Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Anstrengung unten, Empfindung oben

Frage: Während der Vorbereitungen auf den Europäischen Kongress in Berlin haben wir Schwierigkeiten damit, die Kraft von der Umgebung zu schöpfen. Wie können wir bei all den physischen Handlungen nicht die Verbindung mit dem inneren Ziel verlieren?

Meine Antwort: Zu allererst ist es gut, dass die Menschen den Mangel an Absicht spüren, denn ohne die innere Komponente, sprich die Absicht zu geben, kann die äußere Anstrengung nicht zum Erfolg bei der Enthüllung des Schöpfers führen. Woher sollen wir also die richtige Absicht zur Vereinigung und Verbindung erhalten, innerhalb deren wir handeln werden?

Wir müssen uns anstrengen – wie ein kleines Kind sich anstrengt, um groß zu werden – wir müssen uns aus aller Kraft an der Absicht festhalten und dürfen nicht vergessen, dass wir alle äußeren Handlungen ausgehend von der inneren Anstrengung ausführen. Und inwieweit es gelingt, hat nichts mehr mit unserem Erfolg zu tun.

Vielleicht will man uns zeigen, dass wir wirklich klein sind und keinen Erfolg haben, damit wir aufhören, stolz auf uns zu sein, und spüren, dass ohne die Hilfe von oben keine Absicht in uns entstehen kann, dass wir uns durch eigene Kraft nicht verbinden können.

Wenn wir selbst damit fertig werden könnten, würden wir den Schöpfer nicht brauchen und den Zustand „lass uns zum Pharao gehen“ nicht erreichen können.

Im Grunde genommen, sollte sich der Mensch niemals über die eintretenden Zustände beklagen. Sie werden als Folge des Vorankommens enthüllt und sind deshalb in jedem Augenblick richtig. Die Frage besteht darin, wie man mit Hilfe der Gruppe die richtige Haltung diesen Zuständen gegenüber aufbaut.

In den meisten Fällen machen wir uns Vorwürfe wegen der Vergangenheit: etwas falsch, schlecht gemacht, verpasst, nicht gekonnt usw. Auf diese Weise wirkt die unreine Kraft/Klipa auf uns ein, die uns in die Vergangenheit zurückkehren lässt. Das Gleiche bezieht sich auf die Enttäuschung von eigenen Eigenschaften: was hat es für einen Sinn, sich selbst etwas vorzuwerfen, wenn es unbestreitbar ist, dass wir Egoisten sind und jedes Mal nur das enthüllen? Über diesem Zustand müssen wir unsere richtige Haltung bilden.

Aus diesem Grund hängt alles von der Anstrengung ab. Vielleicht ist der Mensch unzufrieden und möchte etwas anderes haben – es ist unwichtig, weil die Empfindung von oben kommt. Den Anfängern wird gezeigt, wie erfolgreich sie sind, sie werden ermuntert und angespornt wie kleine Kinder. Denjenigen aber, die vorankommen, werden ihre Mängel und Fehler gezeigt, damit sie … sich nicht selbst korrigieren, sondern nach der Korrektur verlangen. Dabei kommen uns alle Reaktionen zugute.

Die innere Arbeit eines Menschen in Bezug auf die Gruppe soll von den Handlungen zur Organisation von Unterrichten, Kongressen und Verbreitung getrennt werden. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun: die inneren Auf- und Abstiege sollten keine Auswirkung auf die äußere Arbeit haben. Es gibt einen Tagesablauf/ein Programm, und wir handeln dementsprechend, unabhängig von den Verlangen.

In der inneren Arbeit strengen wir uns nach Möglichkeit an, und die Empfindung, die wir erhalten – ob gut oder schlecht – hängt davon ab, was genau wir empfinden sollen. Wenn wir keine Begeisterung, keinen Elan und keine allgemeine Unterstützung empfinden, dann bedeutet es, dass uns durch diese Empfindung geholfen wird, vom Egoismus abzuschalten.

Die Enttäuschung von den laufenden Zuständen führt dem Menschen vor Augen, dass das egoistische Verlangen ihn nicht unterstützt, und er kehrt ihm auf natürliche Weise den Rücken zu. Der Egoismus trägt selbst dazu bei, dass wir ihn ablehnen, und das bedeutet „Hilfe gegen sich selbst“. Das unangenehme Gefühl bei der Arbeit, das in uns existiert, ist Hilfe von der gegenüberliegenden Seite, bis wir in der Lage sein werden, uns über unsere eigene Natur zu erheben und einen Blick auf sie von oben zusammen mit dem Schöpfer zu werfen. Das bedeutet, dass ich zusammen mit dem Schöpfer gegenüber dem Pharao stehe. Auf diese Weise erhebe ich mich über ihn und überquere den Machsom.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 24.12.2010

Eine Aufgabe zum Vorstellungsvermögen

Frage: Wie sollte ich meine Beziehung genau auf das Ziel ausrichten?

Meine Antwort: Nach dem Prinzip: „Israel, Tora und der Schöpfer, sind eins“. „Der Schöpfer“ ist die Wurzel, nach der ich strebe. „Die Tora“ sind alle Mittel welche uns auf unserem Weg helfen: Der Lehrer, die Bücher, die Gruppe und das Studium. Und „Israel“ ist der Punkt im Herzen, der ursprüngliche spirituelle Wunsch.

Frage: Was sollte unbekannt bleiben und was sollte offenbart werden für mich in dieser Gleichung, damit ich sie lösen kann?

Meine Antwort: Du solltest dir den korrigierten Zustand vorstellen. Darin sind wir alle auf so eine Weise vereint, dass jeder nicht sich selbst, sondern das Ganze wahrnimmt. Darüber steht geschrieben: „Das Ganze und das Einzelne sind gleich.“

Im Ganzem herrscht die gesamte Kraft der Liebe und des Gebens, die alle in gleichem Maße erfüllt. Sie heißt „der Schöpfer“ oder „die Natur“. Das solltest du als Endziel vor Augen haben. Zu solchem Bilde sollten wir letzten Endes kommen.

Dafür wird das Verständnis der Gruppe geklärt. Die Gruppe ist das gleiche System, in welchen wir die Kraft, die schon darin existiert, nur noch nicht fühlbar ist, erwecken. Wir sollen diese Kraft, die die Gruppe erfüllt, sie befestigt und korrigiert, offenbaren. Diese Kraft heißt „der Schöpfer“, das verborgene Licht, das in unserer Vereinigung steckt.

Indem wir in unserer Welt nach Wachstum streben, offenbaren wir eigentlich die gleiche Kraft. Denn wir haben den gleichen Kurs, nur auf der materiellen Ebene.

„Der Schöpfer“ ist die gemeinsame Kraft, die alle Teile der Schöpfung vereint.

Frage: Und trotzdem gibt es in dieser Gleichung zu viele Unbekannte…

Meine Antwort: Wir sollen versuchen, uns immer wieder zu bemühen. So erweckst du neue Empfindungen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was bedeutet das Brot des Mißgünstigen in der spirituellen Arbeit“, 11.01.2011

Schritt für Schritt zu Genuss und Liebe

Frage: Was bedeutet zielgerichtet genießen?

Meine Antwort: Zielgerichtet genießen bedeutet durch das Geben genießen. Und durch das Geben genießen kannst du nur, wenn du denjenigen, an den du gibst, liebst.

Wie kann ich aber die Liebe erlangen? – Durch die Korrektur, indem du den Hass durch die Liebe ersetzt. Wer vollzieht diese Korrektur? – Das höhere Licht.

Wann? – Wenn ich darum bitte.

Wann werde ich denn darum bitten? – Wenn die Gruppe mich dazu verpflichtet.

Wann wird sie mich verpflichten, zu bitten? – Wenn ich mich vor der Gruppe annulliere und in ihr die Kraft finde, die mich verpflichtet.

Wann werde ich mich vor der Gruppe endlich annullieren? – Wenn wir mit den Freunden gemeinsam daran arbeiten werden.

Und daran stolpern wir…

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 11.01.2011

Das gute Schicksal beim Schopf packen

Frage: Wenn es das egoistische Verlangen und den Funken des Gebens in mir gibt, wer bin dann ich selbst?

Meine Antwort: Du bist die Mitte, du stehst zwischen ihnen beiden wie jene entscheidende Kraft, die die Waagschale neigt. Wenn du zwischen dem Geben und dem Empfangen in dir nicht vermittelst, wird der Konflikt zwischen ihnen dich trotzdem zwingen, das zu tun, jedoch wird es auf dem Weg der Leiden, auf dem Weg der inneren, vielleicht sogar äußeren Kriege geschehen.

Andererseits steht dir die Wissenschaft der Kabbala zur Verfügung, die dir erklärt, wie du diesen Prozess schnell und bewusst durchlaufen kannst.

Frage: Wodurch wird nun meine Wahl bedingt, wenn ich mich in der Mitte befinde?

Meine Antwort: Durch die Umgebung, zu der du geführt wurdest. Der Schöpfer „legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal“, sozusagen, anschließend musst du selbst festen Fuß in der Gruppe fassen, du musst beginnen, mit ihr zu arbeiten. Wenn du jetzt im Unterricht sitzt, bedeutet es noch lange nicht, dass du die richtige Umgebung für dich gefunden hast. Du hast noch keine notwendigen Mittel gefunden: weder den Lehrer, noch die Gruppe, noch die Bücher. Sie wurden dir von oben gegeben, du aber hast die Waagschale noch nicht geneigt.

Dafür musst du dich an den erhaltenen Mitteln buchstäblich festbeißen und sie richtig benutzen. Jede Sekunde musst du sie anwenden und prüfen, was und wie du noch machen könntest. Genau darin besteht deine freie Wahl.

Der Egoismus stößt dich immer davon ab, schaltet dich mal vom Lehrer, mal von der Gruppe, mal von den Büchern ab, lenkt dich durch Zweifel und Verachtung ab. Wenn du diese Schwierigkeiten überwindest, kommst du voran.

Wir werden sehen, ob du ein richtiger Mann bist. Denn „Mann“ auf Hebräisch (Gewer, גבר) bedeutet „Überwindung“ (Itgabrut, התגברות), die es dir ermöglicht, deinen Funken über alle Hindernisse zu erheben.

Auszug aus einen Unterricht über den Artikel von Rabash „Annulierung nach der Methode von Baal Schem Tow“, 07.01.2010

In sich hineinzuschauen, und sich nicht abzuwenden

Frage: Wie kann ich prüfen, ob meine Absicht tatsächlich auf den Schöpfer gerichtet ist? Welche praktische Prüfung kann uns die Wissenschaft der Kabbala anbieten?

Meine Antwort:
Kabbala bietet eine einfache Hilfe an – die Arbeit in der Gruppe, welche die persönliche Entwicklung beschleunigt und den Trainingsübungsplatz sichert. Innerhalb der Gruppe wird der Mensch es schaffen, den Ort der Offenbarung des Schöpfers, die Kraft des Gebens zu finden.

Somit erreichen wir das Ziel mittels des gemeinsamen Studiums und der Vereinigung mit den Freunden.

Unabhängig davon, was wir machen, ist es wichtig zu prüfen, ob wir den Egoismus in der Flucht von den schlechten Empfindungen unterdrücken. Denn den größten Teil seiner Zeit verbringt der Mensch damit, das eigene Übel zu verbergen.

In uns leben der Hass, der Neid, die Lüsternheit, verschiedene Ambitionen und andere Attribute der Wechselbeziehungen zu den Nächsten. Manchmal sind diese Wünsche so klein, dass der Mensch ihr Übel nicht unterscheidet. Und jedes Mal mache ich unrbewusst eine Berechnung: inwiefern ich besser als der anderen bin, inwiefern ich die anderen nicht leiden kann, inwiefern ich über sie herrsche, inwiefern ich sie ausnutzen kann, usw.

Ich muss mich ständig besser als der Nächste fühlen. Und selbst wenn es mir nicht gelingt, stelle ich mich dennoch über den anderen.

Wenn ich dagegen den Egoismus nicht vertusche, dann öffnet sich mir jede Sekunde die Möglichkeit für die Arbeit. Dabei bezeichnet man meine Empfindungen als den „grundlosen Hass“. Entsprechend der eigenen Natur bin ich gezwungen, ihn zu empfinden. Kann ich aber darüber hinaus eine gute Beziehung, zur Liebe empfinden?

Ich hasse jeden für etwas, und wenn ich meine Einstellung nicht verberge, dann kann ich unaufhörlich arbeiten, bis sich jede Situation für mich ins Mittel der Annäherung an den Schöpfer verwandelt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch “Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”“, 06.01.2011

Die Eintrittskarte in das Buch Sohar

 

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Abs. „Und Jithro hörte”, Art. “Und schaue auf das Geheimnis des Anlitzes“, P. 100: “ Die Saat von David, die Ansichten der Farben wechseln in ihm, und das ist, warum Samuel sich irrte, wie geschrieben steht: „Blickt nicht auf seine Erscheinung“, denn die andere Seite war in Eliav“.

Das war nicht so mit David, denn die Formen Davids sind bedeckt, weil die Formen der anderen Seite in seinen Formen eingeschlossen wurden und die Form der anderen Seite in ihm zuerst erschienen ist, und für eine gewisse Zeit an den Augen vorbeizieht, und dann ist das Herz gewarnt und fürchtet (sich)

Wir irren uns: Wir investieren viel Kraft um zu verstehen, wovon der Sohar spricht, aber viel weniger in die Absicht bzw. in die Gedanken, dass wir uns verbinden müssen und gerade in dieser Verbindung zwischen uns den Sohar enthüllen. Denn nur im Maß unserer Verbindung wird die Form des Schöpfers offenbart. Diese Form ist in keiner Weise dem ähnlich, was wir uns, bevor wir uns verbinden, vorstellen können.

Unsere Verbindung ist wie eine Eintrittskarte, die uns erlaubt die spirituellen Formen und die Eigenschaften, von denen uns der Sohar erzählt, zu sehen und zu spüren. Wenn wir aber, ohne die Suche nach Verbindung zwischen uns, das Studierte erkennen wollen, wird dies äußeres Lernen, Klipa und Todesgift genannt.

Wenn ich mich bemühe in dem Studierten die Form, die ich gerade studiere, zu finden, ist das Klipa. Wenn ich allerdings diese Form vor allem durch die Prisma meiner Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung enthüllen will und erst wenn ich mich mit den anderen verbunden habe, die spirituelle Form, von welcher der Sohar spricht, suche, ist das Heiligkeit, Geben und Spiritualität. Denn im Endeffekt suche ich nach Formen der Verbindung bzw. des Gebens. Das ist das Wichtigste. Wobei im ersten Fall suche ich nach einer Form des Empfangens.

Deshalb muss ich mich vor allem darum kümmern, wie ich durch dieses Prisma, mit anderen Worten, in diese Absicht, in die Verbindung mit der Gruppe bzw. mit der Umgebung, gelange. Und das ist sehr wichtig! Ohne diese Absicht lohnt es sich nicht mal das Buch Sohar zu öffnen, denn sie kann nicht nur Lebenselixier, sondern auch Todesgift werden.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 5.01.2011

Die verborgenen Verbindungen

Frage: Wenn zwischen uns die Verbindung offenbart wird, geschieht es dann nur in meinem Inneren, oder auch innerhalb der ganzen Gruppe?

Meine Antwort: Es ist die persönliche Offenbarung des Menschen, der sich in der Gruppe befindet. Aber seine Freunde enthüllen nicht dasselbe wie er selbst. Die Enthüllung hängt somit von der individuellen Arbeit jedes Menschen ab.

Angenommen, ein Freund von uns hat die Bereitschaft empfunden, sich in der Seele und im Herzen mit uns, mit allen Funken zu verbinden, die in uns infolge des Zerbrechens existieren. Dann wird er sofort jene gemeinsame Kraft offenbaren, die der Schöpfer heißt und im ganzen Universum gilt.

Aber wenn wir uns nicht auf demselben Niveau der Verbindung befinden, dann werden wir nicht fühlen, dass Er dort anwesend ist.

Genauso passiert es in unserer Welt, wo der Mensch vor anderen verbergen kann, dass er sich auf dem spirituellen Niveau befindet.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011

Wo ist der Schöpfer zu finden?

Frage: Manchmal sagen Sie, dass das Einzige, was man tun soll, sich an den Schöpfer anzukleben, und manchmal behaupten Sie, dass das Wichtigste, die Verbindung mit der Gruppe ist…
 
Meine Antwort: Dein Weg zum Schöpfer liegt durch die Gruppe. Sie ist ein Mittel, um Ihn zu erreichen.
 
Man sagt mir zum Beispiel, dass ich nach Jerusalem kommen soll, erklärt aber nicht, auf welchem Wege ich es machen kann: ob mit der Bahn, mit dem Bus, auf dem Wagen, auf dem Esel, oder zu Fuß.
 
Wir sagen auch: „Du bist verpflichtet, dich mit dem Schöpfer zu verbinden“. Dabei soll dir klar sein, dass du außerhalb der Gruppe den Schöpfer nicht finden wirst.
 
Denn du kannst Ihn nur als die Form enthüllen, die ins Material eingekleidet ist. Und wo befindet sich dieses Material? – In der Vereinigung zwischen allen. Dort, wo du zuerst den Hass und später die Einheit offenbaren wirst, die der Schöpfer heißt.
 
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011
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Alle Nöte führen in die Gruppe

Rabash, „Schlawej Sulam“, 1988/89, Artikel 9, „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“

Die Weisen sagten: „Die Not kommt zur Welt, nur wenn es dort die Sünder gibt, fängt aber bei den Gerechten an…“

Der Aufstieg eines Einzelgängers ist unmöglich. Mehrere Abstiege fördern im Menschen den großen Egoismus zu Tage. Er fängt an, sich zu fragen: „Ob man sich überhaupt vom Egoismus befreien kann?“ Diese dringende Notwendigkeit zwingt ihn, sich an die Gruppe zu wenden. Nur dort, zusammen mit anderen, kann er die Kraft rufen, die ihn heraus führen wird.

Alle Versuche, selbständig herauszukommen (der rote Zeiger auf der Zeichnung) sind zum Scheitern verurteilt. Alleine wird es nie klappen. Der Mensch ist verpflichtet, das Zerbrechen zu korrigieren, den Ausstieg aus sich selbst dem Nächsten entgegen, vorzubereiten.

Deshalb fordern uns alle Abstiege auf, die eigene Kraftlosigkeit zu entdecken, damit wir keinen Ausweg mehr haben, als sich an die Gruppe zu wenden und mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit des Schöpfers zu entdecken. Diese Wichtigkeit wird uns zwingen, den Ausgang zu suchen und wird uns zur richtigen Lösung bringen. Nur in der Umgebung werden wir die Kräfte finden, die uns vorwärts bewegen.

Die Umgebung, wie wir es verstehen – ist ein künstliches Gebilde. Es stellt sich dem Menschen als etwas Fremdes dar, damit er auf die Selbstsucht verzichten kann und sich vom Willen zu empfangen befreien kann.

Deshalb kommt die Not, damit wir immer mehr „die Sünder“ in uns entdecken. Sie wirkt aber auf die Zustände, die „die Gerechten“ heißen.

Aus einem Unterricht vom 05.01.2011 nach dem Artikel von Rabash „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“

Das Zerbrechen: ein Quentchen Licht in jedem Bruchstück

Frage: Wodurch unterscheidet sich die Arbeit mit den „Sündern“ von der Arbeit mit den „Gerechten“?

Meine Antwort: Als erstes muss man verstehen, dass es um die Zustände eines Menschen in Bezug auf den Schöpfer geht.

Wie Baal HaSulam in der Einführung zu TES erklärt, müssen wir diese Zustände auf unserem Weg durchlaufen: vollkommener Sünder – nicht vollkommener Sünder – mittlerer – nicht vollkommener Gerechter – vollkommener Gerechter.

Wie kann man also diese Zustände prüfen? Jeder, der gefragt wird, hält sich wenn schon nicht für einen Gerechten, dann zumindest für einen mittleren. In Wirklichkeit ist das einzige Kriterium für die richtige Bewertung die Annullierung seiner selbst in der Gruppe.

In diesem Fall ist die Umgebung unser Messgerät. Das gemeinsame Kli wurde gerade aus dem Grund zerbrochen, damit du, indem du dich vor der Umgebung verneigst, begreifst, wo du dich befindest, und die Kräfte von dem Schöpfer erhältst.

Nach dem Zerbrechen hat sich dein Kli in mehrere Teile geteilt. Der Schöpfer, der sich darin befand, hat sich auch geteilt und befindet sich jetzt in allen diesen Teilen. Sie sind wie Teilchen eines ehemals gemeinsamen Mosaiks, die du nach einem von oben vorgegebenen Programm zusammenfügst. Auf diese Weise vereinigst du die Teile deiner Seele mit den Teilen des Schöpfers, den Teilen des Lichts, die darin enthalten sind, wieder.

In dieser Welt, in deinem Egoismus nimmst du es wie eine materielle Gruppe wahr. Doch in Wirklichkeit ist das keine Gruppe. Mit der Zeit wird die Gruppe für dich zu einem spirituellen Begriff. Es sind nicht die Menschen, die zusammen Lieder singen und sich verbinden wollen, – in jedem von ihnen enthüllst du einen Teil deines Kli mit dem darin enthaltenen Teilchen des Schöpfers.

Hinter den Gesichtern der Freunde verbirgt sich die spirituelle Umgebung. Jetzt verstehst du deutlich, dass das Zerbrechen, unsere jetzige Realität und die Freunde es dir ermöglichen, die spirituelle Arbeit zu vollziehen.

Wenn der Schöpfer nicht wichtig genug in deinen Augen ist, fühlst du dich wie ein Sünder, und um diese Wichtigkeit zu erlangen, wendest du dich an die Umgebung. Darin gibt es Kelim, darin befindet sich der Schöpfer, dort ergießt sich das Licht, welches diesen spirituellen Begriff in dich hineinbringt.

Somit befindet sich alles an einem Ort: der Mensch und alle Teile, die ihm als fremd vorkommen:

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011