Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Entwicklung'

Die Hülle des Egoismus durchbrechen.

Frage: Warum haben die spirituellen Konzepte die Eigenschaften von Mut, Tapferkeit und Treue?

Antwort: Das ist die Arbeit mit unserem Ego. Der Egoismus steht als isolierte Hülle zwischen dem Schöpfer und mir.

Er umgibt mich von allen Seiten, ich befinde mich darin wie in einem Kokon, unfähig etwas nach außen zu übertragen und etwas von außen wahrzunehmen. Ich nehme alles nur durch den Egoismus hindurch wahr. Das ist unser Problem. Wir müssen ständig auf das Ego einschlagen. Wenn wir damit fortfahren und schließlich aus der Hülle des Egoismus hinausschauen können, werden wir die reale Welt sehen.

Es braucht großen Mut und viel Unterstützung von Freunden, ohne die es absolut unmöglich ist, sich in diese Richtung fortzubewegen.

Frage: Warum braucht man Loyalität und zu wem?

Antwort: Es tut dem Egoismus weh, wenn er geschlagen wird. Man benötigt viel Zeit, bevor man die Schale durchbrechen kann und wie ein Küken den Kopf herausstreckt. Wir müssen daher sehr ernsthaft und mit voller Hingabe gegenüber unserer Gruppe und dem Schöpfer arbeiten.

Aus dem Unterricht, 24.03.2019

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Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – Das ist Deine Belohnung!


Frage: Was denken Sie über die Verbreitung der Kabbala unter den Massen des Christentums und des Islam? Die Anwendung der Methode der Kabbala auf das Studium des Evangeliums bringt enorme Erfolge. Der Mensch beginnt zu verstehen, dass er nicht nur Märchen über Zaubertricks liest, sondern über das Bestreben, etwas in der spirituellen Welt zu verändern. Man will das jedem erklären, der es noch nicht weiß oder versteht. Ich denke, Sie sollten das Ihren christlichen Studenten erklären, besonders da das Alte Testament einen Großteil der Bibel ausmacht. Wenn sie das erst mal verstehen, wenn sie erst mal das Glück von wahrer Erlangung spüren, ohne von ihrer Kultur und Religion losgelöst zu sein, dann werden sie es wohl noch mehr unterstützen.

Antwort: Religion steht in keinster Weise mit Kabbala in Verbindung, sondern steht ihr sogar gegenüber. Religion wurde der Menschheit vor der Enthüllung der Kabbala als Rahmenbedingung fürs Leben in der Zeit der Dunkelheit gegeben. Und deshalb stirbt Religion in unserer Zeit aus, obwohl dieser Prozess ein langer ist und es möglich ist, dass es in der Zukunft dennoch Religionskriege geben wird.

Wir sprechen keine religiösen Juden an und wir verbreiten Kabbala nur unter dem säkularen Volk. Es ist nichts Neues, dem religiösen Volk zu zeigen, dass die Tora eine tiefere Bedeutung enthält. Doch sie sind nicht daran interessiert, weil das an den Fundamenten ihres Glaubens rüttelt – dem egoistischen Prinzip unserer Welt: „Mach bestimmte Handlungen und du wirst eine Belohnung dafür bekommen“.

Die Kabbala andererseits, widerspricht dem Egoismus und sagt einem, dass man überhaupt nicht s für seine Handlungen bekommen wird (man wird nichts in seinen Egoismus bekommen, natürlich nicht). Ihre ganze Belohnung besteht darin, von dem Höheren Licht zu „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ korrigiert zu werden.

Dies ist etwas, das Sie nur zu Leuten sagen können, die schon durch alle ihre egoistischen Verlangen hindurchgegangen sind und einen „Punkt im Herzen“ haben – das Verlangen nach dem Schöpfer oder der Bedeutung des Lebens. Menschen, die immer noch durch Glauben befriedigt werden, haben noch keinen „Punkt im Herzen“ und darum können wir jetzt nicht zu ihnen sprechen. Die Kabbala enthüllt einem Menschen das Gesetz der spirituellen Entwicklung. Diese Entwicklung kann nur stattfinden, wenn sie frei und ungezwungen ist – und dies ist ein weiterer Aspekt, der fundamental entgegengesetzt zur Religion steht.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wo ist in Kabbala Jesus Christus zu finden?
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
 
Kabbala Akademie

Wie reagiere ich auf den Antrieb des Schöpfers?

Frage: Wie kann ich richtig, auf den vom Schöpfer geweckten inneren Antrieb reagieren? Soll ich nicht mit dem, was er mir schickt, einverstanden sein? Er ist doch gut und Gutes tuend. Wie kann ich gegen das sein, was er in mir weckt?

Antwort: Auf keinen Fall. Du sollst zwischen uns mit einer noch stärkeren Kommunikation reagieren. Nur so kannst du seinen Einfluss auf uns, positiver und gütiger zu sein, erzwingen. Wir beeinflussen Ihn in der Kommunikation zwischen uns so, dass wir seine Führung auf eine gute Weise ändern.

Frage: Woher weiß ich, dass Er mich dazu drängt? Ist es das, was Er korrigiert?

Antwort: Dazu muss man den Kabbalisten zuhören. Bis du das System enthüllt hast, erkennst du nichts.

 

Aus dem Unterricht 17.03.2019

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Wohin mit den schlechten Gedanken?

Frage: Sie sagen, wenn ich einen schlechten Gedanken bekomme, darf ich mich weder gegen ihn wehren, noch ihn abweisen. Was soll ich dann mit ihm machen?
Antwort: Ihr müsst ihn bearbeiten. Bearbeiten bedeutet, diesen Gedanken aufzunehmen und sich damit so weit wie möglich in die Mitte des Zehners zu begeben, in die Mitte eurer kleinen Gruppe, so dass er sich in eurer Verbindung auflöst.
Stellt euch vor, ihr habt eine Gruppe, in der ihr euch als ein Ganzes vereint, wie in einer Suppe, die in einem Topf gekocht wird. Sobald ein Gedanke kommt, werft ihr ihn in diese „Suppe“, so dass er sich dort vollständig auflöst.
Welche Wirkung er auch immer in der Gruppe auslöst, es muss so sein. Das Wichtigste ist, dass die Gruppe bereit ist, diesen Gedanken so zu adaptieren, dass er sich in ihr auflöst. Ihr werdet dann ein richtiges Ergebnis sehen.
Frage: Bedeutet das, dass ich den Freunden von diesem Gedanken erzählen kann? Oder reicht es, darüber nachzudenken, damit es in der Gruppe verarbeitet wird?
Antwort: Ihr müsst nicht unbedingt darüber sprechen, könnt aber auch Rücksprache halten. Ihr werdet Schritt für Schritt, nach euren ansteigenden Erfahrungen in der Gruppenarbeit sehen, ob ihr mit euren Freunden darüber sprechen könnt, ob ihr euch noch schämt, oder etwas anderes ist.

Aus dem Unterricht vom 03.02.2019
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Der gemeinsame Punkt der Güte

Frage: Wenn der Schöpfer von allen Menschen anders wahrgenommen wird, wie kann Er dann der Verbindungspunkt der Menschen sein?

Antwort: Die Sache ist, dass die Verbindung an dem Punkt der Güte des Schöpfers zu uns stattfindet. Wir beginnen zu verstehen, dass alles, was Er tut, absolut richtig, vernünftig und gut ist.

Genau an dem Punkt der gemeinsamen Meinung über Ihn, vereinen wir uns und werden wie Er. Deshalb wird für uns der Punkt der Güte zu einer gemeinsamen Grundlage.

Dann zerstreuen wir uns abermals mit dem neuen Egoismus in verschiedene Teile, hassen uns wieder und beginnen uns erneut auf der nächsthöheren Stufe zu sammeln.

 

Aus dem Unterricht, 24.02.2019

Führen Kriege zum Fortschritt?

Frage: Sie sagen, dass die gegenseitige Zerstörung zu einem Rückschritt in der Entwicklung der Gesellschaft führt. Stimulieren Kriege normalerweise fortschreitende Kräfte?

Antwort: Das stimmt. Aber es geht nicht um Kriege, sondern um die Entwicklung der Gesellschaft. Insofern tragen Kriege nicht zur inneren Entwicklung des Menschen bei. Im Gegenteil, sie führen uns in eine Doppelspirale und liefern daher nur einen technischen Fortschritt.

Natürlich, wenn es keine Kriege oder Bedrohungen gäbe, hätte sich die Menschheit technisch gesehen um ein Vielfaches langsamer entwickelt, auch in wissenschaftlichen und anderen Bereichen, aber keineswegs im sozialen Bereich.

Die Gesellschaft schreitet auf keinen Fall durch Kriege voran, sondern weist Regression auf. Die Wunden, die ein Krieg hinterlässt, heilen sehr langsam und sind fast unheilbar. Sie lauern in unserem Inneren, obwohl wir sie ignorieren möchten, erlauben sie es uns nicht, normale Beziehungen aufzubauen.

 

Aus dem Unterricht, 13.01.2019

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Der einzige Punkt, an dem Freiheit möglich ist, ist Ihre Reaktion gegenüber dem Schöpfer


Alle Gedanken und Wünsche, ob privat oder gemeinschaftlich, sind uns von Oben gegeben, vom Schöpfer. Sie alle stammen von der einzigen Kraft der Natur (siehe den Artikel: „Es gibt nichts außer Ihm“). In diesem Fall ist es notwendig, in einem beständigen, inneren Dialog mit dem Schöpfer zu sein, um fortwährend zu prüfen, was im Herzen oder im Verstand entdeckt wird und zu versuchen zu verstehen, was der Schöpfer mitteilen will, wie er jemanden gestaltet und was die Reaktion sein sollte.

Zuerst müssen wir verstehen, dass alles von Oben gesendet wird, um uns zu entwickeln. Jedoch muss man es mit Dankbarkeit annehmen, denn es war besonders dazu ausgewählt, um unserem Status zu entsprechen und um die optimale Entwicklung sicher zu stellen, die man benötigt, um den Schöpfer zu erreichen.

Hierauf sollte man eine Eingabe machen. Letzten Endes, wenn jemand nicht den Wunsch hat fortzuschreiten, wenn sich jemand mehr dazu verpflichtet fühlt, wichtigere Dinge zu bearbeiten und andere Probleme zuerst zu lösen, dass er zuerst schnell diese Dinge erledigt und dann zum Schöpfer zurückkehrt – auch das ist ihm von Oben gesendet, um ihm zu erkennen zu geben: „Wozu?“ [Rest des Beitrags lesen →]

Warum wenden wir uns an den Schöpfer?

Frage: Ich muss niemanden um etwas bitten, wenn ich die Kraft der Elektrizität oder der Schwerkraft benutze. Warum muss ich eine spirituelle Bitte erfüllen, um mit der höchsten Kraft der Natur zu interagieren?

Antwort: Im Rahmen der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur (unsere irdische Existenz gehört zu den Tieren), befinden wir uns in einem klaren materiellen Zustand.

Wir haben hier nichts zu verlangen. Wir müssen nur wissen wie wir uns durch die materielle Natur navigieren, ihre Gesetze studieren, nutzen und  auf irgendeine Weise umsetzen können.

Wenn wir uns auf die nächste Stufe der Spiritualität erheben wollen, treten wir dort in eine ganz andere Beziehung ein – die Beziehung mit dem Schöpfer. Deshalb sind wir immer an ihn gebunden. Er wendet sich an uns, wir wenden uns an Ihn.

Wenn wir uns bekehren, wie Er werden wollen, erschaffen wir ein Bild von uns selbst als Schöpfer, das „unsere Seele“ genannt wird.

Aus dem Unterricht 16.12.2018

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Die beste Ausbildung ist jene, die einen Studenten zu einem Menschen macht

Frage: Was ist das Licht, welches in der Ausbildung von Kindern Veränderungen hervorbringt?

Antwort: Das Licht, welches verbessert, ist eine Höhere Kraft, die Kraft der Weisheit, die vom Lehrer kommt und den Studenten beeinflusst, der dann fragt: „Was ist es ?“

Das Licht, welches verbessert, ist die Wirkung der Höheren Stufe auf das Niedere, eine Wirkung mit Kraft und Rang, nicht mit Wissen. Wenn der Niedere seine Eigenschaften denen des Höheren anpasst, dann enthüllt er, was sich im Höheren befindet. Darum besteht eine echte Ausbildung darin, den Kindern immer neue Herausforderungen zu geben. Durch Diskussion, Problemlösungen und das eigene Überwinden von Hindernissen, werden sie irgendwann das Wissen von selbst erlangen.

Es stellt sich heraus, dass die reinste Form des Lehrens durch Diskussion erfolgt. Alte Schulen benutzten genau diese Methode. Rabbi Akiva saß umringt von seinen Studenten unter einem Baum und diskutierte verschiedene Themen.

Andere Länder hatten einen besonderen Platz eingerichtet, wo sich die Leute treffen konnten und Verschiedenes diskutieren. Sie kamen und gingen, wann sie wollten, hörten anderen zu und drückten ihre Meinung aus. Dank ihrer Diskussionen und des freien Meinungsaustausches wurden diese Menschen in die Gesellschaft einbezogen. Diese Art der Ausbildung war für viele Kulturen charakteristisch, sogar das Wort „Schule“, übersetzt aus dem alten Griechenland, bedeutet „Freizeit“ – gut genutzte Zeit.

Darin liegt das Wesen einer Schule: Ein Mensch geht dort hin, um in einer freundlichen Athmosphäre, die gut für seine Entwicklung ist, teilzuhaben. Wir hingegen stopfen unsere Kinder zu ihrem Schaden mit Wissen voll. Solche Art von Ausbildung können sie nicht ausstehen. Erstens studiert der Mensch nicht von selbst, sondern er wird wie ein Roboter mit Daten vollgestopft. Zweitens wird er dadurch nicht zu einem „Menschen“ geformt. Und das bringt laut Aristoteles und Plato großen Schaden.

Kabbala Akademie

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Lösung für unser mangelchaftes Erziehungssystem liegt im Studium der Höheren Lenkung
Blog-post: Bildung durch Dialog und Diskussion

 

Was haben wir damals im alten Babylon falsch gemacht?


Eine Frage, die ich bezüglich meines Beitrags über Hyperaktive Kinder – Das Resultat des wachsenden Egoismus erhalten habe:

Ich verstehe Ihre Verwendung des Begriffs „egoistisch“ nicht. Und es wird für mich umso verwirrender, wenn Sie diesen Begriff als Gegenteil des Wortes „altruistisch“ verwenden. Können Sie das vielleicht näher erklären, wenn wir in die Zeit von Babylon zurückgehen? Was haben wir damals falsch gemacht als wir uns für den Weg entschieden haben, der uns bis heute zu diesem Punkt geführt hat – und was noch viel wichtiger ist, wie können wir dieses Problem in Zukunft lösen?

Meine Antwort: Abraham hatte entdeckt, dass seine Mitbürger im alten Babylon (der Stadt Ur, besser gesagt, wo er lebte) eine zunehmende Tendenz zeigten, sich gegenseitig für ihre eigenen egoistischen Absichten auszunutzen.

Durch die Analyse dieses Problems entdeckte er, warum es passierte: Der Egoismus wächst ständig, so dass die Menschen über ihn hinauswachsen können und ihren Aufstieg für altruistischen Wachstum benutzen (wie eine Erhebung über einen ständig wachsenden Berg, der unter unseren Füßen liegt). Ein solches Prinzip der Existenz bezeichnet man als „Glaube über dem Verstand“ – Geben besitzt einen höheren Stellenwert als Empfangen. Obwohl Abraham damals versuchte, die Bewohner von Babylon von der Verwirklichung der Naturgesetze zu überzeugen, die sich ihnen enthüllten, entschieden sie sich dennoch anders. Sie wählten einen Weg, auf dem sie der Egoismus begleitete und unterwarfen sich seinen Prinzipien: Ich tue was ich will, solange es für mich möglich ist, das zu tun.

Heute hat uns dieser Weg in eine Sackgasse geführt. Jetzt müssen wir die Methode der Korrektur akzeptieren, entweder unfreiwillig oder mit Übereinstimmung mit uns selbst.

Verwandtes Material (engl.):

* ARTICLE: Havoc in Modern-Day Babylon – the idea of unity among all human beings is no more to us than an imaginary children’s story. Back in babylon, someone had a way for humanity to unite. Today, our world needs such a method more than ever.

Kabbala Akademie