Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Wunder des Entstehens eines neuen Lebens

Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt – das sind die wesentlichen Elemente der Entwicklung. Selbst in diesen materiellen Vorgängen gibt es vieles, was uns unbekannt, verborgen und unserem Einfluss entzogen ist.
Es ist schwer, die Feinheiten dieses Vorgangs zu verstehen, geschweige denn ihn zu steuern und seinen inneren Beweggrund zu ergründen. Zweifellos gehört die Empfängnis zur Kraft des Schöpfers.
Die Geburt des menschlichen Körpers gehört zur tierischen Ebene, während die Geburt auf der menschlichen Ebene eine spirituelle Geburt ist. Es geht um den Menschen unserer Welt, in dem dank eigener Anstrengungen und durch den Schöpfer von oben gelenkter Prozesse eine höhere Kraft, ein höheres System, zu entstehen beginnt. Dadurch wird er fähig, sich Mensch, Adam, zu nennen, das heißt, dem Schöpfer ähnlich zu sein – jenem höchsten, sich in ihm entwickelnden System.
Wir fühlen, dass es ein Geheimnis gibt, wie sich aus einer einzigen Zelle plötzlich neues Leben zu entwickeln beginnt. Daran ist eine uns unbekannte Kraft beteiligt, die der Zelle den Anstoß zur Entwicklung gibt. Wir spüren dies auch im gewöhnlichen materiellen Leben und empfinden daher die Schwangerschaft und die Geburt eines Menschen als Wunder.
Und umso größer ist dieses Wunder im Spirituellen. Und das Schwierigste ist der erste Eintritt in die spirituelle Welt, das heißt in das Wahrnehmen der spirituellen Kräfte, die auf den Menschen einwirken. Er fühlt seine Seele, die sich aus einem Punkt heraus zu entwickeln beginnt, und verbindet sich mit den Kräften, die auf sie einwirken. Das ist der Beginn der Seele, die spirituelle Empfängnis aus einem Tropfen spirituellen Samens.
Es dauert viele Jahre, bis diese spirituelle Empfängnis erreicht ist und eine Verbindung zwischen der höheren Kraft und den Kräften des Menschen zustande kommt. Wenn dieser sinnliche Kontakt im Menschen zum ersten Mal stattfindet – seine erste Verbindung mit der höheren Kraft, dem Schöpfer –, verändert dies seine gesamte Weltanschauung grundlegend.
Er beginnt, sich selbst und den Schöpfer anders wahrzunehmen, nämlich als Partner, und begreift, dass er erst in dem Moment, in dem er zur vollständigen Selbstannulierung bereit ist, ein neues Leben beginnen kann. Seine gesamte Einstellung gegenüber dem Leben, sich selbst und dem Schöpfer verändert sich.
Zuvor ging alles von seinem natürlichen, egoistischen Verlangen aus. Doch nun fühlt er, dass er bereit ist, sich von seinem Egoismus zu lösen, dass er das dafür notwendige Verständnis und die Kraft besitzt und bereit ist, sich ein Dasein jenseits des Egoismus vorzustellen und im Sinne des Gebens zu handeln. Das heißt, er möchte für den Schöpfer handeln, ohne in diesem Moment einen eigenen Nutzen daraus zu ziehen.
Diese Loslösung vom Verlangen nach Genuss ist einer der Bestandteile der Empfängnis und der anschließenden Geburt in der spirituellen Welt.
Alle Handlungen, die zur spirituellen Entstehung führen, kann der Mensch nur in der Gruppe vollziehen, indem er durch sie Kräfte von oben, vom Schöpfer, empfängt. Der Schöpfer befindet sich im Inneren der Gruppe. In dem Maße, in dem der Mensch bereit ist, sich ihr hinzugeben, erhält er Kräfte des Gebens, die ihm helfen, aus sich selbst einen Menschen zu formen. Andernfalls bleibt er ein toter Samen, der noch nicht begonnen hat, sich zu entwickeln.
Alle Kräfte für die Entwicklung kommen aus der Gruppe, aus dem Zehner. Deshalb kann man erst dann von spiritueller Entstehung sprechen, wenn man weiß, wie man einen Zehner bildet, sich zusammenschließt und sich in ihn einbringt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Ibur (Empfängnis)“

So werden, wie es der Schöpfer wünscht

Rabash, Notiz 342, „Noah, der Gerechte“: 

Und dann gelangt er zu dem Zustand „Noah wandelte mit dem Schöpfer“, das heißt, wenn sich der Schöpfer dem Menschen offenbart, der beginnt, die Existenz des Schöpfers zu spüren, hat er keine Wahl und erlischt wie eine Kerze vor einer Fackel.

Sich vor dem Schöpfer wie eine Kerze vor einer Fackel zu annullieren bedeutet, alles zu tun, was der Schöpfer von uns will, und nichts Weiteres von Ihm zu verlangen. Nur darum zu bitten, dass Er uns ermöglicht, so zu sein, wie Er es wünscht.

Frage: Wie kann man eine Antwort erhalten, um zu verstehen, wie der Schöpfer einen sehen möchte?

Antwort: Er möchte, dass man ein Gerechter (Zaddik) wird. Ein Gerechter ist jemand, der alle Handlungen rechtfertigt, die der Schöpfer an ihm vollzieht.  

Es heißt, dass der Mensch sich gewissermaßen selbst täuschen muss, obwohl er die Realität so sieht, wie seine Augen sie wahrnehmen, dennoch alles als vollkommen annehmen muss.

Selbst wenn er seine Existenz als unvollkommen ansieht, glaubt er dennoch, dass all dies vom Schöpfer zu ihm kommt, und nimmt es als vollkommen an.

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Aus einer Lektion nach den Aufzeichnungen von Rabash

 

Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 

Wenn kein Verlangen besteht

Frage: Ist es gut oder schlecht, wenn der Mensch ohne ein Verlangen durch Überwindung lernt?  

Antwort: Es ist gut. Das bedeutet, dass das Ziel erhabener ist, als das eigene, kleine, egoistische Verlangen. Das heißt, man setzt Kräfte ein, um das Ziel zu erreichen. Wenn man ohne Überwindung lernt, stellt sich die Frage, wo die eigene Anstrengung bleibt. Noch problematischer ist es, wenn man Freude beim Lernen empfindet.

Am besten ist es, wenn kein Wunsch besteht und man wie tot die Gruppe darum bittet, irgendeine Gelegenheit zu bekommen, um die Bedeutung des Ziels zu erkennen. Indem man sich vor den Freunden annulliert und alles für sie tut, um die Wichtigkeit des Ziels zu erfahren, wird man durch ihre Inspiration motiviert, in der Früh zum Unterricht zu kommen- das ist das Beste.  

Frage: Bedeutet das, wenn ein Schüler zu Ihnen kommt und sagt: „Was soll ich tun? Ich kann nicht mehr, wie soll ich weiterleben?“ – Ist das der beste Zustand?

Antwort: Ja. Dann sage ich ihm: „Herzlichen Glückwunsch! „Du erkennst, dass du nur ein Tier bist, das nach tierischer Befriedigung strebt und nichts anderes.” 

Frage: Bedeutet das, dass das Lernen mit Freude nur die Anfangsphase ist, wenn man noch nichts erreicht hat?  

Antwort: Das Wichtigste ist die Verbindung mit der Gruppe, mit den Freunden. Denn dadurch empfängt man von ihnen ein zusätzliches Verlangen und steigt höher auf.

Frage: Und wenn man die erste spirituelle Stufe – den Machsom – überschritten hat, ändert sich dann die Wahrnehmung seiner Ablehnung?

Antwort: Wenn der Mensch den Machsom überschritten hat, wirken auf ihn ganz andere Kräfte, andere Berechnungen.  

Frage: Es ist also so, dass vor der endgültigen Korrektur immer eine Art Hinterlist gegen die eigene Natur stattfindet?  

Antwort: Ja, genau. Sonst kann der Mensch, wenn er nicht immer weiter seinen Egoismus offenbart und ihn gleichzeitig korrigiert, um darüber aufzusteigen, nicht vorankommen.

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Aus der Fernsehsendung „Mein Telefon klingelte. Wenn kein Verlangen besteht“

 

Sind alle Freunde Gerechte?

Frage: Ich sehe alle meine Freunde im Zehner als Gerechte, denn hinter ihnen steht der Schöpfer, und die Bedeutung des Schöpfers ist für mich das Wichtigste. Ist es richtig, so auf die Freunde zu schauen?

Antwort: Nein, es ist nicht notwendig, dass all deine Freunde in deinen Augen nur deshalb Gerechte sein müssen, weil hinter ihnen der Schöpfer steht. Der Schöpfer steht hinter jedem von uns, und wie Er sich in Bezug auf jeden von uns manifestieren möchte, liegt in Seiner individuellen Lenkung. Daher sollte man den individuellen Zustand jedes einzelnen Freundes betrachten.

Bemerkung: Ja, aber ich kann sie doch durch den Glauben über dem Verstand rechtfertigen. Das ist doch meine Aufgabe.

Antwort: Das ist deine Aufgabe. Aber du kannst deine Freunde nicht in jedem Zustand als absolute Gerechte betrachten. Ich verstehe, dass du sie so sehen möchtest, weil der Schöpfer sie lenkt und sie erfüllt. Trotzdem solltest du sie als wirkende Wünsche in unserer Welt sehen.

Frage: Dennoch muss ich sie doch rechtfertigen und sie in meinen Augen zu Gerechten machen, oder?

Antwort: Und wenn du dich dabei irrst?

Kommentar: Aber das Rechtfertigen ist meine Selbstaufhebung, ich annulliere mich vor ihnen.

Antwort: Das ist deine Selbstaufhebung, aber was ist mit ihnen?

Bemerkung: Außerhalb von mir existiert nur der Schöpfer.

Antwort: So kommt es, wie es über Noach heißt, dass er in seinen Generationen ein Gerechter war.

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Aus der Lektion zum Thema “Parashat Noah”, 01.11.2024

Bringen unsere Pläne den Schöpfer zum Lachen?

Kommentar: Es gibt eine Anekdote: Ein Mann fragt Gott: „Herr, wie kann ich Dich am besten zum Lachen bringen?“. Gott antwortet: „Erzähle mir deine Pläne.“
Sagen Sie mir, warum bringen unsere Pläne den Schöpfer zum Lachen?

Antwort: Wenn der Mensch Pläne schmiedet, glaubt er, Herr über das Geschehen zu sein, so als könne er die Zukunft bestimmen und das ist falsch,  einfach nur lächerlich.

Frage: Aber ganz objektiv betrachtet, wenn jemand Pläne für den nächsten Tag, das nächste Wochenende oder für den Sommerurlaub macht. Heißt das „Pläne machen“?

Antwort: Ja, das sind Pläne und ein Mensch ist nicht in der Lage, solche für seine Zukunft zu machen. Erinnerst du dich, was Woland gesagt hat? Ein Mensch kann sich nicht für die Zukunft programmieren. Dazu müsste er mindestens 1.000 Jahre im Voraus wissen. Ich würde nicht sagen, dass wir irgendetwas programmieren können.

Frage: Ist es denn möglich, ohne Pläne zu leben?

Antwort: Ja, das geht, man kann die eigenen Pläne zur Seite legen und die Pläne, der nächsten, höheren Stufe akzeptieren. 

Frage: Welche Pläne sind das? Nach welchem Plan lebe ich dann?

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Durch Hingabe zu einer neuen Stufe gelangen

Die Anstrengungen, die der Mensch macht, sind nur eine Vorbereitung, um zur Hingabe zu gelangen. Daher sollte er sich zunehmend an die Hingabe gewöhnen, denn ohne Hingabe kann man keine Stufe erlangen. Sie ist das einzige Hilfsmittel, das den Menschen befähigt, jeder Stufe würdig zu werden. (Baal HaSulam, Shamati 208. die Anstrengung)

Frage: Was bedeutet es, sich um einer neuen Stufe willen zu verlieren, d.h. sich zu opfern, ohne den Zustand zu kennen, in den man sich begibt?

Antwort: Es bedeutet, unseren Egoismus zu verlieren, ihn nicht mehr zu spüren. Ohne diesem können wir nicht auf die nächste Stufe aufsteigen. Wir müssen bereit sein, unser Ego zu opfern.

Frage: Opfern wir unsere Eigenschaften oder einige Schichten des Verlangens zu empfangen?

Antwort: Im Prinzip opfern wir nichts. Wir stimmen zu, dass das höhere Licht unseren Egoismus Schritt für Schritt annulliert. Vor jedem neuen Zustand, der vom Schöpfer durch unsere Freunde zu uns kommt, müssen wir uns selbst annullieren und bereit sein, uns gegenseitig in allem zu helfen.

Wir müssen uns ständig in diese Richtung bewegen, um dem Schöpfer näher zu kommen, um unseren Zustand so zu verändern, dass wir mit Ihm verschmelzen. Die Hauptsache ist, nicht stehen zu bleiben und vorwärts zu gehen. Wir alle haben eine gute Zukunft vor uns.

Frage: Wie kann man eine neue Stufe effektiv aufbauen, so dass sie von Liebe und Geben geprägt ist?

Antwort: Um dies zu tun, muss man einfach lieben.

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Aus einer Lektion über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 18.02.2024

Das Wunder der Übersetzung der Tora

Frage: Im Talmud, der alten Quelle jüdischer Weisheit, steht geschrieben: „Ptolemäus, der König von Ägypten, versammelte 72 Älteste von den Weisen Israels und brachte sie in 72 verschiedenen Häusern unter. Zuerst verriet er ihnen nicht, warum er sie versammelt hatte, damit sie sich nicht vorher beraten würden.

Dann wandte er sich an jeden von ihnen einzeln und sagte zu ihnen: „Schreibt mir, das heißt, übersetzt mir das Gesetz von dem großen Weisen Mose.“ Daraufhin legte Gott jedem von ihnen die gleiche Absicht und das gleiche Verständnis in das Herz hinein, und sie waren alle einer Meinung. Dann übersetzten sie nicht nur richtig, sondern wo sie Änderungen vornahmen, waren es dieselben Änderungen.“

So wurde die Tora ins Griechische übersetzt.

Frage: Als erste, kann man glauben, dass die Art und Weise, wie es im Talmud geschrieben steht, richtig ist?

Zweitens, was wird als Wunder bezeichnet – dass die 72 Ältesten die Tora wie von einem einzigen Übersetzer übersetzt haben, oder dass Gott ihnen einen Gedanken, eine Absicht gegeben hat? Was ist hier das Wunder?

Antwort: Das Wunder ist höchstwahrscheinlich, dass sie alle zusammen wie ein Mensch übersetzt haben. Der Grund dafür war, wie es hier heißt, dass Gott eine Absicht und einen Gedanken in sie hineingelegt hat.

Frage:  Wie ist es möglich, dass 72 verschiedene Menschen  denselben Text ohne den kleinsten Fehler geschrieben haben. Wie kommt es, dass Gott in jedem von ihnen einen Gedanken hineinlegt?

Antwort: Weil es Gott ist. Und weil es 72 besondere Weisen sind, die auf der höchsten Stufe des Wissens stehen (daher 72). Die Zahl selbst ist die Ebene des höheren Wissens. Deshalb waren sie in der Lage, es zu tun.

Frage: Wenn Gott eine Absicht und einen Gedanken in die Welt setzt, kann man dann sagen, dass Gott will, dass diese Quelle, die Tora, in der ganzen Welt verbreitet wird?

Antwort: Es wurde mehr als einmal gesagt, auch in den unmittelbaren Texten, dass diese Gesetze für die ganze Welt sein sollen.

Kommentar: Hier steht, dass die Weisen eine Meinung gebildet haben.

Antwort: Ja, das ist wirklich ein Wunder.

Frage: Eine Meinung zu haben, ist ein Wunder. Wo früher 72, 120 Leute,  Sanhedrin, eine Entscheidung treffen, können heute zwei Menschen nicht eine Entscheidung treffen. Zwei! Sie streiten sich, jeder will seine Meinung durchsetzen.

Wie können unsere gewöhnlichen Menschen, gewöhnliche Politiker, Chefs oder einfach Menschen, Familien, eine Entscheidung treffen und zu einer Meinung kommen?

Antwort: Es fehlt die Erkenntnis, dass wir alle unter der Herrschaft des Allmächtigen stehen und alles von Ihm kommt. Und deshalb, wenn man mit einem anderen übereinstimmt, kommt man dem Schöpfer näher.

Frage: Das heißt also, dass man mit dem Schöpfer übereinstimmt, der sich durch einen anderen zu mir wendet?

Antwort: Ja.

Frage: Wenn man sich darauf einlässt und sich annulliert, kann man dann hören, was von oben zu einem gesagt wird?

Antwort: Du wirst den Schöpfer hören. 

Frage: Ist damit gemeint, wenn zwei Menschen sich streiten, in der Familie, oder allgemein?

Antwort: Es geht nicht darum, dass man hört, was der andere sagt. Man hört den Schöpfer durch den anderen. Und das ist wichtig.

Frage: Und das geschieht durch eigene Annullierung?

Antwort: Ja.

Kommentar: Sie messen der Annullierung eine so große Bedeutung bei.

Antwort: Sobald der eigene Egoismus annulliert wird, kann man mit dem arbeiten, was man von außen empfängt. Und das „Außen“ kommt zu ihm vom Schöpfer.

Frage: Also das Wunder ist die Annullierung?

Antwort: Ja, das ist ein Wunder. Wenn wir uns annullieren könnten, würden wir den Schöpfer hören. Er versteckt sich hinter dem, was wir uns gegenseitig sagen und wartet darauf, dass wir in der Lage sind, uns zu annullieren.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“.

Damit die Sprossen der spirituellen Ernte sprießen können

Frage: Ich möchte wirklich wie der Schöpfer werden. Was mich besonders anzieht und mir die Größe des Schöpfers gibt, ist seine Zurückhaltung, seine Bescheidenheit, die Tatsache, dass Er alles tut und sich nirgendwo in irgendetwas manifestiert. Wie erreicht man diese Annullierung, wie kommt man zu einem solchen Segen?

Antwort: Dies geschieht von selbst. Wenn ein Mensch sich richtig mit der Kabbala beschäftigt, wird er durch das höhere Licht von oben so beeinflusst, dass er Demut entwickelt.

Was braucht er? Nur, sich an den Schöpfer anlehnen. Das bedeutet, nichts anderes zu wollen, als dass all das Gute, das vom Schöpfer in diese Welt kommt, durch die Erde hindurchgeht und sprießt.

Frage: Wir nähern uns jetzt dem Kongress. Was wäre Ihr Rat, wie man zu dieser Annullierung in der Weltgruppe direkt am Kongress kommen kann?

Antwort: Zu denken, dass wir alle zusammen sein müssen in der gemeinsamen Annullierung eines jeden in Bezug auf die anderen, und dann wird von uns gerade die Art von Ernte hervorgehen, die auf dem Feld wachsen und alle Menschen in der Welt sowohl spirituell als auch physisch ernähren sollte.

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Aus dem Unterricht zu einem Artikel aus Shamati, 17.01.2024

Ein Zehner ist ein Ortungsgerät für ein Signal von oben

Kommentar: Wenn man sich vor den Freunden annulliert, zeigt das, dass man an den Schöpfer glaubt. Durch die Annullierung kann man mit den Freunden dem Schöpfer näher kommen. Der Schöpfer existiert nicht ohne die Schöpfung: Wenn wir uns verbinden, wird unsere Verbindung Schöpfer genannt. Wir erschaffen Ihn und arbeiten mit Ihm zusammen.

Eine verbundene Gruppe ist wie ein Radioteleskop, das Einflüsse von einer höheren Stufe empfängt. Normalerweise fühlt es ein Mensch nicht, aber der verbundene Zehner kann diese besondere, unbegreifliche Kraft von oben wahrnehmen. Diese Kraft entfaltet sich im Zehner und arbeitet wie ein Radar, wie eine Satellitenschüssel, die diese höhere Kraft für uns aufspürt.

Ohne eine solche Gruppe könnten wir die Offenbarung des Schöpfers nicht erreichen. Nur wenn wir uns auf eine bestimmte Art und Weise verbinden, können wir dieses Radar, unser gemeinsames Verlangen erschaffen, drehen, abstimmen, um darin das einzufangen, was der Schöpfer genannt wird. Das heißt „komm und sieh“ (bo-re).

Der Schöpfer übersteigt unser Fassungsvermögen. Die einzige Möglichkeit Ihn zu offenbaren besteht darin, uns zu verbinden und uns auf Ihn einzustimmen. So kann jeder Funkempfänger nur die Welle empfangen, die in ihn eintritt. Es gibt nichts Wichtigeres als unsere Verbindung, denn sie bringt uns in Einheit mit dem Schöpfer.

Egal, wie sehr man versucht, eigene Wünsche in Einklang zu bringen, wird einem irgendwann klar, dass man nicht in der Lage ist, die Verbindung zum Schöpfer zu erreichen. Man braucht die Verbindung zu seinen Freunden. Nur durch sie kann man mit dem Schöpfer in Kontakt treten. Ich bin die letzte Sefira von Malchut und meine Freunde sind die ersten neun Sefirot, durch die mich der Ruf des Schöpfers erreicht.

Die Voraussetzung für das Gebet ist, dass wir uns so sehr auf die Freunde einlassen, dass wir spüren, dass wir in unserer Verbindung eine Botschaft des Schöpfers empfangen können. Wenn man diese Botschaft begreift, möchte man mit seinen Freunden darauf reagieren.  Durch sie können wir uns erheben und den wahren Kontakt mit dem Schöpfer erreichen.

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Aus der Lektion zu Jom Kippur