Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Eine Hommage an Baal HaSulam

Der Jahrestag von Baal HaSulam ist ein besonderer Tag des Gedenkens und der Dankbarkeit gegenüber einer besonderen und außergewöhnlich erhabenen Seele, die als Gesandter des Schöpfers in diese Welt herabgestiegen ist, um uns den Weg, den Eintritt in die höhere Welt zu eröffnen, damit wir dies bereits hier, noch in diesem Leben, erreichen können.

Baal HaSulam hat sehr viel dafür getan, eine Brücke zwischen unserem materiellen Gefäß und dem Spirituellen zu schlagen, die es uns ermöglicht, mit ihm und durch ihn mit dem Schöpfer in Verbindung zu treten. Er hat einen sehr langen und besonderen Weg beschritten, so wie einst Baal Shem Tov und Ari. Es steht nicht in unserer Macht, das einzuschätzen, was diese Seele vollbracht hat.

Letztendlich müssen wir dem Schöpfer dankbar sein, dass er uns eine solche Seele, eine so große Stütze, gesandt hat. Wenn wir aus den Büchern des Baal HaSulam lernen und uns mit seiner Hilfe dem Ziel nähern, müssen wir diesen außergewöhnlichen Menschen, dieses besondere Werkzeug, das eine Verbindung zwischen uns Unten und denen Oben herstellt, wertschätzen, ihm danken, ihn verehren und lieben.

Wir müssen stolz auf diese Ehre sein und noch mehr Verpflichtungen auf uns nehmen, um der Verbindung mit einer solchen Seele würdig zu sein. Wir sind nicht in der Lage, seinen Beitrag für uns und seine Kraft zu begreifen, aber dennoch müssen wir ihn lieben, so wie Kinder ihre Eltern lieben. So müssen auch wir uns dieser Seele nähern und uns an sie anhaften, die in unserer Zeit den Weg zum Schöpfer eröffnet hat. Ohne ihn hätten wir keinerlei Chance.

Es gab viele Kabbalisten, aber in unserer Zeit gibt es keine andere Methode, die es ermöglicht, den Schöpfer in der Praxis zu offenbaren und seine Partner und Helfer bei seiner Arbeit an der Schöpfung zu werden. Dank Baal HaSulam sind wir mit unseren kleinen Seelen in der Lage, zu seinem Aufstieg beizutragen und gemeinsam mit ihm auch zu unseren.

Wir wurden mit einem Eintritt in die höchste Welt gewürdigt, und die Entscheidung liegt in unseren Händen.
Noch vor zweihundert Jahren war es undenkbar, dass absolut weltliche Menschen wie wir, ohne jegliche Vorbereitung und Verbindung zur Tora, überhaupt eine Chance hätten, sich der Spiritualität anzunähern. Doch nun ist die Seele von Baal HaSulam gekommen und hat uns den Weg geebnet, und wir können diesen Tunnel nun allein dank unseres reinen Verlangens durchschreiten.
Das Wichtigste ist das Verlangen. Es spielt keine Rolle, dass ein Mensch im materiellen Sinne befleckt ist – in der Spiritualität wird dies nicht berücksichtigt. Wenn man auf die andere Seite des Schirms in die spirituelle Welt hinübergeht, sieht man den Menschen dort wie auf einem Röntgenbild: Man sieht weder Fleisch noch Fett – nur Knochen, also das Wesentliche. Und entsprechend dieser Essenz, entsprechend unserem Verlangen, werden wir in der Spiritualität aufgenommen.
Ich freue mich sehr, dass es um uns herum, in der Welt, bereits so viele Menschen gibt, die in ihrem inneren Wesen nach der Wahrheit streben und entsprechend ihrem Verlangen bereit sind, mit Hilfe der Methode von Baal HaSulam diesen Schritt zu machen und Vollkommenheit zu erlangen.
Der Schlüssel ist ganz einfach: Es ist unsere Verbindung. In dem Maße, in dem wir uns verbinden, kommen wir voran; wenn wir uns noch mehr verbinden, kommen wir noch weiter voran. Dieser Tunnel übt ständig Druck auf uns aus, presst uns zusammen und zwingt uns, uns immer mehr zu verbinden, bis wir so weit zusammenrücken, dass wir durch ein Nadelöhr passen.
Das Geheimnis des Erfolgs liegt allein in der Verbindung.

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Aus der Mahlzeit „Jahrestag von Baal HaSulam“

 

Am Anfang – ein Lichtfunke

Ich kann in mir selbst nichts direkt ändern. Ich kann mich überhaupt nicht „berühren“. Ich habe keinen Zugang zu meinem Verlangen zu empfangen.

Nehmen wir zum Beispiel unser Sehvermögen. Die Wissenschaftler gingen vom Augapfel zum Sehnerv und von dort zu anderen, komplexeren Systemen des Organismus. Dabei untersuchten sie, was wir und wie wir sehen und wie sich dieser Vorgang korrigieren lässt.

Im Ergebnis gelangten sie zu dem, was man das “Lustzentrum” nennt. Wenn man dieses Zentrum zu erforschen beginnt, wird man schnell feststellen, dass es sich um eine bestimmte Struktur im Großhirn handelt, die auf der Grundlage biochemischer Reaktionen funktioniert.

Dahinter, dort, wo man mit dem Skalpell nicht mehr hinkommt, befindet sich jener Teil von uns, den man als fühlenden Teil bezeichnet. Das ist das spirituelle „Kli“ (Gefäß). Dorthin gelangt man auf keinen Fall. Das ist das Verlangen selbst! 

Alles andere sind nur materielle Hüllen des Verlangens, durch die es wirkt und sich ausdrückt. Zu dem Verlangen selbst können wir nicht vordringen.

Was nehmen meine Augen dann wahr? Lichtfunken, die, sagen wir, in ein schönes Bild gekleidet sind. Ich betrachte ein schönes Bild und empfinde Freude daran. Was bedeutet das? Das Bild an sich birgt keinerlei Genuss. In ihm steckt ein Lichtfunke, der genau meinem „Kli“ entspricht. Jemand anderes würde dieses Bild vielleicht mit Gleichgültigkeit oder sogar mit Abscheu betrachten. Mich hingegen erfüllt es mit Genuss.

Das bedeutet. Der spirituelle Funke, der sich in dem Bild verhüllt, wird von mir über die Augen wahrgenommen und durchläuft alle Systeme, 

bis er am Ende in der materiellen, biologischen Kette freigesetzt wird und in die Quelle meines spirituellen Genusses eintritt – in das spirituelle Verlangen.

Der gesamte Weg, den dieser Funke vom Bild über die Augen und durch sämtliche Systeme des Organismus zurücklegt, ist lediglich ein Übertragungskanal.

Am Anfang steht der Lichtfunke, am Ende das Verlangen zu empfangen. Das ist alles.

Alle unsere Sinnesorgane sind lediglich Übertragungskanäle.

So leben wir in dieser Welt: Es sind dieselben Lichter und Kelim, nur dass sich zwischen ihnen noch ein Vermittler befindet. Daraus erkennen wir, dass wir keine Macht über das Licht und das Kli haben. Sie sind vollständig von uns getrennt und befinden sich außerhalb unseres Körpers. Verändern können wir sie nur, indem wir das Umgebende Licht anziehen.

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Aus einem Unterricht von Rabash, 07.08.26

 

Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Öffnet die Leitung mit dem höheren Licht!

Es ist unwichtig, welchen Punkt und welchen Teil wir im Buch Sohar studieren. Rabash machte folgendes: er öffnete mit geschlossenen Augen das Buch auf irgendwelcher Seite und begann in der Mitte der Zeile zu lesen. Er las einige Zeilen, was ausreichend war und setzte dann fort nachzudenken.

Es verbindet den Menschen mit der Quelle, welche ihm den zukünftigen guten und richtigen Zustand erklärt. Denn wir selbst wissen nicht, was die Quelle an sich darstellt. Wir wissen nur, dass wir die Leitung mit der gewissen Kraft öffnen und diese Kraft auf uns einwirken soll.

Solche Einstellung sollen wir zum Buch Sohar ausarbeiten. Diese „Kraft“ (Leitungswasser) wirkt auf uns nur unter der Bedingung ein, dass wir „unter der Leitung stehen“. „Unter der Leitung zu stehen“ bedeutet, zusammen zu sein und inwiefern es möglich ist, nach der Einheit zu streben. Dieses „Leitungswasser“ ist die Natur des höheren Lichtes, das innerhalb eines einheitlichen Gefäßes offenbart wird. Wenn wir also vereinigt werden und uns wünschen, uns zu verbinden, um wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden, dann wird zu uns das Licht der Tora geleitet. Dann werden wir mit der Gabe der Tora, mit dem höheren Licht ausgezeichnet.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.10.2011