Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Abstiege'

Wovon hängt die Absicht ab?

Rabash, Artikel 1989/40 „Was bedeutet, jeden Tag werden sie wie neu in deinen Augen sein‘ in der Arbeit“

In Bezug auf den Vers „An diesem Tag gebietet dir der Schöpfer, dein Gott, diese Gesetze und Vorschriften zu befolgen und du sollst sie mit ganzem Herzen und ganzer Seele erfüllen und achten“ erklärten unsere Weisen aus (Rashi, dritter Abschnitt zu Tawo, in Jitro 13,10): „An jedem Tag werden sie für dich wie neu in deinen Augen sein, als hättest du sie heute am Berg Sinai empfangen, als ob dir gerade heute geboten worden wäre, sie zu befolgen.“

Was bedeutet „jeden Tag werden sie für dich wie neu sein“? Das Verlangen, zu empfangen, ist nicht neu. In derselben Form existiert es seit Anbeginn der Schöpfung und wird immer bestehen. „Sie werden in deinen Augen wie neu sein“ bedeutet, dass sich die Erneuerung nur auf die Absicht bezieht, zu geben.

In seiner Absicht befindet sich der Mensch immer mal im Aufstieg, mal im Abstieg und durchläuft fortwährend verschiedene Klärungen. Gerade anhand der Absicht beurteilen wir den Menschen.

Ursprünglich hat der Mensch überhaupt keine Absicht. Er hat sich einfach daran gewöhnt, Handlungen auszuführen, zu denen er durch seine Erziehung angehalten wurde, sei es eine religiöse oder eine weltliche Erziehung. Das nennt man die Ausführung erlernter Handlungen oder das Verhalten eines entsprechend erzogenen Menschen.

Natürlich gibt es hier keine Absicht, sondern die Gewohnheit wird zur zweiten Natur, sowohl für diejenigen, die eine religiöse Erziehung erhalten haben, als auch für diejenigen, die eine weltliche Erziehung erhalten haben. Das hat nichts mit dem zu tun, was wir “Absicht” nennen, da darin noch nichts von dem enthalten ist, was wir “Mensch” nennen.

Man kann einen Menschen auf jede beliebige Weise erziehen und genau so wird er bleiben. Hier gibt es noch keinen Menschen. Als Mensch wird derjenige bezeichnet, der aus freier Wahl in sich das Bild des Adam formt, der dem Schöpfer ähnlich ist.

In diesem Prozess besteht zunächst die Absicht „um seiner selbst willen“ (Lo Lishma) und anschließend „um des Schöpfers willen“ (Lishma).

Zu „Lo Lishma“ gehören alle Anstrengungen des Menschen ab dem Moment, in dem er beginnt, an dem Punkt im Herzen zu arbeiten und eine gewisse Erweckung zur Annäherung an den Schöpfer erhält. Obwohl dies viele Jahre dauern kann – zehn oder fünfzehn Jahre, abhängig von der Anzahl und vor allem von der Qualität seiner Anstrengungen gilt: Wenn er nach all diesen Jahren, in denen er Aufstiege und Abstiege erlebt hat, sich einmal entfernt und sich ein anderes Mal annähert und verschiedene Zustände durchläuft, schließlich die richtige Absicht um des Schöpfers willen erlangt, dann werden all seine Anstrengungen während seiner Inkarnationen (er schafft es möglicherweise nicht, alles innerhalb einer einzigen Inkarnation zu vollenden) in die erworbene Absicht um des Gebens willen aufgenommen und für immer in seine Arbeit eingehen.

Alles andere, was er durch seine Erziehung erhalten hat, gehört nicht zur Stufe des Menschen und wird nicht berücksichtigt. 

So schreitet er in Bezug auf die Absicht voran, indem er ständig etwas hinzufügt, während er Abstiege und Aufstiege durchläuft.

[361460]

Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash, 08.09.2026

 

Wenn der Schöpfer aus der Wahrnehmung verschwindet …

Frage: Warum wird der Zuwachs an Egoismus in der Vorbereitungsphase nicht als großes Verlangen wahrgenommen?

Antwort: Ein größeres Verlangen zu empfangen, das zum Menschen kommt, senkt ihn von seiner Stufe herab. Doch er empfindet es nicht als größeren Egoismus, sondern als zusätzlichen Genuss.

Das neue Verlangen zu empfangen, das sich offenbart, gibt ihm diese Möglichkeit und verpflichtet ihn gewissermaßen dazu. Er spürt nicht, dass das Verlangen gewachsen ist, sondern dass der Genuss intensiver sein kann, wenn er sich am Genuss selbst ausrichtet und nicht am Gebenden.

Was verdirbt die Verbindung zum Schöpfer? Das neue Verlangen! Es löscht nicht den Genuss aus, sondern die Empfindung des Gebenden. Würde der Genuss verschwinden, würde der Mensch Leere empfinden und sofort erwachen. Stattdessen bleibt die Füllung bestehen, aber der Schöpfer verschwindet aus der Wahrnehmung.

Zudem betört die Süße des Genusses den Menschen. Allmählich gewöhnt er sich an diesen Zustand: Er empfängt Genuss für sich selbst, selbstverständlich nicht um des Schöpfers Willen, da er sich noch im Zustand „Lo Lishma“ befindet. Gleichzeitig möchte er jedoch unter keinen Umständen die Verbindung zum Schöpfer verlieren und sucht unaufhörlich nach ihr.

Er möchte spüren, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet – in einer Art Sphäre, die vom Schöpfer erfüllt ist – und versucht ständig, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Das sind die Anstrengungen. Er bemüht sich mit allen möglichen Mitteln und schließlich füllt die Summe seiner Anstrengungen sein „Gefäß“ und er überquert den Machsom.

Was die Abstiege auf diesem Weg betrifft – daran lässt sich nichts ändern. Wie viele es sein werden? Niemand weiß es. Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Zeit zwischen Aufstiegen und Abstiegen vergeht, denn das hängt bereits vom Menschen selbst ab – darin liegt seine Anstrengung und seine Wahl.

[354551]

Aus dem Unterricht zu einem Artikel von Rabash.

 

Bemühungen, die nicht vergeblich sind

Wenn ein Mensch etwas Licht angezogen hat, aber nicht in der Lage ist, es dauerhaft zu behalten, da seine Wünsche noch nicht ausreichend korrigiert sind, um das Licht mit der Absicht des Gebens zu empfangen, dann muss dieses Licht von ihm verschwinden. Es stellt sich heraus, dass ein Mensch das Geben erreicht, aber jedes Mal wieder in die Vergangenheit zurückfällt. So wiederholt er immer wieder seine Versuche.

Hauptsache man lässt sich nicht entmutigen und setzt diese Arbeit fort. Ein Sprichwort erzählt von einem Mann, dem es erlaubt war, die königliche Schatzkammer zu betreten und dort mit einem kleinen Becher das Geld zu sammeln. Auf dem Weg nach draußen schlug ihm der Wächter den Becher aus der Hand, verschüttete das ganze Geld und er musste in die Schatzkammer zurückkehren.

Da weinte er und dachte, dass er sein Gefäß niemals füllen würde. Doch nach vielen solchen Versuchen wurde er schlauer und verstand den Plan des Königs. Schließlich konnte er auf diese Weise viele Lichtfunken aus einem verschlossenen Ort herausholen und diese dunkle Welt außerhalb der königlichen Schatzkammer erhellen!

Tropfen für Tropfen sammelt sich eine große Menge an. Am Ende bekam er das ganze verlorene Licht zurück. Schließlich hat er dank solcher Ein- und Ausgänge die Eigenschaft des Gebens erlangt.

Wenn er am Anfang nicht ein wenig Licht verloren hätte wäre er nicht in der Lage gewesen mit seinem winzigen Gefäß mehr zu bekommen. So steigen wir in Stufen nach oben. Wie kann ich die nächste Stufe erreichen? Nur dadurch, dass mein Gefäß, das ich um des Gebens willen gefüllt habe, wieder geleert wird. So werde ich, im Vergleich zur vorherigen Füllung, das doppelte Verlangen nach Füllung bekommen.

So stellt sich heraus, dass dieses Minus aus dem Gefühl des Verlustes und das vorherige Plus aus der Erfüllung, in mir den Wunsch unterstützen, die nächste Stufe zu erreichen. Darüber wird gesagt, dass „die Dunkelheit als Licht leuchten wird“. Ich erhielt eine Füllung von hundert Gramm, um des Gebens willen und nachdem ich diese Füllung verlor, begann ich dank des Verlustes, zweihundert Gramm zu begehren, so verdopple ich jedes Mal mein Verlangen und schreite voran.

Aus dem Unterricht, Pessach, 31.3.22

[295904]

Kongress: nicht auf das Glockenzeichen, sondern auf das Verlangen hin

Frage: Wir biegen in die Zielgerade vor dem Kongress ein. Wie können wir die Absicht bis Dienstag aufrechterhalten?

Meine Antwort: Zuallererst trennen wir uns nicht, wir bleiben zusammen. Ab heute müssen wir uns maximal auf die Vereinigung vorbereiten, die Vereinigung hervorbringen, bereits jetzt von ihr leben.

Ein Kongress beginnt im Gegensatz zum Schulunterricht nicht auf das Glockenzeichen hin. Er weht bereits jetzt über uns, und unsere Freunde weltweit atmen ihn bereits ein. Wir müssen uns mehr und mehr vorbereiten, Anstrengungen zur Einheit unternehmen, und jeder Tag soll für uns zur Errungenschaft werden, so wie in der Arava-Wüste.

Natürlich wird es auch Abstiege geben. Noch nie hatten wir auf unseren Kongressen einen erfolgreichen ersten Tag. Selbst nach dem Höhepunkt des Kulturprogramms wollten manche am nächsten Morgen nicht wieder kommen. Und das ist gut so. Anders geht es nicht.

Wollen wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen die nötige Vorbereitung komplett durchlaufen werden, inklusive Verwirrung, Abstoßung und Ablehnung, damit die drei Kongresstage uns mit Begeisterung und Einheit füllen können. Lasst uns die Zeit sparen – wir haben dafür alle Voraussetzungen. Diesmal haben wir eine nie dagewesene, besonders tiefgehende Vorbereitung durchgemacht.

Das Wichtigste ist die Zuversicht. Jeder soll den Freund stützen – anderenfalls wird das gemeinsame Kli auseinanderfallen. Wir müssen einander greifen und nicht loslassen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der Frieden“, 02.12.2011

Zerbreche die Götzen in dir

Unsere Arbeit besteht darin, uns genau vorzustellen, was die höhere Kraft bedeutet. Und auf diesem Wege müssen wir vieles klarstellen. Zuerst stellt sich der Mensch die höhere Kraft als eine Vielzahl von verschiedenen Kräften, göttlichen Gestalten vor; er vergöttlicht verschiedene Naturerscheinungen, die er um sich herum beobachtet.

Er schreibt ihnen menschliche Eigenschaften zu, denn er hat kein anderes Vorbild; er teilt verschiedenen Gestalten göttliche Kräfte zu, was als Götzendienst bezeichnet wird.

Diese Phase unserer Entwicklung ist notwendig, weil wir in unserem egoistischen Verlangen mit einer umgekehrten Realitätswahrnehmung, Empfindung und Analyse existieren. Auf diese Weise klären wir die höheren Eigenschaften, bis wir zur richtigen Sichtweise gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der Stammvater Abraham, der zunächst Götzenbilder verkaufte. Im Grunde genommen erzählt seine Geschichte von uns allen. Wir alle beginnen unseren Weg damit, dass wir verschiedene Naturkräfte anbeten, die wir für gut oder böse bzw. teilweise gut und teilweise böse halten. Wir beziehen das auf irgendwelche Menschen, die Umgebung, das blinde Schicksal, verschiedene Zufälle.

Mit derartigen Klärungen sind alle unsere Lebenskreisläufe gefüllt, bis in uns der Punkt im Herzen erwacht. Aber auch mit dem Punkt im Herzen müssen wir noch viele Begriffe klären, die uns der ersten Wahrnehmung der Spiritualität näher bringen.

Noch ist uns unklar, was die spirituelle Realität bedeutet und wer der Schöpfer ist. Und auf dem Weg zu dieser Klärung sind wir dem Einfluss der Umgebung ausgesetzt, die uns vom Weg abbringen und durcheinanderbringen kann; denn noch nehmen wir den Schöpfer nicht wahr und können uns an Ihm nicht festhalten.

Doch letztendlich erreichen wir einen Zustand, in dem alle unsere zahlreichen Auf- und Abstiege und unser ganzes Durcheinander auf irgendeine Weise geklärt, angehäuft und zusammengetragen werden, und wir teilen die Realität in zwei Teile: ich selbst, der Wahrnehmende, und das, was ich wahrnehme. Es gibt nichts anderes!

Und ich kann mich selbst entweder im Egoismus, sprich im Empfangen, oder im Geben wahrnehmen – etwas Drittes ist nicht gegeben. Wenn ich mich im Egoismus befinde, beziehe ich alles nur auf mich selbst und auf meine Welt – dadurch wird mein Zustand bestimmt. Und wenn ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde, dann erfüllt diese mich, was als Schöpfer (Bo-Re) – „komme und siehe“ – bezeichnet wird.

Genau zwischen diesen beiden Eigenschaften befinde ich mich ständig in Klärungen. Schließlich gelange ich zu dem Schluss, dass alles vom Schöpfer kommt, der mit mir spielt, indem Er sich mir mal enthüllt mal sich wieder vor mir verhüllt. Auf diese Weise lässt Er mich Übungen machen, damit ich in meinem Inneren immer feinere und genauere Definitionen dessen aufbaue, was Er ist!

Im Grunde genommen besteht genau darin unsere Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 22.08.2011

Es darf keine Abstiege geben!

Frage: Wie können wir uns nach dem Kongress an dem Zustand festhalten, den wir dort erreicht haben, denn für gewöhnlich kommt immer ein Abstieg danach?

Meine Antwort: Wir können es uns nicht leisten, wie auch eine Mutter es sich nicht leisten kann, krank zu sein, wenn sie ein kleines Kind hat. Es gibt Situationen, in denen die Notwendigkeit alles andere in den Hintergrund drängt. Und nur wenn die Mutter im Sterben liegt, kümmert sich jemand anders um ihr Kind.

Und in unserem Fall haben wir keine Zeit für Entspannung, Gerede oder Abstiege. Die Welt um uns herum entwickelt sich rasant, und wir hinken hinterher, müssen aber mit ihr „Schritt halten“.

Wir werden immer mehr spüren, wie sehr alles Schlechte in der Welt mit uns zusammenhängt, weil wir in unserer Entwicklung zu spät sind.

Aus diesem Grund lasse ich nicht einmal einen Gedanken an einen Abstieg nach dem Kongress zu – es darf nicht sein!

Abgesehen davon steht uns bis in den Sommer hinein eine Reihe von Ereignissen bevor: Kongresse in Italien, Spanien und Moskau. Wir müssen uns alle vereinen und uns gemeinsam darauf vorbereiten. Deshalb gönnen wir uns keine Pausen, alles ist zeitlich sehr konzentriert. Und das ist auch gut so, weil es dem Tempo der Veränderungen in der Welt entspricht.

Auszug aus dem Gespräch über den Kongress, 25.03.2011

Die Welt im Licht des Gebens sehen

Frage: Während des Lesens des Sohar versuche ich daran zu denken, dass ich mich korrigieren will und dass das Studium mich korrigieren wird. Reicht das?

Meine Antwort: Jein. In dem Gebet während des Studiums muss die Verbindung zwischen uns allen enthalten sein, damit wir uns mit den Eigenschaften des Gebens erfüllen können. Darum muss der Mensch bitten. Es ist unmöglich, sich selbst zu zwingen, doch es ist möglich, sich allmählich zu einem solchen Verlangen zu bringen.

Ich muss mich also während des Unterrichts zu einem solchen Verlangen bringen, dass sich alles zu einem gemeinsamen Verlangen, welches die Korrektur fordert, – zur Enthüllung der zerbrochenen Seele – vereint.

Später, wenn wir mit diesem zerbrochenen Verlangen in den spirituellen Zustand eintreten, d.h. wenn die Eigenschaft des Gebens in ihm zu herrschen beginnt, werden wir gerade in diesem zerbrochenen Kli alle möglichen Erscheinungsformen der Verbindung zwischen uns, des Gebens und der Liebe – Sefirot, Parzufim, Welten – wahrnehmen. Wir werden SoN, Aba we Ima, ACHaP, Galgalta we Ejnaim, deren Auf- und Abstiege erkennen können. Dann wird unser Studium eine Form annehmen, über die geschrieben steht: „Die Seele des Menschen lehrt ihn“.

Doch in jedem Fall muss ich alles zu einem Ganzen vereinen. Denn die ganze Welt ist meine momentane Wahrnehmung. Das heißt, ich muss mich nicht einfach auf irgendeinen kleinen Gedanken konzentrieren, sondern daran denken, dass mein ganzes Ich, meine ganze Welt, alles, was ich mir vorstelle, jetzt der Korrektur unterliegt. Ich will diese ganze Realität im Licht des Gebens sehen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 06.03.2011

Nur die Herangehensweise ändert sich nicht

Frage: Welches Hauptprinzip müssen sich unsere Kinder einprägen?

Meine Antwort: Die Kinder sollten verstehen, dass sich alles im Menschen und in der Welt verändert – nur die Herangehensweise ändert sich nicht: es gibt keine andere Kraft, mit deren Hilfe der Mensch in der Lage wäre, in seinem Leben voranzukommen, außer der Kraft, die er von der Umgebung erhält.

Weder sein Ego noch der Einfluss von Massenmedien noch die Einwirkung eines fremden äußeren Umfeldes, sondern nur eine Gruppe von Menschen, die ihm eine bestimmte Wertescala, das Verständnis der Wichtigkeit des Schöpfers, anerzieht, gibt ihm die Kraft zum Vorankommen.

Denn um den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu erkennen, muss der Mensch sich immer im Glauben über dem Verstand bewegen, wobei er von seiner Umgebung das Verlangen, die Bestrebung, das Verständnis der Wichtigkeit dieses Ziels, das Gefühl der Unruhe, wie es erreicht werden könnte, bekommt.

Im Grunde genommen nimmt der Mensch immer die Form seiner Umgebung an, d.h., er saugt ihr Wertesystem, ihre Vorstellung von der Zukunft, ihr Wesen auf. Mit anderen Worten, er ordnet sich in das äußere Kli/Verlangen ein, erlangt die Eigenschaft der Liebe und tritt in die Verbindung aller Seelen – Malchut der Welt von Azilut – hinaus.

Nur indem der Mensch sich richtig in seine Umgebung einordnet, kann er den Schöpfer erlangen. Denn gerade jene innere Einheit, die es dort gibt, weil der Schöpfer diese Menschen ausgesucht und miteinander verbunden hat, ist Malchut der Welt von Azilut, die Shechina, wo der Mensch sofort den Schöpfer findet.

Deshalb muss die neue Generation, unsere Kinder sich gut einprägen, dass wir genau auf diese Weise vorankommen, dass das unser Weg ist. Es gibt keine Abstiege, es gibt nur Aufstiege, es gibt kein Durcheinander, alles, was geschieht, ist für neue Klärungen notwendig.

Auszug aus dem Gespräch über die Erziehung, 18.02.2011

Welche Veränderungen warten auf dich?

Frage: Wann kann der Mensch, der ein Kabbalastudium angefangen hat, sagen, dass er mit seinen Wünschen arbeitet?

Meine Antwort: Wenn er beginnt, „die Aufstiege“ und die „Abstiege“ zu empfinden. Anhand dieser Zustände beginnen wir, zu verstehen, inwiefern wir von unseren inneren Veränderungen abhängig sind. Und es ist nur der Anfang, so spielt man mit uns, zur Zeit noch auf der Ebene dieser Welt.

Dann beginnt man, uns aus einer Welt in die andere Welt hinüberzuwerfen, uns mal zu erheben, oder mal fallen lassen, dann spürst du, inwiefern alles unbeständig ist.

Stelle dir vor, deine Sinnesorgane würden sich verändern, und deine Augen würden die Welt in den Röntgenstrahlen sehen, und du hättest anstelle der Ohren die Ortungsgeräte. Welche Welt würdest du dann wahrnehmen? Du würdest vom Informationsüberfluss verrückt werden, weil du alle Frequenzbereiche hören würdest, wie die Menschen hier und da sprechen,an allen Stellen gleichzeitig, auch wenn diese tausende Kilometer von dir entfernt sind. Du würdest durch die Wände sehen können, alles, was in der Welt geschieht.

Und deshalb sollen das Gehirn und das Nervensystem auch entsprechend entwickelt sein, um solchen Strom der Informationen zu verarbeiten. Wir wären ganz andere Wesen, wenn man nur den Umfang unserer Wahrnehmung in derselben Welt ein wenig ausdehnen würde.

Und hier handelt es sich um die Eigenschaften, die wir momentan überhaupt nicht haben, über grundsätzlich andere Herangehensweise.

Oder stelle dir vor, du koenntest die Gefühle anderer Menschen empfinden , sich wie ein Gespenst in den einen, den anderen, oder einen dritten Menschen einkleiden…


Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 12.01.2011

Alle Nöte führen in die Gruppe

Rabash, „Schlawej Sulam“, 1988/89, Artikel 9, „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“

Die Weisen sagten: „Die Not kommt zur Welt, nur wenn es dort die Sünder gibt, fängt aber bei den Gerechten an…“

Der Aufstieg eines Einzelgängers ist unmöglich. Mehrere Abstiege fördern im Menschen den großen Egoismus zu Tage. Er fängt an, sich zu fragen: „Ob man sich überhaupt vom Egoismus befreien kann?“ Diese dringende Notwendigkeit zwingt ihn, sich an die Gruppe zu wenden. Nur dort, zusammen mit anderen, kann er die Kraft rufen, die ihn heraus führen wird.

Alle Versuche, selbständig herauszukommen (der rote Zeiger auf der Zeichnung) sind zum Scheitern verurteilt. Alleine wird es nie klappen. Der Mensch ist verpflichtet, das Zerbrechen zu korrigieren, den Ausstieg aus sich selbst dem Nächsten entgegen, vorzubereiten.

Deshalb fordern uns alle Abstiege auf, die eigene Kraftlosigkeit zu entdecken, damit wir keinen Ausweg mehr haben, als sich an die Gruppe zu wenden und mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit des Schöpfers zu entdecken. Diese Wichtigkeit wird uns zwingen, den Ausgang zu suchen und wird uns zur richtigen Lösung bringen. Nur in der Umgebung werden wir die Kräfte finden, die uns vorwärts bewegen.

Die Umgebung, wie wir es verstehen – ist ein künstliches Gebilde. Es stellt sich dem Menschen als etwas Fremdes dar, damit er auf die Selbstsucht verzichten kann und sich vom Willen zu empfangen befreien kann.

Deshalb kommt die Not, damit wir immer mehr „die Sünder“ in uns entdecken. Sie wirkt aber auf die Zustände, die „die Gerechten“ heißen.

Aus einem Unterricht vom 05.01.2011 nach dem Artikel von Rabash „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“