Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Geben'

Dem Freund nicht schaden

Frage: Wenn sich der Mensch der Eigenschaft des Gebens nähert, wie wirkt sich das auf seine Arbeit in der Gruppe aus?

Meine Antwort: Er versucht ständig, das Gefühl der Bürgschaft aufrechtzuerhalten, damit die Freunde keinen Mangel empfinden, damit sie sich in der gegenseitigen Absicht zu geben festigen, damit sie daran denken und nicht einmal für eine Sekunde mit den Anstrengungen aufhören. Dann werden sie ebenfalls einen Einfluss auf ihn ausüben, und zwischen ihnen werden die Wichtigkeit des Ziels und die Herzenswärme herrschen.

Das ist das, was den Menschen beschäftigt. Denn die Gedanken an die Freunde sind viel wirksamer als die Gedanken an sich selbst. Die Sorge um das eigene Vorankommen wird nur eine sehr geringe Korrektur zur Folge haben, die durch Angst und andere Nebenberechnungen hervorgerufen wird. Andererseits, wenn er Anstrengungen in die Anderen investiert, bedeutet es, dass er definitiv den richtigen Kurs hält.

Gedanken, Absichten, Berechnungen, die nicht auf die Vereinigung mit der Gruppe, nicht auf die Verbindung der Freunde gerichtet sind, zielen an der Spiritualität vorbei. Sie ziehen kein Licht an, das zur Quelle zurückführt. Wichtig ist nur das, was du in der Gruppe zu tun beabsichtigst. Wenn du dich um den Zusammenhalt der Freunde, um ihre Zukunft kümmerst, dann ist das eine spirituelle Arbeit, die Früchte trägt. Alles andere ist es nicht.

Von Hillel stammt eine kurze Formulierung: „Was dir verhasst ist, das füge deinem Nächsten nicht zu“. Mit anderen Worten: Es gibt nichts anderes, woran du in deinem Leben denken sollst, als daran, deinem Freund keinen Schaden zuzufügen. Für deinen Egoismus ist das erst einmal genug. Versuche, dich selbst so zu korrigieren, dass du in jedem Augenblick, in allen sich enthüllenden Verlangen, nur daran denkst, dem Freund keinen Schaden zuzufügen.

Tu dies – und du wirst Erfolg haben; wenn du ein Verlangen danach hast, deinem Freund nicht zu schaden, wird sich dir plötzlich eine gute Haltung ihm gegenüber offenbaren.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 10.07.2011

Die Rettung der EU hängt von der Einheit der gesamten Welt ab

Meinung: (Harald Schumann, einer der führenden deutschen Experten auf dem Gebiet der Globalisierung): Die Eurozone braucht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und eine gemeinsame Wirtschaftregierung. Ansonsten werden die nationalen Bilanzen, die sich voneinander unterscheiden, das ganze Projekt platzen lassen.

Wir müssen eine aufeinander abgestimmte Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik erschaffen, ansonsten ist der Euro zum Scheitern verurteilt. Momentan befinden wir uns in einem Stadium, in dem die Deutschen, die Franzosen und die Holländer begreifen müssen, dass keine Exportüberschüsse angestrebt werden dürfen, während die anderen Staaten sich verschulden.

Die deutschen Wähler müssen begreifen, dass ihre Einkommen darauf basieren, dass andere Länder – Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien – Schulden machen. Und ein Teil dieser Mittel sollte zurückfließen. Aber dafür braucht man Zeit, damit die Menschen es verstehen und akzeptieren können. Und auf dem Weg dahin wird eine aufeinander abgestimmte Wirtschaftspolitik aufgebaut.

Kommentar: Schumann hat eine sehr hohe Meinung von den Menschen – versteht außerdem das Böse unserer Natur nicht, welche absichtlich so geschaffen wurde, damit wir, sofern wir uns nicht korrigiert haben, keinen Erfolg erzielen können. Denn das Ziel des Schöpfers ist nicht ein gutes Leben für Egoisten, sondern der Aufstieg vom Egoismus zum Altruismus, bis hin zum vollständigen Geben und der Liebe, wie Er selbst.

Und die Krisen sind lediglich für die Erkenntnis des Egoismus als böse für uns bestimmt. Darum ist alles, was Schumann aufführt, richtig – wir müssen einen wahrhaft gemeinsamen Raum erschaffen; doch dies wird nur möglich sein, wenn wir wirklich zu einer Einheit werden. Übrigens – die Europäische Union wird es auch nicht schaffen, sich alleine zu korrigieren, sondern nur mit der ganzen Welt zusammen. Doch diese Entdeckung steht der EU noch bevor.

Nicht auf sich selbst, sondern auf das Licht stolz sein

Frage: Wie schaffe ich es, nicht auf mein Geben an den Schöpfer stolz zu sein?

Meine Antwort: Man kann nur darauf stolz sein, dass man die Unterstützung von Oben erhalten und mit deren Hilfe die Schwierigkeiten, den eigenen Egoismus, überwunden hat. Man soll also auf den Schöpfer, auf das Licht, auf Seine Unterstützung und nicht auf sich selbst stolz sein!

Was haben wir selbst – nichts! Weder eigene Verlangen noch Licht noch Handlungen! Wir haben noch nicht einmal unser eigenes Gebet – wir bekommen es von der Umgebung. Deshalb, je weiter ein Mensch vorankommt, desto weniger empfängt er – und desto mehr dankt er!

Und wenn er zu Malchut der Welt der Unendlichkeit zurückkehrt, empfängt er das gleiche Licht Nefesh de Nefesh, welches es in Malchut in dem allerersten Zustand gegeben hat, doch der Mensch vergrößert dieses Leuchten um das 613-fache – durch seine Dankbarkeit, durch die Erkenntnis des Guten, durch die Wahrnehmung der Größe des Gebenden.

Doch das Licht selbst verändert sich nicht, es verfügt über kein Maß. Das Licht selbst bleibt nach wie vor Nefesh de Nefesh – lediglich ein kleines Leuchten. Der Mensch ist derjenige, der daraus eine große Flamme entfacht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 15.07.2011

Der Finanz-Turm zu Babel

Meinung (R. Matthews, Professor, Präsident der International League of Strategic Management): In der biblischen Geschichte versuchten die Bewohner von Babylon einen konsumorientierten Turm zu erschaffen, der direkt in den Himmel ragen sollte. Das Projekt scheiterte, als der Turm zusammenbrach und die Menschen die Fähigkeit, einander zu verstehen, verloren haben.

Zusammenfassung: Die Weltwirtschaft steht vor der tiefsten Krise seit der Großen Depression: Überschuldung, Notwendigkeit der ständig wachsenden Nachfrage, Fehlen des Verständnisses dafür, dass der Finanzsektor ein russisches Roulette ist und das moderne Businessmodell, das auf der Gier der Menschen basiert, prinzipiell instabil ist.

Die Weltwirtschaft ist insolvent: die Schulden übersteigen die Liquidität um 100%. Der Staatsbankrott ist unvermeidlich und wird die geopolitische Situation beeinflussen. Meinungsverschiedenheiten, Nationalismus und Terrorismus verschärfen sich. Die Versuche, den Klimawandel zu verhindern, werden scheitern. Andererseits könnte die Krise zu einer sehr inspirierenden Entwicklungsphase beitragen und neue Wege des Daseins eröffnen.

Einleitung: Gemäß der biblischen Geschichte begannen die Babylonier, einen Turm zu bauen, mit dem sie den Himmel zu erreichen versuchten. Der Turm stürzte ein, als sie die Fähigkeit zu kommunizieren verloren haben: sie haben aufgehört, die gleiche Sprache zu sprechen.

In den vergangenen 20 Jahren haben wir versucht, einen Turm zu Babel auf der Grundlage von Konsuminteressen zu errichten. Dieser war aus Schulden erbaut worden und fiel in sich zusammen, genauso wie auch das Vertrauen in die Stabilität der Finanzwelt.

Der Finanz-Turm zu Babel wurde aus einem symbolischen Kapitalguthaben gebaut, der nur einen spekulativen Wert hatte. Der Turm musste zusammenbrechen, als die Sprache der Kommunikation verloren ging – die Finanzsprache drückte plötzlich nur leere Versprechungen aus.

Die Zerstörung des babylonischen Turms. Obwohl die Krise ihren Anfang im Finanzsektor zu nehmen scheint, liegen ihre Wurzeln viel tiefer. Die hemmungslose Jagd nach Wettbewerbsvorteilen hat zu einem riesigen Volumen und einer Vielfalt an Waren und Dienstleistungen geführt. Die Marktteilnehmer sehen die Notwendigkeit in der Bildung der Nachfrage.

Unterdessen ignorierten die Ökonomen die Nachfrage und konzentrierten sich auf die Erhöhung des Angebots. In den vergangenen 20 Jahren äußerte sich die manische Suche der Firmen nach Wettbewerbsvorteilen in der Errichtung der Schulden durch Spekulationen.

Dieser Turm zu Babel wurde auf einer illusorischen Grundlage von Kapitalguthaben errichtet, welche ihren Wert nur so lange hatte, solange wir uns selbst bezüglich dieser Werte belogen haben.

Der Turm war dazu verdammt, früher oder später zusammenbrechen, und der kritische Moment kam, als die Sprache der Kommunikation verloren ging. Bauunternehmer, Lieferanten und Manager des Turms hörten letztendlich auf, miteinander zu kommunizieren, weil sie nicht mehr daran geglaubt haben, dass die gehandelten Vermögenswerte noch ihren realen Wert haben.

Der kritische Punkt oder Übergang zu einer neuen Stufe. Was sind die positiven Auswirkungen der Krise? Wir haben einen kritischen Punkt (die Phase des Übergangs) erreicht, an dem Veränderungen jeglichen Ausmaßes möglich sind.

Die Abnahme der Intensität der aktuellen Krise kann nur durch internationale Zusammenarbeit und nicht durch das Streben nach nationalen Wettbewerbsvorteilen erzielt werden.

Wohlstand hat enorme Vorteile, wenn er gleichmäßig verteilt ist. Der moderne Finanz-Turm, genauso wie sein biblischer Prototyp, verkörpert einen dummen Versuch, die grundlegenden Aspekte des Lebens sowie die Hoffnung im Rahmen der völlig materialistischen Unternehmen zu definieren.

Der Turmbau war ein Glücksspiel mit sehr hohen Einsätzen. Das Spiel mit dem negativen Betrag, in dem die Gewinne für die Sieger riesig waren, jedoch viel niedriger als der Schaden für die Gesellschaft, die in den kommenden Jahren leiden wird.

Neue Wege des Daseins. Das Wachstum des Reichtums basiert auf der Kluft zwischen der wissenschaftlichen und der spirituellen Entwicklung des Menschen. Außer der Verwirrung bei dem Verständnis des Reichtums wird nun Spiritualität (die Eigenschaft des Gebens und der Liebe) mit Mystik und Aberglauben verwechselt. Der Zusammenbruch des modernen Finanz-Turms zu Babel ist ein Signal für ein neues Verständnis des Daseins. Die Arbeit an dieser Problematik ist das Hauptziel der Internationalen Liga des strategischen Managements.

Wirf deinen Esel ab

Unser Weg ist mit der Entwicklung des Verlangens zu genießen verbunden. Wir alle befinden uns in einem gemeinsamen Verlangen. In diesem Verlangen sind vier Phasen der Ausbreitung des Lichts, Welten, Parzufim, Stufen enthalten… Alles ist dort drin.

Mit anderen Worten: dieses Verlangen ist zusammengesetzt. Genauso besteht auch unser Körper aus verschiedenen Organen und Teilen.

Unter den Teilen des Verlangens sind die einen mehr entwickelt und die anderen weniger. Andererseits unterscheiden sie sich durch ihre „Dicke“, sprich durch Awiut. Außerdem befinden sich die einen entsprechend ihrer Wahrnehmung dem Empfangen näher und die anderen dem Geben näher. Es gibt auch noch andere Abstufungen. Wenn man also dieses große Verlangen in seine Bestandteile zerlegt, wird jeder davon besonders in seinen Details und in seiner Zusammensetzung sein.

Es gibt darunter auch reine, weniger egoistische Teile, die vor allen anderen erwachen, um dem Licht entgegenzustreben, weil sie ihm nahe sind. Sie streben als erste nach dem Geben. Diese Teile sind unsere Freunde überall auf der Welt. Sie haben eine Sehnsucht nach dem Geben, nach dem Licht, nach der Suche nach dem Grund ihrer Existenz.

Sie wollen frei sein. Und die Freiheit vom Leben in dieser Welt äußert sich in erster Linie in der Frage: „Wofür lebe ich? Was bringt mir dieses Leben? Welchen Nutzen hat es?“

Diese Frage kommt infolge von Problemen und Leiden auf. Doch später, bei der Suche nach deren Ursache, beginne ich, danach zu streben, das Wesen des Lebens an sich zu ergründen. Probleme und Leiden interessieren mich nicht mehr – was soll man auch dagegen tun. Das Wichtigste ist jetzt für mich, bis zum Geheimnis des Lebens durchzudringen.

Das bedeutet, dass ich aufgewacht bin und mich vom normalen Lauf, von der nutzlosen Jagd nach der egoistischen Erfüllung lösen will. Ich kann nicht mehr meinem Verlangen zu genießen wie ein Sklave dienen. Für mich bedeutet es den Tod. Tag für Tag muss ich meinen „Esel“ mitschleppen, ihm etwas zu essen und zu trinken geben, bis er stirbt. Und dann sterbe ich, der treue Diener, mit ihm mit.

Diejenigen also, die beginnen, zu verstehen, dass es kein Leben, sondern Tod ist, kommen voran. Wenn der „Esel“ Hunger hat, füttere ihn, doch er soll dich tragen und nicht du ihn. Im Laufe dieses Lebens, solange du deinen „Esel“ fütterst, hast du die Möglichkeit, auf seinem Rücken zum großen Ziel zu gelangen. Wenn du ihn nicht auf deinen Schultern schleppst, sondern auf ihm reitest, bedeutet es, dass du ein Mensch bist.

Dies ist die erste Etappe der Erlösung vom Todesengel – von ständigen Sorgen allein um das materielle Dasein. Wenn du dich darum kümmerst, um die Lösung zu finden, ist es bereits etwas anderes – genau das bedeutet Leben. Denn im Grunde genommen hältst du den Kurs auf die Quelle des Lebens.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“, 08.07.2011

Die Welt, in der es „niemanden außer Ihm gibt“

Der Mensch ist in einem solchen Zustand erschaffen worden, in dem er glaubt, dass es auch andere Menschen gibt und er von einer riesigen Welt umgeben ist. Doch all das sind seine inneren Verlangen, die er noch nicht miteinander verbinden konnte, um endlich zu erkennen, dass es nur ihn gibt, der gegenüber dem Schöpfer steht.

Er soll aber alle Verzerrungen, Hindernisse, fremde Gedanken und Verlangen, scheinbar „zufällige“ Ereignisse, die ihm widerfahren, nicht auf die zahlreichen imaginären Quellen und Ursachen, die er wegen der Unvollkommenheit seiner Arbeit zu sehen scheint, beziehen, sondern nur auf den Schöpfer.

Genau darin besteht die innere Arbeit. Denn alles, was der Mensch nicht auf den Schöpfer bezieht, sondern anderen Kräften zuschreibt: anderen Menschen, allen möglichen Ursachen, dem Schicksal und sogar sich selbst – das alles wird als „Götzen“ (fremde Götter) bezeichnet. Weil er in diesem Fall glaubt, von etwas anderem außer dem Schöpfer abhängig zu sein, als würde es eine weitere Kraft geben, die als eine Quelle der Einwirkung, ob gut oder böse, fungieren könnte.

Wir müssen das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ realisieren – über allen Hindernissen, die uns absichtlich vom Weg abbringen, damit wir lernen, uns auf die einzige Kraft, auf die einzige Quelle einzustellen.

Und diese Arbeit wird in mehrere Aspekte, ja in mehrere Schritte unterteilt:

– Die Einzigkeit der Quelle feststellen: gibt es noch weitere Quellen oder ist Er die einzige?

– Die Natur der Quelle feststellen: ist Er gut oder böse?

– Die eigene Beziehung zu der Quelle feststellen: „um seiner selbst willen“ oder „um des Gebens willen“?

Die Arbeit in Bezug auf die Quelle führt der Mensch aus seinem persönlichen spirituellen Gefäß, Verlangen heraus – und zwar dadurch, dass er sich mit allen anderen verbindet und dann sich selbst als eine einzige Schöpfung wahrnimmt.

Außerdem verbindet er alle Kräfte, die auf ihn einwirken, alle unterschiedlichen Quellen zu einer einzigen Quelle. Es gibt also in dieser Arbeit mehrere Aspekte, abhängig davon, wie sich diese beiden – der Mensch und der Schöpfer – verbinden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 07.07.2011

Die spirituelle Arbeitsteilung

Es gibt gebende Gefäße, Galgalta we Ejnaim, genannt „Israel“, was „direkt zum Schöpfer“ bedeutet. Nur diese Gefäße können Licht anziehen, weil sie Ihm nah sind und nur über die Kraft des Gebens verfügen.

Und es gibt auch die empfangenden Gefäße, ACHAP, „die Völker der Welt“. In Wirklichkeit sind genau sie wichtig, und für sie entscheidet sich alles. Aber sie selbst sind nicht im Stande, das Licht auf direkte Art zu empfangen, sofern die Gefäße „Israel“ es nicht an sie weiterleiten.

So ist die Rollenverteilung: Galgalta we Ejnaim müssen für ACHAP das Licht anziehen, und ACHAP soll den eigenen Wunsch für Galgalta we Ejnaim liefern, damit diese für sie das Licht weiterleiten. Nur eine solche gegenseitige Kooperation wird es uns ermöglichen, die vollständige Korrektur zu erreichen.

Alle Menschen in der Welt, die den Punkt im Herzen haben, d.h. den Drang nach Anziehung des Lichtes, werden „Israel“ – Isra-El, „direkt zum Schöpfer“, genannt. Und all jene, denen es an diesem Drang fehlt, können das Licht nicht direkt anziehen und werden „die Völker der Welt“ genannt, ACHAP. Zusammen benutzen sie ihre Natur, um in der Zusammenarbeit das Licht anzuziehen und die Enthüllung des Schöpfers in einem gemeinsamen Gefäß zu bekommen.

Aber, damit sich zwischen ihnen eine Verbindung einstellt, geht Israel ein Zerbrechen durch. Israel steigt zu dem Ende der Korrektur, auf die Stufe des Tempels, und dann zerbricht der Tempel, d.h. Israel fällt von der spirituellen Höhe in die Kräfte der Unreinheit hinein, in die Völker der Welt, und vermischt sich mit ihnen, so dass ACHAP sich in Galgalta we Ejnaim einschaltet, und Galgalta we Ejnaim in ACHAP. Im Ergebnis befinden sich dann sowohl jene als auch die anderen in egoistischen Absichten.

Doch sobald die Vermischung bzw. die „Verbannung“ endet, können sie das Licht wieder anziehen und die Korrektur vollziehen. Zuerst werden die Galgalta we Ejnaim korrigiert, die sauberen Gefäße, in denen die Reshimot übrig blieben, die Aufzeichnungen des korrigierten Zustandes.

Sie haben die Möglichkeit, das Licht anzuziehen, und dank des gegenseitigen Einbindens mit ACHAP gibt es jemanden für das Anziehen des Lichts . Und dann erhalten ACHAP von Galgalta we Ejnaim das Leuchten, welches ausreicht, um nach oben eine Linie der Verbindung zu legen. Im Ergebnis stellen sie die vollständigen zehn Sefirot dar und ziehen dabei ein großes Licht an.

Und so, in der Interaktion, gelangen wir zur Endkorrektur.

Aktuell befinden wir uns am Anfang der Korrektur von Galgalta we Ejnaim, des Israels. Wenn sie korrigiert sind, dann werden sie in diesem Maße die Korrektur für ACHAP heranziehen, d.h. zu den Völkern der Welt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Ramchal „Über die Weisheit“, 13.05.2011.

Der gesamte Weg ist eine Suche

Frage: Können Sie alle Zustände beschreiben, die wir von unserem heutigen Zustand bis zur aufrichtigen Bitte um das Geben durchlaufen müssen?

Meine Antwort: Es sind keine klaren, für uns verständlichen, konsequent fortlaufenden Stufen. Diese Zustände ändern sich – sie kommen und gehen.

Es ist aber klar, dass der Mensch ganz am Anfang glaubt, alles selbst, ganz allein, erreichen zu können und von niemandem abhängig zu sein – weder vom Lehrer noch von der Gruppe. Er denkt, dass ihm die Bücher genügen, um vorankommen zu können.

Später erwartet ihn eine Offenbarung – die Frage ist nur, wie viel Zeit er dafür brauchen wird. Manchmal stopft der Egoismus ihm dermaßen die Ohren und die Augen zu, dass er nichts sieht, und so können Jahre vergehen. Manchmal geht es aber schneller.

Doch alle Schritte, die wir durchlaufen müssen, sind Stufen der Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit, das Ziel zu erreichen, und der Abhängigkeit vom Lehrer, von der Gruppe, von der unternommenen Anstrengung auf diese oder jene Art und Weise. So steigen wir Stufe für Stufe auf, bis wir die Erkenntnis erlangen, dass wir nur vom Schöpfer abhängen, der alle vorangegangenen Faktoren vereint: als ich auf den Lehrer, die Bücher und die Gruppe angewiesen war…

Jetzt enthülle ich, dass alles in Ihn eingebettet ist – in diese Erkenntnis, die als „Schöpfer“ bezeichnet wird. Und dann erkenne ich wirklich, dass alles um mich herum, außer mir selbst, Er allein ist und dass es niemanden sonst gibt. Ich begreife, dass ich nicht in der Lage bin und dass ich nicht kann, und dennoch muss ich mich beugen und ständig auf der Suche nach Ihm sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 05.07.2011


Alle Freuden der Welt

Baal HaSulam „Die Freiheit“:

Es wird gesagt: Lies nicht „charut“ („gemeißelt“), sondern „cherut“ („Freiheit“). Um zu zeigen, dass sie vom Engel des Todes befreit sind.

Es wird gesagt: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen und ich erschuf die Tora als Gewürz.“ Was ist die Tora? Sie ist das Mittel, das das Licht, welches erneuert, beinhaltet. Daher können wir das Höhere Licht auf uns ziehen und es bringt uns zur Quelle zurück, damit wir uns selbst von der bösen Neigung zur guten Neigung wandeln. Auf diese Weise ändern wir unser Verlangen zu empfangen, welches als „Engel des Todes“ bezeichnet wird, zum Verlangen nach dem Geben – dem „Engel des Lebens“. Das ist die Freiheit vom Engel des Todes.

In unserem empfangenden Verlangen können wir nichts außer dieser Welt wahrnehmen, und das entspricht einer tierischen Existenz. Wir leben, leiden, und sterben letztendlich. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie niedrig und mangelhaft dieses Leben ist. Bis wir das Geben erreichen, besteht unser ganzes Leben in der Flucht vor dem Leid und in solch niedrigen und jämmerlichen Freuden, dass sie keinen Platz in der spirituellen Welt haben. Die kleinste spirituelle Stufe ist um Myriaden größer, voller und vollkommener als all die Freuden dieser Welt zu allen Zeiten. Es ist unmöglich, sich das vorzustellen.

Um so eine große spirituelle Freude zu erschaffen, ist es notwendig, die Gefäße mit der Absicht zu geben vorzubereiten. Sei es wie es sei, wir werden nur mit der Eigenschaft des Gebens in der Lage sein, uns über den Engel des Todes zu erheben.

Aus dem vierten Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, 24.6.2011, Die Freiheit

Die Antlitze des Schöpfers

Wir sind entsprechend unserer Natur und dem Charakter unseres Handelns Empfangende. Je mehr man aber empfängt, um zu geben, umso höher steigt man als Gebender auf. Die Handlung an sich ändert sich nicht, was sich ändert, ist nur dein Bezug dazu. Und genau das verwandelt dich von jemandem, der empfängt, in jemanden, der gibt.

Kann der Schöpfer es wahrnehmen? Man kann dazu sagen, dass sich für den Gebenden nichts ändert, aber es ändert sich nur für den Menschen etwas. Denn dem Vollkommenen kann man nichts hinzufügen. Alle Seine Resonanzen und Eindrücke offenbaren sich in Wirklichkeit immer in dir selbst – und zwar in der Gestalt des Schöpfers, die du geformt hast.

So kannst du dich in Übereinstimmung mit Ihm bringen: du glaubst, dass Veränderungen in Ihm stattfinden würden, dass du Ihm mehr oder weniger Genuss bereiten würdest. Du würdest in gleicher Weise mehr leiden oder Genuss von Ihm empfangen, wie sehr Er von dir leidet oder Genuss empfängt usw.

Alle diese Beziehungen zeigen sich in der Schöpfung selbst – und zwar nur, um sie auf die Stufe des Schöpfers zu erheben, d.h. sie mit Vollkommenheit zu vervollständigen, welche der Eigenschaft des Gebens hervorgeht. Aus diesem Grund erscheint es, als würde der Schöpfer mit der Schöpfung spielen, nur um sie zu erziehen.

Auch den Kindern zeigen wir verschiedene Gesichtsausdrücke: wir lachen mit ihnen, machen ernste Gesichter, zeigen, dass wir uns ärgern – das alles der Erziehung wegen, um dem Kind möglichst viele Schattierungen zu zeigen, welche es lehren würden, mit sich selbst und der Umgebung richtig zu arbeiten. Aber in Wirklichkeit lenkt uns immer die Liebe, und nichts anderes.

Baal HaSulam schreibt darüber in der „Einführung zum Buch Sohar“ (Punkt 33):

Der Schöpfer wünscht sich, dass diese Bilder, die nur in den Seelen der Empfangenden gezeichnet werden, so gesehen werden, als würde Er selbst daran beteiligt sein, um die Erkenntnis der Seelen maximal zu erhöhen. So zeigt auch ein Vater, der mit seinem geliebten Sohn spielt, lediglich einen kleinen Teil von sich, indem er Bedauern oder Zufriedenheit ausdrückt, obwohl er weder das eine noch das andere empfindet. Er tut es lediglich, um seinen Sohn zu entwickeln und sein Verständnis zu erweitern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 26.06.2011