Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Zustand, der als „Anstrengung“ bezeichnet wird

Denn es gilt die Regel: Niemand kann eine Handlung vollbringen, wenn er dabei keinen Genuss empfindet. Eine Arbeit, bei der man während des Tuns keinen Genuss hat, nennt man „Mühe“. (Rabash, Artikel 1987/27 Was sind „Segen und Fluch“ in der Arbeit?)

Wenn ich einerseits etwas tun möchte, andererseits aber dazu nicht in der Lage bin, weil ich keinen Belohnung für diese Handlung sehe, dann handelt es sich um Anstrengung.

Wir können uns eine Belohnung für alles Mögliche vorstellen, außer für das Einzige, was unserer Natur widerspricht: die Absicht, um des Gebens willen zu handeln. Solange es sich um die Absicht handelt, etwas zu erhalten – was auch immer das sein mag –, kann ich darin immer einen gewissen Nutzen erkennen.

Ich kann mich davon überzeugen, mir alles so vorzustellen, dass ich zumindest einen Anhaltspunkt finde und das Gefühl habe, dass es sich lohnt. Wenn es jedoch um eine Handlung um des Gebens willen geht, gibt es in meinen Kelim keine damit verbundene Freude, sie ist dort nicht spürbar, und dann kann ich sie nicht ausführen.

Versuche dir eine Handlung vorzustellen, bei der du alles gibst, was du hast – bis zum letzten Tropfen. Wenn du sie richtig ausführst, wirst du dabei keinerlei Freude empfinden können. Man könnte darin zwar Freude an der Anerkennung und noch etwas anderem finden, aber wir sprechen hier von der richtigen Ausführung.

Somit gibt es nur eine einzige Handlung, bei der wir uns in eine Situation versetzen können, in der uns der Antrieb fehlt, sie auszuführen. Das nennt man „Anstrengung“. Anstrengung sind meine Versuche, eine Handlung zum Zwecke des Gebens auszuführen, die offenbaren, dass ich dazu nicht fähig bin. Dieser Zustand an sich wird „Anstrengung“ genannt.

Frage: Wie führe ich sie aus?

Antwort: Was bedeutet „ausführen“? Du kannst es nicht, bist dazu nicht fähig, aber wenn du selbst feststellst, dass es tatsächlich so ist – das nennt man bereits Anstrengung.

Es heißt: „Der Mensch würde diese Handlung nicht ausführen, wenn er nicht wüsste, dass er für seine Anstrengung eine Belohnung erhält.“ Was ist also zu tun? Man muss das Bewusstsein für die Bedeutung der Absicht um des Gebens willen stärken. Aber wie? Wozu? Hier gerät der Mensch in eine Situation, in der er nichts mehr tun kann. Er offenbart seine Schwäche, wenn er erkennt, dass er – egal, worauf er zurückgreift – auf seine eigenen Kräfte, auf seine Natur, auf sein Bewusstsein – keinerlei Kontakt zur Absicht um des Gebens willen hat.

Wenn der Mensch jedoch gleichzeitig alle möglichen äußeren Eindrücke sammelt und von anderen hört, dass die Absicht das Wichtigste sei, obwohl er selbst keinen Geschmack daran findet und dazu auch nicht fähig ist, dann hat er zwei Extreme, zwei Pole, und daraus entsteht ein Gebet, auf welches er eine Antwort erhält.

Diese beiden Faktoren hängen miteinander zusammen: Wenn ich daran arbeite, die Bedeutung der Absicht zum Geben zu erkennen, wird mir immer deutlicher vor Augen geführt, dass ich sie nicht habe. Dabei darf man nicht darauf hinarbeiten, seine Unfähigkeit so schnell wie möglich zu erkennen. Es ist unmöglich, negativ zu arbeiten – das ist eine Selbsttäuschung.

Du bist verpflichtet, daran zu arbeiten, dennoch spirituelles Handeln zu erreichen und es zu vollbringen. Und dann wird dir im Gegensatz dazu gezeigt, dass du dazu unfähig bist. Man muss immer positiv arbeiten.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 18.08.2026

 

Kabbalisten über das Wesen der Wissenschaft der Kabbala, Teil 22

Liebe Freunde! Ich bitte Euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Wissenschaft der Kabbala und System „Musar“ (Ethik)

Noch ein berühmter und sehr in die Augen stechender Unterschied, der für die Tora spricht, besteht darin, dass sich das ethische System nach dem Prinzip richtet, das Wohlwollen der Menschen zu erreichen, was einer Pacht (Miete) gleicht, die am Ende abgezahlt ist.

Und die Gewohnheit des Menschen an solche Arbeit lässt ihn noch nicht einmal auf die Stufen der Ethik aufsteigen, da er an Arbeit gewöhnt ist, die von der Umgebung gut belohnt wir, die für seine guten Taten zahlt.

Derjenige aber, der sich mit der Tora und den Geboten beschäftigt, um dem Schöpfer Genuss zu schenken, ohne jegliche Belohnung zu erhalten, erklimmt tatsächlich die Stufen der Moral, wie dies auch erforderlich ist. Denn er bekommt keinerlei Bezahlung auf seinem Wege, während er Körnchen um Körnchen das Notwendige sammelt, um eine große Rechnung für den Erwerb einer anderen Natur zu begleichen – des Gebens an den Nächsten – ohne jegliches Empfangen für sich, außer zur Aufrechterhaltung der eigenen Existenz.

Baal HaSulam. „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“.

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

Das Zauberpulver

Ein Gleichnis (aus dem Brief 26 von Baal HaSulam): Ein großer und gutmütiger König hatte ein einziges Ziel – den Bewohnern seines Landes Genuss zu bereiten…

Er erteilte allen die Anweisung, ein ganzes Jahr für ihn zu arbeiten und wies dafür einen Platz in seinem Palast zu.

Und ihre Belohnung befand sich an ihrem Arbeitsplatz, wo er für sie Tische mit allerlei Köstlichkeiten decken ließ.

Alle begannen gemeinsam zu arbeiten. Alle dachten, dass der König Wachen aufstellen würde, um ihre Arbeit zu überwachen, doch der König zog sich zurück – jeder konnte machen, was er für richtig hielt.

Sie wussten nichts von seiner Erfindung, dem Heilpulver als Gewürz, welches die gesamten Speisen, Köstlichkeiten und Süßigkeiten mit einer schlecht schmeckenden Schicht bedeckte. Und an dem Ort, wo sie arbeiteten, ließ dieses Gewürz einen göttlichen Geschmack entfalten!

Diejenigen, die dem König treu ergeben waren, erfüllten die Anweisungen des Königs ohne jegliche Bewachung und erledigten alles, was ihnen auferlegt wurde, und das Heilpulver zog in ihre Körper ein.

Und als es an der Zeit war, von dem Mahl zu kosten, spürten sie darin Tausende verschiedene Geschmacksrichtungen – noch nie zuvor kannten sie eine solche Süße. Darum lobten und priesen sie den König!

Doch diejenigen Niederen, die nicht verstanden, wie groß der König ist und dass sie ihn treu und ergeben lieben müssen, sahen, dass sie nicht bewacht werden, und missachteten den ihnen für die Arbeit zugewiesenen Platz, und jeder arbeitete dort, wo es ihm am Besten erschien.

Doch als es Zeit für das Mahl wurde, schmeckten sie den bitteren Geschmack aufgrund des Pulvers. Und sie begannen, den König und seinen Tisch zu beschimpfen und zu erniedrigen, weil er eine solche Belohnung für ihre Anstrengungen vorbereitete.

Und der König wurde in ihren Augen zum größten Lügner. Denn anstelle von Süßigkeiten und Köstlichkeiten bereitete er nur Bitteres und Salziges für sie vor.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam vom 09.07.2010

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