Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Entwicklung'

Der Tag fängt mit dem Abend an

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich prüfen, dass ich mittels des Lichtes und nicht mittels des Leidens vorankomme?

Meine Antwort: Ein Merkmal dafür, dass du mittels des Lichtes vorankommst, ist die Freude. Es ist geschrieben, dass „die Freude eine Folgerung der guten Taten ist“. Wenn ich mit den anderen verbunden bin, dann bin ich immer ein Teil des gesunden Körpers und bekomme von ihm die Kräfte und die Inspiration. Sie zirkulieren ständig in unserem gemeinsamen Organismus, fließen von einer Stelle in die andere über, deshalb falle ich niemals runter und werde nie enttäuscht!

Ich fühle keine Müdigkeit! Klar kann ich im Körper die physische Müdigkeit spüren – aber niemals in der Seele!

Ununterbrochen bekomme ich die neuen Wünsche und die neuen Füllungen von den anderen, die von ihnen zu mir überfließen, und später von mir zu ihnen zurück. In diesem Zustand hört der Mensch auf zu empfinden, was die Abstiege und die Aufstiege bedeuten. Für ihn wird alles ein Ganzes.

In Wirklichkeit, fängt der Tag mit dem Abend an. Aber ich empfinde dies nicht als dunkle Nacht, sondern fühle, dass es eine Vorbereitung auf die nächste Stufe ist. Ich muss mich jetzt ein wenig mit dem Appetit versorgen bzw. hungrig werden, – um später mehr sensibel für das Begreifen sein.

Diese Nacht ist keine schreckliche Finsternis, wie wir momentan glauben. Es ist die Dunkelheit innerhalb des Egoismus – die Zeit für den Aufbau des geistigen Gefäßes (Kli). Während wir im irdischen Leben in der Nacht schlafen gehen, arbeiten wir eifrig in der Spiritualität in der Nacht. Wir erschaffen uns selbst  – wir bauen uns auf! Als ob man in der Nacht das Auto baut, mit dem man am nächsten Morgen losfährt.

Denken Sie bitte nicht, dass die spirituelle “ Nacht“ ein Traum von Loslösung von der Realität ist. Ich werde von der vorhergehenden Realität abgerissen, um eine neue Realität zu finden! Und ich baue sie mittels des Glaubens über dem Verstand.

In „der Mitternacht“ geschieht die Vereinigung (Siwug) Aba we Ima für die Bildung der neuen Wünsche (Kelim). Ich soll in der Dunkelheit arbeiten, weil die Dunkelheit von mir die alten Wünsche verbirgt (denn ich brauche sie nicht mehr und soll nun die neue Stufe hinaufsteigen) und sie verbirgt die neuen Wünsche auch, damit ich sie suche und an mich verbinde, um zu verstehen, wo sie sind und warum!

Auf diese Weise spielen wir mit dem Kind – aber es soll später etwas selbst machen! Sein Spielzeug soll zerlegbar sein (wie Lego oder die Würfel). Denn das Kind soll das selbständig zusammenbauen können – und dies ist unsere geistige Arbeit in „der Nacht“ eben.

Deshalb empfindet derjenige, der mit der Umgebung fest verbunden ist, keine Abstiege oder Abweichungen vom geistigen Wege. Im Gegenteil, er fühlt die Möglichkeit für die Arbeit und das hinreißende Abenteuer, wie ein Kind, welches die Natur zur Entwicklung stößt und es deshalb solche Spiele mag: wo es sammeln oder bauen kann.

Und wenn die Umgebung uns zu diesem Spiel anstoßen wird, wie das Kind seine Natur stößt, dann werden wir uns wie auf einer spannenden Wanderung fühlen. Aber wenn die Umgebung uns solche Inspiration nicht gewährleistet, dann wollen wir auch nicht spielen – wie das kranke Kind, das diesen Wunsch von der Natur nicht erhielt und deshalb in der Entwicklung zurückbleibt.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 11.06.2010

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Seifenoper mit dem Titel „Mein Leben“

Wir können lediglich die Ver- und Enthüllung in unserem Inneren beeinflussen. Denn wir befinden uns im unveränderlichen und ewigen Universum, das keinen Anfang hat und niemals ein Ende haben wird.

Selbst dann, wenn wir sagen, dass einst das Geschöpf entstanden ist, um die Korrektur zu erreichen, wonach sein Vorhaben beendet wird, indem es in den Schöpfer vollständig eingereiht wird, ist dies falsch, weil wir uns alles unter der Einbeziehung von Zeit vorstellen.

Wir können auch nicht anders, dies ist unsere Natur eben. Das Geschehende geschieht nicht, sondern existiert ständig.

Wir befinden uns innerhalb dieses einzigartigen Systems, das „die Natur“ oder „der Schöpfer“ heißt, in dem keinerlei Veränderungen geschehen. Nur wir ändern uns in unseren Empfindungen!

Engels formulierte folgenden Satz: „das Leben ist die objektive Realität, die uns in den Empfindungen gegeben ist“ – hätte man das Wort „objektiv“, mit „subjektiv“ – ersetzt, wäre die Aussage richtig! Wenn es überhaupt Veränderungen gibt – dann nur in unserem Inneren.

Wie können wir beginnen, uns bewusst und freiwillig zu verändern, um unsere Veränderungen unter Kontrolle zu haben? Es gibt solche Veränderungen in meinen inneren Wünschen, die meinen Blick auf die Realität so ändern, dass ich sie in Form von Problemen, Kriegen oder Leiden empfinde. Und es gibt auch gute Veränderungen, wer weiß jedoch, wie diese zu steuern sind?

Das lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala. Und es steht fest, dass, wenn die Realität unveränderlich ist, dann kann ich nur meine eigenen Eigenschaften verändern, wodurch die Weltanschauung beeinflusst wird, und ich kann entscheiden, welche „Seifenoper“ ich unter dem Titel „Mein Leben“ sehen will.

Es heißt aber nicht, dass ich beliebige Filme aller Genres abspielen kann. Es gibt ein Programm, das mich zur Enthüllung des wahrhaften Bildes bringen sollte, wenn alle Verhüllungen verschwinden und ich wahrhaftig den ewigen und vollkommenen Zustand erreiche. Danach werde ich die Realität als beständig und unveränderlich ansehen.

Wenn ich das alles verstehe, dann kann ich auf dem guten Wege vorankommen. Ansonsten muss ich den Leidensweg antreten und darauf voranschreiten. Es handelt sich nur um die Veränderungen innerhalb des Menschen, welcher in der bisher unbekannten Umwelt existiert, die der Schöpfer oder die Unendlichkeit genannt wird. Wir sind nicht in der Lage, die Reihenfolge der Stufen zu verändern, die bereits in uns vorprogrammiert ist. Und wer sind wir eigentlich, um zu verstehen, wie das sein soll?

Aber wir können unser Vorankommen beschleunigen, uns eigenwillig darin einreihen und anstrengen. Und die Geschwindigkeit des Aufstiegs wird uns andere Empfindungen geben.

Denn es ist viel schwieriger sich zum schicksalhaften Ereignis hinzu bewegen, während man damit nicht einverstanden ist, und nicht in der Lage ist, es zu vermeiden. Und etwas ganz anderes ist es auch, zum erwünschten Ziel voranschreiten! Dann wird mir der Weg gefallen, und ich werde dieses mit Freude tun.

Das heißt, alles hängt von unserer Vorbereitung auf die folgenden Zustände ab, welche unvermeidlich kommen werden. Aber meine Bereitschaft bestimmt meine Empfindung und die Geschwindigkeit der Bewegung. Deshalb brauchen wir die Wissenschaft der Kabbala, um uns mit ihrer Hilfe unsere eigene Entwicklung auf dem guten, angenehmen und kurzen Weg zu machen, anstelle des schmerzvollen und langen Weges.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum TES“, 10.06.2010.

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Unsere gesamte Geschichte ist nur Vorbereitung auf den Aufstieg

Sohar, Abschnitt „Wajigash„, Punkt 102: „Eine Stimme wird in Ramah gehört.“ Die Stimme, Nukwa, erhob sich und wurde in Bina, die Ramah (Höhe), die obere Welt, genannt wird, gehört. „In Ramah“ bedeutet, dass Nukwa die linke Linie von Bina kleidet, wie geschrieben steht: „Und an diesem Tag rief der Herr, Gott der Heerscharen, auf, zu Weinen und zu Klagen.“ Dies geschieht auf Grund des Erwachens der großen Dinim, die sich dort befinden, die all ihre Lichter versperren; dies ist die zweite Korrektur. Und dann wird „der Fluss ausgetrocknet werden“, denn die beiden Tempel sind zerstört.

Das Zerbrechen ist für die nachfolgende Korrektur notwendig, um in dessen Verlauf das Ziel des Schöpfers zu begreifen.

In der Wissenschaft der Kabbala studieren wir alles, was in den höheren Welten geschah, die gesamte Vorbereitung zur Erschaffung unserer Welt. Und erst mit unserer Welt beginnen wir mit der Korrektur, von unten nach oben.

Genauso müssen wir auch unsere Geschichte betrachten. Die Zerstörung des Ersten und des Zweiten Tempels, alles, was wir im Laufe der Geschichte durchlebt haben, war lediglich Vorbereitung, die von oben nach unten verlief. Und erst jetzt beginnen wir mit der Korrektur, mit dem Aufstieg von unten nach oben.

Wie es in „Talmud Esser HaSefirot“ und der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ steht, erfolgte alles, was in den höheren Welten geschah, einschließlich des Zerbrechens der Gesamtseele, von oben nach unten, durch die höhere Kraft, ohne jegliches Zutun des Unteren.

Der Untere beginnt erst jetzt, nach der Vermischung aller Verlangen und dem letzten Exil, zu handeln, jetzt bietet sich die Möglichkeit (der Raum) für den freien Willen, jetzt enthüllt sich das Buch Sohar und jetzt existieren alle Bedingungen für die Entwicklung.

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Die Handlung plus die Absicht

„Der Schöpfer – ist barmherzig und schafft nur das Gute“. Wir müssen es als das einzige Axiom der Spiritualität annehmen.Denn von oben kommt nichts Schlechtes, und es wird uns nur das absolut Gute offenbart, weil das Licht sich in der absoluten Ruhe befindet- das ganze Problem ist nur im Gefäß, im Wunsch der Schöpfung.

Folglich hängt alles vom Menschen ab, von seiner Bemühung und Vorbereitung. Die Handlung kann sowohl das Erhalten als auch das Geben sein, und die Absicht kann auf sich oder auf den anderen gerichtet sein.

Wir beginnen unsere Entwicklung mit dem „Erhalten für sich“, aus der doppelten Verhüllung, aus Lo Lishma. Die Handlung ist hier – das Erhalten, die Absicht – für sich. Dann kommen wir, dank unseren Bemühungen, zur Stufe „das Geben für sich“.

Beim Übergang vom „Erhalten für sich“ zum „Geben für sich“ hat sich nur die mechanische Handlung geändert. Wir sind in der Lage, diesen Zustand zu erreichen!

Wir sind aber nicht in der Lage, die Absicht zu verändern, denn nur das Licht kann sie korrigieren, dafür können wir die Handlung vom Erhalten auf das Geben umstellen – weil dies auch in unserem Sinne ist!

Und wir geben – um sich besser zu fühlen! Diese Arbeit heißt „sich den Freund zu kaufen“.

Um aber vom „Geben für das Erhalten“ zum „Geben für das Geben“ zu kommen – muss man die Absicht verändern, wofür die Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, notwendig ist.

Ich strenge mich an und begehe die Handlungen, ich bemühe mich, alles in der Gruppe und im Studium zu machen, dennoch erfolgt die Veränderung in der Absicht nur mittels der Kraft des Lichtes.

Und wenn wir zum „Geben für das Geben“ kommen, zur Stufe des Glaubens, Lishma, zur Stufe der Belohnung und der Bestrafung, zur ersten Enthüllung – dann erheben wir uns bewusst zur Stufe „das Erhalten für das Geben“ hinauf, sowohl in der Handlung als auch mittels der Einwirkung des Lichtes (in der Absicht).

Aus dem Unterricht nach dem Artikel Rabasch, 09.06.2010

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Aus dem Land der Liliputaner – ins Land der Gulliweren

Frage: Was ist „Bürgschaft“?

Antwort: Gestern habe ich im Kinderunterricht ein Beispiel herbeigeführt: Jeder Mensch verfügt über eine sehr kleine egoistische Kraft.

Mit ihr alleine, sind wir nicht in der Lage die Spiritualität zu erreichen, denn die Höhere Welt ist vollständig auf das Geben eingestellt, und außerdem befindet sie sich auf einer höheren Stufe – d.h. wir müssen stärker sein, als jetzt.

Wie kann man unsere kleine Kraft verstärken und sie aus der nehmenden Kraft in die gebende umwandeln? – Mit Hilfe der Vereinigung!

Wir müssen die Form der gegenseitigen Bürgschaft erreichen, d.h. uns vollständig, ohne jegliche Grenzen miteinander verbinden. Wie macht man das?

Angenommen, es gibt 50 Menschen – angefangen mit dem kleinsten bis zum größten. Wenn sich alle in den kleinsten Menschen einschließen werden, wird er zum Riesen mit der Größe vom 20 Metern und dem Gewicht von 1000 kg.

Und wenn sich alle in den größten Menschen einreihen werden, der einen Kopf größer als die anderen ist? Wir werden sowieso denselben Riesen – mit der Größe von 20 Metern und dem Gewicht von 1000 kg betrachten.

Das heißt, es wird nach dem gegenseitigen Einschluss weder die kleinen Menschen, noch die großen geben – alle werden gleich sein.

Und wann werden sie in die Höhere Welt eingehen können? – Wenn sie eine Einheit bilden bzw. gegenseitige Verbindung erreichen. Diese Form der Vereinigung wird eben als Bürgschaft bezeichnet.

Auf diese Weise müssen wir uns das gemeinsame geistige Gefäß (Seele, Kli) vorstellen. Es gibt darin keinen Unterschied zwischen den Seelen – weder der „Größe“ nach, noch „dem Gewicht“ nach.

Und wenn die Anfänger zu uns kommen, dann werden sie mit uns zusammen erreichen, was auch wir erreichen werden.

Es ist diese besondere, wunderbare Kraft, die in der Bürgschaft eingeschlossen ist.

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar, 07.06.2010.

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Innere Wissenschaft

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die Kabbalisten uns von der höheren Welt erzählen wollen, warum benutzen sie dann für Beschreibungen in ihren Büchern die Worte unserer Welt und bringen uns so durcheinander?

Meine Antwort: Die Kabbalisten sprechen die „Sprache der Zweige“ mit uns. Die Wissenschaft der Kabbala ist für diejenigen zu Papier gebracht worden, die den Punkt im Herzen haben, d.h., die die Spiritualität, die höhere Welt enthüllen wollen. Selbst wenn sie nicht verstehen, was das ist, streben sie danach.

Wenn du das willst, dann nimm das Buch und lies über Dinge, die sich scheinbar in dieser Welt befinden, doch versuche ständig, sie dir in der höheren Welt vorzustellen, wo es nur Kräfte und Eigenschaften, nur Empfangen und Geben gibt – nichts anderes!

Darum erklärt uns Baal haSulam mit den Worten unserer Welt, welche Bedeutung jedes Wort in der höheren Welt hat.

Ich versuche, dieses Bild zu sehen – doch wo ist es?! Es ist nicht irgendwo im Himmel, es ist in mir drin. Das heißt, die Rede ist nur von meinen inneren Kräften, von der Welt in meinem Inneren.

Und überhaupt erzählt das Buch nur von mir – es ist alles in mir drin: Menschen und Tiere, Sonne und Mond, spirituelle Parzufim.

Doch wenn ich mir das alles in mir drin vorstelle, muss ich auch noch wollen, dass das Licht kommt und dieses Bild in mir korrigiert, mich diese Kräfte der Liebe und des Gebens sehen und spüren lässt.

Und ich will nicht nur dieses Geben enthüllen, sondern die Kraft, die über alles regiert und sich Schöpfer nennt.

Dafür muss ich mir vorstellen, dass auch Menschen, die mich in dieser Welt umgeben, in mir drin sind. Es gibt niemanden sonst – das alles sind meine inneren Kräfte.

Fang an, dir vorzustellen, dass du dich mit ihnen allen, mit all diesen Kräften in deinem Inneren, verbindest. Und wenn du beginnst, immer auf diese Weise mit dem Buch zu arbeiten, wird dich das auf das Geben ausrichten.

Dadurch wirst du das wahre Bild erwecken und es dir selbst näherbringen. Dies bedeutet, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Das Buch hilft uns nur, das zu enthüllen, was sich ohnehin in jedem von uns befindet. Es bringt uns bei, unsere Augen auf die Enthüllung der gesamten Welten, der gesamten Schöpfung, der gesamten Realität zu fokussieren.

Außerhalb von uns gibt es nichts – aus diesem Grund nennt sich die Kabbala auch eine innere Wissenschaft.

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Das Schattenspiel

Um begreifen und spüren zu können, wo wir uns befinden, müssen wir spirituell wachsen.

Wie ein Samentropfen, der in einem besonderen Ort, im Mutterleib, zu wachsen beginnt, dann aber aus ihm in die Welt heraustritt und in einem größeren Raum weiter wächst und so zu einem erwachsenen Menschen wird.

So geschieht es in der materiellen Welt und genauso sieht es mit unserer inneren, spirituellen Entwicklung aus.

In einem bestimmten Abschnitt unseres irdischen Lebens beginnen wir. den spirituellen Samentropfen, der sich „Punkt im Herzen“ nennt, das Verlangen zu spiritueller Entwicklung,  in uns zu spüren. Das bedeutet, dass sich dieser Punkt enthüllt hat.

Genauso, wie wir in dieser Welt nicht existiert haben, bis unsere Eltern uns in die Welt gesetzt haben, setzen uns auch Eltern (so heißen sie auch „Aba we Ima“ – Vater und Mutter) in die spirituelle Welt.

Die spirituelle Entwicklung vollzieht sich unter Einwirkung der Kraft, die sich das höhere Licht nennt.

Sie führt uns durch Verhüllungen und Enthüllungen des Lichtes und schwingt uns hin und her, indem sie uns abwechselnd sich selbst und die gesamte Realität enthüllt und wieder verhüllt. Sie spielt mit uns und zwingt uns, einmal mehr und einmal weniger nach ihr zu streben.

Wenn wir auf diese Einwirkung des Lichts, das uns abwechselnd in einen guten oder in einen schlechten Zustand, in das Verständnis oder in den Nebel versetzt, richtig reagieren, dann entwickeln wir uns –  einen weiteren Augenblick, einen weiteren Tag, oder eine weitere Woche.

Man kann sich so Jahrtausende lang entwickeln, man kann aber in nur ein oder zwei Jahren die Entwicklung abschliessen. Alles hängt von dem einzelnen Individuum ab, man muss nur wissen, wie man auf die uns antreibende Kraft reagiert, um alles auf eine Quelle zurueckzufuehren: „Es gibt niemanden außer Ihm“, die sich hinter dieser ganzen Realitätsfassade versteckt.

So fange ich allmählich an, Ihn zu erkennen und mich durch diese Realität hindurchzugraben, um diese Kraft wahrzunehmen und zu begreifen, wie sie durch all diese Verkleidungen wirkt: durch enge Freunde, durch fremde Menschen, durch die Natur und durch mich selbst, indem sie mein Inneres verändert.

Dann werde ich mich wie eine „Blackbox“ fühlen, die die auf sie zukommenden Einwirkungen ein wenig versteht und spürt und nur auf das, was mit ihr geschieht, reagieren muss.

Sie scheinen von der von mir zu sehenden Realität zu kommen: von mir nahestehenden und fremden Menschen, von Freunden und Feinden – von diesen Schatten, die die höhere Kraft verhüllen.

Wenn diese Verhüllung mich dazu bringt, mich durch sie hindurch mit dem Schöpfer zu verbinden, dann heißt das der Schatten der Heiligkeit, wenn ich genau durch diesen Widerstand, durch dieses Spiel meine Beziehung mit dem Schöpfer aufbaue.

Dann verstehe ich dieses ganze Spiel, das Er mir zeigt, und dadurch erkenne und verstehe ich Ihn.
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Die Kräfte des Guten zu erwecken

Eine Frage, die ich erhielt: Mich wundert, welche bedeutenden Veränderungen jetzt geschehen – es entstehen eine Menge neue Gruppen, wie die Pilze nach dem Regen.

Wie gelingt es uns, ein solches Ergebnis in der inneren Arbeit zu erreichen?

Meine Antwort: Es hängt nicht nur von uns ab. Sie sehen, wie viele neue, ernste Menschen zu uns kommen – es bedeutet, dass die Zeit wirklich reif ist. Der Schöpfer möchte die Menschen der Kabbala annähern!

Nach allen diesen Windungen der Spirale unserer Entwicklung, sind wir endlich beim geistigen Gen (dem Punkt im Herzen) angekommen, und das umgebende Licht begann einzuwirken.

Wir müssen ihnen nun helfen, die Umgebung, die Gruppe, dieses Hilfssystem zu organisieren.

Folglich werden wir zusammen beginnen, das Licht der Korrektur zu fordern – 3-5 Jahre für die Vorbereitungsperiode, über welche Baal HaSulam schreibt, werden nicht mehr nötig sein. Die Korrektur wird sehr schnell und leicht erfolgen.

Stellen Sie sich den Unterschied vor – wenn der Mensch aus der Bewusstlosigkeit aufwachen soll, während alle seine Systeme noch schlafen und nicht funktionieren, oder aber wenn im Körper eine Menge verschiedener Teile schon aufgewacht sind und man diesen Prozess nur beenden muss.

Es ist nicht ein einziges Organ des Körpers, das im unbelebten Körper erwachen will – sondern eine Menge der wiederbelebten Teile.

Und es ist klar, dass es dabei viel mehr Möglichkeiten gibt, um schnell zur Besinnung zu kommen und hinaufzusteigen.

Ich bin überzeugt, dass wir in allernächster Zukunft die riesigen Veränderungen in der ganzen Welt sehen werden. Denn die Welt befindet sich in einem sehr gefährlichen Zustand – die Krise ist noch lange nicht vorbei.

Und welche furchtbare Katastrophe geschieht mit dem Erdöl, das im Golf von Mexiko ausgegossen wird. Wir verstehen noch nicht, welche Folgen es haben kann.

Es ist unmöglich, diesen Springbrunnen zu stopfen – stellen sie sich vor, was geschehen kann?! Jetzt strömt aus dem Inneren der Erde das Meer des Erdöles, was zur katastrophalen Verschmutzung führt. Es wird nicht nur Florida und Amerika beeinflussen, sondern auch die gesamte Welt.

Die Menschen denken schon daran, mittels einer nuklearen Explosion den Durchgang des Erdöls zu bedecken. Aber sie befürchten, dass er sich an anderen Stellen öffnen wird. Wir haben die bösen Kräfte in die Welt gelassen…

Deshalb hoffe ich, dass mit Hilfe aller unserer kabbalistischer Gruppen, die sich weltweit bilden, sowie mittels einzelner Menschen, die zu uns kommen, wir die Kräfte des Guten im Gegensatz zum geöffneten Übel erwecken können werden.

Wir sollen handeln bzw. uns korrigieren – und dann werden wir unbedingt vorankommen. Denn wir haben die Kraft der Tora bzw. das Licht der Korrektur bekommen – alles weitere hängt von uns ab.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Vorwort zu TES“, 31.05.2010

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Was nehme ich in die Ewigkeit mit?

Eine Frage, die ich erhielt: Wird sich meine Seele an alles erinnern, was ich in diesem Leben gelernt habe? Werde ich im nächsten Leben das Kabbalastudium fortsetzen und wieder die Gruppe aufsuchen?

Meine Antwort: Das einzige, was der Mensch aus diesem Leben mitnimmt, ist sein spiritueller Weg. Er geht ihm nicht verloren.

Denn wir bleiben in derselben Realität im Hinblick auf die Spiritualität, sie ist uns ein wenig verborgen. Ich befinde mich ununterbrochen innerhalb meiner Seele, auch wenn ich sie nicht spüre. Aber ich arbeite sogar heute mit ihr und gehe verschiedene Zustände durch.

Das alles geschieht in meiner ewigen Seele. Die physischen Körper und diese Welt, die ich jetzt sehe, sind ein „Trugbild“ meines geistigen Zustandes. Und wenn ich heute innerlich arbeite, dann werde ich mein nächstes Leben aus dem mehr fortgeschrittenen spirituellen Zustand heraus beginnen: das heißt schneller eine kabbalistische Gruppe aufsuchen und erfolgreicher studieren. Der gesamte vorige Weg bleibt in mir in Form der geistigen Gene (Reshimot) erhalten – er wird nicht verloren gehen. In der höheren Welt verschwindet überhaupt nichts – nur in unserer Welt verschwindet alles, weil sie selbst auch verschwindet.

Und von allem, was ich für den egoistischen Wunsch erworben habe, wird nichts übrig bleiben, denn dieser Wunsch auch verloren gehen wird. Es bleibt nur das äußere Gewand erhalten. Jedes Mal, wenn die Seele den neuen Gilgul durchlebt, baut sie sich ihre Umgebung, entsprechend der Fähigkeit und der Notwendigkeit, sich zu korrigieren.

Warum befinde ich mich gerade in solcher Umgebung, und nicht woanders? Weil diese für meine Seele erforderlich ist. Die Körper spielen dabei keine Rolle – sie befinden sich in der Verbindung miteinander, innerhalb dieser Welt mit allen ihren Ereignissen, nur im Maß der Notwendigkeit der Korrektur der Seele.

Und der Körper ist unwichtig. Er existiert eigentlich nicht und ist eine virtuelle Illusion, die vor uns in solcher Form erscheint. In Wirklichkeit existiert nur die Seele – aber wir fühlen sie gerade nicht… Und ihre Entwicklung bestimmt eindeutig, was mit dem Körper geschieht.

Deshalb schreibt Baal HaSulam am Ende des “ Vorwort zum Buch Sohar„, dass nur die Korrektur der Seelen uns helfen wird, unsere Welt zu korrigieren und, auch dieses Leben als besser zu empfinden.

Alle Verbrechen, die in dieser Welt geschehen sind Folgerungen einer unkorrigierten Seele. Und in dieser Welt gibt es keine Handlungen und keine Korrektur – alle Veränderungen sind nur innerhalb der Seele möglich…

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Beharrlichkeit ist der Schlüssel zum Heilungsprozess


Wir werden vom Höheren Licht beeinflusst, das uns über unser egoistisches Verlangen erhebt. Dennoch werden wir später aus eigener Kraft aus diesem Verlangen herauskommen müssen. Wenn das Licht uns erhebt, erscheint es uns, als würden wir aus Ägypten fliehen. Können wir jedoch wirklich aus Ägypten fliehen, wenn es sich in uns befindet, wenn es unsere wirkliche Natur ist?

Dies bringt uns zur Frage: Was bedeutet es, dass wir uns in der Wüste befinden? Es ist, wenn Ägypten zu mir zurückkehrt und ich habe aus jedem Teil von ihm herauszutreten. Dies wird die 40 jährige Reise durch die Wüste genannt. Dies geschieht, wenn ich folgend mein Verlangen vermehre und wahrnehme, wie ein Embryo seine Organe der Reihe nach entwickelt, eins nach dem anderen. Zuerst entwickelt sich ein Teil, dann ein anderer und die Entwicklung bewegt sich in eine (bestimmte) Richtung gefolgt von einer anderen, wobei sie verschiedene Hürden und Probleme bewältigt. Der Prozess des Seelenwachstums und der Seelenentwicklung ist gleich einem Embryo im Mutterleib.

Wir müssen dankbar dafür sein, das Buch Sohar zu haben, denn es ist das Mittel zur Erlösung, das uns von einem Tag zum nächsten ändert. Dennoch werden wir das Resultat nicht verspüren, bevor dieses Hilfsmittel in vollem Maße zu funktionieren beginnt. Es wirkt schrittweise, wie Medizin, die für einen kranken Menschen verschrieben wurde, der es täglich einzunehmen hat, jedoch erst nach einigen Wochen beginnen wird, sich besser zu fühlen.

Einstweilen fährt er damit fort, die Medizin täglich einzunehmen, jedoch fühlt er sich noch elender. Das gleiche geschieht mit unserer spirituellen Entwicklung. Deshalb müssen wir beharrlich sein und beständig mehr Bemühungen hinzufügen, selbst wenn es scheint als würde die Medizin nicht wirken – bis unser Kelch überläuft.

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