Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'egoistische Kraft'

Wechsel der Herrschaft

Wir stehen stets unter der Herrschaft des Schöpfers, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind und es nicht spüren. Das heißt, wir nehmen diese Tatsache weder mit dem Verstand noch mit dem Herzen wahr. Wir kommen in diese Welt beginnen zu wachsen, völlig versunken in unserem Egoismus, das heißt, versklavt von einer besonderen Kraft, die uns ein trügerisches Bild vorgaukelt, als gäbe es keine höhere Führung über uns und als würden wir selbst über die Welt bestimmen.

Ein Säugling wächst zum Kind heran, dann zum Erwachsenen. Der Mensch bleibt in der Vorstellung gefangen, dass Menschen wie er selbst über die Welt herrschen. Er glaubt, man müsse nur die anderen in diesem Kampf um Macht und Kontrolle besiegen.

Wenn wir jedoch den Schöpfer offenbaren wollen, müssen wir selbst auf unsere Macht verzichten, beschließen, dass wir nicht herrschen wollen, dass wir die Welt nicht beherrschen wollen und das wir dieses egoistische Streben in uns auslöschen wollen.

Dann stellen wir fest, dass auch der Egoismus nicht uns gehört, sondern einer höheren Kraft zuzuschreiben ist. Das ist eine Überraschung… Früher dachte ich, Egoismus sei ich selbst: Ich will herrschen und Entscheidungen treffen, alles dreht sich um dieses “Ich-Ich-Ich”!

Es stellt sich heraus, dass es nicht so ist. Wenn ich versuche, mich ein wenig aus dem Gefühl meines Ich zu lösen, erkenne ich, dass das nicht ich bin, sondern die höhere Kraft. Das entspricht nicht mehr ganz dem, was ich mir früher vorgestellt habe. Deshalb ändert sich meine Einstellung zu meinem Egoismus und zum Schöpfer. Ich muss anfangen, mich zwischen diesen beiden zu positionieren: auf der einen Seite die egoistische Kraft, die mich beherrschen will, und auf der anderen Seite die Kraft des Schöpfers.

Wenn ich mich mit Hilfe der Gruppe und des Studiums aufhebe, beginne ich mich immer stärker in die Zehnergruppe und in den Schöpfer einzuschließen. Diese beiden Kräfte sind dazu bestimmt, mir zu helfen, die Herrschaft der egoistischen Kraft durch die Herrschaft der Kraft des Gebens und der Liebe zu ersetzen.

Wir befinden uns in der „letzten Generation“. Deshalb müssen wir all diese Kräfte in der Welt erkennen und offenbaren und den Wechsel von der Herrschaft des Egoismus zur Herrschaft einer anderen, uns noch unbekannten Kraft vollziehen. Die gesamte Welt um uns herum verändert sich entsprechend unseren inneren Veränderungen – entsprechend dem, was wir bereits in uns korrigiert haben oder was wir gerade korrigieren.

Die Besonderheit der letzten Generation besteht darin, dass diese Veränderungen eine große Anzahl von Menschen gleichzeitig erfasst – die weltweite Gruppe von Bnei Baruch. Auch die Welt durchläuft ähnliche Prozesse, wenn auch auf einer niedrigeren Stufe. Es ist wie bei Eltern, die mit verschiedenen Problemen des Erwachsenenlebens beschäftigt sind – mit ihrer Arbeit, der Gesellschaft und ihren persönlichen Beziehungen. All das wirkt sich auch auf ihre Kinder aus und verändert ihre Welt und die Atmosphäre im Zuhause.

Deshalb durchläuft die letzte Generation alle qualitativen Veränderungen – jeder entsprechend seiner eigenen Stufe. Die Welt erlebt gewaltige Veränderungen. Selbst die Mittel der Massenmedien, die ursprünglich dazu bestimmt waren, Menschen miteinander zu verbinden, verwandeln sich zunehmend in Mittel der Trennung und Entfremdung.

All dies führt zu einer allgemeinen Erkenntnis des Bösen. Der Mensch beginnt zu erkennen, dass seine egoistische Natur ihn von seinen Mitmenschen und vom Schöpfer trennt. Diese Erkenntnis bringt ihn der spirituellen Geburt näher.

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Aus einer Lektion zum Thema „Ibur – spirituelle Empfängnis und Entwicklung“

 

 

Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 

Hilfe gegen dich

Um eine Bewegung im Spirituellen, eine spirituelle Handlung zu vollziehen, brauchen wir Hilfe von einer unreinen, egoistischen Kraft, einem bösen Anfang.

Wenn sich die böse Kraft nicht offenbart, dann bleibt der Mensch an Ort und Stelle stehen, als ob es nichts weiter zu tun gäbe.

Rechte und linke Linien stehen sich gegenüber und können nichts ausrichten.

Es braucht eine Art äußeres Erwachen, ein Eingreifen des bösen Anfangs, das die Geburt eines neuen Lebens vorantreiben wird.

So funktioniert die „Hilfe gegen dich“ – die böse Kraft verrichtet treu ihr Werk, und ein Zustand nach dem anderen wird im Menschen geweckt.

Und ohne das kann es keinen Sprung auf eine neue Stufe, keinen Übergang auf eine höhere Ebene geben.

Es ist so, als wäre alles bereit, und Malchut könnte Seelen gebären, ist aber nicht in der Lage, dies zu tun.

Dazu muss das Böse in Malchut aufsteigen und ihr ein zusätzliches egoistisches Verlangen geben – dann ist sie in der Lage, zu gebären, sich mit dem Licht auf einer neuen Ebene zu vereinen.

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Aus einer Lektion über das Buch Zohar

Den verborgenen Teil der Natur spüren

Frage: Wie führt man Ihrer Meinung nach die Kabbala besser ein: als Teil irgendeiner Disziplin oder besser als eine eigenständige Disziplin?

Antwort: Da in unserer Welt der Mensch ein absolut egoistisches Wesen ist, untersucht er alles, nur als eine Projektion seiner selbst als Egoist auf die ganze umgebende Welt, auf alle Systeme, die er auf irgendeiner Stufe erschaffen hat, ob sozial, politisch, wirtschaftlich usw. Nur so versteht er alles was um ihn herum und in ihm selbst vorgeht.

Wenn wir uns in einer Gruppe versammeln, versuchen wir in ihr eine neue Kraft zu schaffen – keine egoistische, sondern eine altruistische, eine positive Kraft, in der die Gruppe zu einem gemeinsamen Ganzen wird. Dann fühlen wir uns als ein verbundenes Ganzes, ein gemeinsamer Organismus, dann spüren wir die Natur auf eine ganz andere Weise.

Anders gesagt, beginnen wir den zweiten Teil der Natur zu spüren, denjenigen der uns verborgen ist. Dieser Teil existiert, wird aber von einem normalen Menschen gar nicht wahrgenommen. Wir nehmen alles nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften wahr.

Aus einer Videokonferenz über Managementwissenschaft

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Für die nächste Generation

Frage: Unser ganzes Leben widmen wir der Entwicklung des Egoismus. Was können wir den Kindern hinterlassen?  Wie können wir die richtige Korrektur vornehmen?

Antwort: Wir Kabbalisten versuchen für diese und die zukünftige Generation eine Methode der korrekten Anwendung von negativen Kräften und von äußeren positiven Kräften des Menschen- die egoistischen Kräfte in uns, sowie der altruistischen Kraft außerhalb von uns zu finden, um den Menschen zu korrigieren, um ihn mit der umgebenden Gesellschaft und mit der Natur in Harmonie zu bringen.

Das ist es, was wir jetzt, in dieser Generation feststellen. Die nächste und auch unsere Generation wird es anwenden und alles in der Praxis weiterentwickeln.

Aus dem Unterricht, 17.05.2020

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Auch im Spirituellen darf man den Kopf nicht verlieren

Die Schöpfung heißt: ein leeres Verlangen; der Schöpfer heißt: das Licht. Wie verbindet man die Leere mit dem Licht, diese zwei Gegensätze?

Denn sonst wird die Schöpfung, deren Wesen das leere Verlangen ist, für immer leer bleiben.

Wie kann man die zwei Gegensätze zusammenführen? Denn – entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, welches in der Natur wirkt, können sie sich einander nicht annähern und verbinden wie zwei entgegengesetzte Pole!

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Verlangen zu empfangen mit dem Verlangen zu geben zu vermischen.

Im Kopf (Rosch) entsteht die Absicht, zu empfangen um des Gebens willen, im Körper (Guf) erwacht die egoistische Kraft, auch zu empfangen, aber nicht um des Gebens willen, sondern für sich. Es kommt zu einer Unstimmigkeit zwischen dem Kopf und dem Körper, somit zum Verlust der Verbindung zwischen ihnen und der Möglichkeit, im Einklang zu denken und zu handeln.

Der Kopf hat einen Gedanken, der Körper aber ein ganz anderes Verlangen. Das Herz und die Vernunft befinden sich nicht im Einklang.

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