Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Punkt im Herz'

Spirituelle Korrektur und Veränderungen im physischen Verhalten


Eine Frage, die ich erhielt: In Mesilat Yasharim (Der Weg der Gerechten) schreibt der Ramchal über die Korrektur der Eigenschaften des Menschen: Obwohl die Korrektur der Eigenschaften der belebten Seele des Menschen keine Beziehung zu den Stufen der heiligen Seele hervorbringt, ist es für einen Kabbalisten dennoch unrealistisch, gereizt und hitzig zu sein oder schlechte Wörter (Lashon Ra) zu benutzen und Eigenschaften zu besitzen, die anderen um ihn herum schaden können.

Meine Antwort: Der Ramchal sagt, dass es unmöglich ist, die Eigenschaften der belebten Seele des Menschen zu korrigieren. Jeder Versuch, unsere belebte Seele zu korrigieren, endet im Misserfolg, da dies sich auf den unbelebten Teil des Menschen bezieht, der uns gegeben wurde, so dass wir unsere spirituelle Seele daraus zum Wachsen bringen können.

Das einzige, was wir ändern können und sollen, ist unsere heilige, spirituelle Seele: den Teil des Schöpfers in uns. Dieser Teil fängt mit dem an, was ein „Punkt im Herzen“ genannt wird und in einem Menschen mit der Frage zum Ausdruck kommt: „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Die Frage, die einen Menschen zur Kabbala bringt. Dies ist der Punkt, den wir entwickeln müssen.

Wenn wir diesen entwickeln, verändern wir uns und solch eine Veränderung hat auch einen Effekt auf unser irdisches Verhalten. Wir können anderen nicht mehr absichtlich schaden, da wir Eigenschaften erlangt haben, die uns nicht erlauben, dies zu tun.

Gleichzeitig jedoch kann unser äußerlicher Ausdruck von Ärger, Schroffheit und Ungeduld bestehen bleiben, da wir den Schaden, der von bestimmten Handlungen und Phänomen hervorgerufen wird, mehr als andere wahrnehmen. Des weiteren fällt ein Mensch, der aufsteigt, immer zurück, bevor er einen Schritt nach vorne macht und wenn dies geschieht, ist dieser Mensch wie jeder andere auch in solch einem Zustand. Dies bleibt bis zum Ende der Leiter, wie es geschrieben steht: „Jeder Mensch, der größer ist als ein anderer, hat einen größeren Egoismus als dieser.“ Außerdem steht über Rabbi Shimon geschrieben, dass er, als er sich im tiefsten Abstieg als „Shimon vom Markt“ befand, verstand, dass ihm die letzte Stufe des Aufstiegs bevorstand! (Im Buch des Sohar steht geschrieben, dass, als Rabbi Shimon aus der Höhle herauskam, in welcher er dreizehn Jahre verbracht hatte, um den Sohar zu schreiben, er einen Kleinbauern das Land bearbeiten sah, eine Handlung, so entfernt von der Spiritualität, dass, als er ihn sah, er ihn mit seinem bloßen Glanze verbrannte. Dies sind jedoch Geheimnisse der Tora…)

Verwandtes Material:
Kapitel 12 aus dem Buch: Leben aus der Kabbalah: Den Egoismus auslöschen
Online Bestellung: Leben aus der Kabbalah

Schau nach vorne, nur nach vorne!


Ich erhielt folgende Frage: Ich habe eine sehr wichtige Frage! Vor fünfzehn Jahren bin ich religiös geworden und einer religiösen Schule beigetreten, da der Punkt meiner Seele in meinem Herzen erwachte! Ich wollte Ewigkeit, doch wusste ich nicht wie. Ich fand die Studien in dem religiösen Seminar oberflächlich und für alles, was tiefer ging, musste ich meine Persönlichkeit „zerbrechen“; es machte mich traurig und reumütig (weil ich einen Freund hatte). Ich weinte, hatte Unterhaltungen mit „Gott“, fühlte mich hoffnungslos, ängstlich, neidisch und annullierte meine Verlangen!

Ich versuchte, meine Persönlichkeit auszulöschen und litt, um gerecht zu werden! Das war jedoch alles blödsinnig! Langsam verstand ich, dass ich Götzendienst betrieben habe, jedoch sagte ich mir selbst, dass dies unmöglich wäre, da es schließlich die Tora war! Und alle Rabbiner sagten: „Die Tora, die Gebote!“ Über Jahre hinweg wusste ich, dass es das nicht war und ich mühte mich ab und war dennoch nicht fähig, das zu erklären! Ich habe an einer sehr angesehenen religiösen Schule in Jerusalem, mit den besten Rabbinern studiert, jedoch wusste ich intuitiv, dass diesen etwas fehlte! Ich fühlte mich depressiv, alleine und konnte mich selbst nicht finden. Ich stritt mit ihnen und sagte ihnen, dass sie sich mit Fragen von geringer Wichtigkeit befassen würden! Vor einer Woche habe ich glücklicherweise den Kabbala Kanal eingeschaltet und sagte: „Das brauche ich! Danach habe ich gesucht!“ Das war nach nur einer Fernsehsendung.

Ich wurde glücklich! Und das ist nur der Anfang! Ich bemitleide viele Rabbiner! Ich wurde von deren Tora nicht erwärmt, sondern verbrannt! Vielleicht liegt es daran, dass mein Vater ein rechtschaffener Mann war, den ich dafür schätzte, deren Unsinn und leeren Worte nicht zu glauben! Es tut mir leid, das zu sagen, doch meiner Meinung nach sind das alles die Gleichen – nur Dozenten!

Hier nun meine Frage. Habe ich, nachdem ich so unterdrückt wurde, dass ich das nicht einmal beschreiben kann, eine Chance, zu dem Zustand in dem ich geboren wurde, spirituell wieder belebt zu werden? Durch meine Natur war ich mit der Gesellschaft verbunden und ich habe verstanden, was „Israel“ ist, doch die Religion hat diese Ewigkeit für mich zerstört! Ich entschuldige mich, für solch eine lange Frage und die Bemühungen, die sie für mich machen! Früher habe ich gedacht, es wäre in Ordnung, meinen Charakter zu zerbrechen. Das wurde mir gelehrt und ich löschte mich selbst aus; ich fastete und war sogar froh darum, spirituell zu leiden. Später habe ich angefangen zu weinen, da alles an mir vorüber gegangen war!

Habe ich eine Chance? Wenn ja, welche? Das ist sehr wichtig für mich! Werde ich jemals wieder die Stärke haben, die ich einmal hatte? Ich habe einmal Liebe für die Menschen empfunden, Liebe für Befreiung, Liebe für Bescheidenheit, Liebe für die Ewigkeit, Liebe für die Gesellschaft! Und plötzlich hat sich all das in Ärger, Angst, Zusammenbruch, religiösen Egoismus, sammeln von Geboten und religiösen Götzendienst verwandelt.

Meine Antwort: Alles, was Sie studiert haben und alles, was Ihnen widerfahren ist, musste genau so geschehen, wie es geschehen ist und wird Ihnen nützlich sein. Sie sollten niemanden anklagen, da bis jetzt, alles in Ihrem Leben nach dem Willen des Schöpfers stattgefunden hat. Von diesem Moment an und weiter, sollten Sie sich weiterhin wie gewöhnlich auch verhalten, doch ergänzen Sie Ihr Leben mit dem Studium der Kabbala. Fangen sie mit den Artikeln aus dem Buch Shamati an und machen Sie dann mit den Artikeln von Baal HaSulam weiter. Es könnte für Sie aber auch besser sein, unsere Lektionen zu hören und zu sehen (Red. siehe unten), anstatt selbst zu lesen. Versuchen Sie es. Sie sollten nur nach vorne schauen – niemals zurück!

 

Lektionen von Michael Laitman:
Tägliche Kabbala-Lektionen von Rav Michael Laitman, PhD, werden live auf Kabbala TV übertragen: 3:20 bis 6:00 israelische Zeit/2:20 bis 5:00 unsere Zeit, Sonntag bis Freitag und sind auf Kabbalah Media Info archiviert

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Ein Freund ist jemand, der die gleichen Verlangen und das gleiche Ziel hat wie Du


Zwei Fragen, die ich bekommen habe, bezüglich der Freunde und der Gruppe auf dem spirituellen Weg:

Frage: Sollte man umsichtig sein bezüglich seiner Freunde auf dem spirituellen Weg? Ist es richtig, dass in der Gruppe, in der man studiert, nicht jeder dem richtigen Pfad folgt? Allgemein gefragt, kann jemand vom richtigen Weg abkommen, wenn er in der Gruppe ist?

Meine Antwort: Wenn Du erst einmal ein Teil der Gruppe bist, musst Du Deine Freunde als groß und unfehlbar betrachten. Wie kannst Du dir sonst der Größe des Ziels und deiner eigenen Schwäche bewusst werden? Wenn du den Empfehlungen von Rabash betreffend der Gruppe folgst (siehe das beigefügte Material), kannst du sicher sein, dass du dein Ziel erreichst.

Frage: Jemand bekommt die Kraft, um seinen spirituellen Fortschritt zu machen, von seiner Umgebung (Gruppe). Falls jemand genug Geld hat, kann er Leute, die keinen Punkt im Herzen haben, dafür einstellen, ihn mit der Wichtigkeit des Gebens, der Nächstenliebe und der Wichtigkeit der Erreichung der Anheftung an den Schöpfer durch die Nächstenliebe zu umwerben?

Meine Antwort: Ja. Zum Beispiel könnte er Musiker engagieren, die ihn mit der Musik von Baa HaSulam inspirieren. Oder er könnte eine Gruppe von Menschen beauftragen, ihm eine perfekte Gesellschaft vorzuspielen. Allerdings kann solch ein Schauspiel nur dazu benutzt werden, um aus einem Abstieg aufzusteigen. Die Eigenschaft des Gebens kann man nur durch Leute erlangen, die sie einem vormachen. So wie geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ , wobei dein Nächster jemand ist, der dir in deinen Verlangen und deinem Ziel gleicht.

sb

 
 
 
 

Wenn der Punkt im Herzen erwacht


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein Mensch religiös wird, tut er dies nicht deshalb, weil sein Punkt im Herzen (Wunsch nach Spiritualität) erwacht ist? Oder tut er es, weil irgendetwas in seinem Leben passiert ist, dass ihn ernsthaft über sein Leben nachdenken lässt? Wenn wir die Situation beurteilen, sehen wir, dass diese Gedanken große Veränderungen im Leben der Menschen verursachen. Nehmen wir an, dass diese Veränderungen nicht spirituell sind, wie in der Kabbala beschrieben. Was – wenn kein inneres Erwachen – soll ein Mensch, der in eine bestimmte Welt hineingeboren wurde, dennoch machen? Komplett sein Leben ändern und einen Lebensstil annehmen, der überhaupt nicht mehr einfach ist?

Meine Antwort: Sicherlich hinterfragt ein Mensch andauernd seine Ziele und das Auftauchen aller Arten von Verlangen regt Veränderungen in seinem Leben an. Jedoch tauchen all diese Wünsche und Ereignisse auf der Ebene unserer Welt auf und sind somit ohne Bezug zur Spiritualität. Es kann auch sein, dass dieser Mensch beginnt, sich über die kommende Welt Sorgen zu machen, darüber, was geschieht, nachdem er stirbt. So beginnt er zu verstehen, dass alles in der Welt illusorisch und vergänglich ist und dass er am Ende leer ausgeht… Auf jeden Fall strebt er nach Sicherheit und die Religion bietet ihm eine Belohnung für seine Bemühung.

Wenn einem Menschen jedoch seine Sicherheit oder ein Ort der Entspannung oder ob er in dieser oder in der kommenden Welt entlohnt wird, völlig egal ist; wenn er nur eins möchte: die Wahrheit aufzudecken – dann entdeckt er die Weisheit der Kabbala. Solch ein Mensch hat alle möglichen Verlangen untersucht und enthüllte ihre Leere. Er vernachlässigt sie, weil sie auf Kompromissen mit seinem Bewusstsein basieren, man sagt „Dinge unter den Tisch kehren“. Das lässt ihn aber die schmerzhaften inneren Fragen ignorieren. Das Verlangen, die Wahrheit herauszufinden, macht ihn unfähig, sich selbst zu belügen und macht ihn für die Wahrheit bereit, bis es ihn zur Wahrheit führt. In solch einem Menschen spricht der Punkt im Herzen und nicht seine irdischen Wünsche und Verlangen.

 

Verwandtes Material:
Shamati 28 – Ich werde nicht sterben, sondern leben
 
 

Kain und Abel sind in jedem von uns!


Drei Fragen, die ich zu Tora und innerer Arbeit erhielt:

Frage: Können Sie die Bedeutung der Geschichte über Kain und Abel erklären? Ich nehme an, dass sie vom Kampf zwischen dem „Willen zu geben“ und dem „Willen zu empfangen“ spricht. Können Sie das bitte genauer erklären, besonders was die Reaktion des Schöpfers bedeutet?

Meine Antwort: Kain und Abel sind zwei Kräfte innerhalb eines Menschen. Die eine Kraft ist der Egoismus und die andere ist die Eigenschaft des Schöpfers – das Geben – die in einen Menschen herabsteigt und die er aus ihrer ursprünglichen Manifestation, dem sogenannten „Punkt im Herzen“, entwickelt. Die ganze Geschichte in der Tora handelt von Menschen, die erobern, töten und miteinander konkurrieren – alles in unseren Leben, bis zu dem Punkt, an dem wir die Kontrolle selbst übernehmen und anfangen, eigenständig auf das Ziel zuzuschreiten – indem wir die egoistische Kraft in Schranken halten, sie konstruktiv gebrauchen und sie mit der in uns liegenden Kraft des Schöpfers beherrschen.

Frage: Ich habe versucht, dieses Kapitel in die kabbalistische Sprache zu übersetzen und bin bei dem folgenden Vers steckengeblieben: „Meine Seele wird Dich verachten.“ Wie übersetze ich der Welt „meine Seele“ in diesem Kontext?“

Meine Antwort: Die Seele eines Menschen verfällt in Egoismus, der das Gegenteil der Eigenschaft von Bina der Welt Atzilut ist – die Eigenschaft des absoluten Geben – und folglich wird die Seele von Bina, dem Schöpfer, abgestoßen.

Frage: Kann ein Verlangen nach Korrektur, nachdem man das Böse enthüllt hat, als ein Akt des Geben bezeichnet werden?

Meine Antwort: Noch nicht, aber es führt dahin.

Kabbala Akademie

Gute Bücher wählt man mit dem Herzen

Die Israelische Buchwoche, ein Ereignis, an dem die meisten Städte und Außenbezirke Israels gemeinschaftliche Buch-Verkaufsausstellungen veranstalten, begann gestern und wird bis zum 7. Juni andauern.

Die gesamte Bnei Baruch-Organisation bereitet sich darauf vor, viele ihrer Leser zu treffen, sowie viele neue Gesichter bei diesem besonderen Ereignis zu sehen. Unsere Stände werden unsere gesamten Publikationen in allen verfügbaren Sprachen zeigen, inklusive Hebräisch und Englisch. Jeder, der sich zu dieser Zeit in Israel aufhält, kann sich darüber informieren, wo in seiner Region die Buchwoche veranstaltet wird und kommen, um sich an unserem Stand ein Geschenk abzuholen: ein Buch mit ausgewählten Artikeln, die von Autoren von Bnei Baruch im letzten Jahr verfasst wurden.

Geschichte aus Sicht der Kabbala

Eine Frage, die ich erhielt: Bitte erklären Sie, warum Fragen über Geschichte unangebracht sind. Etwas zu studieren, ohne seine Grundprinzipien zu kennen, wie seine Geschichte, ist ziemlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

Meine Antwort: Rabash lehrte mich, mich nicht mit Geschichte zu befassen, sondern mit tatsächlich erfahrener Errungenschaft. Warum von äußerlichen Phänomenen und Vorstellungen von Menschen ausgehen, wenn man fähig ist, diese selbst zu erlangen? Anfänger und jene, ohne einen Punkt im Herzen (d.h. Verlangen nach Spiritualität), werden allerdings von der Geschichte angezogen. Das gleiche gilt für das Studium der Kabbala: jemand, der einen Punkt im Herzen hat, studiert sie nicht, sondern zieht das Höhere Licht an, wohingegen jemand, der keinen Punkt im Herzen hat, sie wie eine Wissenschaft studiert und das gedruckte Material viel besser kennt als jemand, der dieses Material tatsächlich erlangte. Lesen Sie hierzu Baal HaSulam’s Kommentar über die Jerusalemer Kabbalisten.

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin Kolumbianer und wie sie wohl wissen, scheint mein Land stets in einem Konfliktzustand zu sein. Warum leidet mein Land und seine Menschen? Es ist offensichtlich, dass die Menschen hier mehr leiden, als in anderen Ländern. Das lässt mich annehmen, dass mein Land eine Art Sonderauftrag hat – wie Israel.

Meine Antwort: Es ist besser, sich nicht in die Geschichte und andere Verwicklungen zu vertiefen oder etwas daraus zu entnehmen, sondern sich selbst zu korrigieren und indem man dies tut, sich selbst, sein Land und die Welt zu verbessern.