Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Mensch'

Eine Portion des Umgebenden Lichts in dieser Welt

Frage: In einem der Bücher steht geschrieben, es gäbe spirituelle Objekte. Was sind sie?

Antwort: In unserer Welt gibt es nichts, das uns mit der Spiritualität verbindet, außer speziellen Büchern. Diese Bücher transportieren spirituelle Bedeutung, weil sie wirklich über Spiritualität sprechen. Ein Mensch zieht Spiritualität zu sich, indem er sie liest.

Ich empfehle sehr, dass ihr immer ein Buch bei euch habt, wo immer ihr seid. Wenn du einige freie Minuten hast oder kurze Pausen während der Arbeit, öffne ein Buch und lese einen kurzen Auszug. Nach und nach wirst du bemerken, dass du zu ihm mehr hingezogen wirst, weiter fortschreitest und dass alle deine Gedanken sich verändern. Beginne dich daran zu gewöhnen.

Ich wuchs bei Rabash sehr einfach hinein: Zu dieser Zeit gab es keine Computer und ich hatte immer ein Buch in meinen Händen. Wo immer ich hinging, ich hatte ein Buch bei mir. Auf diese Weise las ich alle diese Bücher wiederholte Male. Ich hatte sogar die Studien der Zehn Sefirot mit mir, ein Buch das sich kaum auf der Straße lesen lässt. Es enthält jedoch einen Abschnitt mit Fragen und Antworten, und ich las diese. Ich las gleichfalls den Sohar und verschiedene Artikel.

Heutzutage besitzen wir eine Fülle an Büchern. Ich denke, jedermann sollte sie zuhause haben. Jeden Monat kannst du ein anderes Buch lesen, nicht von vorne bis hinten, sondern wo auch immer du es aufschlägst. Das lehrte mich Rabash zu tun.

Während unserer Spaziergänge, wenn er müde wurde, setzten wir uns für einige Minuten auf eine Bank. Ich hatte immer ein Buch bei mir. Er öffnete es willkürlich und begann zu lesen. Nach einigen wenigen Zeilen schloss er das Buch und wir gingen weiter. Und so war es immer!

Tue es auch: Erhalte eine Portion des Umgebenden Lichts für eine halbe oder eine Stunde, und dann tue es immer und immer wieder. Ein Buch sollte sich stets in deinen Händen befinden. Daher bin ich dafür, sie in Taschenbuchformat zu veröffentlichen.

Aus der 4. Lektion des WE! Kongresses, 2. April 2011

Das Fest als Sprungbrett nutzen

Frage: Worauf muss sich das Weltkli momentan konzentrieren, um sich in Ägypten wiederzufinden und dort wirklich ausbrechen zu wollen?

Meine Antwort: Wir müssen uns am Aufstieg und nicht am Abstieg festhalten. Jeder von uns und wir alle gemeinsam dürfen auf keinen Fall absteigen und dadurch aus dem gewohnten Ablauf herausfallen, denn das wird uns zwangsläufig abstürzen lassen.

Wir sollten uns so schnell wie möglich der Pessachwoche zuwenden und uns darauf vorbereiten, indem wir zum Verständnis dessen kommen, was der Auszug aus Ägypten bedeutet. Wir sollten uns mit aller Kraft auf diese Begeisterung, auf diesen Ausbruch vorbereiten. Je stärker unsere Bestrebung sein wird, desto stärkere Einwirkung werden die Pessachlichter auf uns haben.

Wir müssen das genau in diesem Moment umsetzen. Vor allem müssen wir eine Einheit bilden. Aus Ägypten zieht nicht ein einzelner Mensch aus, sondern alle ohne Ausnahme: Frauen, Männer, Kinder, Greise. Genau das bedeutet Vereinigung, die auf einen gemeinsamen Auszug gerichtet ist. Das ist das, woran wir denken müssen, während wir ständig die Absicht halten.

Bis zum Pessachfest ist weniger als eine Woche geblieben. „Das Fest“ ist das äußere Zeichen, doch wenn wir diese sieben Tage nutzen, können wir uns vereinigen, eine solche Verbindung erschaffen und solche Absichten während der Unterrichte bilden, dass wir nach vorne „katapultiert“ werden.

Die einen durchleben einen Abstieg, die anderen einen Aufstieg, die dritten werden vom Wechsel durchgeschüttelt – wir brauchen alle diese Zustände. Der Mensch muss einen Abstieg genauso wie einen Aufstieg schätzen. Denn das eine gibt es nicht ohne das andere.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.04.2011

Über die Wichtigkeit des täglichen Unterrichts

Ein Mensch kann unmöglich in der Spiritualität vorankommen, ohne an unserem täglichen Unterricht teilzunehmen. Diejenigen, die nicht den ganzen Unterricht verfolgen können, können wenigstens bei einem Teil dabei sein.

Es gibt Menschen, die den ersten Unterrichtsteil, der die Artikel von Rabash enthält, und den zweiten Teil, das Buch Sohar, bevorzugen. Einige bevorzugen den dritten Unterrichtsteil zu Die Lehre von den Zehn Sefirot.

Der vierte Teil enthält Allgemeines, dort studieren wir Probleme in der Welt, die Erziehung und vieles mehr. Jeder von euch soll einen für ihn passenden Teil aussuchen, doch ab und zu sollte man wechseln.

Vielleicht fällt es euch schwer, täglich einen dreistündigen Unterricht, der alle vier Teile enthält, zu verfolgen, doch heute ist das Angebot an Kommunikationsmitteln dermaßen vielfältig, dass ihr die Unterrichte aufnehmen und sie euch dann über einen MP3-Player anhören könnt. Unsere Internetseite wird ständig durch neue Aufzeichnungen ergänzt. Ihr könnt die ganze Zeit mit Kopfhörern herumlaufen und euch die Unterrichte anhören – dann werdet ihr zweifelsohne viel schneller vorankommen.

Wie dem auch sei ist die Verbindung mit dem täglichen Unterricht (zumindest mit einem Teil davon) obligatorisch. Es steht geschrieben: „Wenn du Mich für einen Tag verlässt, verlasse Ich dich für zwei Tage“. Derjenige, der einen Tag des Studiums verpasst, wird von der spirituellen Quelle in doppeltem Maße abgeschnitten. So ist das Gesetz in der spirituellen Welt, das lautet „ Maß gegen Maß“. Seid also sehr vorsichtig!

Doch das allersicherste Mittel ist ein Abspielgerät, ein MP3-Player oder andere Mittel, mit deren Hilfe ihr ständig mit uns verbunden sein könnt.

Auszug aus der 5. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 01.04.2011

Der Egoismus hat nicht schlecht an uns verdient

Frage: Was bedeutet, dass der Pharao sich am Menschen festsaugt und ihm seine ganze Erfüllung wegnimmt?

Meine Antwort: Der Pharao lässt dich Wissen aneignen, lernen, dich mit den anderen in der Gruppe verbinden – und dann erkennst du plötzlich, dass das alles nichts mit der Spiritualität zu tun hat, sondern aus dem vollkommen materiellen, egoistischen Interesse heraus getan wurde. Es stellt sich heraus, dass du die ganze Zeit im Gegenteil für dein Ego gearbeitet hast.

Es sind einige Monate vergangen, es wurde sehr viel Kraft investiert – und der Egoismus lacht dir ins Gesicht und sagt: „Ausgezeichnet, ich habe sehr gut an dir verdient!“ Und er steht beiseite und zählt das Geld – du hast gearbeitet, und der ganze Gewinn fiel an ihn.

Und das geschieht jedes Mal! Ich sehe, dass alle meine Anstrengungen – was auch immer ich tun mag: im Studium, in der Verbreitung, in der Gruppe – wie Sand durch meine Finger rinnen, ohne auch nur eine Erinnerung an sich zu hinterlassen. Nichts bleibt von allen meinen Anstrengungen, meinen Gemütsbewegungen, meiner inneren Arbeit, meiner Anspannung übrig – wo ist das alles geblieben? Alles ist im Ego verschwunden, das es in sich aufgesaugt hat.

Darüber steht geschrieben: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ – nur am Ende der gesamten Arbeit, nach allen ägyptischen Plagen gibt der Egoismus alles, was er verschlungen hat, zurück, und dann erhält der Mensch das alles und erhebt sich über den Egoismus.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.04.2011

Ein neues Land betreten

Frage: Was sind die Hauptanzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist?

Meine Antwort: Das Anzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist, ist sein großes Verlangen, sich mit den anderen zu verbinden, weil der Mensch begreift, dass seine Erlösung nur darin besteht. Und zugleich erkennt er, dass er dazu nicht in der Lage ist, denn in seinem Inneren gibt es keinen Funken des Gebens.

Außerdem spürt er, dass es eine höhere Kraft gibt: „Es gibt niemanden außer Ihm“, die ihm zum ersten und zum zweiten Eindruck verhilft, und ist bereit, sich zusammen mit ihr aus seinem Zustand zu erheben, um die Vereinigung zu erlangen.

Als „Auszug aus Ägypten“ wird meine Vereinigung mit den anderen bezeichnet. Das bedeutet, dass ich vor meiner Abstoßung den anderen gegenüber, vor meinem bösen Trieb zum Guten, zur Freiheit fliehe. Das ist die Freiheit von dem Todesengel, von der Trennung, die von mir als Tod empfunden wird. Und ich erreiche die Verbindung mit den anderen – was für mich Leben bedeutet.

Wenn ich mich dem Netz anschließe, in dem alle miteinander verbunden sind, bedeutet das bereits Betreten eines „neuen Landes“, eines neuen Verlangens, in dem der Schöpfer, die Kraft des Gebens herrscht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 14. 04.2011

Warum ereignete sich der Urknall?

Frage: Im Internet treffen fortwährend zwei Annäherungen an die Evolution der vegetativen und belebten Welt aufeinander: Darwinismus und Kreationismus. Was sagt die Wissenschaft der Kabbalah diesbezüglich?

Antwort: Offen gesagt, Darwin hat in fast allem recht. Vielleicht ist sogar dieser Vorbehalt nicht nötig, da er einfach falsch verstanden wurde. Schliesslich war er ein tief religiöser Mensch.

Die Evolution schreitet wirklich beständig fort, in dem eine Sache der anderen folgt. Aufeinanderfolgende Entwicklung ist der Natur eingeimpft und wir können das nicht verleugnen. Trotzdem erfolgt dies überhaupt nicht in einer zufälligen Art und Weise, da das egoistische Verlangen fortwährend nach Möglichkeiten sucht, sich selbst maximal zu verwirklichen.

Das Verlangen, Leben in jedem vorübergehenden Moment empfangen zu wollen und nicht in die Zukunft spähen zu können. Es weiss nicht, was es in einigen weiteren Stufen heranwachsen lassen wird. Das Verlangen zu empfangen besitzt eine ausschliesslich egoistische Methode: „Wie bekomme ich, was ich will? Wie kann ich mich selbst verwirklichen?“

Wenn dieses Verlangen funktioniert und der Verstand es zufriedenstellt, dann ist jedweder Fortschritt und stufenweise Entwicklung völlig unmöglich. Letzten Endes bedrohst du beständig deinen Egoismus. Unter solchen Bedingungen hätte sich die Evolution nicht über den allerersten Partikel des Universums hinausbewegt.

Die Wissenschaft der Kabbalah spricht jedoch über den Reshimot, informelle Daten, die in den anfänglichen Funken eingeschrieben sind, aus dem die Gesamtheit der Materie hervorging. Diese Reshimot sind eine nach der anderen in einer Kette aktiviert, und das allgemeine Verlangen verwertet sie, die Materie bildend.

Das ist genau der Faktor der fortschreitenden Entwicklung. In Darwins Theorie erkennen wir deren äusserliche Manifestation, die Essenz ist jedoch der innere Motor, der Ursprung der Kräfte der Evolution. Sie entwickeln sich als Folge der Reshimot.

Was befand sich im Urpunkt, aus dem der Urknall donnerte? War dort in ihm wirklich die Gesamtheit der Materie des Universums enthalten? Logischerweise macht eine solche Aussage keinen Sinn. Es waren lediglich zwei Dinge in diesem Funken: Energie und Information. Sie enthielten in sich selbst die Gesamtheit der Schöpfung, und Entwicklung begann aus ihnen. Energie (Licht) traf auf die Information (Reshimot) auf und der Prozess begann.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 24/03/2011, Die Grundlagen der Globalen Erziehung

Der Mensch schläft, die Arbeit geht weiter

Frage: Wie betrachtet die Kabbala, das was wir im Schlaf erleben?

Meine Antwort: Alle Zeit, in der ein Mensch nicht mit der inneren Arbeit beschäftigt ist und sich nicht anstrengt, sich mit der Gruppe zu verbinden und den Schöpfer zu erkennen, wird aus seinem Leben gelöscht.

Je effektiver wir jedoch die Zeit verwenden, um eine korrekte Absicht während der Stunden des Wachseins auszubilden, um so mehr Stunden des Schlafes werden wir in der Lage sein, dieser Zeit hinzuzufügen.

Angenommen, ich dachte eine Stunde am Tag, oder 10% der Zeit zu der ich wach bin, über die Absicht nach und bemühte mich darum, dann werden die gleichen 10% der Nachtzeit in mein „Konto“ als meine Bemühungen eingebracht.

Das Träumen selbst ist lediglich die Folge unserer täglichen Gedanken. Während der Nachtzeit müssen sie alle sortiert, „geordnet“ und im Archiv unseres Gehirns „gespeichert“ werden.

Daher arbeitet das Gehirn ebenso nachts, während wir schlafen. Nur verarbeitet es die Daten, die es während des Tages erhalten hat. Als Ergebnis sehen wir verschieden Träume, die teilweise die Erfahrungen und Ereignisse widerspiegeln, die sich im Wachzustand ereignet haben. Ein Teil von ihnen ist völlig abstrakt, ein Produkt unserer grenzenlosen Phantasie.

An unseren Träumen ist nichts spirituelles. Auch Tiere haben Träume, nicht nur Menschen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 25/03/2011, Schriften des Rabash

Die Absicht kann nicht in Worte gefasst werden

Frage: Könnten Sie vielleicht von Ihrer Absicht während des Lesens des Buches Sohar erzählen?

Meine Antwort: Die Kabbalisten lehren uns, wie die Absicht sein soll. Jeder muss in dem Maße seines Verständnisses das Gelesene realisieren.

Es ist unmöglich, von der Absicht zu erzählen, weil es einem anderen nicht erklärt werden kann, denn die Absicht entstammt dem inneren Zustand eines Menschen, den er enthüllt.

Ich befinde mich in einem mir unbekannten Zustand. Ich enthülle ihn in dem Maße, in dem er in mir zum Vorschein kommt. Aus diesem Zustand, der sich mir enthüllt hat, erschaffe ich die Absicht.

Eigentlich ist es unmöglich, diese Absicht in Worte zu kleiden. Dafür gibt es keine Worte. Denn die Absicht enthält das innere Verlangen/Chissaron des Menschen, das Ausmaß seiner Verbindung mit der höheren Realität bei dem Versuch, Mittel zu finden, die ihn zu der größten Nähe mit dem Gastgeber/dem Schöpfer – zu der Verschmelzung (Siwug de Hakaa) mit Ihm – bringen.

Was sind das für Mittel? Die Bücher, der Lehrer, die Gruppe. Der Mensch umfasst alles, was er aus deren Gesamtheit versteht und empfindet, und erreicht durch sie die Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Alle diese Mittel müssen präsent sein. Lässt du eins aus – gibt es keinen richtigen Kontakt. Dabei muss jedes von ihnen im richtigen Gleichgewicht zu den anderen stehen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 28.03.2011

Der Turm im Himmel

Frage: Kann das Studium des Sohar dem Menschen helfen zu erkennen, dass er vom Weg abgekommen ist, und diesen Fehler zu korrigieren?

Meine Antwort: In Wirklichkeit gibt die Meinung der Gruppe, die allgemeine Empfindung, die in der Gruppe herrscht, die beste Ausrichtung dabei.

Wenn die Gruppe den Ratschlägen des Lehrers und der Verfasser der Bücher folgt, formt sie in ihrem Inneren eine solche Empfindung, die jedem Menschen die Möglichkeit gibt, das Ausmaß seiner Abweichung von der Ausrichtung auf das Ziel der Schöpfung zu überprüfen. Es gleicht einem Turm, der im Himmel hängt. Doch ich muss mich im Inneren dieses Turms befinden.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 28.03.2011

Wie ein Samen, der in die Erde gepflanzt wird

Frage: Wie kann mich die Gruppe zwingen, nicht mit meinen inneren Anstrengungen aufzuhören?

Meine Antwort: Du musst völlig in die Gruppe eintauchen und dort das innere Netz der Verbindung zwischen allen enthüllen.

Stell dir vor, es gäbe ein gewisses System, welches als deine Umgebung bezeichnet wird und in welches du als dessen untrennbarer, integraler Teil eingebettet bist. Du bist von allen abhängig, und alle steuern dich voll und ganz: deine Gedanken, Verlangen, Absichten und Handlungen.

Doch du sehnst dich danach, in dieser absoluten, totalen Unterordnung den Anderen gegenüber zu sein, dich vollkommen in diesem inneren System zu verlieren und mit allen wie ein Mensch mit einem Herzen zu verschmelzen. Du bist dazu bereit, dich unter ihre Hypnose zu begeben.

Genauso begibt sich der Samen, der in die Erde gepflanzt wird, unter deren Einfluss und bekommt Kraft für sein Wachstum und seine Entwicklung, indem er sich von dieser Umgebung ernährt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 11.03.2011