Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe'

Wer ist wichtiger?

Frage: Woher erhält der Mensch die Kraft, um zu arbeiten, wenn er noch nicht korrigiert ist?

Meine Antwort: Jeder auch noch so kleine Schritt im Verlangen, in den Gedanken, in der Handlung ist nur dank der Wichtigkeit des Ziels möglich. Nur die Wichtigkeit des Ziels spendet uns Kraft.

Es gibt keine andere „Energiequelle“, die uns auch nur die kleinste Bewegung in der Handlung, im Gedanken oder im Verlangen durchführen lässt. Nur die Wichtigkeit. Außer der Wichtigkeit gibt es nichts.

Von Anfang an ist in mir die Wichtigkeit des egoistischen Verlangens enthalten, und ich muss nach und nach eine immer größere Wichtigkeit des spirituellen Ziels, des Schöpfers, erlangen, damit Er höher ist, als ich es selbst in meinen Augen bin.

Die Arbeit daran wird nur mittels der Umgebung durchgeführt. Wer ist wichtiger: ich oder der Schöpfer? Die Umgebung ist so aufgebaut, dass sie, wenn ich es will, mir helfen kann, den Schöpfer höher als mich selbst zu stellen.

Warum? Diese Frage wird nicht gestellt. Es ist einfach so, dass die Umgebung mich zu dem verpflichten kann, was ich selbst niemals wollen würde. Und wenn ich schon diese Erweckung, den Punkt im Herzen, erhalten habe, dann kann die Umgebung alles andere tun – natürlich, wenn ich meinen Beitrag dazu leiste.

Also arbeiten wir nur daran, was wichtiger ist. Ich oder Er? Ich muss es immer prüfen und muss mich immer an die Gruppe wenden, um den Schöpfer, d.h. die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, über mich selbst, d.h. über die Eigenschaft des Empfangens und der Abstoßung von den Anderen, zu erheben. Wenn ich richtig arbeite, ist die Umgebung in der Lage, mich ständig mit dem Kraftstoff zum Vorankommen zu versorgen, damit sich die Wichtigkeit für mich im Schöpfer, im Ziel, in den Anstrengungen, in der Erreichung der Verbindung und der Verschmelzung enthüllt wird.

Nur die Gruppe kann es tun. Und wenn der Mensch sich korrekt ausrichtet, hat er immer Kraftstoff und kein Problem damit, sich vorwärts zu bewegen. Aber nur unter der Bedingung, dass er jede Sekunde prüft, wer für ihn wichtiger ist.

Ausgehend davon muss ich meine Einstellung allem gegenüber im Leben ausrichten. In erster Linie muss ich meine Prioritäten so setzen, dass ich die Wichtigkeit dem Ziel, dem Schöpfer, der Verschmelzung, dem Geben beimesse und mich später allem Anderen zuwende: den Kindern, der Arbeit, der Familie, den Freunden, der Welt – allem. Denn in diesem Fall nimmst du einen richtigen Kurs, um durch sie das Ziel zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 17.02.2011

Die Antwort zu allen meinen Fragen

Kabbala spricht nicht über unsere imaginäre Welt, sondern über die Korrektur der Seele und wie man die wahre Wirklichkeit erreichen kann. Die wahre Wirklichkeit ist das KLI, in dem der Schöpfer durch ein bestimmtes Maß der Tugend der Anhaftung an Ihn erkannt wird.

Das KLI, oder die Seele, ist in zwei Teile geteilt: Israel, der Teil, der zur Vereinigung mit dem Schöpfer strebt, zum Ziel, und die Nationen der Welt, dies ist der Teil der unfähig dazu ist. Wir verspüren eine gewisse Sehnsucht, den Schöpfer zu offenbaren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Definition der Methode, den Schöpfer der Schöpfung zu offenbaren. Mit anderen Worten, sie spricht über die Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe in der Schöpfung selbst.

Damit wir die Möglichkeit haben, dieses Ziel zu erreichen, vereinigen sich die Menschen, die das angemessene Verlangen danach haben, in einer gemeinsamen Umgebung. Sie fühlen sich untereinander angezogen und wissen nicht warum und sie kommen zusammen wie elektrische Ladungen oder Metallspäne in einem magnetischen Feld. Dies geschieht, wenn sie sich die Möglichkeit erarbeiten, die Korrekturmethode umzusetzen.

Zuerst wissen sie nicht, dass sie sich selbst zu korrigieren haben. Sie verspüren einfach eine Aufforderung zur wichtigsten Sache: „Warum lebe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“ Irgendwann einmal beginnen sie zu verstehen, dass alle diese Fragen zur Enthüllung des Schöpfers führen, der höheren Kraft die erschafft, erhält, formt, und alle Realität kontrolliert. Es gibt nichts ausser dieser Kraft.

Derart kommt ein Mensch von der Frage über den Sinn des Lebens zur Frage, wie man den Schöpfer enthüllt. Letzten Endes gibt ihm die Enthüllung des Schöpfers die Antwort auf alles. Folglich vereinigen sich diese Menschen, um der Enthüllung des Schöpfers näher zu kommen.

Der Schöpfer ist verborgen, und um Ihn eher als alles andere zu enthüllen, im Sinne von der Enthüllung der Eigenschaften des Gebens und der Liebe, die ausserhalb unserer Natur des Empfangens und des Hasses liegt; um darüber hinauszuwachsen, wurde ich zu einer bestimmten Zusammenkunft von Menschen gebracht. Mit ihnen zusammen beginne ich zu verstehen, dass sich die Frage über die Bedeutung des Lebens zum Bedürfnis gewandelt hat, den Schöpfer als Antwort auf alle Fragen, die ich gestellt habe und stellen werde, zu enthüllen. Den Schöpfer zu enthüllen heisst, die Kraft des Gebens und der Liebe zu enthüllen. Diese Kraft kann nur in der Stufe der eigenen Gleichheit zu ihr verstanden werden, nur wenn auch ich diese Eigenschaft erlange, die Er ist.

Ich muss diese Eigenschaft erwerben, und um diese Errungenschaft sicherzustellen, befinde ich mich unter Menschen, die mir gleichen. Dies wurde absichtlich für mich eingerichtet. Der Schöpfer ist verborgen, weil die Eigenschaft des Gebens zu mir entgegengesetzt ist. Aufgrund ihrer grundlegenden Verschiedenheit fühlen sich diese Eigenschaften gegenseitig nicht und deshalb verspüre ich den Schöpfer nicht. Und es ist unmöglich in Verbindung mit jemandem zu arbeiten, den ich nicht spüre. Ich werde mich definitiv irren und in Selbsttäuschung verfallen.

Somit, anstatt mir Arbeit mit Ihm zu geben, gab mir der Schöpfer Arbeit mit meinem Nächsten. Das ermöglicht mir zuverlässige Überprüfungen durchzuführen und mich selbst in Beziehung zu ihnen zu kontrollieren: Wie sehr schreite ich vom Hass zur Liebe voran?

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 15/02/2011, Schriften von Rabash

Wir arbeiten mit Freunden, haben jedoch den Schöpfer im Auge

Wie schreiten wir in einer Gruppe voran? Gemeinsam wissen wir, dass es unser Ziel ist, die Liebe und das Geben zu erreichen. Und die Kraft der Korrektur erreicht uns nur durch das Studium des korrigierten Systems. Das ist die Weisheit der Kabbala.

Daher vereinigen wir uns und studieren gemeinsam um das höchste Maß an Absicht für die Einheit zu bilden. Entlang des Weges entdecken wir den wahren Hass (Sinnah) – den Berg Sinai zwischen uns, jedoch zur gleichen Zeit entdecken wir die Notwendigkeit, die Liebe und das Geben zu erlangen. Letzten Endes gibt es keine andere Lösung – das ist das Ziel. Auf diese Weise steigen wir stufenweise auf.

Ein Mensch bemüht sich um die Liebe der Freunde, indem er seine Anstrengungen und Erfolge überprüft. Und für ihn bedeutet es keinen Unterschied dazu, dem Schöpfer nahe zu sein. Obwohl der Schöpfer verborgen ist, sind diese beiden Korrekturen – Arbeit mit dem Nächsten und Arbeit mit dem Schöpfer – gleich, in der Tat identisch.

Denn ein „Nächster“ ist alles, was ausserhalb dem Verlangen eines Menschen existiert, sei es der Schöpfer oder ein Freund. Beide sind wie Eins, denn beide sind ausserhalb des Menschen. Folglich, wenn er in der Lage ist, sich selbst in Beziehung zu einem Freund anzuvertrauen, muss er wissen, dass, indem er das tut, er sich selbst in Beziehung zum Schöpfer anvertraut.

Außerdem erhält er in der Gruppe Hilfe von Freunden, da sie Arbeit von ihm erwarten und sie ihn motivieren, das zu tun. Daher kann er hier definitiv erfolgreich sein.

Wir vereinigen uns mit den Freunden so viel als möglich um die Art unserer Einheit durch das Studium zu korrigieren. Das ist die Methode. Und wenn wir dies mit dem Zweck tun, das Geben und die Liebe zum Schöpfer zu erlangen, bauen wir uns selbst auf, gemäss dem Prinzip „Israel, Tora und der Schöpfer sind eins.“ Wenn wir uns mit den Freunden durch das Studium der Kabbalah vereinen, rufen wir das Licht das verbessert hervor, die innere Kraft in uns, den Schöpfer. Dann erreichen wir Einheit mit Ihm durch die Einheit unter uns.

Es nützt nichts, die Liebe vorzuspielen

Frage: Warum müssen wir studieren, um das höhere Licht anzuziehen? Warum kann das Licht nicht auf uns einwirken, während wir in der Gruppe arbeiten, wie es auf ein kleines Kind während des Spielens einwirkt? Warum reicht es uns nicht, die „Liebe zu Freunden“ nur vorzuspielen, um diese Liebe zu erlangen?

Meine Antwort: Während des Studiums versuchen wir, uns zu verbinden, und wir brauchen unbedingt das Licht, das uns entwickeln lässt. Dieses Licht kommt nicht einfach, nur weil wir versuchen, uns zu verbinden. Es muss zu uns aus der höheren Welt, aus einem höheren Zustand, von einer höheren Stufe kommen.

Denn wir wachsen nicht wie Tiere, auf der gleichen Ebene. Während ich als kleines Kind danach strebe, erwachsen zu werden, wachse ich lediglich in meinem Ego und wandle es nicht in „um des Gebens willen“ um. Ich werde zu einem immer größeren Tier. Während wir bei unserer spirituellen Arbeit unser Ego auf jeder Stufe ins Geben verwandeln. Und aus diesem Grund brauchen wir das Licht, das zur Quelle zurückführt. Deshalb reicht es nicht, in der Gruppe zu „spielen“, um die Liebe zu Freunden zu erlangen, denn diese Liebe ist unserer Natur entgegengesetzt. Ich spiele die Liebe vor, werde sie deswegen aber nicht erlangen.

Wenn die Menschen sich verbinden wollen, um ein egoistisches Ziel, welches unser Ego versteht, zu erreichen – zu gewinnen oder zu verdienen -, haben sie kein Problem damit, sich zu verbinden.

Doch wenn wir unsere Natur verändern sollen, dann versteht unser Ego nicht, wozu wir uns mit den Anderen verbinden sollen, und deshalb sind wir dazu nicht in der Lage. Ich höre viele Vorwürfe. Die Menschen kommen zu uns und fragen erstaunt: „Ihr, Kabbalisten, verhält euch so untereinander?! Hier muss grenzenlose Liebe herrschen! Schaut euch aber an, was hier geschieht!“ Die Außenstehenden verstehen das nicht.

Denn wenn du in irgendeine äußere Gemeinschaft, die ein klares egoistisches Ziel hat, kommst, wirst du sehen, dass sie untereinander vereint sind, weil sie verstehen, dass sie das Ziel – erfolgreich im Geschäft zu sein oder ein Haus zu bauen – gemeinsam erreichen können.

Wir können uns aber nicht verbinden, weil die Verbindung unter uns nur durch das Zerbrechen des Egos möglich ist, während sie in einer äußeren Gemeinschaft durch das Wachstum des Egos stattfindet. Aus diesem Grund müssen wir zusätzlich das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen. Und nur das Licht kann uns durch seine Einwirkung vereinen. Wir können nur Hass zwischen uns enthüllen. In einer äußeren Gemeinschaft, welche durch ein egoistisches Ziel verbunden ist, enthüllen die Menschen Liebe untereinander, wir aber enthüllen Hass. Es wird als „Berg Sinai“ – „Berg des Hasses“ – bezeichnet. Und dann werden wir die Tora brauchen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, weil wir uns nur mit dessen Hilfe vereinen können.

Deshalb enthüllt sich in einer wahren kabbalistischen Gruppe nur Hass – und dann müssen sie studieren, um das Licht, das sie verbindet, anzuziehen. Doch das Licht verbindet sie nur für einen Augenblick, und anschließend enthüllt sich wieder Hass – damit sie weiter vorankommen können, indem sie das Licht anziehen. Auf diese Weise müssen sie ständig das Licht anziehen, sonst versinken sie in Hass. Dieser Hass ist ihr Ego, die „Gegenhilfe“, die ihnen auf diese Weise hilft, voranzukommen.

Deshalb brauchen wir die Gruppe, und wir müssen versuchen, uns zu verbinden, obwohl uns klar ist, dass wir das selbst nicht erreichen können. Wir müssen es jedoch versuchen und uns von diesem Spiel nicht verwirren lassen. Und wir müssen gemeinsam studieren, um das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen, weil es einen Umsturz in uns vollbringen muss, denn wenn wir die Eigenschaft des Gebens nicht erreichen, werden wir uns nicht verbinden können.

Äußere Gemeinschaften verbinden sich auf egoistische Art und Weise. Wir verbinden uns jedoch nur durch das gegenseitige spirituelle Geben. Wenn das Licht auf uns einwirkt und uns untereinander verbindet, werden wir in dem gemeinsamen Kli zwischen uns sofort den Schöpfer enthüllen. Die gemeinsame Kraft, die sich zwischen uns enthüllen wird, ist der Schöpfer. Unser Verlangen zu genießen wird sich in das Verlangen zu geben verwandeln.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011


Ich lüge, aber ehrlich

Frage: Eine Sache ist es, mit jemandem oder mit etwas zu spielen, und eine andere, in meinem Inneren, künstlich zu spielen. Wie geht das?

Meine Antwort: Du bist dir darüber im Klaren, dass du von einem Zustand in den anderen übergehen musst. Der eine Zustand kommt jetzt in dir zum Vorschein, und der, den du erreichen willst, bleibt erst einmal in deiner Einbildung. Du malst ihn dir, stellst ihn dir so vor, wie er sein soll.

– Was genau stellst du dir vor? Was willst du erreichen?

– Das Geben und die Liebe.

– Du lügst es vor.

– Natürlich lüge ich es vor. Doch mir wird gesagt, dass ich geben soll, und ich stimme dem scheinbar zu.

– Sehr gut. Du hast deine Freunde – fang an, diese Beziehung der Liebe und des Gebens zwischen ihnen aufzubauen. Bitte. Was, du willst nicht?

– Natürlich nicht.

– Du musst es auch nicht wollen. Führe nur einfache mechanische Handlungen durch. Setz dich zusammen mit ihnen hin, denke wenigstens ein bisschen daran, soviel du kannst. Und was das Wichtigste ist: während du studierst, kommt das Licht – und plötzlich spürst du, wie du dieser Bestrebung, dieser Entwicklung zustimmst.

Nun ist es für dich wichtig, dich in diese Richtung zu bewegen. In deinem Inneren willst du es noch nicht besonders, verstehst jedoch bereits, dass es wichtig ist. Die Zustände ändern sich weiterhin – auf diese Weise kommst du voran. Du kommst unter Einwirkung des Lichts voran, kannst aber selbst das tun, was in deiner Hand liegt.

Genau dafür hat das Zerbrechen von Kelim stattgefunden – um die nötige Bedingung für uns zu schaffen: selbst ohne es zu wollen, allein durch physische Handlungen können wir anfangen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Ich bin von allen umgeben und hasse alle, ich bin nicht darauf bedacht, ja kann noch nicht einmal an die Liebe und das Geben denken. Die Freunde interessieren mich nicht, ich will allein auf der ganzen Welt sein, allein mit dem Schöpfer… Und dennoch führe ich äußerlich nach und nach irgendwelche Handlungen durch, selbst wenn sie mir unangenehm sind und mir diktiert werden – doch damit fangen wir an.

Und anschließend kommt der Hass noch mehr zum Vorschein. Doch zusammen mit dem Hass kommt auch die Wichtigkeit des Ziels. Ich sehe, wie wichtig es ist, das Geben zu erreichen, und wie weit ich davon entfernt bin.

Letztendlich steigert sich die Wichtigkeit ins Unermessliche, du willst nur geben, hasst es jedoch andererseits, bist dazu nicht in der Lage und vollkommen davon getrennt. Wenn diese beiden Pole eine endgültige Form in deiner Wahrnehmung angenommen und finale Stärke erreicht haben, dann schreist du.

Genau das bedeuten die „Tore der Tränen für die Armen im Geiste“. Du fühlst, dass du nichts hast und kannst dich nicht mehr damit abfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Wie wir Liebe in Hass verwandeln

Frage: Wenn alles, was es in dieser Welt gibt, ein Abdruck der auf Liebe basierenden spirituellen Welt ist, wie kann es dann in unserer Welt Mord geben?

Meine Antwort: Alles kommt aus der Welt der Unendlichkeit zu uns, aus dem konstanten und vollkommen Zustand, der vollständigen Verschmelzung mit dem Schöpfer. Jedoch im Geschöpf manifestieren sich diese Wurzeln entsprechend seiner Unvollkommenheit und deckt den Grad des Unterschiedes zwischen uns und der Höheren Vollkommenheit auf.

In der Höheren Welt arbeitet ein Programm, das dir hilft, dich selbst zu entdecken und zu erkennen, was du brauchst, um dich zu vervollständigen, um dich zur Wurzel zu erheben. Dort geschieht alles in der reinsten, korrigierten und vollkommenen Weise. Doch in unserer Welt, wegen der Unterschiede in den Stufen, in den Welten, manifestiert sich alles in der entgengengesetzten Weise.

Wir enthüllen die spirituelle Handlung, sehen aber, wie geistlos sie entsprechend unserer eigenen Unähnlichkeit zur Höheren Stufe ist. Das heißt „Jeder urteilt entsprechend seiner eigenen Fehler“. Ich sehe oder mache bestimmte ungehörige Handlungen, weil ich selbst verdorben bin. Wenn ich mich korrigiere, werde ich erkennen, dass diese Handlungen gut sind.

Doch habe ich nicht gestern gesehen, dass Menschen sich gegenseitig umgebracht haben? Heute beobachte ich, dass sie sich Geschenke machen! An der Wurzel bleiben diese Handlungen die gleichen, doch ich habe mich zur Wurzel hin vervollständigt und folglich hat sich meine Sicht verändert. Ich könnte sehen, wie die egoistische Absicht in der spirituellen Welt getötet wurde,doch stattdessen sehe ich in unserer Welt, wie richtiger Mord geschieht.

Die höheren und unteren Welten bestehen aus den gleichen Elementen, doch in der Höheren Welt gibt es zwischen ihnen Liebe, wobei es in der unteren Welt Hass gibt. In der unteren Welt ist alles umgekehrt! Nur die Details bleiben, während alle Arten der Verbindungen zwischen ihnen sich verändern, denn in unserer Welt sind diese Verbindungen völlig zerbrochen und wir sind durch Hass, Zurückweisung und Missachtung getrennt. Währenddessen sind wir in der spirituellen Welt alle miteinander verbunden und einander vollkommen verpflichtet.

So wie du und ich in dieser Welt existieren, genauso existieren das spirituelle „du“ und „ich“ in der spirituellen Dimension. Mit dem Unterschied, dass wir in der Spiritualität miteinander verbunden sind und einander lieben, während wir hier getrennt und voller Hass sind. Der Unterschied zwischen den Welten wird zum Unterschied in der Art und Weise, wie wir mireinander umgehen.

Die Höheren Wurzeln legen fest, dass zwischen uns etwas passieren muss. Doch durch unsere Korrektur oder deren Ausbleiben, bestimmen wir, was geschehen wird und wie: Werden wir hassen und morden oder einander lieben und umarmen?

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.02.2011 „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Die Erziehung der nächsten Generation

Frage: Welche Art ist die beste, ein Kind zu erziehen, um es auf die Wahrnehmung der spirituellen Welt vorzubereiten?

Meine Antwort: Wir müssen einem Kind die Fähigkeit vermitteln, mit einer Kraft, Liebe genannt, zu arbeiten, die nur von der richtigen Umgebung empfangen werden kann. Das ist das Einzige, was ein Mensch benötigt.

Wichtig ist, dem Kind die richtige Umgebung zu geben. Wenn es beginnt zu spüren, was Liebe und Hass einem menschlichen Gefährten gegenüber bedeuten, wird ihm dieses Gefühl helfen, alle Probleme unabhängig zu lösen. Das Zartgefühl von Liebe und Feindschaft einem menschlichen Gefährten gegenüber ist es, was den Menschen in uns bestimmt.

Alles, was es sieht und hört, wird durch diese Wahrnehmung hinduchgehen und ihm erlauben, alles richtig zu interpretieren. Es wird keine Notwendigkeit bestehen, es zu belehren oder es in irgendetwas hineinzupressen. Ein Kind benötigt nur die Gesellschaft, in der es sich fortwährend entweder mit Konfrontation oder Liebe engagiert, alles um des spirituellen Zieles willen. Eine solche Gesellschaft muss von geeigneten Erziehern, Kabbalisten, geleitet werden.

Ein Kind braucht nicht mehr zu wissen: Keine spezielle Weisheit haben oder „die Anzahl der Engel im Himmel zu wissen.“ Wir müssen ihm lediglich die Fähigkeit geben, einander zu fühlen, und indem wir das tun, werden wir alle Probleme lösen. Es wird beginnen, eine wahre Wirklichkeit zu sehen, denn dies ist die einzige Art, sie zu enthüllen. Es wird sehen, dass alle Menschen miteinander verbunden sind und die Beziehungen zwischen allen verstehen.

Dies sind keine psychologischen Zusammenhänge: Es wird die im Inneren versteckte höhere Kraft und das Programm der Schöpfung enthüllen, gemäss welchem wir alle miteinander verbunden sind.

Aus dem 4. Abschnitt des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 9.2.2011, „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Diagnose: vollkommenes Zerbrechen

Frage: Wenn unsere gesamte Arbeit darin besteht, den Ort des Zerbrechens zu enthüllen, was fehlt uns dann, um dies zu tun?

Meine Antwort: Du willst dieses Zerbrechen einfach nicht enthüllen! Wozu sollst du auch deinen Neid und deinen Hass enthüllen wollen – es ist viel einfacher und ruhiger, gleichgültig zu bleiben.

Der Mensch spürt, dass die Freunde, die „Nächsten“, quasi nicht existieren. Kabbala definiert den „Nächsten“ als einen Menschen, den ich außerhalb von mir wahrnehme. Ich weiß, dass bei einer richtigen Wahrnehmung der Realität alle in meinem Inneren sein müssen – doch ich empfinde sie außerhalb von mir, weit entfernt und verhasst. Und ich bekomme es mit der Angst zu tun: hasse ich Teile meiner eigenen Seele wirklich so sehr?! Genau das bedeutet, die Kraft des Zerbrechens zu empfinden.

Ich weiß, dass es ein Trugbild ist und will meine verzerrte Sicht korrigieren!

Versuch zu sehen, dass alle Freunde zu dir gehören. Die ganze Welt erkennt bereits ihre Geschlossenheit und gegenseitige Abhängigkeit. Wir kommen zu dieser Erkenntnis jedoch nicht von außen, wegen der fehlenden Wahl, wie das die ganze Welt tut, durch Schläge, welche die Verbindung der Menschen miteinander demonstrieren. Wir gehen durch das Innere und enthüllen auf diese Weise allmählich, dass wir alle zu einem Ganzen gehören und zu einem gemeinsamen System verbunden sind.

Und während ich das alles weiß, schaue ich um mich herum und sehe Menschen, die mir fremd sind! Ich spüre nicht, woran sie denken, was sie wollen! Mehr noch: sie sind mir ganz und gar egal, und ich bin nicht in der Lage, sie alle in meinem Blickfeld zu behalten, geschweige denn in meinem Empfindungsfeld… Keinen von ihnen!

Das heißt, ich begreife, dass es das vollkommene Zerbrechen ist – ich bin an einer furchtbaren Krankheit erkrankt! Denn ich sehe, dass ich vollkommen die Empfindsamkeit verloren habe, die Fähigkeit, alle diese Teile, die mir gehören müssen, wahrzunehmen. Ich zerfalle in Einzelteile wie ein toter Körper. Denn Tod bedeutet, dass die Lebenskraft aus dem Körper gewichen ist und er anfängt, zu Staub zu zerfallen. Ich fühle mich so, als ob meine Arme und Beine sich von mir lösen würden. Das versetzt mich in Schrecken.

All das kann ich durch die Wahrnehmungsorgane sehen und spüren, die sich in mir infolge des Kabbala-Studiums entwickeln und die in Zukunft zu meinen Eigenschaften der Liebe und des Gebens werden sollen.

Die Liebe fängt jedoch damit an, dass wir Hass den Anderen gegenüber in uns enthüllen und beginnen, ihn zu hassen. Und nun enthülle ich diesen Hass – meine Unfähigkeit, den Anderen zu spüren, weil er mir gleichgültig ist. Und es ist sogar noch schlimmer: ich bewerte meinen Erfolg durch ihren Misserfolg. Je schlechter es ihnen geht, desto besser geht es mir. Was für eine verzerrte und verlogene Wahrnehmung, was für eine Blindheit, dass ich so über die Anderen denke!

Rabash führt ein Beispiel mit einem Menschen an, der plötzlich erfährt, dass das Nachbarskind, das ihn genervt hat, in Wirklichkeit sein Sohn ist.

Dieses Bild kann jedoch korrigiert werden, wenn du versuchst, zu sehen, wie alle in der Gruppe gemeinsam danach streben, diese Verzerrung zu korrigieren.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 13.02.2011

In Einheit mit der Welt

Frage: Welche Verlangen müssen wir von der Welt erhalten? Was bedeutet „sich von den fremden Verlangen durchdringen zu lassen“?

Meine Antwort: Das ist das Gleiche, wie sich in die Gruppe einzuordnen. Ich habe einen Funken der Liebe zum Nächsten, genannt „Punkt im Herzen“. Doch das ist nur ein Funke, der nicht von alleine entbrennen wird. Ich muss ihn mit allen anderen Funken von meinen Freunden verbinden. Wenn unsere Funken sich verbinden, wird uns das große Kräfte zur Korrektur verleihen. Und dann werden wir eine Antwort bekommen.

Das Gleiche gilt für die Arbeit mit der Welt: der Mensch hat kein Verlangen nach der Korrektur seiner Seele, wenn er sich nicht mit den „Völkern der Welt“ verbindet. Denn ein Teil seiner Seele (Galgalta we Ejnaim) befindet sich in ihm und in seinen Freunden, und der andere Teil (ACHaP) befindet sich in den „Völkern der Welt“. Und wir müssen diese Teile miteinander verbinden, um ein ganzheitliches Kli zu bilden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 13.02.2011

Wenn die Gruppe sich in Grüppchen aufteilt

Frage: Ich habe meine Wahl getroffen und bin der Gruppe beigetreten, doch manchmal kommt es in ihr zu Reibungen. Wie können wir diese loswerden?

Meine Antwort: In erster Linie müssen wir erkennen, dass es Probleme in der Gruppe gibt. Wir dürfen sie nicht verdecken oder vertuschen. Zum Beispiel besteht die Gruppe aus 30-40 Menschen, von denen jeder versucht, sich zu behaupten, oder sie bilden bereits Grüppchen.

Hier müssen wir verstehen: wir unterliegen der höheren Lenkung, die uns diese Grüppchen und Streitereien vorsetzt. Wozu? Damit wir uns über unsere Probleme zu dem Einzigen, der sie ins Leben gerufen hat, erheben. Er ist derjenige, der diese Probleme zwischen uns entstehen lässt und das auch zugibt: „Ich erschuf den bösen Trieb“.

Doch wofür? Damit du nach der Tora als einem Gewürz verlangst, sprich dich nach dem in ihr enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt, sehnst. Nachdem du nach dem Licht verlangt hast, erhebst du dich über die Probleme zur einzigen Quelle, in der sowohl das Gute als auch das Böse ihren Ursprung nehmen.

Frage: Ja, aber danach nehmen die Probleme zu.

Meine Antwort: Du musst die nötige Kraft des Verlangens und des korrigierenden Lichtes akkumulieren, um zu der ersten spirituellen Stufe aufsteigen zu können. Deshalb nehmen die Probleme zu und sie werden weiterhin zunehmen. Verlass dich auf den Schöpfer, Er kennt sich damit aus. Deshalb spricht Er auch von der Erschaffung des bösen Triebes – damit du begreifst: Alles kommt von einer Quelle. Man muss es nur als Grundlage für die Arbeit annehmen. Wir haben nichts anderes.

Das Wichtigste ist, daran festzuhalten. Selbst wenn einige Freunde bereits zu Hassern geworden sind und die anderen weder dafür noch dagegen sind, selbst wenn ein Durcheinander in der Gruppe herrscht, nehme ich alles als von dem Schöpfer „verpackt“ an. Er hat das erschaffen, und ich muss zusammen mit den Freunden oder ihnen zum Trotz in allen möglichen Zuständen ständig der Einheit entgegen steuern.

Genau das bedeutet „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein. Auf welcher Grundlage, worüber werden wir uns sonst verbinden können? Unsere Vereinigung basiert nicht auf „braven Kindern“, sondern auf Streithähnen und Raufbolden. Wir streiten uns und hassen einander – und darüber verschmelzen wir zu einem Ganzen. Genau darüber entsteht die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst. Dann kommst du zum Empfangen der Tora.

Egal, ob du damit einverstanden bist oder nicht, dieses Prinzip wird sich nicht ändern. In der Gruppe müssen wir eine Entscheidung darüber treffen, dass es keinen Ausweg gibt, dass wir uns jetzt schon damit einverstanden erklären, künstlich. Wir hören auf, zu streiten, und beginnen einander scheinbar zu lieben. Wir studieren in der Hoffnung, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, auf uns einwirkt und die Verbindung zwischen uns herstellt. Während des Unterrichts denkt jeder: „Soll es doch wenigstens ein bisschen helfen!“

Denn sonst fressen wir einander auf, weil wir nicht in der Lage sind, mit der Übung, die uns der Schöpfer gegeben hat, fertig zu werden. Er hat uns „mit reingezogen“, als hätte Er uns in ein Computerspiel gesetzt, auf einen Übungsplatz, welcher durch den Schirm begrenzt ist. Nun sind wir drin. Was sollen wir jetzt tun?

Gerade hier müssen wir neue Beziehungen aufbauen, die wir erreichen wollen. Was fehlt uns auf diesem Spielfeld, wo wir uns alle gegenseitig hassen, verstreut wie Punkte auf dem Bildschirm? Was sollen wir tun?

Wir müssen das Licht enthüllen, das zur Quelle zurückführt. Dann lasst uns doch studieren und danach verlangen, dass es geschieht.

Das lässt sich leicht sagen, doch bei der Umsetzung… Das Problem besteht darin, dass hier die ganze Kraft der Stufe sich enthüllen muss, und das nimmt Zeit in Anspruch. Denn die erste Stufe ist besonders hoch, man kann nicht einfach so auf sie aufspringen. Im Vergleich zu ihr werden die anderen Stufen leichter sein.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011