Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Empfangen'

Die Liebe ist die gegenseitige Durchdringung

Die Nächstenliebe bedeutet, dass ich den Wunsch meines Nächsten gefühlt und mir angeeignet habe.

Ich „absorbiere“ den Wunsch meines Nächsten mit meinem ACHAP, genauso wie Bina es tut, um ihn mit allem zu füllen, was er will. Es ist eben die Liebe. So liebt die Mutter ihr Kind.

Folglich muss ich die Stufe Bina erreichen, durch die Stufe „Chafez Chesed“ (sich über die eigenen Wünschen erhebend) gehen. Anfangs, wenn mein Punkt im Herzen erwacht, bekomme ich die Freiheit der Wahl, betrete die Gruppe und lerne dort, obwohl ich immer noch eine egoistische Absicht „lo-lischma“ habe.

Später steige ich auf das erste Niveau der altruistischen Absicht „lischma“ hinauf, das „Chafez Chessed“ heißt. Auf dieser Stufe Bina bekomme ich zuerst die Wünsche des Gebens, G“E, und dann die Wünsche des Empfangens um zu Geben, ACHA“P

Ich erhebe mich über den Berg der Selbstsucht, über die Stufe null, eins und zwei – G“E, und dann  über den Berg der Selbstsucht des dritten und vierten Grads – ACHA“P

Folglich kann ich mein АCHA“P einsetzen, um mich zu den Anderen ebenso zu verhalten, wie sich Bina zu Malchut verhält. Es ist schon die vollkommene Absicht „lischma“, die Stufe der Liebe.

Warum gerade der Liebe? Weil ich mich mit den Anderen verbinde, ihre Wünsche übernehme und sie bediene.

Auf diese Weise erreichen wir die Nächstenliebe und öffnen darin die Liebe zum Schöpfer, die das Ende der Korrektur andeutet.

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Der Ausstieg aus der Flasche

Der kommende Kongress ist ein Kongress der Vereinigung. Wir wollen solche Einheit schaffen, in der wir die Höhere Welt enthüllen, d.h. Mit der Kraft der allgemeinen Vereinigung, über die persönliche Selbstsucht jeden Einzelnen hinaufsteigen werden.

Jeder Mensch wird fühlen, dass in diesem Aufstieg die neue Empfindung der neuen Welt, der Durchbruch in die neue Dimension ist, wo wir I’m Geben, und nicht I’m Empfangen wie hier existieren. Die zweite Hälfte der Realität lebt nach dem Gesetz Des Gebens, I’m Unterschied zur Realität unserer Welt, die nach dem Gesetz Des Empfangens existiert. Wir wollen, dass jeder Mensch in der Gruppe die großen Kräfte bekommt, welche es ihm ermöglichen, durch „den Flaschenhals“ herauszukommen und ein wenig die Welt zu empfinden, die nach den Prinzipien Des Gebens lebt. Und obwohl wir später zurückrutschen können, werden sich dennoch mit der Zeit solche Ausstiege beschleunigen. Der Mensch wird beginnen, sich an das Dasein zwischen zwei Welten zu gewöhnen und, zu verstehen, was mit ihm gerade geschieht, bis seine Bemühungen Erfolg bringen, und ER zum ständigen Bewohner der spirituellen Welt wird.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 31.10.2010

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Was du empfangen hast, gib weiter!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir mit dem Verlangen zu empfangen erschaffen werden und für ewig damit bleiben, wie können wir dann dem Schöpfer ähnlich werden, dessen Eigenschaft das Geben ist?

Meine Antwort: Wenn du mit Hilfe deines Verlangens zu empfangen anfängst, an die Anderen zu geben, wirst du dein Geben dadurch nur vergrößern.

Es gibt zwei Arten von Natur:

1. Das Licht = die Lichtquelle = der Schöpfer = der Gebende

2. Das Verlangen = der Empfangende = die Schöpfung

Die Schöpfung empfängt immer, sie kann niemals geben. Wenn davon die Rede ist, dass die Schöpfung dem Schöpfer ähnlich wird, bedeutet das „Empfangen um des Gebens willen“, sprich empfangen und weiter geben!

Ich kann aber das Licht nicht weitergeben, wie irgendeinen Gegenstand, der in unserer Welt von Hand zu Hand weitergereicht wird! Und wie funktioniert es dann? Wie kann ich dir etwas geben?

Ich empfange vom Schöpfer, anders geht es gar nicht, denn ich bin das Verlangen, Genuss zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen kann nicht geben, so etwas existiert nicht in der Natur! Unsere Natur arbeitet nur auf die Absorption, auf die Aufnahme hin. Das ist ein Naturgesetz, welches nicht gebrochen werden kann.

Wie kann ich dann an dich, an einen für mich fremden Menschen, geben? Hier wird eine besondere Handlung vollzogen.

Von dem gleichen Schöpfer kommt das Umgebende Licht, das „zu seiner Quelle zurückführt“. Dieses Licht vollzieht die Korrektur und verbindet dich und mich zusammen. Und dann gebe ich nicht an dich, sondern empfange, aber in deine Verlangen! Und das bedeutet, dass ich an dich gebe!

Ich schließe den ganzen „Körper“ der Gesamtseele an mich an, er wird zu meinem, und dann empfange ich für ihn, was jedoch als mein Geben an ihn bezeichnet wird. So ein wundersames Kunststück wird hier vollbracht.

Wenn ich einen anderen Menschen als einen Teil von mit selbst wahrnehme, dann gebe ich quasi, indem ich für ihn empfange. Man könnte dem widersprechen: Was ist es für ein Geben, es ist immer noch das gleiche Empfangen!

Sagen wir mal, ich wollte nicht an jemanden geben, bis sich plötzlich herausgestellt hat, dass er mein Sohn ist! Dann bin ich bereit, ihm alles zu geben, denn ich nehme ihn als einen Teil von mir selbst wahr. Doch ist das etwa Geben?

Wenn ich früher, solange ich nichts gewusst habe, an ihn gegeben hätte, wäre es das wirklich. Und nun, was ist es nur für ein Geben, wenn es dein eigener Sohn ist? Das ist das Gleiche, wie an sich selbst zu geben.

Das würde alles stimmen, wenn ich enthüllen würde, dass die anderen Menschen absolut wie ein Teil von mir selbst sind. Es ist aber so, dass der Hass zwischen uns bleibt. Das ist ein besonderes Gut, wir müssen diesen Hass lieben!

Der andere bleibt für mich trotzdem fremd, doch gleichzeitig kommt das Ungebende Licht und erschafft über meinem Hass die Beziehungen der Liebe. Es bleibt sowohl die Liebe als auch der Hass – wie zwei Linien: die rechte und die linke, und ich bin in der Mitte von ihnen beiden. Darum heißt es dennoch „Geben“.

In der rechten Linie empfinde ich den Anderen als einen Teil von mir, für den ich bereit bin, alles zu tun – denn er ist quasi ich selbst. In der linken Linie hasse ich ihn und will ihn mit Haut und Haaren auffressen. Und diese beiden Linien existieren gleichzeitig und vereinen sich in der mittleren Linie.

Das geht bis zum Ende der Korrektur, bis Gmar Tikun, so weiter. Und was danach ist, weiß niemand.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“ vom 29.10.2010

Schenken und schenken lassen

Die Liebe bedeutet nicht nur Geben, sondern auch Empfangen. Denn jeder vollzieht das Geben mir gegenüber, und ich muss empfangen.

Sonst wird anstelle der Liebe Hass entbrennen. Wenn ich das Geschenk von demjenigen, der mich liebt, verschmähe, ist das keine Liebe mehr.

Eine Frage, die ich erhielt: Was empfange ich und was gebe ich?

Meine Antwort: Meine Bereitschaft und nicht mehr. Denn wir müssen eine Verbindung zwischen uns erschaffen, die dem Schöpfer ähnlich ist. Wenn wir uns in der Liebe befinden, enthüllt sich das höhere Licht zwischen uns, entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften.

Du musst das Kli – die Art der Verbindung – vorbereiten und nicht mehr. Dann greift das Gesetz der Ähnlichkeit, und in dieser Verbindung leuchtet das Licht auf, der Schöpfer enthüllt sich.

Es genügt, dies zu wollen, denn du bist das Verlangen. Auf diese Weise bereitest du das Netz, die richtige Verbindung zwischen den Teilen des Systems, vor – und dann haucht der Schöpfer das Leben hinein.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel vin Rabash vom 29.10.2010

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Bund der Herzen

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man auf dem Kongress die innere Attacke mit der Fürsorge für die Anfänger und für die ganze Welt verbinden?

Meine Antwort: Erstens konzentriere ich mich nicht auf die ganze Welt, sondern auf die Kongressteilnehmer. Und dazu gehört jeder, dessen Herz dort, mit uns, ist.

Kongress bedeutet eine Versammlung von Herzen, die bereit sind, sich zu verbinden, um die Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer zu erreichen. Wir rufen Verlangen zusammen und verbinden sie, um dem Schöpfer ähnlich zu werden und Ihn zu enthüllen.

Alle unsere Verlangen wollen sich zu einem einzigen zusammenschließen, um das gegenseitige Geben zu erlangen. Und darin wird sich nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften das höhere Licht – der Schöpfer – enthüllen.

Ich denke nur an diejenigen, die sich daran beteiligen. Selbst wenn die Beteiligung sehr gering ist, wie bei einem Kind, aber es ist eine Beteiligung. Der Rest der Welt bleibt außerhalb meines Blickfeldes.

Natürlich verbreiten wir Informationen über die Massenmedien, doch ich spüre nur diejenigen, die sich dieser Botschaft zugehörig fühlen wollen.

Der Kongress ist eine Aktion der inneren Verbreitung zwischen uns, das ist unsere gegenseitige Verbindung, unser Bund, die Bürgschaft, das Empfangen der Tora. Wir veranstalten ihn nicht, um der Welt etwas zu sagen. Unsere Handlungen hier sind auf das Innere gerichtet, wir lassen uns von dem Äußeren nicht ablenken.

Auf dem Kongress stehen wir alle vor unserem gemeinsamen Problem, wie um den Berg Sinai. Und dieses Problem ist die Vereinigung.

Aus dem Ägypten zieht ein „Volk von Sklaven“ aus, die im Dunkeln flüchten, ohne irgendetwas zu wissen oder zu verstehen. Sie wissen noch nicht einmal, wohin sie flüchten sollten. Anstelle der Ehre ist die Flucht, anstelle der Sicherheit sind Angst und Hilflosigkeit. Und das ist ein richtiges, gutes Gefühl.

Und dann kommen sie am Berg Sinai, an der Enthüllung des Hasses, an – und treffen eine Entscheidung über die Attacke gegen den Hass, weil sie keinen anderen Ausweg haben.

Niemand hat einen anderen Ausweg, jeder muss eine Entscheidung treffen, hier und jetzt – er muss wollen, dass es geschieht. Mit aller Kraft wollen. Wie das zustande kommt, ist nicht mein Problem. Der Schöpfer führt das zu Ende, was ich angefangen habe, doch ich verlange danach.

Und selbst wenn sich in der Tiefe des Herzens die Ablehnung verbirgt, selbst wenn ich mich fürchte, schreie ich dennoch wie ein Kind, als ob ich wirklich ohne die Bürgschaft nicht leben könnte.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.10.2010

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„Viel fremdes Volk“ – in einem Menschen, unter einem Volk und in der Welt

Der Sohar, Abschnitt „BeShalach“, Punkt 37: …aufgrund des vielen fremden Volkes wurden sie nicht „die Söhne Israel“ oder „Israel“ oder „Mein Volk“, sondern einfach „das Volk“ genannt.

Als sie sich aus Ägypten erhoben und viel fremdes Volk sich noch nicht mit ihnen verband, nannte Er sie „die Söhne Israel“. Nachdem viel fremdes Volk sich mit ihnen verbunden hatte, nannte Er sie „das Volk“.

Wenn man davon spricht, was in einem Menschen vorgeht, dann bedeutet „viel fremdes Volk“ (Erev Rav) jene Verlangen, die auf dem spirituellen Weg zu schreiten scheinen, diesen Weg auch wählen, weil sie denken, dass sie auf diese Weise vorankommen müssen.

Nur versuchen sie jedes Mal, wenn sie sich dazu entschließen, voranzuschreiten, den Schöpfer, das höhere Licht, für sich, für das Empfangen zu nutzen.

Das ist die heimtückischste unreine Kraft (Klipa). Sie wollen die Tora benutzen, um alle möglichen Begehren des Egoismus in ihrem irdischen Leben in dieser Welt zu erfüllen. Alle Probleme des Volkes entstehen wegen dieser Klipa, genannt „viel fremdes Volk“.

Es ist leicht, das auf dem spirituellen Weg zu klären, wenn du erkennst, dass das eine egoistische Form ist, die nichts mit der Spiritualität zu tun hat.

Wenn ich mich nach jeglichen Genüssen dieser Welt sehne (Essen, Sex, Familie, Geld, Ruhm, Macht, Wissen), dann heißen diese Verlangen „Völker der Welt“ in mir. Sie wollen einfach diese ganzen Erfüllungen.

Doch wenn ich anfange, mich mit der Tora zu beschäftigen, und durch diese meine Beschäftigung alle möglichen irdischen egoistischen Erfüllungen – ebenfalls Geld, Ruhm, Macht usw. – erhalten will, dann heißt das „viel fremdes Volk“. Ich mische die Tora, die Kraft des Vorankommens, die Kraft des Lichts, zusammen, um sie für meinen Egoismus zu nutzen.

All das muss unbedingt in jedem Menschen, der auf dem spirituellen Weg schreitet, stattfinden. Denn jeder besteht aus allen. Es steht geschrieben: „Es gibt keinen Gerechten, der nur Gutes getan hat, ohne zuvor gesündigt zu haben“.

Jeder wird solche Abschnitte durchlaufen müssen (wenn das noch nicht geschehen ist), wenn mitten in seiner spirituellen Entwicklung in ihm plötzlich das Verlangen, Geld zu verdienen, Macht auszuüben usw., entbrennt. Nur ist die Frage, wie schnell und wie wichtig er aus diesem Zustand wieder herauskommt.

Doch die gleiche Trennung existiert auch in der materiellen Welt. Es gibt „Völker der Welt“, diejenigen, die sich nach allen Erfüllungen dieser Welt sehnen. Ihre Verlangen sind einfach, ohne jegliches Streben nach der Spiritualität, nach der Wissenschaft der Kabbala.

Es gibt Menschen, die nach der Spiritualität streben und versuchen, sie zu ergründen, soweit sie dazu in der Lage sind.

Und es gibt jene, die sich mit der Spiritualität beschäftigen, doch nicht, um ihren „bösen Trieb“ zu enthüllen, ihn zu korrigieren und dadurch dem Schöpfer näher zu kommen, d.h. nicht, um die Tora gemäß ihrer Bestimmung anzuwenden, sondern um aus der Beschäftigung mit der Tora soviel Geld, Ruhm und Macht wie möglich herauszuschlagen.

Darum steht geschrieben, dass alle Probleme nach dem Auszug aus Ägypten sich dadurch ereignet haben, dass sie das „viele fremde Volk“ mitgenommen haben.

Genauso ist es auch in unserer Generation: es gibt unter dem Volk diejenigen, die sich mit der Tora beschäftigen, um das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen und sich zu korrigieren, und es gibt aber auch diejenigen, die sich mit der Tora beschäftigen, um Macht und Geld für ihr irdisches Dasein zu erhalten.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 20.10.2010

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Zwei Welten in sich vereinen

Je weiter wir vorankommen, desto verworrener und unberechenbarer wird die Welt. Wir sehen, dass es einen gewissen Prozess gibt, doch wo er hinführt, ist uns unklar.

Die Untersuchungen zeigen, dass unsere Realität nur eine einzige Eigenschaft besitzt – das Verlangen zu empfangen, zu genießen.

Alle Berechnungen auf allen Ebenen werden allein auf dem eigenen Nutzen aufgebaut. Selbst das Geben wird zum Zwecke des Empfangens gebraucht. Wir haben keine Energie für eine Handlung, die nicht auf unser eigenes Wohl gerichtet ist. Was soll man tun?

Die Kabbalisten sagen uns, dass es auch noch eine andere, entgegengesetzte Realität gibt, in der die allumfassende Schöpfungskraft wirkt. Man kann sie als Natur oder als Schöpfer bezeichnen – das ist das Gleiche. Die Rede ist von der absoluten, universellen Eigenschaft des Gebens.

Man kann sich von der Stufe des Empfangens zur Stufe des Gebens nur mit Hilfe dieser globalen allgemeinen Kraft erheben, von der die gesamte Realität erschaffen wurde. Durch unsere Handlungen können wir ihre Einwirkung auf uns hervorrufen, damit sie unsere Natur verändert.

Diese Handlungen sind unkompliziert: wir versuchen, uns zu verbinden, uns selbst im gegenseitigen Geben vorzustellen, und studieren zugleich gemeinsam die Gesetze der vor uns verborgenen Realität.

Dank den Anstrengungen und dem Studium nähern wir uns quasi der Eigenschaft des Gebens an oder ziehen sie umgekehrt an uns heran, damit sie auf uns einwirkt und uns verändert.

Auf diese Weise rufen wir die Annäherung von Eigenschaften hervor, indem wir uns auf den Wellen von schwankenden Empfindungen hoch und runter bewegen. Mal geht es uns gut wegen der Nähe zum Geben, und wir spüren, dass wir vorankommen, mal geht es uns deswegen schlecht.

So schreiten wir voran: mal rechts, mal links, mal durch das Wachstum des Gebens, mal durch das Wachstum des Empfangens. Und wenn wir der Methode treu bleiben, entwickelt sich das Empfangen bis zum Hass in uns, und über dem Hass entwickelt sich immer die Liebe – bis sich das ganze Übel und die ganze Güte, die wir von der Eigenschaft der Liebe anziehen können, enthüllt hat.

Genau dann erschaffen wir eine richtige Kombination aus ihnen beiden – die mittlere Linie. Wir vereinen zwei Welten in uns und existieren in ihnen beiden, während wir die Kraft des Gebens über die Kraft des Empfangens erheben. Genau das nennt sich „empfangen, um einander zu geben“.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.10.2010

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Wer bin ich?

Frage: Wenn es niemanden außer Ihm gibt, dann bedeutet das, dass alles von Ihm ausgeht, dass alles, was um mich herum geschieht, Er ist?

Meine Antwort: Ja. Und alles, was du jetzt sagst, denkst und spürst, ist ebenfalls Er.

Frage: Und wo bin ich dann? Wer bin ich?

Meine Antwort: Das musst du enthüllen. Das heißt, du enthüllst nicht den Schöpfer, sondern dein Ich.

Frage: Im Endeffekt enthülle ich, dass ich ebenfalls Er bin?

Meine Antwort: Nein. Es gibt einen gewissen Spaltungspunkt, der sich „Etwas aus dem Nichts“ (Jesh mi Ajn) nennt. Und dieser Punkt ist der einzige, in dem die Schöpfung existiert, alles Andere ist der Schöpfer. In dem Maße, in dem dieser Punkt sich nach der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer sehnt, enthüllt er sich selbst und Ihn, was ein und dasselbe ist.

Frage: Wenn alles, was ich sage, und alles, woran ich denke, von Ihm kommt, was ist es dann für ein Punkt, der enthüllt, dass es niemanden außer Ihm gibt?

Meine Antwort: Das ist jener Punkt, an dem du arbeitest, um zu enthüllen, worin deine freie Wahl besteht. Dabei erhebst du dich über die Natur, die der Schöpfer in diesen Punkt hineingebracht hat.

Er hat ihn als etwas, was Genuss empfangen will, erschaffen und ihm außerdem die Absicht, egoistisch zu genießen, verliehen. Und wenn du versuchst, dich über diesen Punkt zu erheben, bedeutet das, dass du Ihn, Seine Natur enthüllst: das Geben und das Empfangen um des Gebens willen.
Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 29.07.2010

Die wahre Vollkommenheit erreichen

Die Eigenschaft der Barmherzigkeit, die den ganzen Entwicklungsprozess begleitet, wird aus allen bitteren und gegensätzlichen Zuständen erkannt, die die Schöpfung wahrnimmt.

Gerade durch diese wird sie verpflichtet, sich über sich selbst zu erheben, die Barmherzigkeit und das Gericht, das Geben und das Empfangen in sich einzuschließen.

In der Schöpfung ist ein endlos umfangreiches Farbenspektrum vom Empfangen bis hin zum Geben enthalten – dadurch ermittelt sie die Höhere Kraft, die ihr vorausging und sie erschuf.

Um zu einer Schöpfung zu werden, die vom Schöpfer unabhängig und Ihm ähnlich ist, um Ihn vollständig zu erfassen, muss man das eigene System und das System des Schöpfers enthalten – auf eine solche Art und Weise, dass diese beiden Systeme vollkommen miteinander übereinstimmen.

Die Schöpfung ist ein komplizierter Mechanismus, doch ihre Kompliziertheit ist eine Folge der Unvollkommenheit. Die Vollkommenheit verbirgt sich in der Einfachheit.

Das höhere Licht ist unkompliziert, das ist eine reine Eigenschaft des Gebens. Doch die Schöpfung selbst kann nicht dem Schöpfer ähnlich werden, sondern nur durch ihre äußere Form, in ihrem Inneren bleibt sie ein Verlangen nach der Erfüllung.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.10.2010

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Die Kunst, blitzschnell neu zu starten

„Und Hiskija drehte sein Gesicht zur Wand“.

Vor allem muss man sich auf die Korrektur des gemeinsamen Kli ausrichten, dann wird sich alles andere ebenfalls regeln.

Jeden Tag wird die Schechina aufs Neue jungfräulich, und wir müssen sie wieder zu einem Gefäß formen. Darüber steht im Traktat „Sanhedrin“ geschrieben: „Eine Frau geht nur mit demjenigen einen Bund ein, der ein Gefäß gebaut hat“.

Jeden Tag stehen wir auf und sind der Verbindung mit dem Geben, der Gruppe, der Schechina, des Schöpfers erneut beraubt. Das ist natürlich und richtig – auf diese Weise beginnen wir immer und immer wieder, die Gefäße zu enthüllen, deshalb beginnt jeder neue Tag für uns mit einem unbeschriebenen Blatt.

Wir müssen fortschreiten, indem wir den Glauben über den Verstand erheben und niemals erwarten, dass die Eigenschaft des Gebens plötzlich von alleine wichtig für uns wird. Natürlich verliert sie an Wert, und das ist auch gut so.

Ich muss dazu bereit sein und mich darauf freuen – mich freuen, dass ich nicht vergessen habe und dass ich Kraft habe. Denn das ist ein Anzeichen für den Einfluss der Gruppe, die mir sofort die Fähigkeit verleiht, auf meinen Zustand richtig zu reagieren.

Für mich ist das Empfangen wichtig, ich verstehe jedoch, dass das Geben wichtig sein muss, also muss ich mich über das Wissen erheben, um das Geben höher zu stellen. Nach der Kraft für diese Erhebung über die egoistische Berechnung suche ich nicht in mir, sondern in den äußeren Mitteln.

Man darf nicht darauf warten, dass der Egoismus die Wichtigkeit des Gebens erkennt, das wird niemals geschehen. Jeden Tag, jeden Augenblick kann der Mensch das Gebet, das er an die „Wand“, d.h. an die Schechina, an die Gruppe richtet, erneuern und dadurch vorwärts schreiten.

Wenn der Mensch sich prüft und seinen Zustand nicht nach den Empfindungen im egoistischen Verlangen, sondern nach der unermüdlichen Suche nach dem richtigen Kurs bewertet, wird seine Freude zielgerichtet sein und ihm beim Vorankommen helfen.

Alles hängt davon ab, wie schnell der Mensch jeden Augenblick zum richtigen Gebet erwacht. Und das hängt wiederum alleine davon ab, wie er die Umgebung aufgebaut hat.

Wenn die Gruppe ihm bei jedem Abstieg Kraft spendet, dann sieht er die Geschehnisse adäquat. In seinem Inneren kocht das egoistische Verlangen, doch von außen wirken die umgebenden Lichter, die von der Gruppe kommen, auf ihn ein.

Infolge dessen sieht der Mensch immer die Wichtigkeit des Ziels und erhebt das richtige Gebet.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 13.10.2010

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