Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Absicht'

Würze dein Verlangen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum beginnen wir unsere spirituelle Arbeit in der Tora und Mizvot von einer egoistischen Absicht, lo-lischma?

Meine Antwort: Unserer Stoff ist der böse Anfang.
Es steht geschrieben: „Ich hab den bösen Trieb und die Tora als Gewürz geschaffen“. Auf den bösen Trieb ist ein Gewürz aufgetragen, wie eine Creme.

Die Tora bringt mit sich das umgebende Licht (Or Makif), das unseren Stoff „plattiert“ und ihn zur Quelle zurück bringt. Mit anderen Worten: die Tora ist das Licht, dass unsere Absicht korrigiert und sie vom Eigennutzen, auf den Nutzen des Nächsten umorientiert.

„Böser Anfang“ – ist das Verlangen, dass auf das Böse, also auf den Eigennutzen, ausgerichtet ist. Das Licht kommt und wandelt ihn in des Guten Anfang, in das Verlangen, dass auf das Gute, auf den Nutzen des Nächsten ausgerichtet ist, um.

So stellt sich heraus, dass die Tora das Gewürz ist, denn sie fügt ein winziges Stückchen hinzu, würzt das Verlangen mit der richtigen Absicht. Früher hast du es für das Böse genutzt und jetzt für das Gute.

Und die Gebote sind die Handlungen, mittels welchen du das Ziel, dass dein ganzes Verlangen dem Schöpfer ähnlich werde, in das Leben umsetzt.

In dich enwickelt sich eine Kette der Handlungen die in kleinen Portionen nach einander folgen. Du führst sie aus, damit am Ende, all deine Wünsche zum Geben ausgerichtet sind. Dadurch erfüllst du die Gebote des Schöpfers, d.h. die Korrekturen in sich.

Aus einem Unterricht über eine Artikel von Rabasch, 04.11.2010

Kabbalisten über die „Kabbala heute“, Teil 3

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Ein Beweis dafür, dass unsere Generation schon die Zeit der Messias erreicht hat

Da die ganze Wissenschaft der Kabbala vom Geheimnis der Offenbarung des Schöpfers berichtet, ist selbstverständlich, dass es keine andere Wissenschaft gibt, die ihr in ihrer Wichtigkeit und ihrem Erfolg gleichkommen könnte.

Und die Absicht der Weisen der Tora bestand darin, ein System der Erkenntnis zu kreieren, welches sich dazu eignet, sich damit zu beschäftigen.

Sie taten das insgeheim (aus bekannten Gründen wurde beschlossen, sie zu verbergen), doch dies musste nur eine bestimmte Zeit andauern, und nicht immer, wie es im Sohar heißt: „Und die Weisheit der Kabbala wird sich am Ende der Tage offenbaren, auch in den Kindern“.

Baal HaSulam. Die Lehre der kabbala und deren Wesen.

Einladung zu einem vom Schöpfer organisierten Kongress

Eine Frage, die ich erhielt: Uns ist gelungen, einen so großen Kongress zu organisieren. Ist das ein Beweis dafür, dass wir auf dem Weg des Lichtes (der Tora) und nicht auf dem Weg der Leiden voranschreiten?

Meine Antwort: Natürlich! Denn uns wird ermöglicht, die Wissenschaft der Kabbala für eine so breite Öffentlichkeit und an so einem Ort zu enthüllen, wo sich die stärkste Widerstandskraft (Klipa) befindet – in Israel, an dem Ort der Zerstörung des Tempels, dem Ort des spirituellen Zerbrechens.

Die restliche Welt wehrt sich nicht so sehr gegen die Kabbala, denn sie weiß sehr wenig davon.

Doch gerade in Israel existiert dieser Widerstand, denn es befand sich einst auf einer spirituellen Ebene, mit der Absicht des Gebens und der Nächstenliebe, dann stürzte es von dieser Stufe in den grundlosen Hass, in die unreinen Kräfte, in die „Klipa“, in die egoistische Absicht ab.

Deshalb ist gerade hier, in Israel, der Ort der Enthüllung des Bösen und der größten Unreinheit. Aber auch deren Korrektur.

Und noch schlimmer ist es in Jerusalem, an dem Ort der Zerstörung des Tempels. Und der schlimmste Ort ist das „Allerheiligste“, der heiligste Platz im Tempel, der zum Ort der größten Unreinheit wurde.

Darum spricht die Tatsache, dass es uns gelingt, in Israel so einen großen und hinreichend bekannten Kongress zu veranstalten, der im Fernsehen, in der Presse und selbst auf den Werbetafeln auf den Straßen angekündigt wurde, und zur Teilnahme daran Tausende von Menschen heranzuziehen, davon, dass wir von oben als ein Mittel zur Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen benutzt werden!

Und der Schöpfer führt diese Handlungen zur Erreichung der Korrektur durch uns aus, für die scheinbar die Zeit gekommen ist! Ich sehe darin nur die lenkende Hand des Schöpfers – allein hätten wir das alles nicht bewerkstelligen können.

Doch natürlich haben wir nicht nur einen ebenen Weg vor uns. Der Weg zu der Rose (s. den Sohar, Einführung in das Buch Sohar, Artikel „Die Rose“), zu Malchut, ist mit lauter Dornen versehen.

Also werden wir noch um die Korrektur von Malchut kämpfen müssen, um ihren korrigierten Zustand – die Rose – erreichen zu können. Und wir werden noch den Widerstand gegen unser Bestreben zur Vereinigung der ganzen Welt und zu „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ enthüllen…!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die letzte Generation“ vom 07.11.2010

Was ist das Licht

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Licht, von dem die Kabbalisten erzählen?

Meine Antwort: Es gibt eine besondere Kraft in unserer Realität, genannt „Licht“. Das ist eine verborgene Kraft, du kannst sie nicht wahrnehmen. Doch wenn du dich mit der Wissenschaft der Kabbala beschäftigst, wirst du dieses Licht erwecken können, und es beginnt, auf dich einzuwirken.

Was bedeutet, „sich mit der Wissenschaft der Kabbala zu beschäftigen“? Es gab Menschen, die den Schöpfer bereits erkannt, die Ähnlichkeit der Eigenschaften mit Ihm erreicht und dir über alle möglichen Zustände geschrieben haben, die sie in ihrer Haltung der Höheren Kraft, der Höheren Welt gegenüber enthüllen.

Natürlich wenn du ihre Bücher liest, verstehst du nichts darin, denn du befindest dich nicht in der gleichen Welt und weißt nichts davon. Du hörst nur das, was du dir aus deiner Welt heraus vorstellen kannst, obwohl die Rede von der spirituellen Welt ist, die absolut anders ist.

Doch wenn du während des Lesens von Texten, in denen die Kabbalisten die Höhere Welt beschreiben, dich in ihr befinden, mit allem, was du hast, in sie eintreten willst, dann erweckst du durch dein Bestreben die Einwirkung einer besonderen Kraft aus der Höheren Welt auf dich. Diese Kraft nennt sich „das Licht“.

Du kannst es erwecken, weil du einen Funken aus der gleichen höheren Welt in dir hast, der von Geburt an in dir enthalten war. Und dann scheint das Licht, welches aus der höheren Welt kommt, ihn an.

Deshalb, wenn du das Licht erwecken willst, damit es auf den Funken einwirkt, musst du kabbalistische Texte lesen und nur daran denken – mehr ist nicht nötig!

Du musst nicht wissen, was im Buch geschrieben steht, über keinen scharfen Verstand, keine herausragende Fähigkeiten und kein besonderes Glück verfügen. Du kannst ein ganz normaler Mensch sein. Du brauchst nur das Verlangen, damit aus der Welt, von der die Kabbalisten erzählen, die Kraft kommt und ständig auf deinen Funken einwirkt. Dann wird der Funke allmählich wachsen – und plötzlich beginnst du wahrzunehmen, worüber sie schreiben.

Genau das brauchen wir während des Studiums des Buches Sohar. Doch die Kraft dieses Lichtes kommt zu dem Menschen, wenn er danach strebt, in eben jener höheren Welt zu sein, sprich der Gebende zu sein.

Doch woher weiß ich, was es bedeutet, der Gebende zu sein? Die Kabbalisten sagen: wenn du das Buch Sohar in der Gruppe lesen und dir vorstellen wirst, dass du mit den Anderen zu einem gemeinsamen Organismus ohne jegliche Unterschiede zwischen euch vereint bist und dass ihr ein Verlangen, eine Absicht, ein Bestreben nach der gemeinsamen Kraft habt, die euch leuchtet, dann wird diese gemeinsame untrennbare Kraft euer gemeinsames Verlangen beeinflussen, und ihr werdet wirklich jene höhere Kraft enthüllen, die euch voranbringt und auf euch einwirkt. Das bedeutet „die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen“.

Aus diesem Grund lesen wir das Buch Sohar in der Gruppe mit der Absicht, dass wir uns in unseren Verlangen, das Licht zu enthüllen, miteinander verbinden, damit es auf uns einwirkt, uns korrigiert und in uns zum Vorschein kommt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 08.10.2010

Das Recht, den Freunden zu dienen

Wie können wir Erfolg auf dem spirituellen Weg erreichen? Es gibt kein anderes Mittel, außer einer noch größeren Vereinigung.

Der Vereinigung muss die höchste Wichtigkeit beigemessen werden, in ihr muss das einzige Mittel gesehen werden.

Wir wissen, dass unsere Wahl nur darin besteht, mit Hilfe der Umgebung stärker zu werden und uns mit ihr zu verbinden. Wir erheben die Umgebung in unseren Augen und beugen uns vor den Freunden und dem Ziel.

An jede Handlung muss die Absicht angeschlossen werden: Wozu mache ich das alles? Wie versuche ich, mich mit den Anderen zu verbinden? Erschaffen wir ein Kli, ein Gefäß, ein Ort, in dem sich das Licht enthüllt?

In Wirklichkeit, wenn wir der Gruppe dabei helfen, erfüllen wir das Prinzip „wir werden tun und wir werden hören“. Wir sind in der Lage, das zu verwirklichen. Selbst wenn wir es nicht besonders wollen, selbst wenn es uns anwidert, aber wir können dennoch einander ein Lächeln schenken, Geschenke machen, zueinander höflich sein und uns, ohne es zu wollen, an der gemeinsamen Sache beteiligen.

Wir organisieren alles selbst, unter anderem auch Kongresse. Selbst wenn wir unbegrenzte finanzielle Mittel hätten, würden wir trotzdem alles selbst machen.

Hier sind für uns gerade die gemeinsamen Anstrengungen wichtig: von überall her kommen Menschen und handeln gemeinsam. Nur eine solche Vorbereitung bringt uns Erfolg.

Genau das sind unsere Geschenke: wir bereiten gemeinsam alles, was nötig ist, vor, wir hängen von niemandem ab und wollen unsere Teilnahme an niemanden Fremden abtreten.

Für uns ist die Möglichkeit, durch die äußeren Handlungen die innere Vereinigung zu erreichen, dermaßen wichtig, dass wir nicht darauf verzichten und an niemanden das, was wir selbst machen können, abtreten wollen. Denn das ist ein Mittel zur Erreichung unserer Vereinigung.

In den verbleibenden zwei Tagen und auf dem Kongress selbst bietet sich uns eine einzigartige Gelegenheit, einander zu bedienen. Diese Chance darf nicht verpasst werden, denn in ihr ist der Erfolg des gesamten Unternehmens verborgen.

Genau das bedeutet Vereinigung, so „kaufen“ wir Freunde: ich bemühe mich ihretwegen und sie bemühen sich meinetwegen, und zusammen bauen wir ein gemeinsames Kli auf.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash vom 07.11.2010

Baal HaSulam. Dies ist für Jehuda

Aus dem Kommentar auf Haggada zur Pessach

Die Mitzwa des Essens der Maza wurde den Kindern Israels bereits, als sie sich noch in der ägyptischen Gefangenschaft befanden, gegeben, da die Erlösung in aller Eile stattfand.

Wir befinden uns auch in Gefangenschaft und unsere Absicht ist auch auf die Erlösung gerichtet, genauso wie bei unseren Vätern in Ägypten.

„Sklaven waren wir“. Beginnt mit einer Tadel und endet mit einer Preisung. Der Tadel beginnt mit den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ oder mit den Worten „Sklaven waren wir“, so ist die Meinung von Halacha.

Man soll mit Tadel beginnen und mit einem Lob enden, nach dem Prinzip: „Der Vorrang des Lichtes wird aus der Dunkelheit erkannt“. Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“ und am Ende erlangt er die Form eines Menschen. So war es auch bei der Entstehung von dem Volk Israel.

Denn der Schöpfer hat die Schöpfung wie Etwas aus dem Nichts erschaffen, und jedem Sein geht das Nichtsein voraus. Aber auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe ist das Nichts unterschiedlich.

Der Anfang von dem unbelebten Niveau ist das absolute Nichtsein. Der Anfang von dem pflanzlichen Niveau ist die Form des unbelebten Niveau: Säen und die Zersetzung von Samen, Das Nichtsein von dem tierischen Niveau ist das pflanzliche Niveau. Und die tierische Form gilt als Nichtsein bezüglich des Menschen.

Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“. Und es ist zwangsläufig für jeden Menschen, das er seinen Anfang im tierischen Stadium hat. Es steht geschrieben: „Den Menschen und das Tier rettest du mein Gott“. Also du rufst alle Wünsche heraus, die für seine Existenz und für das Abschließen seines Werkes notwendig sind.

Woran liegt der Vorzug des Menschen über dem Tier? In ihren Wünschen, denn durch diese unterscheidet sich die Erlösung, die der Schöpfer einem Tier oder einem Menschen schenk.

Im Menschen gibt es nur ein Bedürfnis, das in der tierischen Form nicht existiert. Das Streben dem Schöpfer zu dienen. Deshalb nur darin liegt seine Vorbereitung: sich nach dem Dienen dem Schöpfer zu streben. Und nur dadurch erhebt er sich über dem Tier. Denn in der tierischen Form finden wir sogar die abstrakte Vernunft, die sich für die Arbeit und für die politische Führung eignet.

Deshalb ist das „Nichtsein“, das der Existenz des Menschen vorausgeht, ist die Verneinung eines Verlangens, das auf die Annäherung an den Schöpfer gerichtet wurde, also eine tierische Stufe. Darüber steht es geschrieben: beginnt mit dem Tadel und endet mit der Preisung. Also, man soll das Nichtsein, das der Existenz vorausgeht im positiven Sinne erkennen, wie ein Tadel, das dem Lob vorausgeht und aus ihm verstehen wir besser die Preisung.

Das gleiche betrifft auch die vier Exilperioden, die den vier Erlösungen vorausgehen, bis zur vierten Erlösung, die eine für uns wünschenswerte absolute Vollkommenheit darstellt. Das Exil ist das Nichtsein, das der Existenz, also der Erlösung vorausgeht

So alle Buchstaben des Wortes Erlösung (Geula – גאולה) finden wir im Wort Exil (Gola – גולה), außer Buchstabe Alef, der auf den „Herrscher der Welt“ (Alufo Shel Olam) hinweist. Das bedeutet, dass die Form des Nichtsein die Verleugnung des Seins ist.

Die Form des Seins, d.h. die Erlösung wird aus den Worten „Und es wird nicht mehr ein Mensch seinen Nächsten und seine Brüder die Erkenntnis des Schöpfers lehren, weil alle Mich kennen werden, von jung bis alt“ erkannt. Was heißt, dass die Form des Schöpfers im Exil die Verleugnung des Seins ist.

Folglich entspricht die Form des Nichtseins im Exil der Verleugnung des Wissens über den Schöpfer, die Abwesenheit des Buchstaben Alef, fehlender im Exil und begehrten in Erlösung (d.h. in der Verschmelzung mit dem Schöpfer)

Das nicht Sein selbst bereitet das auf ihm beziehendes Sein. Die Freiheit ist ein hoher Begriff, dass nur wenige verstehen, aber eine Versklavung kann niemand ertragen.

Wir beginnen mit dem Tadel, um die Erlösung besser erkennen zu können. Und beginnen soll man nicht von den Zeiten der Terach, sondern von Ägypten, wo das Volk ein kleines Fetzen der Schöpferliebe und des Dienens hatte. Die zusätzliche Last der ägyptischen Gefangenschaft ist an sich keinen Mangel im Leben des Volkes, das Mensch (Adam) heißt.

Das Nichtsein bereitet das Sein vor, deshalb gilt es als Teil der Erlösung und auch dafür muss man dankbar sein. Das heißt, man sollte bei den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ nicht bedauern, denn das ist noch kein Nichtsein, das dem Sein vorausgeht. Denn darin ist noch keine Menschensein beinhaltet, denn damals waren sie am weitesten von der Schöpferliebe entfernt.

Deshalb beginnen wir von ägyptischer Gefangenschaft, wenn ein winziges Stückchen von Schöpferliebe schon in ihrem Herzen vorhanden war, aber erlöschte von harter Arbeit. Das heißt, nämlich, dass das Nichtsein dem Sein vorausgeht.

Die Freiheit des Volkes in dem, was das Wissen des Schöpfers betrifft, ist ein sehr erhabenes Konzept, das nur die Erwählten durch die Vorbereitung erfassen können. Aber ein Großteil des Volkes ist bereit die Härte der Sklaverei, die jedem klar ist zu verstehen.

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Die Sünde und ihre Korrektur

„Adam war vollkommen, bis zum Sündenfall. Nach dem Sündenfall befand er sich auf der Stufe von 600.000 Seelen“.

Rabasch, „Welche Stufe muss der Mensch erreichen“

Eine Frage die ich erhielt : Wie entsteht eine Sünde?

Meine Antwort: Die Sünde entsteht durch Einwirkung des Höheren Lichtes. Als Beispiel : ich will dass du einen Fehler aufdeckst, dass du es selbst tust, es verstehst und korrigierst. Ich nehme an diesem Prozess teil, jedoch unauffällig. Was heisst „unauffällig“?

Ich bin nur ein anregender Faktor, der in deinem Verlangen nicht spürbar ist, so wie Sfira Keter.

Wenn ein Mensch in sich plötzlich eine Schwäche empfindet, oder in störende, befremdliche Gedanken versinkt… all dies kommt von Oben. Aus Unwissenheit heraus, denkt er, dass es seine eigenen Gedanken sind. Das ist schon die erste Sünde.

Nun beginnt der Mensch sich selbst zu bekämpfen, anstatt sich an den Schöpfer zu wenden – das ist die zweite Sünde.

Dann führt der Schöpfer den Menschen zu einer Wahl.
Er gibt ihm eine gewisse Hintergrundbeleuchtung, um seine Wahrnehmung anzugleichen und gibt ihm aber auch noch zu verstehen, dass sich noch etwas darin verbirgt.

Das System der spirituellen Welten ist jedoch so aufgebaut, dass wir uns nicht an den Schöpfer direkt wenden können.

Wir sind Ihm ja in unseren Eigenschaften entgegengesetzt. Und das Gesetz von der Ähnlichkeit der Eigenschaften erlaubt und dies nicht.

Deshalb auch nehme ich das äußere System der Körper wahr, diese Welt in der ich meine ersten Schritte zur Korrektur machen kann.

Während ich diese Schritte mache, schließe ich meine Absicht der Handlung an, indem ich mich an das Höhere Licht wende.

So verbinde ich beide Welten, erwecke die Einwirkung der höheren Seelen auf mich und bekomme durch sie Hilfe.
Die Seelen der Gerechten bringen ein Leuchten von Oben und sie arbeiten mit und erheben mich.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch vom 2.11.2010

 

Die innere „Religion“ der Seele

Baal HaSulam benutzt die Wörter „religiös“ und „profan“ in seinen Artikeln für gewöhnlich nicht in dem Sinne, wie das in unserer Welt üblich ist.

„Religiöser“ Mensch im kabbalistischen Gebrauch bedeutet keinen traditionellen Begriff, der eine der Weltreligionen meint: Judentum, Islam, Christentum oder alle möglichen Glaubensrichtungen.

Als „religiös“ gilt derjenige, der sich danach sehnt während seines Daseins in dieser Welt korrigiert zu werden und in die spirituelle Welt bis hin zur Welt der Unendlichkeit, bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer aufzusteigen.

Darin besteht das Ziel der Existenz eines jeden Menschen in dieser Welt, welches Baal HaSulam im Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ erklärt.

Doch manchmal meint er wirklich die traditionelle Religion, wenn er bestimmte Momente erklären möchte. Aus diesem Grund muss immer dem Kontext entnommen werden, wie seine Worte zu verstehen sind.

„Profane“ Menschen sind diejenigen, die sich nicht mit der eigenen Korrektur beschäftigen, sondern alles um der Belohnung willen, ob in dieser oder in der zukünftigen Welt, tun.

„Religiös“ ist derjenige, der sich bis zur Stufe des Schöpfers korrigiert und dafür die „Wahre Tora“, sprich die Wissenschaft der Kabbala benutzt. „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur“.

Das heißt, du musst zuerst den egoistischen Trieb in dir enthüllen, und erst dann wirst du die „Tora“ zu dessen Korrektur brauchen, weil sie nur diesem Zweck dient.

Und dann wird dich ihr Licht, welches du infolge des korrekten Studiums enthüllst, zu seiner Quelle zurückführen, d.h., der böse Trieb wird sich in den guten verwandeln.

Dabei verändert sich das Verlangen selbst nicht – es verändert sich lediglich seine Absicht: von „für sich selbst“ zu „für den Nächsten“.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 03.11.2010

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Was tun?

Eine Frage, die ich erhielt: Wir hören ständig, dass wir uns verbinden und nach dem Schöpfer suchen müssen, nehmen das jedoch nicht als praktische Arbeit wahr. Was müssen wir konkret tun?

Meine Antwort: Wenn äußere Handlungen für die inneren Prozesse nützlich sind, müssen wir sie ausführen.

Der Nutzen kann erst in der Zukunft zum Vorschein kommen: ich führe ein ganzes Jahr eine äußere Handlung durch, um infolge meiner Handlungen eine tiefere innere Schicht zu erreichen, anders gesagt, der Eigenschaft des Schöpfers – dem Geben – näher zu kommen, in dem Bewusstsein, wie weit ich davon entfernt bin, um durch mein Verlangen die Korrektur der Absicht von „für mich selbst“ zu „um des Gebens willen“ in Gang zu setzen.

Mit anderen Worten, muss „das Ende der Handlung“ im „ursprünglichen Gedanken“ enthalten sein – entweder wird mir gesagt, was zu tun ist, und ich führe es „über dem Wissen“ aus oder ich handle selbständig so. In jedem Fall betrifft die Ausführung den Menschen selbst.

Wenn aber die Absicht „um der Einheit der Gruppe willen“ an seine Handlung nicht gebunden ist, dann mag die Handlung auch noch so wichtig sein, sie wird keinen Nutzen bringen. Denn gerade die Arbeit an der Absicht ist die Arbeit eines Menschen.

Man kann sie nicht umgehen, weil die Natur der Welt das Verlangen zu genießen und das Verlangen Genuss zu schenken, der Gedanke, der sich neben ihnen befindet, ihre Vereinigung und gegenseitige Durchdringung ist. Außer dem Verlangen und der Absicht gibt es nichts!

Das Verlangen zu empfangen des Unteren dringt in das Verlangen zu geben des Höheren als MaN (Bitte um die Korrektur) ein, und das Verlangen zu geben des Höheren steigt zum Verlangen zu empfangen des Unteren hinab und erfüllt es als MaD (korrigierendes Licht).

Dann findet zwischen ihnen beiden die gegenseitige Vereinigung statt: Bina in Malchut und Malchut in Bina – der Schöpfer in der Schöpfung und die Schöpfung in dem Schöpfer, bis sie die vollkommene Gleichheit erlangt haben. Das ist die ganze Ausführung!

Wo findet sie statt? – Nur in Gedanken, im Verlangen, in der inneren Anstrengung!

Natürlich ist es das Schwierigste. Für einige von uns ist es leichter, intellektuell zu arbeiten, für andere ist es schwerer, doch die spirituelle Arbeit ist für alle gleichermaßen schwer – sowohl für Wissenschaftler als auch für Tischler – denn sie wird in der Seele und nicht im Verstand durchgeführt.

Einige äußere Handlungen führen wir dennoch aus, und sie verbinden uns durch die richtige Absicht: Wozu tun wir das? Warum zusammen und nicht jeder für sich? Wozu wollen wir den Teilnehmerkreis erweitern? – Das belebt uns, bringt uns die Begeisterung.

Doch ohne die Absicht bei den Anstrengungen sind wir eine „Versammlung von Spöttern“, denn die wichtigste Arbeit ist ohne die Absicht jeglichen Sinns beraubt!

Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash,  31.10.2010

Der Paradigmenwechsel

Ich enthülle die Einheit durch direkte und indirekte Handlungen.

Indem ich direkt handle, kümmere ich mich um die Freunde, ich helfe ihnen, bereite Kaffee und Tee für sie vor, bediene sie – kurz gesagt, ich verbinde mich. So ist es in unserer Welt üblich: wir kommen den Menschen näher, indem wir sie mit Geschenken erfreuen.

Und was die spirituellen Handlungen betrifft, muss ich in den Freunden die besten Menschen der Generation sehen. Sie sind miteinander zusammengeschweißt, und ich befinde mich außerhalb ihrer Vereinigung und beuge mich vor ihnen, um zu einem Ganzen mit ihnen zu werden. Und ich richte mich insbesondere während des Studiums auf diese Korrektur aus.

Infolge aller meiner Anstrengungen – ob inneren oder äußeren, ob in der Handlung oder in der Absicht – kommt zu mir das Leuchten der höheren Stufe, die ich mir als korrigiert vorstelle. Ich stelle mir vor, dass wir alle dort vereint sind und zusammen das Licht zwischen uns enthüllen, entsprechend der Ähnlichkeit der Eigenschaften.

Meine gesamte Arbeit besteht darin, durch meinen Selbstverzicht die Einwirkung des Höheren hervorzurufen. Nur nicht stören, nur mich einfügen. Dieses Stadium nennt sich „drei Tage des Einnistens des Samens in der Gebärmutter“.

Ich muss mich lediglich im Inneren absorbieren lassen, noch mehr und noch mehr, indem ich mich über dem Egoismus annulliere, um kein Fremdkörper innerhalb des Höheren zu sein. Denn sonst kommt es zu einer Vergiftung.

„Der Höhere“ ist kein Abstraktum, es sind Freunde. Sie sehen immer schlimmer in meinen Augen aus, und ich muss dem ständig durch die Arbeit über dem Wissen entgegenwirken.

Man könnte meinen, die Außenwelt bietet mir eine wunderbare Umgebung aus klugen, gesunden, fröhlichen Menschen, die sehr schön die Zeit verbringen können.

Und hier regen mich dumme Gespräche und Heuchelei auf. Und ich arbeite immer mehr, um in jedem Zustand die Einzigartigkeit und die Größe meiner Freunde enthüllen zu können.

Das Stadium der Entstehung ist ein langwieriger Prozess, und dessen Ziel ist der Selbstverzicht. Ich befinde mich im Mutterleib – in einer besonderen Gruppe, unter den Freunden, mit denen ich mich verbinden und durch die ich die Hilfe von oben erhalten muss.

Der Zustand des Embryos ist eine Übergangsphase. Der Aufstieg zur ersten spirituellen Stufe ist am schwierigsten.

Doch wie ist das möglich? Denn es steht geschrieben, dass die Korrektur vom Leichten zum Schwierigen verläuft. Und dennoch schreibt Baal HaSulam in dem Artikel „Ein Gebot“: „Der schwierigste Moment am Dienen für den Schöpfer ist die erste Anheftung“.

Es gibt keinen anderen Ausweg, denn es geht um einen Paradigmenwechsel, um einen Wechsel der Einstellung, der Wahrnehmung der Realität. Dabei werden sehr viele Parameter in einem Menschen verändert, und er beginnt, die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.11.2010