Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Arbeit von Uri und die Arbeit von David

Das Buch Sohar erzählt uns über die Korrektur von Malchut.Malchut ist das Allgemeine Kli, der Wunsch zu genießen, den der Schöpfer geschaffen hat.

Er hat ihn jedoch eine Reihe bestimmter Handlungen geschaffen, um diesem Wunsch eine besondere Form zu geben, die ihm im Nachhinein gestatten wird, sich auf das Empfangen des gesamten Lichtes der Unendlichkeit vorzubereiten. Deshalb sprechen wir nur über die Korrektur von Malchut, bzw. die Korrektur des Wunsches. Der Prozess wird in folgende Etappen unterteilt: die Entstehung (Ibur), die Ernährung (Jenika) und der erwachsene Zustand (Mochin).

Alle diese Zustände werden mittels der Vereinigung von Malchut und Bina korrigiert. Ihre richtige Kombination heißt „Malchut David“. Das richtige Herangehen besteht darin, dass wir Malchut nur in jenem Maß korrigieren, in welchem wir fähig sind, sie in Bina aufzunehmen.

Im Artikel „Die Nacht der Braut“ erzählt der Sohar metaphorisch, wie sich König David in Batschewa verliebte. Sie war die Frau seines Feldherren Uri und David hat absichtlich seinen Tod auf dem Gefechtsfeld vorbereitet, und er nahm Batschewa ohne auf die Nachricht über ihren Mann zu warten. Diese Geschichte, die vom Propheten Schmuel beschrieben wurde, wird zur großen Verwunderung als unmoralisch dargestellt, obwohl heut ähnliche Geschichten mit Leichtigkeit geschehen. Wie konnte also so etwas geschehen? Natürlich, handelt es sich um die allegorische Erzählung. „David“ ist die „männliche“ Malchut, die sich mittels des Schirmes und des widergespiegelten Lichtes, d.h. mittels der Absicht korrigieren kann. „Batschewa“ ist jener Teil der allgemeinen Malchut, der momentan zur Korrektur brauchbar ist. Wenn sie vom Licht Chasadim korrigiert wird, dann kann sie David gehören. Die Reihenfolge der Handlungen ist folgende: das Licht AB-SaG zeigt den vorliegenden Teil Malchut, und das Licht Chassadim füllt ihn aus. Die vorläufigen Etappen der Analyse und der Füllung durch das Licht Chassadim sind „die Arbeit von Uri“. Seinen Name kann man auf das Licht des ersten Teils von HaWaYaH und auf die empfangenden Kelim Davids aufteilen.

Danach kann man ihn zum Empfangen um zu Geben korrigieren, was schon „die Arbeit von David“ ist.

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar, 18.11 

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Die feine Neigung der feinfühligen Seele

Wir haben eine große Arbeit hinter uns! In den nächsten Tagen, Wochen und Monate wird uns klar sein, welchen sprungartigen Fortschritt wir gemacht haben.

Wir haben noch nie solche Fragen gestellt, sprachen noch nie so offen über die Einheit, die das Hauptthema dieses Kongresses war.

Wir haben zum ersten Mal das Herz der Korrektur, die Wissenschaft der Kabbala, unsere Seele getroffen. Es ist in Wirklichkeit die prinzipielle Veränderung, und wir werden nie mehr so, wie früher sein.

Jetzt sind wir untereinander verbunden, aber müssen noch daran arbeiten und offenbaren, dass der Schöpfer uns in jeder Minute immer mehr ausfüllt, dass der ganze Raum, diese ganze Welt mit dem Höheren Licht ausgefüllt ist, und wir halten uns darin auf.

Alle Welten, in denen wir untereinander in einem Netz verbunden, verschlungen sind, beginnen, sich zu offenbaren. Wir werden noch diese Erkenntnis erlangen!

Es gibt die Zeit des Gebens – und die Zeit des Empfangens. Das Geben existiert oben und soll offenbart werden, es fehlt uns nur ein wenig an der Feinfühligkeit, um zu empfinden, dass der Schöpfer, die Welt, die Luft zwischen uns, die ganze Realität ausfüllt.

Würden wir den anderen Menschen mehr Begeisterung, mehr Aufnahmefähigkeit und Offenheit zeigen, würden wir alle Feinheiten sehen und die Enthüllung erlangen können.

Ich denke, dass jeder folglich beginnt zu fühlen, dass es auch nicht nur in irgendwelcher Phantasie möglich ist, dass es dank unserer Bemühung den Schöpfer zu suchen und Ihn zu enthüllen, geschieht.

Bemühen Sie sich also, die innere Feinfühligkeit zu erreichen. Was ist der Glaube? Der Glaube ist eine Empfindung des Gebens. Im Buch „Der Glaube und die Hoffnung“ ist gesagt, dass „der Glaube eine feine Neigung, die Eigenschaft der feinen und auserlesenen Seele ist“. Es ist genau das, was uns fehlt: die feine Neigung der empfindlichen Seele.

Wir sollen fühlen, dass zwischen uns diese höhere Kraft anwesend ist. Als ob wir versuchen würden, etwas zu sehen, und nach dem es plötzlich gelingen würde, wird uns klar sein, dass es schon lange existierte, und wir es nicht schon früher sahen!

Aber wenn du wieder wegsiehst, und den Brennpunkt verlierst, dann wird es wieder schwierig sein es, zu finden, wobei du jetzt wenigstens weißt, dass es tatsächlich existiert.

Das Problem besteht darin, es zum ersten Mal zu sehen. Wir sollen versuchen, die Sehkraft, bzw. das Herz noch mehr zu fokussieren.

Aus der 8. Lektion des Kongresses, 11.11.2010

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Ersetze die Brille, und du wirst sehen…

Was bedeutet es eigentlich, die Unendlichkeit zu erreichen? Wenn ich die Unendlichkeit erreiche, dann verwandle ich mich in Malchut der Welt der Unendlichkeit – ich schließe somit alles ein.
Denn „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ bedeutet, dass alles, was ich sehe und außen empfinde, zur unzertrennlichen Komponente meiner Seele wird.
Meine Seele bekommt all jene Teile zurück, die von ihr entfernt waren, so dass sie zur ganzen, vollkommenen Seele wird.

Und alles, dass mir außen zu existieren scheint: die unbelebten Objekte, (stelle dir vor, du würdest alle Sterne verschlucken!) – sind Bestandteile des unbelebten Niveaus deines egoistischen Wunsches, alle Pflanzen – des Pflanzenniveaus, die Tiere – des tierischen Niveaus.

Als ob der Abdruck deines egoistischen Wunsches dir gezeigt hätte, dass sich all die Objekte außen befinden würden.
Aber kaum beginnst du, das Organ des Gebens, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen, so wirst du alles in deinem Inneren empfinden. Sie sind – deine Bestandteile!
Und du wirst sie gerade auf diese Weise fühlen! Solange du aber innerhalb deines Egos lebst, ist es schwierig, das Gesagte zu verstehen!

Physiker behaupten, dass sogar infolge der Anschauung irgendwelchen Objektes, wird ihm ein gewisser Defekt zugetragen.

Und deshalb siehst du nicht das wahrhafte Bild, sondern den Mittelwert aus deinen Eigenschaften und dem wirklichen Wesen des Objekts.

Denn alles, was du siehst, wird von dir, entsprechend deinen Eigenschaften wahrgenommen. Alles hängt von deinen Sinnesorganen ab, von dem, wie du „das Gesehene“ entzifferst.
Aber irgendwann Einmal, infolge der langen Überlegungen, Fragen und Klärungen, wirst du plötzlich fühlen, dass die wahre Realität anders ist. Du wirst sie unter einem anderen Winkel betrachten und verstehen, dass nur diese Vision real ist. Du wirst eben die Brille ersetzen…
Aus der 6. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

Aufstieg zur ersten Stufe

In der Spiritualität ist es so, dass, wenn du nicht bis aufs Äußerste gehst, es nicht bedeutet, dass du mit deinem ganzen Verlangen arbeitest.

Und dann hat es überhaupt nichts mit deinem spirituellen Vorankommen zu tun. Doch du weißt nicht einmal, wo dieses Äußerste liegt, du kannst es dir höchstens irgendwie vorstellen.

Wir sind also an einem solchen Zustand angelangt, in dem wir die spirituelle Welt enthüllen wollten – alles, was wir uns nur vorstellen konnten. Mit dieser maximalen Absicht sind wir zum Kongress gekommen. Wir haben nur das gewünscht und nicht weniger – dass „der Himmel sich öffnet“.

Und was hat sich uns stattdessen eröffnet? Wie wenig wir innerlich in der Lage sind, uns auch nur um ein Haarbreit dem zu nähern! Wir können nicht der Notwendigkeit zustimmen, uns zu verbinden, uns zu annullieren.

Sobald es um die Verbindung zwischen uns ging, um jene innere Arbeit, die wir durchmachen müssen, kam sofort die Abkühlung unseres Verlangens. Wir sind nicht bereit, die spirituelle Welt um diesen Preis zu erreichen!

D.h. wir haben uns die spirituelle Welt falsch vorgestellt, wir haben sie nicht als Eigenschaft des Gebens, die über unserem Egoismus steht, begriffen.

Wir haben jedoch diese Notwendigkeit gespürt. Nach drei Tagen, die mit sehr vielen inneren Handlungen gefüllt waren, haben wir eine Enttäuschung erlebt.

Und diese Enttäuschung rührt daher, dass wir nicht in der Lage, nicht gewillt sind, die wahre Spiritualität zu erlangen. Wir wollen in unserem Verständnis von der Spiritualität als etwas Gutem, Ewigem, Angenehmem in unseren heutigen (egoistischen) Verlangen bleiben.

Was haben wir nun enthüllt? – Die linke Linie, unseren bösen Trieb – dass wir die Spiritualität in unsere egoistischen Verlangen empfangen wollen, wie in der materiellen Welt.

Warum haben wir sie nicht empfangen? In der Spiritualität braucht man nichts zu empfangen – sie steht offen. Wenn du geben willst, dann bitte, es ist alles erlaubt, alles möglich. Niemand wird sie wegstehlen.

Mit anderen Worten, haben wir innerhalb unsres Egos enthüllt, dass unsere Definition von der Spiritualität falsch war. Das wird sich uns auf allen 125 Stufen enthüllen!

Und nun sehen wir, dass unsere Natur der spirituellen entgegengesetzt ist, dass wir nicht in der Lage sind, sie zu erreichen, und dass uns die einzige Möglichkeit bleibt: nur den Schöpfer anzurufen, nur Ihn zu bitten. – Das ist bereits die rechte Linie. Wir müssen uns über uns selbst erheben. – Und daraus entsteht die mittlere Linie.

Wir haben jedoch eine große Arbeit vollbracht: jene Verzweiflung, die von uns Besitz ergriffen hat, jene Bitterkeit, jene Ausweglosigkeit haben sich in uns als Unfähigkeit enthüllt, die spirituelle Welt in unseren egoistischen Verlangen zu erreichen.

Denn im Grunde genommen haben wir gebeten, dass die Spiritualität sich genau dort und nicht in den gebenden Verlangen enthüllt. Und nun, nach dieser Erkenntnis des Bösen, werden wir in die rechte Linie übergehen, uns korrigieren und die mittlere Linie erreichen.

Deshalb ist das, was wir auf dem Kongress bewältigt haben, eine gewaltige Errungenschaft, das ist bereits wirklich der Beginn des spirituellen Weges. So etwas, in diesem Ausmaß, im großen Egoismus der letzten Generation gab es noch nie.

Darüber schreibt Baal HaSulam: „Ich freue mich auf die sich enthüllenden Sünder, weil der Grund dafür die „Heiligkeit des Tages“ ist“.

Ein gewaltiges Licht musste sich von oben ergießen, um uns zu zeigen, wie wenig wir wollen, wie wenig wir in der Lage sind, wie entgegengesetzt der Spiritualität wir sind, wie wenig wir an die Verbindung und die Liebe zwischen uns denken wollen.

All das bedeutet die „Heiligkeit des Tages“, weil wir uns verbunden haben und irgendwo doch den Wunsch verspürt haben, spirituell aufzusteigen.

Uns hat sich jene Stufe, jenes Verlangen enthüllt, über welches wir uns im Grunde genommen erheben müssen. Doch noch können wir es nicht, noch sind wir nicht dazu in der Lage, müssen es jedoch tun, um zur ersten Stufe der spirituellen Leiter aufzusteigen.

Das ist der Grund, warum ich mit dem Kongressergebnis zufrieden bin und sehr darauf hoffe, dass wir in der nächsten Zukunft bereits alle drei Linien als die mittlere Linie enthüllen.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt“ vom 12.11.2010

Es gibt keine schlechten Wünsche

Der Sohar, Kapitel „Beschalach“, Punkt 444: Der erste, der kam und Krieg gegen Israel führte, war Amalek. Aus diesem Grund: „Sein Ende soll Zerstörung sein“, wie geschrieben steht: „Ich werde sicherlich das Gedächtnis von Amalek auslöschen.“

Jeder unserer Wünsche, sogar der größte und der schlimmste, hat seine eigene Mission. Deshalb sollen wir uns richtig zu allem – sowohl zum Guten als auch zum Bösen – verhalten.

Und obwohl wir das Böse in uns hassen, es nicht mögen und nicht wünschen und froh wären, wenn es verschwinden würde, verstehen wir nicht, wie viel wir dadurch gewinnen, dass es in uns gezeigt wird, weil jedes Öffnen des Übels unsere Selbstsucht, den Körper unserer Seele heilt, und uns zum Schöpfer näher bringt.

Dabei verschwindet das Böse nicht, obwohl wir es ablehnen, sondern kommt zur Korrektur. Das ganze Böse heißt das Übel, weil ich es noch nicht ins Gute umwandeln kann.

Ich kann es nur klären, indem ich einen Teil korrigiere, und den anderen Teil unten lasse. Darin besteht unsere Klärung. Und am Ende der Korrektur (Gmar Tikun) wird sich das ganze Übel ins Gute verwandeln – und dort werden wir alle unsere Wünsche benötigen.

Deshalb bekommen all jene Wünsche, die „Amalek“, „Aman“ heißen – unsere schlimmsten Wünsche, in denen es anscheinend unmöglich ist, sich mit dem Licht zu verbinden, am Ende der Korrektur die Absicht des Gebens und schließen sich an die allgemeine Seele an, an Malchut der Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 14.11.2010

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Die Arbeit in der Nacht

Das Buch Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“:

„Rabbi Shimon saß und studierte die Tora in der Nacht, in der die Braut, die Malchut, sich mit ihrem Ehemann vereint.

Und alle Freunde, die Mitglieder des Tempels der Braut sind, müssen mit der Braut diese Nacht verbringen und sich mit ihr an der Korrektur erfreuen, die dank ihnen zustande kommen.“

Um den Text des Sohar gemeinsam wahrzunehmen, ist es wichtig, die Bestrebung zur Einheit nicht abzugeben. Denn sein Licht kann nur in unseren vereinigten Wunsch eingehen. Das Licht wird nie in den individuellen Wunsch des Menschen eingehen.

Man muss verstehen, dass alles, was wir in den kabbalistischen Büchern lesen, die Verbindung zwischen uns beschreibt. Deshalb muss ich zuerst diese Verbindung, wie die Vorbereitung auf den Unterricht vorstellen, und dann den Kabbalisten zuzuhören, die sie beschreiben.

So studiere ich die Wissenschaft der Kabbala, deren Bestimmung in der Korrektur unserer zerbrochenen Beziehung ist. Vor allem, erwecke ich in meiner Einbildung die Verbindung, die wir korrigieren wollen, und dann versuche ich zu verstehen, um welche Vereinigung es sich handelt.

Wir sind in die nächtliche Finsternis vertieft und wissen nicht, wo wir uns befinden. Uns ist nichts klar, aber wir arbeiten ununterbrochen, um die Braut – Malchut, unser Kli – auf den Eintritt „des Morgens“ vorzubereiten.

Und am Morgen, d.h. am Ende der Bemühungen und der Korrekturen, kommen die Konturen unserer Wechselbeziehung aus der Finsternis (aus der Selbstsucht) zum Vorschein, und wir sehen alles (im Morgenlicht, in der Eigenschaft des Gebens) klarer, wo und wie sie geöffnet werden soll.

Wenn sie endlich aus der Dunkelheit austritt, dann bricht der Morgen an. Der Zustand klärt sich auf, und in unserer Verbindung wird das Licht, die Eigenschaft des Gebens, die Barmherzigkeit, das Licht Chassadim geöffnet.

Und später kleidet sich in Chassadim das Licht Chochma ein – und es bricht der Tag an. Dann kommt es zur Verbindung zwischen dem Bräutigam und der Braut, zwischen dem Schöpfer und Kli unserer Einheit, unseres allgemeinen Wunsches.

Solange wir uns im Zustand befinden, der „die Nacht der Braut“ heißt, führen wir die Vorbereitung durch. Zwischen uns gibt es noch keine Einheit, in welcher sich das Licht zeigen könnte.

Wir bemühen uns jedoch weiterhin, die Stelle unseres Zerbrechens zu finden, wir suchen die uns teilende Selbstsucht und die Mittel, die man dagegen verwenden kann. Das alles ist die Arbeit in der Nacht, die Vorbereitung auf die ersten Strahlen der Morgenröte eben.

Aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 14.11.2010

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Die Waagschale: Belohnung und Bestrafung

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es in dieser Welt keine Belohnung und keine Bestrafung gibt, wo existieren sie dann?

Meine Antwort: In unserer Welt gibt es Belohnung und Bestrafung, gute und schlechte Menschen, es gibt hier alles, was ihr seht und versteht.

Es steht geschrieben: „Die Welt verhält sich nach unabänderlichen Gesetzen“. Im Rahmen unserer Welt existieren in jeder Gesellschaft, in jedem Land und in jeder Zivilisation eigene Gesetze.

Wenn du in den Kindergarten, in die Schule, in eine Einrichtung für Erwachsene kommst, gibt es überall eigene Verhaltensregeln sowie Belohnung und Bestrafung für ihre Einhaltung. Und so, wo auch immer du hinkommst, gibt es an jedem Ort eine Sammlung von Gesetzen für eine Gruppe von Menschen, für eine Gesellschaft oder für ein Volk.

Doch wenn man von Gewinnen oder Verlusten eines Menschen in Bezug auf die spirituelle Welt spricht, dann haben seine irdischen Taten nichts mit der spirituellen Ebene zu tun.

Sie haben Einfluss auf die darauffolgenden Inkarnationen, jedoch nicht auf die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen, auf die Enthüllung der spirituellen Welt, „deine Welt wirst du zu deinen Lebzeiten sehen“. Also hat der Mensch in dieser Hinsicht nichts bewirkt, wie die Tora erklärt.

Wir lernen, dass die einzige freie Handlung des Menschen in dieser Welt seine Anstrengung in Richtung Vereinigung in der Gruppe ist, alle anderen Handlungen gehören ihm nicht.

Abgerechnet wird mit uns nur gemäß dem, dass wir jedes Mal eine noch bessere Umgebung wählen, um das Schöpfungsziel zu erreichen.

Aus der 2. Kongresslektion vom 09.11.2010

Die Leiden des Egoismus verwandeln ihn in ein Gefäß

Um eine neue Wahrnehmung zu bekommen, brauchen wir ein grösseres Verlangen, welches uns erlaubt, unsere Tendenz, alles sich selbst einzuverleiben, durch die Bestrebung zum Geben zu ersetzen.

Dieser Übergang zu der entgegengesetzten Wahrnehmung, in die Bestrebung zum Geben, ist sehr schwierig. Er ähnelt einer Geburt, die auch in unserem Jahrhundert der modernen Medizin, noch immer eine besondere Handlung ist.

Denn das Kind wird von dem speziellen Platz, an den es gebunden war, ausgestossen. Es bekam dort eine besondere Nahrung und Schutz, es wirkten besondere Gesetze. Dieses Milieu stiess es nicht aus, das Kind wurde dort genährt.

Jetzt betritt es eine unfreundliche Welt, in welcher es wachsen muss, für sein Leben kämpfen muss. Das ist eine beispiellose Umwälzung im Leben.

Dasselbe geschieht auch bei der spirituellen Geburt, wenn sich ein neues universelles Sinnesorgan für die äusseren, ausserhalb der Gebärmutter dieser Welt befindlichen Empfindungen, enthüllt. Dieses Sinnesorgan basiert auf dem Geben, und wir beginnen darin eine neue Welt zu spüren.

Auf dem Kongress haben wir einen grossen Schritt in diese Richtung gemacht. Unser grosses Verlangen nach dem „geboren werden“  hat uns schon ein wenig von den Geburtswehen fühlen lassen, und dann sahen wir, dass wir dazu noch nicht fähig sind. Etwas hindert uns, wirft uns wieder zurück.

In der Zusammenfügung mit der guten Kraft, die uns mitreisst nach vorn, haben wir auch eine schlechte Kraft gespürt, die uns zurückstößt in den Mutterleib, und nicht aus den Begrenzungen dieser Welt herauslässt, uns die neue Welt noch nicht fùhlen lässt.

Wir müssen noch einige von solchen Geburtswehen durchmachen, bis wir schliesslich geboren werden. Wie viele, und in welchem Zeitraum, hängt nur von uns ab. In jedem Fall aber, kann ohne sie der Vorgang der Geburt nicht vollendet werden, wir gelangen nicht nach aussen.

Wàhrend der Geburt stoßen zwei Kräfte aufeinander, der Druck von innen und Gegenstöße von aussen. Diese Auseinandersetzung bringt uns ein neues, starkes Verlangen in die spirituelle Welt zu kommen. Und ohne dieses Verlangen kommen wir nicht weiter.

In der Tora werden die Geburtswehen „Ägyptische Plagen“ genannt. Unser Egoismus muss zehn „ein volles Mass“ der Leiden erleben, die sich im Verlangen deutlich machen, und zur Form eines Gefäßes, eines Kli, umgewandelt werden.

So entsteht aus dem formlosen Lehmklumpen ein Gefàss, welches bereit ist, das Hòhere Licht zu empfangen.

Wir müssen durch diese Geburtswehen hindurch, um die richtige Form anzunehmen, ohne die wir nichts Spirituelles wahrnehmen kònnen.

Mit diesem Vorgang haben wir auf dem Kongress angefangen. Das Licht befindet sich um uns herum und wartet auf die Stelle, durch die es eintreten kann.

Die Geburt: die ersten Wehen

Auf dem Kongress haben wir versucht, den Machsom zu überqueren, in der spirituellen Welt geboren zu werden, ein neues Sinnesorgan zu erhalten und das wahrzunehmen, was sich außerhalb des Verlangens zu genießen befindet. Eine solche Wahrnehmung wird als äußere bezeichnet, weil sie auf das Geben gerichtet ist.

Wir haben gesehen, dass das sehr schwer ist. Der Gegendruck hat uns sofort abkühlen lassen, hat uns „eingefroren“. Und nun wollen wir nicht mehr, glauben, dass wir nicht fähig sind: „Alles, nur nicht das, bloß keine wahre Verbindung und in ihr später dann die höhere Welt“.

Im Endeffekt haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt. Der Egoismus, der Pharao, hat uns zurückgeworfen.

Dadurch haben wir einen leichten Hass ihm gegenüber verspürt, haben unseren Feind, Hasser enthüllt, haben angefangen zu verstehen, dass, wenn wir keine Oberhand über ihn gewinnen, wir nicht geboren werden können. Der Gegner ist ermittelt, und wir erkennen ihn immer deutlicher.

Nun müssen wir noch einige ähnliche Handlungen durchführen. Jedes Mal werden sie eine andere Form annehmen – denn in der Spiritualität wiederholt sich nichts. Die Handlungen sind scheinbar die gleichen, werden jedoch anders wahrgenommen, und im nächsten Zustand ist der vorangegangene nicht zu erkennen.

Die Rede ist von den Geburtswehen, die auf Hebräisch „Zirim“ heißen – genauso wie die Türangeln. Der Mutterleib, in dem wir uns befinden, erinnert in seiner Form an den geschlossenen Buchstaben Mem (ם). Mem bedeutet Bina, die uns zwischen zwei Türen einschließt. „Tür“ bedeutet auf Hebräisch Delet. Mit anderen Worten: wir befinden uns zwischen zwei Buchstaben Dalet (ד), die den Buchstaben Mem bilden.

Während der Wehen drücken wir gegen die Tür, damit sie sich öffnet – sich um die Türangeln dreht. So drückt das Kind von innen, um nach außen zu gelangen (Zir – Achse, Zirim – Türachsen, Rechem – Gebärmutter, von Rachamim – Barmherzigkeit, die Eigenschaft von Bina).

Unsere Geburt wird vom Pharao behindert, von unserem Egoismus, welcher absichtlich vom Schöpfer auf so eine Art uns Weise erschaffen wurde, damit er den Gegendruck erzeugt, bis wir ein starkes Verlangen erhalten, bis wir würdig sind, den Schöpfer, die äußere Realität zu sehen und wahrzunehmen, in ihr zu leben. Denn ansonsten bleiben wir eine Frühgeburt, die für die neue Welt nicht reif ist.

Also ist der Pharao eine gute Kraft. Und obwohl er sich uns als verhasst präsentiert, bildet sein Widerstand ein Verlangen in uns, das stark genug ist, die Tür der Gebärmutter zu öffnen und nach außen hinauszugehen.

Wir haben mit der Arbeit begonnen, die uns von der Macht des Pharao befreit, und ich bin sehr froh, dass wir diesen Abschnitt erreicht haben. Ich habe lange darauf gewartet.

Je größer die Enttäuschung, je stärker der Widerstand, je tiefer die Verzweiflung, nachdem die Erwartungen nicht erfüllt worden sind und der Mensch zurückgestoßen wurde, desto besser ist es, desto größer ist der Hass gegen den Pharao. Wir haben eine Geburtswehe hinter uns. Ein paar weitere Wehen und wir werden auf die Welt kommen!

Lasst uns die Geschwindigkeit vorantreiben – das hängt von unserer Arbeit ab. Soll die Kraft, mit der wir nach vorne streben, mit der Kraft des Pharao, der uns zurückstößt, zu einem entscheidenden Ruck für die Geburt verschmelzen!

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 12.11.2010

Wer wird mir helfen?

Eine Frage, die ich erhielt: Mich verwirrt das Prinzip der spirituellen Arbeit „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“, weil es dem anderem Prinzip – „Es gibt niemanden außer Ihm“ und der Vereinigung mit der Gruppe widerspricht …

Meine Antwort: Wir sagen: „Wenn ich mir nicht helfen werde, dann wird mir niemand helfen, den Schöpfer zu enthüllen“ – weil man damit den Wunsch meint, den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen.

Niemand kann mir darin helfen. Ich kann tausende Bücher lesen und tausende Vorlesungen anhören, aber schließlich ist die Entwicklung des Wunsches meine innere Arbeit.

Und nur dann, wenn ich das spirituelle Leben (in der Eigenschaft des Gebens) erreichen möchte, werde ich es anstelle dieses Lebens (in der Eigenschaft des Erhaltens) offenbaren.

Wir sollen von niemandem die Hilfe warten! Ich bin verpflichtet, einen solch starken Wunsch zu erreichen, worin „der Tod besser, als ein solches Leben ist!“. Denn dieses Leben ist in Wirklichkeit kein Leben ist. Ich bin verpflichtet, die Spiritualität zu erreichen!

Folglich gilt hier nur das Prinzip „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“. Denn der Schöpfer wird niemals auf diese Bedingung verzichten, Er wird uns nie gewaltsam den Wunsch aufdringen. Er gibt uns die Füllung (Genuss), und nicht den Wunsch. Es gibt keine Gewalt in der spirituellen Entwicklung.

Aber kaum das Prinzip „Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“ zur Vollendung kommt, das heißt ich begreife, dass alles nur von mir abhängt, decke ich sofort auf, das ich es nicht erreichen kann.

Ich hasse den Egoismus und ich fürchte ihn, wie Mosche, den Pharao fürchtet. Folglich begreift man die Aussage „Sie haben infolge dieser Arbeit geschrieen“, weil sie sich von der Macht der Selbstsucht befreien wollten, worin ihnen niemand helfen konnte.

Wenn wir zwei diese Empfindungen, die Abwesenheit der Hilfe von innen und von außen erreichen, dann erlangen wir den Zustand „der letzten Geburtswehen“.

Dann bricht die Verzweiflung aus der Tiefe des Herzens und die Höhere Kraft, das Licht (GAR de Chochma) werden geöffnet, die den Menschen in der spirituellen Stufe gebärt. Danach kommt schon das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm “ zur Geltung.

Deshalb gibt es zuerst die Etappe “ Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“, und dann die Etappe „Es gibt niemanden außer Ihm“. Somit kann ich das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ erst dann enthüllen, wenn ich das Prinzip “ Wenn nicht ich mir helfen werde, wer tut es dann?“ vollständig begriffen habe.

Aus dem 4. Kongressunterricht, 10.11.2010