Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Genuss'

Wofür läuft mein Auto?

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet Geben um zu geben?

Meine Antwort: Geben um zu geben bedeutet, dass ich den Genuss nicht als Erfüllung von meinen eigenen Verlangen empfinde, sondern ihn nur als Kraftstoff benutze und nur zum Vollziehen von Handlungen des Gebens. Wie unterscheidet sich dann der Kraftstoff von dem Genuss, denn das Einzige, was existiert, ist das Verlangen zu genießen (das Kli) und seine Erfüllung (das Licht)?

Wenn ich die Erfüllung lediglich dafür benutze, die Arbeit auszuführen und den anderen zu erfüllen, dann ist die Erfüllung für mich nur Kraftstoff. Wenn ich die Erfüllung jedoch zu meinem eigenen Vergnügen benutze, dann gilt es als Genuss.

Beantwortet mir die Frage: Wofür läuft euer Auto, was ist der Sinn eurer Handlungen, wer ist der Empfänger eurer Anstrengungen?

Ausschnitt aus dem Unterricht nach Artikel von RaBaSCH „Was heißt „der Wunsch zu geben“ (1984), 24.06.2010

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Wenn der alle Geheimnisse Kennende bezeugen wird

Eine Frage, die ich erhielt: Warum steht im „Vorwort zum Talmud Esser HaSefirot“ Folgendes geschrieben, Punkt 55: Ein Mensch, der diese Lenkung (die Offenbarung des Schöpfers) klar erkennt, ist überzeugt, dass er nicht mehr sündigen wird?

Meine Antwort: Der Mensch ist deswegen überzeugt, dass er nicht mehr sündigen wird, weil er mittels des Schirms und des widergespiegelten Lichtes alle erhaltenden Wünsche korrigiert hat, indem er sich über sie hinweggehoben hat und folglich vorankommt.

Um seine Korrekturarbeit bestätigt zu sehen, braucht er „das Zeugnis des Schöpfers“, und kann dann gebinnen, mit den erhaltenden Wünschen zu arbeiten und diese mit der Absicht „Erhalten um zu Geben“ zu verwenden.

Ich brauche also eine zusätzliche, allgemeine Kraft, die als Zeugnis des Schöpfers bezeichnet wird.

Jetzt sollte ich meine eigene „Pandoras Büchse “ mit allen Wünschen öffnen, um herauszufinden, in welchen von ihnen ich die Absicht „dem Schöpfer Genuss  bereiten“ ‚giessen‘ könnte.  Diese neue Tendenz gab es früher nicht.

Noch nie habe ich so gehandelt oder etwas so getan! Und jetzt muß ich die Geschmäcker der Genüsse probieren, um Ihm dadurch  Genuss zu bereiten – wie der Gast, der die Bewirtung um der  Freude  des Wirtes willens genießt.

Ich muss hier die speziellen, neue Kräfte sammeln, welche mir ein Zeugnis des Schöpfers gewährleisten, um mich diesbezüglich nicht mehr zu irren. Andernfalls darf ich die erhaltenden Wünsche nicht einmal anfassen! Als Hilfe ist die zusätzliche Kraft nötig.

Und wenn „Der Wissende alle Geheimnisse des Universums bezeugen wird“ dann kann ich beginnen, die eigenen Verbrechen zu korrigieren. Auf dieser Etappe, verwandeln sich die Verbrechen in die Versehen, welche für mich die Arbeit erleichtern. Denn ich habe schon eine Hälfte des Wunsches korrigiert, und er ist vollständig mit Licht von Chassadim ausgefüllt. Jetzt soll ich beginnen, mit diesem Wunsch in drei Linien zu arbeiten um ihn mit Licht von Chochma zu füllen. Dies bedeutet, dass sich meine Verbrechen in Versehen verwandelt haben. Ich bin im Begriff, für das Geben zu bekommen, denn ich habe schon die Absicht um des Gebens willen. Jetzt muss ich nur anfangen,  mein Verlangen zu empfangen mit der  Absicht um des Gebens willen vorsichtig aufzufüllen.

Wenn wir solche hohe Stufe erreichen, werden wir herausfinden, was es für eine Arbeit ist…

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Aus der Lüge heraus zum Licht hinauf

Eine Frage, die ich erhielt: Wie können wir jetzt die Korrektur verlangen, wenn wir uns vollständig in den egoistischen Wünschen aufhalten?

Meine Antwort: Natürlich können wir jetzt keine Korrektur verlangen. Wenn ich – der vollkommene Egoist bin, wie kann ich um die Korrektur bitten?

Dennoch wird von mir nur ein wenig verlangt, in dem Masse, in dem ich fähig bin, um die Kraft des Gebens zu bitten, während ich mich immer noch im Egoismus befinde.

Das heißt, du wünschst dich aus dem Zustand „Lo Lishma“, aus der Lüge, aus dem Ego, aus dem Wunsch „Genuss zu empfangen“, aus dem Gedanken, über sich selbst hinauszugehen, um den Zustand des Gebens zu erlangen.

Natürlich ist es die Lüge, und du willst den anderen nichts geben oder sie lieben, also mit dem Schöpfer verglichen zu werden.

Du weißt einfach nicht, was das Geben ist, und deshalb kannst du diese Wörter sagen. Wenn du wissen würdest, was das ist, würdest du sofort weglaufen wollen.

Deshalb bleibt die Wahrheit vor dir verborgen, damit du nicht weißt, worum du bittest, da es deiner Natur solchermaßen widerspricht – dass dieser Zustand dem Tod aller deiner heutigen Wünsche und Eigenschaften gleicht.

In der Wissenschaft der Kabbala studieren wir die Beziehungen zwischen den Lichtern und Wünschen. Es gibt das Gefäß, den Wunsch und das Licht ihm gegenüber.

Und außerdem gibt es den anderen Zustand, wenn sowohl der Wunsch – unwahr ist, als auch das Licht – nicht direkt ist, sondern umgebend. Wir befinden uns jetzt gerade in solchem Zustand.

Bis dahin tun wir quasi so, als ob wir uns wünschen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen, folglich bitten wir das Licht um die Kraft des Gebens. Und deshalb funktioniert es.

Das System ist so aufgebaut, dass wir immer aus unserem jetzigen Zustand heraus, in welchem wir den folgenden Zustand nicht wünschen und dennoch darum bitten, auch den folgenden Zustand erreichen können, um sich darin zu befinden.

Es ist damit begründet, dass in uns Reshimot vom korrigierten Zustand existieren, der dann zersplittert wurde.

Diese Reshimot wecken die Lichter auf, die sich weit weg in der Welt Azilut befinden, und wir können sie heranziehen, damit sie auf uns einwirkten, und als umgebende Lichter bezeichnet werden.

Natürlich leben wir in der Lüge und wünschen uns kein Geben und keine Nächstenliebe. Das ist eben die Wahrheit. Die Tora verheimlicht uns diese Tatsache nicht.

Im Gegenteil, sie besagt, dass der Schöpfer und die Spiritualität deshalb verborgen sind, weil du sie niemals verlangen hättest, wenn du sie sehen würdest.

Damit du dir vorstellen kannst, dass die Spiritualität sogar in deinen egoistischen Wünschen gut ist – bleibt sie vor uns verborgen.

Und wenn du so tust, als ob du sie willst, sich dabei eine egoistische Belohnung vorstellend – dann wirkt auf dich das Licht auf jeden Fall ein, sodass deine Wünsche und Gedanken vom Erhalten auf das Geben gerichtet werden. Auf diese Weise arbeitet das Licht mit dir. Das System ist gerade für solchen Prozess aufgebaut.

Dies geschieht nicht nur in unserem Zustand, sondern auch dann, wenn wir von der Stufe des Erhaltens auf die erste geistige Stufe des Gebens hinaufsteigen.

Nach dem Machsom wechseln die Zustände nach demselben Prinzip – wir verlangen weiterhin das Unerwünschte.

Dort „wird der Mensch durch seine Seele unterrichtet“, und es ist die gewisse Unterstützung gewährleistet, weil man sich schon in der Spiritualität aufhält.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 02.06.2010

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Lass das Licht leuchten!

Eine Frage, die ich erhielt: Das Geben – ist das eine Handlung oder ein Wunsch, zu geben?
Meine Antwort: Was kann man dem Schoepfer schon geben, wenn er keinen Mangel hat, ausser deiner Einstellung zu ihm? Und sogar diese braucht er nicht.

Das Einzige, das ihm fehlt – dass du so wie Er wirst. Nur dadurch kannst du ihm Genuss bereiten. Warum? Weil du dann im bestmoeglichen Zustand bist.
„Aber ich moechte nicht im bestmoeglichen Zustand sein! Ich moechte nur an das Geben denken!“ Wenn du ans Geben denkst, denkst du , wie du den bestmoeglichen Zustand erreichen kannst.
Es ist wichtig, was dich bewegt: Das Geben an den Schoepfer und dafuer erreichst du den vollkommenen Zustand, oder du moechtest diesen Zustand erreichen, weil er der beste ist, und das Geben an den Schoepfer siehst als eine Art Bezahlung… um wessen willen arbeitest du?

Es kann kein Wunsch zu Geben existieren, ohne seine Umsetzung. Wenn du dies willst, bist du verpflichtet, diesen Wunsch umzusetzen.Die Handlung des Gebens und der Wunsch zu geben sind dasselbe.
Im Spirituellen gibt es keine physischen Handlungen – den Wunsch zu geben zu erreichen – darin besteht unser ganze Arbeit. Denn was kannst du dem Schoepfer geben? Nur den Wunsch, ihm zu geben!
Wir enthuellen das Licht “ Chochma“.Wen bezueglich sollen wir dieses Licht enthuellen – bezueglich den Schoepfer oder die Schoepfungen?

Das Licht Chochma erfuellt das ganze System. Du enthuellst nur dich selbst, dein Gefuehl, dass du geniesst, gibst, unbegrenzt wirst. Nur dein Wunsch (Kli) aendert sich.

„Ich gebe dem Schoepfer!“ Was gibst du?.. Hat er denn etwa frueher kein Licht gehabt und jetzt hat er es? – Du gibst ihm deine Einstellung. Deine Einstellung zu Ihm heisst Handlung.

Dein Wunsch ist schon die Handlung. Aber dieser Wunsch muss vollendet sein, sonst zaehlt er nicht als Wunsch.
Er muss sich nach allen vier Stufen des direkten Lichtes entwickeln. Dann, sicherlich, aus der vierten Stufe, erreicht sein gespiegeltes Licht Keter, das heisst Geben.

Aber wo gibt es das Geben in Keter? Es fuehlt, dass es dem Schoepfer gibt, und das genuegt. Denn der Schoepfer hat keine Wuensche (Kelim), weder fuer Geben noch fuer Nehmen. Er hat nichts.
Aber wenn du fuehlst, dass du Ihm gibst – das ist ein Genuss fuer Ihn, denn er befindet sich in dir. Du erlaubst dem Licht zu leuchten!

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Einzigartige Bandbreite einer jeden Seele

Bürgschaft bedeutet, dass ich mich bereit erkläre, von nun an immer meinen leeren Teil in allen anderen zu füllen. Es scheint einfach zu sein, doch dafür muss ich mich spirituell mit jedem einzelnen verbinden und dessen Verlangen spüren. Ich muss herausfinden, wo in seinem Verlangen mein Teil seinen Platz hat, denn wir sind durch unsere Seelen verbunden, und er muss zweifelsohne etwas durch meine Seele bekommen, wie in einem gemeinsamen Organismus.

Wo ist nun in ihm dieser leere Raum, den ich entsprechend dem System, das in der Welt der Unendlichkeit existiert, füllen muss? Darum muß ich mich kümmern, und das betrifft jeden von uns. Es gibt keine Seele, in der ich nicht enthalten wäre und in der ich meinen Platz nicht ausfüllen müsste. Keiner außer mir kann ihn ausfüllen, das ist ein Spezialgebiet, eine einzigartige Bandbreite, um die nur ich mich kümmern kann. Und ich bürge dafür, dass ich das machen will und mich dazu verpflichte – lasst mich sie nur erfüllen! Ich brauche nichts anderes, wie eine Mutter, die sich um ihr Kind kümmert! Sie will nur eins – eine Möglichkeit, es zu bemuttern.

Versucht mal ihr zu sagen, sie soll es in fremde Hände geben. Selbst wenn sie eine Königin ist, genießt sie dadurch, dass sie selbst ihr Kind füttert, obwohl sie genug Bedienstete hat, die das für sie übernehmen könnten. Sie genießt das aber. Genauso müssen auch wir das Geben an den anderen als Genuss empfinden. Aufgrund unserer Verbindung miteinander gibt es innerhalb einer jeden Seele einen Teil, den ich füllen muss.

Meine Seele schließt sieben Milliarden Teile mit ein, und außerhalb von ihr gibt es noch sieben Milliarden Seelen, in jeder von denen ich meinen Teil füllen muss (und so jeder von uns).

Von meinem Punkt im Herzen heraus fülle ich meine Teile in allen anderen Seelen, und jeder von ihnen muss seinen Teil in mir füllen. Genau das nennt sich gegenseitiges Durchdringen von Seelen. Jeder besitzt eine Wurzel seiner Seele, aus der er heraus handelt.

Und alle anderen Verlangen in mir, außer der Wurzel, sind fremd! Sie befinden sich in mir, weil ich alle anderen mit einschließe. Ursprünglich bin ich nur ein Punkt. Um zu leben, brauche ich von allen anderen die Erfüllung all dieser Verlangen. Und ich selbst muss diese Verlangen dafür nutzen, um den anderen zu verstehen und in ihm den Mangel zu korrigieren, den nur ich ausfüllen kann. Durch diese in mir enthaltenen fremden Verlangen verstehe ich deinen Mangel und fülle dich aus meinem Punkt im Herzen heraus. Und du verstehst mich durch mein Verlangen, das in dir enthalten ist, und füllst in mir aus deinem Punkt im Herzen heraus deinen Platz aus. Genau das nennt sich gegenseitige Bürgschaft.

Es gibt keine andere Möglichkeit für uns alle, die Erfüllung zu bekommen! Dies ist die einzige Methode.

Aus dem Unterricht  nach Artikel „Die Bügschaft“ vom Baal Ha Sulam, 18.05.2010

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Die Scham, die das Geschöpf in sich entstehen läßt

Eine Frage, die ich erhielt: Was bringt die Schöpfung dazu, sich für die Kontraktion (Zimzum) zu entscheiden?

Meine Antwort: Die Scham! Das Geschöpf empfindet das Schamgefühl in allen seinen Wünschen, diese Entscheidung trifft nicht der Verstand – sondern das Gefühl. Ich fühle, dass ich nicht mehr bereit bin, zu empfangen!

Das Licht, das mich ausfüllt, wandelt für mich den Genuss in den Tod um. Es gibt mir ein solches Gefühl, dass ich das gesamte Licht, die gesamte Erfüllung verliere.

Denn das Licht stellt Genuss dar, und in dem Augenblick, in dem ich Genuss erfahre, fühlt es sich so an, als ob ich schon so viel bekommen habe – ich habe mich nicht nur vollständig erfüllt, sondern auch den riesigen, unendlichen Genuss empfunden.

Folglich beginne ich zu enthüllen, dass ich Genuss von jemandem bekommen habe, und mir wird es deshalb peinlich, mich verbrennt das Feuer des Schamgefühls. Ich fühle ein riesiges Unbehagen, denn diese Tatsache hebt meine eigene Persönlichkeit auf. Ich schäme mich und hasse mich selbst, Ihn…

Das bedeutet eben das Verschwinden des Lichtes, und hierfür sind keine vernünftige Schlussfolgerungen oder Entscheidungen notwendig. Sie alle sind die sinnlichen Empfindungen, weil der Genuss verschwindet, und ich später keine Erfüllung spüre.

Das Schamgefühl infolge des Empfangens ist ein sehr erhobenes Gefühl, und deshalb wünsche ich jedem, es zu erreichen.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, 14.05.2010

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Wir haben uns heute hier versammelt – um Menschen zu werden

Der Artikel von RABASCH  „das Ziel der Gemeinschaft“ : Wir haben uns hier versammelt, um den Grundstein zum Aufbau einer Gruppe zu legen, was für all jene notwendig ist, die den Weg von Baal HaSulam beschreiten wollen. Dieser Weg ist für diejenigen bestimmt, welche die Stufe „Mensch“ erklimmen und nicht auf der Stufe „Tier“ bleiben möchten.

Aus diesem Artikel müssen wir folgende Prinzipien heraustragen:

1. Was bedeutet „versammelt“?

2. Was heißt „der Weg von Baal HaSulam“?

3. Was bedeutet „die Stufe „Mensch“?

4. Wofür wurde der Mensch geschaffen: Genuss oder Ehrfurcht vor dem Schöpfer?

5. Die Bedingung um das alles zu erreichen – ist Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer.

6. Das Verlangen zu genießen an sich – ist nichts schlechtes, es ist das Material der ganzen Schöpfung. Den bösen Wunsch  (Jezer Ra) nennt man unseren Unwillen sich zu vereinigen, das Zerbrechen der Seele in ihre Teile, unsere individuellen Seelen, zu korrigieren.

7. Wir zerstören den egoistischen Wunsch nicht, sondern korrigieren ihn nur von der Absicht „für sich“ zu einer Absicht „für die anderen“. Wir sind also im Wunsch zu empfangen dem Schöpfer immer entgegengesetzt, und in der Absicht schließen wir uns Ihm an.

8. Die Verschmelzung mit dem Schöpfer – in der Ähnlichkeit der Eigenschaften mit Ihm, die Absicht zu geben, erreichen wir durch die Gruppenarbeit – dieses Ziel ist erreichbar und überprüfbar, und der von uns geschaffene gemeinsame Wunsch zu geben ist unsere gemeinsame Seele, die der Schöpfer selbst erfüllt.

9. Jeder unserer Zustände besteht aus zwei Gegensätzen – und, je nach dem Maß der Fortbewegung, vergrößert sich der Abstand zwischen den Beiden: ich enthülle a) eine immer größere Nichtigkeit von mir selbst und b) eine immer größere Wichtigkeit des Zieles.

Das alles muss ich in einem Punkt verbinden und so den Zerbruch zwischen den Seelen spüren, um das höhere Licht zu zwingen, mich zu korrigieren, und das Geben wird zwischen mir und anderen Menschen eintreten.

Das nennt man die Gabe der Tora – des Lichtes der Korrektur. Und dann enthüllt sich auch der Geber der Tora – in unseren korrigierten Einstellung zu den Nächsten, in dem gemeinsamen spirituellen Gefäß (Kli)

Das Leben ist nicht immer ein Picknick…

Eine Frage, die ich erhielt: Gerade ist der internationale Kongress in New York (Sohar, Mai 2010) zu Ende gegangen, wo viele Völker und Nationalitäten, etwa tausend Menschen, Repräsentanten von vielschichtigen kulturellen Hintergruenden, vertreten waren. Nach nur 20 oder 30 Stunden verschwanden alle diese Unterschiede, es herrschten Vereinigung und Liebe.

Was fehlt uns, um diesen Zustand ständig zu erleben?

Meine Antwort: Auf dem Kongress haben die Menschen Einheit, Begeisterung und Wichtigkeit des Ziels gespürt. Und 20 Stunden nach dem Treffen können wir uns nur mühsam daran erinnern, wie es war.

Alles entzieht sich unseren Empfindungen und unserem Gedächtnis. Warum können wir bloß nicht so weitermachen und uns ständig darin befinden?

Dieser Zustand kann nicht lange anhalten, wie auch alles in unserem Leben: Der Mensch erreicht die Höhe der Begeisterung und kommt zur Ruhe. Es ist unmöglich, ständig unter einem solchen Eindruck zu stehen.

Das geht aus dem Gesetz der umgekehrten Übereinstimmung zwischen Licht und Verlangen hervor: Mal soll das Licht anwachsen, mal das Verlangen.

So wachsen sie abwechselnd und wir schreiten vorwärts, wie auf zwei Beinen, und gehen auf der mittleren Linie, die die rechte und die linke vereint.

Doch ihre Vereinigung geschieht nur , um vorwärtszukommen und dann wieder nach rechts zu rücken, wo wir die Wichtigkeit des Ziels, die Verbindung und das Verlangen, weiterzugehen, bekommen, dann wieder nach links, wo unser Herz belastet wird, damit wir etwas haben, woran wir arbeiten können, und zur mittleren Linie zurückkehren. So bewegen wir uns vorwärts.

Darum kann ein solcher Zustand nicht lange anhalten, das wäre gegen die Natur. Und ich würde sogar sagen, dass es keinen unliebsameren Zustand geben kann, als sich ständig in dem Zustand einer solchen Euphorie zu befinden.

Der Mensch muss fühlen, dass er sich vorwärtsbewegt, dass er arbeitet, einen gewissen inneren Widerstand überwindet und nicht ständig in den Wolken schwebt.

Unsere Arbeit besteht darin, zu spüren, dass wir etwas geben und empfangen, und dann wieder geben und wieder empfangen. Wir müssen den Widerstand, die Handlungen und die Errungenschaften fühlen.

Deshalb gibt es viel mehr Genuss nach einer harten Arbeit und nach schweren Vorbereitungen, die dann in einem so großen Kongress ihren Hoehepunkt und Ausklang finden, wo wir zwei, drei Tage das Erreichte genießen, indem wir Resultate und Früchte unserer Arbeit betrachten.

Doch danach müssen wir zum Zustand der Schwere, des Widerstandes, der Suche, der Klärungen und Korrekturen zurückkehren, um letztendlich wieder zu einem schönen Ergebnis zu kommen.

Das ergibt sich daraus, dass der Schöpfer und die Schöpfung sich gegenüber stehen, wie zwei entgegengesetzte Eigenschaften – das Verlangen zu empfangen und das Verlangen zu geben, und es ist nur durch solche gemeinsamen Aktionen möglich, das Gleichgewicht zwischen ihnen zu erreichen.

Sonst gibt es keine Weiterentwicklung. Es ist unmöglich, im Zustand des Kleinseins (Katnut), in Chafez Chessed zu bleiben – es muss weitergehen!

Aus dem Unterricht in der Gruppe Toronto, nach dem Kongress „Sohar – 2010“

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Vor dem Lesen des Buches Sohar

Bevor wir den Sohar zu lesen beginnen, müssen wir uns selbst mit einem inneren Gefühl, dass wir uns innerhalb der Gruppe befinden, vorbereiten. Dann werden wir derselben Gruppe von Kabbalisten gleichen, die den Sohar geschrieben haben und verstehen, was sie uns überlieferten.

Verständnis ist das Ergebnis von der Einwirkung des Lichtes. Das Licht handelt aus dem Innern der Verbindung zwischen den Seelen von zehn Kabbalisten heraus an uns. Diese Kabbalisten existierten im vollendeten korrigierten Zustand, das heißt, in der vollendeten korrigierten Verbindung untereinander. Als sie die Verbindung unter sich in solch einem Maße korrigierten, sodass keiner ein einziges unkorrigiertes Verlangen Genuss zu empfangen mehr hatte, enthüllten sie zwischen ihnen das Höhere Licht, das „Sohar“ heißt, das Licht, das vom Rosh (Kopf) von Arich Anpin her entsteht, das Licht der Unendlichkeit.

Wenn wir deshalb versuchen, das gleiche Verhältnis zwischen zu erreichen, wie es die Autoren des Sohar hatten, werden wir das Licht von dem gleichen Zustand, den sie erlangten, an uns heranziehen. Dieses Licht kann die Verbindung zwischen uns ebenso erschaffen, wie geschrieben steht „Jener, der Frieden im Höheren schafft, der schafft Frieden in uns“. Genau das sollten wir vom Lesen des Sohar erwarten.

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes vom 16.04.2010, Der Sohar

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010 –>

Auf eine äußere Betrachtung umschalten

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir unsere Verlangen auf der Stufe der Eindrücke verwirklichen, machen wir dadurch die materielle Welt freundlicher?

Meine Antwort: Wir alle sind aus einem Material geschaffen, welches als „Verlangen nach Genuss“ bezeichnet wird. Wenn das Licht auf das Verlangen so einwirkt, dass es auf eine Weise Zufriedenheit erlangt, die es zum schlimmsten Zustand hinführt, so betrachtet es nur sich selbst; es sorgt nur für sich und fühlt nichts außer sich selbst. Dieser „Kurzschluss“ erschafft das Bild unserer inneren Welt.

Bei der Korrektur unserer inneren Verlangen beginnen wir eine Realität, welche außerhalb dieser liegt, zu spüren. Wenn etwas durch die Verlangen anderer Menschen gespürt wird, wird dies die Obere Spirituelle Welt genannt, und das ist die Welt des ewigen Lebens.

Korrektur ist ein Lernprozess, wie wir das, was außerhalb von uns ist, wahrnehmen im Gegensatz zu dem, was innerhalb ist. Dies ist eine rein psychologische Aufgabe. Am Ende des Tages wollen wir alle Freude empfinden und streben nach dem Guten. Tatsache ist, dass wir schließlich unendliche Güte erlangen werden, aber nur unter der Bedingung, dass wir aus uns selbst „heraus treten“.

Nachdem wir aus uns selbst ausgetreten sind, wird das Material der Schöpfung (das Verlangen nach Genuss) als „ich selbst“ behandelt, und in der Tat gehört es auch mir. Das heißt, wenn es mehr mit uns im Einvernehmen liegt.

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Weltweiter Sohar Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010 –>