Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gruppe'

Das Wichtigste ist, keinen Widerstand zu leisten

Am Anfang erschuf das Licht das Verlangen, entwickelte es und entfernte es von sich, um ihm die Selbständigkeit zu geben und die Möglichkeit zu bieten, sich selbst zu kontrollieren – dem Licht ähnlich zu werden. In diesem Prozess war das Licht primär, die Ursache, und das Verlangen sekundär, die Folge.

Eine jegliche Handlung geschieht unter Einwirkung des Lichts auf das Verlangen. Das Verlangen selbst ist zu keiner Handlung fähig, und nur das Vorhandensein von Eigenschaften des Lichts in ihm gibt ihm die Möglichkeit, das Licht wenigstens um die eine oder andere Einwirkung zu bitten.

Nachdem das Verlangen auf die selbständige Korrektur zum Ähnlichwerden mit dem Licht vorbereitet wurde, ist das Licht in den Handlungen nicht mehr primär, sondern nur erzwingend. Es erweckt das Verlangen zur Handlung, indem es Umstände erschafft, die für die Korrektur, für die Erreichung der Ähnlichkeit, geeignet sind.

Die Erschaffung aller Bedingungen für die Erreichung der Ähnlichkeit des Verlangens mit dem Licht wird als Herabsteigen von Licht und Verlangen von oben nach unten, und die schrittweise Angleichung des Verlangens an das Licht als Hinaufsteigen von unten nach oben bezeichnet.

Während des Herabsteigens von oben nach unten hat das Licht alle Stufen des Hinaufsteigens von unten nach oben bestimmt, wobei es dem Verlangen die Freiheit des Willens (der Wahl, der Handlung) bei der Bildung des Bestrebens nach der Ähnlichkeit (Annäherung) mit dem Licht – bei der Anrufung des Lichts – gelassen hat.

In dem Licht, in den Stufen, ist ein Programm enthalten, welches das Verlangen über die Formen leitet, die es in seiner schrittweisen Korrektur annehmen soll.

Wir müssen lediglich auf jeder Stufe eine Übereinstimmung mit der Form der Stufe erreichen und das Licht bitten, uns zu korrigieren, uns ihm ähnlich zu machen.

Um das Licht, dessen Handlungen an uns, das Programm unserer Korrektur zu verstehen, dessen Ausführung an uns zu wollen, versammeln wir uns zu einer Gruppe, studieren, begeistern einander für die Wichtigkeit der Ähnlichkeit mit dem Licht und dafür, dem Licht keinen Widerstand zu leisten.

Als erstes muss ich mich selbst annullieren, eine „Einschränkung“ machen, als ob ich nicht existieren würde – soll das Licht doch kommen und handeln. Diese passive Teilnahme ermöglicht mir, „den Weg für das Licht zu öffnen“ .

Anschließend muss ich aktiv die Einwirkung des Lichts wollen, dadurch verstärke ich den Druck , indem ich diesem „unser“ Einverständnis, das ich von der Gruppe bekommen habe, anschließe.

Indem ich mich mit der Einwirkung des Lichts „wennschon, dennschon“ einverstanden erkläre, erlange ich die Eigenschaft des Gebens – die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. Ich bringe mein kleines Verlangen (Einverständnis) ein, doch durch den gewaltigen Lichtstrom bekomme ich am Ausgang die große Eigenschaft des Gebens (die Absicht zu geben) – mein neues Ich.

Das Licht geht quasi in meinen ursprünglichen „Punkt im Herzen“ (Nezoz, Funken) hinein und „bläst“ ihn auf. Indem ich mich mit dessen Handlungen einverstanden erkläre, „wachse“ ich immer mehr an, bis ich die 125. Stufe, den Schöpfer, erreiche, indem ich die gleiche Stärke erlange.

Genau das symbolisiert das Sukkot-Fest. Denn die Feste in unserer Welt sind Symbole dessen, was mit uns in der Spiritualität geschieht.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 24.09.2010

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Die richtige Umgebung

Während wir auf dem spirituellen Weg voranschreiten, fangen wir an, die Eigenschaft des Gebens auf egoistische Art und Weise zu schätzen. Sie befreit und erfüllt, sie erlaubt, von allem unabhängig zu sein.

Diese Einstellung der Eigenschaft des Gebens gegenüber nennt sich „lo liShma“. Später, unter Einwirkung des Lichts, wird die Eigenschaft des Gebens an sich wertvoll für uns. Diese Einstellung der Eigenschaft des Gebens gegenüber nennt sich „liShma“.

Um das zu erreichen, müssen wir lediglich den Empfehlungen von Kabbalisten folgen. Der Punkt im Herzen bringt uns in eine neue Umgebung, in eine Gruppe, und ob wir es wollen oder nicht, fangen wir an, uns mit den anderen zu verbinden.

Dank dieser Handlungen ziehen wir sofort das umgebende Licht (O“M) an. Es befindet sich ständig um uns herum, doch jetzt ziehen wir es bewusst an.

Je mehr Anstrengungen zur Vereinigung mit den anderen ich unternehme, desto stärker wirkt das Licht auf mich ein, und ich fange an, neue Eindrücke zu gewinnen.

Letztendlich gelange ich zu der Einschätzung, dass das Geben gut ist. So wird es jetzt von mir empfunden – als etwas von hohem und besonderem Stellenwert. Genau das ist der Einfluss der Umgebung.

Denn Umgebung bedeutet nicht die Menschen. Unsere Anstrengungen, unsere gemeinsamen Verlangen erlauben es, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Wir alle befinden uns in einem Ozean des Lichts und können es anziehen. Das bedeutet die richtige Umgebung – die Umgebung, die mir hilft, das Licht anzuziehen, und ebenso das Licht selbst.

Es wirkt auf uns ein, selbst wenn wir nichts tun, doch in diesem Fall verläuft der Prozess langsam, in dem natürlichen Tempo der Entwicklung von Reshimot.

Wenn wir aber anfangen, das Licht mit Hilfe des Studiums, der Verbreitung und der Einheit zwischen den Freunden anzuziehen, erwecken wir seine Umgebung.

Aus dem Unterricht nach dem Shamati-Artikel Nr. 8 vom 06.09.2010

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Den Augenblick schätzen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, dass wir Persönliches tun, zum Allgemeinen aber nicht kommen?

Meine Antwort: Wir können alle die Korrektur begleitenden Handlungen ausführen (Freundesversammlungen organisieren, studieren, der Gruppe und den Freunden helfen), wir können wie Ameisen in einem Ameisenhaufen geschäftig hin und her laufen, doch das Wichtigste ist: Was wollen wir dadurch erreichen?

Wollen wir Einheit, Bürgschaft, Liebe – eine solche Verbindung zwischen uns, in der wir den Schöpfer enthüllen werden?

Das vergessen wir. Der Mensch müht sich ab und fragt anschließend: „Und wo ist die Bezahlung?! Wo ist die Spiritualität? Wo ist die Kraft des Gebens?“ – Er versteht nicht, dass er noch nichts dafür getan hat.

Er hat viel Kraft aufgewendet, viel in der Verbreitung mitgewirkt, d.h. die Welt wirklich in Richtung Korrektur bewegt und ist in allgemeiner Hinsicht vorangekommen.

Er ist nicht von diesem Weg abgekommen und akkumuliert eine richtige Forderung in sich. Das heißt, in einigen Jahren kommt er zur Wahrheit – er wird verstehen, dass ihm die richtige Absicht gefehlt hat.

Doch heute vergisst er, dass diese Absicht jede Handlung begleiten soll! Und aus diesem Grund hat er die spirituelle Enthüllung noch nicht erreicht…

Und so verlängert er die Zeit! Es heißt, dass man für den Eintritt in die spirituelle Welt drei bis fünf Jahre für die Vorbereitung der Absicht braucht – und in der heutigen Zeit noch weniger! Alles hängt jedoch von der Vereinigung und der richtigen Absicht ab.

Wir haben heute Bedingungen, von denen man früher nur träumen konnte. Noch nie gab es in der Welt dermaßen günstige Bedingungen für die Enthüllung des Schöpfers – es gibt Bücher, Kommunikationsmittel, gleichgesinnte Freunde überall auf der Welt.

Doch das Wichtigste fehlt – die Absicht zu geben – und das ist das Schwierigste, darin liegt die Ursache dessen, dass die Welt uns noch nicht als eine Quelle des Lichts wahrnimmt.

Alles hängt allein von unserer Absicht bei jeder, selbst der kleinsten Handlung ab. Hier kann es keine Kompromisse geben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 06.10.2010

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Das Ziel des Studiums ist den Schöpfer zu enthüllen!

Eine Frage, die ich erhielt: Was muss ein Student als Ergebnis vom Studium an ihrer Akademie erreichen: das Wissen, ein richtiges Herangehen zum Studium?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist es, sich die Methode anzueignen. Denn die Methode der Kabbala unterscheidet sich von allen anderen Lernmethoden.

In jeder anderen Methode existieren deutliche materielle Kriterien, nach welchen du deine Fortschritte einschätzen kannst. Im Sport, im Studium, in der Wissenschaft – nach deinen Noten kannst du sehen wie gut du vorankommst.

Die Methode des Kabbalastudiums ist anders, denn wir bereiten uns vor in die Wahrnehmung einer anderer Welt einzutreten. Wie kann man überprüfen, wie nah wir der vor uns verborgenen Welt gekommen sind?

Das Abmessen findet durch die Gruppe statt. Inwieweit sind wir in der Lage unsere Verbindung zueinander zu spüren, inwieweit erwarte ich die Enthüllung des Schöpfers gerade durch unsere Verbindung und wünsche, dass sich die ganze Welt verbindet.

Also in dem Maß, in welchem ich mit den Erwartungen des Schöpfers solidarisch bin, nah zu Seinen Gedanken und Seinen Plänen, so nah bin ich zu der eigenen Realisierung.

Und die Verhüllung wirkt bis zu dem Zeitpunkt, wo meine Gedanken, Absichten, Wünsche nicht dem Schöpfer auf 1/125 ähnlich sind. Dann spüre ich Ihn auf der ersten Enthüllungssufe.

Aus dem Unterricht zum Thema „Das Herangehen zum Kabbalastudium“, 01.10.2010

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Die Stufe des Zitterns

„Es gibt in der Schatzkammer des Schöpfers keinen anderen Reichtum, außer dem Zittern vor dem Schöpfer“ (Schamati 38).

Es gibt vier Stufen der Entwicklung:

Die erste Stufe – ist diese Welt, die Welt, wo wir uns befinden.

Die zweite Stufe – ist die Periode (das Niveau) der Vorbereitung. Darin befinden sich die Menschen mit dem Punkt im Herzen, die seine Wichtigkeit über diese Welt, über die Selbstsucht stellen.

Die dritte Stufe – ist die Rückkehr (die Korrektur) aufgrund des Zitterns, die Stufe Bina, Chafez Chessed, wo der Mensch zum Gerechten wird. Hier geschieht die reale Korrektur der 613 Wünsche der Seele im „Geben für das Geben“.

Die vierte Stufe – ist die Rückkehr (die Korrektur) aufgrund der Liebe, die Stufe des vollkommenen Gerechten. Hier werden 613 Wünsche auf „das Empfangen um zu geben“ – für die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer korrigiert.

Dabei ist die Stufe des Zitterns sehr wichtig, weil sie die Einführung für die Erreichung der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer ist. Das Licht vergrößert stufenweise die egoistischen Wünsche, und der Mensch steigt über sie hinauf, weil er ständig seine Verbindung mit dem Punkt im Herzen bevorzugt. Danach beginnt er auf der Stufe der Liebe, seine Wünsche mit der Absicht „des Empfangens um zu geben“ zu verwenden.

So stellt die Stufe des Zitterns ein Gefäß dar, worin der Mensch in der folgenden Etappe, auf der Stufe der Liebe, die Offenbarung des Schöpfers, das Licht der Unendlichkeit bekommt.

Die Etappen der Entwicklung ändern sich ununterbrochen, und wir sollen uns nur um das Zittern kümmern. Denn „das Zittern“ ist eine unermüdliche Arbeit an dem Schirm und dem widergespiegelten Licht, um die ganze Zeit über dem Wunsch zu bleiben.

Natürlich, wird die ganze Arbeit vom Licht erledigt, aber von uns soll die Bitte darum ausgehen. In der Gruppe muss man dieses Ziel unaufhörlich erhöhen, die Einheit und die Verbindung, woraus das allgemeine Gefäß, die Absicht des Gebens entsteht, die den Aufstieg über der Selbstsucht unterstützt.

Dadurch helfen wir einander, vereinigen unsere Punkten in den Herzen und schaffen unser Gefäß für den Empfang des Reichtums. Und wenn unsere Einheit realisiert wird, dann wird darin sofort das Licht offenbart.

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Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu Geschöpfen

Der Schöpfer ist vor uns verborgen, wir können Ihn nur in der Gruppe enthüllen, die zwischen mir und Ihm steht, wie geschrieben steht: „Von der Liebe zu den Geschöpfen – zur Liebe des Schöpfers“.

Wenn ich mich auf die Gruppe ausrichte und alle Fragen bezüglich unserer Vereinigung und Bürgschaft darin kläre, kann ich folglich meine Wünsche in die Gruppe verlegen und dort begreifen, ob sie auf das Geben oder auf das Empfangen gerichtet sind.

Und als Ersatz bekomme ich von der Gruppe die Empfindung der Wichtigkeit des Schöpfers, was auch für mich wichtig wird.

Ich beginne daran zu denken, dass der Schöpfer groß ist, dass es sich lohnt, ihm ähnlich zu sein, was für mich zur größten Belohnung wird. Das heißt die Gruppe verwandelt  mein Wertesystem, stellt das Geben und den Schöpfer auf den ersten und mein egoistisches Empfangen auf den letzten Platz.

Danach beginne ich zu arbeiten, um die Wichtigkeit des Gebens so lange zu vergrößern, bis sie sich in die vollkommene gegenseitige Bürgschaft verwandelt und wir alle ein Ganzes werden.

Wenn wir also die Empfindung dieses „einen Menschen“ erreichen, wenn auch in kleinem Ausmaß, dann bedeutet es, dass wir die Grenze (Machsom) überqueren, die uns von der höheren Welt trennt.

Da die Gruppe zum Ganzen wird, so beginnt sie entsprechend dem Gesetz der Übereinstimmung der Eigenschaften, in sich jene Eigenschaft zu empfinden, die das ganze Universum, den Schöpfer ausmacht.

Ich habe keine andere Möglichkeit, als in der Gruppe, die spirituellen Definitionen von Licht, Dunkelheit, Nacht und Tag zu finden.

Denn ich komme in die Gruppe in einem durchs Leben verwirrten Zustand und verstehe nicht, was für mich wichtig ist, wie ich den Aufstieg bewerkstelligen kann, was ich von diesem Leben will und was der Schöpfer von mir will.

Ich habe keine konkrete Richtung, ich verzettle mich in alle Richtungen, und verstehe nicht, wohin ich mich im nächsten Moment begeben soll.

Und nur die Gruppe hilft uns, eine Ausrichtung zu finden, und nicht das Studium, das uns verwirren kann. Obwohl ich denke, dass ich aufgrund des Wissens in der Spiritualität voranschreiten kann, d.h. nachdem ich mir das Lehrmaterial angeeignet habe, ich sofort ins Spirituelle gehe.

Je besser der Mensch versteht, dass die Bewegung zum Schöpfer in der Gruppe stattfindet, die ihm anstelle des Schöpfers gegeben wird, wie ein Abbild der spirituellen Welt – desto schneller wird er vorankommen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 01.09.2010

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Ein Hilfeschrei

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kommt man zum inneren Schrei? Gibt es ein Vorankommen ohne den Schrei?

Meine Antwort: Natürlich gibt es kein Vorankommen ohne den Schrei. Und zum Schrei kann man nur mit Hilfe der Umgebung gelangen. Der Mensch ist nicht in der Lage, ein solches Verlangen allein zu erreichen.

Denn der Schrei soll auf das Geben gerichtet sein, ich muss mich über meinen Egoismus erheben, und dieses Sich-Erheben ist nur möglich, wenn ich meine Freunde beneide.

Worüber soll ich mich sonst erheben? Wie und wohin soll ich aus meinem Ego herausspringen? Es ist unmöglich, sich selbst aus dem Sumpf an den Haaren herauszuziehen, oder wie die Kabbalisten sagten: „Ein Gefangener kann sich nicht selbst aus dem Gefängnis befreien“.

Nur wenn ich an der Vereinigung arbeite, führe ich meinen Punkt im Herzen aus dem Egoismus heraus, indem ich mich mit den anderen verbinden will. Ich verstärke ständig die Anstrengungen, lasse mich immer mehr von der Gruppe begeistern und bekomme durch sie das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Das Licht dringt durch das spirituelle System von Arich Anpin (A“A) über Aba we Ima (Aw“I) und Seir Anpin (S“A) zu Malchut (M) durch. Malchut bedeutet die Shechina, die Gesamtheit aller Seelen.

Da die Seelen sich unter Parssa in einem zerbrochenen Zustand befinden, gibt es dort keine Möglichkeit, das Licht zu empfangen. Aus diesem Grund steigen wir zu Shechina auf, zur Versammlung der Seelen, die nach der Einheit und dem Geben streben, und bekommen dort die Einwirkung des höheren Lichts. Dort ist unser Treffpunkt.

Eine Frage, die ich erhielt: Ist der Schrei ebenfalls eine Gruppenhandlung?

Meine Antwort: Der Schrei ist ein Ergebnis der Ansammlung von gemeinsamen Anstrengungen der Gruppe. Der Mensch bedarf einer äußeren Einwirkung, um zum persönlichen Schrei zu kommen. Es ist eine Kombination von beidem nötig.

Dabei spürt der Mensch, dass er aus der Gemeinschaft heraus schreit. Denn er verlangt nicht nach irgendetwas, sondern nach der Vereinigung, er betet nicht um die Errettung vor dem Unglück, sondern um die Eigenschaft des Gebens.

Sein Schrei ist individuell, jedoch auf die Einheit, auf die Verbindung mit den anderen und dem Schöpfer gerichtet. So sind die Gesetze der spirituellen Welt, des Ortes der Verbindung über dem Egoismus.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 01.10.2010

Kabbala Akademie

Dem Kind beibringen, wie man Schwierigkeiten überwindet

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich bei der Arbeit mit Kindern überprüfen, ob die von mir gewählte Herangehensweise richtig ist?

Meine Antwort:
Vor allen muss man darauf achten, ob die Kindergruppe alle Zustände gemeinsam durchlebt.

Wenn durch die Gruppe gemeinsame Wellen rollen, von denen alle Kinder in der Klasse erfasst werden, muss man den Kindern eine Möglichkeit zum Entladen geben, sportliche Aktivitäten anbieten, d.h. ihnen helfen, die schwierigen Zustände leichter zu durchlaufen.

Selbstverständlich sind auf jeder Stufe ein Egoismussprung und Unverständnis nicht zu vermeiden, anschließend folgen Klärungen und Erlangung eines noch größeren Verständnisses als früher. Man muss den Kindern beibringen, wie man die Zustände der Unklarheit in den Gefühlen und im Verstand überwindet.

Es gibt keine solchen Zustände bei einem Menschen und bei einem Kind, das auch ein Mensch ist (die Seele altert nicht), in denen ihm kein „Seilende“ zugeworfen wird, damit er es fassen und mit dessen Hilfe aus jeder Verwirrung, jedem Abstieg, jeder Kraftlosigkeit und jeder Verschwommenheit einen Ausweg finden kann.

Neben scheinbaren „objektiven Gründen“ für einen schlechten Zustand haben wir immer eine Möglichkeit, uns aus diesem Zustand zu erheben. Und den Kindern muss diese Technik beigebracht werden – damit geben wir ihnen Instrumente in die Hand, die ihnen helfen, das Leben zu meistern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 04.10.2010

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Die Gruppe ist mein Schatten

Die Gruppe ist eine Kopie von mir, mein Schatten, genauso wie ich der Schatten des Schöpfers bin. Ich bekomme von den Freunden um das Vielfache mehr, als ich in sie investiere.

Und das hängt nicht von ihnen, von ihrem Verhalten ab, sondern nur von meiner Einstellung ihnen gegenüber. Denn diese Umgebung ist ebenfalls der Schöpfer.

Auf diese Weise gab Er mir die Möglichkeit, mit Ihm zu arbeiten, indem Er für mich eine Illusion erschaffen hat, als ob etwas außerhalb von mir existieren würde. Doch außerhalb von mir ist nur der Schöpfer.

Deshalb müssen wir ständig die Umgebung erwecken, bis wir den Zustand erreicht haben, in dem diese Umgebung dermaßen auf mich einwirkt, dass ich mich mit ihr verbinden will, um mich durch sie mit dem Schöpfer zu verbinden.

Ohne die Umgebung erkenne ich nicht den Schöpfer, weil die Umgebung etwas Äußeres ist, worin ich das Abbild des Schöpfers sehe.

Wenn ich mich nicht mit der Gruppe verbinden will, bin ich gar nicht auf das Ziel, auf den Schöpfer ausgerichtet. Denn wer ist der Nächste? Die Kraft des Zerbrechens, welches in der Spiritualität stattgefunden hat, hat mich in zwei Teile geteilt – „ich“ und „der Nächste“. Wozu? Damit ich erkennen kann, woran es mir für die Verschmelzung mit dem Schöpfer fehlt.

Sobald ich diese Umgebung, die mir fremd vorkommt, näher an mich bringen kann, bin ich in der Lage, mich dem Schöpfer anzunähern. Mir wurde absichtlich eine doppelte Wahrnehmung verliehen, damit ich einen Teil von mir als etwas Fremdes und Verhasstes sehe.

Deshalb ist „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ das Hauptgesetz der Tora. Denn allein das wird vom Licht korrigiert, es gibt nichts Anderes, was du korrigieren müsstest. Wenn du nicht um diese Korrektur bittest, ist es um alle deine Anstrengungen schade. Alles Andere sind nutzlose Schreie in der Wüste.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 05.10.2010

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Entwicklungsgesetze der Gruppe

Eine Frage, die ich erhielt: In der Natur gibt es allgemeine Entwicklungsgesetze: Geburt, Reifen, maximale Effektivität und Erlöschen. Entwickelt sich die Gruppe nach den gleichen Gesetzen?

Meine Antwort: Zweifellos durchlaufen wir diese Zustände sowohl in der persönlichen als auch in der Gruppenentwicklung. Und doch entwickelt sich die Gruppe etwas anders.

Einerseits dehnt sie sich ständig aus, andererseits, wenn sie in die spirituelle Phase eintritt, fängt sie an, sich mit dem Schöpfer zu verbinden.

Dann stirbt ihr materieller Teil, sprich die Absichten zu empfangen, und mit den Absichten zu geben tritt sie in den Schöpfer ein und existiert dort in ihrer Wurzel ewig.

Natürlich verschwindet der Begriff „Gruppe“ letztendlich, weil an seine Stelle der Begriff „Adam“, die Gesamtseele, tritt.

Die Gruppe (Kvuza) ist doch etwas Begrenztes, sie stellt eine Versammlung (Kibbuz), ein Bündnis von Seelen dar, die unter Druck vereint wurden.

Wenn die Gruppe eine Verschmelzung mit dem Schöpfer eingeht, existieren die Seelen ineinander, ohne zu verschwinden, die Einheit zwischen ihnen verschwindet ebenfalls nicht, und zugleich wird alles zu einem Ganzen.

Aus dem Gespräch vom 24.07.2010

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