Doch jetzt hängt es von dir selbst ab, dort einen Fuß zu fassen. Der Schöpfer legt deine Hand auf das gute Schicksal und sagt: „Nimm es!“

Alles Weitere hängt von dir ab, ob du es annimmst oder nicht. Er kann dir nicht mehr helfen, sonst nimmt Er dir deinen freien Willen weg.

Deine Persönlichkeit hört auf zu existieren, wenn Er für dich die Arbeit macht.

Doch wenn der Mensch alles beim Alten belassen möchte, sprich so handeln möchte, wie das Tier in ihm, entsprechend seiner Natur, dann ist es seine Wahl.

Und wie wird man zu einem Menschen? Man muss sich über das Tier erheben und begreifen, dass man sich beugen und vor der Gruppe annullieren muss.

Und jede beliebige Handlung, vom allerersten Moment ab, besteht nur darin, die Wichtigkeit der anderen zu spüren und sich mit ihnen zu verbinden. Alleine kannst du nichts.

Nur gemeinsam kann man etwas verändern und erreichen. Wenn nicht, wird dir nichts gelingen. Du wirst dich als Mensch nicht verwirklichen, sondern ein Tier bleiben.

Mensch nennt sich derjenige, der von der Annullierung seiner selbst vor dieser besonderen Umgebung geboren wurde! Auch wenn es uns paradox vorkommt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 30.05.2010

 

Wofür es in der Spiritualität Strafen gibt

Die Natur dieser Welt ist egoistisch, in dieser Natur des Verlangens zu genießen sind wir geboren worden.

Aus diesem Grund zieht und schiebt dieses Verlangen mich immer zu den Genüssen, ohne mich nur für eine Sekunde in Ruhe zu lassen.

Jedes Mal erzeugt es neue Verlangen in mir und lockt mich zu diesen oder jenen Genussquellen hin.

In dieser Welt befinde ich mich also ständig unter dem Druck der mich zur Entwicklung treibenden Naturkraft, die in mir das Empfinden von Leiden hervorruft.

Darum, wenn ich nichts mache, kann ich auch nicht bestraft werden. Denn die Motivation, irgendetwas zu tun, kommt zu mir jedes Mal von der Natur, weil ich von der mich von hinten anschiebenden Kraft gelenkt werde.

Während es hingegen in der spirituellen Entwicklung keine Kraft gibt, die uns zum Vorankommen zwingt, denn dort gibt es keinen Zwang. Ich muss die Kraft, die mich vorwärts treibt, selbst in mir erreichen, sammeln, speichern, organisieren.

Und um uns, die wir uns im Egoismus, im Verlangen zu genießen, befinden, zu helfen, spirituell voranzukommen, werden wir bestraft, wenn wir nicht arbeiten – also eine Strafe für die Untätigkeit.

Wenn wir auf alle unsere Empfindungen achten und begreifen, dass sie alle vom Schöpfer kommen, wird uns das sehr helfen, besser zu reagieren und voranzukommen.

Wenn wir anfangen, in jedem Zustand das Verhalten des Schöpfers uns gegenüber, also die Bestrafung für unsere Faulheit bei der Arbeit zu sehen, werden wir uns jeden Augenblick auf jede Handlung besser vorbereiten können.

Dann werden wir sehen, dass der Schöpfer immer der Anfang ist, dass Er derjenige ist, der uns zu der Handlung einlädt und uns lenkt, und wir einfach nur sensibler werden müssen, um zu hören, was Er sagt, wie Er in uns arbeitet, und dementsprechend Einzelheiten in unserer Arbeit zu erkennen.

Denn im Großen und Ganzen besteht unsere Arbeit in der Verbindung zwischen den Seelen, um in ihr den Schöpfer zu enthüllen.
Und innerhalb dieser Verbindung fangen wir an, zu spüren, wie der Schöpfer uns lenkt, und das direkte Licht, das reflektierte Licht und alle Handlungen, die wir in der Wissenschaft der Kabbala studieren, wahrzunehmen, wir spüren, wie sie sich zwischen uns vollziehen.
So treibt uns der Schöpfer zu der Verbindung, damit unsere Verlangen Ihm genau entsprechen. Und aus diesem Grund sind das von der Seite des Schöpfers keine Strafen, sondern die Korrektur unserer Richtung.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 18.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Zeit für spirituelle Befreiung

Alles, was die Kabbalisten der vergangenen Tage zu ihrer Zeit geschafft haben, während jeder von ihnen entsprechend seinen Bedingungen gehandelt hat, war die Vorbereitung auf unseren jetzigen Zustand. Dadurch verfügen wir heute über alle notwendigen authentischen Quellen: Werke von ARI, das Buch Sohar mit dem Sulam-Kommentar, Werke von Baal HaSulam und Rabash, um mit ihrer Hilfe voranzukommen.

Sie hatten keine Möglichkeit, unter solchen Bedingungen wie wir zu arbeiten, wenn die weltweite Krise beginnt, eine ermahnende Krise, die im alten Babylon begonnen hat und das Zerbrechen der Gesamtseele in der höheren Welt widerspiegelt. Noch nie gab es ähnliche Zeiten wie jetzt! Baal HaSulam hat bereits im Voraus, vor 80-90 Jahren, geschrieben, dass wir in den Zeiten von Mashiach, in der Epoche der spirituellen Befreiung, leben.

Wenn das Volk Israel sein Land zurückbekommen und darauf seinen Staat errichtet hat, dann haben wir die Möglichkeit, alles hier gemäß den spirituellen Gesetzen aufzubauen und uns wie ein spirituelles Volk in Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst zu vereinigen. Doch es ist unmöglich, dies ohne die Erkenntnis des Bösen zu erreichen – und dafür sind entweder große Leiden oder das Licht, welches unser Übel ausleuchtet, notwendig. Heute haben wir die Möglichkeit, dieses Licht anzuziehen, um darin zu sehen, wie sehr entgegengesetzt dem Geben und der Liebe wir sind, und die Korrektur durch die Vereinigung der Gesellschaft und des Volkes zu beginnen! Wollen wir hoffen, dass es in naher Zukunft liegt.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam vom 15.07.2010 .

Zum Kabbalalernzentrum –>

„Und der Herr erschien ihm in Alonei Mamre“

Artikel von Rabash „Und der Herr erschien ihm in Alonei Mamre“: Warum in Alonei Mamre und nicht an einem anderen Ort? Weil Mamre Abraham zu einem Bund (Beschneidung) geraten hat.

Als der Schöpfer Abraham anwies, sich selbst zu beschneiden, ging Abraham seine Freunde um Rat fragen.

Mamre sagte ihm, „Erinnere dich an den Tag, an dem die Chaldäer dich in einen brennenden Ofen warfen, und an jene Hungersnot, die die Welt erduldete … und jene Könige, die von deinen Männern gejagt und erschlagen wurden.

Der Schöpfer rettete dich von ihnen allen und keiner konnte dir schaden. Erhebe dich und tue, wie dein Herr befiehlt.“

Jeder Mensch ist wie eine kleine Welt, in der – ähnlich einem einzelnen Teil eines Hologramms – alle Eigenschaften der gesamten Welt enthalten sind, nur sind diese Eigenschaften in jedem von uns unterschiedlich zusammengesetzt.

Malchut der Welt der Unendlichkeit hat sich in viele Teile, viele Seelen geteilt, doch in jedem Teil gibt es alle Eigenschaften, nur können bestimmte Verlangen stärker und andere wiederum schwächer vertreten sein.

Die erste Korrektur des Egoismus besteht darin, alle Verlangen, den Genuss für sich selbst zu empfangen, von sich zu trennen.

Diese Handlung nennt sich Bund mit dem Schöpfer (nach dem Ziel) oder Beschneidung (nach der Handlung). D.h., um bis zur Eigenschaft des Gebens (Stufe von Bina) aufsteigen zu können, schneidet der Mensch die Verlangen zu empfangen von den Verlangen zu geben ab.

Der Mensch wird von drei Seelen gesteuert: von der tierischen, der vernünftigen und der leitenden Seele. Die eine steuert ihn durch die Gefühle, die andere durch den Verstand und die dritte wägt ab, wonach es sich zu streben lohnt.

Sie beleben uns, und alles hängt davon ab, welche von ihnen die Oberhand gewinnt. Denn letztendlich müssen wir alle uns gegebenen Kräfte nutzen – doch es ist wichtig, wer genau die Entscheidungen treffen wird und wem sich unsere anderen Eigenschaften unterordnen werden.

Jeder Mensch überprüft, während er die Stadien der Korrektur des Egoismus durchläuft, ob sein „Körper“ (seine Verlangen) bereit ist, eine Entscheidung zu treffen, sich der Stufe von Bina (Stufe des Gebens) anzuschließen.

Erst dann erlangt er das Kli, das spirituelle Gefäß, des Verlangens zu geben und vollzieht die Korrektur der „Beschneidung“ – er schneidet quasi die egoistischen Verlangen von sich ab.

Er sieht, dass seine anderen Verlangen nicht mit dem Schöpfer einverstanden sind, dass er keine Kraft hat, sie zu korrigieren, aber die Kraft, sich zu zwingen, sie quasi von sich abzuschneiden (wie geschrieben steht, „von dem Rande seines Herzens“).

Später, auf den späteren Stufen, wird er sie sogar so korrigieren können, dass sie selbst wollen werden, sich den Handlungen des Gebens anzuschließen, und ihm helfen werden, noch höher aufzusteigen.

Diese Kraft, diese Eigenschaft, genannt Mamre, findet der Mensch in sich selbst – das ist seine Vorbereitung (sein Freund), mit deren Hilfe er die Eigenschaft des Gebens erreichen kann.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 01.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum –>

Nicht die ganze Welt ist ein wie bitterer Rettich!

Wir können uns entweder in der Eigenschaft des Gebens oder in der Eigenschaft des Empfangens befinden und diese umsetzen. Denn das Universum wird nur von zwei Naturkräften regiert – der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens.

Eine davon, die Kraft des Empfangens, befindet sich bereits von Anfang an in uns, wir sind mit ihr geboren worden und halten sie deswegen für natürlich.

In Wirklichkeit aber gibt es nichts Natürlicheres als die Eigenschaft des Gebens. Sie befindet sich jedoch nicht in uns und kommt uns deshalb unnatürlich, künstlich, ohne jeglichen Bezug zur Realität vor. Doch gerade die Eigenschaft des Gebens bedeutet die wahre Realität, denn das ganze Universum, außer unsere Welt, befindet sich in ihr. Und nur wir alleine existieren in einem winzigen, geschlossenen, imaginären Raum in der Eigenschaft des Empfangens.

Und weil dieser Raum geschlossen und von allen Welten und dem Schöpfer getrennt ist, glauben wir, dass nichts außer dem Raum existiert. Wir sind einem dummen Wurm ähnlich, der meint, dass die ganze Welt jenem bitteren Rettich ähnelt, in dem er sich befindet, und nicht begreift, dass außerhalb dieses Rettichs eine riesengroße, helle, süße und wunderschöne Welt existiert. Deshalb müssen wir begreifen, dass die Eigenschaft des Empfangens, in der wir uns befinden, winzig und begrenzt ist und uns nur gegeben wurde, damit wir aus ihr heraus die ihr entgegengesetzte Eigenschaft des Gebens erkennen.

Kabbala Akademie

Zwischen zwei großen Lichtern

Wir sind noch nicht in der Lage, die Arbeit von Rabash, der zum ersten Mal in der Geschichte die gesamte Methode der spirituellen Arbeit des Menschen auf konsequente und konkrete Weise beschrieben hat, richtig zu bewerten.

Es gibt kein anderes Hilfsmittel zur inneren Arbeit an der Erreichung des Schöpfers, welches mit seinem Werk vergleichbar wäre.

Es existieren verschiedene Bücher, die das leicht ansprechen, doch keins davon beschreibt den gesamten Weg der inneren Veränderung des Menschen auf eine systematische Weise.

Doch Rabash gibt klare und exakte Erläuterungen mit deutlichen Beispielen.

Er hat der Methode von Baal haSulam alles hinzugefügt, was für die praktische Umsetzung der Korrektur der gesamten Menschheit gefehlt hat.

Wir nehmen die Werke von Baal haSulam und die Artikel von Rabash und passen sie an den modernen Menschen an, indem wir alles weglassen, was ihn verwirren könnte.

Diese großen Kabbalisten haben zwei Teile der Korrekturmethode erschaffen, die heutzutage jeder Mensch braucht, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen.

Baal haSulam verbindet uns mit der Quelle des Lichtes Or Makif, und Rabash lehrt uns, wie wir uns vorbereiten müssen, um uns mit dieser Quelle zu verbinden.

Er erzählt, wie ich mich Schritt für Schritt organisieren und meine Gedanken, meine Absichten konzentrieren muss.

Und wenn ich bereit bin, dann öffne ich ein Buch von Baal haSulam.

Baal haSulam kommt zu mir, wie Licht, von oben nach unten, und Rabash bereitet mich durch die Arbeit von unten nach oben, in Richtung Quelle, vor.

Und wenn ich diese beiden Kräfte nutze, ist mir der Erfolg garantiert.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Gestalt, die aus „dem Sand“ modelliert ist

Aus den Werken von Rabasch: die Regierung von Malchut heißt „Chuka“ (die Gesetzessammlung). Aber sie ist nur ein Gesetz aus der Tora, und nicht die Tora selbst. Das heißt, um der Tora würdig zu werden, muss man alle Gesetze akzeptieren, die sie uns gibt. Andersfalls ist es unmöglich, die Tora zu bekommen. Und wenn der Mensch mit der Regierung der Malchut einverstanden ist, dann heißt er die Eigenschaft Israels.

Wir alle sind der Wunsch, zu genießen. Dieser Wunsch ist wie ein Berg, Hügel oder Sandhaufen, der keine Form hat. Wir sollen aus diesem „Sand“, wie am Ufer des Meeres, mit Hilfe des Wassers (Chassadim), eine Form aufbauen, die dem Schöpfer ähnlich ist.

Darin besteht unsere Arbeit. Der Prozess, infolge dessen wir aus dem formlosen „Sand“ eine Form aufbauen, und die Eigenschaften des Schöpfers erforschen, kopieren und aus „dem Sand“ modellieren – heißt „Chuka“ (die Gesetzessammlung). Die Formen, die wir annehmen, heißen auch „Chuka„.

Schließlich vereinen sich Ursache und Wirkung, sowie alle Formen des Gebens, die eine nach der anderen aufgrund des Wunsches, zu genießen aufgebaut werden – (denn es verschwindet nichts in der Spiritualität), bis dieser Material, die Gestalt des Schöpfers, annimmt, die wir selbst geschaffen haben.

Es ergibt sich, dass die Geschöpfe den Schöpfer erschaffen. So, wie es auch im Buch Sohar geschrieben steht. Deshalb sind alle großen Gesetze, die wir mit dem Licht und mit der Offenbarung des Schöpfers enthüllen dazu vorbestimmt, durch uns realisiert zu werden.

Aus dem Sohar – Unterricht nach dem Wochenabschnitt, 14.06.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>