Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Geben'

Wir sind alle füreinander verantwortlich

In seinem Artikel „Bürgschaft“ schreibt Baal HaSulam, dass alle, die zum Schöpfer streben, ein Volk sind, in welchem jeder für den anderen verantwortlich ist, was man Bürgschaft (Arvut) nennt.

Die Tora (das Licht der Korrektur) wurde diesem Volk nur gegeben, nachdem jeder befragt wurde: ob er einverstanden ist, die Ausführung des Gebotes der Nächstenliebe auf sich zu nehmen, wie es geschrieben steht „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, das heisst, sich genauso um die anderen zu sorgen, wie um sich selbst.

Dies ist die Bedingung, mit welcher wir das Licht der Korrektur anziehen können. Nur wenn wir entdecken, dass wir uns auf solcher Weise verbinden wollen, wird das Licht der Korrektur kommen und unser Gefäss korrigieren.

Die Bürgschaft nennt man eine Situation, in welcher wir bereits einen ganzen Körper, einen Organismus bilden, in welchem wir alle voneinander abhängig sind, in dem wir uns über unseren eigenen Wunsch erheben. Dafür muss jeder über einen anti-egoistischen Schirm verfügen und sich im Spirituellem auf der Stufe des Gebens befinden (Chafez – Chessed und sein materielles Leben als ein notwendiges Mittel für den spirituellen Aufstieg betrachten.

Jeder erfüllt den anderen und versteht, dass er mit ihm verbunden sein muss, denn das ist der Sinn seines Lebens, wie es bei den Zellen eines Körpers ist. Jede Zelle und jedes Organ leben nur, um ihre Funktionen bezüglich des ganzen Organismus zu erfüllen. Die Funktion seines Lebens sind die Liebe und das Geben. Wenn wir eine solche Verbindung zwischen uns spüren, heisst das ‚spirituelles Leben‘.

Wenn wir uns wünschen, uns so zu verbinden, bekommen wir auch die Kraft, es verwirklichen zu können!

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Aus einem Unterricht nach Artikel „Bürgschaft“ von Baal HaSulam, 18.05.2010

 

Auf dem Übergang zu einer neuen Welt

Analytik: Wir treten in eine neue Phase, über die wir noch nichts wissen. Wir wissen nur, dass der Übergang der problematischste Zustand ist, in welchem riesige Leiden und Verluste möglich sind, sogar dann, wenn die Zukunft besser als die Vergangenheit sein kann. Aber wie durchlebt man ihn?

Bemerkung: Richtige Gedanken beginnen sich zu formen. Wir befinden uns tatsächlich in einem Übergang von der Welt, die auf egoistischem Empfangen gegründet ist, in eine Welt die auf altruistischem Geben gegründet ist.

Entweder führen uns ständige Leiden zur Realisierung, dass wir genau diese Welt brauchen oder ein Verstehen des Programms, nach welchem die Natur arbeitet. Auf dem ersten Weg, dem des Leidens, sind wir schon.

Wenn wir jedoch den Menschen die Ursache der Geschehnisse erklären, können wir die Zeit, mit der wir die Notwendigkeit erkennen, unsere Gesellschaft, unsere eigene Einstellung zur Welt verändern zu müssen, verkürzen.

Aber das Verstehen alleine, dass unser Egoismus das eigentliche Böse ist und mit dem Geben, mit Liebe ausgetauscht werden muss, um dieses Leben auf der Erde fortsetzen zu können, reicht nicht aus. Wir brauchen eine Kraft, um uns ändern zu können, und diese existiert nicht in unserer Welt!

Hier beginnen wir zu verstehen, warum Kabbala, die Methodik der Korrektur unserer Natur uns auf eine so ungewöhnliche Art und Weise weitergegeben wurde, warum es ohne sie absolut unmöglich ist, sich zu ändern, und folglich zu überleben.

Die Versuche, unsere Natur zu ändern, führten zur Entstehung von verschiedenen Religionen und Glauben. Ihre Ergebnisse sehen wir: das Böse ist geblieben und entwickelt sich weiter zusammen mit ihnen.

Kabbala Akademie

Die Vorbereitung auf das Erhalten der Tora – des Lichtes der Korrektur

Die Tora – als Kraft der Korrektur, bringt uns der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer näher. Ab dem Zeitpunkt, wo wir dem Schöpfer gleich werden, heißen wir Adam, und jeder von uns heißt Ben-Adam (ein Mensch) – sein Teil. Adam kommt von dem Wort ‚Edame‘, das „dem Schöpfer ähnlich“ bedeutet. Somit wird nun als „Mensch“ derjenige bezeichnet, der die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht hat und nicht die von den in unserer Welt existierenden Milliarden von Menschen.

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir die Möglichkeit zur Korrektur haben, dann feiern wir, die zukünftigen „Menschen“, die Gabe der Tora, die das Mittel hierfür ist! Folglich braucht man den entsprechenden Wunsch, um die Tora bzw. das Mittel zur Erhöhung auf das Niveau des Schöpfers benutzen zu können. Wir sind täglich bemüht, unsere irdischen Probleme zu lösen – wie entwickelt man jedoch das Streben nach Spiritualität, den Wunsch zur Erreichung der danachfolgenden, höheren Dimension? Dafür ist eben die Vorbereitung auf das Erhalten der Tora notwendig.

Es ist geschrieben, dass der Schöpfer uns die Tora jeden Tag schenkt. Dieses Mittel steht immer zur Nutzung bereit und hängt nur von unserem Wunsch ab. Deshalb muss ich vorerst den inneren Wunsch wachsen lassen, um mich später von der tierischen Stufe bis zum Eingang in die neue Welt, in die Spiritualität erheben zu können. Wenn ich jedoch keinen vergleichbaren Wunsch habe, dann werde ich weiterhin wie ein Tier leben und dieses Mittel nicht wahrnehmen, weil ich dazu kein Bedürfnis habe. Ich werde nichts verstehen und nichts wünschen, was über die Ebene dieser Welt hinausgeht.

Oder ich komme schon in der Spiritualität voran, aber verfüge noch nicht über den ausreichenden Wunsch, um mit Hilfe dieses Mittels, in die höhere Dimension überzugehen, und soll mich deshalb auf das Erhalten der Tora vorbereiten. Nur wenn ich mein eigenes Böse enthüllt habe und abgeklärt habe, was ich korrigieren muss, um den Schöpfer, das Geben und die Liebe zu erreichen, bedeutet dies, dass ich mich für die Tora vorbereitet habe. Und wenn ich den Egoismus nicht wahrnehme und auch nicht zur Korrektur bereit bin, dann erhalte ich die Tora nicht und kann sie auch nicht richtig anwenden.

Sich mit der Tora zu beschäftigen bedeutet, das Licht an sich heranzuziehen, das zur Quelle zurückführt. Ich muss danach streben und sich wünschen, dass es mich korrigiert! Ich soll das Buch öffnen, und daran denken, dass ich das Medikament bekomme, ohne welches ich sterben kann! Denn es gibt viele Menschen in unserer Welt, die sich auf diese Art und Weise mit der Tora beschäftigen…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 17.05.2010

Wunderschöne Infusion

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir davon eine Rettung erwarten. Wie Baal Hasulam in seiner „Einfuehrung zu Talmud Eser HaSefirot„, P. 155 schreibt: „Tatsaechlich verbirgt sich darin eine wunderschöne Eigenschaft, die es wert ist veröffentlicht zu werden“ – durch das Studium des Buches, koennen wir uns mir der Quelle, dem Schöpfer, verbinden, der in der anderen Dimension existiert.

Ich befinde mich in meiner Dimension, in einer Entfernung von Ihm, und dieses Buch kann eine Verbindung zwischen mir und Ihm, der höheren Dimension schaffen.

Woher bekomme ich dieses Licht – eine Heilmittel, das im Masse meines Strebens wie eine Infusion Tröpfchen für Tröpfchen in mich einfliesst.

Die Tora fordert nichts unverwirklichbares von mir. Oben kennt man dich besser als du selbst und fordert von dir dementsprechend wie du geschaffen bist.

Man sagt dir: “ Setz dich neben das Buch. Du bist verpflichtet dich mit deiner Umgebung zu verbinden, denn dies ist deine spirituelle Form.“

Jetzt bist du auf deinem Niveau. Du bist ein Egoist, alle sind dir egal, du strebst nur nach egoistischen Vegnügen.

Du weisst nicht einmal, was du genau willst, aber dem Oberen ist es völlig klar. Denn er schafft in dir alle widerlichsten Eigenschaften. Und du spürst nur selten ein bischen was er tut.

Aber als Er das alles in dir geschaffen hat, erwartete Er nur das eine: „Versuch nur ein bischen dich mit Mir zu verbinden – aufgrund von allem was dir von oben gegeben wird.“

Du muss deinen jetzigen, wahren Zustand enthüllen – und dir nur wünschen dem Höheren ähnlich zu werden.

Aber um dem Höheren ähnlich zu werden, muss ich mir diesen Zustand vorstellen, wo ich und die Gruppe sich zusammen befinden, in einem Zustand des gegeseitigen Gebens, in Arvut.

Wenn ich mir mich selbst wie ein Ganzes mit den Anderen vorstelle, wo in diesem Ganzen zwischen uns bereits das Licht wirkt, möchte ich diesen Zustand spüren.

Ich möchte fühlen, dass wir alle gemeinsam sind und das Licht uns erfüllt, denn in dem Mass unserer Vereinigung sind wir dem Licht aehnlich. Gerade diesen Zustand müssen wir uns vorstellen.

Es ist klar, dass wir nicht zusammen sind, und nicht miteinander verbunden sind. Das bedeutet, dass wir im Spirituellen wachsen möchten, uns der höheren Stufe angleichen.

Dann, im Masse deines Strebens, schafft der Sohar eine Verbindung zwischen dir und der höheren Stufe und Tröpfchen für Tröpfchen fließt diese Infusion in dich hinein, Troepfchen des Lichtes, die auch Tröpfchen des Glücks (Masalot) zu dir fliessen lassen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dir und der hoeheren Stufe, ausser dem, dass du auf der höheren Stufe mehr mit den anderen verbunden bist.

Versuch dir diesen höheren Zustand, innere Verbindung mit allen vorzustellen, – dieses gegenseitige Geben nennt man „das höhere Licht“.

Aus dem gleichen Zustand, den du dir vorstellst, von dem du träumst, nach dem du strebst, wirkt auf dich diese Kraft – das umgebende Licht, das dich wie einen Säugling grosszieht.

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar.13.05.2010

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Aus der Sklaverei zur Freiheit

Der Sohar, Kapitel „BaHar (Auf dem Berg Sinai)“, Punkt 63: „Du darfst sie für immer als Sklaven nutzen.“ Es ist eine Mizwa [Gebot] einen Kanaanitischen Sklaven zu versklaven. Sie sind von der Seite von Ham, welcher Inzest ausübte, wie geschrieben steht, „Verflucht sei Kanaan; ein Diener von Dienern soll er seinen Brüdern sein.“

Ein Sklave zu sein ist ebenfalls eine Korrektur. Ein Verlangen, dass gezwungen werden kann, der Macht der korrigierten Verlangen zu gehorchen heißt „ein Sklave, der seinem Herrn nahe ist“. Sklaverei ist die Form seiner Korrektur, die richtige Form seiner Existenz.

Vorerst bin ich nicht fähig, in einem bestimmten Verlangen frei zu sein, noch kann ich selbst um des Gebens willen damit arbeiten. Ich kann es nur auf mein anderes Verlangen anwenden. Solch ein Verlangen kann man auch „Kind“, „Frau“ oder „Erwachsener“ nennen; es ist noch kein „Mann“, kein „Held“, der fähig ist zu „überwinden“ (Mann – „Gever“ stammt von „Itgabrut“ – Überwindung, Bewältigung).

Die Form eines Verlangens, das nur fähig ist, unter der Autorität eines anderen Verlangens zu arbeiten heißt „Sklave“.

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts vom 25.04.2010, Der Sohar

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

Die Vereinigung der Verlangen bestimmt alles

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, dass wir alle den Wunsch haben müssen, den Sohar zusammen zu studieren? Wie sollen wir das machen oder fühlen?

Meine Antwort: Korrektur bedeutet, dass alle Verlangen zusammen vereint sind. Wenn unsere Verlangen voneinander getrennt sind, fühlen wir diese Realität oder diese Welt in ihnen. Wenn wir unsere Verlangen zusammen verbinden, dann fühlen wir in ihnen eine Realität, die „spirituelle Welt“ genannt wird. Alles ist sehr einfach und zeit- und raumlos. Alles hängt von der Einheit der Verlangen in einem einheitlichen Ganzen oder ihrer Trennung voneinander ab.

Im Moment fühlen wir diese Realität, weil unsere Verlangen unverbunden sind und jeder für sich steht. In deinem kleinen, eigenen Verlangen, welches nur deinem Vorteil gilt, bist du fähig zu fühlen, was in ihm ist. Du fühlst Licht, aber wenn das Licht in diesem Verlangen auftritt, erscheint es dir als das, was du jetzt siehst. Möchtest du etwas anderes sehen? Du wirst nicht fähig sein, etwas mit diesen weltlichen Verlangen zu tun bis zum Ende der Korrektur.

Wenn dieses weltliche Verlangen enthüllt wird und in uns wächst, fühlen wir, dass wir leben. Danach verschwindet es und wir fühlen, dass wir sterben. Dann wird es wieder zum Leben erwachen und stirbt, als ob es wiederbelebt wurde, um genutzt zu werden und wieder in der Verhüllung zu verschwinden. Daneben jedoch gibt es ein anderes Verlangen, das „Punkt im Herzen“ genannt wird, welches von einer anderen, spirituellen Ebene kommt. Dies ist ein Verlangen, mit dem wir uns mit den anderen verbinden können. Wir können nicht die Verlangen dieser Welt verbinden, welche Verlangen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen sind. Sie existieren in ihrer normalen Form, wo jeder Mensch mit den anderen verbunden ist, in dem Maß wie die Natur ihn verpflichtet, und nicht mehr als das.

Wir können jedoch unsere Verlangen, genannt „die Punkte im Herzen“, verbinden, und dann fühlen wir die spirituelle Welt in ihnen. Deshalb muss ich mir dieses gemeinsame Verlangen (Kli oder Gefäß) vorstellen. Es ist sehr konkret und liegt wirklich in unseren Händen. Wenn wir unsere Verlangen nach Spiritualität, unsere Punkte im Herzen, verbinden können, durch gegenseitige Hilfe und gegenseitige Verbindung, dann werden wir die spirituelle Welt fühlen. Die Empfindung in ihnen muss jedoch gegenseitig sein. Es kann nicht in jedem einzelnen Individuum passieren, weil es durch die Einheit der Verlangen offenbart wird.

Was wird enthüllt? Es ist die Verbindung unter den Verlangen. Diese Verbindung wird Erfüllung genannt – der Schöpfer, oder das Licht, welches das Verlangen erfüllt. Wir enthüllen das Licht nicht selbst. Wir enthüllen nur unseren Eindruck des Lichts, die Qualität des Gebens, die sich in uns einkleidet. Sie kleidet sich präzise in unseren Beziehungen der Liebe und des Gebens untereinander ein.

Es gibt eine Kraft, die uns befähigt, uns gemeinsam zu verbinden und uns gegenseitig zu geben. Mein Geben an eine andere Person wird „Licht“ genannt, und das gegenseitige Geben, das ich unter allen anderen enthülle, nennt man „den Schöpfer“. Dies ist die Bedeutung des Verses „Von der Liebe für die geschaffenen Geschöpfe zur Liebe für den Schöpfer“.

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Himmel und Hölle sind “Rahmen”, die wir im Innern erleben


Der Sohar, Kapitel „VaYaera (Und der Herr erschien ihm)“, Punkt 258: Das Gericht (Din), dass der Schöpfer mit der Flut durchführte und das Gericht (Din) in Sodom waren beides Gerichte (Dinim)der Hölle, da die Bösen in der Hölle mit Wasser und Feuer bestraft werden.

Punkt 259: Sodom wurde mit dem Gericht der Hölle bestraft, wie geschrieben steht: „Und der Herr ließ Schwefel und Feuer aus dem Himmel auf Sodom und Gomorra regnen.“ Bei einem wurde mit Wasser bestraft und bei dem anderen mit Feuer. Und beides sind Strafen der Hölle. Und die Bösen in der Hölle werden mit diesen beiden Urteilen bestraft, denn es gibt eine Schneehölle, die Wasser ist und es gibt die Hölle des Feuers.

Wir müssen verstehen, dass wir in unserm Innern alle diese Urteile vollziehen, während sich die Realität selbst nicht verändert. Sogar jetzt befinde ich mich in der Welt der Unendlichkeit und nichts kann sich je in der existierenden Wirklichkeit verändern. Das Einzige, das sich verändert, ist meine eigene Wahrnehmung, meine Empfindung, mein Bewusstsein, mein Verständnis und meine Bewertung. Diese Veränderungen sind es, die ich fühle.

Es steht geschrieben „Jeder urteilt nach seiner eigenen Unzulänglichkeit“. Anders ausgedrückt, ich stelle in meinem Innern ein Bild nach meiner Bewertung der Welt der Unendlichkeit dar. Darum sind Himmel und Hölle, gut und böse und Gericht durch Feuer und Wasser verschiedene Stufen meiner Einstellung zu einem statischen unveränderlichen Bild. Es steht geschrieben „Ich habe mein HaVaYaH nicht verändert.“

Wir stellen unsere eigene Wirklichkeit in uns selbst, mit unserer Einstellung zu einem konstanten Zustand dar. Alles ist von unseren Eigenschaften, unserer Wahrnehmung und Bewertung der Welt der Unendlichkeit, des Schöpfers, dem Licht, absolutem Geben, abhängig.

Himmel, Hölle und verschiedene Arten des Gerichts sind alles Zustände, die ich in meinem Innern enthülle. Nach außen hin verändert sich nichts. Alles wird von der Veränderung bestimmt, die in meinem Bewusstsein oder meiner Sichtweise stattfindet. Anders ausgedrückt, alles hängt von mir und meinen inneren Werten, Eigenschaften und Grundsätzen ab.

Daraus folgt, dass alles von einer Erziehung und Bildung und einer Gesellschaft abhängt, die mir helfen wird meine Grundsätze zu ändern. Auf diese Weise kann ich eine genauere Einstellung zu der unveränderlichen Realität entwickeln. Je schneller ich dazu in der Lage bin, meine inneren Eigenschaften zu verändern, um so schneller werde ich von einem „Rahmen“ zum nächsten wechseln.

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Du verstehst den Sohar nicht. Punkt.

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir zwei Dinge verstehen:

1. Dass wir nichts verstehen! Das ist ein Resultat unserer Gegensätzlichkeit zu diesem Buch. Der Sohar zeigt uns auf, dass unsere Natur zu jener der Kabbalisten, die dieses Buch schrieben, entgegengesetzt ist.
2. Dass wir zu diesem Buch eine Beziehung wie zu einem „wundersamen Werkzeug“ haben müssen, der Quelle unserer Korrektur. Und Korrektur ist das Einzige, was wir von ihm verlangen sollen.

Sie brauchen nicht Verständnis fordern. Selbst wenn es so scheint, dass ich verstehe, was in dem Buch beschrieben wird, wie zum Beispiel, wenn es über Parzufim und Sefirot oder Moses, Abraham und Ägypten spricht, egal ob die Wörter bekannt sind oder nicht, Tatsache ist, dass ich es nicht verstehe. Die Worte des Sohar bedeuten nicht das, was ich von ihnen denke.

Es gibt zwei Formen von Natur: Empfangen und Geben, und beide werden mit den gleichen Worten, Symbolen und Buchstaben beschrieben. Jedoch gibt es einen riesigen Unterschied zwischen dem, was sich eigentlich hinter diesen beiden Welten verbirgt – der Welt des Empfangens und der Welt des Gebens. Es gibt nichts Gemeinsames zwischen ihnen.

Folglich ist es sinnlos zu versuchen, den Text des Sohar zu verstehen und zu interpretieren. Im Verlangen, ihn zu „verstehen“, sollten wir nicht nach einem direkten Verständnis streben (was unmöglich ist), sondern um eine zweite Natur zu erlangen. Dann werden wir das reformierende Licht empfangen, welches unsere Natur beeinflussen und verändern wird. Dann, in dem Maße, wie sich unsere Natur verändert, werden wir verstehen, worüber der Sohar spricht. Er wird plötzlich für uns einsichtig werden und das Buch wird uns enthüllt sein.

Deswegen müssen wir uns zur Lektüre wie zu einem wundersamen Werkzeug beziehen und verstehen, dass unser Unverständnis korrekt ist – so soll es sein. Wir müssen auf die verborgene Kraft in diesem Buch bauen, die auf den Leser wirkt.

Je mehr ich danach verlange, es durch eine Veränderung meiner Natur zu verstehen, umso mehr wird das Buch auf mich einwirken. Um zu verstehen, worüber das heilige Buch Sohar spricht, müssen wir zuerst die gleiche Natur erwerben wie jene Kabbalisten, die den Sohar schrieben. Wir müssen die gleiche Form erlangen, in der sie ihre Gedanken ausdrückten.

Werde ein Spiegel für den Schöpfer


Der Sohar, Kapitel „Miketz (Am Ende)“, Punkt 61: Die Nukwa wird als, „Nacht“ bezeichnet, und sie ist ein Spiegel, was Erleuchtung von Chochma bedeutet. Und da es neben ihr keine Beleuchtung von Chochma in irgendeinem Parzuf gibt, wird die Nukwa, „Spiegel“ oder „Vision“ genannt.

Nukva ist das Verlangen erfüllt zu werden, das dem Schöpfer ähnlich werden kann, da Verlangen zu geben, denn es sieht Ihn vor dem Verlangen. Alle unsere Verlangen erheben sich zu Nukva, zu Malchut der Welt Azilut.

Wenn sich diese Verlangen auf das Geben und auf die Vereinigung mit anderen Seelen ausrichten, treten sie in Malchut von der Welt Azilut ein und vereinigen sich miteinander. Auf diese Weise werden sie wie Seir Anpin von der Welt Azilut und es entsteht eine Verbindung, bei der Seir Anpin und Malchut miteinander verschmelzen.

Nukva wird wie Seir Anpin oder anders ausgedrückt, das Geschöpf wird wie der Schöpfer. Wenn sich das Geschöpf richtig vorbereitet, ist der Schöpfer in ihm abgedruckt und dadurch wird das Geschöpf zu Seinem „Spiegel“. Aus diesem Grund wird es „Bild des Schöpfers“ genannt.

Wenn unser Verlangen Genuss zu empfangen genau die gleiche Form wie der Schöpfer annimmt (in anderen Worten, wenn es zum Geben wird), wird es „Bild des Schöpfers“ genannt.

Wir können heute unsere zukünftige Welt sehen

Der Sohar, Kapitel „BeHaalotcha (Wenn sie die Kerzen aufstellen)“, Punkt 142: „Ein Mensch wandelt in dieser Welt, und der Schöpfer gibt ihm Wohlstand, so dass er in der nächsten Welt durch ihn belohnt wird und mit einem Kapital seines Geldes zurückbleibt. Kapital ist Geld, welches für immer existiert, ein Ort wo die Seele gebündelt wird. Daher muss er sein Kapital zurückbehalten und er wird dieses Kapital, nachdem er diese Welt verlässt, erhalten.“ Punkt 143: „…denn das Kapital existiert für ihn in jener Welt, um damit im höheren Leben, oben, belohnt zu werden.“

Wenn man keinen anti-egoistischen Schirm hat, kann man das Licht nicht um des Gebens willen empfangen und deshalb man hat nichts, womit man sein Leben fortsetzen kann. Deshalb ist man entweder gezwungen, wie ein Tier zu leben und dann zu sterben und abermals in diese Welt zurückzukehren oder in die spirituelle Welt einzutreten, auf die nächste Stufe aufzusteigen.

Nach der Sohar Zusammenkunft haben wir zusätzliches Licht empfangen, das in uns zusätzlichen Egoismus erweckt hat. Dies ist das Verlangen zu genießen, das sich jetzt in jedem Menschen enthüllt. Jeder Mensch beginnt, Dunkelheit und Schwere zu fühlen, einen Verlust an Energie, Kraft und Verlangen. Wenn wir diesen Zustand mit Hilfe des Studiums, der Verbreitungsarbeit und unserer Umgebung überwinden, werden wir anfangen, dieses neue Verlangen mit dem Umgebenden Licht zu verbinden, das während der Zusammenkunft für uns leuchtete. Indem wir das tun, bilden wir unsere neue Stufe und schreiten voran.