Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie man seine Wut richtig einsetzt

Eine Frage, die ich erhielt: Wo kann man seine Wut ablassen? Manchmal wird sie sehr stark empfunden und so wollte ich wissen, wie sie benutzt werden kann, falls überhaupt.

Meine Antwort: In uns gibt es keine einzige Qualität, die nicht zu einem bestimmten Zweck erschaffen worden wäre und wir müssen sie alle verwenden, einschließlich der Wut. Allerdings muss geklärt werden, wie wir tatsächlich mit der Wut umgehen. Wenn wir wütend sind, müssen wir uns zu aller erst mit dem Einen, der unsere Existenz initiierte, verbinden – dem Schöpfer („Es gibt niemanden außer Ihn“) – und unsere Anfangsbedingungen, dies zu tun, bestehen darin, einen Reshimo und ein Verlangen zu haben. Dann müssen wir bestimmen, was von uns abhängig ist, was wir „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist es dann?“ nennen. Als Ergebnis dessen, sollten wir beginnen, das, was in uns ist und uns daran hindert, unsere gesamte Wahrnehmung in ein Ganzes („Israel, Tora und der Schöpfer“) zu vereinen, zu hassen. (Lesen Sie dazu Baal HaSulam’s Brief „Auf dem rechten Weg gehen“ in Pri Chacham, Seite 63-64). Danach sollten wir den Punkt erreichen, äußere Störungen zu hassen, sie als Unreinheiten zu betrachten und sie in uns selbst zu neutralisieren. Und aufgrund der „Unumgänglichkeit, im Umgang mit den Naturgesetzen, Vorsicht walten zu lassen“, sollte man sich nach dem Kollektiv (der Mehrheit) richten (siehe dazu Baal HaSulam’s Artikel „Die Freiheit“).

Freiheit gibt es nur in einer anderen Welt


Eine Frage, die ich erhielt: Was hält eine Frau heutzutage davon ab, frei zu sein, ihre Kreativität zu fördern und das Leben zu genießen? Was lässt sie leiden, wie verrückt herumrennen, um Besorgungen zu erledigen – ohne Unterbrechung und sich selbst immer mit anderen vergleichend? Frauen haben immer die Verlangen der Gesellschaft erfüllt, ob in ihrer Familie, gesellschafts- oder nationalpolitisch. In primitiven Gesellschaftsformen kümmerte sich eine Frau um das Zuhause und brachte Kinder zur Welt; in der Industriegesellschaft beteiligt sie sich an der Produktion – und in Kriegszeiten, wenn menschliches Fleisch gebraucht wurde, war sie Mutterheldin. Simone de Beauvoir schrieb: „Die Befreiung einer Frau ist keine Angelegenheit der kollektiven Masse, sondern ein Prozess der individuellen Entwicklung.“

Meine Antwort: Unsere Zeit unterscheidet sich, da nun beide – sowohl die individuelle, als auch die kollektive Entwicklung – ausgereizt sind und wir haben bisher das Ergebnis nicht erreicht, das wir erreichen müssen: Der einzige verbleibende Weg des Fortschritts ist derjenige, der uns über unsere Natur erhebt – hinüber in eine andere Welt.

MS

Einfluss des Umfeldes


Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben Menschen Angst, dem Einfluss eines bestimmten Umfeldes zu verfallen, wie etwa einer Sekte? Auf die eine oder die andere Art sind sie durch ihre Umgebungen beeinflusst und selbst wenn ihre Umgebung großzügig ist, sind sie noch nicht frei. Möglicherweise wird der Einfluss eines breiten Umfeldes – der ganzen Welt – nicht so stark empfunden und erschafft eine Illusion von Freiheit? Ich denke, dass dies das Haupthindernis in der Verbreitung der Kabbalah ist, d.h. die Aufforderung für einen Menschen, sich selbst ein passendes Umfeld zu erschaffen. Menschen wollen heute kaum mehr Familien gründen, weil sie befürchten, von ihrem Ehepartner und Kindern abhängig zu sein. Sie empfinden eine grundlegende Angst dem gegenüber. Aber vielleicht ändert sich dies, wenn sie mehr und mehr Leid erfahren?

Meine Antwort: Sie haben Recht. Abgesehen von der Gesellschaft, die man sich laut Kabbalah erschaffen oder suchen soll (ob eine Kultur oder fürs erste nur eine Gruppe Kabbalisten), sind alle anderen Gesellschaften (Kulturen, Religionen, Gemeinschaften) Sekten, da sie ihre Ansichten den Menschen auferlegen und sie manipulieren. Wir wissen, dass Massenmedien und Regierungen so agieren!Nehmen wir als Beispiel religiöse Menschen: Anstatt ihre Kinder mit Wissen und der Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu gehen, zu versorgen, unterrichten religiöse Menschen sie absichtlich nicht und zwingen ihnen einen bestimmten Kleidungsstil auf, um sie von ihrem Umfeld abhängig zu halten.
Obwohl das Umfeld über den Menschen bestimmt, fühlt er dieses Gefängnis nicht, weil das „sich Einfügen“ in die Gesellschaft einen positiven Wert darstellt und so das Ego des sich Einfügenden gelobt und geehrt wird.

Aber heute sehen wir, dass der Egoismus über das Sozialsystem hinauswächst, weil es sich darauf vorbereitet, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Daher handeln Menschen gegen ihr Umfeld (ihre Familien, Clans oder Religionen). Es braucht Zeit, aber man wird bald entdecken, dass ein Mensch in keiner Gesellschaft frei ist oder gar in sich selbst und dass Freiheit nur in einer Gruppe gefunden werden kann, die danach strebt, Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erlangen.

Hat unsere Wahl ihren Ursprung in unserem Gehirn oder in unseren Verlangen?


Eine Frage: Der Artikel „Computertomografen zur Untersuchung des Gehirns können Ihre Entscheidungen sehen, bevor Sie sie treffen“ erklärt, dass laut einer durchgeführten Studie „Forscher mit Hilfe des CTs getroffene Entscheidungen von Testpersonen schon 7 Sekunden früher erkennen als die Probanden selbst“.

Daher frage ich mich nun, haben wir Freiheit der Wahl?

Meine Antwort: Ein Mensch realisiert nicht, dass sein inneres System von Verlangen bereits all die Berechnungen gemacht und das Ergebnis herausgegeben hat. Solche Studien belegen, was Kabbalah immer gesagt hatte: alles ist von unserem Verlangen abhängig und nicht von unserem äußeren, philosophischen Schlussfolgerungen. Daher kann nur das Höhere Licht uns korrigieren; wir können uns nicht von selbst korrigieren.