Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaften'

Der Sohar spricht in der Sprache der Zweige

Aus dem Sohar, Abschnitt Chajei Sara (Das Leben der Sara), Punkt 12: …Somit wurden die Frevler aus dem Buche Dumas ausgelöscht, da er nur aus der Mittleren Linie in die Berechnung einfließen lässt, in der die Frevler nicht inbegriffen sind. Wer also erstrebt sie bei der Wiederbelebung der Toten? Während der Wiederbelebung der Toten, wird der Engel Matat die Berechnung in den Friedhöfen von Duma erhalten. Wer aber wird nach diesen Frevlern verlangen, welche von Duma nicht zu der Wiederbelebung der Toten gezählt werden?

Eine Frage, die ich erhielt: Dieser Text kann den Menschen durch Worte wie „Tot“ und „Friedhöfe“ verwirren oder erschrecken,. Wie erkennen wir auf richtige Weise diese Worte?

Meine Antwort: Wir müssen verstehen, dass der Sohar in der Sprache der Zweige spricht, wie die meisten aller kabbalistischen Bücher. Die Methode beinhaltet nicht einfach nur Wissen, sondern wichtiger noch, erzeugt sie Eindrücke in uns. Dies dient uns dazu, das korrigierende Licht aus der spirituellen Welt auf uns zu ziehen, um dadurch unseren korrigierten Zustand zu erreichen.

Wir sprechen nicht über unsere physischen Körper oder unsere materielle Welt, und wir müssen nicht versuchen, unsere „Hände und Füße“ zu korrigieren; wir versuchen nicht, unsere physischen Probleme zu beheben, die von einem richtigen Arzt behandelt werden müssen. Vielmehr spricht der Sohar über die Korrektur der Seele. Daher gilt: obwohl der Sohar Worte dieser Welt verwendet, spielen sie alle auf die spirituellen Vorstellungen an, was bedeutet, dass dies sich auf unsere inneren Kräfte und Eigenschaften beziehen.

Es sind diese Eigenschaften, die ich jetzt studieren möchte. Ich tue dies, um zu verstehen, welcher Teil von mir „kränkelt“, welcher Teil korrigiert werden muss. Ich tue dies, damit ich wünschen muss, ihn zu korrigieren. Dies ist der Zweck des Buches Sohar.

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Der Kontaktpunkt mit dem Licht

Der Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 101: „Und all ihre Wege sind Frieden.“ Ihre Wege sind die Spuren, die von Oben hervortreten, aus Aba we Ima (AWI), dem Türschloss, welches in Aba we Ima dient, von dem die Schrift sagt, „Und Euer Weg in den großen Wassern.“ Sie werden so genannt, weil sie nicht jedem, sondern nur einigen wenigen offen stehen. Und alle werden nur durch das Bündnis zusammen gehalten, gemeint ist Jessod, welches „Frieden“ genannt wird – Frieden zu Hause. Und es bringt sie in das große Meer, wenn es an der Macht ist, und dann bringt es ihm Frieden. Das ist die Bedeutung von „Und alle ihre Wege sind Frieden“. Josef war das Friedensbündnis, er wurde mit diesen Wegen belohnt, und er war ein König in Ägypten und der Herrscher über das Land.

Das Ziel all dieser Eigenschaften ist, sich zu vereinigen mit der Hilfe von Jessod und der Arbeit Malchuts. Es besteht Oben keine Notwendigkeit zur Korrektur und Vereinigung der Sefirot. All dies ist die Arbeit von Malchut, welche zu verstehen versucht und sich auf die gleiche Weise entwickeln muss, wie ein Kind, wenn es spielt und lernt. Gelingt ihm das Zusammensetzen der Legosteine, lernt es dadurch, wie man es richtig macht. Aber dies bedeutet nicht, dass das Spiel selbst kaputt ist. Dies ist absichtlich so gemacht, damit das Kind lernen kann, wie man es wieder zusammenfügt.

Auf die gleiche Weise gibt es keine Beschränkungen oder kleinen Zustände in den Höheren Parzufim. Nur Malchut, welche ein „Abbild des Schöpfers“ genannt wird, fühlt all diese Phänomene und beschließt, dass Seir Anpin sie auf diese Weise behandelt und entsprechend ihrer eigenen Grenzen beurteilt.

Jessod wird als „alles“ bezeichnet, weil darin alle Eigenschaften, Zustände und Kräfte, welche im Höheren existieren, eingeschlossen sind. Entsprechend dem Gesetz der Gleichheit der Form müssen wir uns dem angleichen. Dies ist nur möglich, wenn wir alle das Verlangen haben, uns in einem Punkt zu vereinigen, welcher Jessod entspricht – einer gegenüber dem anderen.

Wenn sich die Seelen innerhalb Malchuts vereinigen und bereit sind, sich zu annullieren, um zu einem Punkt in Bezug auf Jessod zu verschmelzen, einer gegenüber dem andern, dann können wir das Licht der Korrektur und das Licht der Erfüllung von Jessod empfangen. Daher ist das Einzige, was man braucht, um das Licht von Jessod zu empfangen, die Vereinigung zu einem Punkt, wie ein Mann mit einem Herzen. Dies ist die Bedingung, um uns ihm angleichen zu können.

Das ist, wenn der erste Kontakt mit dem Licht stattfinden wird, und dieser Kontakt wird als Empfang der Tora bezeichnet.

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Lass mich mit allen zusammen sein

Bald wird es für die Kabbala einen großen Bedarf geben, denn ohne sie ist ein Mensch nicht fähig, in einer total globalen Welt zu überleben. Es wird zunehmend offensichtlich, dass wir keine Verlangen oder Eigenschaften haben, die für die Welt passend sind oder die man für die Welt verwenden kann, die sich uns gerade enthüllt.

Das Licht des Buches Sohar erschafft in uns eine Empfindung und ein Verständnis eines globalen Eins seins. Davon erhalten wir die Möglichkeit, diese Welt zu verstehen, sie auf korrekte Weise durch diese Matrix zu sehen, die das Licht in uns erschafft. Desweiteren wollen wir, dass uns die Kraft der Natur, welche die globale Welt errichtet hat, die sich uns gerade enthüllt, in gleicher Weise auf uns einwirkt und uns für diese Welt passend macht. Wir wollen, dass unser inneres System dem System der Natur, das uns umgibt, gleich ist.

Vorher erschien es mir, als ob ich über der Natur stände und sie kontrollierte. Jetzt jedoch verstehe ich, dass es nicht so ist und ich möchte mit der Natur eins sein, die global, integral, riesig, ganz und vollkommen ist. Ich möchte ihre integrale Kraft, ihr Eins sein gebrauchen. Nun erkenne ich, dass ich das einzige verdorbene Element bin, ihr einziger Teil, der nicht integral ist. Nur mein Ego trennt mich von der Natur.

Also lasst die Kraft der Natur meinen Egoismus beseitigen und mir erlauben, mit allen zusammen zu sein! Darin erkenne ich meine Erlösung!

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Himmel und Hölle sind “Rahmen”, die wir im Innern erleben


Der Sohar, Kapitel „VaYaera (Und der Herr erschien ihm)“, Punkt 258: Das Gericht (Din), dass der Schöpfer mit der Flut durchführte und das Gericht (Din) in Sodom waren beides Gerichte (Dinim)der Hölle, da die Bösen in der Hölle mit Wasser und Feuer bestraft werden.

Punkt 259: Sodom wurde mit dem Gericht der Hölle bestraft, wie geschrieben steht: „Und der Herr ließ Schwefel und Feuer aus dem Himmel auf Sodom und Gomorra regnen.“ Bei einem wurde mit Wasser bestraft und bei dem anderen mit Feuer. Und beides sind Strafen der Hölle. Und die Bösen in der Hölle werden mit diesen beiden Urteilen bestraft, denn es gibt eine Schneehölle, die Wasser ist und es gibt die Hölle des Feuers.

Wir müssen verstehen, dass wir in unserm Innern alle diese Urteile vollziehen, während sich die Realität selbst nicht verändert. Sogar jetzt befinde ich mich in der Welt der Unendlichkeit und nichts kann sich je in der existierenden Wirklichkeit verändern. Das Einzige, das sich verändert, ist meine eigene Wahrnehmung, meine Empfindung, mein Bewusstsein, mein Verständnis und meine Bewertung. Diese Veränderungen sind es, die ich fühle.

Es steht geschrieben „Jeder urteilt nach seiner eigenen Unzulänglichkeit“. Anders ausgedrückt, ich stelle in meinem Innern ein Bild nach meiner Bewertung der Welt der Unendlichkeit dar. Darum sind Himmel und Hölle, gut und böse und Gericht durch Feuer und Wasser verschiedene Stufen meiner Einstellung zu einem statischen unveränderlichen Bild. Es steht geschrieben „Ich habe mein HaVaYaH nicht verändert.“

Wir stellen unsere eigene Wirklichkeit in uns selbst, mit unserer Einstellung zu einem konstanten Zustand dar. Alles ist von unseren Eigenschaften, unserer Wahrnehmung und Bewertung der Welt der Unendlichkeit, des Schöpfers, dem Licht, absolutem Geben, abhängig.

Himmel, Hölle und verschiedene Arten des Gerichts sind alles Zustände, die ich in meinem Innern enthülle. Nach außen hin verändert sich nichts. Alles wird von der Veränderung bestimmt, die in meinem Bewusstsein oder meiner Sichtweise stattfindet. Anders ausgedrückt, alles hängt von mir und meinen inneren Werten, Eigenschaften und Grundsätzen ab.

Daraus folgt, dass alles von einer Erziehung und Bildung und einer Gesellschaft abhängt, die mir helfen wird meine Grundsätze zu ändern. Auf diese Weise kann ich eine genauere Einstellung zu der unveränderlichen Realität entwickeln. Je schneller ich dazu in der Lage bin, meine inneren Eigenschaften zu verändern, um so schneller werde ich von einem „Rahmen“ zum nächsten wechseln.

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Ein neuer König erhob sich über Ägypten

Der Sohar, Abschnitt „Shemot (Exodus)“, Punkt 250: Aus Furcht, dass sich die Stämme mit den restlichen Völkern mischen würden… schickte Er sie ins Exil nach Ägypten, das stolz war und Israel verachtete und hasste. Und sie waren dort, bis der Frevel der Amoriter vollständig war und sie in ihr eigenes Land kamen, da nicht länger die Furcht bestand, dass sie sich mit den übrigen Völkern vermischen.

Wie können wir uns dem gewünschten Zustand annähern und die mittlere Linie in uns erbauen? Die mittlere Linie, welche unsere Angleichung an das Licht ist, an das Eine, welches gebend ist oder der Schöpfer, geschieht durch den Zustand des „ägyptischen Exils“, welches sich in uns offenbart.

Mein egoistisches Verlangen wird so groß, dass ich fühle, dass ich darin eingesperrt bin und es mich kontrolliert. Dann beginne ich zwischen mir selbst und meiner Natur zu unterscheiden, zwischen mir und meinem Egoismus, oder zwischen mir und meinen Eigenschaften.

Ich möchte meine Eigenschaften verändern, doch ich bin dazu nicht in der Lage. Ich sehe, dass sie mir schaden. Ich realisiere, dass ich mir selbst, meinem Leben und auch dem Leben derer, die mir nahe stehen und der ganzen Welt Schaden zufüge. Ich bringe mich und jeden anderen in Gefahr, denn ich befinde mich in diesem unendlich wachsenden Egoismus, den ich nicht mäßigen kann. Doch ich bin unfähig, irgendetwas darin zu tun.

Dann gelangt der Mensch zu einem Zustand, in dem er zu erkennen beginnt, dass jene Kraft, welche in ihm handelt, eine fremdartige Kraft ist. Er identifiziert sich mit dieser Kraft nicht länger. Er beginnt, diese nun als einen erbitterten Feind wahrzunehmen. Dies wird „Da erhob sich ein neuer König über Ägypten„ (Exodus, 1:8), genannt. Ein Mensch beginnt zu fühlen, dass sich eine neue Herrschaft enthüllt, und dass dies nicht er selbst ist, sondern jemand anderes, welcher dies alles für ihn ausführt. Es könnte die Natur oder der Schöpfer sein, aber es ist nicht er selbst. Aber er weiß nicht, wie er sich davon befreien kann.

Wie aus einem seitlichen Blickwinkel sieht nun der Mensch sein Verlangen nach Genuss als etwas Fremdartiges an. Er beginnt zu unterscheiden, dass der Schöpfer es ist, welcher all das für ihn anordnet. Er hat bereits die gleiche Haltung zu beiden, sowohl zum Schöpfer als auch zum Pharao.

Dann erlebt er eine innere Spaltung, die Erkenntnis, dass die Höhere Kraft es ist, welche alles bestimmt, was mit ihm geschieht. Dennoch geschieht diese Offenbarung nicht von selbst, sondern nur nach vielen Stunden des Studiums, in Verbindung mit den Freunden in der Gruppe und der Arbeit in der Verbreitung, durch welche der Mensch in praktischer Art und Weise in die Weisheit der Kabbala eingebunden ist.

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Erwartest du die Erlösung?

Der Sohar, Abschnitt Shemot (Exodus), Punkt 247: Sechzig ist Malchut, die Mächtigen oben, von der Seite der Gwura, die sich an die Schnitzereien heften, das heißt, an die Äußerlichkeit der heiligen Chaja von Israel, was Malchut ist. Daher sind sie nach ihr benannt, sechzig Königinnen (Malchujot). Diese sind Engel, ernannt über die Völker. Achtzig Dienerinnen sind die Engel, die von den Schnitzereien der Malchut ernannt sind, unterhalb der sechzig Königinnen. Daher werden sie Dienerinnen genannt und nicht Königinnen. Und die Mädchen haben keine Zahl….

Alles worüber wir im Sohar lesen, spricht über innere Verlangen. Es gibt nichts anderes als Verlangen. Wir lesen über innere Phänomene, Veränderungen und verschiedene Beziehungen zwischen diesen Teilen.

Es ist jenes große Konstrukt, zusammengefasst als Malchut bezeichnet, welches sich verändern muss, jedes Mal wenn es sich mehr dem Licht angleicht. Daher existieren alle Namen und Bezeichnungen, die im Sohar geschrieben stehen, innerhalb Malchut, innerhalb unserer Verlangen, in deren verschiedenen Beziehungen zueinander.

Daher brauchen wir nur darüber nachzudenken, wie wir das Licht auf das Verlangen ziehen, so wie es im Sohar beschrieben wird. Obwohl wir nicht die speziellen Eigenschaften und deren Veränderungen oder irgendetwas, was dort vor sich geht, verstehen können, erwarten wir dennoch Erlösung: damit das Licht dieses Verlangen beeinflusst, damit wir das Verlangen und das Licht, welches es füllt, verstehen und wahrnehmen und diese dann zusammen verspüren. In der Tat ist es unmöglich, dass eine ohne das andere zu fühlen, sondern erst wenn es einen Kontakt zwischen ihnen gibt, sogar im allerersten, minimalsten Ausmaß.

Das ist es, worauf wir warten. Und alle Wörter und Buchstaben, welche wir im Buch Sohar lesen, existieren einzig und allein in diesem Verlangen – in unserer Seele.

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Die Einzigartigkeit von Pessach ist das Licht des Glaubens

Die spirituellen Wurzeln haben auch einen Einfluss auf ihre physischen Zweige. Alles wird durch die Abfolge der Ausbreitung der Kräfte des Lichtes bestimmt, was unser Material, das Verlangen nach Genuss, beeinflusst. Im Wirken dieses Lichtes liegt eine spezielle Periodizität und Kausalität.

Es beinhaltet einen Mechanismus, welcher alles von der Spitze der Welt Atzilut aus in Gang setzt und kontrolliert. Genau von dort aus, von Arich Anpin, Aba ve Ima, ISHSuT und SON, welche in einer speziellen Beziehung zueinander existieren, erhalten wir Veränderungen, welche man als Jahr, Monat, Woche, Tage, Minuten, Nächte und noch viele weitere innere Zustände definiert. Wir sprechen hier über Eigenschaften und die Kombination von Eigenschaften, welche einen großen Einfluss auf diese Welt haben.

Wenn ein Mensch sich mit der spirituellen Wurzel verbinden möchte und sich unter den Einfluss des Höheren Lichtes begibt, um sich ihm anzunähern, muss er diese Perioden des speziellen Einflusses auf uns von oben benutzen. Wenn man spirituell aufsteigen möchte, dann muss man sich während solcher Perioden in unserer Welt, welche wir als Feiertage bezeichnen, mit den Absichten, welche solche Einflüsse betreffen, verbinden.

Im Buch „Die Tore der Absichten“ des ARI, erklärt dieser, wie ein Mensch in einer solchen speziellen Periode des Einflusses auf unsere Welt handeln soll, wie zu Rosh Hashana, Sukkot, Pessach, Shavuot, usw. Wenn wir über Pessach sprechen, dann ist darin das hervorstechendste Merkmal das Licht von Chassadim. Wenn ein Mensch zum ersten Mal in seinem Leben das Licht von Chassadim empfängt, erwirbt er die Eigenschaft des Gebens und erhebt sich über sein Ego.

Daher zahlt es sich für uns aus, mehr über das Höhere Licht nachzudenken, welches in dieser Zeit mehr Kraft besitzt, um uns über unseren Egoismus zu erheben und uns darüber in die Eigenschaft des Gebens zu bringen. Anschließend sind wir bereits in der Lage, weiter in der spirituellen Welt voranzuschreiten und diese mit all ihren Details zu spüren.

Daher sollten wir an allen Tagen von Pessach über die Vereinigung zwischen uns und dem Höheren Licht nachdenken, welches jeden von uns über seinen persönlichen Egoismus erhebt. Dies sollte unsere hauptsächliche Absicht während der Feiertage sein.

Die ganze Welt gehört dir


Es scheint bloß so, als wären viele andere Leute um dich herum, die mit dir zusammen studieren. Du erkennst äußere Verlangen um dich herum lediglich, weil deine Sichtweise fehlerhaft ist. Aber stell dir jetzt vor, dass diese alle dein inneres Verlangen sind, das du zu kontrollieren nicht in der Lage bist. Es ähnelt dem, keine Kontrolle über deine schlechten Neigungen gewinnen zu können. Daher erscheinen diese Verlangen außerhalb von dir und du musst sie miteinander verbinden.

Wenn du diese Eigenschaften verbindest und kontrollierst, wirst du erkennen, dass alles außerhalb von dir eigentlich zu dir gehört. Es ist ein Abdruck dessen, was du in deinem Inneren hast. Innerhalb von dir hast du viele Eigenschaften, Verlangen und Sehnsüchte, jedoch hast du keine Gewalt über sie. Daher siehst du viele Leute außerhalb von dir und eine ganze Welt aus Sternen, Planeten, unbewegten, pflanzlichen und tierischen Objekten, Leute die im Widerspruch zu dir handeln und Leute, die du für deine Belange benützen willst oder sogar Leute, die du töten willst oder vor denen du fortlaufen möchtest.

All dies ist deshalb so, weil du innerlich auf diese Art geschaffen wurdest; daher nimmst du die Welt auf dieser Weise wahr. Wenn du eine Kraft von Oben empfängst, die dir Macht über alle deine Verlangen geben wird, dann wirst du sofort enthüllen, dass die ganze Welt zu dir gehört, dass andere Leute nicht von dir getrennt und nicht außerhalb von dir sind. Du wirst dein eigenes Selbst in jedem von ihnen spüren.

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Wie man die Nacht zum Tag macht

Aus dem Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 117: Wenn ein Mensch morgens aufsteht, sollte er seine Hände aus einer Natlah mit Wasser waschen, welche ein Gefäß ist, aus dem er Wasser entnimmt [ein besonderer Krug für rituelles Händewaschen].

„Morgen“ bedeutet, dass das Licht von Chassadim kommt und die Erleuchtung von Chochma enthüllt wird. Ein Mensch verspürt die spirituelle Eigenschaft des Gebens und der Liebe als Dunkelheit innerhalb seines egoistischen (empfangenden) Verlangens. Durch deren Korrektur erwacht er am Morgen und erfährt die Morgendämmerung und dann den Tag. Innerhalb seiner korrigierten Verlangen fühlt er das Licht des Gebens.

Dies alles geschieht in den gleichen Verlangen. Zuerst nimmt der Mensch die spirituelle Welt als Dunkelheit wahr – als etwas Abstoßendes und Unerwünschtes, weil es mit Geben und dem Erfordernis der Nächstenliebe verbunden ist. Danach geht er durch die Korrektur des nächtlichen Studiums (entsprechenden der Verbindung von „Wurzel und Zweig“ studieren auch wir nachts). Dadurch bereitet er sich auf den kommenden Tag vor; er erlangt das Verständnis, dass Spiritualität, Geben und Nächstenliebe der Tag sind – welcher gut ist und daher verspürt er ein Verlangen danach.

Gerade durch diese Ausrichtung beginnt das Umgebende Licht stufenweise auf ihn zu wirken, so dass der Zustand, der zunächst als Nacht auf ihn wirkte, als erstrebenswert erscheint. Der gleiche Zustand verwandelt sich so in den Tag und beginnt zu scheinen.

Diese Korrekturen, welche der Mensch an seinen Verlangen durchführt, werden als das „Waschen der Hände“ bezeichnet, da die „Hände“ unsere empfangenden Verlangen darstellen, welche von ihren egoistischen Absichten gereinigt werden müssen, bevor sie benutzt werden können. Dieses „spezielle Gefäß für das Ritual der Handwaschung“, das Höhere Gefäß, Bina, gießt das Licht der Korrektur über unsere empfangenden Verlangen.

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Alles ist vom „Glück“ (Licht) abhängig

Der Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 113:

„Und Josef war der Herrscher über das Land.“ Josef ist die Sonne, Seir Anpin (SA), denn Josef ist Jessod de SA, welches den Mond (Nukwa) regiert, auf sie scheint und sie nährt. Er ist der Ernährer aller Einwohner des Landes, denn alle werden von diesem Fluss gespeist, der sich von Eden aus erstreckt, welcher Jessod ist, genannt „Josef“, und von wo die Seelen zu jeder Person hinab fliegen. Deshalb beugt sich jeder vor diesem Platz, denn es gibt nichts in der Welt, was nicht vom Glück abhängt, welches Jessod ist.

Alles ist abhängig vom Licht der Erfüllung und dem Licht der Korrektur, das von Jessod zu Malchut und so zu den Seelen gelangt, welche in Malchut sind. Malchut kann diese Lichter erhalten, wenn sie zusammen mit allen Seelen die Angleichung der Form mit Jessod erreicht.

Jessod beinhaltet alle Eigenschaften, welche über ihr stehen, alle Sefirot von Seir Anpin. Wenn die Seelen in Malchut in der Lage sind, eine Einheit zu erreichen und eins zu werden, wie Jessod, erhalten sie jenes Licht, welches als „Mazal“ (Glück) bezeichnet wird, welches sie korrigiert.

Deswegen ist die Bedingung für den Empfang der Tora, seinen „Nächsten zu lieben wie sich selbst“ und sich zu vereinen wie „ein Mann mit einem Herzen“. Wenn wir für diese Einheit bereit sind (auch wenn wir selbst nicht in der Lage sind, dies zu tun, denn nur das Licht kann all diese Handlungen ausführen), dann wird das Licht diese Handlung als Reaktion auf unser Verlangen ausführen.

Wenn wir ein Verlangen haben, uns zu vereinen, selbst wenn dies nur „lo lishma„, also rein künstlich und äußerlich ist, wird dies das Licht verstehen und auf uns wirken. Durch den Unterschied zwischen unseren Stufen versteht uns das Licht ähnlich, wie wir unsere kleinen Kinder verstehen: Wir wissen, wozu jedes entsprechend seiner Stufe, seinem Charakter und seinen Eigenschaften in der Lage ist.

Wenn unsere Seelen in der Lage und bereit sind, sich miteinander zu verbinden und sich Jessod anzugleichen, dann gibt es einen Kontaktpunkt zwischen Malchut und Jessod, und die Seelen, welche in Malchut beinhaltet sind, erhalten das Licht, welches korrigiert. Daher steht geschrieben, dass alles vom Glück („Mazal„) abhängig ist – vom Licht, welches von Jessod zu Malchut kommt.